-
Regeleinrichtung zur selbsttätigen Steuerung einer Schalteinrichtung,
insbesondere bei Wechselgetrieben von Kraftfahrzeugen Die Erfindung bezieht sich
auf eine Regeleinrichtung zur selbsttätigen Steuerung einer Schalteinrichtung, insbesondere
bei Wechselgetrieben von Kraftfahrzeugen.
-
Bei derartigen Regeleinrichtungen, die in Abhängigkeit von einem Betriebswert
des Fahrzeuges die Schalteinrichtung steuern, besteht die Gefahr, daß auch bei geringer,
unbeabsichtigter Drehzahländerung während der Schaltung, z. B. in einen höheren
Gang, die Pendel des Reglers in die Stellung für den vorhergehenden (niederen) Gang
wieder zurückfallen. Wenn einmal das Schaltpendel während einer Schaltung in die
Stellung für den vorhergehenden Gang zurückgefallen ist, wird auch das Getriebe
nach Ablauf der beabsichtigten Schaltung in einer neuen unbeabsichtigten Schaltung
in den vorhergehenden Gang zurückfallen. Wenn die Ausführung von ungewollten Schaltbefehlen
des Reglers während der Dauer des Schaltvorganges verhindert ist, so kann eine solche
ungewollte Zurückschaltung erst nach Erledigung -der vorausgegangenen Schaltung
erfolgen.
-
Da aber im Ansc'hluß daran wieder derselbe auf den Regler wirkende
Betriebswert sich einstellt wie zu Anfang der beabsichtigten Schaltung, so wird
der Regler nunmehr wieder eine Aufwärtsschaltung veranlassen. Der bereits beschriebene
Vorgang des Zurückschaltens wird sich wiederholen, so daß unter Umständen ein dauerndes
Hinundherschalten eintreten kann. Dieser Vorgang wird nur bei Veränderung
der
Brennstoffzufuhr zum Motor oder bei ,entsprechender Änderung der Fahrzeuggeschwindigkeit
unterbrochen.
-
Einrichtungen, die während des Ablaufes einer Schaltung verhindern,
daß der Schaltbefehl des Reglers ausgeführt wird, :genügen hier also nicht, ,da
der Regler immer noch die Möglichkeit hat, auf Schwankungen des Betriebswertes,
die während der Schaltung auftreten, anzusprechen und dann nach ausgeführter Schaltung
in einer Stellung zu stehen, die nicht der soeben abgelaufenen Schaltung entspricht.
-
Die Erfindung behebt diese Schwierigkeiten dadurch, daß eine Bremsvorrichtung
vorgesehen ist, die bei Beginn einer Schaltung Regelbewegungen selbsttätig hemmt
und nach beendigter Schaltung wieder freigibt: Dabei wird nach der Erfindung, insbesondere
bei druckmittelgesteuerten Schalteinrichtungen, die Bremse durch einen vom Schaltvorgang
.des Wechselgetriebes abhängigen Druckmitteldruck betätigt. Um die Wiederfreigabe
der Schaltpendel auch noch nach abgelaufener Schaltung kurze Zeit zu verzögern,
kann nach der Erfindung die Freigabe der Regelbewegungen mit Verzögerung erfolgen.
-
Nach der Erfindung kann die Bremse vorteilhafterweise so ausgeführt
werden, daß ein Konus vorgesehen ist, der unter Einwirkung einer Feder über eine
Kugelsperre die Regelbewegungen des Schaltpendels hemmt. Um das Pendelgestänge von
Beeinflussungen durch seitliche Bremskräfte vollständig zu befreien, kann nach der
Erfindung die Bremse auch auf die Regelstange des Fliehkraftreglers zur Einwirkung
gebracht werden. Im schaltungsfreien Zustand des Wechselgetriebes wird die Bremse
nach der Erfindung dadurch gelöst gehalten, .daß .dabei ein Kolben dauernd von Druckmittel
beaufschlagt wird und gegen die Wirkung einer Feder in seiner einen Endstellung
gehalten wird.
-
Die Zeichnung zeigt Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch;
größtenteils geschnitten: In der in Abb. i gezeigten Anordnung ist die Pendelbremse
unmittelbar am Pendelschaft angeordnet. Bei der Anordnung nach Abb. 2 wirkt die
Bremse auf die Regelstange. Abb.3 zeigt einen Schnitt der Abb. 2 nach der Linie
A-A.
-
In Abb. i ist das Reglergehäuse mit i bezeichnet. Darin sind die Schaltpendel
2 des. Reglers geführt und wirken über eine Führungshülse 4 gegen eine Feder 5,
die sich an dem Gehäuse i abstützt. Die Reglergewichte 2 sind über den Reglerschaft
7 mit der Hülse verbunden. An den Schaft 7 ist über den Winkelhebel 8 die Reglerstange
9 gelenkig angeschlossen. Diese führt zu den nicht näher dargestellten Schaltsteuereinrichtungen
für das Wechselgetriebe.
-
Die Pendelbremse selber besteht aus einem in der Hülse 4 angeordneten
Konus iö, an dessen Umfang Kugeln i i angeordnet sind, die; im Gehäuse i geführt,
sich schräg nach außen bis zur Anlage an die Hülse q. bewegen können. Der Konus
i I ist über eine Stange 12 mit dem Kolben 14 verbunden, der in einem Zylinder 15
geführt wird. 16 ist eine Druckfeder, die über den Kolben 14 und die Stange 12 den
Konus io mit den Kugeln i i ständig in Verbindung hält. i8 ist eine Bohrung im Gehäuse
i für .die Zufuhr von Druckmittel zum Zylinder 15. Das Gehäuse i ist in den Lagern
19, 20 gelagert und wird entweder vom Motor oder vom Fahrzeug angetrieben.
-
Die in Abb. i dargestellte Einrichtung wirkt in der Weise; daß bei
einer Veränderung der Antriebsdrehzahl; also des Betriebswertes; die Reglergewichte
2 eine Bewegung in radialer Richtung ausführen und damit über .die Hebel 8, 9 die
Steuereinrichtung für eine Umschaltung im Wechselgetriebe umstellen. Bis zum Beginn
der eingestellten Umschaltung wird über die Bohrung i8 dem Zylinderraum, 15 Druckmittel
zugeführt, welches :den Kolben 14 entgegen der Feder 16 nach unten drückt und den
Konus io von den Kugeln ii gelöst hält, wodurch die Bremseinrichtung unwirksam ist.
Sobald jedoch die Schaltung beginnt, verschwindet der im Raum 15 befindliche Druck
durch eine-- Steuerung üblicher Art, so daß der Kolben 14 unter Einwirkung der Feder
16 und der Fliehkraft nach außen bewegt wird und der Konus io die Kugeln i i in
ihren Führungen im Gehäuse i bis zur Anlage an die Hülse 4 nach außen drückt. Dadurch
erfährt .die Bewegung des Reglerschaftes 7 eine Bremsung; so daß vom Beginn .der
Schaltung an der Regler auch hei Schwankungen des Betriebswertes nicht mehrverstellt
wird, also die Steuerung für die Schalteinrichtung nicht mehr beeinflussen kann.
Wenn dann nach abgelaufener Schaltung wieder Druckmittel über die Bohrung 18 in
den Zylinderraum 15 gelangt, wird der Kolben 14 nach unten bewegt und die Bremse
gelöst. Die Stellung des Reglers entspricht noch der eben abgelaufenen Schaltung,
und die Einrichtung steht für die nächste Schaltung bereit.
-
Abb.2 zeigt eine Anordnung, bei welcher die Bremse nicht unmittelbar
an den die Schaltpendel tragenden Reglerschaft angesetzt ist; sondern auf eine zum
Übertragungsgestänge des Reglers gehörende Stange einwirkt. Die einzelnen Teile
haben dieselben Bezugszeichen erhalten wie die entsprechenden Teile der Abb. i.
Bei dieser Anordnung wirken .die Reglerpendel.2 nicht mit einer Feder zusammen,
sondern mit einem Öldruck, der über die Bohrung2i auf ein Kolben 22 einwirkt. Das
Reglergehäuse i ist in den Lagern i9, 2o gelagert. Im feststehenden Teil ist außerdem
noch ein Zylinderraum 23 vorgesehen, in welchem ein Kolben 24 geführt wird, der
sich gegen eine Feder 25 anlegt. 26 ist eine Bohrung, .die zu dem Zylinderraum 23
führt. Der Kolben 24 ist mit einem Führungsstück 3o verbunden, .das in dem feststehenden
Teil z. B. zwischen den Backen 3 i und 32 geführt wird und meiner Ausrnehmung 27
Flächen 28 und 29 besitzt, die so verlaufen, daß ihr Abstand in Richtung der Achse
des Zylinders 23 größer wird. Der Teil 33 dient zur Führung der Regelstange 9 und
ist entsprechend der Ausnehmung 27 an seinem in diese hineinragenden Ende rechteckig
geformt.
Wenn bei der in Abb.2 und 3 gezeigten Anordnung eine Schwankung
des Betriebswertes des Reglers eintritt, so können die Regelbewegungen so lange
auf die Steuereinrichtung des Wechselgetriebes einwirken und diese zu ein-er Umschaltung
verstellen; wie der Kolben 2.1. durch den Druck des über die Bohrung 26 dem Zylinderraum
23 zugeleiteten Druckmittels gegen die Wirkung der Feder 25 steht, wodurch die Flächen
28 und 29 am Führungsstück 30 keine Wirkung auf die Regelstange 9 haben.
Bei Beginn der Umschaltung verschwindet der Druck des Druckmittels aus der Leitung
26 und damit aus dem Zylinderraum 23, wodurch die Kraft der Feder 25 auf den Kolben
2.4 zur Einwirkung kommt und damit das Führungsstück 3o bzw. die Bremsflächen 28,
29 an die Reglerstange 9 anpreßt. Dadurch wird eine Weiter-13ewegurng der Stange
9 verhindert, so daß jede Beeinflussung der Steuereinrichtung auch bei Schwankungen
des Betriebswertes der Regeleinrichtung während einer Umschaltung im Wechselgetriebe
unterbleibt, da der Regler blockiert ist. Sobald nach abgelaufener Schaltung dem
Zylinderraum 23 wieder Druckmittel zugeführt wird, wird die Bremsung der Stange
9 aufgehoben, so daß die Regeleinrichtung wieder für eine neue Schaltung auf die
Steuereinrichtung einwirken kann.