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DE898134C - Verfahren zur Herstellung von Gaerungsessig - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gaerungsessig

Info

Publication number
DE898134C
DE898134C DEF352A DEF0000352A DE898134C DE 898134 C DE898134 C DE 898134C DE F352 A DEF352 A DE F352A DE F0000352 A DEF0000352 A DE F0000352A DE 898134 C DE898134 C DE 898134C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
fermentation
vinegar
bacteria
air
mash
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEF352A
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Heinrich Frings GmbH and Co KG
Original Assignee
Heinrich Frings GmbH and Co KG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Heinrich Frings GmbH and Co KG filed Critical Heinrich Frings GmbH and Co KG
Priority to DEF352A priority Critical patent/DE898134C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE898134C publication Critical patent/DE898134C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12JVINEGAR; PREPARATION OR PURIFICATION THEREOF
    • C12J1/00Vinegar; Preparation or purification thereof

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Bioinformatics & Cheminformatics (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Biochemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Genetics & Genomics (AREA)
  • Food Science & Technology (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Distillation Of Fermentation Liquor, Processing Of Alcohols, Vinegar And Beer (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Gärungsessig Die Erzeugung von Gärungsessig beruhte von jeher auf dem Prinzip, mit Bakterien besiedelte Flächen dem Sauerstoff .der Luft auszusetzen. Vom sogenannten Orleans-Verfahren, welches die Oberfläche einer ruhenden Flüssigkeit der Luft aussetzte, ging der Weg der Entwicklung über das Schützenbach-Verfahren, welches sich schon der künstlich vergrößerten Oberfläche des. Buchenrollspanes bediente, zum modernen Frings-GroBrau.mb,ildnerverfahren, welches das Schützenbach-Verfahren dadurch erweiterte, .daß es .durch systematische Kühlung eine enorme Vergrößerung des Essigbildners und durch das Ableiten der Realz.-tionswärme durch Kühlung eine erhebliche Beschleunigung der exothermen Reaktion (Alkohol plus Sauerstoff gleich Essigsäure) ermöglichte, wobei gleichzeitig durch die Systematik der Kühlung das Lebensoptimum der die Reaktion vermittelnden Bakterien weitestgehend erreicht wurde; dadurch wurde .die Leistungshöchstgrenze dieses Verfahrens in vielen Anwendungsfällen erzielt.
  • Allen diesen Verfahren gemeinsam ist die Verwendung einer sogenannten Fesselgärung, d. h. Ans.iedlung, Fesselung der die Umsetzung durchführenden Bakterien auf natürlichen oder `künstlichen Oberflächen, insbesondere auf der Oberfläche des sogenannten Essigrollspanes.
  • Die Anwendung der Essigspäne oder anderer Oberflächenmaterialien hat verschiedene bisher unvermeidliche betriebstechnische Nachteile, z. B. den des Aufsaugens einer großen Essigmenge, den der Alterung, z. B. Verlust von Oberfläche und Durchlässigkeit für den Luftstrom, dessen weitgehende Verteilung für hohe Leistungen unerläßlich ist. Außerdem erfordern die Essigspäne erheblichen Aufwand und Kosten für Einbau und Auswechslung. Der größte Nachteil der Verwendung der Essigspäne besteht jedoch darin, daB gerade sie es verhindern, den ganzen Gärungsprozeß sich bei einer konstanten einheitlichen Temperatur abspielen zu lassen; denn die in den Spänen langsam abtropfende Gärflüssigkeit bringt zwangsläufig eine Zunahme .der Temperatur von den oberen zu den unteren Spanschichten mit sich, und zwar so, daß sich die optimale Gärungstemperatur von 30° C nur in der mittleren Zone erreichen läßt, während die obere Zone auf 28'° C unterkühlt werden muß, damit die untere Zone sich mit 34° C nicht zu sehr über die optimale Temperatur erhitzt.
  • Ein weitgehend vervollkommnetes Essigerzeugungsverfahren müßte gegenüber dem gegenwärtig angewandten Frings Verfahren folgende neue Eigenschaften haben: li. konstante Temperaturen im ganzen Gärungsraum; 2. zur Erreichung von i Gärung unter Vermeidung einer sogenannten Span-Säule; 3. kontinuierliches Arbeiten, d. h. ständiger gleichmäßiger Zufluß der Gärflüssigkeit und ständiger Abfluß des daraus erzeugten Essigs ohne Störung des Gärungsprozesses durch das bisher unvermeidliche Ein- und Ausmaischen.
  • Das Verfahren bezweckt die Herstellung von Gärungsessig ohne Verwendung von Essigrollspänen oder ähnlichen Materialien, die beim bisherigen Betrieb die sogenannte Spansäule bildeten, und setzt an Stelle der Fesselgärung die freie submerse Gärung. Im Gegensatz zu der Fesselgärung befinden sich die es.sigbil:denden Bakterien bei der submersen Gärung frei in der Flüssigkeit schwebend und werden in diesem Zustand während des Gärungsprozesses gehalten.
  • Umfangreiche Untersuchungen haben gezeigt, daß die bei der Fesselgärung üblichen und ausTeichenden Luftmengen bei der submersen Gärung versagten; :die Gärung kommt nach kurzer Zeit zum Stillstand, da die Bakterien wegen der ungenügendenSauerstoffzufuhr ihreLebenstätigkeit einstellen. Die Bakterien sterben nach einer gewissen Zeit ab, während die Gärung scheinbar schleppend weitergeht; .dies hat seinen Grund darin, daß die von den Bakterien entwickelten Enzyme bei künstlich aufrechterhaltener Gärungstemperatur im Verein mit. dem eingebrachten Sauerstoff noch eine Zeitlang fortwirken und dann erst unwirksam werden.
  • Man kann also auf eine ständige Erneuerung der den Alkohol oxydierenden Enzyme durch ständig lebende Bakterien nicht verzichten. Die Lebenskraft der Bakterien hängt, wie Versuche ergaben, wesentlich von ihrem Oxydationsumsatz ab; dieser wiederum wird durch die intensive Absorption von Sauerstoff von der Bakterienzelle bedingt.
  • Es ergab sich also, daß bei quantitativ durchaus ausreichender Belüftung eine submerse Essiggärung nicht durchführbar war.
  • Um die submerse Gärung erfolgreich durchführen zu können, mußte also ein besonders qualitativ anders geartetes Belüftungsverfahren entwickelt werden. Die Sauerstoffversorgung der Essigbakterien bei der submersen Gärung mußte der Kleinheit der Lebewesen angeglichen werden, weil eine technisch ausreichende Gärung erst dann eintritt, wenn das Verhältnis von Bakterienzahl zu Luftbläschenzahl möglichst weitgehend dem Wert .i : i angenähert wird, so daß die Oberfläche der in der Maische verteilten Luft von mindestens derselben oder erfindungsgemäß von einer höheren Größenordnung ist als bei der klassischen Spang ärnng.
  • Es wurde nun gefunden, daß sich eine ausreichende Sauerstoffversorgung der Bakterien erreichen läßt, wenn z. B. die Luft mittels injektorähnlicher Mischdüsen mit der Maische innigst durchgemischt und in feinste schaumähnliche Verteilung gebracht wird. Diese Verteilung kann durch besondere Vorrichtungen, z. B. Düsen mit sehr kleinen Austrittsöffnungen usw., so weit getrieben werden, daß eine echte Emulsion Luft in Flüssigkeit entsteht.
  • Es ist auch möglich, bei genügend hohen Gärgefäßen, oder Hintereinanderschaltung mehrerer solcher Gefäße in der Weise kontinuierlich zu arbeiten, daß unten dem Gefäß Luftbläschen enthaltende Maische stetig zugeführt und oben nach inzwischen vollendeter Gärung die ausgegorene Mischung aus Essig, Luft und Bakterien entnommen wird. Die dann erforderliche Auflösung oder Trennung dieses :Gemisches, z. B. durch Zentrifugieren, läßt sich mit einer die sonst übliche Filterung ersetzenden Klärung verbinden, so daß sofort verkaufsfähiger Essig zur Verfügung steht.
  • Da die Festsubstanz der nach beendeter Gärung abzuscheidenden Bakterien relativ gering ist, wird der Maische, besonders bei der Inbetriebsetzung, in an sich bekannter Weise ein Schwebe- oder Füllkörper, z. B. Sägemehl, zugesetzt. Dieser wird gemeinsam mit den Bakterien abgetrennt und mit den auf ihm haftenden Bakterien mit neuer Maische dem Gärprozeß wieder zugeführt.
  • -Nach einer Ausführungsform des Verfahrens können auf Spansäulen eingeleitete Gärungen submers fortgeführt werden. Beispiel Ein Glasrohr von i,2o m Höhe und 12 cm Durchmes-ser mit Bohrungen zum Einführen und Ablassen des Gärgutes und der Oxydationsluft ist am unteren Ende mit Porenkörpern aus säurefestem Material ausgestattet, deren Porenweite unter dem angewandten regelbaren Preßluftdruck von etwa i bis 2 m Wassersäule, der mittels eines Leybold-Gebläses erzeugt wird, die erwünschte fein- bis feinstblasige Luftverteilung ergibt. Die am oberen. Ende des Gärgerätes entweichende verbrauchte sauerstoffarme Luft wird gewaschen und von mitgerissenen Säure- und Alkoholmengen befreit. Bei derartigen Kleingeräten wird durch geeignete Wärmezufuhr oder Isolierung dafür gesorgt, daß die bekannten Lebenstemperaturen der Essigbakterien eingehalten werden. Bei großen Gärgefäßen wird durch Kühlvorrichtungen dafür gesorgt, daß diese Temperaturen nicht wesentlich überschritten werden.
  • Zur Einleitung der Gärung kann man sich einer Spansäulegär.ung bedienen, wobei auf die bekannte große Empfindlichkeit der Essigbakterien gegen Sauerstoffmangel Rücksicht genommen werden muß, z. B. dadurch, daß man mit Bakterien besiedelte Späne, welche mit genügend Maische vollgesogen sind, einem Fesselgärgefäß entnimmt und in ein schon mit voller Belüftung laufendes, mit :Maische gefülltes Submersgärgefäß einbringt. Die Bakterien vermehren sich schnell in der belüfteten Flüssigkeit und leiten damit die submerse Gärung ein.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Erzeugung von Gärungsessig, dadurch gekennzeichnet, daß Essigbakterien submers auf ;das Gärgut zur Einwirkung gebracht werden und die zur Oxydation des Alkohols benötigte Luft in der Gärflüssigkeit feinstblasig bis schaumig verteilt wird. a. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Luft in der Gärflüssigkeit emulgiert wird. 3. Verfahren nach den Ansprüchen i und z, dadurch gekennzeichnet, daß dem Gärgefäß unten Maische, in der die Luft verteilt ist, zugeführt und oben die fertige Essigluftmischung entnommen wird. 4. Verfahren nach den Ansprüchen i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Maische in an sich bekannter Weise feinverteilte Schwebekörper, z. B. Sägemehl, als Haftkörper für die Bakterien zugesetzt werden, welche nach beendeter Gärung mit den Bakterien abgetrennt und mit neuer Maische dem Gärprozeß wieder zugeführt werden. 5. Verfahren nach den Ansprüchen i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß auf Spansäulen eingeleitete Gärungen submers fortgeführt werden.
DEF352A 1949-11-26 1949-11-26 Verfahren zur Herstellung von Gaerungsessig Expired DE898134C (de)

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DEF352A DE898134C (de) 1949-11-26 1949-11-26 Verfahren zur Herstellung von Gaerungsessig

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DEF352A DE898134C (de) 1949-11-26 1949-11-26 Verfahren zur Herstellung von Gaerungsessig

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Publication Number Publication Date
DE898134C true DE898134C (de) 1953-11-26

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ID=7082339

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DEF352A Expired DE898134C (de) 1949-11-26 1949-11-26 Verfahren zur Herstellung von Gaerungsessig

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DE (1) DE898134C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1225583B (de) * 1954-11-16 1966-09-29 Raymond Felix Simonin Vorrichtung zum Belueften vergaerbarer Fluessigkeiten bei der Essigherstellung

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1225583B (de) * 1954-11-16 1966-09-29 Raymond Felix Simonin Vorrichtung zum Belueften vergaerbarer Fluessigkeiten bei der Essigherstellung

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