-
Vorrichtung zum Fertigpressen von Kanalsteinen, Rohren o. dgl. Formlingen
aus vorgeformten keramischen Massen Es handelt sich bei der vorliegenden Erfindung
um eine Vorrichtung zur Fertigformung in Stangpressen hergestellter Rohlinge aus
keramischer Masse, und zwar soll dieselbe besonders zur Ausbildung der Kanalsteine
dienen, wie solche in den Stahlgießereien Verwendung finden.
-
Derartige Steine besitzen einen in der Längsrichtung .durchgehenden
Kanal und zum Teil ein oder mehrere Steiglöcher, die quer zu dem Kanal einzustechen
sind, außerdem kommen Endsteine in Frage, bei welchen ein Kanalende verschlossen
ist.
-
Für diese Kanalsteine hatte man bereits eine sehr geeignete Vorrichtung
im Gebrauch, bei welcher ein Druck- und Preßstempel sowie der Ausstoßer des Preß,lings
mit einer gleitend geführten Zahnstange in Verbindung stehen, wobei letztere durch
einen Handantrieb in der Ebene vor- und rückwärts bewegt wird.
-
Ein solcher Handantrieb hat jedoch sehr viele Mängel, die hauptsächlich
darin bestehen, daß der erhebliche Kraftaufwand die Bedienung stark ermüdete, der
Preßdruck infolgedessen ungleich ausfällt und eine volle Arbeitsleistung durch die
verhältnismäßig große Arbeitsdauer nicht möglich ist.
-
Für gewöhnliche Vollsteine und Ziegel in geringer Länge und Breite
sind Vorrichtungen gemäß .der deutschen Patentschrift 36o 269 bekannt, bei welchen
bereits ein Kraftantrieb vorhanden ist. Die Ausbildung dieser Nachpresse eignet
sich jedoch nicht für die Fertigformung von Kanalsteinen. Das Einschieben eines
Rohlings in. der üblichen Länge von,4oo'bis Zoo mm mit einem vorgeformten
Kanal
ist unmöglich, da der Kanal unbedingt seine Rundung behalten muß. Ein Ausstoßen
des fertig geformten Steines ist undurchführbar, weil ein solcher Vorgang in Richtung
des Kanals geschehen . muß. Eine Einrichtung, in den fertig geformten Stein ein
oder mehrere Steiglöcher einzustechen, kann auch nicht angebracht werden, denn dazu
muß der gepreßte Stein in seiner Lage festgehalten werden. Diese Nachpresse muß
außerdem an dem Aufstellungsort fest verankert sein, wobei sie in vielen Betrieben
ein Hindernis darstellt. Bei der Steinherstellung häufen sich bekanntlich unvermeidbar
Rohlinge und fertig geformte Steine an, so daß die Zugänge in den Betriebsräumen
verstopft werden. Es ist daher vorteilhafter, wenn die Vorrichtung ortsbeweglich
ist und doch im Betrieb ohne weiteres fest steht.
-
Es, besteht ein dringendes Bedürfnis, für die in Frage kommenden,
Kanalsteine eine geeignete Vorrichtung so auszustatten, daß eine den, Arbeitsgängen
angepaßte Steuerung des Kraftantriebes erfolgt, und dabei eine volle Leistungsfähigkeit
erreicht wird.
-
Gemäß der Erfindung wird der für den Antrieb bestimmte Elektromotor
durch die Verwendung eines Vielfachdruckknopfschalters und Anschlagschalters mit
Hilfe von Anschlageinrichtungen gesteuert, und zwar so, daß zuerst der Preßvorgang
des Rohlings bewirkt wird und dann das Ausstoßen .desselben stattfindet, wobei auch
die Möglichkeit besteht, die Arbeitsgänge ohne Unterbrechung durchzuführen.
-
An Hand der Zeichnung wird die Erfindung näher dargestellt und erläutert.
Der Erfindungsgegenstand ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
Es zeigt Abb. i die Vorrichtung im Längsschnitt in der Einstellung vor und Abb.
2 nach dem Preßvorgang.
-
Auf dem Arbeitstisch der Vorrichtung befindet sich in fester Lage
der Formkasten 3 mit festem Dorn 4. Der Preß- und Druckstempel i und der Ausstoßer
14 bis 16 des Preßlings wird von der unter dem Arbeitstisch gleitend geführten Zahnstange
2 getragen. In diese Zahnstange greift das Schneckengetriebe 7 des Elektromotors
12 ein. Hinter dem Formkasten 3 ist ein auf dem Ar@beitstisch verschieb- und feststellbarer
Anschlagbock 9 mit Anschlagplatte 5 vorgesehen, der der Länge des Preßlings entsprechend
eingestellt wird. In dem Gleitkörper des Ausstoßers 14 ist eine Klinke 6 vorgesehen,
die in Schlitz 29 geführt wird und den Ausstoßer 14 verriegelt.
-
Zur Betriebsschaltung des elektromotorischen Antriebs ist in der Mitte
der Vorrichtung ein Vielfachdruckknopfschalter ii vorgesehen und hinter der Anschlagplatte
5 des Anschlagbockes 9 ein einfacher Druckknopfschalter 13, der durch den an dem
Ausstoßer 14 angebrachten Finger 15 in Tätigkeit gesetzt wird, sowie -ein Endausschalter
8 unterhalb ,des Arbeitstisches, an welchen ein Nocken o. dgl. der Zahnstange 2
nach Beendigung der Formung anstößt. Die Arbeitsweise der Vorrichtung ist folgende:
Der vorgeformte Kanalstein o. dgl. wird vor dem Formkasten 3 auf den Arbeitstisch
aufgelegt und ein Kontakt des Vielfachdruckknopfes i i eingeschaltet. Ist dies erfolgt,
dann wird durch den Antrieb die Zahnstange 2 vorwärts geschoben, und es erfolgt
ein druckloses Einschieben des Formlings, bis die Klinke 6 von der Platte 5 ausgelöst
wird.
-
Der Ausstoßer 14 wird von der Platte 5 angehalten, während sich Stempel
i und Zahnstange 2 bis zum Auslösen des Schalters 13 weiterbewegen. Der eigentliche
Preßvorgang ist dann beendet. Nach dieser Fertigformung des Preßlings wird der andere
Kontakt des Vielfachdruckknopfes i i eingeschaltet und die Zahnstange 2 bewegt sich
unter Mitnahme des Ausstoßers 1.4 rückwärts. Bei diesem Vorgang wird der Preßling
aus dem Formkasten 3 ausgefahren und nach Berührung des Endausschalters 8 mit dem
Nocken der Zahnstange außer Betrieb gesetzt.
-
Vor dem Preßvorgang und dem Ausfahren des Preßlings aus der Form sind
hierbei nur die beiden Druckkontakte des Schalters i i hintereinander in Tätigkeit
zu setzen, die jeweilige Ausschaltung des Antriebes erfolgt selbsttätig. Dadurch
ist die Bedienung sehr einfach durchführbar, und die Vor-und Rückwärtsbewegung des
'Motors kann fast ohne Unterbrechung erfolgen. `'Während bei dem Handbetrieb das
Antriebsrad nach der Vorwärtsbewegung erst gebremst werden muß, um den Rückwärtsgang
durchzuführen, ist die Umschaltung des elektromotorischen Antriebes sofort möglich.
Das Auslegen des Formlings auf den Arbeitstisch der Preßvorrichtung und das zweimal
nötige Einschalten des Antriebes bei einem Arbeitsgang kann nunmehr eine jugendliche
Arbeitskraft ohne -Mühe-und ohne Unterbrechung bewerkstelligen. Die elektrische
Schalteinrichtung kann aber auch so eingerichtet werden, daß nur einmalig die Einschaltung
und Ausschaltung von Hand erforderlich ist, die Vorrichtung arbeitet dann ohne Unterbrechung
und ohne weitere Einschaltungen von Hand. Hierbei wird eine ganz besonders hohe
Arbeitsleistung erzielt. Die an der Vorrichtung beschäftigte Arbeitskraft hat lediglich
den Antrieb einzuschalten, dann für .den Einsatz und Abnahme des Preßlings zu sorgen
und bei Beendigung der Schicht die Ausschaltung zu bewirken.
-
Der gewählte Schneckenantrieb 7 hat hierbei den Vorteil, daß derselbe
den Elektromotor beim Auslauf genügend hemmt, ohne eine besondere Bremse.