Telephon-Münzautomat für Zeitimpulszählung Bei der Zeitimpulszählung wird die Gesprächsge bühr mit Hilfe von Taximpulsen ermittelt, welche je nach der Gesprächszone in kleineren oder grösseren Zeitintervallen ausgesendet werden.
In den für diese Taxierungsart vorgesehenen Tele- phon-Münzautomaten wird in der Regel zu Beginn des Gespräches ein Geldvorrat in einen Münzspeicher einge worfen, welcher im Verlaufe des Gespräches entspre chend den eintreffenden Taximpulsen sukzessive abge baut wird. Am Ende des Gespräches werden die nicht angebrauchten Geldstücke retourniert.
Weiterhin wird in der Regel pro Gespräch ein Tax- zuschlag erhoben, z. B. eine zusätzliche Einheit pro Ortsgespräch und 2 zusätzliche Einheiten pro Fernge spräch.
Die Taxe für das erste Gesprächsintervall beträgt somit bei. Ortsgesprächen 2 und bei Ferngesprächen 3 Einheiten. Für die nachfolgenden Intervalle beträgt die Taxe 1 Einheit.
Man stellt deshalb zunächst mit Hilfe der gewählten Nummer fest, ob es sich um ein Orts- oder um ein Ferngespräch handelt, kontrolliert, ob genügend Geld eingeworfen wurde, um nach Bedarf 2 oder 3 Einheiten zu decken, und gibt erst dann das Gespräch frei. Beim Eintreffen des ersten Taximpulses muss dafür Sorge getragen werden, dass 2 Einheiten im Fall eines Ortsge spräches und 3 Einheiten im Fall eines Ferngespräches einkassiert werden. Diese Massnahmen sind relativ auf wendig und mit entsprechenden Umtrieben verbunden.
Vorliegende Erfindung vermeidet diese Komplika tionen, indem die Erfassung des Taxzuschlages in 2 Schritten erfolgt, z. B. je nachdem es sich um eine Orts- oder um eine Fernverbindung handelt, und stützt sich auf den Umstand, dass z. B. bei Ortsgesprächen nur zu Beginn, des Gespräches -ein Taximpuls ausgesendet wird, während bei Ferngesprächen weitere Taximpulse in ent sprechenden Intervallen nachfolgen.
Der Telephon-Münzautomat gemäss der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass Mittel vorhanden sind, um bei Gesprächen mit nur einem Taximpuls eine Zu- schlagstaxe von einer Einheit und bei Gesprächen mit mehreren Taximpulsen eine Zuschlagstaxe von 2 Ein- heiten zu erheben.
Beim Eintreffen des ersten Taxim- pulses wird zweckmässigerweise gleichzeitig mit der Ge bühr für die erste Taxperiode eine weitere Einheit zur Deckung des Taxzuschlages erhoben, und zwar gleich gültig, ob es sich um ein Orts- oder ein Ferngespräch handelt. Die Anfangstaxe beträgt deshalb immer 2 Tax- einheiten. Bei einem Ortsgespräch kommen keine wei teren Taximpulse mehr an, und die Taxe für das Orts gespräch beträgt somit 1-f-1=2 Einheiten.
Bei Fernge sprächen trifft am Ende des ersten Taxintervalles ein weiterer Taximpuls ein. Dieser zweite Taximpuls be lastet das Guthaben einerseits mit einer Einheit. Ander seits kann er als Kriterium verwendet werden, dass es sich bei der in Frage stehenden Verbindung um ein Ferngespräch handelt. Man kann deshalb das Guthaben entweder sofort, oder innert einer gewissen Verzögerung, z. B. nach 10 Sekunden, während welchen der Teil nehmer weitere Geldstücke nachwerfen kann, zusätzlich mit einer weiteren Einheit belasten.
Entsprechend der Grösse des Guthabens zu Beginn des Ferngespräches können sich folgende Fälle ergeben: 1. Anfangsguthaben 2 Einheiten: Gespräch wird beim Eintreffen des 2. Taximpulses un terbrochen. (Gesprächsdauer 1 Intervall, der 2. Taxim- puls ist Trennimpuls.) 2. Anfangsguthaben 3 Einheiten: Gespräch wird z. B. 10 Sekunden nach Eintreffen des 2. Taximpulses unterbrochen. (Gesprächsdauer 1 Inter vall und 10 Sekunden, kein Trennimpuls).
3. Anfangsguthaben 4 Einheiten: Gespräch wird beim Eintreffen des 3. Taximpulses un terbrochen. (Gesprächsdauer 2 Intervalle, der 3. Taxim- puls ist Trennimpuls.) 4. Anfangsguthaben 5 Einheiten: Gespräch wird beim Eintreffen des 4. Taximpulses un terbrochen. (Gesprächsdauer 3 Intervalle, der 4. Taxim- puls ist Trennimpuls).
5.. Anfangsguthäben grösser als 5 Einheiten: Das Gespräch kann für jede weitere Einheit um je ein Intervall verlängert werden. Damit wird erreicht, dass für Ortsgespräche und Ferngespräche mit einer maxima len Dauer von 1 Intervall und z. B. 10 Sekunden eine Zuschlagstaxe von 1 Einheit, und für längere Fernge spräche eine Zuschlagstaxe von 2 Einheiten einkassiert wird.
Telephon-Münzautomaten werden in der Regel durch die öffentlichen Telephonverwaltungen betrieben, oder im Falle von Hotels, Spitälern, grösseren Betrieben usw. durch private Halter aufgestellt. Im letzteren Fall muss der Halter der öffentlichen Verwaltung eine Miet gebühr für den Automaten und die effektiv aufgelaufe nen Gesprächsgebühren, entsprechend den belegten Tax- intervallen, bezahlen. Die Zuschlagstaxe verbleibt dem Halter des Gerätes.
Die Verrechnung der Gesprächsgebühren erfolgt mit Hilfe eines im Telephonamt installierten Gesprächszäh lers, welcher sämtliche Taximpulse zählt.
Aus der Aufstellung der Fälle 1-5 ergibt sich, dass der Gesprächszähler im Amt jedoch nicht nur die zah lungspflichtigen Taximpulse, sondern auch die Trenn impulse mitzählt, welche nicht bezahlt werden müssen.
Da nicht jedes Gespräch durch einen Trennimpuls beendigt wird, ist es nicht möglich, auf einfache Art den Anteil dieser Impulse festzustellen.
In der Regel wird deshalb in der Zentrale mit zu sätzlichen Schaltmitteln die Zählung des Trennimpulses verhindert, indem z. B. die Markierung des Gesprächs zählers mit einer zeitlichen Verschiebung erfolgt, und der letzte Taximpuls nicht gezählt wird, wenn unmittel bar darauf die Trennung erfolgt.
Dieser Mehraufwand von Schaltmitteln wird in einem Ausführungsbeispiel der Erfindung auf folgende Art vermieden: Das kürzeste Taxintervall betrage bei spielsweise 18 Sekunden, das längste 90 Sekunden. Man verhindert nun, dass ein Trennimpuls überhaupt ausge sendet werden kann, indem man im Automaten das Ge spräch bei den in Frage kommenden Fällen kurz vorher unterbricht. Der kritische Fall tritt auf, wenn im Münz magazin der Geldvorrat Null ist, und infolgedessen der nächste Taximpuls das Gespräch trennt.
Um auch bei Gesprächen in der teuersten Taxzone mit einem Taxin- tervall von 18 Sekunden die Aussendung des Trennim pulses zu verhindern, unterbricht man das Gespräch z. B. 15 Sekunden nach Beginn des letzten bezahlten Taxintervalles.
Fig. 1 zeigt die prinzipielle Wirkungsweise an Hand eines Ausführungsbeispieles.
Jeder Münze ist ein besonderer Einwurfsschlitz in der Münzeinwurfsplatte 1 und ein besonderer Münzprüfer 2 zugeordnet, welcher Schlechtmünzen ausscheidet. Die gu ten Münzen gelangen in den Sichtspeicher 3, in welchem sie in der Reihenfolge des Einwurfes senkrecht überein ander und durch ein Fenster von aussen sichtbar auf gestapelt werden. Zu Beginn des Gespräches muss ge prüft werden, ob vorgängig ein Betrag eingeworfen wurde, welcher mindestens die Taxe für das erste Ge sprächsintervall und die erste Einheit des Taxzuschlages, d. h. total 2 Einheiten, deckt.
Diese Prüfung erfolgt mit Hilfe der Messeinrich- tung 4, des Abkassiermechanismus 5 und des Guthaben anzeigezählwerkes 6. Geldstück um Geldstück wird dem Sichtspeicher entnommen und in den Zwischenspei cher 8 befördert, bis obige Bedingung erfüllt ist. Der Wert dieser Münzen wird laufend auf das Guthabenan- zeigezählwerk 6 übertragen, welches nach Erreichen des vorgeschriebenen Minimalbetrages diese Voreinkassie- rung abstoppt und die Verbindung frei gibt.
Reichen die eingeworfenen Geldstücke nicht aus, um diesen Mini malbetrag zu decken, so wird die Verbindung noch wäh rend der Nummernwahl unterbrochen und das Geld zu rückerstattet.
Am Ende der Nummernwahl ergibt sich folgende Situation: im Sichtspeicher 3 befinden sich die voreinge- worfenen Münzen in der Reihenfolge ihres Einwurfes aufgestapelt. Im Zwischenspeicher 8 befinden sich die voreinkassierten Geldstücke, deren Gesamtbetrag im von aussen sichtbaren Guthabenanzeigezählwerk 6 angege ben ist.
Kommt kein Gespräch zustande, d. h. antwortet der angerufene Teilnehmer nicht, so werden nach Auf hängen des Mikrotelephons sämtliche sich im Sicht- und im Zwischenspeicher befindlichen Geldstücke retour- niert, und das Guthabenanzeigezählwerk 6 wird auf 0 zurückgestellt. Antwortet dagegen der aufgerufene Teil nehmer, so beginnt die Gesprächstaxierung zu laufen. Der 1. Taximpuls bewirkt, dass der Zwischenspeicher 8 in die Kasse 9 entleert wird, indem eine entsprechende Klappe gegen die Kasse zu umgelegt wird.
Diese Klappe bleibt während des ganzen Gespräches in dieser Stellung, so dass auch sämtliche in der Folge aus dem Sichtspei cher 3 abkassierten Geldstücke direkt einkassiert wer den. Die im Zeitimpulstakt eintreffenden Impulse stellen mit Hilfe des 12-kHz-Signalempfängers das Guthaben anzeigezählwerk 6 schrittweise um je eine Gebührenein heit zurück. Sinkt dieses Guthaben auf den Wert 0 ab, so wird automatisch die nächstfolgende Münze aus dem Sichtspeicher 3 abkassiert, und das Spiel beginnt von neuem.
Der zweite Taximpuls betätigt zudem noch ein Ver zögerungswerk 12, welches am Ende der voreingestell- ten Zeit einen zusätzlichen Impuls auf das Guthaben zählwerk abgibt. Dadurch wird bei Ferngesprächen be wirkt, dass das Guthaben mit einer zusätzlichen Zu schlags-Einheit belastet wird.
Sinkt das Guthaben auf den Wert 0 ab, und befindet sich keine weitere Münze im Sichtspeicher 3, so beginnt das Verzögerungswerk 13 zu laufen und unterbricht die Verbindung mit einer entsprechenden Verzögerung. Die Ablaufzeit dieses Verzögerungswerkes ist etwas kleiner als die Dauer des kürzesten Taxintervalles, so dass das Aussenden eines Trennimpulses von der Zentrale aus verhindert wird.