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AT146204B - Verfahren zur Vertilgung von Bettwanzen. - Google Patents

Verfahren zur Vertilgung von Bettwanzen.

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Publication number
AT146204B
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Authority
AT
Austria
Prior art keywords
bed bugs
chlorine substitution
room
poisonous
ethylene
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Artur Balazs
Original Assignee
Artur Balazs
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Artur Balazs filed Critical Artur Balazs
Application granted granted Critical
Publication of AT146204B publication Critical patent/AT146204B/de

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  • Catching Or Destruction (AREA)
  • Agricultural Chemicals And Associated Chemicals (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Vertilgung von Bettwanzen. 



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vertilgung von Bettwanzen und deren Brut (Eier) in
Räumlichkeiten von Gebäuden, Fahrzeugen, Schiffen od. dgl. sowie in den darin etwa vorhandenen Immobilien, wobei in der zur Vertilgung abgeschlossenen Räumlichkeit eine Giftgasatmosphäre erzeugt und mehrere Stunden hindurch aufrechterhalten wird. 



   Die bei den bekannten Verfahren der obigen Art verwendeten Stoffe, wie Cyanwasserstoff und Äthylenoxyd, haben den Nachteil, dass die zur Vertilgung innerhalb einer wirtschaftlich noch zulässigen Zeitdauer (maximal etwa   12-24   Stunden) erforderliche Konzentration des Giftgases in der zu begasenden Räumlichkeit um das Vielfache jene Konzentration übersteigt, die für höhere Lebewesen, in erster Reihe für Menschen selbst bei einer ganz kurzen Einatmungsdauer, wie diese z. B. für Manipulationen in den   Räumlichkeiten (Öffnen der Fenster, Türen u. dgl. ) notwendig ist und im allgemeinen mit etwa 10 bis   30 Minuten bemessen werden kann, noch unschädlich wäre.

   Mit Rücksicht auf diese übergrosse Konzentration der erwähnten Giftgase sind natürlich auch die aus den begasten Räumlichkeiten infolge etwaiger Undichtigkeit entweichenden und in die Nachbarräumlichkeiten einströmenden Gase trotz der dabei eintretenden Verdünnung noch von so erheblicher Giftwirkung, dass das Begasen insbesondere mit Cyanwasserstoff in bewohnten Gebäuden in den meisten Ländern überhaupt behördlich verboten ist. 



   Zweck der Erfindung ist, eine Giftgasatmosphäre in derartigen, von Bettwanzen und deren Eier usw. zu befreienden Räumlichkeiten zu schaffen, die bei der für derartige Begasungen üblichen Einwirkungsdauer auf die Bettwanzen und deren Brut schon bei einer derartig geringen Konzentration wirksam sind, die auf Menschen beim Einatmen innerhalb der zu den erwähnten Manipulationen in den Räumlichkeiten erforderlichen Zeitdauer ungefährlich ist.

   Es wurde überraschenderweise gefunden, dass diesen Anforderungen in vollem Ausmasse die flüssigen   Chlorsubstitutionsprodukte   des Äthans oder Äthylens genügen und dass, wenn die giftige Atmosphäre in der zu begasenden Räumlichkeit durch Erhitzung mindestens eines der angegebenen flüssigen Chlorsubstitutionsprodukte erzeugt wird, in der bei derartigen Begasungen üblichen Wirkungsdauer von etwa 12 bis 24 Stunden eine vollkommene Vertilgung sämtlicher Bettwanzen einschliesslich deren Brut schon bei einer Konzentration der Gasatmosphäre erzielt werden kann, die für Menschen selbst beim Einatmen während einer Dauer von etwa 10 bis 30 Minuten unschädlich bzw. ungefährlich ist.

   Etwaige Undichtigkeiten derart begaster Räumlichkeiten sind daher für Nachbarräumlichkeiten durchaus ungefährlich, und man kann nach Beendigung des Verfahrens zwecks Öffnens der Fenster, Türen usw. ohne besondere Vorsichtsmassregeln (Gasmasken   od. dgl. ) in derartige Räumlichkeiten eintreten, ferner können die Fenster und Türen dieser Räumlich-   keiten nach beendetem Verfahren ohne irgendwelche besondere   Vorsichtsmassregeln für   die Nachbarräumlichkeiten geöffnet werden. 



   Es hat sich ferner in ganz   überraschender   Weise gezeigt, dass die erfindungsgemäss angewendeten Giftgase (Giftdämpfe) bei den angegebenen geringen Konzentrationen eine derartig hohe Durchdringungfähigkeit besitzen, dass sie, selbst wenn sie etwa am Fussboden der Räumlichkeit erzeugt werden, in sämtliche, selbst verborgene Risse, Ecken u. dgl. der   Räumlichkeit   oder Immobilien (Möbeln) eindringen, so dass die erfindungsgemässen Stoffe hinsichtlich ihres Diffundiervermögens dem üblichen Cyanwasserstoffgas durchaus gleichwertig sind, das eben wegen seiner grossen Durchdringungsfähigkeit dem Äthylenoxyd vorgezogen wird. 

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   Gemäss der Erfindung werden von den verschiedenen flüssigen Chlorsubstitutionsprodukten des Äthans und Äthylens, namentlich Tetrachloräthan   (CJIsCI,)   und Petachloräthan (C2HCIs), einerseits 
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 zeitig zweckmässig mindestens zwei verwendet, u. zw. wird vorzugsweise gleichzeitig ein höher chloriertes Substitutionsprodukt mit höherem Siedepunkt, jedoch geringerer Tension und ein niedriger siedendes chlorärmeres Substitutionsprodukt mit höherer Tension zur Verdampfung gebracht.

   Besonders gute Ergebnisse wurden erzielt, wenn mindestens ein Chlorsubstitutionsprodukt des Äthans und mindestens ein Chlorsubstitutionsprodukt des Äthylens angewendet wird, wobei die Gasatmosphäre in der zu begasenden   Räumlichkeit   vorzugsweise durch Verdampfung von Tetrachloräthan und Trichloräthylen im   Gewichtsverhältnis   von 4 : 1   (mit + 20% Abweichung)   erzeugt wird.

   Diese Kombinationen bieten den Vorteil, dass das niedriger siedende, chlorärmere Substitutionsprodukt höherer Tension das höher chlorierte Substitutionsprodukt geringerer Tension, welches Neigung hat, sich hauptsächlich in den niedrigeren Regionen in der   : Nähe   des Fussbodens anzusammeln, in die höheren Regionen zur Decke der Räumlichkeit mit sich reisst und dass daher eine gleichmässige Begasung mit dem höher chlorierten Substitutionsprodukt geringerer Tension, das wegen seiner höheren Giftwirkung vorzuziehen ist, erzielt werden kann, ohne hiezu eine höhere Gaskonzentration, die für Menschen beim Einatmen eventuell schon gefährlich werden könnte, anwenden zu müssen. 



   Die insektizide Wirkung einer Reihe von Chlorsubstitutionsprodukten der Kohlenwasserstoffe, insbesondere gegen verschiedene, im Freien an Pflanzen lebende tierische Schädlinge und auch gegen sonstige pflanzenschädigende Insekten, wie diese z. B. in Glashäusern, im Getreide usw. vorkommen, ist wohl bekannt. Man hat sogar schon vorgeschlagen, das Trichloräthylen, allein oder in Gemisch mit andern Stoffen, zur Benetzung oder Beräucherung der gefährdeten Stellen anzuwenden.

   Ferner ist vorgeschlagen worden, die Benetzung der mit Ungeziefer behafteten Stellen an Stelle von Chloroform und Tetrachlorkohlenstoff mit Azetylentetrachlorid vorzunehmen, wobei die Eigenschaft des Azetylentetrachlorids nutzbar gemacht wurde, da es sehr schwer flüchtig ist, also verhältnismässig lang an der jeweils benetzten Stelle verbleibt, wobei es im grundsätzlichen Gegensatz zum   erfindungsgemässen   Verfahren gerade als Flüssigkeit wirken soll. Schliesslich war auch das Verhalten mancher Chlorsubstitutionsprodukte des Äthylens in Gemisch mit andern Stoffen gegen Kleidermotte, Teppichkäfer, Mehlmotten, Mehlkäfer u. dgl. bereits Gegenstand von Untersuchungen. 



   Eine prinzipiell andere und wesentlich kompliziertere Aufgabe stellt die Vertilgung von Bettwanzen und insbesondere auch der Eier derselben in gechlossenen Räumlichkeiten (Wohnungen, Schiffen,   Eisenbahnwagen usw. ) dar, da einerseits die Lebensverhältnisse und Widerstandsfähigkeit der Bett-   wanzen und der Eier derselben ganz anderer Art sind als jene der im Freien lebenden tierischen   Schwad-   linge und anderseits die in diesem Falle anzuwendenden Bekämpfungsmittel nicht nur den biologischen Verhältnissen der zu vertilgenden Schädlinge angepasst werden, sondern auch Eigenschaften aufweisen müssen, die ihre Verwendung in Wohnräumen und Wohnhäusern usw. gestatten bzw. erleichtern. 



   Es war denn auch vollkommen unbekannt, dass die erfindungsgemäss vorgeschlagenen Chlorsubstitutionsprodukte des Äthans bzw. des Äthylens durch Dauerbegasung von geschlossenen Räumlichkeiten zur Vertilgung von Bettwanzen und insbesondere auch von deren Eiern überhaupt geeignet sind, ferner dass sie dabei alle jene Vorteile bieten, die bei der Begasung mit dem so gefährlichen Cyanwasserstoff erzielt werden. 



   Noch weniger war es bekannt, dass die erfindungsgemäss vorgeschlagenen Stoffe als Giftatmosphäre gegen die Bettwanzen und deren Eier bereits unter Anwendung einer so geringen Konzentration restlos wirksam sind, bei welcher einerseits die Dämpfe dieser Flüssigkeiten sich noch durchaus wie ideale Gase verhalten (so dass Niederschläge in den begasten Wohnräume in keiner Weise stattfinden und eine einfache Belüftung der Räumlichkeit genügt, um die in den Wohnräume befindlichen Gegenstände von den Giftstoffen restlos zu befreien) und die anderseits für Menschen und andere höhere Lebewesen beim Einatmen während einer Dauer von etwa 10 bis 30 Minuten noch vollkommen ungefährlich ist. 



   Geradeso war es unbekannt, dass die Dämpfe der erfindungsgemäss vorgeschlagenen Chlorsubstitutionsprodukte des Äthans oder des Äthylens auch bei einer Dauerbegasung, wie diese allgemein auch sonst üblich ist   (12-24   Stunden), auf Metall, Holz, Textilien, Photographie, Ölgemälde und die in bewohnten Räumlichkeiten sonst vorkommenden, vielfach äusserst kostbaren Stoffe in keiner Weise schädlich einwirken, wie dies bei einer Reihe von andern Chlorderivaten der Kohlenwasserstoffe, insbesondere bei Tetrachlorkohlenstoff, der Fall ist. 



   Wiederholt kontrollierte Versuche haben ergeben, dass in einem Raume mit 0'005% Gasgehalt aus etwa   80%     Tetrachloräthan   und etwa   20%     Trichloräthylen   die entwickelten Bettwanzen samt ihren Eiern in 12-24 Stunden abgetötet wurden. Aber auch bei einem Gasgehalt von nur 0'003% wurden in längstens 24 Stunden nicht nur die entwickelten Bettwanzen, sondern auch ihre Eier und Larven   abgetötet. Versuche   mit Meerschweinen haben gezeigt, dass diese Warmblüter in dem Raume mit 0*005 Gasgehalt nach etwa 10 Minuten nur betäubt waren,   jedoch in freier Luft sich in etwa 10--30 Minuten   erholt haben und gesund blieben.

   Die dabei hinsichtlich des Diffundiervermögens angestellten Versuche haben gezeigt, dass vollkommen entwickelte Bettwanzen in grossen, durch 4 cm starke Wattepfropfen 

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 abgeschlossenen Glaszylindern selbst in einem Luftraum mit nur 0'003% Gasgehalt binnen 24 Stunden ebenfalls getötet wurden. Mit der Konzentration kann man bis etwa   0'009%   hinaufgehen, ohne dadurch für Menschenleben beim Einatmen während einer Zeitdauer von etwa 10 bis 30 Minuten Gefahren heraufzubeschwören. 



   Den erfindungsgemäss zu verdampfenden flüssigen Chlorsubstitutionsprodukten des Äthans und/oder des Äthylens können auch andere leichtflüchtige Stoffe, wie z. B. Chloräthan   (CJlCl),   organische Ester usw., in geringer Menge zugemischt werden, es muss aber dabei stets darauf geachtet werden, dass sowohl die Art der Zusatzstoffe wie auch deren Menge so zu wählen ist, dass sämtliche Vorteile der erfindungsgemäss zu verwendenden Chlorsubstitutionsprodukte erhalten bleiben, also die aus dem Flüssigkeitsgemisch erzeugten Dämpfe geradeso wie die aus den flüssigen Chlorsubstitutionsprodukten des Äthans und/oder des Äthylens erzeugten Dämpfe weder brennbar oder explosiv sein noch auf die Ge-   brauchsgegenstände   der Wohnräumlichkeiten korrodierend oder sonst schädlich einwirken sollen. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Vertilgung von Bettwanzen und deren Brut (Eier) in Räumlichkeiten von Gebäuden, Fahrzeugen, Schiffen od. dgl. sowie in den darin etwa vorhandenen Immobilien, wobei in der zur Vertilgung abgeschlossenen Räumlichkeit eine Giftgasatmosphäre erzeugt und mehrere Stunden hindurch aufrechterhalten wird, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung der Giftgasatmosphäre in der zu begasenden Räumlichkeit mindestens ein flüssiges Chlorsubstitutionsprodukt des Äthans oder des Äthylens angewendet wird.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Giftatmosphäre durch gleichzeitige Erhitzung von höher chlorierten Substitutionsprodukten mit höherem Siedepunkt, jedoch geringerer Tension und von niedriger siedenden chlorärmeren Substitutionsprodukten höherer Tension erzeugt wird.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung der Giftgasatmosphäre in der zu begasenden Räumlichkeit mindestens ein flüssiges Chlorsubstitutionsprodukt des Äthans und mindestens ein flüssiges Chlorsubstitutionsprodukt des Äthylens angewendet wird.
    4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Giftgasatmosphäre aus Tetrachloräthan und aus Trichloräthylen im Gewichtsverhältnis 4 : 1 (mit + 20% Abweichung) erzeugt wird.
    5. Verfahren nach Anspruch 1, 2,3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass in der Räumlichkeit ein Gasgehalt von etwa 0'003 bis 0'009% Konzentration angewendet wird.
AT146204D 1934-03-28 1935-03-25 Verfahren zur Vertilgung von Bettwanzen. AT146204B (de)

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