Seilschwebebahn
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Seilschwebebahn mit wenigstens einem Laufwagen, der eine Anzahl tragende Seilscheiben aufweist.
Die Erfindung bezweckt die Schaffung einer Seilschwebebahn der genannten Art, welche bezüglich Geländegestalt viel anpassungsfähiger ist als die bekannten derartigen Bahnen und dem Gelände in jeder Beziehung angepasst werden kann, d.h., dass deren Tragseil nicht nur auf- und absteigend verlaufen, sondern auch um irgendwelche räumlich ausgebildeten Kurven führen kann.
Die vorgeschlagene Seilschwebebahn soll dementsprechend nicht nur sogenannte Vertikalkurven, d.h. in einer Vertikalebene liegende Kurven, sondern auch sogenannte Horizontalkurven, d. h. solche, die in einer Horizontalebene liegen beschreiben können, ohne dass die Gefahr erhöht würde, dass die Seilscheiben des Laufwagens während des Befahrens solcher Kurven aus dem Tragseil springen.
Zu diesem Zweck ist die vorgeschlagene Seilschwebebahn erfindungsgemäss dadurch gekennzeichnet, dass den tragenden Seilscheiben mindestens eine auf der gegenüberliegenden Seite des Tragseiles angeordnete Gegendruck-Seilscheibe zugeordnet ist, wobei die Gegendrück-Seilscheibe in bezug auf die tragenden Seilscheiben elastisch vorgespannt und axial verschiebbar gelagert ist.
Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist anschliessend an Hand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Ausschnitt der Aufhängevorrichtung eines Laufwagens einer Seilschwebebahn, dargestellt im Schnitt gemäss Linie I-I Fig. 2,
Fig. 2 einen Ausschnitt aus der Aufhängevorrichtung gemäss Schnittlinie II-II der Fig. 1,
Fig. 3 eine Ansicht der Aufhängevorrichtung in Pfeilrichtung A nach Fig. 1.
Der Laufwagen der nachstehend beschriebenen Seilschwebebahn kann eine oder zwei hintereinander angeordnete Aufhängevorrichtungen 1, welche an ihren untern Enden über Träger miteinander verbunden sind, aufweisen.
Die Aufhängevorrichtung 1 ist mit einem Laufwerk 2 ausgerüstet und mit einem Ladeträger 4 verbunden, welcher der Aufnahme von nur schematisch angedeuteten Tragzangen 5, (Fig. 1) dient. Auf dem Ladeträger 4 befindet sich eine Antriebsgruppe 7. Der Ladeträger 4 selbst ist über ein Tragrohr 75 an einem kastenförmigen Hauptträger 9 befestigt. In dessen oberem Ende befindet sich ein Zapfen 11 mit einer verlängerten Stütze 12, welcher dem Festhalten einer Wippe 13 dient. Ein die Bewegung der Wippe 13 begrenzendes Rohr 15 ist auf einer über den Zapfen 11 gestülpten Hülse 17 schweissbefestigt. Die Wippe 13 weist eine Öffnung 19 auf, deren Grösse die Wippbewegung bestimmt.
An den beiden freien Enden dieser Wippe 13 sind eine obere Seilscheibe 21 bzw. 23 in Traglagern 27 bzw. 29 gelagert, während eine untere Seilscheibe 25 in einem Traglager 31 läuft. Alle drei Seilscheiben 21, 23 und 25 sind mit Bremsscheiben 33 versehen. Die beiden tragenden Seilscheiben 21 und 23 sind in der Wippe 13 drehbeweglich gelagert.
Die untere Laufscheibe 25 ist in zwei Schlitzen 35 des kastenförmigen Hauptträgers 9 längsverschiebbar geführt. Auf der den Scheiben 21, 23 und 25 zugekehrten Seiten des kastenförmigen Hauptträgers 9 ist ein Winkelstück 39 befestigt, beispielsweise angeschraubt, welches der Aufnahme einer Buchse 41 mit zwei Lagerstellen 43 und einer Hülse 44 dient. In dieser Lagerstelle 43 ist eine Welle 46 drehbeweglich gelagert. Deren eines Ende ist als Wellenkopf ausgebildet, auf dem ein oder mehrere Keile 50 sitzen. Die Seilscheibe 25 ist in axialer Richtung auf diesen Keilen 50, auf der Welle 46 verschiebbar geführt.
Dies ermöglicht, dass die untere Seilscheibe 25 aus der durch die beiden oberen Seilscheiben 21 und 23 bestimmten Laufebene ausgeschoben werden kann, was eine unnötige Belastung des Seiles und der Rollen verhütet und sicherstellt, dass sich letztere der Seilkurvenform ohne Auftreten grösserer Seitenkräfte anpassen und jegliches Klemmen verhindern.
Die Schlitze 35 sind mit Verstärkungskragen 37 umrandet. Im kastenförmigen Hauptträger 9 sind unter den beiden Schlitzen 35 beidseits je ein weiterer Schlitz 53 vorgesehen.
Diese sind ebenfalls mit Verstärkungskragen 52 umrandet.
In den Schlitzen 53 gleitet ein Führungsbolzen 54 mit einer Hülse 55, auf deren Ebenen je eine Unterlagsscheibe 56 und 57 aufliegt. Zur drehfesten Lagerung der Führungsbolzen 54 dient ein Winkelstück 59, in dem der Kopf 61 des Führungsbolzen 54 anliegt, während auf seinem Gewindeende eine Mutter 62 zum Zusammenhalten dieser Führungselemente aufgeschraubt ist.
Das untere Ende des kastenförmigen Hauptträgers 9 ist als Hauptträgerschuh 64 ausgebildet, an welchem, beispielsweise mittels Schweissung, eine Lagerhülse 66 befestigt ist.
Auf dieser Lagerhülse 66 sind zwei Stützringe 68 und 69 befestigt, welche eine Drehlagerbüchse 73 eines Trägers 71 axial festhalten. Der Träger 71 ist mittels schwenk- und ausziehbarer Federstützen 72 auf dem Ladeträger 4 befestigt und zusätzlich auf einer drehfesten Hülse 74 auf dem zentralen Tragrohr 75 abgestützt, welches seinerseits in der Lagerhülse 66 drehgelagert ist. Deren oberes Ende ist mit einem Stützring 77 zum axialen Festhalten des zentralen Tragrohres 75 versehen.
Am Träger 71 ist ein Vorgelege 76 mit zwei seitlichen Kettenrädern 78 und 79 befestigt für den Antrieb der Seilscheiben. Dieser erfolgt beim dargestellten Ausführungsbeispiel über einen Motor, welcher auf einem mit der Aufhängevorrichtung 1 verbundenen Träger bzw. bei zwei Aufhängevorrichtungen auf den diese verbindenden Trägern ruht und welcher das Kettenrad 78 des Vorgeleges 76 antreibt.
Das Kettenrad 79 des Vorgeleges 76 ist (Fig. 3) über eine Vertikalkette 89 sowie feste Umlenkritzel 91 und Spannritzel 93 mit aufgekeilten Antriebskettenrädern 99,
101 und 103 verbunden. Das an einem gefederten Spannarm 94 angeordnete Spannritzel 93 hält die Kette 89 gespannt.
Im kastenförmigen Hauptträger 9 ist ferner ein fester Arm 96 mit einem weitern Umlenkritzel 97 befestigt. Die Antriebskettenräder 99, 101 und 103 sind über die entsprechenden Wellen in den Lagern 27, 29 und 31 mit den Seilscheibe ben 21, 23 und 25 verbunden, so dass alle drei Seilscheiben positiv angetrieben werden.
Wenn auch in der dargestellten Ausführung die untere Seilscheibe 25 vertikal verschiebbar in Schlitzen 35 des kastenförmigen Hauptträgers 9 geführt ist, so könnte diese untere Seilscheibe 25 beispielsweise auch an einem herausragenden schwenkbaren Arm befestigt sein, und zwar in der Weise, dass bei zunehmender Belastung der Bahn die schwenkbar gefederte Scheibe 25 mit steigender Kraft gegen die beiden obern Seilscheiben 21 und 23 gepresst wird, bzw.
diese beiden Scheiben 21 und 23 sich der untern Seilscheibe 25 nähern und damit den Kontakt mit dem Tragseil verbessern. Im obern Teil der Wippe 13 sind, wie in Fig. 3 ersichtlich, zwei hintereinander angeordnete Umlenkritzel 106 und
107 angebracht. Diese leiten die Vertikalkette 89 vom einen obern Antriebskettenrand zum andern.
Am untern Schenkel des Winkelstückes 39 (Fig. 1) ruht auf dessen Unterseite ein oberer Federteller 140 durchsetzt von einem Gewindebolzen 142. Während der Kopf des Gewindebolzens 142 auf dem Federteller 140 aufliegt (wozu eine entsprechende Durchtrittsöffnung im untern Schenkel des Winkelstückes 39 vorgesehen ist) ist das freie Ende des Gewindebolzens 142 mit einer Innengewindehülse 144 verschraubt, welche ihrerseits mittels eines Keiles 146 gegen Verdrehung gesichert und in einem unteren Federteller 152 längsverschiebbar ist. Am untern Ende der Gewindehülse
144 ist ein Bund 148 angeschweisst, welcher einen Begrenzungsanschlag für die Bewegung der Gewindehülse 144 mit dem Gewindebolzen 142 in dem unteren Federteller 152 bildet.
Zwischen dem untern Federteller 152, welcher auf dem Flansch der Lagerhülse 66 drehbar aufliegt, und dem obern Federteller 140 befindet sich eine Schraubenfeder 150, über welche der kastenförmige Hauptträger 9 und die untere Seilscheibe 25 - mitsamt dem Antriebskettenrand 99 - kraftschlüssig verbunden sind.
Der Laufwagen ruht mit den beiden Seilscheiben 21 und 23 auf dem Seil, während die untere Seilscheibe 25 ein Herausheben der beiden obern Scheiben 21 und 23 aus dem Seil verhindert. Dabei wird die untere Seilscheibe 25 durch den Druck der Schraubenfeder 150 an das Seil gepresst. Am kastenförmigen Hauptträger 9 bzw. am Hauptträgerschuh 64 ist die Lagerhülse 66 angeschweisst. In dieser ist drehbeweglich und axial fest das zentrale Tragrohr 75 angeordnet, auf dessen Mittelteil sich der Träger 71 über die Hülse 74 abstützt. Am zentralen Tragrohr 75 hängt der Ladeträger 4 mit den Haltezangen 5.
Die beiden Seilscheiben 21 und 23 sind drehbar in der Wippe 13 gelagert, welche ihrerseits schwenl.bar auf dem kastenförmigen Hauptträger 9 angeordnet ist, während die untere Seilscheibe 25 im kastenförmigen Hauptträger 9 in Richtung der beiden Schlitze 35 verschiebbar und axial auf der Welle über den oder die Keile 50 verschoben werden kann, was der Seilscheibe 25, wie erläutert, ermöglicht, in den Kurven aus der durch die beiden Seilscheiben 21 und 23 bestimmten vertikalen Ebene auszurücken. Um bei räumlichen Kurven mit horizontalen Komponenten ein Verklemmen zweier gegebenenfalls hintereinanderlaufender miteinander verbundener Aufhängevorrichtungen 1 zu verhüten, ist das zentrale Tragrohr 75 mit dem Ladeträger 4 bezüglich des kastenförmigen Hauptträgers 9 drehbar gelagert.
So können die Ladeträger 4, welche dann über Verbindungsträger miteinander verbunden sind, bei dem Befahren der Kurven eine zwanglose Lage einnehmen. Der Träger 71 mit dem Vorgelege 76 ist axial fest mit dem kastenförmigen Träger 9 verbunden und drehfest über die Federstützen 72 mit dem Ladeträger 4, so dass bei Verschiebungen des Ladeträgers 4 in axialer Richtung gegenüber dem Träger 9 der Träger 71 mit dem Vorgelege 76 seine Lage nicht ändert, womit der horizontale Kettenantrieb gegebenenfalls keine Lageänderung erfährt.
Wenn sich dagegen, beispielsweise in einer Kurve mit horizontaler Komponente, der kastenförmige Hauptträger 9 mit dem Laufwerk 2 dreht, so behält der Ladeträger 4 mit dem Träger 71 und dem Vorgelege 76 sowie dem zentralen Tragrohr 75 seine absolute Winkellage bei, da diese Teile entweder direkt oder indirekt drehbeweglich mit dem kastenförmigen Hauptträger 9 über die Lagerhülse 66 verbunden sind und der Drehbewegung des Hauptträgers 9 nicht folgen. Die drehfeste Verbindung des Trägers 71 mit dem Ladeträger 4 wird zusätzlich durch eine spezielle Arretierung 70 sichergestellt. Der Ladeträger 4 liegt axial federnd auf dem zentralen Tragrohr 75 auf.
Dessen Beladung kann an einem Instrument 80 abgelesen werden, wobei der Ladeträger 4, wenn er gemäss der Lage nach Fig. 1 belastet wird, sich auf dem zentralen Tragrohr 75 gegen den Druck der Federn 82 nach unten senkt und bei axial fester Lage der Gleithülse 74 den Hebel zum Zeiger des Instrumentes 80 entsprechend der Belastung ausschwenkt.
Es ist möglich, irgendeine Last an den Zangen 5 aufzuhängen, insbesondere auch Kabinen für den Personen- und/ oder Materialtransport. Da die Verdrehung des Trägers 71 mit dem Vorgelege 76 gegenüber der Kettenebene der Vertikalkette 89, bestimmt durch die Antriebskettenräder 99, 101 und 103, relativ gering ist, besteht keine Gefahr, dass die Kette 89 aus einem der Kettenräder ausspringt.
Es ist ferner möglich, zwischen den angetriebenen Seilscheiben 21 und 23 einen ebenfalls angetriebenen Raupenantrieb vorzusehen, welcher insbesondere bei grossen Steigungen zum Einsatz gelangt.
Auf diese Weise wird es möglich, eine Seilschwebebahn mit selbstfahrenden Laufwagen zu erstellen, welche über endlose, d.h. in sich geschlossene Strecken verkehren kann.
Dabei können über kürzere oder längere Strecken anstelle von Seilen Schienen verwendet werden. Ausser dem be schriebenen Antrieb kann z.B. zusätzlich ein direkter Elektroantrieb vorgesehen werden, bei welchem die Seilscheiben am Radumfang gleichmässig mit Elektro-Magnet Polen ausgerüstet sind. Diese Pole werden beispielsweise über 90" zwischen dem Abrollpunkt und dem horizontalen, 90" versetzten, nächsten Einlaufpunkt der Scheibe magnetisiert, wodurch nicht nur ein erhöhter Anpresspunkt der Seilrollen auf das Seil bzw. die Schienen, sondern gleichzeitig eine Fortbewegungskomponente erzeugt wird, da die magnetisierten Pole und das Seil sich anziehen und mithin auf die Seilrollen ein sie drehendes Moment ausgeübt wird.
Es ist ferner möglich, die Seilscheibe auf den beiden Stirnseiten mit Federsegmenten auszurüsten und diese durch seitliche, verschiebbare Laufrollen an der Aufhängevorrichtung 1 an vorbestimmten Stellen gegen das Seil zu pressen, so dass beim seitlichen Abheben der Laufrollen die Federsegmente in ihre Ruhelage zurückschwenken.
Neben den Tragseilen läuft eine elektrische Fahrleitung, welche über einen Abnehmer den Antrieb mit Strom versorgt. Es kann sich bei zwei miteinander verbundenen Aufhängevorrichtungen um einen Zentralantrieb oder Einzelantriebe handeln, es ist aber auch möglich, das ganze Aggregat mit einem Düsentriebwerk auszurüsten. Anstelle eines elektrischen kann auch ein hydraulischer, pneumatischer oder wie erwähnt, ein magnetischer Antrieb vorgesehen werden.
Es kann möglicherweise vorteilhaft sein, die Nuten der Seilscheiben mit adhäsionsverbesserndem Material auszukleiden oder deren Oberflächen entsprechend zu rauhen.