[go: up one dir, main page]

AT150407B - Verfahren zur Entgasung und Verdichtung keramischer Massen. - Google Patents

Verfahren zur Entgasung und Verdichtung keramischer Massen.

Info

Publication number
AT150407B
AT150407B AT150407DA AT150407B AT 150407 B AT150407 B AT 150407B AT 150407D A AT150407D A AT 150407DA AT 150407 B AT150407 B AT 150407B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
mass
degassing
ceramic
air
venting
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Original Assignee
Gewerkschaft Keramchemie Berggarten Siershahn Westerwald
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Gewerkschaft Keramchemie Berggarten Siershahn Westerwald filed Critical Gewerkschaft Keramchemie Berggarten Siershahn Westerwald
Application granted granted Critical
Publication of AT150407B publication Critical patent/AT150407B/de

Links

Landscapes

  • Press-Shaping Or Shaping Using Conveyers (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Entgasung und Verdichtung keramischer Massen. 



   Es ist bekannt, dass man die Eigenschaften gebrannter keramischer Erzeugnisse dadurch verbessern kann, dass man den zur Herstellung der Fertigerzeugnisse verwendeten keramischen Massen die darin enthaltene Luft oder die sonst darin enthaltenen Gase durch Evakuierung der Massen entzieht. Durch diese   Entlüftung   (Entgasung) wird eine Verdichtung des Scherbens und im Gefolge davon eine Verbesserung wichtiger Eigenschaften, wie Wasseraufnahme, Druckfestigkeit, Schlackenbeständigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit usf., erzielt. 



   Bisher hat man zur Entlüftung (Entgasung) keramischer Massen zwei Verfahren angewendet :
1. Keramische Massen werden in trockenem Zustande entlüftet und im Vakuum durch Zusatz 
 EMI1.1 
 noch im Vakuum. 



   2. Feucht aufbereitete keramische Massen werden auf den sogenannten Vakuumpressen entlüftet (entgast), deren Arbeits-und Wirkungsweise bekannt ist. 



   Die beiden erwähnten Verfahren stellen gegenüber der ohne Entlüftung (Entgasung) arbeitenden keramischen Fertigung einen bedeutenden Fortschritt dar, doch lassen sie sich nicht für alle Formungsarten in der keramischen Industrie anwenden. Das trifft insbesondere zu für das zuerst genannte Verfahren, nach dem nur trockene keramische Massen entlüftet werden können ; aber auch das zweitgenannte Verfahren gestattet z. B. nicht die wirksame Entlüftung handgeformter und nach dem 
 EMI1.2 
 gemeinsam, dass die Entlüftung (Entgasung) an einer bestimmten Stelle des Fertigungsverfahrens vorgenommen werden muss, u. zw. vor der Verformung, so dass z. B. die Entlüftung nach der Verformung mit diesen Verfahren nicht möglich ist. 



   Den Gegenstand der   Erfindung bildet ein Verfahren,   das sich auf die Entlüftung (Entgasung) feucht aufbereiteter, jedoch nicht flüssiger keramischer Massen bezieht, durch welches die vorerwähnten Unzulänglichkeiten der bisher angewendeten Verfahren behoben und ausserdem noch eine Verbesserung des Fertigerzeugnisses durch besonders kräftige Verdichtung der keramischen Massen erzielt wird. Durch eingehende Versuche wurde festgestellt, dass feucht aufbereitete keramische Massen mit und ohne Magerungsmittel weitgehend   luftdurchlässig   sind, so dass der im Innern der Masse herrschende Luft (Gas) druck sich rasch dem die Masse umgebenden Luft (Gas) druck anpasst.

   Diese Luftdurchlässigkeit besteht auch-im Gegensatz zur heute gültigen Anschauung-bei umfangreichen Masse-   stricken,   so dass bei genügender Verdünnung der umgebenden Luft unter Einhaltung einer bestimmten Dauer eine sehr weitgehende Entlüftung (Entgasung des   Massestiickes)   erzielt wird, ohne dass, wie z. B. bei den Vakuumpressen, eine Aufteilung der Masse in viele feine Massestränge oder Masseteilchen erforderlich ist. Es wurde ferner festgestellt, dass ein unmittelbar nach der erfolgten Evakuierung plötzlich, d. h. schlagartig auf die evakuierten Massekörper einwirkender erhöhter Luft (Gas) druck, z. B. der Druck der atmosphärischen Luft, eine sehr starke Verdichtung der Masse herbeiführt, dergestalt, dass die entgaste und verdichtete Masse fast vollkommen luftundurchlässig wird.

   So bewirkte beispielsweise eine derart entgaste und verdichtete Tonschicht von 2 cm Dicke, die als Verschluss eines evakuierten Behälters diente, dass der Druck im Innern dieses Behälters innerhalb 24 Stunden nur um etwa 3 mm Quecksilbersäule anstieg. Die starke Verdichtung wird dadurch bewirkt, dass der 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 plötzlich auftretende Gasdruck die an der Oberfläche befindlichen Poren und Kanäle, die Luft in das
Innere führen könnten, vollkommen verschliesst. Die Versuche ergaben ferner, dass die Entlüftung feuchter keramischer Massen bis zu jedem gewünschten Grad getrieben werden kann. Ein Vakuum bis zum Siedepunkt der Anmachflüssigkeit bewirkt, dass die Dämpfe derselben die letzten Reste von Luft aus der Masse vertreiben.

   Durch Erwärmung der keramischen Masse lässt sich dabei der Siedepunkt der Anmachflüssigkeit schon bei einem geringeren Unterdruck erreichen. Die weitgehende Entlüftung (Entgasung) der keramischen Masse in Verbindung mit der unmittelbar darauffolgenden starken Verdichtung bewirkt, dass auch verhältnismässig grosse Hohlräume im Massekörper, sogenannte Lunker, wie sie z. B. bei der Handformung immer wieder vorkommen, vollkommen verschwinden und dass auch Schichtungen im Aufbau der keramischen Masse, wie sie sich z. B. beim Stampfen ergeben, unwirksam gemacht werden. 



   Die Durchführung des den Gegenstand der Erfindung bildenden Verfahrens ist einfach. Die Luft (Gas) entziehung und Verdichtung der keramischen Masse wird von dem übrigen Aufbereitungsund Verformungsvorgang vollkommen getrennt und in einem geeigneten Apparat, z. B. in einem Vakuumkessel bekannter Art, vorgenommen, wobei die an die Entlüftung   anschliessende   Verdichtung durch plötzliche Einwirkung eines Gasdruckes auf die im Vakuumraum befindliche keramische Masse herbeigeführt wird. Beispielsweise genügt plötzliches Einströmen atmosphärischer Luft durch eine geeignete Einströmöffnung in den Vakuumraum. Diese einfache Verfahrensart ermöglicht die Weiterbenutzung aller bisher verwandten Aufbereitungs-und Formgebungsmethoden und Maschinen.

   Sie gestattet ferner, was besonders vorteilhaft ist, die Entlüftung und Verdichtung in jedem beliebigen Abschnitt des Verarbeitungsvorganges, insbesondere auch nach der Verformung. Es hat sich gezeigt, dass die besten Ergebnisse beim Fertigerzeugnis erzielt werden, wenn Entlüftung und Verdichtung am bereits fertiggeformten Formling vorgenommen werden. Dabei ist es gleichgültig, welches Formverfahren angewendet wurde, also z. B. Formgebung auf der Strangpresse, auf der durch Muskeloder Maschinenkraft betriebenen Naehpresse oder Formgebung von Hand aus durch Einwerfen von kleinen oder grossen Batzen in die Form, durch Einstampfen der Masse in die Form u. dgl. Die Entlüftung und Verdichtung wird von jeglicher   Aufbereitungs-und   Verformungsart unabhängig. Die Vorteile, die sich hiedurch, z.

   B. gegenüber der Entlüftung auf sogenannten Vakuumpressen, ergeben, sind namentlich für die Handformerei sehr wichtig. Selbst angenommen, dass für die Handformerei eine auf der Vakuumpresse entlüftete Masse verwendet würde, so ergeben sich bei der Aufteilung des entlüfteten Massestranges und beim Einwerfen oder Einstampfen dieser kleineren Teile in die Form mit Notwendigkeit neue Lufteinschlüsse und Schichtungen. 



   Das Verfahren nach der Erfindung gestattet aber auch, den beabsichtigten Zweck mit grösserer Sicherheit zu erreichen, denn während bei der Vakuumpresse die Erzielung und namentlich die Konstanthaltung des erforderlichen Vakuums in hohem Masse von der gleichmässigen Beschickung der Presse abhängig ist sowie von der Abdichtung durch die noch nicht entlüftete Masse, fallen diese Bedingungen bei dem neuen Verfahren gar nicht in die Waagschale. Weitere Nachteile der Vakuumpresse sind der hohe Verschleiss der die Aufteilung der Masse besorgenden Maschinenteile (Lochplatten, Schlitz-   platten usw. ) und der hohe Kraftbedarf.   



   PATENT-ANSPRÜCHE : 
 EMI2.1 
 keramischer Massen, dadurch gekennzeichnet, dass die Entgasung unabhängig, d. h. zeitlich und   räumlich   getrennt von den   Aufbereitungs-und   Formgebungsvorgängen in an sich bekannter Weise, z. B. in Vakuumapparaten, durchgeführt und die Verdichtung durch unmittelbar auf die Entgasung folgenden plötzlich einwirkenden Gasdruck, z. B. durch atmosphärische Luft, herbeigeführt wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zu entgasende Masse vor dem Entgasungsvorgang oder während desselben angewärmt wird.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zu entgasende Masse in der Zeit vor der Entgasung bis zum Ende derselben angewärmt wird.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Masse bis zum Siedepunkt des Anmachmittel bei dem herrschenden Gasdruck erwärmt oder der Gasdruck auf den jeweiligen Wert des Dampfdruckes des Anmachmittel erniedrigt wird.
AT150407D 1935-12-07 1936-11-23 Verfahren zur Entgasung und Verdichtung keramischer Massen. AT150407B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE150407X 1935-12-07

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT150407B true AT150407B (de) 1937-08-25

Family

ID=5673893

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT150407D AT150407B (de) 1935-12-07 1936-11-23 Verfahren zur Entgasung und Verdichtung keramischer Massen.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT150407B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1483641C3 (de) Wasserlösliche Salzkerne
CH650710A5 (de) Verfahren zur herstellung eines metallischen sinterformteils.
DE3042524A1 (de) &#34;verfahren und vorrichtung zum entfernen von ueberschuessiger aufschlaemmung aus getraenktem schaum&#34;
DE2258485A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur herstellung von guss- und pressformen
AT150407B (de) Verfahren zur Entgasung und Verdichtung keramischer Massen.
DE637905C (de) Verfahren zur Entgasung und Verdichtung keramischer Massen
DE604691C (de) Verfahren zur Herstellung von Formlingen, insbesondere aus keramischem Stoff
EP0036434A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Verdichten von Giessformen
DE202010009838U1 (de) Entlüftungsblock für Vakuum-Gegendruckverfahren
DE923478C (de) Verfahren zur Herstellung von Faserstoffplatten
DE2324785A1 (de) Verfahren zum pressen keramischer formlinge, sowie vorrichtung zur ausfuehrung des verfahrens
DE2155571C3 (de) Verfahren zum Pressen von keramischen Massen zu Formungen mit gekrümmten Oberflächen und Presse zur Durchführung des Verfahrens
DE703145C (de) Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Schmelzhaefen, insbesondere Glasschmelzhaefen
DE513761C (de) Verfahren zur Herstellung von Massekernen aus hartem Eisenpulver
DE875091C (de) Verfahren zum Herstellen von Presskoerpern mit erhoehter Festigkeit aus Kunstharzpressmassen
DE900929C (de) Verfahren zum Brikettieren von Steinkohle
DE640906C (de) Verfahren und Pressform zum Pressen von Briketts
DE554518C (de) Stampfwerk zur Herstellung von blaettchenfoermigen Metallerzeugnissen
DE585331C (de) Vorrichtung zum diskontinuierlichen Herstellen von festem, stueckigem Halb- oder Ganzkoks, insbesondere aus schlecht backender Kohle
DE488583C (de) Verfahren zur Herstellung von Presskoerpern aus Pulvern fuer Lagerschalen und Stromabnehmer geeigneter Metalle
DE2230849A1 (de) Verfahren und vorrichtung zum formen von kompaktlingen aus einer feinteiligen masse
AT94010B (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von feuerfesten und isolierenden Produkten.
DE1671040B1 (de) Verfahren zur herstellung von feuerfesten steinen
DE604747C (de) Verfahren zur Steigerung des Dichtigkeitsgrades von Gegenstaenden aus keramischen Massen
DE1584423C3 (de) Verfahren und Presse zum Verdichten von mineralischer PreBmasse