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DE1001117B - Trockenloeschmittel und Verfahren zu ihrer Herstellung - Google Patents

Trockenloeschmittel und Verfahren zu ihrer Herstellung

Info

Publication number
DE1001117B
DE1001117B DED15110A DED0015110A DE1001117B DE 1001117 B DE1001117 B DE 1001117B DE D15110 A DED15110 A DE D15110A DE D0015110 A DED0015110 A DE D0015110A DE 1001117 B DE1001117 B DE 1001117B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
formaldehyde
substances
dry
dry extinguishing
extinguishing agent
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DED15110A
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Wilhelm Schulenburg
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Evonik Operations GmbH
Original Assignee
Degussa GmbH
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Degussa GmbH filed Critical Degussa GmbH
Priority to DED15110A priority Critical patent/DE1001117B/de
Priority to GB1072154A priority patent/GB760510A/en
Priority to FR1116119D priority patent/FR1116119A/fr
Priority to DED22944A priority patent/DE1019181B/de
Publication of DE1001117B publication Critical patent/DE1001117B/de
Priority to FR71283D priority patent/FR71283E/fr
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A62LIFE-SAVING; FIRE-FIGHTING
    • A62DCHEMICAL MEANS FOR EXTINGUISHING FIRES OR FOR COMBATING OR PROTECTING AGAINST HARMFUL CHEMICAL AGENTS; CHEMICAL MATERIALS FOR USE IN BREATHING APPARATUS
    • A62D1/00Fire-extinguishing compositions; Use of chemical substances in extinguishing fires
    • A62D1/0007Solid extinguishing substances
    • A62D1/0014Powders; Granules

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Business, Economics & Management (AREA)
  • Emergency Management (AREA)
  • Fireproofing Substances (AREA)

Description

DEUTSCHES
Schon lange sind Feuerlöschmittel bekannt, die neben Wasser noch schaumerzeugende Stoffe wie Saponin oder Eiweißverbindungen enthalten. Aus derartigen Löschmitteln wird auf dem Brandherd eine Schauimschicht gebildet, die das Feuer erstickt. Ferner sind Feuerlöschmittel bekannt, die neben Wasser krustenbildende Stoffe wie Wasserglas, Graphit, Schwerspat oder Silikone enthalten. Bei der Anwendung solcher Mittel hat es sich gezeigt, daß in manchen Fällen der Schaum bald zerstört wird oder die Kruste abblättert, so daß nur eine ungenügende oder vorübergehende Löschwirkung erzielt wird. Es sind auch Trockenlöschmittel in Pulverform bekannt, die als wesentlichen Bestandteil z. B. Natriutnbicarbonat enthalten, das unter der Einwirkung von Hitze Kohlensäure frei macht und dadurch die Luftzufuhr zur Flamme unterbindet. Derartige Feuerlöschmittel haben den Nachteil, daß sie nicht auf dem brennenden Gegenstand haftenbleiben und daher keinen länger dauernden Schutz bieten.
Es ist ferner bekannt, Kunstharze in Wasser zu lösen oder zu dispergieren und diese Lösungen bzw. Dispersionen, gegebenenfalls nach Zusatz von phosphorsauren Salzen und/oder Boraten und/oder krustenbildenden anorganischen Stoffen und/oder kohlehydrat- und/oder eiweißhaltigen Stoffen als Feuerlöschmittel zu verwenden; der Nachteil dieser Mittel besteht darin, daß sie nicht stabil sind, sondern zu nachträglichen Härtung des gelösten Harzes neigen und damit die Anwendung erschweren.
Es wurde nun gefunden, daß diese Nachteile vermieden und eine ausgezeichnete Löschwirkung erzielt wird, wenn man Trockenlöschmittel verwendet, die in feinverteilter Form neben Kondensationsprodukten von Harnstoff mit Formaldehyd noch Phosphorsäure und/oder Borsäure, ihre Verbindungen oder ihre Additionsprodukte mit den Kondensationsprodukten enthalten. Derartige Trockenlöschmittel bilden beim Auftreffen auf den Brandherd einen gut haftenden, sehr zähen und schwer zerstörbaren kohlenstoffhaltigen Schaum, der der Luft den Zutritt verwehrt, dadurch die Flamme zum Erlöschen bringt und ein Weiterbrennen des Brandgutes unterdrückt. Gleichzeitig wird durch die ausgezeichnete Wärmeisolierung ein Wiederaufflammen des brennbaren Materials verhindert. Vermutlich entsteht der Schaum so, daß das Kondensationsprodukt unter dem Einfluß der Hitze in einen zähflüssigen Zustand übergeht und in diesem Zustand durch Gase, die bei der Hitze unter der Einwirkung der Phosphorsäure oder der Borsäure entstehen, in Schaum übergeführt wird; gleichzeitig findet eine wenigstens teilweise Zersetzung des Kondensationsproduktes statt, die einerseits ein kohlenstoffreicheres Material entstehen läßt, andererseits.,, Trockenlöschmittel und Verfahren
zu ihrer Herstellung
Anmelder:
Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt
vormals Roessler, Frankfurt/M.,
Weißfrauenstr. 9
Dr. Wilhelm Schulenburg, Frankfurt/M.,
ist als Erfinder genannt worden
durch Gasentwicklung selbst zu der Schaumbildung beiträgt.
An Stelle von Formaldehyd können auch Form^ aldehyd liefernde Stoffe, z. B. Parafccmaldehyd oder Hexamethylentetramin, verwendet werden. An Stelle von Harnstoff kann man auch seine Derivate, z. B. Thioharnstoff, Dicyandiamid, Melamin, Guanidin, verwenden.
An Stelle der Phosphorsäure oder der Borsäure können auch ihre Verbindungen, z. B. ihre Salze, verwendet werden. Als besonders geeignet haben sich z. B. die Ammoniumsalze der Phosphorsäure erwiesen, die in der Hitze unter Abspaltung von Ammoniak und Wasserdampf bei der Schaumbildung mithelfen. Mit gutem Erfolg kann man z. B. auch die Additionsprodukte von Phosphorsäure oder Borsäure an Harnstoff-Formaldehyd-Harze brauchen.
Es hat sich gezeigt, daß besonders gute Wirkungen erzielt werden, wenn das Trockenlöschmittel auf 1 Teil des Harnstoff-Formaldehyd-Kondensationsprod'uktes 1 bis 4 Teile Phosphorsäure oder Borsäure oder ihre Verbindungen enthält.
In manchen Fällen ist es zweckmäßig, den Kohlenstoffgehalt des sich in der Hitze bildenden Schaumes dadurch zu erhöhen, daß den anderen Bestandteilen Kohlehydrate, z. B. Stärke, Zucker, Dextrin oder CellulO'Severbindungen, und/oder eiweißhaltige Stoffe, z. B. Leim, zugesetzt werden. Der Zusatz dieser Stoffe soll aber nicht mehr als 0,7 Teile auf 1 Teil Phosphorsäure oder Borsäure oder ihrer Verbindungen betragen.
Außer den genannten Stoffen können die Trockenlöschmittel gemäß der Erfindung noch weitere be-
609 766/269
kannte anorganische krustenbildende Stoffe in fein- verteilter Form enthalten, z. B. Asbestmehl, Kieselgur, Gips, Schwerspat od. dgl.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Trockenlöschmittel verfährt man zweckmäßig so, daß Harnstoff oder seine Derivate mit Formaldehyd oder Formaldehyd liefernden Stoffen kondensiert werden. Das Kondensationsprodukt wird darauf gehärtet, zerkleinert und mit den anderen Bestandteilen, vermischt. Man kann auch so verfahren, daß-die Kondensation des Foirmaldehyds oder der Formaldehyd liefernden Stoffe mit Harnstoff oder seinen Derivaten in Gegenwart eines oder mehrerer der übrigen festen Bestandteile des Trockenlöschmittels durchgeführt wird. Diese Mischung wird dann gehärtet und zerkleinert und kann gegebenenfalls noch mit anderen festen Bestandteilen vermengt werden.
Beispiele
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1. Ein Harnstoff-Formaldehyd-Harz, erhalten durch Kondensation von 1 Mol Harnstoff mit 2,5 Mol Formaldehyd als Paraformaldehyd in Gegenwart von 0,5 Mol Phosphorsäure, wird feinst gemahlen, so daß es ohne Rückstand ein Sieb von mindestens DIN 40 (1600 Maschen/cm2) passiert, und mit Monoammonphosphat gleicher Korngröße im Verhältnis 1:2,5 unter Zusatz von 7 % Dextrinpulver innig gemischt.
2. 600 g eines Kondensationsproduktes aus Dicyandiamid und Formaldehyd werden mit 1200 g Diammonphosphat, 50 g Borsäure und 140 g löslicher Stärke feinst vermählen, durch ein Sieb von 1400 Maschen/cm2 gestrichen und mit 70 g feinstgemahlenem Gips vermischt.
3. 300 g Dimethylolharnstoff, 50 g Harnstofforthophosphat, 350 g Monoammonphosphat, 75 g Asbestmehl und 150 g Dextrin werden gut gemischt und feinst vermählen, so daß das Gemisch ohne Rückstand ein Sieb von 1600 Maschen/cm2 passiert. Es bildet, durch Kohlensäuredruck auf den Brandherd geschleudert, eine flammenerstickende feste Schaumschicht.

Claims (7)

Patentansprüche:
1. Trockenlöschmittel, dadurch gekennzeichnet, daß sie in feinverteilter fester Form Kondensation sprodukte von Formaldehyd oder Formaldehyd liefernden Stoffen mit Harnstoff oder seinen Derivaten und Phosphorsäure und/oder Borsäure, ihre Verbindungen oder ihre Additionsprodukte mit dem Formaldehydkondensationsprodukt enthalten.
2. Trockenlöschmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie auf 1 Teil des Kondensationsproduktes 1 bis 4 Teile Phosphorsäure und/oder Borsäure oder ihrer Verbindungen oder Additionsprodukte enthalten.
3. Trockenlöschmittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie kohlehydrat- und/oder eiweißhaltige Stoffe enthalten.
4. Trockenlöschmittel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie auf 1 Teil Phosphorsäure und/oder Borsäure oder ihrer Verbindungen oder Additionsprodukte weniger als 0,7 Teile kohlehydrat- und/oder eiweißhaltiger Stoffe enthalten.
5. Trockenlöschmittel nach Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß sie krustenbildende anorganische Stoffe in feinverteiltem Zustand enthalten.
6. Verfahren zur Herstellung von Trockenlöschmitteln nach Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß Formaldehyd oder Formaldehyd liefernde Stoffe mit Harnstoff oder seinen Derivaten kondensiert, gehärtet, zerkleinert und mit den anderen Bestandteilen vermischt werden.
7. Verfahren zur Herstellung von Trockenlöschmitteln nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kondensation des Formaldehyds oder der Formaldehyd liefernden Stoffe mit Harnstoff oder seinen Derivaten in Gegenwart eines oder mehrerer der übrigen festen Bestandteile des Trockenlöschmittels durchgeführt wird.
In Betracht gezogene Druckschriften: ,
Französische Patentschrift Nr. 910 468.
©609 766/269 1.57
DED15110A 1953-05-22 1953-05-22 Trockenloeschmittel und Verfahren zu ihrer Herstellung Pending DE1001117B (de)

Priority Applications (5)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DED15110A DE1001117B (de) 1953-05-22 1953-05-22 Trockenloeschmittel und Verfahren zu ihrer Herstellung
GB1072154A GB760510A (en) 1953-05-22 1954-04-12 Fire-extinguishers
FR1116119D FR1116119A (fr) 1953-05-22 1954-05-21 Agents extincteurs et procédé pour leur production
DED22944A DE1019181B (de) 1953-05-22 1956-05-12 Trockenloeschmittel
FR71283D FR71283E (fr) 1953-05-22 1957-04-23 Agents extincteurs et procédé pour leur production

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DED15110A DE1001117B (de) 1953-05-22 1953-05-22 Trockenloeschmittel und Verfahren zu ihrer Herstellung

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1001117B true DE1001117B (de) 1957-01-17

Family

ID=7034946

Family Applications (1)

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DED15110A Pending DE1001117B (de) 1953-05-22 1953-05-22 Trockenloeschmittel und Verfahren zu ihrer Herstellung

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DE (1) DE1001117B (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1138323B (de) * 1960-03-25 1962-10-18 Concordia Elek Zitaets Ag Trockenloeschpulver
DE1219331B (de) * 1964-11-13 1966-06-16 Feuerloeschgeraetewerk Veb Universalloeschpulver

Citations (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR910468A (fr) * 1944-05-26 1946-06-07 Ste Ind Chim Bale Produit propre à former de la mousse et utilisable pour éteindre le feu

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