Kehrrichttransporteinrichtung Das Hauptpatent Nr. 516 454 betrifft ein Kehricht transportverfahren und eine Einrichtung zur Durchfüh rung des Verfahrens, wobei beim Verfahren mittels Spe zial-Kehrichtsammelfahrzeugen eingesammelter Kehricht über grosse Wegstrecken in eine Kehrichtverwertungsan stalt bzw. auf eine Deponie transportiert wird.
Die dem Hauptpatent zugrunde liegende Aufgabe, die Verlustzeiten für die teuren Spezial-Sammelfahrzeuge und deren Besatzung auf ein Minimum zu reduzieren, wird durch ein Verfahren gelöst, gemäss welchem der Kehricht mittels der Spezial-Kehrichtsammelfahrzeuge zu einer etwa im Zentrum des den Fahrzeugen zugeord neten Sammelbereiches angeordneten Umladestation ge fahren, dort unter Verdichtung in einen bereitstehenden Transportbehälter umgeladen und hernach mittels eines den Transportbehälter aufnehmenden Mehrzweck-Trans portmittels zur Kehrichtverwertungsanstalt bzw. Deponie geführt wird.
Zur Durchführung dieses Verfahrens dient gemäss Hauptpatent eine Einrichtung die gekennzeichnet ist durch mindestens ein Spezial-Kehrichtsammelfahr- zeug, einen Auffangtrichter mit einer durch eine Aus- stossöffnung hindurch wirkenden Stopfvorrichtung, min destens einen Transportbehälter, der mit einer Einfüll öffnung an die Ausstossöffnung des Auffangtrichters an- schliessbar ist, mindestens ein Mehrzweck-Transportmit tel, sowie ein den Transportbehälter auf das Mehrzweck- Transportmittel hebendes Ladegerät.
Wie die Ausführungsbeispiele des Hauptpatentes zei gen, bedingt der den automatischen Nachschub des Keh richts in die Stopfvorrichtung ohne Hilfsmittel besorgen de Auffangtrichter einen relativ grossen Niveauunter schied zwischen der Zufahrtsebene für das Spezial-Keh- richtsammelfahrzeug und der Zufahrtsebene auf der der Transportbehälter abgestellt ist. Dieser Niveauunter schied erfordert einen grösseren baulichen Aufwand und kann sich auch als Nachteil auswirken, wenn die ganze Anlage in einem Gebäude untergebracht werden muss oder wenn die Umladestation in ebenem Gelände, z.B. kombiniert mit einer Geleiseanlage, errichtet wird, und keine sichtbehindernde Erhebungen aufweisen soll.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, den Ni veauunterschied zwischen den beiden Zufahrtsebenen zu eliminieren und dadurch die Bauhöhe der Umladestation zu reduzieren.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass eine am oberen Rand des Auffangtrichters ange lenkte schwenkbare Ladebühne vorgesehen ist, die in Ruhestellung einen Teil der Zufahrtsebene bildet und in ausgeschwenkter Stellung den auf ihr zurückgebliebenen Kehricht in den Auffangtrichter entleert.
Auf beiliegender Zeichnung ist ein Ausführungsbei spiel der Erfindung dargestellt, welches im folgenden nä her erläutert wird. Es zeigen: Fig. 1 eine Seitenansicht einer Kehrichtumladesta tion im Anfangsstadium der Umladung mit schwenkba rer Ladebühne in Ruhestellung.
Fig. 2 eine Seitenansicht der Kehrichtumladestation nach erfolgter Entleerung des Spezial-Kehrichtsammel fahrzeuges mit ausgeschwenkter Ladebühne.
Fig.3 einen Querschnitt der Kehrichtumladestation der Fig. 2 und Fig.4 einen Querschnitt der Kehrichtumladestation mit einer Entstaubungsanlage.
In den Fig. 1 bis 4 ist mit 1 ein Spezial-Kehrichtsam- melfahrzeug bezeichnet, welches auf einer Zufahrtsebene 2 abgestellt ist und eingesammelten Kehricht 3 enthält. Ein Teil der Zufahrtsebene 2 wird von einer Ladebühne 2.1 gebildet, welche sich mittels einer aus einer Kolben- Zylindereinheit bestehenden hydraulischen Hebevorrich tung 5 auf einer unterhalb der Zufahrtsebene 2 in einer Grube 2.2 liegenden Stahlträgerkonstruktion 6 abstützt und drehbar am oberen Rand eines Auffangtrichters 4 angelenkt ist. Die Ladebühne 2.1 besitzt auf beiden Sei ten Wände 2.11 zur Führung des Kehrichts 3.
Eine Ein füllöffnung 4.1 des Auffangtrichters 4 wird von einer Einfassung 4.3 nach drei Seiten begrenzt. Der Auffang trichter 4 ist mit der Stahlträgerkonstruktion 6 verbun den .und hat an seinem unteren Ende 4.2 zwei gleich grosse, vorzugsweise rechteckige, sich auf einer horizon talen Mittelachse 4.21 gegenüberliegende Öffnungen 4.22, 4.23. In die Öffnung 4.22 ist eine Stopfvorrichtung 7 eingeführt, die aus einer hydraulischen Kolben-Zylin- dereinheit 7.1 in einem mit dem Kolben verschiebbaren, den gleichen Querschnitt wie die Öffnungen 4.22, 4.23 aufweisenden Mantelrohr 7.2 besteht.
Vor der anderen Öffnung 4.23 des Auffangtrichters 4 ist auf der Stahlträ gerkonstruktion 6 ein Transportbehälter 8 abgestellt, der mit einer Einfüllöffnung 8.1 versehen ist, die den glei chen Querschnitt wie die Öffnung 4.23 besitzt und an diese anschliesst. Der Transportbehälter 8 weist eine langgestreckte parallelepipedische Form auf und ist mit normalisierten Beschlägen 8.2 versehen, die zur Aufhän gung an einem Ladegerät 9 dienen. Bei dem in den Fig. 1, 2 und 3 dargestellten Ladegerät 9 handelt es sich um eine Laufkrananlage, welche für das Verladen des Transportbehälters 8 auf einen in diesem Ausführungs beispiel verwendeten auf einer Zufahrtsebene 11 abge stellten Eisenbahnflachwagen 10 als geeignet erscheint.
Die oben beschriebene Einrichtung arbeitet wie folgt: Nach dem Entleeren des mittels des Spezial-Kehricht sammelfahrzeuges 1 zugeführten Kehrichts 3 auf die La debühne 2.1 und in die Einfüllöffnung 4.1 des Auffang trichters 4 wird das Spezial-Kehrichtsammelfahrzeug 1 entfernt und die Ladebühne 2.1 in Einfüllstellung ausge schwenkt, so dass der auf ihr zurückgebliebene Kehricht 3 ebenfalls in den Auffangtrichter 4 gelangen kann. Der Kehricht 3 wird sodann mittels der Stopfvorrichtung 7 schubweise in den Transportbehälter 8 verschoben und bei zunehmender Füllung des Transportbehälters 8 bis auf etwa ein Drittel seines ursprünglichen Volumens ver dichtet.
Der Kolben der Stopfvorrichtung 7 wird zu die sem Zweck bei jedem Einschub unter dem Einfluss einer üblichen nicht dargestellten hydraulischen Antriebsein heit durch die Öffnungen 4.22 und 4.23 des Auffang trichters 4 hindurch bis mindestens in die gegenüberlie gende Öffnung 8.1 des Transportbehälters 8 hineinge schoben. Wenn der Transportbehälter 8 gefüllt ist, wird er mittels der Laufkrananlage 9 angehoben und auf den auf der Zufahrtsebene 11 bereitstehenden Eisenbahn flachwagen 10 abgesetzt, mittels welchem er in die Keh richtverwertungsanlage geführt wird.
Die Anwendung einer Ladebühne 2.1 gestattet eine niveaugleiche Anordnung der beiden Zufahrtsebenen 2 und 11, wobei allerdings eine Grube 2.2 für die Stopfvor richtung 7 und den Transportbehälter 8 vorgesehen wer den muss, deren Tiefe aber nicht grösser als die Höhe der Stopfvorrichtung 7 sein muss. Bei minimaler Gru bentiefe kann die Hebevorrichtung 5 aus zwei Zylinder- Kolbeneinheiten bestehen, die je auf einer Seite der Stopfvorrichtung angeordnet sind.
Aus der erfindungsge- mässen Anordnung ergeben sich somit folgende Vorteile: Kleinerer baulicher Aufwand und daher kleinere Herstellungskosten der gesamten Anlage, keine sichtbe hindernden Erhebungen und bei Unterbringung der Um ladestation in einem Gebäude, niedrigere Bauhöhe des selben und dadurch kleinere Baukosten.
Die Erfindung lässt ohne weiteres zu, dass die Umla destation in einem Gebäude untergebracht werden kann, dessen Konturen 13 in den Fig. 1 bis 4 angedeutet sind. Bei der Umladung des Kehrichts vom Spezial-Kehricht- sammelfahrzeug 1 in den Transportbehälter 8 wird mit Vorteil eine Entstaubungsanlage 12 angewendet, die zwei, in der Nähe der Einfüllöffnung 4.1 des Auffang trichters 4 angeordnete Absaugstutzen 12.1, 12.2 besitzt.