Handbiegeapparat Die Erfindung bezieht sich auf einen Handbiege apparat, mit dessen Hilfe Flach-, Rund- und andere Profile scharfkantig oder mit einem bestimmten Biegeradius von Hand auf einen gewünschten Biege winkel gebogen werden können.
Derartige Handbiegeapparate sind bereits bekannt und bisher im Prinzip so eingerichtet, dass sowohl das Biegewerkzeug als auch die Spannvorrichtung mit der Grundplatte fest verbunden sind, während die Zustellung schwenkbar angeordnet ist und beim Bie gen des Profiles das letztere um das Biegewerkzeug herumdrückt.
Dieses Biegeprinzip hat jedoch den Nachteil, dass der konstruktive Aufbau des Handbiegeapparates verhältnismässig kompliziert und unhandlich wird und der verfügbare Platz in der Biegeebene und der Schwenkbereich, d. h. der maximale Biegewinkel, gering sind, so dass das Biegen komplizierterer Teile nicht möglich ist. Von Nachteil sind hier ferner die fehlende Möglichkeit, Profile mit kurzen Schenkeln zu biegen, d. h. enge Kröpfungen herzustellen, wie auch die verhältnismässig geringe Auflagefläche für das winkelige Biegen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Handbiegeapparat zum Biegen von Profilen zu schaf fen, bei welchem diese Nachteile vermieden sind.
Der Handbiegeapparat gemäss der vorliegenden Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Dreh teller in einer Grundplatte drehbar gelagert und auf ihm die Spannvorrichtung und das Biegewerkzeug an geordnet ist, während der der Zustellung dienende Anschlag verstellbar mit der Grundplatte verbunden ist, so dass das Biegen des Profiles durch Ziehen des letzteren um das Biegewerkzeug erfolgt.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des Handbiegeapparates gemäss der Erfindung schema tisch dargestellt. Es zeigen: Fig. 1 einen Handbiegeapparat im Querschnitt, Fig.2 den Handbiegeapparat der Fig. 1 in einer Draufsicht, Fig. 3 ein eingespanntes Flacheisen vor dem Scharfkantigbiegen, Fig. 4 das Flacheisen der Fig. 3, scharfkantig um 90 gebogen, Fig. 5 ein eingespanntes Flacheisen vor dem Radiusbiegen,
Fig. 6 das Flacheisen der Fig. 5, mit Radius, um 90 gebogen, Fig. 7 einen Handbiegeapparat in einer räum lichen Darstellung.
In Fig. 1 ist in einer Grundplatte 1 ein Dreh teller 2 drehbar gelagert. Ein als Zustellung dienender Anschlag 3 ist in einer Supportgeradführung 4 der Grundplatte 1 verschiebbar gelagert und mittels einer Spannschraube 5 an der Grundplatte 1 befestigt (vgl. Fig. 2). Ein zu biegendes Flachprofil 6 liegt auf dem Drehteller 2 auf und stützt sich seitlich über ein auf dem Drehteller 2 aufgelegtes Zwischen stück 7 am Zustellungsanschlag 3 ab. Ein zylindri sches Radiusbiegewerkzeug 8 ist in den Drehteller 2 zentral eingeschraubt und liegt am Flachprofil 6 seit lich an.
Ein Spannkloben 9 ist in einer Geradführung 10 des Drehtellers 2 verschiebbar gelagert und drückt das Flachprofil 6 gegen. das Biegewerkzeug B. Die Verschiebung des Spannklobens 9 erfolgt mittels einer in einem Widerlager 2a des Drehtellers 2 axial un- verschiebbar gelagert und mit einem Gewinde 11 versehenen Spannspindel 12 (vgl. Fig. 2). Der Dreh teller 2 weist eine Nut 13 auf, in welche Biegewerk zeuge verschiedener Art, insbesondere zum Scharf kantigbiegen, formschlüssig eingesetzt werden kön nen.
Der Drehteller 2 ist ferner mit einer Winkel skala und einem einstellbaren Messanschlag 14 ver sehen. Der Messanschlag 14 kann nach der Winkel- Skala eingestellt werden, was insbesondere für Serie arbeiten in Frage kommt. Mittels eines mit dem Drehteller 2 befestigten Handeisens 15 wird der Drehteller beim Biegen von der Bedienungsperson verschwenkt. Der Handbiegeapparat ist in einen nur andeutungsweise gezeichneten Schraubstock einge spannt.
In den Fig. 3 und 4 ist ein Flachprofil 6 vor und nach dem Scharfkantigbiegen gezeigt. Mittels des prismatischen Biegewerkzeuges 8, welches in die Nut 13 des hier nicht gezeichneten Drehtellers 2 eingesetzt ist, wird gemäss Fig. 4 eine scharfkantige 90 -Biegung des Flachprofilen 6 hergestellt.
In den Fig. 5 und 6 ist ein Flachprofil 6 vor und nach dem Radiusbiegen gezeigt. Mittels des zylin drischen Radiusbiegewerkzeuges 8, welches zentral in den nicht gezeichneten Drehteller 2 eingesetzt ist, wird gemäss Fig. 6 eine 180 -Biegung des Flachpro files 6 mit einem durch das Radiusbiegewerkzeug 8 bestimmten Biegeradius hergestellt. In Fig. 7 ist der Handbiegeapparat der Fig. 1 und 2 in räumlicher Darstellungsweise gezeigt.
Hier ist jedoch ein prismatisches Biegewerkzeug 8' zum Scharfkantigbiegen in den Drehteller 2 eingesetzt, und zwar unter Formschluss mit der Nut 13. Der einstellbare Messanschlag 14 ist auf eine 90 -Biegung eingestellt.
Der beschriebene Handbiegeapparat könnte auch so ausgebildet sein, dass er mittels Befestigungs schrauben ortsfest montiert werden kann.
Der Handbiegeapparat gemäss der Erfindung hat den Vorteil, dass mit ihm Radiusbiegungen bis zu 180 hergestellt werden können. Auch können Pro file mit kurzen Schenkeln gebogen, d. h. enge Kröp- fungen durchgeführt werden. Das neue Biegeprinzip, welches auf einem Ziehen des Profiles um das Biege werkzeug beruht, gewährleistet einen überaus hand lichen Apparat, welcher sich durch viel Platz in der Biegeebene und einen grossen Schwenkbereich aus zeichnet. Durch die grosse Auflagefläche des Dreh tellers wird das winkelige Biegen in erheblichem Masse erleichtert.
Der Drehteller deckt die Teller lagerung ab und schützt sie so in günstiger Weise vor dem während des Biegevorganges vom Profile ab fallenden Zünder und Rost. Die erforderlichen Werk- zeuge sind sehr einfach und leicht auswechselbar. Die Radiuswerkzeuge bestehen lediglich aus zylin drischen Bolzen. Vor allem fällt der Vorteil ins Gewicht, dass im Gegensatz zu den meisten bisher bekannten Apparaten das Werkstück völlig plan an das Werkzeug gepresst wird.
Schliesslich besteht ein Vorteil des 'beschriebenen Handbiegeapparates auch darin, dass der als Zu stellung dienende Anschlag durch eine Spannschraube festgeklemmt wird und nicht durch eine Spindel oder einen Exzenter verschoben wird. Die Befestigung mittels Spannschraube gewährleistet nämlich einen überlastungsschutz, weil der Anschlag bei zu grossen Kräften zurückweichen kann, was bei Verwendung einer Spindel oder eines Exzenters nicht möglich ist.