-
Vorrichtung zum kontinuierlichen Perforieren einer Bahn Die Erfindung
betrifft eine Vorrichtung zum Perforieren einer Bahn, insbesondere zur Herstellung
der Führungsperforation von photographischen Filmen.
-
Es ist wichtig, daß die Perforation photographischer Filme genau und
mit einer minimalen Zahnteilungstoleranz geschnitten werden, da die Führung des
Filmes bei hoher Geschwindigkeit von dem genauen Übereinstimmen und dem genauen
Eingriff der Führungszahnrollen mit der Perforation des Filmes abhängig ist. Vom
Standpunkt der wirtschaftlichen Herstellung betrachtet, muß andererseits der Vorgang
des Perforierens bei äußerst hohen Geschwindigkeiten erfolgen.
-
Bekannt sind Vorrichtungen zum Perforieren von Filmen, bei denen die
zum Lochen notwendigen Stanzer (Patrizen) und die Gegenformen (Matrizen) auf verschiedenen
Walzen angeordnet sind, die sich in einander entgegengesetzten Richtungen drehen.
Mit diesen Geräten läßt sich ein einwandfreies und genaues Perforieren wegen der
unvermeidlichen Abnutzung und der oft erforderlichen Nachjustierung nur mit Schwierigkeiten
durchführen.
-
Bekannt ist ferner ein Gerät, in welchem die Bahn zu einem sich drehenden
Rad geführt wird, das die Bahn mit herumnimmt, wobei eine Anzahl von zum Perforieren
der Bahn zusammenarbeitenden Patrizen und Matrizen mit dem Rad umläuft. Wenn die
Patrizen umlaufen, arbeiten sie mit einem feststehenden Nocken verhältnismäßig geringer
Winkelausdehnung zusammen und werden dadurch nach innen zur Radachse hin bewegt,
wobei sie die Bahn auf dem Rad perforieren. Bei dieser Anordnung wird die Arbeitsgeschwindigkeit
des Gerätes durch das absatzweise Anstoßen der Stanzer (Patrizen) an dem feststehenden
Nocken gesteuert, und der sich aus diesem Anstoß ergebende Verschleiß beeinträchtigt
mit der Zeit das genaue Perforieren der Bahn.
-
Die Erfindung hat den Zweck, die erwähnten Nachteile zu vermindern
oder zu beseitigen, und ist dadurch gekennzeichnet, daß das drehbare Teil ein in
einem Ring exzentrisch liegendes Rad ist, das sich mit dem Ring mit gleicher Geschwindigkeit
und in gleicher Richtung dreht und daß die Stanzer (Patrizen) und die Gegenformen
(Matrizen) auf diesem Rad derart angeordnet sind, daß sie der Ring bei der infolge
der Exzentrizität hervorgerufenen Annäherung des Radumfanges an den Ring in Eingriff
miteinander bringt. Da sich das Rad und der Ring mit gleicher Geschwindigkeit und
in gleicher Richtung drehen und die Stanzer und Gegenformen mit diesen drehen, besteht
zwischen den Perforiereinrichtungen und Rad und Ring keine gegenseitige Drehbewegung
mehr. So kann das Gerät auch bei höherer Geschwindigkeit und mit größerer Genauigkeit
als bisher betrieben werden. Einige Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung sind in
den Zeichnungen dargestellt. Es zeigt Fig. 1 eine Seitenansicht einer Ausführungsform
der Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung, teilweise im Schnitt, Fig.2 einen
Schnitt entlang der Linie 2-2 von Fig. 1, Fig. 3 einen Schnitt entlang der Linie
3-3 von Fig. 1, der das Perforieren eines Stückes Film erkennen läßt, Fig.4 eine
Seitenansicht, teilweise aufgeschnitten, aus der eine konstruktive Einzelheit des
den Film tragenden Rades hervorgeht, Fig.5 einen Schnitt entlang der Linie 5-5 von
Fig. 4, Fig.6 eine Seitenansicht einer anderen Ausführungsform der Perforiereinrichtung,
Fig. 7 eine Endansicht der in Fig.6 dargestellten Perforiereinrichtung, in einer
Richtung gesehen, Fig. 8 eine Endansicht der Perforiereinrichtung von Fig.6, in
entgegengesetzter Richtung von Fig. 7 gesehen, und Fig. 9 eine Aufsicht auf ein
mit dem Gerät gemäß der Erfindung perforiertes Filmstück.
-
Die Vorrichtung enthält ein drehbares, die Bahn tragendes Rad, welches
auf einer festliegenden Welle gelagert ist, wobei dieses Rad eine Vielzahl von Perforiergruppen
trägt, die festliegend rings um den Umfang des Rades angebracht sind, und einen
oder zwei kreisförmige Nockenringe, die exzentrisch zum
Rad angebracht
sind und zusammen mit diesem gedreht werden, während die Nocken über den Perforiergruppen
auf dem Rad liegen und nacheinander die Stanzen (Patrizen) der Locher in Eingriff-
oder Schneidstellung bringen und sie dann so weit voneinander lösen, daß sie beim
Drehen des Rades und der Nockenringe nacheinander auseinandergezogen werden.
-
In einer Ausführungsform ist die Vorrichtung so eingerichtet, daß
gleichzeitig beide Ränder des Filmes oder einer anderen Bahn perforiert werden können,
und es ist dafür Sorge getragen, daß der Film in die Vorrichtung eingeführt und
der perforierte Film aus der Vorrichtung herausgezogen wird, ohne Beschädigungen,
z. B. durch Zerkratzen oder Abklemmen durch Maschinenteile, zu erleiden.
-
Nach Fig. 1 ist eine Hauptwelle 5 mit einer axialen Bohrung 6 für
das Absaugen des beim Perforieren ausgeschnittenen Materials (in der Folge Filmplättchen
genannt) während des Betriebes versehen und wird durch einen Rahmen 8 in eingeschobenem
Sitz in einem Durchbruch 9 im Rahmen freitragend gehalten, so daß die Welle festliegt.
Die Welle 5 ist mit einer bogenförmigen Keilnut 10 versehen, die das innere Ende
des Schnellausklinkhebels 11 aufnimmt, welcher mit einem drehbar in einem in den
Rahmen gebohrten Loch 13 getragenen Schwenkzapfen 12 versehen ist, so daß, falls
erforderlich, die ganze Vorrichtung einschließlich der Welle 5 zur Wartung entfernt
oder wieder eingelegt werden kann. Ein Dichtungsring 16 ist koaxial zur Welle 5
am Rahmenende der Welle vorgesehen und schließt die Bohrung 6 luftdicht ab.
-
Eine Buchse 19 ist durch Lager 20 auf der Welle 5 gelagert, ihr äußeres
Ende ist mit einer Verzahnung 21 versehen, die mit einem biegsamen Treibriemen 22
bekannter oder geeigneter Bauart im Eingriff steht. Ein Nockenring 25 ist auf der
Buchse 19 durch Halteschrauben, von denen eine in Fig. 1 bei 26 gezeigt ist, befestigt,
wobei der Ring 25 konzentrisch zur Welle 5 liegt.
-
Das in Fig. 1 gezeigte, den Film tragende Rad 29 gestattet das gleichzeitige
Perforieren beider Ränder des Filmes, wobei in Fig. 1 nur die linke Hälfte des Rades,
d. h. der im Schnitt gezeigte Teil, sichtbar ist. In der gezeigten Ausführungsform
ist das Rad 29 exzentrisch auf der Welle 5 durch zwei Lager 30, von denen eines
verdeckt hinter dem Nockenring 25' liegt, gelagert, der für die rechte Seite des
Filmes die gleiche Funktion ausführt wie der Nockenring 25 für die linke Seite.
Das Rad 29 ist mit einer Anzahl von radialen Absaugdurchlässen 32 (s. auch Fig.
3) versehen, die an ihrem innenliegenden Ende in einen am Umfang der Welle 5 liegenden
ringförmigen Kanal 33 münden. Die außenliegenden Enden der Durchlässe 32 münden
in der Nähe der Unterseite der Löcher (Matrizen) 36 und sind im Durchmesser etwas
größer als die Löcher durch die Matrizen, um das Absaugen der ausgeschnittenen Filmplättchen
zu erleichtern. Vorzugsweise sind die Durchlässe 32 in Richtung auf die Welle 5
geringfügig zu einer größeren Bohrung hin erweitert, um den reibungslosen Abzug
der ausgeschnittenen Filmplättchen zu erleichtern.
-
In der beschriebenen Vorrichtung sind die Nockenringe 25 und 25' konzentrisch
und ein Rad 29 exzentrisch angebracht; statt dessen können auch das Rad 29 konzentrisch
und die Nockenringe 25 und 25' exzentrisch angebracht sein, da die gegenseitige
Exzentrizität zwischen diesen Teilen die einzige Bedingung für das einwandfreie
Arbeiten ist. Diese gegenseitige Exzentrizität kann ziemlich klein sein und beträgt
in der besonderen beschriebenen Anordnung, welche mit 92 einzelnen Perforiereinrichtungen
versehen ist und deren Nockenringe einen maximalen Außendurchmesser von 17.5 cm
haben, 1,5 mm. Bei der angegebenen Exzentrizität befinden sich in Fig. 1 bei a.
die inneren ringförmigen Kanten von Nockenring 25 und 25' am dichtesten an der Achse
des Rades 29 in der 6-Uhr-Stellung oder im Punkt c von Fig. 3 ; die Nockenringe
drücken die Stanzen der Locher von einem erheblichen Umfangswinkel vor diesem Punkt
an allmählich in ihre zugehörigen Matrizen, wodurch der Perforationsvorgang ausgeführt
wird. Der Abstand der inneren kreisförmigen Kanten der Nockenringe 25 und 25' von
der Achse des Rades 29 ist an der der Perforierzone diametral gegenübergelegenen
Stelle am größten, d. h., er erreicht bei der 12-Uhr-Stellung von Fig. 3 seinen
maximalen Wert; die Stanzer (Patrizen) und Gegenformen (Matrizen) der Locher sind
über einem beträchtlichen Vorschubwinkel vor und hinter diesem Punkt frei voneinander
und vom Film, so daß innerhalb dieses Bereiches der Film leicht zugeführt und aus
dem Gerät herausgezogen werden kann, ohne daß er durch Berührung mit dem Gerät zerkratzt
werden könnte.
-
In Fig. 3 ist zu sehen, daß die Welle 5 vier Durchlässe 38 mit größerem
Durchmesser als die Durchlässe 32 hat, die mit ihren äußeren Enden in einen ringförmigen
Kanal 33 und mit ihren inneren Enden in die Bohrung 6 münden. Der Weg der
ausgestanzten Filmplättchen verläuft also von den Lochern durch die Matrizenlöcher
36 und die Durchlässe 32, 33 und 38 in die Bohrung 6 und, wie in Fig, 1 dargestellt,
nach links hinaus in einen geeigneten, durch eine nicht dargestellte Anlage ständig
auf Unterdruck gehaltenen Sammelbehälter. Die Bohrung 6 von Fig. 1 erstreckt sich
nach rechts, wo sie mit einer gleichen, die Plättchen entfernenden Durchlaßeinrichtung
für den im N ockenring 25' liegenden rechten Perforiermechanismus in Verbindung
steht.
-
In Fig. 1 und 2 ist das den Film tragende Rad 29 an seinem an der
Buchse 19 liegenden Ende mit zwei fest auf dem Ring befestigten Stiften 40 versehen,
welche einzelne mittels Lager 42 auf den Stiften gelagerte Kugellager 41 tragen.
Eine Platte 43 mit radial ausgearbeiteten Vertiefungen 44, die mit den Kugellagern
41 in Gleitkontakt zusammenarbeiten, ist zwischen den benachbarten Enden der Buchse
19 und des Rades 29 lose zu diesen eingesetzt. Ein weiteres den Kugellagern 41 gleiches
Kugellagerpaar 45, jedoch mit diesen abwechselnd und um 90° versetzt, ist mittels
Lager 46 auf den an der Buchse 19 befestigten Stiften 47 gelagert. Die Gruppe 43
bildet also zusammen mit den Rollenpaaren 41 und 45 eine Art Oldham-Kupplung, und
es ist verständlich, daß beim Drehen der Buchse 19 durch den Treibriemen 22 das
Rad 29 über die die Buchsen- und Radteile verbindende positive Kupplung mitdreht.
-
In Fig. 1 ist der Nockenring 25' teilweise aufgebrochen, um die Antriebsverbindung
zwischen der rechten Seite des Rades 29 und dem rechten Nockenring 25' zu zeigen.
Die Kupplung stimmt in jeder Hinsicht mit der bereits beschriebenen überein, nur
verläuft die Übertragungsrichtung in umgekehrter Richtung zu der für die linke Seite.
So bedeuten 40' die Stifte, 41' die darauf gelagerten Kugellager, 43' die Platte,
45' die Kugellager und 47' die Stifte auf dem Nockenring 25', der mittels nicht
dargestellter Lager auf der Welle 5 gelagert ist.
In einer Ausführungsform
in Fig. 4 und 5 ist der ganze Umfang des Rades 29 mit einer Vielzahl von axial verlaufenden
Rillen 50 ausgebildet, welche die Perforatoren in fester Winkelstellung zueinander
tragen. Die Rillen 51 nehmen Führungsteile auf den Perforatoren auf und legen sie
axial auf dem Rad fest. Auf diese Weise werden der Abstand der Perforierungen und
die Entfernung der Perforierung von den Rändern des Filmes genau eingehalten.
-
Nachstehend werden zwei Bauarten von Lochern (Perforatoren) beschrieben,
von denen die erste im einzelnen in Fig. 1 und die zweite in Fig. 6, 7 und 8 dargestellt
sind. Die in Fig. 1 gezeigten Locher gehören zu der von allein zurückgehenden Bauart,
wobei jeder eine bei 53 hinterdrehte Basis 52 enthält, die mit einer schrägen, in
einer Rille 51 sitzenden Vorderstütze 54 versehen ist. Die Locher sind außerdem
mit einer hinteren Stütze versehen, die auf dem Rand 29 in eine axiale Rille 50
eingreift. Die Locher werden am hinteren Ende durch einen gebogenen Reif 59 in den
Rillen 50 gehalten und auf dem Rad 29 festgelegt, wobei der Reif mit einer gebogenen
äußeren Kante versehen ist, die über den hinteren Enden aller Locher liegt, und
durch die Schrauben 60 auf dem Rad 29 befestigt ist. Die vorderen Enden der Locher
für beide Ränder des Filmes sind in ähnlicher Weise auf dem Rad 29 durch den gebogenen
Reif 61 befestigt, auf dem die gebogenen, den Film tragenden Glieder 62 liegen,
wobei eine Vielzahl dieser Tragglieder vorgesehen ist, die das Rad 29 vollständig
umschließen. Die äußere Oberfläche der Glieder 62 ist mit größter Präzision auf
Hochglanz gefertigt, um während des Perforiervorganges eine Beschädigung des Filmes
zu vermeiden, und mit Senklöchern zur Aufnahme der in das Rad 29 gehenden Schrauben
63 versehen.
-
Die nach oben gerichtete Außenfläche der Locherbasen 52 ist mit einem
Begrenzungsanschlag 66 versehen, der die radiale Bewegung des zugeordneten Stanzelementes
67 in bezug auf die zugehörige Gegenform 36 begrenzt. jeder Stanzer 67 ist am äußeren
Ende eines aus Federstahl gefertigten Trägers 68 befestigt. Eine äußere Blattfeder
69 ist vorgesehen, die an ihrem äußeren Ende über dem Stanzelement 67 liegt und
eine Druckfläche für den Anschlag der Nockenfläche der zugehörigen Nockenringe 25
und 25' bildet. Der Halter 68 und die Blattfeder 69 werden von der Locherbasis 52
mittels Nieten 70 frei tragend gehalten. Alle Teile der Locher sind fest gegeneinander
zusammengefügt, so daß es unmöglich ist, daß ein Stanzer infolge Abnutzung während
des Gebrauches nicht mehr gegen sein zugehöriges Stanzloch ausgerichtet ist. Deshalb
können bei der Herstellung sowohl der Stanzerals auch der Gegenformen Hartmetalle
verwendet «-erden. Die Verwendung von biegsamen, die Stanzer 67 tragenden Federträgern
68 in Verbindung mit den Begrenzungsanschlägen 66 macht die Anwendung von Präzisionsnockenprofilen
auf den Ringen 25 und 25' überflüssig und trägt zu der Wirtschaftlichkeit der Herstellung
bei. Die Begrenzungsanschläge 66 sind auch als Bezugsflächen beim Schärfen der Stanzer
67 nach deren Stumpfwerden infolge übermäßiger Benutzung nützlich.
-
An Hand der Fig. 1 und 3 ist die Arbeitsweise der Vorrichtung mit
einem Umlauf des Rades 29 und der Nockenringe 25 und 25' entgegen dem Uhrzeigersinn
ersichtlich, obwohl natürlich die Funktion in umgekehrter Richtung gleichfalls möglich
ist, sofern der Durchlauf des Filmes umgekehrt erfolgt. Der nicht perforierte Film
72 tritt in das Gerät, wie in Fig. 3 gezeigt, von links ein und wird während der
Drehung des Rades 29 von diesem über einen Winkel von 180° mitgenommen, bis er als
perforierter Film 73 zur Lagerung oder zur Weiterbearbeitung abgezogen wird. Die
Breite des flach liegenden Filmes ist etwas größer als der Zwischenraum zwischen
den benachbarten Enden der Nockenringe 25 und 25', es ist deshalb notwendig, den
Film beim Einführen in und Herausziehen aus dem Gerät zur Vermeidung eines Klemmens
des Filmes durch Berührung mit dem Gerät geringfügig zu wölben. Hierzu wird der
Film zwischen auf ihrem Umfang gerillten leerlaufenden, sowohl oberhalb des Einlaufpunktes
als auch hinter dem Austrittspunkt liegende Rollen 74 geführt, wobei die Rollen
gegen die Kanten des laufenden Filmes liegen und diesen vorübergehend wölben. Diese
Wölbung, die ausreichen muß, um die Filmkanten seitlich frei von den Stanzern 67,
deren Träger 68 und den Kanten der Nockenringe 25 und 25' zu halten, wenn der Film
zwischen den offenen Stanzern und Gegenformen bei den Punkten b und
d allmählich wieder seine normale, flache Lage annimmt, ist bei 75 angedeutet.
Während der ersten 90° des Weges vom Punkt b bis zum Punkt c werden die Stanzer
67 durch die Nockenringe 25 und 25' gegen ihre zugehörigen Stanzlöcher 36 vorbewegt,
wobei sie die Perforation in den Film einschneiden und ihren maximalen Vorschub
nach innen in Punkt c erreichen. Die Filmplättchen fallen in die Durchlässe 32 und
werden entweder sofort oder während der folgenden Drehung des Rades 29 durch die
Durchlässe 33, 38 und 6 aus dem Gerät ausgeworfen.
-
Während der Umdrehung des Rades 29 von Punkt c bis Punkt d werden
die Stanzer 67 allmählich wieder aus den Gegenformen 36 herausgezogen, die Tragfedern
68 und Blattfedern 69 können infolge des sich vergrößernden Abstandes zwischen den
Nockenringen 25 und 25' und dem Rad 29 auf Grund der gegenseitigen Exzenterbewegung
dieser Teile in ihre normale, entspannte Stellung zurückkehren. Im Punkt d sind
die Stanzer 67 vollständig vom Film abgehoben, der durch die Rollen 74 gewölbte
Film kann leicht aus der Vorrichtung herausgezogen werden. Fig. 9 ist eine Draufsicht
eines kurzen Stückes des Filmes 73, der in einer Vorrichtung gemäß vorliegender
Erfindung perforiert wurde. Es hat sich gezeigt, daß z. B. bei 360 Umdrehungen je
Minute oder einer linearen Filmgeschwindigkeit von etwa 155 m je Minute äußerste
Genauigkeit der seitlichen Begrenzung und des Abstandes der Perforation erzielt
wird.
-
Beim Anlaufen wird das vordere Ende des gewölbten und zu perforierenden
Filmes in die Vorrichtung eingeführt und um das Rad 29 herumgeführt, wobei das Rad
zusammen mit den Nockenringen von Hand gedreht wird. Tritt das perforierte Ende
nahe dem Punkt d aus der Vorrichtung heraus, wird es zwischen das Paar Wölbrollen
74 längs der Austrittslinie eingefädelt und zu einer Aufnahmerolle oder einer anderen
Vorrichtung geführt, worauf der durch Antrieb gesteuerte Arbeitsvorgang beginnen
kann. Die Stanzer und die Gegenformen der Locher wirken an sich durch ihren Eingriff
in den Film in gewissem Grade als Transportzähne und gestatten die Filmführung durch
die Vorrichtung unter wesentlicher Spannung. Dies ist ein vorteilhaftes Merkmal
der vorliegenden Erfindung, weil es Zugvorrichtungen überflüssig macht und es durch
Regulieren der während des Perforierens auf den Film ausgeübten Spannung, etwa durch
Führung über belastete Leerlaufrollen oder ähnliche Vorrichtungen, möglich ist,
die Maße der Perforation in äußerst engen Toleranzen zu halten.
Die
Fig. 6, 7 und 8 zeigen eine andere Ausführungsform der Locher, die mit dem bereits
an Hand von Fig. 4 und 5 beschriebenen Rad 29 verwendet werden. Die L ocherbasis
80 ist ähnlich der oben beschriebenen Basis 52 gestaltet und mit einem vorderen
und einem hinteren Fußstück 81 bzw. 82 versehen, von denen das erste in der Rille
51 und das zweite in der Rille 50 eingreift. Der Locher ist auf dem Rad 29 in der
gleichen Weise angebracht, wie es schon an Hand der Fig. 1 erläutert wurde. Der
Hauptunterschied gegenüber der vorher beschriebenen Konstruktionsart besteht darin,
daß der Stanzer in der Konstruktion von Fig. 6 und 8 kraftschlüssig betätigt wird,
was dadurch erreicht wird, daß der Stanzer 67 auf einem starren, an seinem inneren
Ende mit einem Bügel 84 versehenen Tragglied angebracht ist, wobei das Glied 83
mit freier Bewegung in vorwiegend radialer Richtung zum Rad 29 um einen in der Basis
80 gelagerten Stift 85 schwenkbar ist. Die Schenkel des Bügels nehmen den Stift
85 auf und haben Löcher, die etwas kleiner als der Stift 85 sind, ferner sind sie
mit diametralen Schlitzen 86 versehen, so daß ein fester Sitz der Stifte in den
Löchern durch die dieser Bauweise eigentümliche Federwirkung erzielt und die Reibabnutzung,
die möglicherweise durch unerwünschte Lockerheit entstehen könnte, ausgeglichen
wird. Das obere vordere Ende des Traggliedes 83 ist mit einer gegabelten Führung
87 zur Anlage und gleitenden Berührung der Nockenkante des Nockenringes versehen,
wobei der Nocken in diesem Falle bei 88 mit einer abgerundeten Wulst ausgebildet
ist, um die Reibung auf ein Minimum herabzusetzen.
-
Die Arbeitsweise des Lochers (Perforators) nach Fig. 6 bis 8 stimmt
in jeder Hinsicht mit der an Hand der Ausführung des Lochers (Perforators) nach
Fig. l und 3 beschriebenen Arbeitsweise überein, mit der Ausnahme, daß sowohl der
Vorschub als auch das Herausziehen des Stanzers 67 in bezug auf das Stanzloch 36
jederzeit kraftschlüssig durch den zugeordneten I'Tockenring gesteuert werden, wobei
die abgerundete Wulst 88 desselben ständig beweglich in der Führung 87 sitzt. Es
ist zu erkennen, daß der Hub des Trägers 83 durch genaue Maßgebung, wie in gestrichelter
Darstellung in Fig. 6 gezeigt, so groß gemacht werden kann, daß der Film in die
Vorrichtung in flacher, voll entspannter Stellung eingeführt und aus dieser herausgezogen
werden kann, wodurch die Verwendung von Wölbrollen 74 überflüssig wird. Dies ist
besonders vorteilhaft für Schmalfilme, bei denen das Wölben manchmal wegen der möglicherweise
bestehenbleibenden Verformung des Films unangebracht ist.
-
Die beschriebene Vorrichtung für die doppelseitige Perforierung wird
vorzugsweise zum Perforieren von Filmen verwendet, jedoch kann natürlich dort, wo
einseitiges Perforieren erwünscht ist, eine Arbeitsweise mit einem einzelnen Nockenring
in Zusammenarbeit mit einem Rad verwendet werden, welches mit einem geeigneten Absaugsystem
für die Filmplättchen nach oben beschriebener Bauart ausgerüstet ist. Es gehören
sowohl die einfach als auch die doppelt perforierende Bauweise zu der Erfindung.
-
Wenn die oben beschriebene Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
bevorzugt wird, und zwar, weil die Vorrichtung leicht in den herkömmlichen Filmherstellungsverfahren
verwendbar ist, bei denen Rohfilm angeliefert und perforierter Film aus der Vorrichtung
erhalten wird, außerdem weil sie auf verschiedene Filmbreiten durch Auswechseln
verschiedener Teile auf der festliegenden Welle angepaßt werden kann, und die spezielle
Vorrichtung für eine bestimmte Filmbreite ausgewählt wurde, kann die Welle, auf
der das den Film tragende Rad angebracht ist, im Gegensatz zu der beschriebenen
Anordnung an beiden Seiten horizontal oder vertikal oder auch mit einem den jeweiligen
Forderungen des Benutzers angepaßten Winkel gelagert sein. Ferner kann auch, obwohl
das Entfernen der ausgestanzten Filmplättchen durch Absaugen bevorzugt wird, ein
radial nach innen zur Welle hin gerichteter Überdruckluftstrom an einer hinter der
Perforierzone liegenden Stelle das ausgeschnittene Material mit gleicher Wirkung
wegräumen wie ein Absaugsystem. Eine Kombination eines Überdruckstromes von außen
her mit einer von innen her wirksam werdenden Absaugung hat weitere Vorteile, es
kann natürlich auf einen auf die Perforierzone folgenden Bereich von der Innenseite
des Rades her ein positiver Luftdruck in entgegengesetzter Richtung zu der oben
beschriebenen Absaugung ,ausgeübt werden. Falls die Filmplättchen durch ein Gebläse
aus dem Rad hinausgeblasen werden, läßt sich eine Absaughaube zum Sammeln und Transport
zu einem geeigneten Abfallbehälter verwenden oder es kann, falls die Welle senkrecht
angebracht ist, der unterste Nockenring in der Nähe seiner Befestigung auf der Welle
mit geeigneten Öffnungen versehen sein, um das Sammeln der ausgestanzten Filmplättchen
durch Schwerkraft zu ermöglichen. Schließlich ist es auch möglich, sich ausschließlich
auf eine äußere Absaugung oder Druck anwendende Einrichtung oder auf beide zugleich
zu verlassen, um die Filmplättchen bei vollständigem Verzicht auf die Durchlässe
in der Welle und in den Film tragenden Rad zu entfernen.