-
Verfahren zur Kontrolle der Zurichtung von Druckpressen Es sind bereits
Verfahren zur Zurichtung von Druckpressen bzw. Druckformen bekannt, bei denen zwischen
die Druckelemente und die den Druck ausübenden Organe ein dünnes Kohlepapierblatt
eingebracht wird, das seine Farbschicht mehr oder weniger an den Stellen verliert,
an .denen der Druck, ausgeübt wird. Dieses Kohlepapierblatt wird hiernach unmittelbar
im durchscheinenden Licht geprüft oder als Negativ zur Herstellung eines fotografischen
Probeabzugs- benutzt, mit dessen Hilfe die Ungleichmäßigkeiten in der Druckwirkung
festgestellt werden.
-
Diese unmittelbare Prüfung des dem Druck unterworfenen Kohlepapiers
im durchscheinenden Licht ist ungenau. Andererseits ist die Herstellung eines fotografischen
Probeabzugs zu langwierig, weil eine genaue Einstellung der druckenden Fläche Versuchsabdrucke
an mehreren Kohlepapierbogen erfordert. Es ist weiterhin auch ein Verfahren bekanntgeworden,
zwischen die Druckelemente und die den Druck ausübenden Organe einen Zurichtebogen
und einen mit einer starken Farbschicht versehenen Papierbogen einzubringen, dessen
Farbe sich bei der Druckausübung auf den Zurichtebogen überträgt.
-
Bei .diesen bekannten Verfahren sind jedoch die mit einer Farbschicht
versehenen Blätter und die Zurichtebogen nicht kalibriert. Außerdem hat die Farbschicht
eine beträchtliche Dicke. Aus diesen Gründen sind die Druckbedingungen beim Probeabdruck
nicht die gleichen wie diejenigen beim endgültigen Druckvorgang, so daß die aus
dem Probeabdruck hergeleitete Einstellung nicht ausreichend ist.
Die
Erfindung schafft Abhilfe von diesen Mängeln. Sie bezieht sich auf ein Verfahren
zur Kontrolle :der Zurichtung von Druckpressen,- bei dem zwischen die Druckelemente
und die Druck ausübenden Organe ein dünnes Kohlepapierblatt eingebracht wird, dessen
Farbschicht an den Stellen mehr oder weniger entfernt wird, an denen der Druck ausgeübt
wird. Gemäß der Erfindung verwendet man bei diesem Verfahren eine genau kalibrierte
Prüfschicht, die aus einem Kohlepapierblatt und einem Durchdruckblatt zur Aufnahme
des Abdrucks des Kohlepapiers sowie gegebenenfalls einer Füllauflage besteht, wobei
die gesamte Dicke der Prüfschicht der Dicke des später z. B. vom Druckzylinder oder
von der sonstigen druckenden Metallfläche aufzunehmenden Überzugs gleich ist bzw.
derart entspricht, daß das Durchdruckblatt einen Abdruck des Kohlepapiers unter
genau den endgültigen Druckbedingungen erhält.
-
Die Erfindung erstreckt sich ferner auf andere, nachstehend beschriebene
Kennzeichen und deren verschiedene Kombinationen.
-
Verfahren gemäß der Erfindung sind beispielsweise mittels schematischer
Darstellungen und Zeichnungen beschrieben, und zwar zeigt Abb. i eine Teilansicht
eines Druckzylinders, der auf den Laufschienen eines Fundaments rollt; diese Abbildung
gestattet die Erläuterung des Verfahrens gemäß der Erfindung, Abb. 2 eine Draufsicht
entsprechend der Ansicht in Abb. i, Abb.3 eine Teilansicht eines Druckpressenzylinders
während des wesentlichen Arbeitsganges nach dem Verfahren gemäß der Erfindung, Abb.4
eine Darstellung eines Teils ,des Kohlepapiers in Durchsicht von oben, Abb. 5 schematisch
eine Darstellung der Unregelmäßigkeiten im Aufliegen des Zylinders auf den Schienen,
Abb. 6 schematisch den Kohlepapienstreifen, wie er zur Überprüfung herausgenommen
ist, Abb.7 schematisch eine Ansicht einer Druckpresse gemäß -der Erfindung in einer
besonderen Stellung.
-
Die Bedienungsperson nimmt zunächst (Abb. i bis 4) eine sorgfältige
Reinigung des Fundaments 1V1, des Zylinders Cy, der Randstreifen oder Kränze C,
C' des Zylinders Cy -und der Laufschienen TV, auf welchen der Zylinder lagert,
vor (Abb. i und 2).
-
Darauf ordnet sie auf dem Fundament H über dessen volle Fläche die
Druckelemente E, E', E", E" an, deren Höhe genau der Grundtype, z. B. 2s,56
mm, entspricht. Diese Druckelemente können z. B. Vignetten in Formdicker, schwarzer
Punkte darstellen, wobei das Gesamtverhältnis der bedruckten schwarzen Fläche zur
nichtbedruckten weißen der von der Presse verlangten Maximaldruckleistung entsprechen
muß.
-
Auf diese Druckelemente legt die Bedienungsperson hierauf ein zu diesem
Zweck besonders- gefertigtes Kohlepapierblatt CA, wobei idie kohlefreie Seite
auf die Druckelemente zu liegen kommt. Dann legt sie auf das@kalibrierte Kohlepapier
ein gleicherweise kalibriertes Papierblatt P. Schließlich bringt sie auf das Papierblatt
eine Füllauflage bzw. einen Überzug HA (Abb. 3). Die gesamte Prüfschicht,
bestehend aus Kohlepapier, Papierblatt und Füllauflage, muß als Ganzes in b:ezug
auf Dicke, Elastizität und Formbarkeit -den beim Zylinder für die Anordnung und
den Überzug vorgesehenen Abmessungen-entsprechen. _ Wenn z. B. der Konstrukteur
eine Überzugsschicht von i,5omm Dicke vorgesehen hat, so müssen kalibriertes Kohlepapier,
kalibriertes Papierblatt und Füllschicht zusammen als Maß für .die Dicke, Elastizität
und Formbarkeit auf der ganzen zum Ein!s.atz kommenden Fläche i,5o mm zuzüglich
der für die Herstellung des Abzugs unerläßlichen Hundertstel haben.
-
Zum Beispiel ist (Abb.3) R, das die Gesamtsumme CA +
P -f- HA darstellt, größer als der Abstand H zwischen der Zylinderfläche
und der Oberfläche der Laufschienen, und zwar um eine Größe Q, welche den, Druck
durch Zusammendrücken der Gesamtschicht CA -I- P -I- HA gewährleistet.
Die Buchstaben D und D' bezeichnen Iden Gesamtabstand zwischen Druckzylinder
und ,Fundament an verschiedenen Stellen, an .denen -er verschiedene Größe haben
kann. Nach Beendigung dieser Vorbereitungen wird der Druck bei normaler Geschwindigkeit,
d. h. unter normalen Betriebsbedingungen der Presse, vorgenommen.
-
Nach -dem Durchlaufen wird nach Entnahme der Füllschicht und des Abzugspapiers
das Kohlepapierblatt vorsichtig aufgenommen; seine Prüfung im durchscheinenden Licht
läßt die Wirkung des Drucks erkennen (Abb. 4). Überall, wo sich dieser Druck ausgewirkt
hat, ist die Durchsichtigkeit um so größer, je stärker der Druck war. Die dunklen
oder schwarzen Stellen kennzeichnen die Stellen schwachen oder solche fehlenden;
Drucks.
-
Insbesondere zeigt Abb. 4 ein Stück eines Kohlepapierblatts in, Durchsicht;
die durchsichtigen Stellen dieses Stücks entsprechen den Aufdruckstellen, an denen
ein normaler Druck erzielt wurde.
-
Die halbdurchsichtigen Stellen entsprechen Drücken verschiedenen Grades.
-
Die undurchsichtigen Stellen schließlich entsprechen den Bereichen
ohne Druck.
-
Auf diesen ersten Abzug, der mit Mineraldruck durchgeführt wurde,
können soviel weitere Proben als notwendig folgen, wobei man z. B. den Druck bei
genauer Messung der Veränderung der Dicke, Formbarkeit und Elastizität der Füllschicht
fortschreitend anwachsen läßt. Hierdurch werden die Mängel der Presse bei den verschiedenen
Druckstufen sichtbar gemacht.
-
Jedoch können die auf dem Kohleblatt festgestellten Mängel, die mit
einer Genauigkeit von o,oo.5 mm bestimmt werden, wenn ihre Lage genau festliegt,
auch vom Fundament bzw. vom Zylinder bzw. von beiden herrühren. Um zu bestimmen,
welchem Teil sie zuzuschreiben sind, empfiehlt sich die Anwendung einer Präzisionslehre
an der Fehlerstelle, zunächst am Fundament, dann am Zylinder.
Wenn.
die Lehre nichts ergibt, handelt es sich -um
eine vorübergehende Druckverformung,
einen nicht bleibenden Biegungsfehler. Die Ursache -des Fehlers muß dann durch mechanische
Regulierung festgestellt werden: Druckabfall, Abgleiten der Rollenränder usw., Verdrehung
bzw. Verziehung des Fundaments, Verziehung des Zylinders, verschiedenes freies Spiel
usw.
-
Die Feststellung der Fehler im Druck gestattet somit eine sehr genaue
Regulierung der Presse bis zum mehr oder weniger weitgehenden Verschwinden der beim
Druck festgestellten: Fehler.
-
Besonders vorteilhaft anwendbar wird dieses Verfahren durch die Leichtigkeit,
mit der es die DruckregPlierung der Pressen durchführen läßt, unter Berücksichtigung
der Biegungen und Reaktionen, die durch den Druck hervorgerufen werden; es gestattet
ferner dem Drucker, die Wirkungen dieser Durchbiegungen und Reaktionen als Funktion
der Eigenschaft der Druckform, ihrer Anordnung auf dem Fundament, der Art des Überzugs
usw. erkennbar zu machen oder besser aufzuzeichnen.
-
Das beispielsweise beschriebene Verfahren kann zahlreichen Abänderungen
unterworfen werden. Insbesondere könnte man den Abzug nur auf einen Teil des Fundaments
durchführen, um dabei festzustellen, wie sich die Presse bei Ausnutzung von nur
1/4, 1/z oder 3/a der Fläche verhält. Diese Angaben sind besonders wertvoll für
den Betrieb der Presse.
-
Gleichzeitig mit den oben beschriebenen Maßnahmen ist es zweckdienlich,
festzustellen, ob der Zylinder Cy über die Zylinderkränze C C auf den
Laufschienen TT' im Augenblick des Drucks voll aufliegt.
-
Zu diesem Zweck schneidet man zwei Streifen Kohlepapier aus, die man
sorgfältig auf die beiden Laufschienen TT' vor Ausführung des oben besprochenen
Prüfverfahrens legt.
-
-Nach dem Durchlaufen unter Druck werden die beiden Kohlepapierstreifen
sorgfältig gelöst, worauf dann die Druckwirkungen im Durchblick überprüft werden
(Abb.6). Wenn das Kohlepapier gleichförmig durchscheinend geworden ist, bedeutet
dies, daß die beiden Zylinderkränze vollkommen aufliegen und daß der Zylinder im
Augenblick des Drucks nicht von den Schienen abgleitet.
-
Wenn jedoch die Zylinderkränze CC' (Abb. 5) nicht regelrecht auf den
Laufschienen TT' aufliegen, erhält man Kohlepapierstreifen, die nur an den Stellen
durchscheinend sind, wo die Zylinderkränze auf den Laufschienen aufliegen, die aber
undurchsichtig an den Stellen bleiben, an denen die Zylinderkränze nicht aufliegen;
ebenso erscheinen auf diesen Streifen die Berührungsfehler infolge von Löchern oder
Fehlern, die durch unachtsamerweise auf den Schienen liegengebliebene Nägel, durch
unregelmäßige Abnutzung, .fehlende Parallelität zwischen Zylinderkränzen (Zylinderbünden)
und Laufschienen usw. entstanden sind.
-
Man kann übrigens durch diese Arbeitsweise und die fortlaufend abgestuften
Abzugsproben den Ablösungspunkt des Zylinders bestimmen, d. h. das Druckmaximum,
das man der Maschine zumuten kann; eine äußerst nützliche und allgemein unbekannte
Feststellungsweise.
-
Das Verfahren gestattet demnach, den Preßdruck der Presse zu bestimmen,
und zwar genau und zahlenmäßig.
-
Wenn der Zylinder auf den Laufschienen schlecht aufliegt oder von
diesen abgleitet oder sich in Querrichtung verschiebt oder auf einer der beiden
Seiten mehr als auf der anderen aufliegt, zeigt das Kohlepapierblattdies ,sehr genau
und an der Stelle an, an der die Erscheinung auftritt.
-
Beispielsweise zeigt Abb.7 diese Ablösung des Zylinders; der ganze
Stapel, Füllauflage HA, Abzugspapier P, Kohlepapierblatt CA mit Kohlefläche
nach oben besitzt eine zu große Dicke R. Demzufolge wird der Zylinder Cy gehoben
und rollt auf den Druckelementen E selbst. Die Preßdruckgrenze ist überschritten.
Die Presse kann nicht mit einer so großen Oberfläche der druckfähigen Teile drucken,
denn der Zylinder hat sich gelöst. Der Druck ist nicht mehr auf bestimmte Größe
und Verteilung eingestellt, er entspricht dem Gewicht des Zylinders, der da aufliegt,
wo sich ein Stützpunkt findet. Die abgestimmten Höhender Druckelemente und :die
Abmes;sunge,n 4es Überzugs werden unwirksam oder entsprechen nicht mehr der theoretischen
Berechnung.
-
Man erkennt in diesem Fall, daß man unbedingt die Dicke der zwischen
Zylinder Cy und Druckelementen eingeführten Schicht verringern muß; erst dann kann
man Abzüge entsprechend dem Verfahren nach der Erfindung wieder vornehmen.
-
Gemäß der Erfindung kann man auch das oben angewandte Verfahren zur
Überwachung der mechanischen Eigenschaften des Bildes oder Auges der Schrift bzw.
der oberen Berührungsfläche der Druckelemente benutzen.
-
Diese Druckelemente werden auf einer Prüfpresse von hoher Präzision:,
die mit Hilfe des oben beschriebenen Verfahrens überprüft ist, angeordnet, und es
wird, wie öben beschrieben, eine Kohlepapierblattprobe abgezogen.
-
Dieser Kohlepapierprobeabzug läßt die geringsten Fehler des Bildes
oder Augeis bzw. der Schriftform der Lettern oder Bilder hervortreten; man kann
dann also .diese Fehler leicht beheben, ehe sie sich später, besonders im Laufe
des Druckvorganges, bemerkbar machen und dann kostspielige Betriebsunterbrechungen
hervorrufen.
-
Es ist hervorzuheben, daß dieses Verfahren Resultate ergibt, die man
bei Farbabzügen unmöglich erreichen kann, auch wenn sie so schwach wie irgendmöglich
vorgenommen werden.
-
Schließlich läßt das Verfahren gemäß der Erfindung im durchscheinenden
Licht die geringsten Fehler der druckenden Fläche der Druckelemente in Erscheinung
treten, und zwar mit der gleichen Genauigkeit wie bei den Pressen für o,oo5 mm.
Diese d.em bloßen Auge oft unfeststellbaren und durch Farbabzug nicht hervortretenden
Mängel können auf diese Weise korrigiert werden, ehe sich die aus ihnen ergebenden
Übelstände im Verlauf des Druck
infolge der durch den Druck bei
den Druckelementen hervorgerufenen Ermüdung auswirken. -Die Erfindung, die hier
in ihrer Anwendung auf Druckpressen beschrieben ist, ist auch auf Pressen anwendbar,
bei denen ein zu überwachender Druck bewirkt wird, der sich zwischen.-zwei Flächen
auswirkt, deren Abstände im Augenblick der Druckausübung genauen Maßen entsprechen
müssen. Man wendet in den verschiedenen vorkommenden Fällen nach Maßgabe des verwendeten
Drucks mehr oder weniger dünne und abfärbende Kohlepapiere an: Wenn das dem Druck
unterworfene Material. selbst die Funktion der Füllauflage übernimmt, wird es natürlich
hinsichtlich Dicke, Elastizität und Form= barkeit genau bemessen, entsprechend der
Kohlepapier-, Abzug- und Füllauflageschicht bei den Druckpressen, und das Kohlepapier
wird entsprechend den Eigenschaften der Presse eingeführt.