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Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von Schuhen, und Brandsohle
Bei der Schuhhefstellgng stellt das Zwicken der Schuhe bisher die schwierigste Arbeit
dar, zu der erfahrene Fachkräfte gehören. Auch das Anbringen des Rahmens kann nur
von langjährig geübten Einstechern geleistet werden. Die Erfindung bezweckt, Schuhe
ohne das schwierige Zwicken herzustellen und möglichst dem Träger der Schuhe unter
bester Schonung seines Fußes das Gehen zu erleichtern.
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DieSchaftunterkante desherzustellend»enSchuhes wird unabhängig von
dem Leisten in Falten gerafft, an der gerafften und festgelegten Schaftunterkante
ein Lederrahmen befestigt und der Schaft mit Lederrahmen und eingelegtem Futter
über - den Leisten und die angeheftete Brandsohle gezogen und durch einen
auf den Rahmen seitlich ausgeübten Druck auf den Leisten und der Brandsohle festgespannt,
die vorteilhaft in einer Presse auf ihrer dem Fuß zugekehrten Seite eine der Fußauftrittsfläche
entsprechende Form enthält. Bei diesem Herstellungsverfahren tritt eine bedeutende
Ersparnis an Oberleder ein. Ein Zwicken ist nicht mehr erforderlich. Zür Herstellung
der Schuhe können schnell angelernti Arbeitskräfte Verwendung finden. Die zu dem
Verfahren gehörenden Vorrichtungen lassen sich in ihren Bewegungen
so
gestalten, daß die einzelnen Arbeitsgänge, besonders das Spannen des Schaftes über
den Leisten, durch Ausübung eines Druckes automatisch z. B. vom Fuß aus erfolgt.
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. Der Schuhschaft hat an seinerUnterkante keinen Zwickeinschlag,
sondern eine Nahtzugabe. Beim Ansteppen des Rahmens an die Schaftunterkante verläuft
die Steppnaht am besten auf der Mitte des Rahmens. Zweckmäßig wird der die Sohlenkante
bildende Teil des Rahmens durch einen zweiten z. B. aufgeklebten schmalen Rahmen
verstärkt. Nach dem Einbringen des Futterschaftes, der normalen Zwickeinschlag hat,
werden die Vorder-und Hinterkappen eingeklebt. Sie können unter anderem aus zelluloidiertem
Stoff, Filz od. dgl. bestehen, da sie beim Aufbringen des Schaftes auf den Leisten
in einem weichen Zustand sein müssen.
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Das Aufziehen des mit dem Lederrahmen und dem Futter ausgestatteten
Schuhschaftes auf den Leisten erfolgt zweckmäßig auf maschinellem Wege mittels einer
Vorrichtung. Hierbei wird von Hand aus der Schuhscha*ft auf die Spitze des Leistens
gezogen, und dann wird äie Schaftferse von der Vorrichtung gefaßt und über die Leistenferse
gezogen. Der Schaft sitzt auf dem Leisten, ohne geheftet zu werden.
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Dann wird der Schaft mittels einer geeigneten Vorrichtung fest über-
den Leisten gespannt, und zwar so, daß die Nähstiche des Rahmens auf der Brandsohle
liegen. Hierbei wird der Leisten mit dem übergezogenen Schuhschaft und der Brandsohle
auf einen Schlitten aufgesetzt und dieser möglichst vom Fuß aus in die vorgenannte
Vorrichtung gebracht. Es muß dann auf den Lederrahmen ein solcher Druck ausgeübt
werden, daß der Schaft fest über den Leisten gezogen wird. Zu diesem Zweck sind
Spannrahmenarme vorgesehen, auf die ein etwa horizontaler Druck auf den Rahmen vom
Fuß aus ausgeübt werden kann. Dieser Druck erfolgt vorteilhaft unter Zuhilfenahme
von aneinander angelenkten Spannrähmenarmen, durch die sowohl an der Spitze als
auch an der Ferse der Ledermlimen über dem Leisten gespannt wird in gleicher Weise,
als ob er fest übergezwickt worden wäre. Der Druck auf die Spannrahmenarme kann
unter anderem mittels eines Seilzuges erfolgen, der auf die scherenartig zusammendrückbaren
Spannrahmenarme einwirkt. In der zusammengedrückten. Lage, werden die Spannra,hmenarme
festgelegt. Es kann dann ein Klebemittel zwischen dem Zwickeinschlag des Futterschaftes
und der Brandsohl e und weiter zwischen diesem Zwickeinschlag und dem Lederrahmen
eingebracht werden, worauf der Lederrahmen mittels einer Täkshefttnaschine durch
halbtief eingeschlagene Täkse an die Brändsohle geheftet und darauf der Spannrahmen
entfernt wird. Nach dem'Trocknen des Klebers werden die Täkse herausgezogen und
die Laufsohle aufgelegt und mittels Kleben oder Andoppeln befestigt. Die weitere
Verarbeitung des Schuhes ist wie üblich.
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Bei diesem Schuhherstellungsverfahren können Bra,ndsohlen veTwendet
werden, die auf mechanischem Wege z. B. mittels Preßdruck unter Verwendung von Preßstücken
hergestellt werden, die eine dem Fuß angepaßte Auftrittslage aufweisen. Dadurch
werden die Brandsohlen auf ihrer oberen, dem Fuß zugekehrten Seite mit einer Auftrittsfläche
ausgestattet, die der Fläche des oberen Preßstückes entspricht und gleichzeitig
die der Laufsohle zugekehrte Seite der Brandsohle vom unteren Preßstück sohlengerecht
gestaltet. Durch diese Ausbildung der Brandsohle wird einem wesentlichen Bedürfnis
Rechnung getragen. Bei den meisten der bisher gestellten Schuhe ist die Auftrittsfläche
unter dem Unterballen und der Ferse des Fußes eben, hart und fast glatt. Das hat
zur Folge, daß die natürlichen Fleischwülste des Unterballens und der Ferse mit
der Zeit verschwinden und daß sich Senk-, Platt-, Knick-, Spreizfüße od. dgl. ergeben.
Die hierfür vorgesehenen Einlagen bilden keine Lösung des Problerns. Wenn man aber
Brandsohlen verwendet, die an ihrer dem Fuß zugekehrten Seite eine diesem Fuß und
seiner besonderen Form entsprechende #X,uftrittsfläche aufweisen, so- sind damit
die vorgenannten Übel beseitigt.
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Auf der der Laufsohle zugekehrten Seite muß die Brandsohle möglichst
so gestaltet werden, daß sich die Laufsohle gut anpaßt. Zu diesem Zweck erhält die
Brandsohle auf der der Laufsohle zugekehrten Seite, eine Auflage aus einem weichen
Material, das z. B. aus mit einem Kunstharzbindemittel vermischten Korkschrot besteht.
In 'dieses Material wird in der Gelenkgegend eine Gelenkfeder eingelegt, die aus
einer breiten Metallbandfeder besteht. Das Material wird von einer Siofflage od.
dgl. bedeckt. Zweckmäßig wird die Ausführung so getroffen, daß das Material eine
rings um die Brandsohle herumgehende Vertiefung aufweist, in welche der Lederrahmen
mit dem Zwickeinschlag des Schaftfutters und der Vorder- und Hinterkappenunterkante
gerade hineinpaßt, so daß diese Teile mit dein Material aus Korksch.rot glatt und
eben liegen für das Befestigen der Laufsohle. Die praktische Herstellung einer solchen
Brandsohle erfolgt in einer Presse, in der der Brandsohle auf der dem Fuß zugekehrten
Seite eine der Fußauftrittsfläche entsprechende Form gegeben wird und gleichzeitig
durch das Einlegen einer Stofflage und des Materials aus Korkschrot die Brandsohle
die erforderl * iche Unterlage erhä lt. -
In der Zeichnung. sind in
beispielsweiser Ausführungsform Vorrichtungen zur Ausführung des Verfahrens dargestellt,
und zwar zeigt Fig. i eine Seitenansicht einer Vorrichtung zum Raffen der Falten
eines Schuhschaftes, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II der Fig, i, Fig.
3 einen Schnitt nach der Linie III-III der Fig. i, Fig. 4 eine Aufsicht auf
eine Maschine zur Ausübung des Druckes auf den Spannralimen, Fig. 5 eine
Seitenansicht dieser Maschine, Fig. 6 eine Teilan - sicht des Drahtzuges
zur. Erzeugung des Druckes auf den - Spannrahmen,
Fig.
7 eine Aufsicht auf den Spannrahmen zum Festspannen des Spitzenteiles des
Schuhschaftes auf dem Leisten, Fig. 8 eine Aufsicht auf,einen Spannrahmen
zum Festspannen des Schaftfersenteiles auf der Leiste'nferse, Fig. 9 eine
Seitenansicht des Spannrahmens nach Fig. 7,
Fig. i o eine Seitenansicht einer
Vorrichtung zum-Aufbringen des mit dem Lederrahmen versehenen Schuhschaftes auf
den Leisten, Fig. i i einen Querschnitt durch die Brandsohle mit Korkschrotauflage,
Fig. 12 eine Aufsicht auf einen Rahmenhalter, Fig. 13 eine Seitenansicht dieses
Rahmenhalters, Fig. 14 eine Aufsicht auf eine Kurvenscheibe. Bei der Ausführung
des Verfahrens zur Herstellung der Schuhe wird zunächst so vorgegangen, daß die
Unterkante des Schuhschaftes in Falten gelegt, also gerafft wird, mit einer Einrichtung
nach Fig. i. Dann wird an die geraffte Schaftunterkante ein Lederrahmen angesteppt
und darauf das übliche Futter in den Schuhschaft eingelegt. Der geraffte Schuhschaft
wird mit dem Lederrahmen und dem Schaftfutter init einer Einrichtung nach Fig. io
über einen Leisten mit Brandsohle g#--zogen. Dann wird der Schuhschaft mit dem Leisten
und der Brandsohle in eine Maschine nach Fig. 4 und 5 gebracht und die Unterkante
des Schaftes mit dem Lederrahmen auf dem Leisten und der Brandsohle fesi eingespannt,
worauf die Festlegung des Schaftes an der Brandsohle in üblicher Weise erfolgen
kann.
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Im nachstehenden werden die zur Schuhherstellung dienenden Vorrichtungen
im einzelnen beschrieben.
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Bei der Faltenlegevorrichtung nach Fig. i ist eine Antriebswelle i
vorgesehen, die von einer Handkurbel i' oder maschinell antreibbar ist. Von dieser
Antriebswelle wird die Kurvenscheibe 2, die Faltenwalze -3 und die in diese
Faltenwalze 3 eingrei,fenden Rädecr 4 betätigt. In Fig. 14 ist die Kurvenscheibe:2
in der Aufsicht daigestellt. Die Falte nwalze 3 hat zusammen mit den zwei
Rädern 4 die Aufgabe, die an der Schuhschaftunterkante vorzusehenden Falten zu erzeugen.
Die Kurvenscheibe 2 und die Faltenwalze 3 arbeiten so mit7 einander, daß
die am Umfang der Unterkante des Schuhschaftes vorzusehenden Falten in' entsprechender
Weise erzeugt werden. Von der Welle i wird über das Xegelrad 5 das Tellerrad
6 angetrieben. Auf der Welle 7 dieses Kegelrades 6 ist das
Ritzel 8 befestigt, das mit dem Zahnrad 9 im Eingriff steht, von dem
aus der Antrieb der' Kurvenscheibe 2 über zwei am Rad 9 angebrachte und in
die Kurvenscheibe eingreifende Zapfen erfolgt. An diese Kurvenscheibe 2 liegt eine
Laufrolle io unter der Wirkung zweier Federn i i an, von denen jede an ortsfeste
Anschläge 12 und an ein gemeinsames Anschlußstück 13 angeschlossen sind.
Diese Federn drücken die Rolle io des Halters 14 an die Kurvenscheibe 2 an. Der
Halter 14 sitzt verschiebbar auf einer Haltewelle 15. Auf dieser Welle 15 sitzt
verschiebbar eine Hülse 17,
an der zwei Arme 18 und ig befestigt sind, die
verschiebbar auf der Welle i" sitzen und zwischen sich die Faltenwalze
3 aufnehmen. Der Arm ig und der Halter 14 bestehen zur Vereinfachung aus
einem Stück. Die Welle i" ist mit der Welle i durch eine Muffe 16 längs verschiebbar,
aber drehbar verbunden. Entgegen der Wirkung der Federn i i kann die Rolle io dem
'Umfang der Kurvenscheibe folgen. Entsprechend dem Umlauf der Kurvenscheibe 2 wird
über die Roll'e io und entgegengesetzt der Wirkung der Federn ii die Faltenwa,Ize
hin und her geschoben. Der Arm 18 ist mit dem Anschlußstück 13 durch eine
Welle 13' fest verbunden, die zwischen den beiden Federn i i liegt, die beide an
des Anschlußstück 13 angeschlossen sind. Die Faltenwalze 3 besitzt Zähne
3', deren Höhe im Zeichnungsbild nach Fig. i von der linken Seite nach der
rechten Seite bis auf Null abnimmt, wodurch an der Spitze und an der Ferse der Unterkante
des Schuhschaftes dicht nebeneinanderliegende Falten an der Schaftunterkante erzeugt
werden, während sich an den Gelenkteilen keine Falten ergeben. Bei der Bedienung
der Vorrichtung werden also alle erforderlichen Falten erzeugt. Die Kante wird von
Hand aus mit der Oberseite nach unten zwischen der Faltenwalze 3 und den
vön der Welle 2 1 angetriebenen Rädern, 4 tn'tlang geführt. Def Antrieb. der Welle'2i
erfolgt über Dieb Räder 22, 23 von der Hauptwelle i - aus. Damit die
erzeugten Falten den erforderlichen Abstand voneinander behalten und damit. diese
Falten weiterbestehen, wird an diesen Falten ein entsprechend geführtes. Band angeklebt.
Dies erfolgt maschinell und glefchzeitig mit der Faltenbildung. Zu diesem Zweck
wird das an der Unterseite mit Klebstoff versehene Band zwischen der in die Vorrichtung
eingelegten Schaftunterkanie ünd einem Rad 2o eingelegt, das mit Spielraum auf der
Welle 21 lägert. Das Rad 2o wird durch zwei- Gegenräder 20' an das Band angedrückt.
Die Achsen dieseT Gegenräder sind in einem Schlitten gelagert, der von einer Zugfeder
--o"' nach unten gezogen wird. DieZugf oder 2o" ist an ihrem unteren Ende an einem
ortsfesten Querstück befestigt und drückt über den Schlitten die Gegenräder 2o'
an das Rad:2o an. Die zwei Räder 4 können von ihrem Eingriff in die Faltenwalze
3 mittels einer Vorrichtung abgehoben werden, damit das Einlegen der Unterkante
des Schuhschtiftes zwischen 4en zwei Rädern 4 und der Faltenwalze 3 in Ruhe
ohne Mühe erfolgen kann.
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Zu der Vorrichtung nach Fig. 4 und 5 gehört eine Standsäule
31 mit einer in schräger Lage angeordneten Kopfplatte 32. An dieser
Vorrichtung sind zwei Fußhebel 33, 34 vorgesehen, die gleiche Höhe nebeneinander
haben können. Sie sind mit ihren Armen 35, 36 um eine ortsfeste Achse
37
drehbar. An Stelle eines dieser Arme können auch je zwei nebenein#anderliegende
Arme verwendet werden. Die Platte 32 ist um eine horizontal liegende und
an der Standsäule 31 vorgesehene Achse kippbar und in jeder Lage festlegbar. Außerdem
ist sie um die senkrechte Achse der Standsäule
3 1 drehbar.
Der Arm 36 weist eine Stange 38
auf, die an ihrem oberen Ende ein kleines
U-Eisen 39 trägt, in welchem eine Rolle 4o drehbar gelagert ist. Über diese
Rolle 4o läuft ein Drahtseil 41, das über die auf beiden Seiten der Vorrichtung
angeordnete Rollen 42 über Zwischenrollen 42' zu den freien Enden der Druckarme
43 führt. Diese Druckarme sind um Zapfen 44 drehbar und stehen unter der Einwirkung
von Federn 45, deren freie Enden an einen Balken 46 angeschlossen sind, der
an der Platte 32 befestigt ist. Die Druckarme 43 sind in Segmentstücke 47
eingelassen, die' beide in einer auf der Platte 32- eingelassenen Nut 48
geführt werden. Durch. Bewegen der SegmentstÜcke 47 in der Nut 48 der Platte
32 durch den Seilzug 41 bzw. vom Fußhebel 34 aus werden die vorderen Enden
47' dieser SegmentstÜcke 47 an die Arme 49 des Spannrahmens angedrückt. Die Segmentstücke
47 weisen je zwei Schutzhauben 47" auf, die an der Platte 32 befestigt sind.
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Wie die Zeichnung nach Fig. 7 zeigt, sind die Arme 49 scherenartig
ausgebildet und um den Zapfen 5o drehbar. Sie stehen unter der Einwirkung einer
Blattfeder 49", die an ihren Enden an den Armen 49 befestigt ist und weisen einen
Einsteckzapfen 51 auf, mit dem sie in einen Ansatzder Platte 32 einsteckbar
sind. 52 stellt einen um den Drehzapfen 50 schwenkbaren Anschlag dar,
mit dem die Leistenspitze zuerst in Berührung kommt. Die Anschlagkante
53 des Spannrahmens kommt beim Zusammenpressen dieses Rahmens mit der Lederrahmenkante
in Berührung. Die -Innenkante des Bleches 54 stößt gegen die Steppnaht zwischen
Lederrahmen und Schaft und schiebt dabei den Lederrahmen so weit über die Brandsohle,
bis die den Schaft berührende Anschlagkante 55 des Rahmens den Schaft in
die- Richtige fest angezogene Lage auf der Brandsohle bringt.
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Damit beim Festspannen des Schuhschaftes auf dem Leisten der Rahmen
die richtige waagerechte Stellung zu dem Spannrahmen einnimmt, wird der Lederrahmen
unter Verwendung von Rahmenhaltern 56 hoch gehalten. Der Rahmenhalter besitzt
einen abgewinkelten Steg 57 und einen Schlitz 58 und eine in diesem
Schlitz sitzende Schraube 59. Mittels des Schlitzes und der Schraube liann
er vor- oder zurückgeschoben werden. Der Rahmenhalter hat einen Zapfen 6o, der in
dem Block 6 1 (Fig. 5) eingelassen wird. Unterhalb des Blockes 61
sitzt auf dem Zapfen 6o eine Feder 62. Es ist auf jeder Seite des Leistens
nicht ein einziger, sondern es sind dort mehrere Rahmenhalter vorgesehen. Diese
Rahmenhalter, die hintereinander angeordnet sind, können den Bewegungen der Spannrahmenarme
49 bzw. 49' am besten, folgen. Die Rahnlenhalter sitzen an jeder
Seite auf je einem Sperrschieber 63 (Fig. 5). jeder
Sperrschieber wird in einer auf jeder Seite des Leistens vorgesehenen U-förmigen
Schiene 64 geführt und ist der Einwirkung einer Feder 65 ausgesetzt, durch
welche ein Seilzug 66 hindurchführt,'der,#en, den Schieber 63 an jeder
Seite des Leistens 7o angeschlossen wird. Auf jeder Leistenseite ist ein Seilzug
vorgesehen, der entgegen der Wirkung der Federn 65 die Sperrschieber
63 auf jeder Seite zurückziehen kann. Die Seilzüge 66 sind an die
den Fußhebel 34 besitzenden Arme 36 angeschlossen. Die Rahmenhalter sitzen
mit ihren unteren Enden 67 (Fig. 13) auf jedem Sperrschieber 63. Werden
die Sperrschieber zurückgezogen, so fallen erst die der Säule 3 1 am nächsten
liegenden Rahmenhalter 56 nach unten. Die Rahmenhalter können an dem Lederrahmen
mitunter anklemmen, so daß sie nicht nach unten fallen. Um dies zu vermeiden, sind
die Federn 62 vorgesehen, die sich auf ortsfest am Rahmenhalter angeordnete
Ringe 68 abstützen und nach Wegziehen der Sperrschieber 63 durch die
Wirkung der Federn 62 nach unten gezogen werden. Es kann also durch Herunterdrücken
des Fußhebels 34 in genauer Übereinstimmung mit der Bewegung der Spannrahmenarme
jeder Sperrschieber 63 bewegt und unter den Rahmenhaltern entgegen der Wirkung
der Federn 65 (Fig. 5) weggezogen werden. Der Seilzug 66 wird
über die Seilrolle 69 geführt. In den Seilzug 66 kann. eine Reguliervorrichtung
eingebaut werden. zur Einstellung der Länge dieses Zuges. Die Zuglänge des Seiles
66 wird jeweils eingestellt, um die Bewegung der Spannrahmenarme mit dem
zurückzuziehenden Rahmenhalter abzustimmen.
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Um den, Sd#uhschaft fest auf den Leisten und die dort befindliche
Brandsohle aufzuspannen, wird der Leisten 70 mit dein Schaft und, der Brandsohle
auf einen Leis.tenständer 7 1 gemäß Fig. 4 und 5 aufgesetzt. Dieser
LeistenAtänder 7 1 steht in gelenkiger Verbindung mit einem Schlitten, der
in Führungsschienen 72 unter der Einwirkung eines Seilzuges geführt wird
und bis in, den Spamirahmen der Maschine hineingebracht werden kann. Zu diesem Zweck
ist der um den Zapfen 37 drehbare Arhi 35
an einen, Seilzug
73 angeschlossen, der über eine Seilscheibe 74 zum vorgenannten Schlitten
füh#rt und an diesem befestigt ist. Der Leisten 70 wird also vom Fußhebel
33 aus mit dem mit Falten und Lederrahmen. versehen-en aufgezogenen Schuhschaft
und Brandsöhle bis in den Bereich. des Spannrahmens herangeführt. Dann, wird die
Stütze 7,9
auf die Brandsohle heruntergeklappt. Diese Stütze '15 ist an einem
auf der KOPfPlatte 32 gelagerten Gestell 76 schwenkbar gelagert. Nun
wird der Leisten mit dem Schuhschaft weiter vchrgeführt, bis er fest gegen die Anschlagleiste,
5:2 des Spannrahmens drückt. Dann wird der Schlitten arretiert. Durch Bewegen
des Fußhebels 34 -werden. die Kurvenseginente 47- mit ihren vorderen Enden 47' gegen.
die Spannrahinenarme 49 und damit diese gegen den Lederrahinen gedrückt. Dabei werden
die den Lederrahmen hochhaltenden Rahmenhalter durch Zurückziehen der Sperrschie-ber
63 entgeger der Wirkung der Federn 65 nacheivander nach unten. gedrückt.
Damit werden den Spannrahmenaxmen die Wege zum Spannen des Lederrahmens
f reigegeben. Dann wird in die Löcher 77 der Spannarme 49 eine entsprechend
mit Zapfen versehene Brücke 78 gelegt, die die Spannrahmenarme über der Brandsohle
festhält. Nun kann der Lederrahmen
mittels Kleben oder Heften mit
dem Futter des Schaftes an. der Brandsohle festgelegt werden.
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Zum Spannen. des Lederrahmens mit der hinteren Schafthälfte wird.
der Leisten mit dem Schaft um i8o' geschwenkt, so daß er mit dein Fersenteil auf
einem vorderen gelenkig am Schlitten angebrachten Leistenständer sitzt. In die KOPfPlatte
3.2 wird ein für die Ferse vorgesehener Spannrahmen gemäß Fig. 8 mit den
Spannarmen 49' und den Löchern 77' eingesetzt.
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Der Vorgang wird nun wie bei dem auf der vorderen Leistenhälfte sitzenden
Schaftteil wiederholt.
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In Fig. io ist eine Vorrichtung zum Aufziehen des Schaftes auf den
Leisten, dargestellt. Auf einer Tischplatte. 8o eines Gesttelles befinden sich zwei
Auflager 81 und 82. Von diesen. stellt 81 einen Zapfen dar. Am Auf
* lager 82 befindet sich ein Anschlag 83. Die Auflager sitzen
unter der Mitte des auf die Auflager gesetzten Leisten, so daß die Unterkante des
Schaftes durch diese Auflager nicht nachteilig beeinflußt wird. Der Schuhschaft
mit dem angesteppten Lederrahmen uüd dem Schaftfutter wird über die Leistenspitze
von Hand aus geschoben und an. der Ferse über einen Löffel 84 gesetzt, der wie ein
Schuhanzieher ausgebildet ist. An der Vorrichtung ist eine um einen Zapfen.
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entgegen der - Wirkung von Federn 86 stehende Tafel
87 schwenkbar angeordnet. Die Wirkung der Federn 86 wird durch einen
Seilzug 88 oder mehrere solcher Seilzüge begrenzt. In der Tafel ist ein.
verschielbbarer Schlitten gelagert, der das Klemmstück 89 trägt. Wenn. man
nun den Schuhschaft mit seinem Lederruhmen. und seinem Futter über die Spitze des
mit der Brandsohle besetzten Leistens und über den Löffel 84 gelegt hat, so wird
nach Andrücken der Klemme 89 an den Schaft und Schwenken der Tafel
87 um die Achse 85 entgegen der Wirkung der Feder 86 der Schaft
über die Leistenferse gezogen, so daß er auf dem Leisten sitzt. In der Maerhine
nach Fig. 4 und 5 erfolgt dann das Festspannen des Schaftes über dem Leisten
und der Brandsohle wie es vorher beschrieben wurde. Es. wird vorzugsweise eine Brandsohle
verwendet, die auf der dem Fuß zugekehrten Seite eine dem Fuß entsprechende Fußauftrittsfläche
erhält, während sie auf der der Laufsohle zugekehrten Seite entsprechend geformt
ist. Eine solche Brandsohle go zeigt Fig. ii. Auf der deT Lauf sohle zugekehrten
Seite erhält die Brandsohle eine, Auflage gi z. B. aus mit einem Bindemittel (Kunstharz,
Gummilösungen oder einem sonstigen Kleber) untermischten Korkschrot od. dgl. Diese
Auflage ist am Rand an den Stellen 92 vertieft und am Gelenk verstärkt durch die
Einlage einer Feder ,aus Metall oder sonstigem Stoff. Sie ist mit einer Stofflage
93 bedeckt. Die in Fig. i i gezeigte Form der Auflage qi und der Brandsohle
wird mit einem Druck in einer Presse erzeugt, die in der Zeichnung nicht weiter
dargestellt ist.
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Der Leistewtänder 71 ist gegenüber dem Schlitten (Fig. 5),
durch. den er verschoben werden kann, bewegbax, um bei Verwendung verschieden großer
Leisten die richtige Lage des Leistens zu den Rahmenhaltern zu erhalten.
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Der Block 61 ist um ebne nicht dargestellte Achse schwenkbar. Daher
ist es möglich, die richtige Stellung des Leistens und der Rahrnenhalter zu dem
Spannrahmen zu erhalteiL Der Block 61 und die Laufschierien für den Sperrschieber
sind um die gleiche Achse schwenkbax, um welche der Block 61 gedreht werden kann.
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Da. der Lederrahmen mit dem Schaft etwas kürzer als der Umfang
der Brandsohle ist, erreicht man, daß der Schaft nach dem Aufziehen auf den Leisten
gut darauf sitzt, ohne daß es notwendig ist, ihn anzuheften.
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Die Vorrichtung kann außer durch Fußhebel auch noch auf anderem Wege
betätigt werden, z. B. auf hydraulischem oder elektromiagnetischem Wege od. dgl.
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Das Spannen des Schuhschaftes mit dem, Lederrahmen über den Leisten
kann nach Anbringen einer entsprechenden Vorrichtung auf beiden Spannrahmen an der
vorderen und hinteren Schafthälfte gleichzeitig vorgenommen werden.