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Fahrbare Vorrichtung zum Verteilen von dickflüssigen Stoffen, insbesondere Jauche
Die Erfindung bezieht sich auf eine fahrbare Vorrichtung zum Verteilen von dickflüssigen Stoffen, insbesondere Jauche, bestehend aus einem druckfesten Reservoir und einem mit dem oberen Teil des Reservoirs verbundenen Luftkompressor.
Es ist von grosser Bedeutung, eine gleichmässige Ausbreitung über einer grossen Breite zu erzielen. Es sind bereits Vorrichtungen bekannt, bei denen der aus einem Reservoir kommende Stoff durch eine rotie-
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kann auf die Gleichmässigkeit der Verbreitung auch kaum einiger Einfluss ausgeübt werden. Ausserdem ist der Antrieb des mechanischen Verteilers beschwerlich, besonders wenn die Vorrichtung durch einen Trak- tor fortbewegt werden muss.
Ferner sind zahlreiche Vorrichtungen zur Verteilung von Stoffen bekannt, die sich aber alle nur für die Verteilung von dünnflüssigen Stoffen eignen.
So ist eine Vorrichtung zur Verteilung von Flüssigkeiten bekannt, bei der die Verteilung durch ein dreiteiliges Verteilerrohr mit einer Vielzahl von Düsen erfolgt. Diese bekannte Vorrichtung hat die Nachteile, dass die zu verteilende Flüssigkeit in diesem Rohrsatz zuerst über die ganze Verteilungsbreite geführt und erst dann freigelassen wird, wodurch die Verteilungsbreite auf den Bereich des dreiteiligen Verteilerrohres beschränkt ist und dass durch die Anwendung von Verteilerrohren mit vielen Ausflussdüsen die Vorrichtung für dickflüssige Stoffe ungeeignet ist.
Bei einer andern bekannter Vorrichtung wird das zu verbreitende Material durch eine Kreiselpumpe selbst verarbeitet. Auch diese Vorrichtung hat den Nachteil, dass sie nur für verhältnismässig dünnflüssige Stoffe verwendbar ist, denn,. würde man versuchen, mit einer Kreiselpumpe Stoffe mit grosser Viskosität zu verarbeiten, so würden die Kreisel gar. nicht funktionieren, sondern frei in einer ringförmigen Masse drehen.
Erfindungsgemäss wird eine gleichmässige Verteilung von dickflüssigen Stoffen dadurch ermöglicht, dass an dem Reservoir ein nach hinten gerichteter Breitstrahlwerfer vorgesehen ist, dessen Auswurfrichtung zur fächerförmigen Verteilung über einen vorbestimmten Winkel der mittels Druck ausgestossenen Substanz nach oben geneigt ist.
Durch diese Massnahmen kann der Kompressor an der Vorderseite montiert werden, wo derselbe bequem vom Traktor angetrieben werden kann.
Hinter der Düsenausmündung kann ein Deflektor von solcher Form und solchen Abmessungen aufgestellt werden, dass der gegen den Deflektor geworfene Strahl auf die gewünschte Weise verteilt wird.
Die Wirkung der Vorrichtung kann auf vielerlei Art geregelt werden mittels des Druckes im Reservoir, der Stellung eines Regelventils zwischen dem Behälter und der Spritzvorrichtung und des Verhältnisses der Düsenabgabe zur Fortbewegungsgeschwindigkeit.
Die Lage des Deflektors kann in bezug auf die Düse regelbar sein, und der Deflektor kann auswechselbar sein. Auch die Düse kann auswechselbar sein.
Die Vorrichtung nach der Erfindung bietet auch die günstige Möglichkeit die Spritzvorrichtung seitwärts zu richten, so dass die Verteilung nur nach einer Seite erfolgt. Durch die Wahl eines für seitliche Verteilung zweckentsprechend geformten Deflektors und durch zweckmässige Verwendung der verschiede-
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nen obengenannten Regelmöglichkeiten, kann auch seitwärts eine gleichmässige Verteilung über eine grosse Breite erzielt werden.
Erfindungsgemäss kann der Kompressor auch derart umschaltbar mit dem Behälter verbunden werden, dass darin eine Luftverdünnung verursacht werden kann. Dadurch kann das Reservoir aus einer Grube gefüllt werden, indem die Spritzvorrichtung entfernt wird und die Auslassöffnung jetzt als Einlassöffnung an eine Saugleitung angeschlossen wird.
Die Zeichnung zeigt in Draufsicht (Fig. 1) und Seitenansicht (Fig. 2) ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung. Die Fig. 3 zeigt eine Wasserringpumpe im Querschnitt.
In diesem Beispiel liegt der zylindrische Behälter 1 auf einem Rahmen 2 mit zwei Laufrädern. Die Spitze des dreieckigen Vorstückes 2'des Rahmens ist auf einem Tragkörper 4 des Traktors 5 abgestützt, aber es ist klar, dass der Rahmen auch selbst ein oder zwei Tragräder an der Vorderseite haben kann.
Auf dem Vorstück des Rahmens ist der Kompressor 6 in solcher Weise montiert, dass er bequem mit der Arbeitswelle 7 des Traktors gekuppelt werden kann.
Der Behälter ist durch die Leitung 8 mit dem Kompressor verbunden.
Die Leitung 8 ist mittels der Dreiwegventile 9 und 10 wahlweise auf die Saugseite oder die Druckseite des Kompressors umschaltbar, wobei die mit der Leitung 8 nicht zu verbindende Kompressorseite mit der Aussenluft verbunden wird.
Am Hinterteil der Vorrichtung befindet sich unten am Behälter, der vorzugsweise nach hinten abschlüssig montiert ist, ein Auslassrohr 11, welches durch ein Ventil 12 geschlossen oder regulierbar ge- öffnet werden kann. Die Bedienung des Regelventils 12 erfolgt im gegebenen Beispiel vom Traktorsitz aus mittels einer Kurbel 13, deren auf dem Behälter montierte Welle am andern Ende mit einer Büchse oder Zentralbohrung mitMuttergewinde für das Aufnehmen des Gewindeendes einer Stange 15 versehen ist. Das andere Ende dieser Stange 15 ist gelenkig mit dem freien Ende eines kurzen, auf einer horizontalen Welle 17 befestigten. Armes 16 verbunden. Die in zwei Lagern drehbare, am Behälter montierte Welle 17 trägt einen zweiten längeren Arm 18, mit dem die betätigende Stange 19 fur das Regelventil gelenkig verbunden ist.
Mittels einer leicht lösbaren Kupplung 20 ist die Düse 24 am Auslassrohr 11 befestigt. Auf der Düse ist der Deflektor 22 montiert, auf welcher der aus der Düse kommende Strahl aufprallt und sich fächerförmig ausbreitet. In Fig. 2 ist die Düse schräg nach hinten und oben gerichtet, aber es ist klar, dass die Düse auch waagrecht nach hinten zeigen kann. Die hinaufgerichtete Stellung der Düse, sowie die niedrige Lage der Spritzvorrichtung nahe am Boden, stellen vorteilhafte, durch die Druckverspritzung gegebene Möglichkeiten dar. Der Krümmer der Düse erbringt den Vorteil, dass die Düse durch Verdrehen in der Kupplung 20 leicht nach links oder rechts gerichtet werden kann.
Obwohl die Luft im Behälter schon vor der Verteilung des zu verarbeitenden Stoffes unter Druck gesetzt werden kann, empfiehlt es sich, den Kompressor auch während der Verteilung im Betrieb zu halten, zum Nachfüllen der Luft, damit diese behufs der gleichmässigen Verteilung einen konstanten Druck behalte.
Das Reservoir kann entweder durch die mit dem Deckel 23 verschliessbare Füll-und Inspektions- öffnung geladen werden, oder dadurch, dass der Kompressor auf Saugbetrieb umgeschaltet wird und die Spritzvorrichtung durch eine Saugleitung ersetzt wird. Bei Verwendung dieser Füllungsart ist eine nicht in der Zeichnung dargestellte Schutzmassnahme gegen Überfüllurcr des Behälters erforderlich, um das Eindringen des Werkstoffes in den Kompressor vorzubeugen.
Für diesen Zweck ist eine Wasserringpumpe od. ähnl. selbsttätig ansaugende Pumpe mit rotierendem Laufrad besonders nützlich. Damit ist ein hohes Vakuum erreichbar, weshalb sie sehr geeignet ist zum Ansaugen von dickflüssigem Dünger oder Schlamm. Wird ein solches Material in die Wasserringpumpe gezogen. so führt das nicht zum Bruch, wie es bei einer Kolbenpumpe der Fall sein würde. Besondere Schutzmassnahmen gegen Überfüllung des Behälters erübrigen sich somit bei Verwendung einer Wasserringod. ähnl. Pumpe. Weiter ist der Pressdruck einer Wasserringpumpe zu etwa 2 atü beschränkt, wodurch auch ein Sicherheitsventil auf dem Behälter unnötig ist.
Fig. 3 zeigt im Querschnitt eine an sich bekannte Wasserringpumpe. In dem Gehäuse 31 befindet sich immer eine Wassermenge, die durch eine nicht dargestellte Füllöffnung oder durch die Ein- oder Auslass- öffnung eingeführt und nachgefüllt werden kann. Wenn der Läufer 32 rotiert wird das Wasser mitgenom- men. wobei es. durch die Zentrifugalkraft hervorgerufen, die Form eines Ringes 33 annimmt.
Dadurch, dass der
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exzentrisch in dem kreisrunden Gehäuse 31 montiert ist, befindet sich zwischen der Nabe 32'desfeln in Abteilungen geteilt, welchebeirotierendem Läufer, auf einer Seite fortwährend entstehen und wachsen und auf der andern Seite allmählich kleiner werden und verschwinden, In einer der Seitenwände befinden sich zwei Öffnungen 34 und 35 von gebogener, an die Sicheln des halbmondförmigen Raumes angepasster Dreieckform. Es ist klar, dass bei Rotation des Läufers in der Richtung des Pfeiles 36 Luft eingesogen wird durch die Einlassöffnung 34 und ausgestossen wird durch die Auslassöffnung 35. Falls ein dickflüssiger Stoff eingesogen wird, füllt sich die ganze Pumpe und endet die Saugwirkung ohne Bruchgefahr.
Wenn die Vorrichtung für Selbstfüllung geeignet ist, kann sie mit Vorteil gebraucht werden, um fruchtbaren Schlamm vom Boden von Gräben und Pfühlen auf benachbarten Grund zu bringen.
Die verschiedenen bei der erfindungsmässigen Vorrichtung anwendbaren Regelungsmöglichkeiten sind bedeutungsvoll, um die Vorrichtung anpassen zu können an die verschiedenen Viskositäten der zu verteilenden Substanzen sowie, an die für diese verschiedenen Stoffe erforderlichen, ungleichen Mengen pro Flächeneinheit des Bodens.
Die Erfindung ist nicht auf das gegebene Ausführungsbeispiel beschränkt. Es kann z. B. statt eines unbeweglichen, fest aufgestellten Deflektors, ein bewegliches Organ wie eine Platte, eine Scheibe oder ein Schaufelrad, im Düsenstrahl gesetzt werden, welches Organ durch die Strahlenergie in Bewegung versetzt wird und dabei zur gleichmässigen Verteilung beiträgt. Auch könnte ein solches durch die Strahlenergie bewegtes Organ gebraucht werden, um die Düse in schwingende Bewegung zu setzen. Die Stellung einer schwenkbaren Düse oder eines schwenkbaren Deflektors kann auch vom Traktorsitz aus bedienbar sein, und in diesem Fall kann der Traktorführer während der Fortbewegung mit Hand oder Fuss die Düse oder den Deflektor in regelmässige Schwingungen versetzen.
Gute Erfolge sind in der Praxis erzielt worden mit Vorrichtungen wie oben beschrieben bei der Verarbeitung von schlammartigen Substanzen, mit einem Luftdruck von etwa 0, 8 atü und Düsenöffnungen von 25 bis 50 mm.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Fahrbare Vorrichtung zum Verteilen von dickflüssigen Stoffen. insbesondere Jauche, bestehend aus einem druckfesten Reservoir und einem mit dem oberen Teil des Reservoirs verbundenen Luftkompressor, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Reservoir ein nach hinten gerichteter Breitstrahlwerfer (21,22) vorgesehen ist, dessen Auswurfrichtung zur fächerförmigen Verteilung über einen vorbestimmten Winkel der mittels Druck ausgestossenen Substanz nach oben geneigt ist.