DE907051C - Verfahren zur Herstellung von Viskose aus Baumwolle, insbesondere Linters - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Viskose aus Baumwolle, insbesondere LintersInfo
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Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 22. MÄRZ 1954
R 4404 IVc 112
BIBLIOTHEK ( OESOEUTSCHEN )
V PATEäJTAMTES J
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Viskose aus Baumwolle, insbesondere
Linters. Es äst bekannt, daß Cellulose durch den Zusatz von gewissen Verbindungen in kleinsten
Mengen, z. B. kationenaktiven quaternären Ammoniumverbindungen, Eigenschaften erhält, die ihre
weitere Verarbeitung in den verschiedenen Arbeitsgängen des Viskoseverfahrens wesentlich erleichtern.
Zum Beispiel wird die Ausbeute erhöht, und die Kosten des Herstellungsverfahrens werden
vermindert.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß der Baumwolle in einer Menge
von ο,οΐ bis 0,20% ihres Trockengewichts ein mindestens teilweise in Wasser dispergierbares und
gegenüber Alkali stabiles Polyoxyalkylen oder ein ebensolcher Polyoxyalkylenmischäther, der einen
Kohlenwasserstoffrest mit mehr als 7 Kohlenstoffatomen enthält, zugesetzt wird.
Mit besonderem Vorteil wird als Polyoxyalkylen ein Polyoxypropylen mit einer spezifischen Viskosität
von 0,065 bis 0,138, gemessen in einer 4°/oigen Lösung
in Benzol bei i8°, verwendet und als Polyoxyalkylenmischäther
ein Polyoxyäthylenmischäther, der einen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit mehr als 7 Kohlenstoffatomen enthält. Der Kohlenwasserstoffrest
kann auch ein cycloaliphatischer Kohlenwasserstoffrest sein, der z. B. von der Abietinsäure abgeleitet ist. Andere lipophile
Gruppen, wie Aralkyl- und Alkarylgruppen oder
cycloaliphatische Gruppen mit einem geringen Anteil anderer Elemente als Kohlenstoff und Wasserstoff,
können indessen ebenfalls verwendet werden. Wenn der Kohlenwasserstoffrest außer Kohlenstoff-
und Wasserstoffatomen andere Atome enthält, müssen die Verbindungen gegenüber Natronlauge
beständig sein.
Falls höhere aliphatische Kohlenwasserstoffreste als lipophile Gruppen verwendet werden, können
sie normal oder verzweigt, gesättigt oder ungesättigt sein. Die zu verwendenden Verbindungen
müssen jedoch in Wasser löslich oder zum mindesten dispergierbar sein. Sie enthalten zwar keine
einzige stark hydrophile Gruppe, haben aber trotzdem infolge der vereinigten Wirkung mehrerer
Ätheratome in dem Polyoxyalkylenrest eine besondere hydrophile Wirkung.
Beispiele von erfindungsgemäß zu verwendenden Verbindungen, die leicht herzustellen und besonders
wirksam sind, sind folgende:
1. PoTyoxyärhylen mit einem Erstarrungspunkt
von mindestens 340,
2. Polyoxypropylen mit einer spezifischen Viskosität von ungefähr 0,065 bis 0,138, gemessen in
einer 4°/oigen Lösung in Benzol bei i8°,
3. Mischäther mit einem Polyoxyäthylenrest und einem aliphatischen Kohlenwasserstoffrest, der
mehr als 7 Kohlenstoffatome enthält (zur Vereinfachung wird in der Beschreibung die Bezeichnung
»Mischäther mit aliphatischen Alkoholen« verwendet),
4. Mischäther mit einem Polyoxyäthylenrest und einem cycloaliphatischen Kohlenwasserstoffrest, der
von der Dihydroabietin-, Dehydroabietin-, Tetrahydroabietin- oder Abietinsäure abgeleitet ist.
Alle angeführten Verbindungen bewirken eine Verbesserung des Spinnvorganges. Die in Gruppe 3
aufgeführten Mischäther mit aliphatischen Alkoholen erhöhen außerdem die Emulgierbarkeit λτοη
Mineralölen in Viskose beträchtlich. Unter Verwendung von sehr kleinen Mengen dieser Mischäther
werden Emulsionen erhalten, die sich durch eine außerordentliche Feinheit und Gleichmäßigkeit der
Teilchengröße und durch sehr hohe Stabilität auszeichnen.
Polyoxyäthylene mit einem Erstarrungspunkt von mindestens 340 sind für das ernndungsgemäße
Verfahren geeignet. Besonders gtite Ergebnisse werden
mit Polyoxyäthylenen mit einem Erstarrungspunkt von 46 bis 510 erzielt. Die Polyoxyäthylene
sind in Wasser löslich und können als Lösung auf die Baumwolle gebracht oder irgendeiner Lösung
zugesetzt werden, mit der die Baumwolle behandelt wird.
Von den Polyoxypropylenen, die eine spezifische Viskosität von ungefähr 0,065 bis 0,138 haben, gemessen
in einer 4°/oigen Lösung in Benzol bei i8°,
liefern die besten Ergebnisse Polyoxypropylene, deren spezifische Viskosität in dem Bereich von
0,083 bis 0,138 liegt.
Die Mischäther mit aliphatischen Alkoholen sind vorzugsweise in Wasser löslich. Sie enthalten im
allgemeinen einen Polyoxyäthylenrest, der minde-] stens halb soviel Oxyäthylengruppen enthält, wie
Kohlenstoffatome in dem Kohlenwasserstofjfrest Ö5
enthalten sind. Praktisch besteht keine obere Grenze für die Zahl der Oxyäthylengruppen in dem
Polyoxyäthylenrest; erfindungsgemäß werden z.B. ; Verbindungen verwendet, die bis zu 157 Oxyäthylengruppen
enthalten.
Die in der 4. Gruppe genannten Verbindungen können z. B. durch Umsetzung von reinen oder gemischten
Harzalkoholen mit Äthylenoxyd hergestellt werden und z. B. 3, 4, 6, 12, 20 und bis zu
160 Oxyäthylengruppen enthalten.
Um die genannten Verbesserungen zu erzielen, genügt eine verhältnismäßig kleine Menge der
Polyäther; im allgemeinen werden für die Verbesserung
der Spinnfähigkeit 0,08 bis 0,10% vom Trockengewicht der Baumwolle ausreichen. Polyoxyäthylene
sind indessen etwas weniger wirksam als die meisten anderen Verbindungen, so daß in
diesem Falle Mengen von etwa 0,20% für eine wesentliche Verbesserung der Spinnfähigkeit erforderlich
sind. Die zur Erzielung einer guten Emulgierbarkeit durch die Mischäther aliphatischer
Alkohole erforderliche Menge ist im allgemeinen etwas kleiner als diejenige Menge an Mischäthern,
die zur Verhinderung oder Verringerung von Ablagerungen beim Spinnen der Fäden erforderlich
ist. Das Optimum an Emulgierbarkeit wird im allgemeinen durch Zusatz von 0,025 bis 0,05 °/o, vorzugsweise
0,03%, Mischäther erreicht. Um außerdem die Bildung von Ablagerungen in den Spinndüsen zu verhindern, sollten die Mischäther aber in
einer Menge von 0,08 bis 0,10% oder mehr zugesetzt werden, wobei die Emulsionen fast ebenso
fein und gleichmäßig werden wie bei dem Optimum von 0,025 bis 0,05%. Unter gewissen Umständen
haben jedoch die so unter Zusatz eines höheren Beträges
an Mischäther bereiteten Emulsionen die Tendenz, während der verschiedenen Stufen des
Viskoseverfahrens, z. B. während des Reifens der Viskose, zu schäumen. Dementsprechend werden
vorzugsweise 0,025 bis 0,05 °/o des Mischäthers zugesetzt, wenn sowohl die Emulgierbarkeit als auch
die Verhinderung von Ablagerungen von entscheidender Bedeutung ist, und außerdem wird noch eine
kleine Menge einer kationenaktiven Aminoverbindung zugegeben. In diesem Falle soll die Menge
des Mischäthers vorzugsweise ungefähr 0,03 % und die Menge der kationenaktiven Aminoverbindung,
deren Zusatz jedoch nicht den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet, vorzugsweise 0,05%
oder sogar bis zu 0,20% betragen.
Wenn das Polyoxyäthylen in größerer Menge als 0,20% zugesetzt wird, dann wird nur noch eine
geringe Verbesserung der durch die Erfindung erzielten Wirkung erreicht, während sich gleichzeitig
oft gewisseNachteile ergeben. Zu diesen Nachteilen gehört, daß die aus Linters hergestellten Cellulosebogen
außerordentlich weich werden, so daß sich Schwierigkeiten beim Alkalisieren und beim Lösen
des Xanthogenats infolge übermäßiger Zusammenballung der Fasern ergeben. Außerdem ist es dann
besonders schwierig, eine vollkommene Entlüftung
der Viskosespinnlösung zu erzielen. Höhere Konzentrationen am Polyäther können auch die Oberflächenspannung
der Viskose unerwünscht verringern, so daß die Viskose nach den üblichen Verfahren
nicht einwandfrei zu Fäden versponnen werden kann, weil die Fäden abreißen oder an den
Spulen bzw. Fadenführern klebenbleiben.
Obwohl die Polyäther vorzugsweise der Baumwolle bzw. den Linters vor dem Alkalisieren zugesetzt
werden sollen, kann doch dieser Zusatz auch während der Viskoseherstellung erfolgen, auf jeden
Fall aber vor Beendigung der Zerfaserung der Alkalicellulose.
Claims (3)
- Patentansprüche:i. \rerfahren zur Herstellung von Viskose aus Baumwolle, insbesondere Linters, dadurch gekennzeichnet, daß der Baumwolle in einer Menge von ο,οΐ bis 0,20% ihres Trockengewichts ein mindestens teilweise in Wasser dispergierbares und gegenüber Alkali stabiles Polyoxyalkylen oder ein ebensolcher PoIyoxyalkylenmischäther, der einen Kohlenwasserstoffrest mit mehr als 7 Kohlenstoffatomen enthält, zugesetzt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß als Polyoxyalkylen ein Polyoxypropylen mit einer spezifischen Viskosität von 0,065 bis 0,138, gemessen in einer 4%igen Lösung in Benzol bei i8°, verwendet wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Polyoxyalkylenmischäther ein Polyoxyäthylenmischäther, der einen aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit mehr als 7 Kohlenstoffatomen enthält, verwendet wird.© 5849 3.54
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
GB2797749A GB685843A (en) | 1949-11-01 | 1949-11-01 | Improved cellulosic product |
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DE907051C true DE907051C (de) | 1954-02-11 |
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ID=10268300
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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DENDAT907051D Expired DE907051C (de) | 1949-11-01 | Verfahren zur Herstellung von Viskose aus Baumwolle, insbesondere Linters |
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Country | Link |
---|---|
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GB (1) | GB685843A (de) |
Cited By (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
DE1100871B (de) * | 1956-08-29 | 1961-03-02 | Glanzstoff Ag | Verfahren zur Herstellung hochfester Faeden durch Verspinnen von Viskose |
Families Citing this family (5)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
GB791321A (en) * | 1953-06-05 | 1958-02-26 | Rayonier Inc | Improvements in viscose process and products |
AT515174B1 (de) | 2013-10-15 | 2019-05-15 | Chemiefaser Lenzing Ag | Cellulosesuspension, Verfahren zu ihrer Herstellung und Verwendung |
AT515180B1 (de) | 2013-10-15 | 2016-06-15 | Chemiefaser Lenzing Ag | Dreidimensionaler cellulosischer Formkörper, Verfahren zu seiner Herstellung und seine Verwendung |
AT515152B1 (de) * | 2013-11-26 | 2015-12-15 | Chemiefaser Lenzing Ag | Verfahren zum Vorbehandeln von rückgewonnenen Baumwollfasern zur Verwendung bei der Herstellung von Formkörpern aus regenerierter Cellulose |
AT517020B1 (de) | 2015-02-06 | 2020-02-15 | Chemiefaser Lenzing Ag | Recycling von cellulosischen Kunstfasern |
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0
- DE DENDAT907051D patent/DE907051C/de not_active Expired
-
1949
- 1949-11-01 GB GB2797749A patent/GB685843A/en not_active Expired
Cited By (1)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
DE1100871B (de) * | 1956-08-29 | 1961-03-02 | Glanzstoff Ag | Verfahren zur Herstellung hochfester Faeden durch Verspinnen von Viskose |
Also Published As
Publication number | Publication date |
---|---|
GB685843A (en) | 1953-01-14 |
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