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Blitzlichtleuchte für Lichtpauszwecke und damit versehene Belichtungsmaschine
Die zur Zeit in Lichtpausbelichtungsmaschinen verwandten Lichtquellen, wie Kohlelichtbogen
und Queeksilberdampfleuchten, erzeugen im Betrieb erhebliche Wärmemengen, die durch
Kühlluft abgeführt werden müssen. Abgesehen von dem erforderlichen Mehraufwand an
Stromkosten und Konstruktionsteilen, wie Gebläse, Motoren und Luftleitungen, bestehen
bei den genannten Lichtquellen auch Schwierigkeiten hinsichtlich der Gleichmäßigkeit
in der Belichtung. Sie sind beim Kohlelichtbogen durch die Tatsache begründet, däß
dieser eine punktförmige Lichtquelle darstellt. Bei den Quecksilberdampf leuchten
bestehen Schwierigkeiten bei der gleichmäßigen Kühlung über die ganze Länge der
Leuchte, aus der sich Unterschiede in der Strahlungsintensität ergeben. Eine hochaktinische
und dabei im Betrieb kalt bleibende röhrenförmige Leuchte mit über ihre ganze. Länge
gleichmäßig verteilter Strahlungsintensität steht in den edelgasgefüllten Blitzlichtlampen
zur Verfügung. Es sind enge, beispielsweise mit Krypton oder Xenon gefüllte Glasröhren,
die an ihren Enden mit je einer Elektrode versehen sind und an Hochspannungsgeräte
angeschlossen werden, die auf den von M a r x entwickelten Stoßgenerator zurückgehen.
Rasch abklingende Hochspannungsstöße rufen kurzdauernde Entladungen von großer Lichtleistung
hervor. Da die Zeitspanne zwischen .den einzelnen Entladungen bis zu a Sekun-den
und noch mehr beträgt, würde eine ausreichende Belichtung des Pausgutes zwecks Veränderung
der lichtempfindlichen Substanz viel Zeit
in Anspruch nehmen. Durch
bloße Vermehrung der Zahl der Blitzlichtlampen in einer Belichtungsmaschine läßt
sich aber wirksame Abhilfe nicht schaffen, weil sich Unterschiede in der Belichtungsintensität
an den verschiedenen Stellen des Pausgutes in diesem Fall nicht vermeiden lassen.
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Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Blitzlichtleuchte für
die Belichtung von Lichtpausmaterial, welche dadurch gekennzeichnet ist, daß mehrere
der oberbeschriebenen edelgasgefüllten Entladungsröhren zu einem Aggregat zusa@mmengefaßt
sind.
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Das Entladungsröhrenaggregat gemäß der Erfindung kann in an sich bekannter
Weise in gewissem Abstand von einem Glasmantel umgeben sein und ist mit einem Zündstreifen
zur Ionisation versehen. Mehrere über die Länge der Blitzlichtleuchte verteilte
Distanzhalter .bewahren die Entladungsröhren von einer zu starken Durchbiegung durch
ihr Eigengewicht bzw. durch Massenkräfte beim Transport, die einen Bruch hervorrufen
könnten. Jede einzelne Entladungsröhre, die zweckmäßigerweise gewendelt ist, jedoch
auch gestreckt oder beliebig verformt sein kann, kann mit ihren Elektrodenanschlüssen
an einen eigenen Stoßkreis angeschlossen werden.
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Eine solche Blitzlichtleuchte stellt eine Vereini-
gung mehrerer
Entladungsröhren zueiner inheit dar, bei der die Strahlungsleistung praktisch in
der Summet leac se er Ttz 1e eu'c te _ onzentriert ist. Sowohl über die Länge als
auch über den Umfang der Leuchte hat die Strahlungsintensität jeweils einen gleichbleibenden
Wert.
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Abb. i zeigt einen Schnitt durch die Mitte einer Blitzlichtleuchte
gemäß der Erfindung, in der beispielsweise vier Entladungsröhren vereinigt
sind. A-A bezeichnet ixe -Iauptsymmetrieachse, Z ist der zur Ionisation dienende
Zündstreifen, D ein Distanzhalter.
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Abb. 2 zeigt einen Schnitt durch die Leuchte auf der Linie B-B.
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Die Blitzlichtleuchten gemäß der Erfindung sind hervorragend geeignet
zur Verwendung in Licht-Ipaus:belichtungsmasehinen,besonders solchen, die ,hervorragend
zylinderförmigem Träger für das Pausgut ausgestattet sind. Die Leuchte wird in solchen
Belichtungsmaschinen, um das Maximum an Wirkung zu erzielen, in derAchse des als
Pausgutträger dienenden Zylinders angebracht, der zur Durchführung eines kontinuierlichen
Belichtungsbetriebes um die Leuchte drehbar anzuordnen ist.
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Abb. 3 zeigt eine schematische Darstellung einer solchen Belichtungsmaschine.
i ist der für akti-" nisches Licht durchlässige zylinderförmige Träger des Pausgutes,
2 die Blitzlichtleuchte gemäß der Erfindung, 3 und 4 sind Antriebs- und Führungs=
walzen für das endlose Band 5, .mit dessen Hilfe der Zylinder i gedreht wird und
das gleichzeitig zum Transport des Pausgutes (Vorlage und Pauspapier) an der Lichtquelle
vorbei dient. Das Pausgut wird bei A1 auf den Zylinder i aufgegeben (Vorlage der
Lichtquelle zugekehrt), durch diesen . und mit Hilfe des endlosen Bandes 5 an der
Leuchte 2 vorbeibewegt und verläßt die Belichtungsmaschine wieder bei A2.
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Die Blitzlichtleuchte 2 kann nun in (der Weisc an ein geeignetes Hochspannungsgerät
angeschlossen werden, daß die Stoßspannung gleichzeitig an den Elektroden aller
in ihr vereinigten Entladungs-, röhren äriliegt@ -Märi erhält cta in re äßigen Zeitabständen,
bis zu 2 Sekunden, jeweils einen kurzzeitigen Belichtungseffekt großer Stärke, der
dem entsprechenden mehrfachen Belichtungseffekt einer einzelnen Entladungsröhre
entspricht. Bei konstanter Blitzfrequenz und genau abgestimmter Durchlaufzeit des
Pausgutes erhält man gleichmäßig belichtete Pausen.
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Da die Lichtdurchlässigkeit der zu pausenden Vorlagen und auch die
fotochemischen Eigenschaften der verschiedenen Pauspapiersorten nicht gleich sind',
ist es erforderlich, daß die Umdrehungsgeschwindigkeit des Zylinders verändert werden
kann, um der zeitlichen Aufeinanderfolge der Entladungen (Lichtblitze) oder dem
größeren Belichtungsbedarf des Pausgutes Rechnung zu tragen.
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Es muß gewährleistet sein, daß alle Teile des Pausgutes auch bei kontinuierlich
arbeitendem Betrieb derBelichtungsvorrichtung gleichmäßig intensiv, also durch Einwirkung
einer gleichen Anzahl von Lichtblitzen belichtet werden. Hierzu versieht man den
Antrieb des drehbaren zylinderförmigen Trägers des Pausgutes zweckmäßig mit einem
Stufenschaltgetriebe.
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Möglichst gleichmäßige Belichtung des Pausgutes mit HiTfelitzlichtleuchte
gemäß der Erfindung wird` auch dadurch erreicht, daß man jede einzelne Entladungsröhre
der Blitzlichtleuchte mit ihren Elektroden an einen 1)esonderen Stoßkreis anschließt
und' diese Stoßkreise in zeitlich abgestimmter Reihenfolge nacheinander zur Entladung
in den Röhren kommen läßt. Während so in einer Röhre eine Entladung erfolgt, laden
sich die Kondensatoren der übrigen Röhren auf. Bei einer Auf-Ladungszeit von wie
bisher angenommen 2 Sekunden würde also in einer Blitzlichtleuchte mit vier Entladungsröhren
nach je 1/z Sekunde eine Entladung folgen, bei einer Blitzlichtleuchte mit acht
Entladungsröhren nach je 1/a Sekunde. Im letzteren Fall würden also in 1 Sekunde
vier Blitze erfolgen. Durch eine derartige Schaltung wird die Blitzlichtleuchte
mit ihrem belichtungstechnischen Verhalten den kontinuierlich brennenden Lichtquellen
angepaßt, und man kann,die Durchlauf@geschwindigkeit der mit Blitzlichtleuchten
ausgerüsteten Belichtungsmaschine stufenlos regeln.