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Verfahren zur Erhöhung der Farbaffinität von Fasern
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Sulfonierungs- und Chlorsulfonierungsverfahren von synthetischen Fasern aus Polymeren oder Polymermischungen und/oder aus Vinylchloridcopolymeren, um deren Affinität für Farbstoffe zu verbessern. In der italienischen Patentschrift Nr. 584 249 wurde ein
Verfahren zur Verbesserung der Anfärbbarkeit von Textilfasern aus Polymeren, aus Polymermischungen und/oder Olefincopolymeren beschrieben, welches darin besteht, dass diese Fasern einer Sulfonierungs- oder Chlorsulfonierungsbehandlung unterworfen werden, wodurch sie mit basischen Farbstoffen anfärbbar werden.
Gemäss dieser Patentschrift kann auf die Sulfonierung oder Chlorsulfonierung eine Behandlung mit Aminen folgen, wodurch Fasern erhalten werden, die auch mit sauren Farbstoffen anfärbbar sind.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein Verfahren, bei welchem Textilfasern aus Vinylchlorid, Mischungen von Polyvinylchlorid mit andern Harzen (und insbesondere mit Styrol-vinylchloridcopolymeren) sowie Vinylchloridcopolymeren mit wenigstens 85% Vinylchloridgehalt sulfoniert oder chlorsulfoniert werden. Hiebei werden Fasern erhalten, die mit basischen Farbstoffen anfärbbar sind. Wenn man die erfindungsgemäss sulfonierten oder chlorsulfonierten Fasern einer weiteren Behandlung mit Aminen (Hexamethylendiamin, Polyäthylenimin und analogen Substanzen) unterwirft, kann auch eine Affinität zu sauren Farbstoffen erhalten werden.
Zusätzlich zu der Verbesserung der Affinität zu Farbstoffen bewirkt das erfindungsgemässe Verfahren eine grössere Feuchtigkeitsaufnahme und vermindert die Empfindlichkeit gegenüber elektrischen Aufladungen.
Bei dem erfindungsgemässen Verfahren werden solche Sulfonierungs- und Chlorsulfonierungsmittel verwendet, wie sie gewöhnlich für derartige Reaktionen verwendet werden : Sulfurylchlorid, Chlorsulfonsäure, konzentrierte Schwefelsäure, gasförmige Mischungen von Schwefeldioxyd und Chlor, Oleum sowie analoge Substanzen.
Sowohl die Sulfonierung als auch die Chlorsulfonierung können durchgeführt werden, indem man die Stapelfasern oder das Fasergarn in ein Bad aus Sulfurylchlorid, Schwefelsäure, Chlorsulfonsäure, Oleum und ähnlichen Substanzen während eines verschieden langen Zeitraums je nach dem Einzelfall taucht, wobei im allgemeinen bei Raumtemperatur gearbeitet wird.
Hierauf werden die Fasern aus dem Bad genommen, dann sorgfältig gewaschen und verseift, um jede Spur der Sulfonierungs- oder Chlorsulfonierungsmittel zu entfemen.
Die folgenden Beispiele sollen die vorliegende Erfindung erläutern, ohne dass diese jedoch hierauf beschränkt werden soll.
Beispiel l : Stapelfasern aus einer Mischung von 50 Gew.-Teilen Polyvinylchlorid und 50 Gew.-Teilen eines Vinylchloridstyrol-90/1O-copolymers werden 20 min lang in ein Bad von Chlorsulfonsäure bei Raumtemperatur eingebracht.
Die Stapelfasern werden dann aus dem Reaktionsbad entfernt und gut mit Tetrachlorkohlenstoff und dann mit Wasser gewaschen, um das Chlorsulfonierungsmittel völlig zu entfernen.
Die Stapelfasern werden dann mit basischem Malachitgrün im Gewichtsverhältnis Faser : Farbbad von 1 : 30 und Farbstoff : Faser von 2 : 100 gefärbt.
Die Färbung wird in Anwesenheit von 1% Essigsäure li h lang bei Siedetemperatur durchgeführt.
EMI1.1
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Zugfestigkeit 2, 84 g/den
Dehnung 27%
Feuchtigkeitsaufnahme bei 100% relativer Feuchtigkeit 5, 98%.
Beispiel 2 : Stapelfasern aus Polyvinylchlorid mit einem Fikentscher'schen Wert K = 67, 5 werden folgenden Behandlungen unterworfen : a) 24stündiges Eintauchen in Schwefelsäure (d = 1, 84) bei Raumtemperatur, Waschen mit Wasser, um die Säure zu entfernen, Trocknen. b) 24stündiges Eintauchen in Phosphosulfonsäure bei Raumtemperatur, Waschen mit Wasser, um die Säure zu entfernen, Trocknen. c) 24stündiges Eintauchen in Wasser, durch welches Chlor- und Schwefeldioxyd geleitet werden (mit einer Geschwindigkeit von 1 Blase pro sek. ) bei Raumtemperatur, Waschen, Trocknen. d) keine Behandlung.
Die so behandelten Materialien zeigen folgende Eigenschaften :
EMI2.1
<tb>
<tb> a <SEP> b <SEP> c <SEP> d
<tb> Zugfestigkeit <SEP> (g/den) <SEP> .......................... <SEP> 1,4 <SEP> 1,14 <SEP> 1,38 <SEP> 1,67
<tb> Dehnung <SEP> (%) <SEP> 33 <SEP> 28 <SEP> 1 <SEP> 37 <SEP> 25
<tb> Feuchtigkeitsaufnahme <SEP> bei <SEP> 100% <SEP> iger <SEP> relativer <SEP>
<tb> Feuchtigkeit <SEP> (%) <SEP> ........................................ <SEP> 3,92 <SEP> 5,0 <SEP> 2,9 <SEP> 2,8
<tb>
EMI2.2
lungen a, b und c hinreichend intensiv angefärbt, das Muster d wird nur leicht fleckig :
Color-Index Nr.
EMI2.3
Deorlingelb 5 GL..................... C. I.
Dyes for polyacrylic fibres
Beispiel 3 : Stapelfasern aus. einer Mischung von 85 Gew.-Teilen Polyvinylchlorid und 15 Gew.Teilen eines Umesterungsproduktes von Polymethacrylat mit 2-Oxyäthylpiperidin werden bei Raumtemperatur 24 h lang in Schwefelsäure (d = 1, 84) eingetaucht, dann gewaschen und getrocknet.
Diese Stapelfasern haben folgende Eigenschaften :
Zugfestigkeit 2, 43 g/den
Dehnung 29%
Feuchtigkeitsaufnahme bei 100%iger relativer Feuchtigkeit 2, 7%
Die Affinität zu den im vorhergehenden Beispiel erwähnten basischen Farbstoffen ist gut.
Beispiel 4 : Stapelfasern aus einer Mischung von 95 Gew.-Teilen eines Vinylchlorid-methacrylatcopolymers 90 : 10 und 5 Gew.-Teilen Polyäthyl-2-vinylpyridin werden 24h lang bei Raumtemperatur in Schwefelsäure (d = 1, 84) eingetaucht, dann gewaschen und getrocknet.
Diese Stapelfasern haben folgende Eigenschaften :
Zugfestigkeit 1, 58 g/den
Dehnung 20%
Feuchtigkeitsaufnahme bei 100% iger relativer Feuchtigkeit 11, 2%
Die Affinität zu den im Beispiel 2 erwähnten basischen Farbstoffen ist gut.
Beispiel 5 : Stapelfasern, die nach Beispiel 2 b (Phosphosulfbnsäure) behandelt wurden, werden 30 min lang in einer wässerigen Lösung von Polyäthylenimin gekocht.
Die Stapelfasern werden dann mit Wasser gewaschen ; sie zeigen eine gute Anfärbbarkeit mit folgenden sauren Farbstoffen :
Color-Index Nr.
**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.