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Es
wird eine Vorrichtung zur Messung von mechanischen Kräften
und Momenten vorgeschlagen.
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Zur
Messung mechanischer Kräfte und Momente sind verschiedene
Vorrichtungen bekannt. Im Zusammenhang mit der hier vorgeschlagenen
ist insbesondere die Umwandlung der wirkenden Kräfte und
Momente in korrespondierende Dehnungen eines speziellen Verformungskörpers,
im folgenden auch „Träger" genannt, und deren
Erfassung über Dehnmeßaufnehmer relevant. Diese
bestehen in der Regel aus einem auf einen Folienträger
aufgebrachten mäanderförmigen Draht, der seinen
elektrischen Widerstand bei Dehnung ändert. Zur Messung
von Kräften oder Momenten wird in der Regel ein metallischer
Träger eingesetzt, der die eingeleitete Kraft in eine meßbare
Verformung umwandelt und ein definiertes Verhältnis zwischen
eingeleiteter Kraft und resultierender Verformung aufweist. An geeigneten Stellen
werden mittels einer Klebeverbindung Dehnmeßstreifen derart
aufgebracht, daß sie aufgrund der Verformung des Trägers
entweder gedehnt oder gestaucht werden. Um Temperaturabhängigkeit
und Streuungen im Grundwiderstand der Dehnmeßstreifen zu
reduzieren, werden Dehnmeßstreifen meist in einer Brückenanordnung
betrieben. Um die Empfindlichkeit des Aufnehmers zu verbessern,
werden dabei die Dehnmeßaufnehmer derart angeordnet, daß sich
ihr elektrischer Widerstand aufgrund der Verformung gegensinnig ändert.
Auf Basis diese Verfahrens sind verschiedene Aufnehmer für
Kräfte und Momente bekannt, die beispielsweise in der Wägetechnik,
im allgemeinen Maschinenbau sowie in der Robotik Anwendung finden.
Bei allen aus dem Stand der Technik bekannten Aufnehmern werden
die Dehnmeßstreifen als separates Bauteil auf den Träger
aufgebracht.
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DE 34 04 936 A1 schlägt
eine elektromechanische Wägezelle zur Messung einer einachsigen mechanischen
Kraft vor, bei der die lastabhängige Verformung eines Metallkörpers über
eine Anordnung von Dehnmeßstreifen erfaßt wird.
Die in Brückenanordnung verschalteten Dehnmeßstreifen
sind dabei auf einer gemeinsamen Folie realisiert, die auf den Träger
aufgebracht wird. Eine passive elektrische Anordnung aus Widerständen
zur Temperaturkompensation, welche auf einer weiteren Folie realisiert
ist, ist ebenfalls Bestandteil der Wägezelle.
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Eine
Anordnung zur kombinierten Kraft- und Momentenmessung ist beispielsweise
aus
DE 100 13 059
C2 bekannt. Hier wird ein Kraft-Momenten-Aufnehmer beschrieben,
der aus einer metallischen Trägerstruktur besteht, welche
derart beschaffen ist, daß Kräfte und Momente
der jeweiligen Hauptachsen eine charakteristische Verformung des Trägers
bewirken. Die Verformung wird über diskrete Dehnmeßstreifen
erfaßt, die auf unterschiedliche Flächen in verschiedenen
Ebenen des Trägers aufgebracht sind und die jeweils über
einzelne Leitungen kontaktiert werden. Die Auswertung der elektrischen
Widerstandsänderungen erfolgt vom Träger entfernt.
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DE 102 17 017 C1 schlägt
einen kombinierten Kraft-Momenten-Aufnehmer vor, der so ausgestaltet
ist, daß die Bestimmung aller Momente und Kräfte
durch eine Dehnungsmessung in nur einer Ebene möglich ist.
Auch hier werden für die Bestimmung der Trägerdehnung
konventionelle Dehnmeßstreifen eingesetzt. Sie werden allerdings
direkt an einen Folienleiter angeschlossen, der auch die Auswertungselektronik
enthält.
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Die
beschriebenen Ausführungen des Standes der Technik haben
gemein, daß sie mehrere diskrete Dehnmeßstreifen
einsetzen, die in einem getrennten Vorgang auf der Trägerstruktur
aufgebracht und verdrahtet werden müssen. Das Aufbringen
der Dehnmeßstreifen erfolgt derzeit meist manuell, ebenso
die Verdrahtung. Dies hat eine hohe Fehlteilrate zur Folge und führt
aufgrund von Positionierungenauigkeiten der Meßstreifen
zu Empfindlichkeitsstreuungen der einzelnen Meßachsen,
die in aufwendigen Kalibrierprozessen korrigiert werden müssen. Dies
macht die Fertigung heutiger Kraft-Momenten-Aufnehmer sehr aufwendig
und damit das Endprodukt teuer. Eine maschinelle Montage zur Verbesserung
der Wirtschaftlichkeit ist dabei aufgrund des schwierigen Klebeprozesses
an unterschiedlichen Stellen der Trägerstruktur kaum möglich.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, einen Aufnehmer zur ein- und mehrachsigen
Messung mechanischer Kräfte und Momente vorzuschlagen,
bei dem aufgrund seines neuartigen Aufbaus das nachträgliche
Aufbringen von Dehnmeßstreifen entfällt, dieser dadurch
vollständig maschinell herstellbar ist und dabei gleichzeitig
geringere Streuungen der Meßachsen aufweist. Zudem soll
es möglich sein, den Aufnehmer besonders wirtschaftlich
in einem Batchprozeß zu fertigen.
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Diese
Zielsetzung wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung
mit den Merkmalen des Anspruchs 1, im folgenden „Aufnehmer"
genannt, erreicht. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen
der Vorrichtung sind Gegenstand der jeweiligen abhängigen
Ansprüche.
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Im
Gegensatz zum Stand der Technik, wo ein Verformungskörper
getrennt gefertigt und anschließend mit diskreten Dehnmeßstreifen
bestückt wird, zeichnet sich der erfindungsgemäße
Aufnehmer nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 dadurch aus, daß als
Verformungskörper eine aus der Elektrotechnik bekannte
konventionelle Leiterplatte eingesetzt wird, auf der gleichzeitig
die Meßstrukturen zur Erfassung der aufgrund äußerer
Kraft- bzw. Momenteneinwirkung resultierenden Dehnung sowie die
notwendige Verschaltung beispielsweise durch Fotostrukturierung
hergestellt werden. Hierdurch entfällt die manuelle Bestückung
mit diskreten Dehnmeßstreifen und deren aufwendige Verkabelung.
Die erforderliche Elektronik zur Signalaufbereitung und -Auswertung läßt
sich ebenfalls direkt auf der Leiterplatte realisieren, wodurch
sich ein monolithisch aufgebauter, kompakter Kraft-Momenten-Meßaufnehmer
mit integrierter Signalaufbereitung ergibt. Dabei läßt
sich der erfindungsgemäße Aufnehmer so gestalten,
daß er sowohl eine einzige Kraft und/oder ein Moment als
auch Kräfte und Momente in mehreren Achsen messen kann.
Die zur Herstellung von Leiterplatten angewandten Fertigungsverfahren
sind aus der Elektronikfertigung bekannt und werden heute technisch sehr
gut beherrscht. Somit kann der Verformungskörper mitsamt
den notwendigen Dehnmeßstreifen, der erforderlichen Verschaltung
und der zugehörigen Signalaufbereitungselektronik in einem
Vorgang sehr wirtschaftlich in einem Batchprozeß gefertigt
werden. Hier ist insbesondere vorteilhaft, daß die eingesetzten
Materialien und Herstellverfahren für den Kraft-Momenten-Aufnehmer
mit denen der Fertigung konventioneller bestückter Baugruppen
kompatibel sind. Hierdurch können elektronische Bauelemente ohne
zusätzliche Konditionierverfahren direkt auf den zuvor
strukturierten Verformungskörper aufgelötet werden.
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Mögliche
Ausführungsbeispiele eines Aufnehmers nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im
folgenden näher beschrieben. Es zeigen
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1:
Einachsiger Kraft-Momenten-Aufnehmer mit mäanderförmiger
Dehnmeßstruktur (5) und Signalaufbereitung (4)
auf der gleichen Leiterplatte (3)
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2:
Lagenaufbau des einachsigen Kraft-Momenten-Aufnehmers aus 1,
auf den äußeren Lagen ist die Struktur zur Messung
der Biegedehnung (5, 8) zu erkennen, auf der inneren
Lage sind zwei Strukturen zur Messung der Querdehnung (7)
nebeneinander angeordnet.
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3:
Lagenaufbau eines einachsigen Kraft-Momenten-Aufnehmers mit zusätzlichen
Lagen (10, 12, 13) zur Verbesserung der
Empfindlichkeit. Hier als Schnittzeichnung dargestellt.
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4:
Brückenverschaltung der Lagen nach 3. Die Widerstandsbezeichnungen
lehnen sich an die Lagenbezeichnung an (z. B. Meßstruktur
auf der untersten Lage (8) entspricht R8).
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5:
Versteifung des Biegebereichs durch beidseitiges Aufbringen einer
zusätzlichen funktionalen Schicht auf die eigentliche Leiterplatte,
hier als Schnittzeichnung dargestellt.
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6:
Sechsachsiger Kraft-Momenten-Aufnehmer als Kombination dreier einachsiger
Aufnehmer nach 1.
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Ein
Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Aufnehmers zur Erfassung von mechanischen Kräften und Drehmomenten
ist in 1 dargestellt. Er ist in der Lage, eine Normalkraft-(F)
sowie eine Querkraft-(Q) bzw. Torsionskomponente (M) in je einer
Raumrichtung zu erfassen und besteht aus einer gewöhnlichen
elektrischen Leiterplatte (3), wie sie zum Aufbau von elektrischen
Schaltungen eingesetzt wird. Eine hier gemeinte Leiterplatte (auch „Platine"
genannt) besteht im allgemeinen aus zumindest einer isolierenden
Trägerschicht (Basismaterial), auf der zumindest eine leitfähige
und strukturierte Schicht aufgebracht ist und dahingehend genutzt wird,
eine elektrische Funktion, beispielsweise die Verschaltung von elektrischen
Bauelementen, zu erfüllen. Bei einer mehrlagigen Platine
werden mehrere Schichten des isolierenden Trägermaterials
und strukturierter leitfähiger Schichten abwechselnd übereinander
angeordnet, um so mehrere Verdrahtungsebenen zu erhalten. Als Basismaterial
wird vorzugsweise ein Epoxid-Glasfaserträger vom Typ FR4 verwendet,
da er aufgrund seiner mechanischen Eigenschaften besonders gut geeignet
ist. Das Basismaterial fungiert dabei als Biege- bzw. Torsionsbalken,
dessen Verformung in einem definierten Zusammenhang mit den wirkenden
Kräften F, Q und den Momenten M steht. Der Balken ist dabei
vorzugsweise so ausgeführt, daß sich die durch
eine äußere Belastung entstehenden mechanischen
Spannungen möglichst gleichmäßig verteilen.
Dies kann beispielsweise durch eine geeignete Außenkontur
(2) des Balkens oder aber durch eine Dickenänderung über
seine Länge oder durch eine Unterhöhlung im Bereich der
Dehnmeßstrukturen erfolgen. Die Leiterplatte wird als mehrlagige
Platine ausgeführt, auf der wie in 2 dargestellt
in unterschiedlichen, übereinander angeordneten Ebenen
zumindest eine Dehnmeßstruktur zur Messung der Dehnung
in Längsrichtung (5, 8) sowie zumindest
eine Dehnmeßstruktur zur Messung von Quer- bzw. Torsionsdehnungen
(7, 12) realisiert ist. Um bei einer Brückenverschaltung
der Dehnmeßstrukturen einen maximalen Hub des Ausgangssignals
zu erhalten, werden zwei Dehnmeßstrukturen zur Erfassung
der Normalspannungen des Basismaterials vorzugsweise auf den von
der neutralen Faser (1) der Anordnung am weitesten entfernten und
sich gegenüberliegenden Ebenen (5, 8)
realisiert. Vorzugsweise nahe der neutralen Faser werden zumindest
zwei Lagen mit vorzugsweise je zwei nebeneinander angeordneten Dehnmeßstrukturen (7a, 7b sowie 12a, 12b)
zur Erfassung von mechanischen Querspannungen realisiert. Bedingt
durch ihre Anordnung auf bzw. nahe der neutralen Faser (1) wird
die Empfindlichkeit gegenüber mechanischen Längsspannungen
reduziert. Eine Anordnung außerhalb der neutralen Faser
ist jedoch ebenfalls denkbar. Bei den vorzugsweise einzusetzenden
Dehnmeßstrukturen handelt es sich beispielsweise um mäanderförmige
leitfähige Strukturen, wie sie von Dehnmeßstreifen
bekannt sind. Sie werden, wie bei der Leiterplattenherstellung üblich, über
Fotostrukturierung direkt aus der Kupferkaschierung hergestellt und
bestehen deshalb aus Kupfer. Es können jedoch auch andere
Werkstoffe mit einem höheren spezifischen elektrischen
Widerstand und besseren thermischen Eigenschaften eingesetzt werden,
wie Nickel-Kupfer-Legierungen (Konstantan Cu55Ni45, Manganin Cu86Mn12Ni2 oder Isotan
Cu55Ni44Mn1) oder Wolfram. Zur Messung der Querspannungen
werden die Dehnmeßstrukturen (7a, 7b, 12a, 12b)
gegenüber derer zur Längsspannungsmessung (5, 8)
in einem Winkel von vorzugsweise um ±45° gegeneinander
gedreht angeordnet. Es ist auch ausreichend, nur die zur Messung
der Dehnung relevanten Leiter zu drehen, um so eine parallelogrammartig
verschobene Dehnmeßstruktur zu erhalten. Die Dehnmeßstrukturen
werden in einer Brückenschaltung, vorzugsweise einer Vollbrückenschaltung,
betrieben, um die Temperaturabhängigkeit und Störeinflüsse
durch fertigungsbedingte Toleranzen der Grundwiderstände der
Dehnmeßstrukturen zu minimieren. Zur Reduktion des Schaltungsaufwands
sind auch Halb- und Viertelbrückenbeschaltungen denkbar.
Je nach Verschaltung der einzelnen Brückenwiderstände
untereinander kann die Anordnung zur Messung der Querkraft entweder
für Torsionsmomente als auch für reine Querkräfte
empfindlich sein. Bei eine Halbbrückenanordnung ist auch
eine Empfindlichkeit für beide Komponenten möglich.
Weitere Abgleich- und Kompensationswiderstände, wie sie
aus der Wägetechnik bekannt sind, können ebenfalls
direkt auf der Leiterplatte realisiert werden.
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Um
die in Widerstandsänderung per Dehnung gemessene Empfindlichkeit
der Anordnung zu verbessern, können mehrere Dehnmeßstrukturen, wie
in 3 dargestellt, für die gleiche mechanische Spannung
lagenweise übereinander angeordnet und elektrisch zu einer
Vollbrücke gemäß 4 geschaltet
werden. Dabei wird auf der oberen Lage (9) die Dehnmeßstruktur
zur Messung der Biegebelastung F realisiert. Die selbe Struktur
wird auch auf der ersten Innenlage (10) hergestellt. Gleiches
gilt für die unterste Lage (13) sowie für
die vierte Innenlage (14). Auf der zweiten (11)
und dritten (12) Innenlage wird entsprechend die Dehnmeßstruktur
für die Torsionsbelastung M realisiert. Um den Innenwiderstand
der Vollbrücken und damit die erzielbare Auflösung
der Kraftmessung weiter zu steigern, können zusätzliche Lagenpaare
mit vorzugsweise identischen Dehnmeßstrukturen realisiert
werden. Diese werden gemeinsam mit den Dehnmeßstrukturen
gleicher Belastungsrichtung in Serie geschaltet und dann wiederum
in je einer Meßbrückenschaltung zusammengefaßt.
Hierdurch steigt der Innenwiderstand der Meßbrücke
proportional mit der Anzahl der zusätzlichen Lagen.
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Auch
die zur Auswertung der Widerstandsänderung der Dehnmeßstrukturen
erforderliche elektronische Beschaltung, im wesentlichen ein vorzugsweise
als integrierter Schaltkreis ausgeführter Differenzverstärker
(4), kann auf der gleichen Leiterplatte (3), auf
der auch die Dehnmeßstrukturen (5) angeordnet
sind, realisiert werden. Dazu wird durch eine mechanische Unterkonstruktion
(6) der Platinenteil der Auswertungselektronik versteift
und somit mechanisch von dem sich verformenden Teil, auf dem die
Dehnmeßstrukturen angeordnet sind, entkoppelt. Die Versteifung
besteht vorzugsweise aus einer zusätzlichen Schicht des
Basismaterials, welche während der Platinenherstellung
aufgebracht wird. Die mechanische Entkopplung zwischen Dehnmeßteil und
Elektronikteil auf der Leiterplatte kann auch durch eine Kerbung
der Leiterplatte an geeigneten Stellen oder durch eine gezielte
Schwächung des Leiterplattenmaterials, beispielsweise durch
eine Niveaufräsung oder durch das Ausnehmen von Taschen
erfolgen.
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Zur
Verbesserung des Drift- und Hystereseverhaltens eines erfindungsgemäßen
Aufnehmers wird der Bereich, in dem die Meßstrukturen angeordnet
sind und dessen mechanische Eigenschaften damit im wesentlichen
für die Drift und die Hysterese des Aufnehmers verantwortlich
sind, durch eine zusätzliche Schicht, deren Elastizitäts-
und Biegemodul wesentlich größer als der des Basismaterials
der Leiterplatte ist, versteift. Hierfür wird vorzugsweise
eine Aluminiumschicht eingesetzt, wie sie in der Technik zur Wärmeabfuhr
in Leistungselektroniken Einsatz findet. Sie wird vollflächig
auf die Leiterplatte aufgebracht, so daß sie einen stabilen
und dauerfesten Verbund mit der Leiterplatte bildet. Dies kann beispielsweise über
eine Prepreg-Schicht (16) erfolgen, mit der die Schicht
auf direkt auf die Leiterplatte heißlaminiert wird. Die
zusätzliche Schicht kann entweder einseitig oder aber,
wie in 5 dargestellt, beidseitig auf den Platinenträger
aufgebracht werden. Auch kann der Platinenträger um diese
zusätzliche Schicht herum aufgebaut werden. Je nach gewünschtem Meßbereich
sind auch andere Materialien denkbar, beispielsweise eine zusätzliche
FR4-Schicht, Stahl, Titan, etc. Durch dieses Verfahren lassen sich
auch höhere Meßbereiche realisieren als dies mit
reinen FR4-Trägern möglich wären.
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Zur
Messung von Kräften und Momenten in mehreren Achsen wird
der erfindungsgemäße Aufnehmer entsprechend um
Meßstrukturen erweitert. Derartige mehrachsige Aufnehmer
werden beispielsweise in der Handhabungstechnik oder für
robotergestützte Fügeprozesse eingesetzt, um die
auftretenden Prozeßkräfte zu registrieren. Mit
mehrachsigen Aufnehmern sind hier Aufnehmer gemeint, die mechanische
Kräfte und/oder Drehmomente in bzw. um verschiedene räumliche
Achsen erfassen können. So können mit dem in 6 dargestellten
Aufnehmer mechanische Kräfte in allen drei Raumrichtungen und
Drehmomente um die zugehörigen drei Raumachsen gemessen
werden. Dazu werden zumindest drei der bereits oben beschriebenen
Kraft-Momenten-Aufnehmer zur Messung von zumindest einer Kraft und
zumindest einer Querkraft nach 1 miteinander
kombiniert. Die Einzel-Aufnehmer werden zentrisch und vorzugsweise
in gleichem Winkel zueinander angeordnet. Als Träger für
die Einzelaufnehmer dient eine einzige zusammenhängende
Leiterplatte (3). Die Signalaufbereitungselektronik (4) wird
auf dem inneren Teil der Leiterplatte realisiert. Eine Versteifung
(6) verhindert eine Verformung dieses Bereichs und dient
gleichzeitig zur Montage des Aufnehmers an einer tragenden Struktur.
Die Krafteinleitungspunkte werden über einen Ring (17),
der ebenfalls Teil der Leiterplatte sein kann, mechanisch miteinander
verbunden. Dieser wird vorzugsweise versteift ausgeführt,
damit sich in diesem Bereich keine ungewollte Verformung ergibt.
Die Versteifung kann aber auch Teil des Gehäuses sein.
Die zu messenden Kräfte sowie Drehmomente werden über
diesen äußeren Ring eingeleitet. Je nach Ausführung kann
auch der äußere Ring fixiert und die Kräfte
und Momente über den inneren Teil der Aufnehmerstruktur
eingekoppelt werden. Die Bestimmung der wirkenden Kräfte
und Drehmomente erfolgt rechnerisch aus den gemessenen Komponenten.
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Um
die wirkenden Momente und Kräfte in mehreren Ebenen erfassen
zu können, kann, wie in 7 dargestellt,
als Träger eine Leiterplatte (3) mit flexiblen
Bereichen (18) verwendet werden, in denen die Leiterplatte
gebogen wird, so daß diese auf eine metallische Trägerstruktur
(19) aufgebracht werden kann. Die einzelnen starren Bereiche
entsprechen hier wieder einem Aufnehmer nach 1. Besonders
geeignet hierfür sind Platinen, die einen zusätzlichen
flexiblen und vorzugsweise aus Polyimid bestehenden Kern (20)
enthalten, der in bestimmten Bereichen von dem umgebenden starren
Basismaterial (21), vorzugsweise FR4, freigelegt wird.
Ein derartiger Aufnehmer benötigt zwar eine zusätzliche
tragende Struktur, die als Verformungskörper fungiert und
die Platine in Position hält, kann jedoch ebenfalls in
einem Batchprozeß hergestellt und einfach montiert werden.
Die notwendige Verschaltung der Dehnmeßstrukturen sowie
die Signalaufbereitungselektronik zur Erfassung der dehnungsbasierten
Widerstandsänderung wird ebenfalls auf der Platine realisiert.
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Um
ein intelligentes Meßmodul zu erhalten, wird der erfindungsgemäße
Aufnehmer in einer weiteren Ausführung um eine integrierte
digitale Auswertung der Meßwerte erweitert. Dabei wird
die Digitalisierung der Meßwerte vorzugsweise direkt auf
der Leiterplatte durchgeführt, auf der auch die Meßstrukturen
ausgebildet sind. Auf einer weiteren Platine, die über
eine elektrische Kontaktierung, vorzugsweise über Steckverbinder,
direkt über der ersten Platine fixiert werden kann, befindet
sich ein Mikrorechner, welcher die Meßwerte erfaßt
und aus ihnen die Kraftkomponenten der auf den Aufnehmer wirkenden Kräfte
bestimmt. Je nach Miniaturisierungsgrad kann der Mikrorechner ebenfalls
auf der Leiterplatte angeordnet sein, auf der sich auch die Meßstrukturen
befinden. Zur Kommunikation verfügt der erfindungsgemäße
Aufnehmer über verschiedene Schnittstellen nach industrierelevanten
Standards.
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Derzeitige
Kraft-Momenten-Aufnehmer bestehen aus einer metallischen Trägerkonstruktion, die
sich unter Kraft- bzw. Momenteneinwirkung verformt. Diese Verformung
wird über aufgebrachte Dehnmeßstreifen erfaßt.
Diese werden manuell aufgebracht und einzeln verdrahtet, wodurch
die Herstellung sehr kostenintensiv ist. Eine automatisierte Herstellung
derzeitiger Kraft-Momenten-Aufnehmer ist aufgrund der komplexen
Trägerstruktur nicht möglich.
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Es
wird ein Aufnehmer zur Erfassung von Kräften und Momenten
vorgeschlagen, der aufgrund seines Aufbaus wirtschaftlich in einem
Batchprozeß hergestellt werden kann. Dabei besteht der
Verformungskörper (1) aus einer
konventionellen Leiterplatte (3), die in einen biegesteifen
(6) sowie einen verformbaren Bereich (2) unterteilt
ist und auf deren Kupferkaschierung die Dehnmeßstrukturen
(5) direkt realisiert sind. Die erforderliche Verdrahtung
der Dehnmeßstrukturen sowie die notwendige elektronische
Signalaufbereitungselektronik (4) sind auf der gleichen
Leiterplatte realisiert.
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Der
neue Aufnehmer eignet sich vorzugsweise zum Einsatz in robotergestützten
Handhabungs- und Fügeprozessen, wo die wirkenden Kräfte
und Momente registriert und begrenzt werden müssen.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 3404936
A1 [0003]
- - DE 10013059 C2 [0004]
- - DE 10217017 C1 [0005]