Im schweizerischen Patent Nr. 586 503 werden Schädlingsbekämpfungsmittel beschrieben und beansprucht, die als aktive Komponente mindestens ein Imidazolidin-2,4-dion Derivat der Formel
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enthalten worin
R1 und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff, Halogen, C1-C3-Alkyl, Nitro, C1-C3-Halogenalkyl oder C1-C3- Alkoxy und
R3 Wasserstoff, Halogen oder Methyl bedeuten.
Es wurde nun gefunden, dass analoge Präparate als Aktiv komponente ebenfalls Wirksamkeit besitzen.
Die vorliegende Erfindung betrifft daher ein Schädlingsbekämpfungsmittel, enthaltend als mindestens eine aktive Komponente ein Imidazolidin-2,4-dion-Derivat der Formel I
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worin
R1 und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff, Halogen, C1-C3-Alkyl, Nitro, C1-C3-Halogenalkyl oder C1-C3- Alkoxy,
R3 Wasserstoff, Halogen oder Methyl,
R4 Wasserstoff oder C1-C3-Alkyl und R5 C1-C3-Alkyl bedeuten mit der Massgabe, dass, wenn zwei der Substituenten R1, R2 und R3 zur Imidgruppe meta-ständige Halogenatome sind, der dritte Substituent Halogen, C1-C3-Alkyl, Nitro, C1-C3-Halogenalkyl oder C1-C3-Alkoxy ist.
Alkyl- und Alkoxyreste R1 und R2 und Alkylreste R4 und R5 können geradkettig oder verzweigt sein, d. h. es kommen Methyl, Äthyl, n-Propyl oder iso-Propyl und Methoxy, Äthoxy, n-Propoxy oder iso-Propoxy in Frage. Unter Halogen sind Fluor, Chlor, Brom und Jod zu verstehen. Halogenalkylgruppen wie R1 und R2 bestehen aus einer Alkylgruppe wie Methyl, Äthyl, n-Propyl oder iso-Propyl, die durch 1 bis 3 Halogenatome (d. h. Fluor, Chlor, Brom oder Jod) substituiert sind, z. B. Trifluormethyl.
Besonders bevorzugte Verbindungen sind diejenigen der Formel I, worin Rt und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff, Chlor, Methyl oder Trifluormethyl, R3 Wasserstoff, Chlor oder Methyl bedeuten. CH-PS 520 471 beschreibt ähnliche Verbindungen, die nur in 3,5-Stellung durch Halogen substituiert sind. Diese Verbindungen sind den erfindungsgemässen Verbindungen in der Wirkung unterlegen.
Die Verbindungen der Formel I lassen sich herstellen, indem man a) eine Verbindung der Formel II
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in Gegenwart eines säurebindenden Mittels mit einer Verbindung der Formel III CISCC12F III umsetzt oder b) eine Verbindung der Formel IV
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mit wasserfreier Fluorwasserstoffsäure umsetzt, um in der Trichlormethylthio-Seitenkette ein Chloratom gegen ein Fluoratom auszutauschen. In den Formeln II, III und IV haben R1, R2, R3, R4 und R5 die unter Formel I angegebenen Bedeutungen.
Die Umsetzungen können in gegenüber den Reaktionsteilnehmern inerten Lösungs- oder Verdünnungsmitteln, wie z. B.
bei a) in Benzol, Toluol, Dioxan, Essigsäureester oder Chloroform oder z. B. bei b) in Nitrobenzol, Äther, Dioxan oder Tetrahydrofuran durchgeführt werden. Die Umsetzung b) kann auch in einem Überschuss von Fluorwasserstoffsäure als Verdünnungsmittel durchgeführt werden.
Als säurebindende Mittel kommen z. B. anorganische Basen wie Hydroxide und Carbonate von Alkali- und Erdalkalimetallen und vor allem tertiäre Amine wie Triäthylamin, Dimethylanilin und Pyridinbasen in Frage.
Die Umsetzungen erfolgen bei Temperaturen zwischen -30 und + 1000 C, vorzugsweise zwischen -20 und + 100 C und bei normalem Druck.
Die Verbindungen der Formel I eignen sich zur Bekämpfung verschiedenartiger Schädlinge.
Einige Verbindungen der Formel I können gegen grampositive und gramnegative Bakterien sowie ubiquitäre Pilze, wie z. B. Staphylococcus aureus, Escherichia coli, Salmonella sp. und Candida albicans, eingesetzt werden.
Einige Verbindungen der Formel I zeigen eine Wirkung gegen parasitäre Helminthen und phytopathogene Bakterien.
Eine pflanzenwachstumregulierende Wirkung wurde bei einigen Verbindungen festgestellt.
Hervorzuheben ist aber vor allem die Wirkung der Verbindungen der Formel I gegen phytopathogene Pilze. Als phytopathogene Pilze kommen unter anderem Vertreter der Klassen Phycomycetes, wie z. B. Plamopara viticola; Ascomycetes, wie z. B. Venturia inaequalis, Erysiphe graminis, Podosphaera leucotricha; Basidiomyceten; und insbesondere Fungi imperfecti, wie z. B. Botrytis cinerea, Septoria apicola in Frage.
Die Verbindungen können im Wein-, Obst- und Zierpflanzenbau sowie in Nutzpflanzenkulturen wie Baumwolle, Reis, Getreide, Mais und anderen Kulturen eingesetzt werden.
Die Verbindungen zeigen eine kurative und prophylaktische Wirkung. Die Verbindungen können zum Schutz von Saatgut oder auf die Pflanzenteile selbst, oder aber im Boden angewendet werden.
Die Verbindungen der Formel I können selbstverständlich zur Verbreiterung des Wirkungsspektrums des Mittels mit anderen geeigneten pestiziden oder Pflanzenwuchs fördernden Wirkstoffen zusammen eingesetzt werden.
Die Verbindungen der Formel I werden erfindungsgemäss zusammen mit geeigneten Trägern und/oder anderen Zuschlagstoffen verwendet. Geeignete Träger und Zuschlagstoffe können fest oder flüssig sein und entsprechen den in der Formulierungstechnik üblichen Stoffen, wie z. B. natürlichen oder regenerierten mineralischen Stoffen, Lösungs-, Dispergier-, Netz-, Haft-, Verdickungs-, Binde- oder Düngemitteln.
Zur Applikation können die Verbindungen der Formel I in den folgenden Aufarbeitungsformen vorliegen:
Feste Aufarbeitungsformen:
Stäubemittel, Streumittel, Granulate, Umhüllungsgranu late, Imprägnierungsgranulate und Homogengranulate.
Flüssige Aufarbeitungsformen: a) in Wasser dispergierbare Wirkstoffkonzentrate:
Spritzpulver (wettable powders), Pasten, Emulsionen; b) Lösungen.
Die Herstellung der Mittel erfolgt in an sich bekannter Weise durch inniges Vermischen und Vermahlen der Bestandteile.
Der Gehalt an Wirkstoff in den oben beschriebenen Mittel liegt zwischen 0,1 bis 95 %.
Die Wirkstoffe der Formel I können beispielsweise wie folgt formuliert werden: Stäubemittel:
Zur Herstellung eines a) 5 %igen und b) 2 %igen Stäubemittels werden die folgenden Stoffe verwendet: a) 5 Teile Wirkstoff,
95 Teile Talkum; b) 2 Teile Wirkstoff,
1 Teil hochdisperse Kieselsäure,
97 Teile Talkum.
Die Wirkstoffe werden mit den Trägerstoffen vermischt und vermahlen.
Granulat:
Zur Herstellung eines 5 %igen Granulates werden die folgenden Stoffe verwendet:
5 Teile Wirkstoff,
0,25 Teile Epichlorhydrin,
0,25 Teile Cetylpolyglykoläther,
3,50 Teile Polyäthylenglykol,
91 Teile Kaolin (Korngrösse 0,3-0,8 mm).
Die Aktivsubstanz wird mit Epichlorhydrin vermischt und mit 6 Teilen Aceton gelöst, hierauf wird Polyäthylenglykol und Cetylpolyglykoläther zugesetzt. Die so erhaltene Lösung wird auf Kaolin aufgesprüht, und anschliessend wird das
Aceton im Vakuum verdampft.
Spritzpulver:
Zur Herstellung eines a) 40 %igen, b) und c) 25 %igen d) 10 %igen Spritzpulvers werden folgende Bestandteile ver wendet: a) 40 TeileWirkstoff,
5 Teile Ligninsulfonsäure-Natriumsalz,
1 Teil Dibutylnaphthalinsulfonsäure-Natriumsalz,
54 Teile Kieselsäure; b) 25 Teile Wirkstoff,
4,5 Teile Calcium-Ligninsulfonat,
1,9 Teile Champagne-Kreide/Hydroxyäthylcellulose
Gemisch (1:1),
1,5 Teile Natrium-dibutyl-naphthalinsulfonat,
19,5 Teile Kieselsäure,
19,5 Teile Champagne-Kreide,
28,1 Teile Kaolin; c) 25 Teile Wirkstoff,
2,5 Teile Isooctylphenoxy-polyoxyäthylen-äthanol,
1,7 Teile Champagne-Kreide/Hydroxyäthylcellulose
Gemisch (1 :1),
8,3 Teile Natriumaluminiumsilikat,
16,5 Teile Kieselgur,
46 Teile Kaolin;
d) 10 Teile Wirkstoff,
3 Teile Gemisch der Natriumsalze von gesättigten
Fettalkoholsulfaten,
5 Teile Naphthalinsulfonsäure/Formaldehyd
Kondensat,
82 Teile Kaolin.
Die Wirkstoffe werden in geeigneten Mischern mit den Zuschlagstoffen innig vermischt und auf entsprechenden Mühlen und Walzen vermahlen. Man erhält Spritzpulver, die sich mit Wasser zu Suspensionen der gewünschten Konzentration verdümlen lassen.
Emulgierbare Konzentrate:
Zur Herstellung eines 25 %igen emulgierbaren Konzentrates werden folgende Stoffe verwendet: a) 25 Teile Wirkstoff,
2,5 Teile epoxydiertes Pflanzenöl,
10 Teile eines Alkylarylsulfonat/Fettalkoholpolygly- koläther-Gemisches,
5 Teile Dimethylformamid,
57,5 Teile Xylol.
Aus solchen Konzentraten können durch Verdünnen mit Wasser Emulsionen der gewünschten Konzentration hergestellt werden.
Die erwähnten Antimikrobika eignen sich demnach als Konservierungs- und Desinfektionsmittel für technische Produkte aller Art wie Leime, Bindemittel, Anstrichmittel, Textilhilfsmittel bzw. Veredlungsmittel, Farb- bzw. Druckpasten und ähnliche Zubereitungen auf der Basis von organischen Farbstoffen bzw. Pigmenten, auch solche, welche als Beimischungen Casein oder andere organische Verbindungen enthalten.
Auch in der Zellstoff- und Papierindustrie können die erfindungsgemässen Verbindungen als Konservierungsmittel eingesetzt werden, u. a. zur Verhütung der bekannten, durch Mikroorganismen hervorgerufenen Schleimbildung in den zur Papiergewinnung verwendeten Apparaturen.
Die Wirkung der Verbindungen der Formel I kann auch in konservierenden und desinfizierenden Ausrüstungen von Kunststoffen ausgenützt werden, wie sie etwa für Gebrauchsgegenstände aller Art erwünscht ist, so z. B. für Fussmatten, Trittroste in Schwimmbädern, Wandbespannungen usw.
Durch Einverleibung in entsprechende Wachs- und Bohnermassen erhält man Fussboden- und Möbelpflegemittel mit desinfizierender Wirkung.
Wegen der besseren Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln eignen sich die Wirkstoffe auch gut zur Applikation aus nichtwässrigen Medien. Als organische Lösungsmittel kommen beispielsweise Trichloräthylen, Propylenglykol, Methoxyäthanol, Dimethylformamid in Frage, denen noch Ver teilungsmittel und/oder andere Hilfsstoffe zugesetzt werden können.
Der Gehalt an Wirkstoffen gemäss vorliegender Erfindung kann je nach Anwendungszweck zwischen 0,1 und 50 g, vorzugsweise zwischen 1 und 30 g Wirksubstanz pro Liter Behandlungsflüssigkeit liegen.
Durch Kombination der Verbindungen der Formel I mit grenzflächenaktiven Stoffen gelangt man zu Wasch- und Reinigungsmitteln mit antibakterieller bzw. antimykotischer Wirkung, wie sie in der Lebensmittelindustrie, den Brauereien, Molkereien und Schlachthöfen erwünscht sind.
Die Wasch- und Reinigungsmittel können in beliebiger flüssiger, breiartiger, fester, flockiger oder körniger Form vorliegen. Die Verbindungen können sowohl in anionenaktive Verbindungen (wie Seifen) als auch in kationenaktive Tenside bzw. Gemische aus verschiedenartigen Tensiden eingearbeitet werden. Der Wirkstoffgehalt in Wasch- und Reinigungsmitteln beträgt im allgemeinen 0,01 bis 5 %, meistens 0,1 bis 3 %.
Für Desinfektions- und Konservierungszwecke können die Verbindungen auch in Kombination mit bekannten antimikrobiellen Mitteln verwendet werden.
Die nachfolgenden Beispiele dienen zur näheren Erläuterung der Erfindung, ohne dieselbe einzuschränken. Die Temperaturangaben beziehen sich auf Celsiusgrade. Herstellungsbeispiele Herstellung von
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1-(Dichlorfluormethylthio)-3-(3',4'-Dichlorphenyl)-5- methyl-imidazolidin-2,4-dion (Verbindung Nr. 2)
Zu 25,9 g 3-(3',4'-Dichlorphenyl)-5-methyl-imidazolidin2,4-dion in 500 ml Essigsäureäthylester tropft man bei 0 C unter gutem Rühren 20,4 g Fluordichlormethansulfenylchlorid und nach zwei Stunden ebenfalls bei 0 12,1 g Triäthylamin in 100 ml Essigsäureäthylester. Nach dreistündigem Rühren bei Raumtemperatur wird das Triäthylaminhydrochlorid abfiltriert, das Lösungsmittel verdampft und der Rückstand in Methanol umkristallisiert.
Nach dem Umkristallisieren schmilzt die Verbindung Nr. 1 bei 138-140".
Auf analoge Weise werden folgende Verbindungen hergestellt:
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Verb. Rs R2 R3 R4 R5 physikalische Nr. Daten
2 4'-C1 H H CH3 H Fp.169-1710
3 3'-Cl 4'-C1 H CH3 CH3 Fp. 85-86"
4 2'-Cl 5'-C1 H i-C3H7 H Fp. 96-97"
5 3'-C1 H H CH3 H
6 4'-C1 H H CH3 CH3
7 2'-CF,
H H CH3 H
8 3'-CF3 5'-CF3 H CiH5 CH3
9 3'-C1 4'-Cl H i-C3H7 H Fp. 82-83 10 3'-C1 4'-CH3 H CH3 H 11 3'-Cl H H CH3 CH3 12 2'-Cl 5'-Cl H CH3 H 13 2'-C1 5'-Cl H CH3 CH3 Fp. 119-120 14 3'-CF3 5'-CFa H CH3 H 15 2'-F H H n-C3H7 H 16 2'-CF3 H H i-CaH7 H 17 3'-Cl H H i-C3H7 H 18 3'-Cl 4'-CH3 H i-C3H7 H 19 2'-Cl 4'-Cl 5'-Cl CH3 CH3 20 3'-Cl 4'-CH3 H CH3 CH3 21 2'-CH3 6'-CH3 H CH3 H 22 2'-CH3 6'-C2H5 H i-C3H7 H 23 2'-OCH3 H H CH3 CH3 24 3'i-C3H7 4'-Cl H CH3 H
Beispiel 3
Fungizide Wirkung a) Wirkung gegen Botrytis cinerea auf Vicia faba
Ca.
10 cm hohe Vicia-Pflanzen wurden mit einer aus Spritzpulver des Wirkstoffes hergestellten Spritzbrühe (0,05 % Aktivsubstanz) besprüht. Nach 48 Stunden wurden die behandelten Pflanzen mit einer Konidiensuspension des Pilzes infiziert. Nach einer Inkubation der infizierten Pflanzen während 3 Tagen bei 95-100% relativer Luftfeuchtigkeit und 21 erfolgte die Beurteilung des Pilzbefalls.
b) Wirkung gegen Venturia inaequalis auf Malus sylvestris
Apfelstecklinge mit 10-20 cm langen Frischtrieben wurden mit einer aus Spritzpulver des Wirkstoffes hergestellten Spritz brühe (0,05 % Aktivsubstanz) besprüht. Nach 24 Stunden wurden die behandelten Pflanzen mit einer Konidiensuspen sion des Pilzes infiziert. Die Pflanzen wurden dann während
5 Tagen bei 90-100% relativer Luftfeuchtigkeit inkubiert und während 10 weiteren Tagen in einem Gewächshaus bei 20-24 aufgestellt. Der Schorfbefall wurde 15 Tage nach der Infektion beurteilt.
c) Wirkung gegen Plasmopara viticola auf Vitis vinifera
Im 6-8-Blattstadium wurden Rebenstecklinge mit einer aus Spritzpulver des Wirkstoffes hergestellten Spritzbrühe (0,05 % Aktivsubstanz) besprüht. Nach 24 Stunden wurden die behandelten Pflanzen mit einer Sporangiensuspension des
Pilzes infiziert. Nach einer Inkubation während 6 Tagen bei
95-100% relativer Luftfeuchtigkeit und 20 wurde der Pilz befall beurteilt.
Folgende Verbindungen zeigten bei folgenden Pilzen eine gute Wirkung (d. h. Pflanzen weniger als 20% befallen, vergli chen mit unbehandelten, aber infizierten Kontrollpflanzen): bei Botrytis cinerea Verbindungen Nr. 1, 2, 3, 4, 9 und 13 bei Venturia inaequalis Verbindungen Nr. 4 und 13 bei Plasmopara viticola Verbindungen Nr. 1, 2, 3, 4, 9 und 13
Gradientplatten-Versuch zur Bestimmung der antimikro biellen Wirksamkeit [Methode: W. Szybalski et al., J. Bact. 64, 489 (1952)]
Auf eine keilförmige Agar-Schicht (30 cm3) in einem flachen 100 x 100 x 15-mm-Glasgefäss giesst man 30 cm3 flüssige Agarlösung mit 100 ppm Testsubstanz. Während des Erkaltens der Lösung diffundiert der Wirkstoff in die untere Agar-Schicht. Man erhält so ein Konzentrationsgefälle in Richtung der grössten Dicke der unteren Agarschicht.
Standardisierte Bakterien- bzw. Fungi-Suspensionen werden parallel zum Konzentrationsgradienten auf die Oberfläche der vereinigten Agarschichten gegeben. Nach dem Bebrüten der Kulturen während 24 Std. bei 37 (Bakterien) bzw. 72 Std. bei 28 (Fungi) zeigten bei folgenden Organismen die folgenden Verbindungen eine vollständige Hemmung des mikrobiellen Wachstums bei 100 ppm oder weniger.
Organismus Verbindungen Nr.
Staphylococcus aureus 1, 2, 3, 4, 9 und 13 Streptococcus faecalis 4 und 13 Bacillus subtilis 1, 2, 3, 4, 9 und 13 Candida albicans 2, 3, 4, 9 und 13 Aspergillus elegans 1, 2, 3, 4, 9 und 13 Escherichia coli 2
PATENTANSPRUCH 1
Schädlingsbekämpfungsmittel, enthaltend als mindestens eine aktive Komponente ein Imidazolidin-2,4-dion-Derivat der Formel I
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wonn
R1 und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff, Halogen, C1-C3-Alkyl, Nitro, Ci-C3-Halogenalkyl oder C1-C3-Alkoxy,
R3 Wasserstoff, Halogen oder Methyl,
R4 Wasserstoff oder C1-C3-Alkyl und R5 C1-C3-Alkyl bedeuten mit der Massgabe, dass, wenn zwei der Substituenten R1,
R2 und Rs zur Imidgruppe meta-ständige Halogenatome sind, der dritte Substituent Halogen, C1-C3-Alkyl, Nitro, C1-C3 Halogenalkyl oder C1-C3-Alkoxy ist.
PATENTANSPRUCH II
Verwendung eines Mittels gemäss Patentanspruch I zur Bekämpfung phytopathogener Pilze.
**WARNUNG** Ende DESC Feld konnte Anfang CLMS uberlappen**.
Swiss Patent No. 586 503 describes and claims pesticides which contain at least one imidazolidine-2,4-dione derivative of the formula as active component
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contained in
R1 and R2 independently of one another are hydrogen, halogen, C1-C3-alkyl, nitro, C1-C3-haloalkyl or C1-C3-alkoxy and
R3 signify hydrogen, halogen or methyl.
It has now been found that analog preparations are also effective as active components.
The present invention therefore relates to a pesticide containing an imidazolidine-2,4-dione derivative of the formula I as at least one active component
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wherein
R1 and R2 independently of one another are hydrogen, halogen, C1-C3-alkyl, nitro, C1-C3-haloalkyl or C1-C3-alkoxy,
R3 hydrogen, halogen or methyl,
R4 is hydrogen or C1-C3-alkyl and R5 is C1-C3-alkyl with the proviso that if two of the substituents R1, R2 and R3 are halogen atoms in the imide group, the third substituent is halogen, C1-C3-alkyl, Is nitro, C1-C3 haloalkyl or C1-C3 alkoxy.
Alkyl and alkoxy radicals R1 and R2 and alkyl radicals R4 and R5 can be straight-chain or branched, d. H. methyl, ethyl, n-propyl or iso-propyl and methoxy, ethoxy, n-propoxy or iso-propoxy are possible. Halogen is to be understood as meaning fluorine, chlorine, bromine and iodine. Haloalkyl groups such as R1 and R2 consist of an alkyl group such as methyl, ethyl, n-propyl or iso-propyl substituted with 1 to 3 halogen atoms (i.e. fluorine, chlorine, bromine or iodine) e.g. B. trifluoromethyl.
Particularly preferred compounds are those of the formula I in which Rt and R2, independently of one another, are hydrogen, chlorine, methyl or trifluoromethyl, and R3 is hydrogen, chlorine or methyl. CH-PS 520 471 describes similar compounds which are only substituted in the 3,5-position by halogen. These compounds are inferior to the compounds according to the invention in their action.
The compounds of the formula I can be prepared by a) a compound of the formula II
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in the presence of an acid-binding agent with a compound of the formula III CISCC12F III or b) a compound of the formula IV
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reacted with anhydrous hydrofluoric acid in order to exchange a chlorine atom for a fluorine atom in the trichloromethylthio side chain. In the formulas II, III and IV R1, R2, R3, R4 and R5 have the meanings given under formula I.
The reactions can be carried out in solvents or diluents which are inert towards the reactants, such as. B.
at a) in benzene, toluene, dioxane, acetic acid ester or chloroform or z. B. in b) in nitrobenzene, ether, dioxane or tetrahydrofuran. The reaction b) can also be carried out in an excess of hydrofluoric acid as a diluent.
As acid-binding agents come such. B. inorganic bases such as hydroxides and carbonates of alkali and alkaline earth metals and especially tertiary amines such as triethylamine, dimethylaniline and pyridine bases in question.
The reactions take place at temperatures between -30 and + 1000 ° C., preferably between -20 and + 100 ° C., and at normal pressure.
The compounds of the formula I are suitable for combating various types of pests.
Some compounds of the formula I can be used against gram-positive and gram-negative bacteria and ubiquitous fungi, such as. B. Staphylococcus aureus, Escherichia coli, Salmonella sp. and Candida albicans can be used.
Some compounds of the formula I show an activity against parasitic helminths and phytopathogenic bacteria.
A plant growth-regulating effect was found with some compounds.
Above all, however, the action of the compounds of the formula I against phytopathogenic fungi should be emphasized. The phytopathogenic fungi include representatives of the Phycomycetes classes, such as. B. Plamopara viticola; Ascomycetes such as B. Venturia inaequalis, Erysiphe graminis, Podosphaera leucotricha; Basidiomycetes; and in particular Fungi imperfecti, such as. B. Botrytis cinerea, Septoria apicola in question.
The compounds can be used in viticulture, fruit growing and ornamentals production and in crops of useful plants such as cotton, rice, cereals, maize and other crops.
The compounds show a curative and prophylactic effect. The compounds can be used to protect seeds or on the plant parts themselves, or in the soil.
The compounds of the formula I can of course be used together with other suitable pesticidal or plant growth-promoting active ingredients to widen the spectrum of action of the agent.
According to the invention, the compounds of the formula I are used together with suitable carriers and / or other additives. Suitable carriers and additives can be solid or liquid and correspond to the substances customary in formulation technology, such as. B. natural or regenerated mineral substances, solvents, dispersants, wetting agents, adhesives, thickeners, binders or fertilizers.
For administration, the compounds of the formula I can be in the following working-up forms:
Fixed processing forms:
Dusts, grit, granules, coating granules, impregnation granules and homogeneous granules.
Liquid processing forms: a) Active substance concentrates dispersible in water:
Wettable powders, pastes, emulsions; b) Solutions.
The compositions are produced in a manner known per se by intimately mixing and grinding the constituents.
The content of active ingredient in the agents described above is between 0.1 and 95%.
The active ingredients of the formula I can be formulated as follows, for example: Dusts:
The following substances are used to produce a) 5% and b) 2% dust: a) 5 parts of active ingredient,
95 parts of talc; b) 2 parts of active ingredient,
1 part of highly dispersed silica,
97 parts of talc.
The active ingredients are mixed and ground with the carrier substances.
Granules:
The following substances are used to produce 5% granules:
5 parts active ingredient,
0.25 parts epichlorohydrin,
0.25 part of cetyl polyglycol ether,
3.50 parts of polyethylene glycol,
91 parts of kaolin (grain size 0.3-0.8 mm).
The active substance is mixed with epichlorohydrin and dissolved with 6 parts of acetone, then polyethylene glycol and cetyl polyglycol ether are added. The solution thus obtained is sprayed onto kaolin, and then the
Acetone evaporated in vacuo.
Wettable powder:
To produce a) 40%, b) and c) 25% d) 10% wettable powder, the following ingredients are used: a) 40 parts of active ingredient,
5 parts of lignin sulfonic acid sodium salt,
1 part dibutylnaphthalenesulfonic acid sodium salt,
54 parts of silica; b) 25 parts of active ingredient,
4.5 parts calcium lignosulfonate,
1.9 parts of champagne chalk / hydroxyethyl cellulose
Mixture (1: 1),
1.5 parts of sodium dibutyl naphthalene sulfonate,
19.5 parts of silica,
19.5 parts of champagne chalk,
28.1 parts of kaolin; c) 25 parts of active ingredient,
2.5 parts of isooctylphenoxy-polyoxyethylene-ethanol,
1.7 parts of champagne chalk / hydroxyethyl cellulose
Mixture (1: 1),
8.3 parts sodium aluminum silicate,
16.5 parts kieselguhr,
46 parts of kaolin;
d) 10 parts of active ingredient,
3 parts mixture of the sodium salts of saturated
Fatty alcohol sulfates,
5 parts of naphthalenesulfonic acid / formaldehyde
Condensate,
82 parts of kaolin.
The active ingredients are intimately mixed with the additives in suitable mixers and ground on appropriate mills and rollers. Wettable powders are obtained which can be diluted with water to form suspensions of the desired concentration.
Emulsifiable concentrates:
The following substances are used to produce a 25% emulsifiable concentrate: a) 25 parts of active ingredient,
2.5 parts epoxidized vegetable oil,
10 parts of an alkylarylsulfonate / fatty alcohol polyglycol ether mixture,
5 parts of dimethylformamide,
57.5 parts of xylene.
Emulsions of the desired concentration can be prepared from such concentrates by diluting them with water.
The aforementioned antimicrobials are therefore suitable as preservatives and disinfectants for technical products of all kinds such as glues, binders, paints, textile auxiliaries or finishing agents, color or printing pastes and similar preparations based on organic dyes or pigments, including those which contain casein or other organic compounds as admixtures.
The compounds according to the invention can also be used as preservatives in the pulp and paper industry, u. a. to prevent the known slime formation caused by microorganisms in the apparatus used for paper production.
The effect of the compounds of the formula I can also be used in preserving and disinfecting finishes for plastics, such as is desirable for everyday objects of all kinds, such as. B. for floor mats, step gratings in swimming pools, wall coverings, etc.
By incorporating them into appropriate wax and polishing compounds, you get floor and furniture care products with a disinfecting effect.
Because of their better solubility in organic solvents, the active ingredients are also well suited for application from non-aqueous media. As organic solvents, for example, trichlorethylene, propylene glycol, methoxyethanol, dimethylformamide come into question, which can also be added Ver distribution agents and / or other auxiliaries.
The content of active substances according to the present invention can be between 0.1 and 50 g, preferably between 1 and 30 g of active substance per liter of treatment liquid, depending on the intended use.
By combining the compounds of the formula I with surface-active substances, detergents and cleaning agents with an antibacterial or antimycotic effect, such as are desired in the food industry, breweries, dairies and slaughterhouses, are obtained.
The detergents and cleaning agents can be in any liquid, pasty, solid, flaky or granular form. The compounds can be incorporated both in anion-active compounds (such as soaps) and in cation-active surfactants or mixtures of different types of surfactants. The active ingredient content in detergents and cleaning agents is generally 0.01 to 5%, mostly 0.1 to 3%.
For disinfection and preservation purposes, the compounds can also be used in combination with known antimicrobial agents.
The following examples serve to explain the invention in more detail without restricting it. The temperature data relate to degrees Celsius. Production examples Production of
EMI3.1
1- (dichlorofluoromethylthio) -3- (3 ', 4'-dichlorophenyl) -5-methyl-imidazolidine-2,4-dione (compound no. 2)
To 25.9 g of 3- (3 ', 4'-dichlorophenyl) -5-methyl-imidazolidin2,4-dione in 500 ml of ethyl acetate, 20.4 g of fluorodichloromethanesulfenyl chloride are added dropwise at 0 ° C. with thorough stirring and, after two hours, also at 0 12.1 g of triethylamine in 100 ml of ethyl acetate. After stirring for three hours at room temperature, the triethylamine hydrochloride is filtered off, the solvent is evaporated and the residue is recrystallized from methanol.
After recrystallization, Compound No. 1 melts at 138-140 ".
The following connections are established in the same way:
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Conn. Rs R2 R3 R4 R5 physical no. Data
2 4'-C1 H H CH3 H m.p. 169-1710
3 3'-Cl 4'-C1 H CH3 CH3 m.p. 85-86 "
4 2'-Cl 5'-C1 H i-C3H7 H m.p. 96-97 "
5 3'-C1 H H CH3 H
6 4'-C1 H H CH3 CH3
7 2'-CF,
H H CH3 H
8 3'-CF3 5'-CF3 H CiH5 CH3
9 3'-C1 4'-Cl H i-C3H7 H m.p. 82-83 10 3'-C1 4'-CH3 H CH3 H 11 3'-Cl HH CH3 CH3 12 2'-Cl 5'-Cl H CH3 H 13 2'-C1 5'-Cl H CH3 CH3 m.p. 119-120 14 3'-CF3 5'-CFa H CH3 H 15 2'-FHH n -C3H7 H 16 2'-CF3 HH i-CaH7 H 17 3'-Cl HH i-C3H7 H 18 3'-Cl 4'-CH3 H i-C3H7 H 19 2'-Cl 4'-Cl 5'-Cl CH3 CH3 20 3'-Cl 4'-CH3 H CH3 CH3 21 2'-CH3 6'-CH3 H CH3 H 22 2'-CH3 6'-C2H5 H i-C3H7 H 23 2'-OCH3 HH CH3 CH3 24 3'i-C3H7 4'-Cl H CH3 H
Example 3
Fungicidal action a) Action against Botrytis cinerea on Vicia faba
Approx.
Vicia plants 10 cm high were sprayed with a spray mixture (0.05% active substance) prepared from a wettable powder of the active ingredient. After 48 hours, the treated plants were infected with a conidia suspension of the fungus. After the infected plants had been incubated for 3 days at 95-100% relative humidity and 21, the fungal attack was assessed.
b) Action against Venturia inaequalis on Malus sylvestris
Apple cuttings with 10-20 cm long fresh shoots were sprayed with a spray mixture prepared from a wettable powder of the active ingredient (0.05% active ingredient). After 24 hours, the treated plants were infected with a conidia suspension of the fungus. The plants were then during
Incubated for 5 days at 90-100% relative humidity and placed in a greenhouse at 20-24 for another 10 days. Scab infestation was assessed 15 days after infection.
c) Action against Plasmopara viticola on Vitis vinifera
In the 6-8 leaf stage, vine cuttings were sprayed with a spray mixture (0.05% active ingredient) prepared from a wettable powder of the active ingredient. After 24 hours, the treated plants were with a sporangia suspension of the
Infected fungus. After incubation for 6 days at
95-100% relative humidity and the fungal attack was assessed.
The following compounds showed a good effect on the following fungi (ie plants less than 20% infected, compared with untreated but infected control plants): in Botrytis cinerea compounds No. 1, 2, 3, 4, 9 and 13 in Venturia inaequalis compounds No. 4 and 13 in Plasmopara viticola compounds No. 1, 2, 3, 4, 9 and 13
Gradient plate experiment to determine the antimicrobial effectiveness [method: W. Szybalski et al., J. Bact. 64, 489 (1952)]
30 cm3 of liquid agar solution with 100 ppm test substance is poured onto a wedge-shaped agar layer (30 cm3) in a flat 100 x 100 x 15 mm glass vessel. As the solution cools, the active ingredient diffuses into the lower agar layer. A concentration gradient in the direction of the greatest thickness of the lower agar layer is thus obtained.
Standardized bacteria or fungi suspensions are applied to the surface of the combined agar layers parallel to the concentration gradient. After the cultures had been incubated for 24 hours for 37 (bacteria) and 72 hours for 28 (fungi), the following compounds showed a complete inhibition of microbial growth at 100 ppm or less in the following organisms.
Organism Compounds No.
Staphylococcus aureus 1, 2, 3, 4, 9 and 13 Streptococcus faecalis 4 and 13 Bacillus subtilis 1, 2, 3, 4, 9 and 13 Candida albicans 2, 3, 4, 9 and 13 Aspergillus elegans 1, 2, 3, 4, 9 and 13 Escherichia coli 2
PATENT CLAIM 1
Pesticides containing an imidazolidine-2,4-dione derivative of the formula I as at least one active component
EMI4.1
wonn
R1 and R2 independently of one another are hydrogen, halogen, C1-C3-alkyl, nitro, Ci-C3-haloalkyl or C1-C3-alkoxy,
R3 hydrogen, halogen or methyl,
R4 denotes hydrogen or C1-C3-alkyl and R5 denotes C1-C3-alkyl with the proviso that if two of the substituents R1,
R2 and Rs are halogen atoms in the meta to the imide group, the third substituent is halogen, C1-C3-alkyl, nitro, C1-C3 haloalkyl or C1-C3-alkoxy.
PATENT CLAIM II
Use of an agent according to claim I for combating phytopathogenic fungi.
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