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Belichtungsgerät für die Herstellung von Kontaktkopien Die Erfindung
bezieht sich auf eine Belichtungseinrichtung für die Herstellung photographischer
Kontaktdrucke auf einem durchsichtigen, um eine Lichtquelle rotierenden Zylinder,
der mit Mitteln ausgestattet ist, um die Vorderkante des Originals in der richtigen
Lage zu halten. Eine derartige Einrichtung ist bereits bekannt.
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Bei der bekannten Einrichtung ist als Mittel, um die Vorderkante des
Originals in der richtigen Lage züi halten, eine mechanische Klemm- oder Greifeinrichtung
vorgesehen. In der Praxis weist diese Greifeinrichtung gewisse Nachteile auf. Einer
derselben ist der, daß beim Arbeiten leicht Unterbrechungen vorkommen können. Ein
weiterer Nachteil ist der, daß die Klemm- oder Greifeinrichtung einen großen Raum
auf der Zylinderfläche für sich beansprucht. Dieser Raum geht für die Belichtung
verloren und verursacht Papierverluste. Ein dritter Nachteil ist, daß die Bedienung,
Einführung oder Einlegung des Originals uncl/oder Auswechslung desselben gegen ein
neues, bei Apparaten, in denen ein großer Teil des Zylinderumfangs für die Belichtung
gebraucht wird, schwierig wird, da nur eine kleine Zone übrigbleibt, in der die
Einführung und Entfernung des Originals erfolgen kann.
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Ein vierter Nachteil ist der, daß eine Klemm-oder Greifvorrichtung
beim Halten des Papiers oft schlaffe, ausgebauchte Stellen im Original verursachen
kann, z. B. an einer oder mehreren Kanten, was zu weniger scharfen Kopien Anlaß
geben kann.
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Bei der bekannten Einrichtung wird das Original ungeachtet dessen,
ob es durch das lichtempfindliche
Material oder auf andere Weise
gegen den Zylinder gepreßt wird, in der richtigen Lage gehalten. Dies macht die
Einrichtung dazu geeignet, um vom gleichen Original unmittelbar aufeinanderfolgend
mehr als eine Kopie herzustellen. Tatsächlich wird gerade aus diesem Grunde eine
Haltevorrichtung benötigt, die das Original auf dem Zylinder, nachdem es zusammen
mit dem belichteten Papier durch die Kontaktzone hindurch geführt wurde, so lange
festhält, bis dasselbe wieder mit frischem, unbeliebtetem Papier in Kontakt gelangt.
Die mechanisch arbeitende Klemm- oder Greifeinrichtung der bekannten Kopiermaschine
ist jedoch in keiner Weise befähigt, die Vorderkante des Originals automatisch zu
erfassen.
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In analoger Weise läßt sie beim Entfernen des Originals, nach der
Belichtung, die Kante einfach los, trägt aber zur tatsächlichen Entfernungsbewegung
des Originals sonst nicht bei.
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Diese Entfernung eines einen Zylinder umhüllenden Originals erfordert
somit einen weiteren komplizierten Arbeitsvorgang. Man verwendet hierzu häufig Abhebeeinrichtungen,
z. B. in Form einer Bürste. Diese arbeiten jedoch nicht zuverlässig und können außerdem
die Haltevorrichtung nicht ersetzen.
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Die Erfindung ermöglicht es, allen Anforderungen gleichzeitig zu entsprechen
und die bestehenden Nachteile zu beheben. Sie schafft eine Universaleinrichtung,
mit der es möglich ist, sowohl große Serien Kopien hintereinander vom gleichen Original
als auch kleinere Serien von Kopien verschiedener Originale sowie auch Serien von
Einzelkopien mehrerer Originale nacheinander herzustellen.
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Die erfindungsgemäße Einrichtung arbeitet sehr zuverlässig und erfordert
wenig Geschicklichkeit bei der Bedienung. Trotzdem ist sie sehr einfach. Zu diesem
Zweck ist erfindungsgemäß der Zylindern körper mit Luftkanälen ausgestattet, die
an dessen Außenfläche münden und mit einem Über- oder Unterdruck erzeugenden Vorrichtung
verbunden sind.
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Es wurde gefunden, daß man mit einer solchen Einrichtung das Original,
durch Saugwirkung, während der Zeit und in dem Bereich, wo es nicht vom zu belichtenden
Material an den Zylinder gedrückt wird, d. h. zwischen den Stellen der Entfernung
und der Zuführung dieses Materials, genügend fest auf dem Zylinder halten kann,
natürlich genügt es auch, die Saugwirkung auf diesen Bereich zu begrenzen, ohne
daß eine praktisch schädliche Verschiebung, d. h. Verlagerung des Originals
auf dem Zylinder, während dessen Drehung stattfinden würde. Bei der erfindungsgemäßen
Einrichtung bleibt die Ausrichtung des Originals auf dem Zylinder selbst nach vielen
Umdrehungen praktisch genügend genau, um eine Synchronisierung, z. B. auf elektrischem
Wege, von zusätzlichen Operationen, wie Schneiden, Falten u. dgl., die vom Zylinder
gesteuert werden können, zu ermöglichen.
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Erfindungsgemäß können die Luftkanäle an der Innenseite des Zylinders
periodisch oder kontinuierlich mit einer stationären Luftkammer in Verbindung stehen,
die ihrerseits mit dem Über- bzw. Unterdrucksystem in Verbindung steht.
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Bei dem obenerwähnten bekannten Apparat kann die Halteeinrichtung
automatisch gesteuert werden. Dazu ist jedoch eine verhältnismäßig komplizierte,
empfindliche, Unterhalt, Schmierung, erfordernde Ausrüstung notwendig. Bei dem Apparat
gemäß vorliegender Erfindung ist diese automatische Steuerung sehr einfach. Tatsächlich
kann gemäß der Erfindung das Über- bzw. Unterdrucksystem auf sehr einfache und zuverlässige
Weise in Abhängigkeit von der Zylinderdrehung gesteuert werden, indem man entweder
die Luftabsaugung unterbricht, an- und abschaltet, oder indem man von Druck zu Vakuum
oder umgekehrt wechselt (von Saugwirkung zu Blaswirkung).
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In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
in einem schematischen Schnitt dargestellt, wobei man den Weg verfolgt, den das
zu belichtende Material durchläuft.
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i ist ein drehbarer Glaszylinder, in welchem die Leuchtröhre 2 untergebracht
ist.
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Eine Bahn 3 des zu belichtenden Materials, z. B. Diazotyppapier,
wird mit Hilfe der Zugwalze 5 am Ende des Belichtungsapparates über die Walzen
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und 7 von der Rolle 4 aus über den großen Bogen beidseits der Radien
8 und 9 um den Belichtungszylinder i und das blattförmige Original
io auf *demselben geführt und geht anschließend über die Walzen ii und 12 in Pfeilrichtung
weiter. Der Zylinder i mit dem darauf befindlichen Original io dreht sich ebenfalls
in Richtung der Pfeile.
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Nach Durchlaufen der Zugwalze 5 kann die Bahn durch die Messer
13 in gewünschten Längen geschnitten werden, worauf die Stücke im Entwicklerapparat
14 entwickelt, bei 15 getrocknet und abgelegt und, wenn er - forderlich,
gefaltet werden.
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Eine Bremseinrichtung 16 an der Walze 4 bewirkt die Spannung der lichtempfindlichen
Bahn, wodurch der Andruck zwischen letzterer und dem Zylinder i bewirkt wird. Dementsprechend
wird das Original io, wenn es sich bei jeder Umdrehung auf der längeren Strecke
zwischen den Radien 8
und 9 befindet, durch die Spannung der Bahn
3
gegen den Zylinder gepreßt. Wenn nun vom gleichen Original nacheinander
mehrere Kopien hergestellt werden sollen, muß das Original die kürzere Strecke zwischen
den Radien 8 und 9 durchlaufen können, ohne seine Lage auf dem Zylinder
zu verändern. In diesem Falle jedoch wird bei den bekannten Geräten die Vorderkante
des Originals sich von der Zylinderfläche abheben können und wird infolgedessen,
wie gleichzeitig auch das ganze Original, eine leichte Verschiebung erfahren, wenn
die Vorderkante wiederum bei 8 zwischen Bahn und und Zylinder tritt. Dies
ist in der Praxis oft der Fall. Bei vielen Umdrehungen (eine große Zahl Kopien des
gleichen Originals) bewirkt dann eine kleine Verschiebung pro Umdrehung schließlich
eine -starke Verschiebung des Originals.
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Wie oben beschrieben wurde, ist eine Verschiebung
des
Originals unerwünscht, da z. B. die Synchronisierung zwischen dem Zylinder i und
den Kopien verlorengeht. Bei der Apparatur gemäß der Erfindung wird diese Verschiebung
mit Hilfe eines Saugluftstroms, der auf der Strecke des kleinen Bogens zwischen
den Radien 8 und9 auf dieVorderkante des Originals einwirkt,' verhindert.
Diese Satigwirkung wird auf dieser Strecke durch eine parallel zur Achse verlattfende
Reihe von Luftkanälen 17 bewirkt, die in der Außenwand des Zylinders Saugöffnungen
bilden. Diese Kanäle verbinden die Außenwand des Zylinders mit dessen Innenseite,
wo sie in eine stationäre Luftkammer 18 münden, die der Innenwand des Zylinders
angepaßt ist. Wenn sie über diese hinweggehen, erhält man eine Saugwirkung, die
sich über eine etwas größere Strecke erstreckt, als dem kleineren Bogen zwischen
den Radien 9 und 8 entspricht. Zur Überbrückung dieser Strecke genügt
bereits die Saugwirkung auf die Vorderkante des Originals, um eine Verschiebung
desselben zu verhindern. Der vordere Randstreifen des Originals überdeckt genau
die in einer Reihe nebeneinander angeordneten Saugöffnungen. Die in einer Reihe
angeordneten Leitungen können natürlich auch durch eine einzige ersetzt werden,
z. B. durch einen schlitzartigen Kanal oder eine Reihe von Leitungen mit gemeinsamer
schlitzartiger Öffnung an der Zylinderoberfläche u. dgl. Natürlich ist es auch nicht
erforderlich, daß der Luftkanal zur Innenwand des Zylinders führt, da er ebensogut
zu den Außenkanten des Zylinders führen kann.
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Wenn die gewünschte Anzahl Kopien von einem Original hergestellt ist,
kann man die Luftabsaugung unterbrechen und das Original von Hand vom Zylinder abnehmen.
Besser ist es aber, den Saugstrorn durch einen Blasstrom zu ersetzen, der das Original
vom Zylinder abhebt, so daß dasselbe z. B. durch die Führung ig, unterstützt durch
den bei 20 erzeugten Luftstrom, vom Zylinder abgenommen und dein Behälter 21 zugeführt
wird, in den die Originale aufeinanderfolgend abgelegt werden.
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Unterdessen ist die Auflegezone des Zylinders i, bereits nach Passieren
des Radius 9, für die Aufnalune eines neuen Originals frei geworden. Das
Auflegen kann von Hand erfolgen, indem man die Vorderkante des neuen Originals bei
17 in den Bereich der Luftkanäle bringt, oder, wie in der Zeichnung dargestellt,
auf mechanischem Wege mittels einer automatischen Einrichtung. Diese besteht aus
dem LeitbleCh 22 mit Ausnehmungen 23 und einem Anschlag 24. Der Anschlag
24 hindert das aufzulegende neue Original 25 so lange am Zutritt, bis die
in die AusnehMtlugen 23 passende Walze 26 heruntergeht und mit ihrem
Ansatz 27 die Vorderkante des neuen Originals 25 unter den Anschlag
24 herabdrückt. 1)ieser \'organg kann, wie nachstehend noch näher beschrieben wird,
mit der Zylinderdrebung synchronisiert werden. Hierauf bleibt das Original
25 unter dem Druck der Walze 26 auf dem sich bewegenden lichtempfindlichen
Band 3 und wird von diesem unter dem Anschlag 24 hindurch zum Zylinder i
mitgenommen, wobei die Führung durch das Leitblech 22 erfolgt, so daß das neue Original
zwischen diesem und Band 3 weiter transportiert wird.
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Bei richtiger Synchronisierung des Einsatzes dieser Zuführvorrichtung
wird die Vorderkante des Originals die Luftkanäle genau bedecken. Diese und ähnliche
Zuführvorrichtungen arbeiten so genau, daß auf dem. Zylinder kein besonderer Anschlag
erforderlich ist. Wenn jedoch das Original von Hand eingeführt werden soll, ist
es vorteilhaft, auf dem Zylinder, in der Nähe der Luftöffnungen 17,
einen
Anschlag 28 vorzusehen.
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Der Zylinder i in der Zeichnung erfordert keinen eigenen Antrieb,
da er von der Bahn 3, die sich unter dem Einfluß der Walze 5 kontinuierlich
bewegt, mitgenommen wird. Die Synchronisierung der Arbeitsvorgänge wie die Entfernung
und Einlegun - der Originale kann dann z. B. mittels elektrischer Kontakte
durch den Zylinder selbst erfolgen, während andere Arbeitsgänge, wie das Schneiden
bei 13, ebenfalls durch den Zylinder ausgelöst werden können. In diesem Zusammenhang
ist natürlich die durch die Erfindung gegebene Mög-
lichkeit der Verhinderung
der Verschiebung des Originals erforderlich, wenn dasselbe zwecks Herstellung einer
größeren Anzahl Kopien während mehrerer Umdrehungen auf dem Zylinder bleiben
soll.
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Die in der Zeichnung dargestellte Einrichtung kann auch zur Herstellung
einer Reihe von Einzelkopien einer Anzahl Originale dienen, indem sie die Kopien
in der Reihenfolge der Originale liefert. Zu diesem Zweck wird sie wie folgt betrieben:
Die Originale liegen in der richtigen Reihenfolge bereit. Der Mechanismus des Zylinders
i, der den ZuführmechaniSMUS 22, 23, 24, 26, 27 während seiner Umdrehung
steuert, wird so eingestellt, daß bei jeder Zylinderumdrehung ein Original mit seiner
Vorderkante in den Bereich der Mündungen der Luftleitungen 17 gelangt. Man
beginnt mit dem ersten Original, das in die Lage des Originals 25
in der Zeichnung
gebracht wird. Wenn der Apparat läuft, wird dieses Original im richtigen Moment
zur obengenannten Stelle auf den rotierenden Zylinder gebracht. Das Original durchläuft
nun die lange Strecke zwischen den Radien 8 und 9 in Richtung der
Pfeile in einer Lage, die derjenigen des Originals io in der Zeichnung entspricht.
Sobald das Original auf der Walze i eingelegt ist, wird das nächste Original bei
25 bereitgestellt. Während des Einführungsvorgangs kann der Kanal
17 als Saugeinrichtung wirken. Wenn die Vorderkante des ersten Originals
den Radius 9 erreicht, wird die Apparatur automatisch auf Blaswirkung umgestellt,
und die Vorderkante des Originals wird beim Durchgang über den Radius
9 vom Zylinder i abgehoben und gelangt entlang der Führung ig und dem Gebläse
20 zur Ablegestelle --i.
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Nun wird der Apparat wieder auf Saugwirkung umgeschaltet, und das
bereitgestellte zweite Original wird beim Passieren des Radius 8 mitgenommen.
In gleicher Weise werden die weiteren Originale nacheinander behandelt, und ihre
Kopien befinden sich in der gleichen Reihenfolge auf der Bahn 3 und
werden
in dieser Reihenfolge bei 13 geschnitten und bei 15 abgelegt. Wenn nach Einführung
des letzten Originals das Kopieren in der gleichen Reihenfolge wiederholt wird,
befinden sich bei 15 eine Anzahl Kopiestapel in der entsprechenden Reihenfolge.
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Stellt man also eine Auflage von verschiedenen Originalen her, so
muß der Betrieb und die Funktion des Apparates sehr zuverlässig sein. Die erfindungsgemäße
Einrichtung entspricht diesen Anforderungen.
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Die Erfindung ist nicht auf den in der Zeichnung dargestellten Apparat
beschränkt. So kann man z. B. statt einer Bahn aus lichtempfindlichem Material auch
Blätter aus solchem verwenden. In diesem Falle läuft ein endloses Transportband
um einen Teil des Zylinderumfangs herum, um den für das Kopi eren erforderlichen
Kontakt zu erreichen. Dieses Transportband nimmt den Zylinder mit, oder letzterer
wird selbst angetrieben. In diesem Falle kann z. B. eine automatische Zuführvorrichtung
für die lichtempfindlichen Blätter synchron mit der Drehung des Zylinders arbeiten,
während im übrigen die Maschiqe jede der übrigen beschriebenen Operationen ausführen
kann.