[go: up one dir, main page]

AT148461B - Verfahren zur Zerkleinerung von Kalkstickstoff. - Google Patents

Verfahren zur Zerkleinerung von Kalkstickstoff.

Info

Publication number
AT148461B
AT148461B AT148461DA AT148461B AT 148461 B AT148461 B AT 148461B AT 148461D A AT148461D A AT 148461DA AT 148461 B AT148461 B AT 148461B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
sep
calcium cyanamide
water vapor
steam treatment
water
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Original Assignee
Bayerische Stickstoff Werke Ag
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Bayerische Stickstoff Werke Ag filed Critical Bayerische Stickstoff Werke Ag
Application granted granted Critical
Publication of AT148461B publication Critical patent/AT148461B/de

Links

Landscapes

  • Processing Of Solid Wastes (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Zerkleinerung von   Kalkstickstoff.   



   Die Zerkleinerung des Kalkstickstoffs geschieht bisher bekanntlich durch Brechen und Mahlen.
Es wurde gefunden, dass man auf sehr viel einfachere, billigere und bequemere Weise eine Zer- kleinerung von in Blöcken,   Stücken   oder gekörnter Form vorliegendem   Kalkstickstoff   erreichen kann, wenn man diesen   einer Behandlung mit Wasserdampf, zweckmässig bei Temperaturen   über   1000 C,   unterwirft. Wenn man z. B. Wasserdampf, der auch Fremdgase enthalten kann, in einem   mit-heissen   oder   kalten-Kalkstickstoffblöcken oder-stücken   gefüllten Schacht einleitet, so kann man am Boden des Schachtes den gepulverten Kalkstickstoff herausrieseln lassen, der ohne weiteres verwendbar ist. 



   Die Einwirkung des Wasserdampfes kann im stationären oder kontinuierlichen Betriebe erfolgen. 



   Die Wasserdampfbehandlung hat den Vorteil, dass im Gegensatz zur Behandlung des Kalk- stickstoffs mit Wasser bei richtiger Führung eine   Dicyandiamidbildung   so gut wie vollständig vermieden werden kann. Hiefür ist es zweckmässig, die Wasserdampfeinwirkung dann abzubrechen, wenn der
Kalk und das Karbid des Kalkstickstoffs hydratisiert sind. Dieser Zeitpunkt ist bei dem nach   üblichen  
Methoden hergestellten Kalkstickstoff bei einer Wasseraufnahme von etwa 4 bis   5% gegeben. : Man   kann dies im praktischen Betriebe leicht daran erkennen, dass der Kalkstickstoff vollständig zerfallen ist. Man kann aber auch die Wasserdampfbehandlung vorher abbrechen und den zerkleinerten Kalk- stickstoff nach bekannten Verfahren mit Wasser oder Wasserdampf zu Ende hydratisieren. 



   Der zerfallene hydratisierte   Kalkstickstoff   kann als solcher verwendet oder in bekannter Weise geölt oder gekörnt werden. 



   Das neue Zerkleinerungsverfahren gibt ferner eine einfache Möglichkeit, hochprozentigen Kalk- stickstoff auf bequeme Weise auf den gewünschten Handelsgehalt   herabzumischen,   was bisher meist durch Zumischen indifferenter Stoffe geschah. Man kann diese Zuschläge indifferenter Stoffe ganz oder teilweise durch die Wasserdampfbehandlung ersetzen, da durch die Wasseraufnahme ohne störende
Nebenerscheinungen ein Herabmisehen des   Kalkstickstoffs   erfolgt. 



   Der zur Hydratisierung verwendete Wasserdampf kann ganz oder teilweise unter Benutzung der Hydratationswärme selbst in indirektem Wärmeaustausch durch Verdampfung von Wasser erzeugt werden, wobei der erzeugte Wasserdampf in demselben oder einem zweiten Zerkleinerungsapparat verwendet werden kann. 



     Die Ausnutzung der Hydratationswärme   kann beispielsweise so erfolgen, dass Wasser in Berührung mit den heissen Gefässwänden des Zerkleinerungsapparates gebracht wird. Es hat sich nämlich heraus- gestellt, dass die beim Zerkleinern und Hydratisieren mit Dampf auftretende Reaktionswärme voll- ständig zur Erzeugung der nötigen Wasserdampfmenge ausreicht. Man führt daher vorzugsweise das
Verfahren so aus, dass man zu Beginn des Prozesses aus anderer Quelle stammenden Dampf benötigt. 



   Ist die Zerkleinerung einmal im Gange, so wird hiebei so viel Hydratationswärme erzeugt, dass diese zur Herstellung weiterer Dampfmengen ausreicht. 



   Bei mehrfacher Verwendung des Wasserdampfes bzw. bei Kreislaufführung ist es zweckmässig, das entwickelte Azetylen und andere Abgase zu entfernen. 



   Man kann den Prozess so leiten, dass beinahe der gesamte Wasserdampf an den Kalk des Kalk- stickstoffs gebunden wird. Das bei dem Prozess entwickelte Gas, welches fast ausschliesslich aus Azetylen besteht, kann man dann z. B. durch Verbrennen ebenfalls zur Erzeugung von Wasserdampf ausnutzen. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Beispiel 1 : 30 kg gebrochener Kalkstiekstoff   (Stückgrösse   10 bis 50   mm)   wurden mit Wasserdampf bei 130 bis   2200 C   behandelt. Das hydratisierte Produkt war pulverförmig. Die Siebanalyse ergab : 
 EMI2.1 
 
<tb> 
<tb> Rückstand <SEP> auf <SEP> Sieb <SEP> 900 <SEP> Maschen <SEP> pro <SEP> Quadratzentimeter <SEP> 3'9%
<tb> ",, <SEP> " <SEP> 1. <SEP> 600 <SEP> " <SEP> " <SEP> " <SEP> 2'8%
<tb> # <SEP> # <SEP> 4.900 <SEP> # <SEP> 3 <SEP> # <SEP> 5#2%
<tb> " <SEP> " <SEP> 10. <SEP> 000 <SEP> " <SEP> " <SEP> " <SEP> 10'1%
<tb> Durchfall <SEP> durch <SEP> Sieb <SEP> 10. <SEP> 000 <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> 78#9%
<tb> 
 
Die Analyse ergab   23'1%   Gesamt-N,   0-16% Dicyandiamid-N und 4-7%   Wasser.

   Der Ausgangs-   I kalkstickstoff   enthielt   24'2%   N davon 0-11% als Dieyandiamid. 



   Nach dem üblichen Verfahren mit Wasser hydratisiertes Kalkstickstoffpulver enthält erheblich höhere   Dieyandiamidmengen.   



   Beispiel 2 : In einem Blechzylinder wird ein normaler Kalkstickstoffbloek (1200 kg Kalkstiek- stoff) auf einen Rost gestellt und mit etwa 6 kg Wasserdampf pro Stunde behandelt. Nach 5 Stunden beginnt der Block zu bersten. Nach kurzer Zeit fällt der hydratisierte Kalkstickstoff durch den Rost und kann durch eine Siebvorrichtung und Auslaufschnecke abgezogen werden. Bis zum vollständigen
Zerfall des Blockes werden weitere 10 bis 12 Stunden benötigt. Man erhält pro Stunde zirka 120 kg hydratisierten Kalkstiekstoff. 



   Das Produkt enthält je nach dem Gehalt an freiem Kalk 3-5 bis 4-8% Wasser. Der Stickstoff in Form von Dicyandiamid liegt unter 0-2%. Die Siebanalyse ergab : 
 EMI2.2 
 
<tb> 
<tb> Rückstand <SEP> auf <SEP> Sieb <SEP> 900 <SEP> Maschen <SEP> pro <SEP> Quadratzentimeter <SEP> 2-5%
<tb> # <SEP> # <SEP> 1.600 <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> 3#0%
<tb> # <SEP> # <SEP> 4.900 <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> 6#4%
<tb> # <SEP> # <SEP> 10.000 <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> 9#8%
<tb> Durchfall <SEP> durch <SEP> Sieb <SEP> 10. <SEP> 000 <SEP> # <SEP> # <SEP> # <SEP> 78#3%
<tb> 
 
Man erhält also nach dem neuen Verfahren unter Ersparnis der bisher notwendigen Feinmahlung ein Produkt von einer Feinheit und Gleichmässigkeit, wie es bisher durch Mahlen technisch nicht er- zielbar war. 



   Es war bereits bekannt, zu Pulver gemahlenen Kalkstickstoff zwecks Zerstörung des Rest- karbids mit Wasser oder Wasserdampf zu behandeln. 



   Von dem neuen Verfahren unterscheidet sich dieses bekannte Verfahren dadurch, dass von zuvor gemahlenem bzw. ganz klein gebrochenem Kalkstickstoff ausgegangen und nur so viel Wasser oder Wasserdampf angewendet wurde, dass gerade das Karbid zerstört wird. 



   Es war ferner ein Verfahren bekannt, auf Eigrösse gebrochenen Kalkstiekstoff mit Wasser zu behandeln. Hiebei tritt aber ein Zerfall zu Pulver nicht ein, sondern diese eigrossen Stücke müssen nach der Wasserbehandlung weiter gemahlen werden. 



   Eine Verseifung des Kalkstickstoffs tritt bei dem neuen Verfahren nicht auf, wie aus den oben angegebenen Beispielen hervorgeht. Eine solche Verseifung würde erst bei sehr viel höheren Temperaturen bzw. bei der Behandlung mit Wasser unter Druck in Erscheinung treten. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Zerkleinerung von Kalkstickstoff, dadurch gekennzeichnet, dass   Kalkstiekstoff-     blöcke, -stücke oder -körner   mit Wasserdampf oder wasserdampfhaltigen Gasen, zweckmässig bei Temperaturen über 100  C, behandelt werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserdampfbehandlung so lange durchgeführt wird, bis der gesamte freie Kalk hydratisiert ist.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Einwirkung des Wasserdampfes nach dem Zerfallen der Blöcke oder Stücke abgebrochen wird.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen l bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserdampfbehand- lung höchstens so lange durchgeführt wird, bis der Wassergehalt des Kalkstickstoffs 5% beträgt.
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wasserdampfbehandlung zur Herabmisehung hochprozentigen Kalkstickstoffs, eventuell unter gleichzeitigem oder nachträglichem Zusatz von festen Zuschlägen, benutzt wird.
    6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass während der Wasserdampfbehandlung der bereits zerfallene Kalkstickstoff durch einen Rost oder ein Sieb od. dgl. vom stückigen Kalkstickstoff getrennt und der weiteren Wasserdampfbehandlung entzogen wird.
    7. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der zur Hydratisierung verwendete Wasserdampf ganz oder teilweise unter Verwendung der Hydratationswärme selbst in indirektem Wärmeaustausch durch Verdampfung von Wasser erzeugt wird, wobei der erzeugte Wasserdampf in demselben oder einem zweiten Zerkleinerungsapparat verwendet werden kann.
    8. Verfahren nach den Ansprüchen l bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei mehrmaliger Verwendung oder Kreislaufführung des Wasserdampfes Azetylen und andere Abgase entfernt werden.
AT148461D 1933-12-21 1934-12-10 Verfahren zur Zerkleinerung von Kalkstickstoff. AT148461B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE148461X 1933-12-21

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT148461B true AT148461B (de) 1937-01-25

Family

ID=5672711

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT148461D AT148461B (de) 1933-12-21 1934-12-10 Verfahren zur Zerkleinerung von Kalkstickstoff.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT148461B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1963128A1 (de) Verfahren zum Reinigen und Agglomerieren von Pyritabbraenden
DE2141181C3 (de) Verfahren zur Aufarbeitung von ver brauchten Kohlenstoffauskleidungen einer Aluminiumreduktionszelle
DE2326539B2 (de) Verfahren zur Herstellung eines Entschwefelungsgemisches für Eisenschmelzen aus Calciumcarbid und mindestens einem wasserhaltigen Stoff
AT148461B (de) Verfahren zur Zerkleinerung von Kalkstickstoff.
DE2758205A1 (de) Verfahren zur gewinnung von magnesiumoxid aus feuerfestaltmaterial
DE639085C (de) Verfahren zur Zerkleinerung von Kalkstickstoff
DE2908266C2 (de) Verfahren zur Herstellung eines Calciumsulfat-Halbhydrat-Dihydrat-Gemisches aus feinteiligem synthetischen Calciumsulfat-Halbhydrat
DE137345C (de)
DE2930976A1 (de) Verfahren zum abtrennen von kohle aus einem composit, in welchem gestein mit der kohle vereinigt ist
DE866325C (de) Trocknen von granulierter Hochofenschlacke
DE971243C (de) Verfahren zur Gewinnung von Gas und Teer bei der Brennstaubherstellung aus festen Brennstoffen
AT283995B (de) Verfahren zur Herstellung von hochfeuerfesten Formsteinen
DE670301C (de) Verfahren zum OElen von Kalkstickstoff
DE1813220A1 (de) Verfahren zur Granulierung von pulverartigen Materialien
DE3045744A1 (de) Verfahren zur herstellung eines veredelungsproduktes aus braunkohle
AT99793B (de) Verfahren zur Herstellung von hochwirksamen Düngemitteln aus mineralischen Phosphaten.
AT135050B (de) Verfahren zur Darstellung von gekörntem, nicht staubendem Kalkstickstoff.
DE2720953B2 (de) Verfahren zum Aufschluß von rohfaserhaltigen Futterstoffen fur die Tierernährung
DE646411C (de) Verfahren zur Herstellung eines haltbaren gekoernten Kalkstickstoffs
AT153371B (de) Verfahren zum Ölen von Kalkstickstoff.
DE669315C (de) Verfahren zur Erhoehung der Azotierbarekeit von Calciumcarbid
DE687785C (de)
DE694049C (de) Verfahren zur Gewinnung eines gekoernten Duengemittels aus dem bei der Verarbeitung von Kalkstickstoff anfallenden Schlamm
AT151280B (de) Verfahren zur Herstellung von Brennstoffbriketts.
DE723910C (de) Verfahren zum Erzeugen von Acetylen