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Gerät zum Erfassen und Unterbinden von schlauchartigen Oeffnungen,
insbesondere zum blutstillenden Abbinden von Wundgefäßen Zusatz zum Zusatzpatent
936 059
Die Erfindung betrifft eine weitere Verbesserung des Gegenstandes des Patents
936 059. Dieses Patent bezieht sich auf ein. Gerät zum Erfassen und Unterbinden
von schlauchartigen Offnungen, insbesondere zum blutstillenden Abbinden von Wundgefäßen,
ausgestattet mit einer das abzubindende Gefäß faßbar machenden schnabelartigen Klemme
und versehen mit Mitteln zum Anlegen und nachfoigenden Abschneiden eines mindest
doppelt abgelinoteten Abbindefadens, welcher am Kopf des Gerätes, z. B. von umschlungenen
Gliedern gehalten, in zusammenziehbaren. Schleifen vorbereitet liegt.
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Das Gerät nach dem genannten Patent zeichnet sich der ihm zugrunde
liegenden Erfindung entsprechend dadurch aus, daß es einen eigenen Antrieb aufzuweisen
hat, der nur noch der manuellen Auslösung bedarf, um dann alle erforderlichen Arbeitsvorgänge
selbsttätig richtig vor sich gehen zu lassen, sobald das abzubindende Wundgefäß
sicher erfaßt worden ist.
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Die vorliegende Erfindung stellt eine Weiterentwicklung dieses mit
seinem eigenen, bevorzugt durch Federkraft gebildeten motorischen Antrieb ausgestatteten
Gerätes dar, die für die Praxis ganz bedeutungsvolle neue Vorteile sichert. Es spielen
dabei in erster Linie unter anderem die folgenden verbessernden Besonderheiten eine
wichtige Rolle: 1. schnelle Arbeitsweise, die aber im Augenblick des kritischen
Arbeitsvorganges, nämlich im Zeit-
punkt, in dem das Gerät den Abbindefaden
selbst tätig schlagartig zum Abknoten bringt, trotz des automatischen Antriebes
so individuell wie möglich seitens der Bedienung des Gerätes gehandhabt und kontrolliert
werden kann, damit das abzubindende Gewebe größte Schonung erfährt; 2. Schaffung
einer automatischen Sicherung, die sofort erkennbar macht, wenn das selbsttätige
Verknoten des Abbindefadens nicht einwandfrei ausgefallen ist; 3. selbsttätige Freigabe
des abzubindenden Wundgefäßes seitens der es haltenden Klemme erst nach vollständiger
Beendigung der Abbindung; 4. Schaffung einer Sicherung gegen ein zu frühes Abschneiden
der Endstücke des Abbindefadens, bevor auch der zweite Knoten straff gezogen ist;
5. verbessertes Anlegen des Abbindefadens ans Gerät durch Fassen mit dem Gerät selbst,
und zwar unter gleichzeitig bewirktem Spannen seines Antriebes; 6. vervollkommnetes
Greifbarmachen des Abbindefadens aus einem sterilen Vorratsbehälter mit Hilfe des
Gerätes selbst; 7. vollautomatisches Erfassen der Enden des Abbindefadens durch
diese Endstücke von selbst ergreifende Spannglieder des Gerätes.
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Alle diese technischen Maßnahmen macht das der Erfindung entsprechend
verbesserte Gerät erreichbar. Es zeichnet sich, um diese seine fortschrittlichen
Aufgaben erfüllen zu können, erfindungsgemäß zunächst dadurch aus, daß sein Eigenantrieb
Sperrungen aufzuweisen hat, die seine Kraftwirkung auf die nacheinander zu betätigenden
Geräteteile in gewünschten Stufen unterbrechen, derart, daß diese Sperrungen teils
mittels eines am Gerätehandgriff angebrachten Bedienungsgliedes, teils selbsttätig
nacheinander auslösbar gemacht sind, und zwar vorzugsweise so, daß dem Gerät eine
Arbeitsweise verliehen ist, bei der sich die sprungweise an die Abbindestelle herangeführte
Abbindevorrichtung des Gerätes kurz vor dieser Stelle von selbst stillsetzt und
der Abbindevorgang durch weiteres Freigeben des Antriebes erst dann schlagartig
automatisch eintritt, wenn dieser Antrieb vom Handgriff des Gerätes aus wieder entsperrt
- wird und jetzt vom genannten Bedienungsglied aus kontrolliert langsam weiter antreibend
wirksam werden kann, indem sich dann das Abknoten und Abschneiden des Abbindefadens,
bevorzugt ebenfalls durch stufenweises Freigeben weiterer in Abhängigkeit voneinander
nusgelöster Sperrungen des Antriebes, automatisch vollzieht.
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Fortschrittlich ist hierbei außerdem, daß ein das Gerät treffender
Stoß beim plötzlichen Stillsetzen seines vorlaufenden Kopfes vermieden bleibt, weil
dieser Stoß elastisch aufgefangen wird und daher zu keiner Beunruhigung der das
Gerät haltenden Hand führt.
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Eine in den Vorgang der Doppelverknotung des Abbindefadens eingebaute
Sicherung, die gewährleistet, daß der zweite Knoten nur dann ordnungsgemäß fallen
kann, wenn der erste Knoten unter richtiger Spannung festgezogen ist, ist ferner
dadurch erreicht, daß der das Gerät weiter betätigende Antrieb zum Schließen des
zweiten Knotens erst in Abhängigkeit von einer ausreichenden Spannung der den ersten
Knoten zusammengezogen haltenden Fadenenden aus seiner Sperrung ausgelöst wird.
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Die weiteren besonderen Mittel und Vorkehrungen baulicher und funktioneller
Art, die sichern, daß - die Fadenenden erst abgeschnitten werden, wenn die beiden
Abbindeknoten automatisch sicher festgezogen übereinandersitzen und die dazu dienen,
dem Gerät den Abbindefaden vollkommen steril gehalten anlegen zu können, ohne daß
er dabei mit der Hand angefaßt werden muß und wobei nicht einmal seine beiden Enden
mehr eines Anknüpfen an das Gerät von Hand bedürfen sowie weitere der Vervollkommnung
des Gerätes dienende erfinderische Einzelheiten sind nachfolgend an Hand von Zeichnungen
an einem Gerät, das der Erfindung entspricht, beispielsweise näher beschrieben.
Es zeigt Fig. I ein dem obengenannten Zweck dienendes, im ganzen als Gefäßklemme
bezeichnetes Gerät in einem axialen Schnitt nach der in Fig. 2 eingezeichneten Schnittlinie
1-1, und zwar in der zum brauch gespannten Stellung seines Federtriebes, d. h. arbeitsfertig
vorbereitet zum Erfassen und Abbinden eines blutenden Wundgefäßes, wobei der Übersichtlichkeit
wegen das Fadenträgerplättchen nicht mit eingezeichnet ist, welches den mit den
vorbereiteten Knoten versehenen Abbindefaden haltend trägt und zu seinem Auflegen
ans Gerät dient; Fig. 2 ist eine Seitenansicht der Gefäßklemme senkrecht zu Fig.
I, jedoch ohne den auf der Oberseite des Handgriffes angebrachten Bedienungshebel,
um die darunterliegenden Teile sichtbar zu machen; Fig. 3 stellt die inneren Teile
des Gerätes dar in Ansicht nach Fig. 2, und zwar bei abgezogener, seine geschlossen
abkapselnde Ummantelung bildender äußerer Gerätehülse; Fig. 4 ist wieder eine seitliche
Ansicht des in gespannter Stellung wiedergegebenen Gerätes, wobei lediglich die
äußere Hülse und der Griffhebel teilweise aufgeschnitten sind, um die unmittelbar
darunterliegenden Teile erkennen zu lassen; Fig. 5 ist abermals eine A.ialschnittansicht
der Gefäßklemme entsprechend Fig. 1, dargestellt in der ersten Arbeitsstellung des
Gerätes, in der die Abbindevorrichtung bereits bis nahe an die Klemmenspitze, d.
h. also an die Abbindestelle herangeführt ist; Fig. 6 entspricht wiederum der Schnittansicht
nach Fig. 5, jedoch jene Stellung des Gerätes zeigend, die gegeben ist, wenn der
erste Faden knoten gefallen, die Abbindevorrichtung ganz über die Klemmenspitze
hinaus nach vorn geschoben und der Fadenspanner bereits zurückgelaufen ist Fig.
7 entspricht der Schnittansicht nach Fig. 6, jedoch mit dem Unterschied, daß jene
Stellung des Gerätes dargestellt ist, in der jetzt auch der zweite Fadenknoten angelegt
ist; Fig. 8 veranschaulicht die letzte Arbeitsstellung des Gerätes, wieder in Ansicht
von der Seite, lediglich mit aufgeschnittenem Bedienungshebel,
um
die darunterliegende Vorrichtung zum Abschneiden des Abbindefadens und deren Betätigung
zu veranschaulichen; Fig. 9 ist in gegenüber den vorhergehenden Figuren doppelter
Vergrößerung die Ansicht auf den Kopf des Gerätes von vorn, und zwar unter Weglassung
der Klemmenspitze; Fig. 10 zeigt in einer Teilansicht einen Längsschnitt nach der
Schnittlinie X-X in Fig. 9 durch den Kopf des Gerätes, wobei aber die Klemmenspitze
jetzt mit eingezeichnet ist, wie sie das ab zubindende Wundegfäß nach Anlegen des
ersten Knotens vor dem Fallen des zweiten Knotens noch erfaßt hält; Fig. II veranschaulicht,
wie mit der Gefäßklemme der Abbindefaden unter Verwudung einer Hilfsvorrichtung
unmittelbar gefaßt werden kann, wobei diese Hilfsvorrichtung und ihr zugehöriges
Fadenmagazin im Schnitt dargestellt sind; -Fig. 12 ist eine horizontale Schnittansicht
nach der Schnittlinie XII-XII in Fig. I I; Fig. I3 veranschaulicht die Fadenträgerplättchenanordnung
mit einem gebrauchsfertig angelegten Abbindefaden in Ansicht von oben; Fig. I4 läßt
schaubildlich erkennen, wie die Fadenträgerplättchenanordnung aus zwei übereinanderzusteckenden
Teilen gebildet wird.
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Das in den nachstehend beschriebenen Figuren dargestellte Gerät stimmt
in seinem grundsätzlichen Aufbau sowie in wesentlichen Einzelteilen und auch in
funktioneller Hinsicht, abgesehen von den der Erfindung entsprechenden Verbesserungen,
mit dem Ausfiihrungsl)eispliel des Patents 936 o5g überein. Es si!nd daher die sich
entsprechenden Einzelteile auch mit übereinls,timmenl(len Bezugszeiche versehen
worden, und es wird hinsichtlich des Prinzips der Arbeitsweise dieser Teile auch
auf die liesbezügliche Beschreibung im genannten Patent lSezug genommen.
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Im einzelnen zeigen die Fig. I bis 8 wieder dcil äußeren, zugleich
als Handgriff dienenden Hülsenkörper I des Gerätes und ebenso den in der Achsen
daran angelenkten Bedienungshebel 3 mit seiner in der Achse 6 gelenkig gehaltenen
Greifklinke 7, die jetzt lediglich den Zweck zu erfüllen hat, beim Andrücken des
Hebels 3 mit ihrer Spitze IO in die Kerbe 25 des beweglichen, in der Ruhestellung
durch eine (nicht mit eingezeichnete) Feder offen gehaltenen Schenkels 23 der das
Wundgefäß zum Abbinden erfassenden Klemmpinzette einzugreifen und diese damit durch
Gegendrücken gegen den feststehenden Schenkel 21 abklemmend zu schließen.
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Der Halteschaft 26 der Klemmschenkel 21 und 23 dient wieder als Kernstück
des Gerätes. Er ist in seinem hinteren Ende durch eine lösbare Mutter 27 befestigt.
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Auf dem Schaft 26 ist verschiebbar ebenfalls wieder der Hauptschieber
28 angeordnet, dessen vorderes Ende den mit dem Abbindefaden auszurüstenden Abbindekopf
bildet. Dieser Hauptschieber 28 steht unter der Antriebskraft der unmittelbar hinter
ihm sitzenden Druckfeder 29, gegen die er durch Zurückdrücken seines Kopfes gespannt
wird. In seiner ganz eingeschobenen Spannstellung ist der Schieber 28 dann gesperrt
zurückgehalten durch einen kleinen Zapfen I8', der hinter eine Nase 80 greift, die
nach unten gebogen aus einer Blattfeder 8i herausgedrückt ist. Diese Blattfeder
8I ist hinten am Gerät mittels der beiden Schrauben 82 so befestigt, daß sie gegen
das Gerät federt und mit ihrer Nase 80 den Stift I8' hintergreift. Zum Auslösen
dieser Sperrung beim Gebrauch des Gerätes dient ein Schiebeplättchen 83, das mit
seinem hinteren Teil unter der Blattfeder 8I liegt. Es ragt mit seinem hinteren,
abgebogenen und wieder etwas verbreiterten Ende 84 durch den Schlitz85 der Blattfeder8I
und erhält an dieser Feder dann dadurch die Führung. Die Blattfeder 8I hat ferner
seitlich zwei halbrunde Einbuchtungen86, die in passenden Aussparungen87 des Plättchens
83 ruhen (s. Fig. 4). Wird das Plättchen 83 dem Kopf des Gerätes zu etwas verschoben,
so laufen die Einbuchtungen 86 aus ihrer in Fig. 4 gezeigten Ruhestellung auf die
Oberseite des Schiebeplättchens 83 auf und heben dadurch die ganze Blattfeder 8r
zusammen mit ihrer Sperrnase80 etwas an. Dies hat zur Folge, daß jetzt der Hauptschieber
28 unter dem Druck seiner Feder 29 rasch nach vorn springt und den Abbindekopf des
Gerätes dadurch an die Abbindestelle heranbringt. Kurz vor der Abbindestelle, wenn
also die Spitze der Pinzettenarme 21 und 23 noch etwas vor den Abbindekopf vorragt,
so daß sie dem Blick noch gut zugänglich ist, wird dann die Vorwärtsbewegung des
Hauptschiebers 28 erneut gesperrt, und zwar dadurch, daß sein mit nach voni geführter
Hemmstift I8' in passender Stellung in ein Fangloch 88 des Schiebeplättehens 83
einfällt.
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Diese Stellung des Gerätes ist in Fig. 5 veranschaulicht.
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Jetzt handelt es sich darum, den den Abbindefaden 31 auf seiner Stirnfiäche
30 tragenden Ab-I)indekopf möglichst vorsichtig und ständig unter der Kontrolle
des Chirurgen bleibend genau zur Abbindestelle hinführen zu können, um die Ab bindung
dann schlagartig vor sich gehen zu lassen. und zwar so, daß das abzubindende Gefäß
in der Klemmpinzette festgehalten bleibt, bis der Doppelknoten gefallen und die
Fadenenden abgeschnitten sind, welche Vorgänge sich dann automatisch schnell von
selbst nacheinander abspielen sollen, ohne daß es eines weiteren Zutuns der das
Gerät bedienenden Person bedarf.
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Um diese Arbeitsweise zu erzielen, ist zunächst am Handgriffhebel
3 der in einem Schlitz I3 nach vorn verschiebbar angebrachte Bedienungsknopf II
vorgesehen. An ihm sitzt auf der Unterseite eine haarnadelförmig gebogene Blattfeder
5. Diese Feder 5 greift mit einem Loch 89 in einen Zapfen 90, der auf einer Klappe
91 sitzt, die durch ein Scharniergelenk mit dem Schiebeplättchen 83 verbunden ist,
in dessen Loch 88 sich, wie schon erwähnt, der Hauptschieber mit seinem Hemmstift
18' gefangen hat Wird also der Bedienungsknopf ii langsam, vorsichtig kontrolliert
mit dem Daumen der das Gerät haltenden Hand der Bediemlngs-
person
nach vorn geschoben, so kann dieser Bewegung der Hauptschieber unter dem Druck seiner
Feder 29 langsam folgen. Während dieser Bewiegung schiebt sich dann der Kopf des
Hzauptschiebers aus der Stellung der Fig. 5 in die in Fig. 6 gezeigte Stellung vor
die Pinzettenspitze.
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Im Hauptschieber 28 ist jetzt noch ein zunächst durch sein Eigengewicht
ganz versenkt sitzender Auslösestift 92 eingelassen, der mit seinem nach innen vorstehenden
Kopf vorerst in einer Längsnutung 93 des Kernschaftes 26 entlang läuft und dann
beim Vorwärtsbewegen des Schiebers 28 am Ende dieser Nutung 93, also in bestimmter
Stellung des Abbindekopfes, nach außen geführt wird, wie dies in Fig. 6 gezeigt
ist. Dieser Stift 92 löst dabei den Fadenspannschieber 56 aus, der mit seiner Buchse
57 ebenfalls auf dem Keruschaft 26 lagert.
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Dieser Schieber 56 steht unter der Spannung seiner Druckfeder 58,
die sich einerseits an der Buchse 57 und andererseits am Hauptschieber 28 abstützt
und kräftig in ihre vollständig gespannte Stellung zusammengedrückt ist, wenn das
Gerät vor jedem Gebrauch durch Zurückschieben seines Abbindekopfes, wie unten erläutert,
gespannt wird (vgl.
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Ausgangsstellung nach Fig. 1 und insbesondere auch nach Fig. 3).
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Wie der Hauptschieber 28 nun stufenweise nach vorn bewegt wird, so
führt auch der Fadenspannschieber 56 seinen Rücklauf in Stufen aus, die ganz bestimmte
Aufgaben zu erfüllen haben. Beim ersten raschenVorlaufschritt des Hauptschiebers
28 in die Stellung nach Fig. 5 kann sich der Fadenspanner 56 zunächst nur um ein
verhältnismäßig kurzes Stück zurückbewegen, weil sich sein T-Stückankerplättchen
94 an seitlichen Vorsprüngen Io8 sogleich wieder fängt (Fig. 3), wenn dieser Schieber,
wie oben beschrieben ist, nach vorn springt und dem Fadenspanner nach hinten Raum
gibt. Hat der Fadenspanner die eben beschriebene kurze Rückwärtsbewegung relativ
zum Kopfstück ausgeführt, so wird er im übrigen dann vom Hauptschieber 28 durch
die genannte Verankerung (94, I08) weiter nach vorn mitgenommen.
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Bei der kurzen Rücklaufbewegung des Fadenspanners werden jedoch seine
zwei an den nach vorn führenden Leisten 95 angebrachten Greifglieder 54 und 55,
die zur Erfassung der beiden Enden des Abbindefadens 3I dienen, aus ihrer wenig
vor der Stirnfläche 30 befindlichen Stellung mit ihrer Greiföffnung kurz hinter
diese Stirnfläche geführt und dann wieder stillgesetzt. Hierdurch erfassen sie nämlich
von selbst hintergreifend die genannten beiden Endstücke des mit seinem Trägerplättchen
6I zuvor der Stirnfläche 30 aufgelegten Abbindefadens (vgl. Fig. 4). Die Greifglieder
54 und 55 werden nämlich durch einen Haken mit keilförmigem Schlitz 96 gebildet,
in dem sich das in ihn hereingezogene Fadenstück 97 fängt und zuverlässig sicher
festklemmt, wobei das Fadenende ablösend vom Trägerplättchen zugleich weggezogen
wird. Zu diesem Zweck ist das Fadenträgerplättchen 6I nämlich verbessert jetzt so
ausgeführt, daß es die Fadenstücke 97 im Greifbereich der Glieder 54 und 55 freiliegend
hält, wobei die Fadenenden im übrigen in Schlitzen 98 od. dgl. des Trägerplättchens
6I festgeklemmt gehalten sind, wofür sie, sehr erheblich an Catgut sparend, nur
in recht kurzer Länge vorgesehen sein müssen (vgl Fig. 13).
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Es ist oben dargelegt, wie der Auslösestift 92 im Hauptschieber 28
in bestimmter Stellung desselben nach außen gedrückt wird. Dieser Stift 92 hebt
jetzt die Verankerung des T-Stückes 94 des Fadenspanners 56 in der genannten Stellung
plötzlich auf, nachdem sich die Enden des Abbindefadens 3I zuvor in der eben erläuterten
Weise selbsttätig in die Greifglieder54 und 55 eingefädelt haben und nachdem das
abzubindende Wundgefäß 99 genügend hinter die Stirnfläche 30 gebracht ist. Dadurch
kann sich jetzt die Feder 58 plötzlich erheblich weiter nach hinten entspannen und
führt dadurch den Fadenschieber 56 schlagartig zurück, bis die angehängten Fadenenden
97 durch die Kraft der Feder 58 festgezogen sind. Dadurch zieht sich jetzt die erste
vorbereitete Schlinge 34 des Abbindefadens 3I zur Bildung des ersten Abbindeknotens
kräftig zusammen wie dies in Fig; IO dargestellt ist.
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Die zweite Schlinge 38 des Abbindefadens ist dabei noch um die Zapfen
39 und 40 geführt, die am Kopf des Gerätes an dessen Stirnfläche 30 vorstehen. Mindestens
einer dieser Zapfen oder auch beide sind federnd ausgeführt. Sobald also ein kräftiger
Zug des außen um die Zapfen 39 und 40 laufenden Fadens 3I eintritt, geben die Zapfen
zufolge ihrer Federung radial nach innen etwas nach.
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Diese Zapfen 39 und 40 sitzen nun auf einem dritten Schieberstück
4I, dem sogenannten Zapfenschieber, der seinerseits über dem Hauptschieber 28 lagert.
Auch ihm ist eine kräftige Feder 101 zugeordnet, die sich einerseits an seinem Innenbund
102 und andererseits an einem Bund Io3 des Hauptschiebers 28 abstützt. Diese Feder
101 kann sich entsptnen, sobald die Zapfen 39 und 40 durch den kräftigen Fadenzug
federnd nach einwärts gezogen werden, weil dann die an der Stirnfläche 30 anliegenden
Sperrnasen 104 der Zapfen 39 und 40 freigegeben werden. Dies hat zur Folge, daß
die genannten Zapfen 39 und 40 plötzlich in den Kanal IOS des Kopfstückes des Hauptschiebers
zurücktreten, wenn der sie tragende Schieber 41 nach Freigabe der Feder IOI nach
hinten nachgeben kann. Die zweite vorbereitete Knotenschlinge 38 des Abbindefadens
gleitet dadurch sprunghaft von den Zapfen 39 und 40 ab und legt sich im Zusammenziehen
als zweiter Abbindeknoten schlagartig auf den schon vorhandenen ersten Knoten auf,
weil die sich dabei verlängernden Fadenenden durch den noch unter guter Spannung
seiner Feder 58 nachgebenden Fadenspanner 56 kräftig weiter angezogen werden. Durch
die beschriebene Arbeitsweise ist also gewährleistet, daß der zweite A:bbindeknoten
selbsttätig erst und nur dann fallen kann, wenn der erste Knoten kräftig zugezogen
ist.
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Dies ist eine zusätzliche Sicherung; denn andernfalls funktioniert
das Gerät entsprechend der Erfindung nicht.
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Nach dem beschriebenen verknotenden Abbinden des Wundgefäßes werden
die überflüssigen Fadenenden schließlich auch selbsttätig noch abgeschnitten. Hierzu
dienen zwei seitliche Messer 45, die als zweiarmige Hebel auf einem sie haltenden
Drehzapfen 46 seitlich auf dem Hauptschieber 28 gelagert sind. Die Messer haben
an ihrem hinteren Hebelarm einen vorspringenden Rundnocken 47.
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Dieser Nocken 47 läuft an einer vorgewölbten Steuerfläche 48 des Zapfenschiebers
4I an, sobald dieser, wie oben schon erläutert, beim Fallen des zweiten Abbindeknotens
zurückspringt. Dadurch wird die WIesserschneide 5I gegen die Lücke 52 an der Stirnfläche
30 des Gerätes geführt, durch die das Fadenende beidseitig zum Greifglied 54 bzw.
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55 läuft, an dem es unter Spannung stehend noch befestigt ist und
dabei passend kurz abgeschnitten wird (Fig. 8).
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Es ist nun noch darauf zu achten, daß die Fadenenden aber erst dann
abgeschnitten werden, wenn beide Knoten auch sicher gefallen sind. Dies wird dadurch
erreicht, daß der Zapfenschieber 41 bei seinem Zurückspringen, nachdem der zweite
Knoten gefallen ist, kurzzeitig nochmals abgestoppt wird, bevor er seine in Fig.8
gezeichnete Endstellung einnehmen kann. Dieses Abstoppen bewirkt die Scharnierklappe
91. Diese hat seitlich zwei rechtwinklig angebogene Haken Io6, welche hinter nach
oben greifende Ansätze 107 am Zapfenschieber 41 greifen und diesen beim Rücklaufen
dadurch kurzzeitig sperren, bis der Bedienungshebel 3 durch Anheben des Daumens
der Bedienungshand freigegeben wird. Ist dies der Fall, so kann sich die Klappe
91 durch Schwenken um ihr Scharniergelenk leicht anheben, weil sie nicht mehr durch
die winkelförmig gebogene Blattfeder 5 niedergehalten ist. Dadurch wird aber zugleich
durch Aufhebung der Sperrung an den Teilen Io6 und 107 der vollständige Rücklauf
des Zapfenschiebers 41 entsperrt, was schließlich das Abschneiden der Fadenenden
in der schon erläuterten Weise bewirkt.
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Hiermit ist der ganze Arbeitsvorgang bei Ingebrauchnahme des dargestellten
Gerätes entsprechend der Erfindung beendet.
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Erwähnt sei noch, daß der Bedienungsknopf IS durch seine Feder 14,
sobald er vom Daumen der haltenden Hand freigegeben wird, in seine in Fig. I gezeichnete
Ausgangsstellung zurückkehrt und damit auch das Schiebeplättchen 83 über die durch
die ScharnierklappegI gebildete Verbindung von selbst mit zurückführt, in der dann
bei der nächsten Ingebrauchnahme des Gerätes der Sperrzapfen I8' ordnungsgemäß wieder
hinter der Sperrnase einfallen kann. Die Feder 14 hilft überdies, einen Stoß dämpfend
elastisch abzufangen, wenn der Zapfen I8' ins Fangloch 88 gelangt und den Kopfschieber
28 plötzlich stillsetzt.
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Besonders zu erwähnen ist schließlich noch die Schraube IO9 am vorderen
Ende des Hülsenkörpers I. Sie sorgt dafür, daß die Schieberteile bei ihren Arbeitsbewegungen
nicht aus der Hülse heraustreten können. Durch Herausdrehen dieser Schraube IO9
lassen sich die nur aufeinandergesteckt sitzenden Schieberteile dann aber sehr leicht
zur Reinigung oder eventuellen Reparatur der Hülse entnehmen, ohne daß es einer
weiteren Demontagearbeit bedarf. Auch das Zusammen setzen des Gerätes erfolgt wieder
gleich einfach.
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Das oben beschriebene Gerät kann sich in seiner dargelegten, ins
einzelne gehend perfektionierten Form nur dann voll befriedigend für die Praxis
nutzbar machen, wenn ihm der zugehörige Abbindefaden 31 ebenfalls in einer entsprechend
vervollkommneten Weise angelegt werden kann. Dabei ist vor allem auch wichtig, daß
dies in einer Art geschieht, die die Sterilhaltung des Abbindefadens unbedingt gewährleistet,
ohne daß ein Zugreifenmüssen mit der Hand erforderlich ist und wobei auch die hierfür
nötige Bedienungshandhabung im übrigen so einfach wie möglich und rasch vorgenommen
werden kann. Auch diese Aufgabe hat die Erfindung gelöst.
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Es ist vorstehend bereits erläutert, wie der durch sein Trägerplättchen
6I an das Gerät herangebrachte Abbindefaden von den Greifgliedern 54 und 55 vorzugsweise
in einer besonderen Arbeitsbewegung selbsttätig erfaßt und festgehalten wird, um
dann beim Zusammenziehen der Abbindeknoten sicher gehalten zu sein.
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Wie das Fadenträgerplättchen 6I als Hilfsmittel zur Verwirklichung
der Erfindung im besonderen in seiner hierzu verbesserten Form zweckmäßig ausgebildet
wird, geht aus den Fig. I3 und 14 hervor. Dort ist gezeigt, wie der Abbindefaden
3I in den beiden vorbereiteten Schlingen 34 und 38 für den ersten und zweiten Abbindeknoten
auf dem Plättchen 6I festgehalten ist, wobei die Fadenenden 97 im Bereich seiner
seitlichen Ausnehmung 110 freiliegend entlang geführt sind, damit an dieser Stelle
die Greifglieder 54 und 55 den Faden hinterfassen können, indem sie beim Aufstecken
des Trägerplättchens 6I auf die Stirnfläche 30 des Gerätes im Zwischenraum III zwischen
Faden und- Plättchenaußenrand hindurchgesteckt werden können (vgl. auch Fig. 4).
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Aus Fig. 14 ist ferner ersichtlich, daß das Fadenträgerplättchen
6I noch mit einem Hilfsplättchen 112 versehen ist, das Erhebungen II3, II4 aufzuweisen
hat. Die beiden Plättchen 6i und 112 werden dabei aufeinandergesteckt, wie aus Fig.
13 und 14 hervorgeht. Der Abbindefaden 3I liegt dann obenauf und ist in seinen vorbereiteten
Schlingen 34 und 38 gehalten durch die in passender Größe gewählten Erhebungen II3,
II4 des unteren Hilfsplättchens 112, wobei diese Erhebungen des Plättchens 31 in
entsprechenden Ausnehmungen 63, 64 und 65 durchragen.
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Zu erwähnen ist noch, daß die Enden des Fadens 3I in seinem Trägerplättchen
6 außer in Klemmschlitzen auch noch in einer Schlitzung des Plättchens mittels einer
labyrinthartigen Einschlingung gehalten sein können, um sie ohne Sperrung freiziehen
zu können.
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In der Form nach Fig. I3 werden jetzt in beliebiger Anzahl die Abbindefäden,
z. B. übereinandergeschichtet, in einem verschlossenen Gefäß
steril
in Vorrat gehalten. .Es handelt sich dann nur noch darum, diese Fäden dem erfindungsgemäßen
Gerät in steriler Form gebrauchsfertig auch an seine Stirnfläche anlegen zu können,
ohne auch nur das Trägerplättchen mit den Fingern anfassen zu müssen. Hierzu kann
ein Hilfsgerät nach Fig. II und 12 dienen. Es trägt auf einem rechteckförmigen,
sich nach unten standsicher verbreiterten hohlen Sockel 115 geeigneter Höhe einen
durch einen abnehmbaren Deckel 1 i6 verschließbaren Schacht II7, der einen der Trägerplättchenform
entsprechenden Querschnitt hat und in den sich eine große Anzahl von Fadenträgerplättchen
6I, 112 in der Form nach Fig. I3 übereinandersetzen lassen. Unter diesem Schacht
II7 ist ein seitlich geführter Schieber II8 ungebracht, der gerade die Höhe eines
Satzes dieser Trägerplättchen einnimmt. Dieser Schieber 1 I8 kann mit einem als
Handgriff dienenden Knopf 119 entgegen seiner Rückzugfeder I20, die an einem unten
an ihm angebrachten Zapfen 121 und innen an der Wandung des Sockels 115 festgemacht
ist, nach rechts herausgeschoben werden. Dadurch fällt das unterste Fadenträgerplättchen
mit seinem Abbindefaden auf die frei gemachte Bahn des Schiebers 1 I8 und wird dann
vom wieder zurückgeführten Schieber vor sich her nach links in ein Greifbett I22
herausgeführt. In dieses so mit dem Fadenträger bestückte Bett I22 wird sodann das
Gerät entsprechend der Erfindung in der in Fig. II dargestellten Weise von oben
her mit seiner Stirnfläche voraus eingesteckt. Zur besseren Führung dient dabei
eine die Einstecköffnung umgebende Fassung I23 und ein am Schacht 117 angebrachter
beidseitiger Anschlag 125.
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Beim Einstecken des Gerätes in der in Fig. II gezeigten Art erfolgt
zugleich nuch das Nachspannen der Antriebs federung des Gerätes, erzielt durch gleichzeitiges
Zurückdrücken des Kopfes des Hauptschiebers 28, wobei das Gerät aus dem in den Fig.
6 bis 8 dargestellten Zustand seiner Gebrauchsendstellung in die für den nächsten
Gebrauch wieder arbeitsbereite Ausgangsstellung nach Fig. I bis 4 zurückgebracht
wird.
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Bei diesem eben erläuterten Greifen des Trägerplättchens 31 kann
die Klemmpinzette durch die mittlere Ausnehmung63 im Trägerplättchen hindurchgesteckt
werden. Die die zweite Knotenschleife 38 haltenden Zapfen 39 und 40 des Gerätes
greifen in die Plättchenausnehmungen 64 und 65 ein. Diese Zapfen stoßen dabei zugleich
das Hilfsträgerplättchen 112 nach unten wegfallend aus und übernehmen so dessen
Haltefunktion für die zweite vorbereitete Knotenschlinge. Auch kommen dabei die
zu diesem Zweck freiliegend am Plättchen 31 entlang geführten Fadenendstücke 97
gleich richtig hinter die Greifglieder 54 und 55 des Fadenspanners zu liegen (Fig.
11). Das Fadenträgerplättchen 3I selbst fängt sich an der Stirnfläche des Gerätes
mittels der Haltefeder 67 an dessen Kopf. Das so mit dem Abbindefaden neu bestückte
Gerät wird sodann der Hilfsvorrichtung wieder entnommen und steht sofort zu neuem
Gebrauch zur Verfügung.
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Es ist schließlich noch auf folgendes hinzuweisen: Damit der Chirurg
bzw. seine Assistenz stets erforderlicherweise übersehen kann, welcher Vorrat an
Fadenträgerplättchen im Schacht II7 noch vorhanden ist, findet eine besondere ILontrollvorrichtung
Verwendung. Hierzu dient nämlich ein flacher Stab I26; der oben auf dem letztenTrägerplättchen
6I,II8 aufsitzt und dem vorhandenen Vorrat entsprechend weit in einem Schlitz I27
des Deckels 1 i6 nach oben vorsteht. Dieser Stab fällt nach unten nach und vermittelt
so die gewünschte Vorratsanzeige. Er kann auch eine Skala tragen, die genau in der
vorstehenden Länge die noch vorhandene Stückzahl angibt. Dieser Stab -ist übrigens,
wie aus Fig. II hervorgeht, in seinem unteren Teil geschllitzt. Auch ist er am unteren
Ende so weit verbreitert, als es der Weite seines Schlitzes 128 entspricht. Er kann
daher auch ganz durch alle Trägerplättchen hindurchgesteckt werden, da er somit
unten genügend weit zusammenfedern kann, um dann in der mittleren Ausnehmung 63
der Plättchen Platz zu finden. Wird er in dieser Weise ganz nach unten durchgesteckt,
so federt sein unteres Ende wieder aus, wenn es aus dem letzten Plättchen herausgetreten
ist. Alle noch vorhandenen Plättchen hängen dann aufgereiht am Stab 126 und können
mit ihm sehr bequem aus dem Schacht 117 wieder herausgeschoben werden, was nach
Beendigung der Operation in Frage kommt, um den Rest der Abbindefaden in ein besonderes
Sterilgefäß zurückzubringen. In analoger Weise kann dann der Schacht II7 auch wieder
neu bestückt werden, wenn er leer geworden ist, indem der Stab I26 voll besetzt
in den Schacht eingesteckt und er nach Schließen des Schachtdeckels 1 i6 dann herausgezogen
wird, so daß er in der in Fig. II gezeigten Weise auf dem obersten Plättchen aufsitzt
und dadurch, bis der Schacht geleert ist, wieder zur Anzeige des Vorrates dient.