Anlage zum Schleudern von Hohlkörpern Es ist bekannt, Hohlkörper aus erstarrenden bzw. festwerdenden Werkstoffen metallischer und nicht metallischer Art auf dem Schleuderweg herzustellen, indem man Formen in mindestens annähernd waag rechter Lage in Umdrehung versetzt, um den dann oder schon vorher in diese Formen eingebrachten Werkstoff für die Hohlkörper unter der Wirkung der Fliehkraft in gleichmässiger Schicht zu verteilen, wor auf man die entstandene Schicht erhärten lässt. Nach Erreichung ausreichender Festigkeit kann der Hohl körper aus der Form entfernt werden, wenn es sich um die Herstellung homogener Hohlkörper handelt oder wenn die Schicht in der Form belassen wird, entstehen Verbundhohlkörper.
Auf diese Weise kön nen Hohlkörper als Deckschichten, Schutzüberzüge und sonstige Oberflächenergänzungen auf der Innen seite bestehender Hohlkörper erzeugt werden.
Im allgemeinen ist es üblich, bei der Erzeugung von Hohlkörpern die einzelnen Arbeitsvorgänge an einer einzigen Arbeitsstelle nacheinander vorzuneh men. Beispielsweise werden also in dieser Weise die Formen in Stellung gebracht, durch bestimmte Mass nahmen, wie Aufbringen eines Innenüberzuges, Ein setzen eines Kernes und Abschliessen mittels eines Deckels oder Ringes schleuderfertig gemacht, in Umlauf versetzt, mit dem Schleuderwerkstoff be schickt, nach Beendigung des Schleudervorganges bzw. nach dem Stillsetzen und nach Entfernen des Deckels oder Abschlussringes von dem erzeugten Hohlkörper befreit und schliesslich gesäubert.
Um wirtschaftlicher zu arbeiten, hat man indes sen auch schon vorgeschlagen, die einzelnen Arbeits gänge auf verschiedene Arbeitsstellen zu verteilen und dabei die Formen taktmässig oder kontinuier lich von einer Arbeitsstelle zur andern weiterzu- transportieren. Erwähnt sei hier insbesondere die Anlage gemäss der britischen Patentschrift Nummer 632104, bei welcher die Formen mit Hilfe mehre rer, teils senkrecht, teils waagrecht verlaufender, sich aneinander anschliessenden Förderbahnen quer zu ihrer Längsachse in einer senkrechten Ebene einen Arbeitszyklus ausführen, indem sie nacheinander an den verschiedenen Arbeitsstellen vorbeigeführt wer den.
Diesem bekannten Stand der Technik gegenüber unterscheidet sich die Anlage nach der Erfindung dadurch, dass mindestens drei, durch ortsfeste, vor zugsweise als Trag- bzw. Antriebsrollen ausgebildete Auflager für die Formen bzw. Hohlkörper gegebene Arbeitsstellen vorgesehen sind, an deren ersten Mit tel zur Beschleunigung der Formen bzw. bestehenden Hohlkörper auf die Schleuderdrehzahl vorgesehen sind, an deren zweiter Mittel zum Einbringen des Schleuderwerkstoffes in die Formen bzw. bestehende Hohlkörper und an deren dritter Mittel zum Schleu dern bis zur genügenden Festigung des Schleuder werkstoffes, wobei weitere beweglich gelagerte Trag rollen vorhanden sind, auf denen die Formen bzw. bestehenden Hohlkörper unter Anheben und Absen ken von einer Arbeitsstelle zur andern transportiert werden.
In der beiliegenden Zeichnung ist ein Ausfüh rungsbeispiel einer Anlage nach der Erfindung dar gestellt, und zwar zeigt; Fig. 1 eine Seitenansicht und Fig. 2 eine Stirnansicht der Anlage.
Es handelt sich um eine Anlage, auf welcher unter Benutzung einer Anzahl von metallischen Giessformen 1 Leitungsrohre aus Gusseisen nach dem Schleuderverfahren hergestellt werden. Die Giessformen werden dabei auf einer endlosen Bahn an den verschiedenen Arbeitsstellen vorbeibewegt. Zu diesem Zweck sind zwei übereinander angeord nete Laufbahnen 2 und 3 vorgesehen, die eine ge ringe Neigung gegeneinander besitzen und an den Enden durch senkrecht arbeitende LUbergabevorrich- tungen 2a und 3a miteinander in Verbindung ge bracht sind. Die Bewegungsrichtung der Giessformen 1 ist durch Pfeile angegeben.
An einer Arbeitsstelle in der untern Laufbahn 3 erfolgt die Erzeugung der Rohre in den Giessformen 1, die vorher giessfertig gemacht worden sind. Die Herstellung der Hohl körper erfolgt in drei Stufen, die nacheinander ein zeln an drei getrennten Arbeitsstellen stattfinden. Diese Arbeitsstellen sind durch die Rollenpaare 4, 5 und 6 bestimmt, die ortsfest in paralleler Anordnung nebeneinander gelagert sind. Diese Rollenpaare be stehen, wie Fig. 2 erkennen lässt, aus einzelnen, über die Länge der Giessform 1 verteilten Rollen, die in entsprechende Eindrehungen 7 der Giessform 1 ein greifen.
Die Rollen 5 der mittleren Arbeitsstelle sind einem nicht gezeichneten Antrieb zugeordnet und können demgemäss in Umlauf versetzt werden, während die Rollen der beiden aussenliegenden Ar beitsstellen ohne Antrieb sind. Unterhalb dieser Rollenpaare 4 bis 6 befindet sich die Fördervorrich- tung, mit deren Hilfe die Formen 1 von einer Ar beitsstelle zur andern bewegt werden. Sie besteht aus den Rollenpaaren 8 und 9, die fliegend an den Armen 10 gelagert sind. Diese sind wiederum in den Gehäusen 11 gelagert und werden von dem Antrieb 12 aus über Zwischenräder in eine kreisende Bewe gung versetzt, die sich entgegengesetzt dem Uhrzeiger vollzieht.
Die Wellen der einander benachbarten Rollen der beiden Rollenpaare 8 und 9 sind durch einen Riementrieb 13 miteinander gekuppelt.
Nach der Fig. 1 befindet sich an jeder Arbeits stelle eine Giessform 1. Die auf den Rollen 4 ruhende Form 1 steht still. Die auf den Rollen 5 ruhende Form 1 läuft mit der jeweils erforderlichen Drehzahl um und wird mit dem Schleuderwerkstoff beschickt, während die auf den Rollen 6 ruhende noch um laufende Form 1 durch Abbremsen zum Stillstand gebracht wird. Bei ihrer Aufwärtsbewegung erfassen die Rollenpaare 8 und 9 die an den ersten beiden Arbeitsstellen befindlichen Giessformen 1, während die an der dritten Arbeitsstelle befindliche Giessform 1 von den starren Auflagerflächen 14 erfasst wird. Beim weiteren Fortgang der kreisenden Bewegung der Arme 10 werden die Giessformen angehoben und nach links transportiert.
Dabei überträgt die bisher an der mittleren Arbeitsstelle befindliche Giessform 1 ihre Umlaufbewegung auf die Transportrollen 9 und über den Riementrieb 13 auch auf die Trans portrollen B. Diese setzen somit während der Trans portbewegung die von ihnen abgehobene Giessform 1 in Umlauf. Nach einer gewissen Zeit setzen die Transportrollen die Giessform 1 auf der nächsten Arbeitsstelle ab bzw. die auf der dritten Arbeits stelle gewesene Form auf den linken Teil der Lauf- bahn 3. Gleichzeitig läuft von der rechten Seite eine leere Giessform 1 der ersten Arbeitsstelle 4 zu.
Die nunmehr auf der mittleren Arbeitsstelle befindliche Giessform 1 hat inzwischen die volle Drehzahl er reicht und wird mit dem Schleuderwerkstoff be schickt, während in der an der Arbeitsstelle 6 befind lichen Giessform 1 der Schleudervorgang bis zur aus reichenden Verfestigung des Schleuderwerkstoffes fortgesetzt wird. Die Umlaufzahl der kreisenden Arme 10 mit den Transportrollen richtet sich nach der Zeit des am längsten dauernden Arbeits vorganges an den drei Arbeitsstellen. Da es ohne weiteres möglich ist, die Zahl der Arbeitsstellen zu vergrössern, wobei natürlich eine entsprechende Heraufsetzung der Zahl der Transportrollen erfol gen muss, kann die Taktfolge der Transportbewe gung dem Zeitbedarf für das Einbringen des Schleu derwerkstoffes angepasst werden, so dass eine maxi male Leistung in der Erzeugung erzielt wird.
Die Zeit, in welcher ein Hohlkörper bzw. eine Deckschicht an einem bestehenden Hohlkörper er zeugt wird, kann danach auf den Zeitbedarf für das Einbringen des Schleuderwerkstoffes in Form bzw. in den Hohlkörper begrenzt werden. Dabei ergibt sich durch die ortsfeste Anordnung der an den einzelnen Arbeitsstellen verwendeten Trag- bzw. Antriebs elemente für die Formen bzw. bestehenden Hohl körper eine besonders einfache und billige Anlage. Insbesondere wirkt sich der Umstand vereinfachend aus, dass die dem Transport der Formen bzw.
Hohl körper von der einen Arbeitsstelle zur andern die nenden Elemente infolge ihrer Ausbildung als Rollen gleichzeitig dazu benutzt werden können, Umlaufbewegungen auf die Formen bzw. bestehen den Hohlkörper zu übertragen und evtl. umgekehrt von diesen zu übernehmen.
Es können nur an der Arbeitsstelle, wo das Ein bringen des Schleuderwerkstoffes in die Formen bzw. in die Hohlkörper erfolgt, angetriebene Tragrollen für die Formen bzw. bestehenden Hohlkörper vor gesehen sein, und die auf der davorliegenden Ar beitsstelle befindliche Formen bzw. bestehenden Hohlkörper über die in Umlauf versetzten Trans portrollen angetrieben werden. Die Transportrollen können zu diesem Zweck einen eigenen Antrieb be sitzen.
Es ist aber auch möglich, dass die Transport rollen jeweils von der Form bzw. dem bestehenden Hohlkörper, der sich gerade an der Arbeitsstelle für das Einbringen des Schleuderwerkstoffes befindet und deshalb von den Tragrollen aus angetrieben wird, in Umlauf versetzt werden und unter entspre chender Kupplung diese Umlaufbewegung auf die gerade an der davor liegenden Arbeitsstelle befind liche Form (bzw. bestehenden Hohlkörper) weiter leiten.
Um zu einer gedrängten Bauart zu kommen, die sich insbesondere für langgestreckte Formen bzw. bestehende Hohlkörper eignet, können die Trag- bzw. Antriebsrollen für die Formen bzw. die be stehenden Hohlkörper in mehrere kurze und über die Länge der Formen bzw. der bestehenden Hohl körper verteilte Rollen aufgegliedert sein, wobei die Transportrollen in Längsrichtung zwischen bzw. neben ihnen an den Formen bzw. den bestehenden Hohlkörpern angreifen können. Demselben Zwecke ist es von Vorteil, die Transportrollen baulich und antriebsmässig derart zusammenzufassen, dass ein gleichzeitiger und gleichmässiger Transport der an den verschiedenen Arbeitsstellen befindlichen For men bzw. bestehenden Hohlkörper erfolgt.
Dabei ist es in einfacher Weise möglich, die einander benach barten Transportrollen für die nebeneinander liegen den Arbeitsstellen miteinander so zu kuppeln, dass die Umlaufbewegung der zu der einen Arbeitsstelle gehörenden Transportrollen auf die der benachbar ten Arbeitsstelle zugehörigen Transportrollen über tragen wird.
Zur Raumeinsparung für bessere Übersicht und Betriebssicherheit - wird zweckmässigerweise den Transportrollen eine solche Lagerung und ein solcher Antrieb gegeben, dass sie eine kreisende Bewegung in senkrechter Ebene ausführen. Eine besonders günstige Lösung dieser Art besteht darin, dass die Transportrollen an Armen gelagert sind, die nebst ihrem Antrieb für die kreisende Bewegung unter halb der Trag- bzw. Antriebselemente der Arbeits stellen untergebracht sind. Der Antrieb kann so gestaltet sein, dass die Transportrollen eine fort laufende in einer Richtung erfolgende kreisende Be wegung ausführen oder eine hin und her pendelnde Bewegung vollziehen.
Die Wahl der Transport bewegung hängt in der Hauptsache von den jewei ligen örtlichen Bedingungen ab.
Die Anlage kann zum Herstellen von Rohren aus Gusseisen, Stahl oder Nichteisenmetallen, aber auch aus Werkstoffen wie Beton nach dem Schleu derverfahren verwendet werden. Es ist gleichgültig, ob die dafür benötigten Formen aus metallischen oder nichtmetallischen Werkstoffen bestehen und ob sie unmittelbar oder in einem gegebenenfalls mit einem Kühlmittel ausgefüllten Gehäuse von Arbeitsstelle zu Arbeitsstelle transportiert werden. Die Anlage gestattet sowohl die Herstellung homogener Hohl körper oder die Herstellung von Verbundhohlkör pern, welche aus mehreren, konzentrische Schalen um die Schleuderachse bildenden Schichten aus ver schiedenem Werkstoff bestehen.