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Verfahren zur Herstellung kinematographischer Täuschungsbilder.
Bei der Herstellung von Trickaufnahmen ist es nicht mehr neu, die handelnde Person auf einem bildlich dargestellten Gegenstand aktieren zu lassen. So liegt z. B. bei dem Trick, dass ein Mann an der Wand eines Hauses hinaufklettert, die Hausfront gemalt auf dem Boden des Ateliers und der Mann kriecht auf allen Vieren darauf hin, wobei die Kamera oben an der Decke angebracht ist.
Durch vorliegende Erfindung erfahren derartige kinematographische Täuschungsbilder eine wesentliche Ausgestaltung und Vervollkommnung, indem das Dekorative der Aufnahmebühne aus einem zentralperspektivisch oder vogelperspektivisch verzerrt dargestellten Bodenbild besteht, auf welchem die Akteure die natürlichen Bewegungen so nachahmen, wie bei entsprechenden wirklichen Dekorationsgegenständen erforderlich wäre. Hiebei ist die Aufnahmekamera so aufgestellt, dass der Brennpunkt des Objektivs im Projektionszentrum des Bodenbildes sich befindet. Das nach diesem Verfahren erhaltene Filmbild ist von verblüffender Natürlichkeit auch in dem Falle, wenn es Vorgänge zeigt, welche sich in Wirklichkeit gar nicht abspielen lassen.
Das auf die Boden- bzw. Handlungsfläche (Spielfäche) gezeichnete Bild hat diejenige Gestalt, die sich ergeben würde, wenn das vertikal gestellte unverzerrte Originalbild (z. B. ein Negativ) unter dem Gesichtswinkel des Objektivs auf die Spielfläche projiziert würde.
Bei vorliegender Erfindung kann das Bodenbild auch mit wirklichen Gegenständen kombiniert werden. Beim Betrachten eines derart dargestellten Gegenstandes vom Standpunkt des Projektionszentrums, d. i. des Aufnahmeapparates, erscheint dieser Gegenstand dem Beschauer in richtiger Weise plastisch und die denselben umgebenden wirklichen Gegenstände oder Personen in richtiger natürlicher Form zu ihm. Man kann demnach nicht unterscheiden, was zeichnerische Darstellung und was Wirklichkeit ist.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, u. zw. zeigt : Fig. l ein Dekorationsbild in zentralperspektivischer, verzerrter Darstellung, wie es zum Auflegen am Boden des Ateliers verwendet wird, und Fig. 2 dasselbe Bild, wie es im Film dem Auge des Beschauers erscheint.
Das alsDekorationsobjekt benutzte Bild zeigt, wie in Fig. 1 zu ersehen ist, eine verzerrte Darstellung aus der Vogelperspektive, welche derart ist, dass dem vom Projektionszentrum 2 ausblickenden Beschauer die Bildgegenstände, so wie Fig. 2 zeigt, vollständig natürlich erscheinen, u. zw. auch in ihren gegenseitigen Abmessungen. Hiebei bildet die Handlungsfläche ein Trapez, dessen Längsschenkel in der Richtung des Objektivwinkels verlaufen.
Die Handlungsfläche kann dem jeweiligen Umstande gemäss sämtliche zur betreffenden Filmaufnahme notwendigen Dekorationsgegenstände u. dgl. in projektivischer Darstellung zeigen oder zum Teil auch mit wirklichen Gegenständen kombiniert sein. Im dargestellten Falle bilden der Tisch, die Bank, der Sessel, das Geländer sowie der Rauchfang mit der anliegenden Leiter natürliche Gegenstände, während alles übrige zeichnerische Darstellung ist. Bei einem solchen Dekorationsbild werden zur Erhöhung des Aufnahmeaffektes die Lichter und Schatten der projektivisch dargestellten Gegenstände besonders abgetont.
Die auf der Bildfläche handelnde Personen müssen, um ein der Wirklichkeit entsprechendes Filmbild zu erhalten, unbedingt alle Körperbewegungen nachahmen, welche sie bei Benutzung der entsprechenden wirklichen Gegenstände vollführen würden. So muss z. B. ein auf einer erfindungsgemäss dargestellten Stiege sich bewegender Akteur die Fussbewegungen beim Stiegensteigen nachahmen, oder wenn die handelnde Person sich auf den eine Aufzugsrolle tragenden : Balken. begibt,
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das Daraufsteigen auf denselben zum Ausdruck bringen, sowie nachfolgend die zur Balancierung des Körpers nötigen Handbewegungen ausführen usw. Das Bild der Handlungsfläche wird entweder rein zeichnerisch oder auf photographischem Wege hergestellt.
Im letzteren Falle wird die Dekoration, mit
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unter dem die photographisehe Aufnahme gemacht wurde. Das auf die Fläche projizierte vergrösserte photographische Bild kann nun direkt zur Filmaufnahme benutzt werden, oder es wird zu einem fixen Bild nachgezeichnet und weiter ausgestaltet. Auf der so erhaltenden Handlungfläche wird die Handlung abgespielt und mit dem Kinoaufnahmeapparat unter demselben Winkel und von demselben Punkt wie das perspektivisch dargestellte Raumgebilde, d. i. von dem Projektionszentrum desselben aus auf- genommen.
In dem fertigen Filmbild erscheinen dann die zeichnerisch dargestellten und wirklichen Gegen-
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PATENT-ANSPRÜCHE : l. Verfahren zur Herstellung von Trickfilms, bei welchen auf dem Boden des Ateliers der Gegenstand der Handlung bildlich dargestellt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die bildliehe Darstellung der Handlungsgegenstände (Dekorationen) eine zentralperspektivisch oder vogelperspektivisch verzerrte ist, wobei die Filmaufnahme vom Projektionszentrum (a) des Bodenbildes erîolgt und die handelnden Personen alle die Körperbewegungen nachahmen, welche sie bei Benutzung der dem Bild entsprechenden wirklichen Gegenstände ausführen müssten.
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