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PATENTANSPRÜCHE
1. Gärbehälter für die Rotweinmaische-Gärung, mit einem Gärraum und einem vom Gärraum getrennten, über ein Moststeigrohr mit ihm verbundenen, nach aussen abgeschlossenen Überflutraum, in den Most aus dem Gärraum unter dem Druck der im Gärraum entwickelten Gärgase hochgedrückt werden kann, mit einer im Gärraum befindlichen, auf den Mostspiegel im Gärraum ansprechenden Gärgasentspannungseinrichtung zum periodischen Ableiten von Gärgasen und mit einem Ventil zwischen dem Überflutraum und dem Gärraum zum periodischen Rückführen des Mostes aus dem Überflutraum in den Gärraum, dadurch gekennzeichnet, dass die Gärgasentspannungseinrichtung (19, 19') in den Überflutraum (9) mündet, und dass Drosselungsmittel (67, 69, 71) vorgesehen sind,
um den nach erfolgter Betätigung der Gärgasentspannungseinrichtung (19,19') angestiegenen Druck im Überflutraum (9) wieder praktisch auf die Höhe des Umgebungsdruckes abzusenken.
2. Gärbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gärgasentspannungseinrichtung (19, 19') ein Gärgasablassrohr (23) aufweist, das vom Gärraum (7) in den Überflutraum (9) führt und zugleich als Moststeigrohr dient, und dass ein ungleichschenkliges U-förmiges Rohr (25) vorgesehen ist, dessen kürzerer Schenkel (27) derart in das untere Ende des Gärgasablassrohrs (23) ragt, dass er, um beim Erreichen eines vorbestimmten Mostspiegels im Gärraum (7) das Entweichen der Gärgase durch das Gärgasablassrohr (23) zu unterbinden, durch den Most überflutbar ist.
3. Gärbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass der kürzere Schenkel (27) des U-förmigen Rohrs (25) in die Wandung des Gärgasablassrohrs (23) eingelassen ist.
4. Gärbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Gärgasentspannungseinrichtungen (19, 19') vorgesehen sind, und dass jede Gärgasentspannungseinrichtung mit einem Absperrventil versehen ist.
5. Gärbehälter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Absperrventile Mittel (61) aufweisen, die eine Betätigung der Absperrventile (59, 59') von ausserhalb des Gärtanks gestatten.
6. Gärbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Drosselungsmittel eine Gärgasleitung (69) vorgesehen ist.
7. Gärbehälter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in der Gärgasleitung eine Rückschlagklappe (71) vorgesehen ist.
8. Gärbehälter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Überflutraum (9) und der Rückschlagklappe (71) ein Gärgasspeicher (75) angeordnet ist.
9. Gärbehälter nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Gärgasspeicher eine Ballonhülle (77) aufweist.
10. Gärbehälter nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Ballonhülle in einem Behälter (79) angeordnet ist, der eine Luftöffnung (81) aufweist.
11. Gärbehälter nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Gärgasspeicher (75) ein Gasometer ist.
12. Gärbehälter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in der Gärgasleitung (69) ein Druck-Vakuum-Ventil angeordnet ist.
Die Erfindung betrifft einen Gärbehälter für die Rotweinmaische-Gärung mit einem Gärraum und einem vom Gärraum getrennten, über ein Moststeigrohr mit ihm verbundenen, nach aussen abgeschlossenen Überflutraum, in den Most aus dem Gärraum unter dem Druck der im Gärraum entwickelten Gärgase hochgedrückt werden kann, mit einer im Gärraum befindlichen, auf den Mostspiegel im Gärraum ansprechenden Gärgasentspannungseinrichtung zum periodischen Ableiten von Gärgasen, und mit einem Ventil zwischen dem Überflutraum und dem Gärraum zum periodischen Rückführen des Mostes aus dem Überflutraum in den Gärraum.
Beim Gärprozess von Rotweinmaische ist die Pigmentausbeute von besonderer Bedeutung. Der Wein soll eine schöne rote Farbe haben. Um eine gute Pignientausbeute zu erreichen, sollte der auf dem Most schwimmende Tresterhut möglichst oft überspült werden. Zum Überspülen des Tresterhutes mit Most sieht ein bekannter automatisch arbeitender Gärbehälter (OS-PS 330 705) einen durch einen Trennboden vom Gärraum getrennten Überflutraum vor, in den ein Moststeigrohr mündet, durch das in Betrieb Most vom Gärraum in den Überflutraum gefördert werden kann. Im Trennboden ist ein Ventil vorgesehen, durch das der Most aus dem Überflutraum wieder in den Gärraum zurückfliessen kann. Die Förderung des Mostes vom Gärraum in den Überflutraum erfolgt unter dem Einfluss der sich im Gärraum entwickelnden Gärgase.
Eine Gärgasablasseinrichtung ist vorgesehen, um periodisch Gärgas aus dem Gärraum abzulassen. Dadurch wird bewirkt, dass der auf das Ventil einwirkende Gärgasdruck nicht mehr ausreicht, um das Ventil geschlossen zu halten, wobei dann der Druck des Mostes im Überflutraum das Öffnen des Ventils bewirkt, worauf der Most aus dem Überflutraum wieder in den Gärraum zurückströmen kann. Die Gärgasablasseinrichtung besteht aus einem Gärgasablassrohr, das aus dem Gärraum direkt ins Freie führt.
Ein ungleichschenkliges U-förmiges Rohr ist vorgesehen, dessen kürzerer Schenkel derart in das untere Ende des Gärgasablassrohres ragt, dass er, um beim Erreichen eines vorbestimmten Mostspiegels im Gärraum das Entweichen von Gärgasen zu unterbinden, durch den Most überflutbar ist. Im Betrieb arbeitet die Gärgasentspannungseinrichtung so, dass beim Absinken des Mostspiegels Gärgase durch das Gärgasablassrohr entweichen können, sobald der Mostspiegel bis zum unteren Ende des Gärgasablassrohrs abgesunken ist. Durch den dabei erzeugten Sog wird der noch im U-förmigen Rohr befindliche Most durch das Gärgasablassrohr nach oben gezogen und aus dem Gärtank geschleudert. Durch das U-förmige Rohr und das Gärgasablassrohr können die Gärgase solange abströmen, bis der Mostspiegel wieder so weit angestiegen ist, dass der kürzere Schenkel des U-förmigen Rohrs überflutet wird.
Durch die Gärgasentspannungseinrichtung wird beim bekannten Gärtank der Druck im Gärraum praktisch auf den Umgebungsdruck abgesenkt, weil das Ventil erst öffnen kann, wenn der Druck im Gärraum um etliches kleiner ist als der Atmosphärendruck und der Druck der auf das Ventil wirkenden Mostsäule.
Der beschriebene Gärgasbehälter besitzt den Nachteil, dass der Umwälzprozess relativ langsam vor sich geht und nur eine relativ kleine Mostmenge pro Zeiteinheit umgewälzt wird.
Daher ist die Pigmentausbeute vielfach ungenügend und die Verweilzeit der Maische im Gärtank ist relativ lang.
Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Gärbehälter der eingangs erwähnten Art zu schaffen, bei dem der Most aus dem Gärraum unter dem Einfluss der bei der Gärung entstehenden Gärgase möglichst rasch und oft in den Überflutraum gefördert wird.
Gemäss der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass die Gärgasentspannungseinrichtung in den Überflutraum mündet und dass Drosselmittel vorgesehen sind, um den nach erfolgter Betätigung der Gärgasentspannungseinrichtung im Überflutraum angestiegenen Druck langsam wieder praktisch auf die Höhe des Umgebungsdruckes abzusenken.
Dies hat den Vorteil, dass kurz nach dem Ansprechen der
Gärgasentspannungseinrichtung im Gärraum und im Überflutraum derselbe Druck herrscht, so dass das Ventil infolge der auf ihm lastenden Flüssigkeitsmenge öffnet. Es muss also nicht wie bisher praktisch der ganze Druck im Gärraum abgebaut werden, bis das Ventil öffnet. Wenn nach dem Abfliessen des Mostes aus dem Überflutraum in den Gärraum das Ventil wieder schliesst. ist sowohl im Gärraum als auch im Überflutraum immer noch ein gewisser Druck vorhanden.
Nach der Schliessung des Ventils steigt im Gärraum der Druck infolge der sich entwickelnden Gärgase wieder an, währenddem jedoch im Überflutraum der Druck absinkt, weil das Gärgas über die Drosselungsmittel aus dem Überflutraum entweichen kann. Auch wenn sich im Gärraum nach dem Schliessen des Ventils keine Gärgase mehr entwickelt hätten, würde Most in den Überflutraum gepumpt, weil beim Schliessen des Ventils im Gärraum bereits ein höherer als der atmosphärische Druck herrschte, währenddem nach dem Abfluss der Gärgase aus dem Überflutraum durch die Drosselungsmittel im Überflutraum atmosphärischer Druck herrscht. Auf diese Weise wird erreicht, dass gemäss der Erfindung mit der gleichen Menge des sich im Gärraum entwickelnden Gärgases mehr Most umgewälzt wird als bei bekannten Gärtanks.
Dar über hinaus entfällt das lästige Herumspritzen von Most in den Gärkeller zu Beginn des Abblasens der Gärgase, wo Most aus dem U-förmigen Rohr in das Gärgasablassrohr hochgezogen wird. Bei der vorliegenden Einrichtung wird dieser Most in den Überflutraum gefördert und nicht im Gärkeller herumgespritzt.
Gemäss einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist die Gärgasentspannungseinrichtung ein Gärgasablassrohr auf, das vom Gärraum in den Überflutraum führt und zugleich als Moststeigrohr dient, wobei ein ungleichschenkliges, Uförmiges Rohr vorgesehen ist, dessen kürzerer Schenkel derart in das untere Ende des Gärgasablassrohrs ragt, dass er, um beim Erreichen eines vorbestimmten Mostspiegels im Gärraum das Entweichen der Gärgase durch das Gärgasablassrohr zu unterbinden, durch den Mostspiegel überflutbar ist. Dadurch, dass das Gärgasablassrohr nicht aus dem Gärtank herausgeführt wird, ist es möglich, dieses zugleich als Moststeigrohr zu verwenden, was eine beträchtliche Vereinfachung bringt und zugleich die Funktionssicherheit des Gärtanks erhöht.
Um den Querschnitt des Gärgasablassrohres möglichst gross zu halten, was bei der Verwendung als Moststeigrohr von Vorteil ist, kann der kürzere Schenkel des U-förmigen Rohrs in der Wandung des Gärgasablassrohrs eingelassen sein.
Zweckmässigerweise werden zwei Gärgasentspannungseinrichtungen vorgesehen, wobei jedes Gärgasablassrohr mit einem Absperrventil versehen ist. Dies ermöglicht es, bei einem Verstopfen der einen Gärgasentspannungseinrichtung die andere zu verwenden, ohne dass der Tank geöffnet werden müsste. Gerade hier zeigt sich der grosse Vorteil, der dadurch entsteht, dass das Gärgasablassrohr auch als Moststeigrohr verwendet wird. Es wäre schon aus Platzgründen beim vorbekannten Gärtank kaum möglich gewesen, zwei Gärgasablasseinrichtungen und zwei Moststeigrohre vorzusehen.
Zweckmässigerweise besitzen die Absperrventile Mittel, die eine Betätigung der Ventile von ausserhalb des Gärtanks gestattet. Dies ermöglicht eine leichte Bedienung.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nun unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1 einen Querschnitt durch ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemässen Gärbehälters,
Fig. 2 einen Schnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel einer Gärgasentspannungseinrichtung,
Fig. 3 einen Gärbehälter, bei dem Gärgas durch eine Rückschlagklappe ins Freie strömen kann, wobei noch ein Gärgasspeicher vorgesehen ist.
In der Zeichnung ist ein Gärbehälter dargestellt, der einen zylindrischen Mantel 1 aufweist, und durch einen Zwischenboden 3 und einen Schrägboden 5 in einen Gärraum 7 und einem über dem Zwischenboden 3 befindlichen Überflutraum 9 unterteilt ist. Der Schrägboden 5 des Gärraums 7 weist eine Neigung auf, um nach Beendigung des Gärvorgangs die im Gärraum befindliche Maische leicht durch eine Entleerungs öffnung 11 aus dem Gärbehälter entfernen zu können. Der Schrägboden 5 ist als Doppelboden ausgebildet, wobei zwischen den beiden Böden 6 und 13 Zwischenwände 15 angeordnet sind, zwischen denen ein Heiz- und Kühlmedium in bekannter Weise hindurchgeführt werden kann. Dadurch kann der Gärprozess je nach Bedarf beschleunigt oder gebremst werden.
Die Beschickung des Gärbehälters mit Maische erfolgt durch die Einbringöffnung 17. Sowohl die Einbringöffnung 17 als auch die Entleerungsöffnung 11 sind durch geeignete, in der Zeichnung nicht näher dargestellte Verschlussmittel verschlossen. Im Gärraum 7 sind zwei Gärgasentspannungseinrichtungen 19, 19' vorgesehen. Beim gezeigten Ausführungsbeispiel bestehen diese Gärgasentspannungseimichtungen 19, 19' aus einem Gärgasablassrohr 23, 23', sowie aus einem Uförmigen Rohr 25,25', dessen kürzerer Schenkel 27, 27' in den unteren Teil des Gärgasablassrohres 23, 23' ragt. Das Gärgasablassrohr 23,23' führt durch den Zwischenboden 3 und verbindet damit den Gärraum 7 mit dem Überflutraum 9.
Das Gärgasablassrohr 23, 23' dient nicht nur dem Ablassen der Gärgase, sondern zugleich auch als Moststeigrohr und wird deshalb nicht in üblicher Weise aus dem Gärbehälter hinausgeführt, sondern endet im Überflutraum 9. Um ein Verstopfen der unteren Öffnung 26,26' des Gärgasablassrohres durch Maische 47 zu vermeiden, ist im Gärraum 7 ein Siebkorb 21, 21' vorgesehen, dessen Sieböffnungen lediglich den Most, nicht aber die Traubenbeerenhäute u. dgl. durchlassen.
Der Zwischenboden 3 ist gegen eine ungefähr in der Mitte desselben angeordnete Öffnung 29 nach unten gewölbt. In der Öffnung 29 ist ein Ventil 30 angeordnet, das einen tellerförmigen Ventilkörper 31 aufweist und normalerweise geschlossen ist. Der Ventilkörper 31 ist an einer Ventilführungsstange 35 befestigt, welche an einem Seilzug 41 aufgehängt ist, der über Umlenkrollen 39 zur Aussenseite des zylindrischen Mantels 1 des Gärbehälters führt. Dort ist am Seilzug 41 ein Gewicht 33 befestigt, das bestrebt ist, den Ventilkörper 31 in Schliesstellung zu bringen. Zweckmässigerweise ist dieses Gewicht nicht wesentlich schwerer als der Ventilkörper 31, so dass unter Einbezug eines Sicherheitsfaktors das Gewicht in der Lage ist, den Ventilkörper 31 aus der geöffneten Stellung unter Üb er- windung der auftretenden Reibungskräfte in die Schliesslage zu bewegen.
An der Oberseite des Gärbehälters ist eine verschliessbare Öffnung 52 vorgesehen, durch die der Überflutraum 9 z. B. für Reinigungszwecke zugänglich gemacht wird.
Der Gärbehälter weist ferner eine Öffnung 67 auf, durch welche die Gärgase über eine Leitung 69 ins Freie geführt werden können. Diese Öffnung 67 und die Leitung 69 wirken dabei als Drosselungsmittel, so dass ein Druck im Überflutraum nicht unmittelbar, sondern nur allmählich mit einer gewissen Zeitverzögerung abgebaut wird.
Währenddem gemäss Fig. 1 der kürzere Schenkel 27 des Uförmigen Rohrs koaxial im Gärgasablassrohr 23 angeordnet ist, sieht eine andere Ausführungsform gemäss Fig. 2 vor, den kürzeren Schenkel 27 in der Wandung des Gärgasablassrohrs 23 einzubauen, so dass dieses einen möglichst grossen Querschnitt aufweist, durch den die Gärgase, bzw. der Most fliessen können.
Um beim Ausfall einer Gärgasentspannungseinrichtung 19,
19' eine andere Gärgasentspannungseinrichtung in Betrieb zu nehmen, sind Ventile 59, 59' vorgesehen, die mittels einer Stange 61, 61' von aussen bewegbar sind. Es ist natürlich möglich, auch eine andere Ventilkonstruktion zu benützen.
Der Gärbehälter arbeitet wie folgt: Im Ruhezustand wird der Ventilkörper 31 durch das Gewicht 33 in die Schliesstellung gedrückt so dass das Ventil 30 gasdicht schliesst. Setzt nun die Gärung im Gärraum 7 ein, so drücken die dabei entstehenden Gärgase auf den Ventilkörper 31, so dass dieser fest nach oben gedrückt wird. Unter dem Einfluss des Druckes, der sich im Gärraum 7 entwickelnden Gärgase wird der Most durch das Gärgasablassrohr 23 in den Überflutraum 9 hochgedrückt. Dies dauert solange an, bis der Flüssigkeitsspiegel bis zur Öffnung 26 des Gärgasablassrohrs 23 absinkt und somit die Gärgase aus dem Gärraum 7 durch diese Öffnung 26 in den Überflutraum 9 entweichen können. Von dort können die Gärgase durch die Öffnung 67 und die Leitung 69 ins Freie abgeführt werden, so dass keine Gefahr besteht, dass sich die Gärgase im Gärkeller ansammeln.
Beim Ansprechen der Gärgasentspannungseinrichtung 19 fällt der Gasdruck im Gärraum 7 plötzlich ab. Es herrscht dann im Gärraum 7 und im Überflutraum 9 praktisch derselbe Druck. Infolgedessen wird nun der Ventilkörper 31 durch den Druck des auf ihm lastenden Mostes entgegen der Wirkung des Gewichtes 33 nach unten gedrückt, so dass der sich im Überflutraum befindliche Most in den Gärraum 7 zurückströmen kann. Dabei überströmt er den Tresterhut 55 und löst daS darin enthaltene Pigment. Ist im Überflutraum 9 kein Most mehr vorhanden, dann hört der Flüssigkeitsdruck auf den Ventilkörper 31 auf, so dass dieser unter dem Einfluss des Gewichtes 33 in die Schliesslage zurückgezogen wird.
In diesem Moment herrscht sowohl im Gärraum 7 als auch im Überflutraum 9 noch der gleiche Druck, der höher als der atmosphärische Druck ist, weil die Öffnung 67 so bemessen ist, dass sie als Drossel wirkt. Nach dem Schliessen des Ventils beginnt sich aber der Druck der Gärgase im Gärraum 7 von neuem aufzubauen, währenddem der Druck im Überflutraum durch das weitere Abströmen der Gase durch die Öffnung 67 und die nicht eingezeichnete Leitung weiter absinkt. Auch wenn keine Gärgase mehr im Gärraum erzeugt würden, so würde das Absinken des Druckes im Überflutraum bewirken, dass der bereits im Gärraum vorhandene Druck Most in den Überflut- raum pumpen würde.
Da nun aber weiterhin Gärgase produziert werden, erfolgt die Förderung von Most aus dem Gärraum in den Überflutraum sehr rasch, bis wiederum die Gärgasentspannungseinrichtung anspricht und das Ventil 30 von neuem öffnet.
Zum besseren Verständnis der Funktionsweise des Gärtanks soll nun noch die Arbeitsweise der Gärgasentspannungseinrichtung in mehr Details erläutert werden. Die Höhenlage der unteren Öffnung 26 des Gärgasablassrohrs 23 ist so gewählt, dass das Abblasen der Gärgase erst dann einsetzen kann, wenn sich genügend Most im Überflutraum 9 befindet. Die obere Öffnung 57 des Gärgasabiassrohrs 23 ist so angeordnet, dass es nach dem Fördern der gewünschten Mostmenge in den Überflutraum immer noch über die Oberfläche des Mostes im Überflutraum 9 herausragt. Sinkt im Betrieb des Gärtanks der Spiegel im Gärraum bis zur Höhe der Öffnung 26 des Gärgasablassrohrs 23 ab, so können die Gärgase plötzlich durch das Gärgasablassrohr 23 entweichen.
Durch den dadurch erzeugten Sog wird der im U-förmigen Rohr 25 befindliche Most entleert, so dass auch bei einem Wiederansteigen des Mostspiegels im Gärraum immer noch Gärgase durch das U-förmige Rohr 25 und das Gärgasablassrohr 23 entweichen können. Wenn aber der Druck im Gärraum 7 soweit abgebaut wird, dass das Ventil öffnet, strömt Most aus dem Überflutraum 9 in den Gärraum zurück, wie dies bereits vorher beschrieben wurde. Die Öffnung 26 des Gärgasablassrohrs wird dann wieder überflutet, aber die Gärgase können noch für kurze Zeit durch das U-förmige Rohr 25 abströmen. Wird dann jedoch auch der kürzere Schenkel 27 vom steigenden Flüssigkeitsspiegel ebenfalls überflutet, so hört das Abströmen der Gärgase aus dem Gärraum 7 in den Überflutraum 9 auf.
Infolgedessen bewirken, wie bereits beschrieben, die weiter im Gärraum erzeugten Gärgase wiederum einen Druckanstieg, durch den der Most in den Uberflutraum 9 befördert wird, bis die Gärgasentspannungseinrichtung wiederum anspricht.
Es sind noch verschiedene Abänderungen des beschriebenen Gärbehälters möglich. So erweist es sich als zweckmässig, wie in Fig. 3 dargestellt, in der von der Öffnung 67 wegführenden Gärgasleitung 69 eine Rückschlagklappe 71 vorzusehen.
Beim Abfliessen des Mostes aus dem Überflutraum 9 in den Gärraum 7 entsteht nämlich im Überflutraum 9 ein leichter Unterdruck, so dass durch die Gärgasleitung 69 von aussen Luft in den Überflutraum 9 gezogen werden könnte. Dies ist aber wegen der Oxydationswirkung des in der Luft enthaltenen Sauerstoffs nicht erwünscht und wird durch die Rückschlag Mappe 71 verhindert. Um nach dem Schliessen der Rückschlagklappe 71 einen Unterdruck im Überflutraum 9 zu verhindern, kann ferner an einem Stutzen 73 der Gärgasleitung 69 ein Gärgasspeicher 75 angeordnet sein, der in seiner einfachsten Ausführung aus einer Ballonhülle 77 besteht.
Diese wird, wenn Gärgas durch die Gärgasleitung 69 abströmt, aufgeblasen. Der dazu nötige geringe Druck wird durch die Drosselwirkung der Gärgasleitung 69 und der Rückschlagklappe 71 aufgebaut. Schliesst die Rückschlagklappe 71 infolge eines geringen Unterdruckes im Überflutraum 9, so kann das im Gärgasspeicher 75 enthaltene Gärgas in den Überflutraum 9 zurückströmen. Dadurch wird vermieden, dass im Überflutraum 9 beim Abfliessen des Mostes in den Gärraum 7 ein grösserer Unterdruck entsteht. Um die Ballonhülle 77 vor Beschädigung zu schützen, ist es zweckmässig, diese in einem Behälter 79 anzuordnen, der in der Fig. 3 gestrichelt dargestellt ist. Eine Öffnung 81 im Behälter 79 kann vorgesehen werden, um den Abfluss und Zufluss von Luft in den Raum zwischen Behälter 79 und Ballonhülle 77 zu gestatten.
Anstelle des beschriebenen Speichers für Gärgase können aber auch andere geeignete Gasspeicher verwendet werden, z.B. ein Gasometertank.
Wenn der Eintritt einer geringen Luftmenge in den Überflut- raum toleriert werden kann, ist es auch zweckmässig, an der Öffnung 67 ein Druck-Vakuum-Ventil anzubringen.