Die Erfindung betrifft einen Antrieb für einen Flügel einer Tür, eines Fensters oder
dergleichen mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Die DE 27 51 859 beschreibt einen hydraulisch betriebenen Türschließer mit einer
durch eine Federanordnung im Schließsinn belasteten Schließerwelle, welche
über ein Ritzel mit einem in der Hydraulikzylindereinrichtung des Türschließers
axial verschiebbaren Kolben zusammenwirkt.
Im Brandfalle wird ein möglicherweise geöffneter Türflügel unter Wirkung des
Türschließers geschlossen, um eine Ausbreitung des Brandes zu verhindern. Um
dennoch im Normalbetrieb die Tür in einfacher Weise öffnen zu können und um
den Türflügel auch in geöffneter Lage belassen zu können, ohne dass dieser
sofort unter Wirkung des Türschließers schließt, ist eine Zusatzeinrichtung vorgesehen,
welche die Schließerfeder im Normalbetrieb in einer vorgespannten
Stellung hält. Bei vorgespannter und blockierter Schließerfeder kann der Kolben
frei innerhalb des Zylinders bewegt werden und damit auch der Türflügel manuell
frei betätigt werden.
Die Zusatzeinrichtung weist einen weiteren, in dem Zylinder zwischen Druckraum
und Drucklosraum angeordneten Kolben auf, welcher im Anschlag mit der
Schließerfeder ist. Der Kolben weist ein zum Druckraum hin öffnendes Rückschlagventil
auf, so dass beim Öffnen der Tür der Zusatzkolben unter Kompression
der Schließerfeder bewegt werden kann. Ein im Normalbetrieb verschlossenes
elektromagnetisch betätigbares Sperrventil verhindert jedoch eine Bewegung
des Zusatzkolbens in Gegenrichtung, so dass die gespannte Schließerfeder ihre
Schließkraft nicht auf die Schließerwelle übertragen kann. Erst bei Deaktivierung
des Sperrventils im Brandfall wird die Blockierung der Schließerfeder durch den
Zusatzkolben gelöst, und der Türflügel schließt. Nachteilig an dieser Ausführung
ist der komplexe Aufbau des Schließzylinders. Zudem werden hohe Anforderungen
an die Dichtigkeit der Hydraulikeinrichtung gestellt, um etwa ein ungewolltes
schleichendes und allmähliches Schließen zu verhindern.
Die US 4,102,005 beschreibt ein kraftübertragendes Gestänge für einen Gleitarmtürschließer
mit einer Kolben-Zylinder-Einheit und einer Schließerfeder. Der
Türschließer ist mit einer hydraulischen Feststellvorrichtung ausgestattet, welche
den Kolben und die Schließerwelle durch Unterbrechung des Hydraulikkreislaufes
feststellt. Um dennoch ein manuelles Öffnen und Schließen der Tür zu ermöglichen,
ist das Gestänge zweigeteilt ausgeführt, mit einer zusätzlichen Gelenkverbindung
zwischen einem Basisteil und einem Erweiterungsteil. Der Basisteil
ist mit der Schließerwelle drehfest gekoppelt und der Erweiterungsteil mit
einem Gleiter in der Gleitschiene geführt. Die zusätzliche Gelenkverbindung erlaubt
ein freies Öffnen und Schließen der Tür trotz eingeschalteter Hydraulikfeststellung,
welches lediglich durch eine Anschlagschulter am Basisgestänge begrenzt
ist. Bei Auslösung eines Feueralarms wird die Hydraulikfeststellung aufgehoben,
und das Basisgestänge kommt mit der Anschlagschulter in Kontakt mit
dem Erweiterungsgestänge. Dadurch wird das Erweiterungsgestänge mit dem
Schließer gekoppelt, und die Tür schließt unter Wirkung der Schließerfeder.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Antrieb für einen Flügel einer Tür, eines
Fensters oder dergleichen zu schaffen, mit einer Freilauffunktion im Normalbetrieb
und einer Schließfunktion im Notfall, welcher einfach aufgebaut ist und im
wesentlichen die Verwendung herkömmlicher Kolben-Zylinder-Einheiten erlaubt.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch den Gegenstand des Anspruchs
1.
Durch die Entkoppelung von kraftübertragendem Gestänge und Abtriebswelle
des Türschließers kann die Tür ohne Kraftwirkung der Schließerfeder mit einer
sogenannten Freilauffunktion manuell geöffnet oder geschlossen werden. Vorzugsweise
ist das kraftübertragende Gestänge unmittelbar auf der Abtriebswelle
drehbar gelagert, in alternativen Ausführungen ist jedoch auch ein separates
Drehlager im Bereich der Abtriebswelle denkbar. Ein drehfest mit der Abtriebswelle
gekoppelter Schließhebel gelangt bei ausgeschalteter Festhaltevorrichtung
in Anschlag mit dem freilaufenden kraftübertragenden Gestänge, nimmt dieses
mit und bewirkt, dass die Tür geschlossen wird.
Der Schließhebel ist in einer bevorzugten Ausführung radial auskragend auf dem
freien Ende der Abtriebswelle gelagert. Der Schließhebel weist einen Mitnehmeranschlag
auf, welcher bei ausgeschalteter Feststellvorrichtung mit dem kraftübertragenden
Gestänge beim Schließvorgang und/oder beim Öffnungsvorgang
der Tür zusammenwirkt. Im Normalbetrieb ist jedoch der Schließhebel und damit
auch die Abtriebswelle bei gespannter Schließerfeder durch eine Festhaltevorrichtung
blockiert.
Die Festhaltevorrichtung kann einen Elektromagneten, ein Piezoelement oder
eine Rastvorrichtung zur Blockierung bzw. Feststellung des Schließhebels aufweisen.
Die Festhaltevorrichtung ist hierzu ortsfest am Blendrahmen oder am
Türflügel befestigt.
Im Normalbetrieb ist der Schließhebel durch die Festhaltevorrichtung blockiert,
und der Türflügel mit dem kraftübertragenden Gestänge kann frei bewegt werden.
Der Schließhebel kann als Anker eines Elektromagneten und die Festhaltevorrichtung
als Elektromagnet ausgebildet sein oder als Rasthebel und die Festhaltevorrichtung
als Verriegelungsvorrichtung ausgebildet sein. Im Notfall - bei
Auslösung eines Feueralarms oder bei Stromausfall - wird die Blockierung des
Schließhebels gelöst. Durch die Kraft der Schließerfeder bewegt sich dieser in
Schließrichtung. Sofern der Türflügel sich zu diesem Zeitpunkt in einer ganz oder
teilweise geöffneten Stellung befindet, wird auch das kraftübertragende Gestänge
durch den am Schließhebel befestigten Mitnehmeranschlag in Schließrichtung
bewegt und der Türflügel geschlossen. Alternativ ist der Kraftübertragung zwischen
Schließerwelle und kraftübertragendem Gestänge auch über eine als sogenannter
Gewindefreilauf ausgebildete Ankopplung des Gestänges an die
Schließerwelle denkbar.
Weitere Einzelheiten der Erfindung sind in der Unteransprüchen 2 bis 15 ausgeführt.
Die Erfindung wird in den Figuren näher erläutert. Dabei zeigt:
- Figur 1
- einen Ausschnitt einer Anschlagschwenktür mit einem im Bereich des
oberen Blendrahmens aufliegend montierten Gleitarmtürschließer mit
einem Schließhebel und einer elektromagnetischen Festhaltevorrichtung;
- Figur 2
- eine Draufsicht auf den Schließhebel in Schließlage der Tür bei festgestelltem
Schließhebel;
- Figur 3
- eine Draufsicht auf den Schließhebel in Teiloffenlage der Tür bei festgestelltem
Schließhebel;
- Figur 4
- eine Draufsicht auf den Schließhebel in Teiloffenlage der Tür bei freigegebenem
Schließhebel;
- Figur 5
- eine Draufsicht auf den Schließhebel in Teiloffenlage der Tür bei freigegebenem
Schließhebel in Anschlag mit dem Gleitarm;
- Figur 6
- eine Draufsicht auf den Schließhebel in Schließlage der Tür bei freigegebenem
Schließhebel in Anschlag mit dem Gleitarm;
- Figur 7
- einen Schnitt durch den Schließhebel entlang Linie VII-VII in Figur 1;
- Figur 8
- ein gegenüber Fig. 1 abgewandeltes Ausführungsbeispiel mit einem im
Bereich des oberen Blendrahmens aufliegend montierten Gleitarmtürschließer
mit einem Schließhebel und einer elektromagnetischen
Festhaltevorrichtung;
- Figur 9
- einen Ausschnitt A aus Figur 8 mit gegenüber Figuren 2 bis 6 abgewandelter
Ausführung des Mitnehmeranschlags ;
- Figur 10
- eine Draufsicht auf den Schließhebel gemäß Figur 9 in Schließlage
der Tür bei festgestelltem Schließhebel;
- Figur 11
- eine Draufsicht auf den Schließhebel gemäß Figur 9 in Teiloffenlage
der Tür bei freigegebenem Schließhebel in Anschlag mit dem Gleitarm;
- Figur 12
- eine Draufsicht auf einen abgewandelten Schließhebel gemäß Figur 9
in Schließlage der Tür bei festgestelltem Schließhebel;
- Figur 13
- eine Draufsicht auf einen abgewandelten Schließhebel gemäß Figur 9
in Teiloffenlage der Tür bei freigegebenem Schließhebel in Anschlag
mit dem Gleitarm.
Figur 1 zeigt einen Ausschnitt einer Anschlagschwenktür mit einem im Bereich
des oberen Blendrahmens 2 aufliegend montierten Gleitarmtürschließer 3 mit
einer elektromagnetischen Festhaltevorrichtung 6. Das Gehäuse 31 des Türschließers
ist auf dem Blendrahmen aufliegend montiert. Die Tür weist einen
Türflügel 1 auf, der an einer vertikalen Kante in Bändern 21 am Blendrahmen 2
schwenkbar gelagert ist. Auf dem Türflügel 1 ist aufliegend eine Gleitschiene 34
montiert, in der der Gleitarm 33 des Türschließers geführt ist.
Der Gleitarmtürschließer 3 besteht aus einem Türschließergehäuse 31, in dem
eine Schließerwelle 32 drehbar gelagert ist. Auf der Schließerwelle 32 ist der
Gleitarm 33 des Türschließers gelagert, der an seinem freien Ende einen Gleiter
35 aufweist, der in der Gleitschiene 34 verschiebbar und drehbar geführt ist. Der
Gleitarm 33 ist frei drehbar auf der Schließerwelle 32 gelagert, so dass eine Entkoppelung
der Schließwirkung vom Gleitarmgestänge 33 erfolgt. D.h. der Türflügel
1 kann frei und ohne Wirkung der Schließerfeder manuell geöffnet und geschlossen
werden, wobei der Gleiter 35 innerhalb der Gleitschiene 34 hin- und
herbewegt wird und wobei sich der Gleitarm 33 in seinem Lager frei auf der
Schließerwelle 32 dreht.
Zusätzlich ist ein Schließhebel 5 drehfest mit der Schließerwelle 32 verbunden.
Der Schließhebel 5 ist kürzer ausgebildet als der Gleitarm 33 und erstreckt sich
bei geschlossener Tür in entgegengesetzter Richtung von diesem. Der Schließhebel
5 sitzt auf dem freien Ende der Schließerwelle 32 in der Darstellung in Figur
1, also unterhalb des Gleitarms 33. In der Stellung in Figur 1 ist der Schließhebel
5 durch einen am Blendrahmen 2 befestigten Elektromagneten 6 festgestellt.
Die Funktionsweise des Schließhebels 5 und des Elektromagneten 6 wird
in den Figuren 2 bis 6 erläutert.
In dem Türschließergehäuse 31 sind eine nicht dargestellte Schließerfeder und
eine Dämpfungsvorrichtung angeordnet, welche mit der Schließerwelle 32 zusammenwirken.
Bei dem Gleitarmtürschließer 3 kann es sich um einen herkömmlich
aufgebauten Türschließer handeln, z.B. um einen hydraulischen Türschließer,
wie er in DE 36 38 353 A1 beschrieben ist. Ein solcher Türschließer 3 funktioniert
derart, dass beim manuellen Öffnen des Türflügels 1 durch die dabei entstehende
Zwangsbewegung des Gestänges 33 und der Schließerwelle 32 die
Schließerfeder gespannt wird. Der Schließvorgang erfolgt nachfolgend selbsttätig
unter Wirkung der Schließerfeder. Die Schließerwelle 32 mit dem Gestänge 33
wird dabei in Gegenrichtung zurückgedreht. Die hydraulische Dämpfung der
Schließbewegung erfolgt, indem über Hydraulikkanäle und Ventile Hydraulikmedium
zwischen beiden Kolbenarbeitsräumen ausgetauscht wird.
In Figur 2 ist der Schließhebel 5 in Draufsicht dargestellt. Der Türflügel 1 befindet
sich in Schließlage, wobei der Gleitarm 33 und der Schließhebel 5 sich in
entgegengesetzter Richtung erstrecken. Sowohl der Gleitarm 33 als auch der
Schließhebel 5 sind auf der Schließerwelle 32 des nicht dargestellten Türschließers
3 gelagert. Jedoch lediglich der Schließhebel 5 ist drehfest mit der Schließerwelle
32 verbunden, während der Gleitarm 33 frei beweglich auf der Schließerwelle
32 drehbar ist.
Der Schließhebel 5 weist an seinem freien Ende an der dem Blendrahmen 2 zugewandten
Seite einen Mitnehmeranschlag 51 auf. Wie in der Schnittdarstellung
von Figur 7 zu erkennen, besitzt der Schließhebel 5 in diesem Bereich einen L-
förmigen Querschnitt mit einem horizontalen Schenkel 5a und einem vertikalen
Schenkel 5b. Der als Mitnehmeranschlag 51 ausgebildete vertikale Schenkelabschnitt
5b ist in seiner in den Figuren 1 bis 3 dargestellten Feststellposition im
Anschlag mit einem am Blendrahmen 2 befestigten Elektromagneten 6 und wird
durch diesen festgestellt, solange der Elektromagnet 6 bestromt wird. Die mit
dem Schließhebel 5 drehfest verbundene Schließerwelle 32 ist durch die Feststellung
des Schließhebels 5 ebenfalls blockiert, und sodann ist die Schließfunktion
der Türschließers 3 außer Kraft gesetzt.
Da der Gleitarm 33 frei drehbar auf der Schließerwelle 32 gelagert ist, kann, wie
in Figur 3 dargestellt, der Türflügel 1 unter Auslenkung des Gleitarmes 33 frei
geöffnet und auch wieder geschlossen werden. Desweiteren ist es möglich, den
Türflügel 1 in geöffneter Stellung zu belassen, ohne dass dieser durch die
Schließwirkung des Türschließers 3 automatisch geschlossen wird. Auch der maximale
Türöffnungswinkel wird in der dargestellten Ausführung nicht eingeschränkt.
Es ist jedoch möglich, den maximalen Schließwinkel zu begrenzen, indem
der Elektromagnet und damit auch der Mitnehmeranschlag 51 des Schließhebels
5 vom Blendrahmen 2 aus nach vorne versetzt angeordnet werden.
Im Brandfall kann nun, beispielsweise ausgelöst durch einen Rauchmelder 4, der
Elektromagnet abgeschaltet werden. Wie in Figur 4 dargestellt, wird dadurch der
Schließhebel 5 freigegeben. Die im Schließergehäuse 31 vorgespannte Schließerfeder
bewirkt dann eine Drehung der Schließerwelle 32 und des damit gekoppelten
Schließhebels 5. Auch bei einem eventuellen Stromausfall, ohne ein Signal
des Rauchmelders 4, wird durch die fehlende Bestromung des Elektromagneten
6 der Schließhebel 5 wie erwünscht freigegeben. Zudem kann ein Taster
oder ein Schalter vorgesehen sein, durch den sich der Elektromagnet 6 manuell
ausschalten lässt, um den Schließvorgang der Tür zu bewirken.
Figur 5 zeigt den weiteren Schließvorgang des nicht dargestellten Türflügels 1.
Der Schließhebel 5 wurde unter Wirkung der Schließerfeder bereits um 90 Grad
gedreht, und der Mitnehmeranschlag 51 am freien Ende des Schließhebels 5
kommt in Anschlag mit dem Gleitarm 33. Der Gleitarm 33 wird durch den
Schließhebel 5 mitgenommen, und der Türflügel 1 schließt wie gewünscht.
Figur 6 zeigt den Gleitarm 33 und den Schließhebel 5 nach Erreichen der
Schließlage des Türflügels. Der Elektromagnet 6 wird jetzt gegebenenfalls wieder
bestromt, doch der Schließhebel 5 befindet sind nicht im Anschlag mit dem Elektromagneten
6.
Erst beim nächsten manuellen Öffnungsvorgang der Tür wird in Umkehrung des
zuvor beschriebenen Ablaufs der Schließhebel 5 durch den Gleitarm 33 mitgenommen.
Dabei wird auch die Schließerfeder erneut gespannt. Es ist erforderlich,
die Tür beim ersten Öffnungsvorgang so weit zu öffnen, bis der Mitnehmeranschlag
51 des Schließhebels 5 in Anschlag mit dem Elektromagneten 6 kommt
und dadurch wieder festgestellt wird. Andernfalls würde die Schließkraft nach wie
vor über den Schließhebel 5 auf den Gleitarm 33 wirken und die Tür nach jedem
Öffnungsvorgang automatisch schließen.
In der in Figur 1 dargestellten Montageart, der sogenannten Kopfmontage, ist das
Türschließergehäuse 31 am Blendrahmen 2 montiert. Hierbei ist die Gleitschiene
34 auf dem Türflügel 1 montiert. Bei einer anderen nicht dargestellten Montageart,
der sogenannten Blattmontage, ist das Türschließergehäuse 31 am Türflügel
1 montiert und die Gleitschiene 34 am Blendrahmen 2. Die Montage kann sowohl
auf der Bandseite als auch auf der Bandgegenseite erfolgen.
Figur 8 zeigt einen Ausschnitt eines im Bereich des oberen Blendrahmens einer
nicht dargestellten Anschlagschwenktür aufliegend montierten Gleitarmtürschließers
3 mit einer elektromagnetischen Festhaltevorrichtung 7. Anordnung und
Funktionsweise des Türschließers 3, des Gleitarms 33, der Gleitschiene 34 und
des Gleiters entsprechen jeweils dem Ausführungsbeispiel aus Figur 1. Der Türflügel
1 kann ebenfalls frei und ohne Wirkung der Schließerfeder manuell geöffnet
und geschlossen werden, wobei der Gleiter 35 innerhalb der Gleitschiene 34
hin- und herbewegt wird und wobei sich der Gleitarm 33 in seinem Lager frei auf
der Schließerwelle 32 dreht.
Zusätzlich ist ein Schließhebel 5 drehfest mit der Schließerwelle 32 verbunden.
Der Schließhebel 5 ist kürzer ausgebildet als der Gleitarm 33 und erstreckt sich
bei geschlossener Tür in entgegengesetzter Richtung von diesem. Der Schließhebel
5 ist oberhalb des Gleitarms 33 drehfest auf der Schließerwelle 32 montiert.
In der Stellung in Figur 8 ist der Schließhebel 5 durch eine am Blendrahmen
befestigte Festhaltevorrichtung 7 festgestellt.
Die Festhaltevorrichtung 7 ist am Gehäuse des Türschließers 3 anschließend
angeordnet, wobei sie ein Gehäuse aufweist, welches in Höhe und Tiefe den
Abmessungen des Türschließergehäuses entspricht und somit mit diesem eine
optische Einheit bildet. Im Gehäuse der Festhaltevorrichtung 7 ist vertikal verschiebbar
ein Verriegelungsstempel 8 angeordnet, welcher durch Führungen 8a,
8b geführt ist und mit seinem unteren Ende aus dem Gehäuse der Festhaltevorrichtung
7 austritt. Die Bewegungsrichtung des Verriegelungsstempels 8 ist mit
dem Doppelpfeil 8c dargestellt. Am oberen Ende des Verriegelungsstempels 8 ist
eine Ankerplatte 9 montiert, welche mit zwei ortsfest im Gehäuse der Festhaltevorrichtung
7 angeordneten Elektromagneten 6a, 6b zusammenwirkt. Ein ebenfalls
ortsfest im Gehäuse der Festhaltevorrichtung 7 angeordneter Anschlag 10
begrenzt den Verstellweg des Verriegelungsstempels 8c nach oben, während der
Verstellweg des Verriegelungsstempels 8 nach unten durch den Kontakt der Ankerplatte
9 mit den Elektromagneten 6a, 6b begrenzt wird. Ein L-förmiger Führungswinkel
11 ist ortsfest so angeordnet, dass er den Bereich des Austritts des
Verriegelungsstempels 8 aus dem Gehäuse der Festhaltevorrichtung 7 mit seinem
horizontalen L-Schenkel untergreift.
Bei Bestromung der Elektromagneten 6a, 6b wird die vorzugsweise ferromagnetische
Ankerplatte 9 von den Elektromagneten 6a, 6b nach unten gezogen und
kommt in Kontakt mit den korrespondierenden Flächen der Elektromagneten 6a,
6b. Das untere Ende des Verriegelungsstempels 8 wird somit aus dem Gehäuse
der Festhaltevorrichtung 7 nach unten herausgedrängt. In dieser Position des
Verriegelungsstempels 8 wird der Schließhebel 5 durch das untere Ende des
Verriegelungsstempels 8 in seiner in Figur 8 dargestellten, arretierten Position
gehalten. Hierzu weist der Schließhebel 5 an seinem der Schließerwelle 32 abgewandten
Ende eine Aussparung 5c auf, in welche das untere Ende des Verriegelungsstempels
8 eingreift. Die Aussparung 5c kann im Profil des Schließhebels
5 als Absatz und/oder Auflaufschräge ausformt sein. Der Führungswinkel 11,
dessen horizontaler L-Schenkel diesen Bereich untergreift, verhindert ein Durchbiegen
des Schließhebels 5 nach unten und damit eine ungewollte Aufhebung
der Arretierung des Schließhebels durch Durchrutschen unter dem Verriegelungsstempel
8.
Alternativ kann der Schließhebel 5 einen Mitnehmeranschlag 51, wie in den Figuren
2 bis 6 gezeigt, aufweisen, wobei das untere Ende des Verriegelungsstempels
8 mit dem Mitnehmeranschlag 51 zusammenwirkt.
Die beschriebene Vorrichtung gemäß Figur 8 funktioniert folgendermaßen: Wird
die Bestromung der Elektromagneten 6a, 6b unterbrochen, so reicht das über
den Schließhebel 5 ausgeübte Drehmoment des Türschließers 3 aus, um über
die Auflaufschrägen der Aussparung 5c im Schließhebel 5 den Verriegelungsstempel
8 nach oben zu drücken, wobei sich der Schließhebel 5 sodann unter
Entspannung der Schließerfeder des Türschließers 3 auf den Gleitarm 33 hinzu
bewegt.
Der Verriegelungsstempel 8 kann durch einen (hier nicht gezeigten) mechanischen
Energiespeicher, z.B. eine Feder, in die Freigabeposition beaufschlagt
werden, insbesondere dann, wenn die Aussparung 5c oder der Mitnehmeranschlag
51 keine Auflaufschrägen aufweist. Bei Unterbrechung der Bestromung
der Elektromagneten 6a, 6b wird der Verriegelungsstempel 8 nach oben in die
Freigabeposition gedrängt und gibt somit den Schließhebel 5 zur Schließbewegung
frei.
Der Verriegelungsstempel 8 kann alternativ durch einen (hier nicht gezeigten)
mechanischen Energiespeicher, z.B. eine Feder, in die Verriegelungsposition
beaufschlagt werden, z.B. zur Unterstützung der Wirkung der Elektromagneten
6a, 6b.
Hinsichtlich der Kraftübertragung vom Schließhebel 5 auf den Gleitarm 33 sind
verschiedene Möglichkeiten denkbar:
Bei den Ausführungsbeispielen der Figuren 9 bis 13 ist auf dem Gleitarm 33 ein
Mitnehmer 52 montiert, z.B. durch Einschrauben des Mitnehmers 52 in ein Gewindeloch
des Gleitarms 33. Der Mitnehmer 52 ragt in die Bewegungsbahn des
Schließhebels 5. Bewegt sich der Schließhebel 5 in Schließrichtung, so trifft er
den Mitnehmer 52 des Gleitarms 33 abhängig von der Stellung des Gleitarms 33
früher oder später und drängt den Gleitarm 33 somit ebenfalls in Schließrichtung.
Der Schließhebel 5 kann mit einer Außenkante mit dem Mitnehmer 52 zusammentreffen,
wie in den Figuren 10 und 11 gezeigt. Alternativ kann das Profil des
Schließhebels 5 jedoch auch eine Aussparung 5c aufweisen, in welche der Mitnehmer
52 eintaucht, womit Schließhebel 5 und Gleitarm 33 beim weiteren
Schließen nahezu parallel liegen, wie in den Figuren 12 und 13 dargelegt.
Selbstverständlich ist auch bei diesen Ausführungsbeispielen die Verwendung
eines Mitnehmeranschlags 51, wie in den Figuren 2 bis 6 gezeigt, möglich.
Eine weitere (hier nicht gezeigte) Möglichkeit zur Kraftübertragung zwischen
Schließerwelle 32 und Gleitarm 33 besteht darin, dass die Ankopplung des Gleitarms
33 an die Schließerwelle 32 über einen sogenannten Gewindefreilauf verfügt.
Der mit dem Gleitarm 33 korrespondierende Bereich der Schließerwelle 32
weist hierzu ein Außengewinde auf, welches der Gleitarm 33 mit einem entsprechenden
Innengewinde übergreift. Ähnlich wie bei einem Gewindeverschluss,
z.B. bei einer Flasche, ist der Drehbereich begrenzt. Bei arretierter Schließerfeder
ist der Gleitarm 33 frei auf dem Gewinde der Schließerwelle 32 drehbar. Wird
die Arretierung der Schließerfeder aufgehoben, so dreht sich die Schließerwelle
32 dem Ende des freien Drehbereichs des Gewindes entgegen und nimmt bei
Erreichen dieses Drehbereichs-Endes den Gleitarm 33 zur Drehung in Richtung
Schließlage mit.
In alternativen Ausführungsformen kann an Stelle eines Gleitarmgestänges 33
auch ein Scherenarmgestänge verwendet werden. Ein Einsatz der Erfindung ist
auch an zweiflügeligen Türen möglich, welche zusätzlich mit einer Schließfolgeregelung
ausgerüstet sein können. Zudem ist ein Einsatz der Erfindung an elektrohydraulischen
Türantrieben möglich, welche zusätzlich eine Hydraulikpumpe
zum motorischen Öffnen oder motorisch unterstützten Öffnen des Türflügels 1
aufweisen. Die Hydraulikpumpe ist vorzugsweise ebenfalls in dem Gehäuse angeordnet
oder mit diesem verbunden. In den nachfolgenden Figuren erfolgt die
Erläuterung der verschiedenen Ausführungsformen der Erfindung jeweils an dem
bereits beschriebenen hydraulischen Türschließer 3.
Der Einsatz der beschriebenen Ausführung ist nicht allein auf Türen beschränkt.
Ein Einsatz ist auch an Fenstern und prinzipiell an jeder Art Flügel möglich.
An Stelle einer starren Anbringung des Elektromagneten 6 am Blendrahmen 2
bzw. am Türflügel 1 ist alternativ auch eine bewegliche Lagerung des Elektromagneten
6 möglich. Der Elektromagnet 6 kann beispielsweise auf einem
Schwenkarm gegen die Kraft einer Rückstellfeder gelagert sein (nicht dargestellt).
Der Schwenkarm kann innerhalb eines vorgegebenen Winkelbereiches
beweglich am Blendrahmen 2 bzw. am Türflügel 1 gelagert sein. Durch die bewegliche
und federnde Lagerung wird ein hartes Auftreffen des Mitnehmeranschlags
51 auf den Elektromagneten 6 beim Feststellen des Schließhebels 5
vermieden. Zudem kann über die Einstellung des Winkelbereiches am Schwenkarm
auch der maximale Türöffnungswinkel festgelegt werden bzw. derjenige Türöffnungswinkel
festgelegt werden, bei dem der Mitnehmeranschlag 51 auf den
Elektromagneten 6 auftrifft.
Liste der Referenzzeichen
- 1
- Türflügel
- 2
- Blendrahmen
- 3
- Türschließer, Gleitarmtürschließer
- 4
- Rauchmelder
- 5
- Schließhebel
- 5a
- horizontaler Schenkel
- 5b
- vertikaler Schenkel
- 5c
- Aussparung
- 6
- Festhaltevorrichtung, Elektromagnet
- 6a
- Elektromagnet
- 6b
- Elektromagnet
- 7
- Festhaltevorrichtung
- 8
- Verriegelungsstempel
- 8a
- Führung
- 8b
- Führung
- 8c
- Bewegungsrichtung des Verriegelungsstempels
- 9
- Ankerplatte
- 10
- Anschlag
- 11
- Führungswinkel
- 21
- Türband, Bänder
- 31
- Schließergehäuse
- 32
- Schließerwelle, Abtriebsglied
- 33
- Gleitarm
- 34
- Gleitschiene
- 35
- Gleiter
- 51
- Mitnehmeranschlag
- 52
- Mitnehmer