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Bildmesstheodolit zm'direkten Entnahme orientierter Winkel aus photographischen
Messbildern.
Die Erfindung betrifft eine weitere Ausgestaltung des im Patent 80775 beschriebenen Bildmesstheodolites.
Die im österr. Patente Nr. 80775 beschriebene Einrichtung bezweckt vor allem die zahlenmässige Feststellung der Horizontal-und Tiefenwinkel. Sie kann aber dahin erweitert oder abgeändert werden, dass mit diesen Winkeln-bei gleichzeitiger Verwendung von zwei Bildmesstheodoliten-die Lage und
Höhe der Objektpunkte selbst zeichnerisch festgelegt werden.
Liegen nämlich zwei verschiedene Aufnahmen desselben Geländeabschnittes vor und sind die
Standpunkte der Aufnahmen und die Richtungen, unter denen sie erfolgten, bekannt, so kann man beiden Photogrammen die Richtungswinkel entnehmen, die sich auf denselben Geländepunkt beziehen. Trägt man diese Richtungen in entsprechender Weise an die Verbindungslinie der Aufnahmestandpunkte in einer Karte ein, so findet man derart den Grundriss des eingestellten Punktes. Damit ist auch die Horizontalentfemung e des Punktes von den Standpunkten bekannt, so dass man die Höhendifferenz A zwischen Aufnahmestandpunkten und angezieltem Punkt mit Hilfe eines der Tiefenwinkel T nach diesem Punkte aus der bekannten Formel A = e. tg. T berechnen kann.
Durch Wiederholung dieses Vorganges erhält man schliesslich einen vollständigen Lage-und Höhenplan des von zwei Standpunkten photographisch aufgenommenen Geländeabschnittes. Anstatt nun mittels des Bildmesstheodolites die Richtung-und Tiefenwinkel nach identischen Bildpunkte aus zwei zusammen- gehörigen Bildern zunächst nach Gradmass zu entnehmen, und die so gefundenen Zahlen dann graphisch weiter zu verwenden, kann man zwei Bildmesstheodolite zwangläufig mit einem Auftrageapparat verbinden.
Eine weitere Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes des Hauptpatentes besteht in folgendem :
Der Erfindungsgegenstand des Hauptpatentes stellt sich bekanntlich in bewussten Gegensatz zu dem von Koppe vorgeschlagenen Verfahren, die Aufnahmekamera selbst zur Ausmessung der mit ihr aufgenommenen Photogramme zu benutzen. Der Hauptvorteil des Koppeschen Verfahren besteht in der Unschädlichmachung der Verzeichnungsfehler des Objektives und der Richtungsfehle. r der Aufnahmeplatte. Diese theoretischen Vorteile werden aber durch einen wirtschaftlichen Nachteil reichlich auf-
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Die Vorteile der Koppeschen Einrichtung kommen aber heute auch nicht mehr zur Geltung, da die moderne Optik Objektivtypen geschaffen hat, die innerhalb ziemlich weiter Grenzen praktisch verzeichnungsfrei sind.
Auch die Plattenunebenheiten spielen keine besondere Rolle mehr, sobald nur gute Spiegelglasplatten von angemessener Dicke und nicht zu grossem Format zu den Aufnahmen benutzt werden.
Man kann deshalb heute auf die Verwendung des Allfnahmeobjektives (oder eines mit diesem identischen Objektives) zur Ausmessung der Platten verzichten, wie es bei dem Gegenstand des Hauptpatentes geschehen ist. Wohl aber ist es für gewisse Fälle zweckmässig, die Photogramme nicht direkt, sondern dur eh ein besonderes Linsensystem hindurch zu beobachten, dessen vorderer Hauptpunkt dauernd
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und genau mit der Bildträgerachse und dem Schnittpunkte der Achsen des Theodolites (Stehachse, Eipp- achse und Zielaehse) zusammenfällt. Man hat dann nur darauf zu achten, dass der Abstand der aus- zumessenden Platte vom hinteren Hauptpunkte des gewählten Linsensystems jedesmal genau gleich der
Bildweite der Kamera wird,
mit der die Aufnahme vorgenommen wurde.
Bei Erfüllung dieser Bedingungen erscheinen alle Bildstrecken vom hinteren Hauptpunkte aus unter denselben Winkeln, wie sie bei direkter Beobachtung der Platte von diesem Punkte aus erscheinen würden.
Der Vorteil dieser abgeänderten Einrichtung besteht darin, dass die Bildpunkte im Fernrohr besser einstellbar sind und dass, wenn das vorgeschaltete Linsensystem nur annähernd (bis auf einige Millimeter) dieselbe Bildweite wie die verwendeten Aufnahmeobjektive besitzt, eine Einstellung des Femrohrokulares für verschieden weit vom Plattenmittelpunkt entfernte Bildpunkte unnötig wird, da alle diese Punkte für den Beobachter praktisch im Unendlichen zu liegen scheinen.
Ein den vorstehenden Angaben entsprechender Bildmesstheodolit ist in den beiliegenden Zeichnungen zur Darstellung gebracht, u. zw. zeigen :
Fig. 1 einen senkrechten Schnitt einer schematischen Darstellung des Bildmesstheodoliten, Fig. 2 einen wagrechten Schnitt von Fig. 1, Fig. 3 die Einrichtung zur zeichnerischen Darstellung der Lage und Höhe der Objektivpunkte, Fig. 4 eine Erläuterung zu Fig. 3, Fig. 5 eine Abänderung von Fig. 4.
Der Bildmesstheodolit unterscheidet sich von dem im Hauptpatente beschriebenen dadurch, dass mit dem Bildträger B das Linsensystem 0 fest verbunden ist, dessen vorderer Hauptpunkt H im Schnittpunkte der Stehachse y-y mit der Kippachse x-x liegt. Zum Avisieren der einzelnen Bildpunkte auf der photographischen Platte L dient das Fernrohr g, welches in jedem beliebigen Vertikal-und Horizontalwinkel, unabhängig von dem Bildträger B eingestellt werden kann.
Zum Zwecke der zeichnerischen Festlegung der Lage und Höhe der Objektivpunkte dient der durch Fig. 3-5 veranschaulichte Auftrageapparat. Er besteht aus einem Zeichenbrett C (Fig. 3), in das an zwei Stellen Zapfen (Z und Z2) eingelassen sind, um die sich je ein mit Längsschlitz versehenes Lineal Dj und D2 drehen kann. Beide Lineale werden durch einen hohlen Stift S zusammengehalten, unbeschadet ihrer Drehfähigkeit um Z, bzw. Z, da ja der Stift S in den Schlitzen gleitet.
Die Lineale stellen die Richtungen al und a2 dar, unter denen ein in beiden Bildern angezielter Punkt S gegen die Aufnahmebasis erscheint. Der durch S definierte Schnittpunkt der Lineale gibt also die Lage des Punktes zur Grundlinie an und kann auf der Zeichenfläche durch eine in dem hohlen Stift S angebrachte Pikiernadel fixiert werden.
Um auch den Höhenunterschied A zwischen dem Punkte S und einem der Aufnahmestandpunkte (z. B. Zi) graphisch zu finden, bedenkt man, dass die oben angegebene Gleichung
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geometrisch dargestellt wird durch ein rechtwinkliges Dreieck (Fig. 4), dessen Katheten A und e sind, während der Winkel T der Kathete h gegenüberliegt.
Dementsprechend wird man (s. Fig. 5) ein weiteres von D unabhängiges Lineal D3 um den Zapfen Zl drehbar anbringen, während eine mit einem Höhenmassstab versehene Schiene E mittels der Schlittenführung F stets senkrecht zum Lineal Di gleiten kann. Dabei steht die Schiene E bzw. ihre Führung F in fester Verbindung mit dem Stifte 8.
Ist also nach Einstellung der horizontalen Richtungen an den beiden Linealen Di und D2 (Fig. 3)
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sind nun dieselben, die auch das Fernrohr des Bildmesstheodolites beim Einstellen eines Bildpunkte ausführt.
Benutzt man also gleichzeitig zwei Bildmesstheodolite zur Ausmessung der erwähnten beiden
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beider Theodolitfernrohre auf die Lineale Di und D2, die Vertikalbewegung eines der Theodolitfernrohre (hier des linken) auf das Lineal D3, so ist durch einfache Einstellung zweier entsprechender Punkte auf den beiden Platten ohneweiters die Lage des betreffenden Punktes in der Karte fixiert, während die Höhe des Punktes sofort an den Höhenmassstab der Schiene E abgelesen werden kann.
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