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Vorrichtung zum schnellen Abkühlen von Kochwürsten Die Erfindung bezweckt,
das Kühlen der aus dem Kochkessel kommenden Würste maschinell und ohne Wartung vorzunehmen
und außerdem zu verhindern, daß sich das Fett, welches in der Wurstmasse enthalten
ist, an den Enden oder am Außenrand der Wurst absetzt. Insbesondere bei der Herstellung
von Leberwürsten macht sich der Übelstand bemerkbar, daß sich das Fett von der übrigen
Wurstmasse sondert und an gewissen Stellen, vorzugsweise am Außenrand, absetzt.
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Um dieses Absetzen zu vermeiden, ist man allgemein dazu übergegangen,
die Wurst nach dem Kochen in große Bottiche zu überführen, in welchen die Würste
während des Abkühlungsprozesses von Hand mittels geeigneter Werkzeuge bewegt werden.
Dieses Bewegen der Würste erfordert nicht nur eine lange Zeit, sondern auch bei
größeren Wurstmengen mehrere Personen, welche etwa t bis 2 Stunden lang die Würste
in Bewegung halten, um das Absetzen zu verhindern.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung führt diese Handhabungen selbsttätig
durch. Hiernach ist eine die Würste aufnehmende, in an sich bekannter Weise mit
siebartigen Löchern versehene, elektromotorisch oder von Hand angetriebene Trommel
in einem in an sich bekannter Weise mit Kühlwasserzu- und -a`bfluß versehenen Behälter
derart gelagert, daß die Trommel zu etwa 1/3 aus dem Wasser herausragt und daß im
Innern der Trommel die Würste bei der Drehung der Trommel aus dem Kühlwasser heraushebende
und dann unter Drehung um ihre eigene Achse in das Wasser zurückgleitenlassende
Mitnehmer vorgesehen sind.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung ähnelt in ihrem Aufbau den bekannten,
zur Reinigung von Eingeweiden, Mägen o. dgl. in Fleischereien dienenden Waschmaschinen.
Hiermit wird jedoch ein Abspritzen, Abkratzen und Abreiben der tierischen Bestandteile
beabsichtigt, um insbesondere die natürliche, den Teilen anhaftende Schleimschicht
zu beseitigen. Die Behandlung ist dabei eine viel energischere, die beim Abkühlen
von Koch-, insbesondere Leberwürsten nicht Anwendung finden kann. Aus dem Grunde
ließen sich die bekannten Wasch- und Reibeinrichtungen für die Zwecke der Erfindung
nicht verwenden.
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Für die Erfindung empfiehlt es sich, die
Trommel durch
bekannte mechanische Einrichtungen, wie Exzenter o. dgl., in eine schaukelnde oder
taumelnde Bewegung zu versetzen. Weiter kommt die Anbringung von Mitnehmern an der
Trommel in Frage, die aber im Gegensatz zu Anordnungen bei den erwähnten Waschmaschinen
keine kratzenden oder reibenden Wirkungen ausüben dürfen und zur Begrenzung der
Abfallhöhe in die Nähe des Trommelmantels zu verlegen sind. Diese Mitnehmer haben
am besten die Form von gelochten Rohren, wobei die Lochungen zur Erhöhung der Kühlwasserberieselung
beitragen. Werden die Mitnehmer schräg verlegt, so führen sie gleichzeitig Wendebewegungen
an den Würsten aus.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung arbeitet vollkommen selbsttätig,
d. h. sie bedarf keinerlei Wartung, soweit der Antrieb der Wursttrommel motorisch
erfolgt. Der Antriebsmotor kann entweder an der Vorrichtung vorgesehen sein oder
die Vorrichtung kann so ausgebildet werden, daß sie von einem vorhandenen Motor,
z. B. über eine Transmission, angetrieben wird. Erfahrungen haben gelehrt, daß eine
besonders gute Wirkung erreicht wird, wenn die Trommel mit einer Drehzahl von d.o
bis 8o Umdrehungen in der Minute umläuft. Bei dieser langsamen Umdrehung wird die
Gefahr vermieden, daß die Würste durch gegenseitige stoßartige Berührung oder aus
anderen Ursachen beschädigt werden. Jedoch ist es ohne weiteres möglich, im Rahmen
der Erfindung auch Vorrichtungen zu bauen, welche mit einer wesentlich höheren Drehzahl
der Trommel betrieben wird, wofern man dafür sorgt, daß unerwünschte Beschädigungen
der Würste vermieden werden. So kann man beispielsweise im Innern der Wursttrommel
eine zweite Trommel anordnen und den Ringraum zwischen beiden Trommeln mit Würsten
vollkommen ausfüllen. In diesem Falle bleiben die Würste im Innern des Ringraumes
und können nicht in das Wasser zurückfallen, so daß hier höhere Drehzahlen zulässig
sind.
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In den Zeichnungen sind beispielsweise einige Ausführungsformen des
Gegenstandes der Erfindung veranschaulicht. Es zeigt Abb. i ein Schaubild der neuen
Vorrichtung, Abb. 2 einen Trommelausschnitt mit parallelen Mitnehmern, Abb. 3 einen
Trommelausschnitt mit zwei Mitnehmersätzen, Abb.4 eine andere Ausführungsform der
Vorrichtung.
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Die in Abb. i dargestellte Vorrichtung besteht ans einem Wasserbehälter
i, welcher auf Füßen 2 ruht, die an einem Grundgestell 3 befestigt sind. Das so
geschaffene Gestell kann durch Wände aus Blech o. dgl. abgeschlossen sein. An diesem
Gestell sind Rollen .I vorgesehen, welche unter Zwischenschaltung geeigneter Mittel
von einem Fußhebel 5 aus festgestellt bzw. angehoben werden können, damit die Maschine,
nachdem sie an den gewünschten Arbeitsplatz bewegt wurde, feststeht. Die Lösung
bzw. Senkung der Rollen kann entweder durch Bedienung des Fußhebels 5 oder durch
Federkraft erfolgen, wobei die Auslösung der gespannten Feder ebenfalls durch den
Fußhebel eingeleitet «-erden kann.
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In zwei Wänden des Behälters i ist die Trommel 6 drehbar gelagert,
und zwar derart, daß ihre Mittelachse ein Stück unterhalb der Oberkante des Behälters
i liegt und daß sie bequem herausgenommen werden kann, was für die Beschickung mit
Würsten und zuin Entfernen der Würste nach dem Kühl-und Bewegungsprozeß vorteilhaft
ist. Die Trommel ist siebartig mit Löchern versehen und taucht bis über die Welle,
z. B. auf 2J3 ihrer Höhe, in das im Wasserbehälter stehende Wasser ein.
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An der Trommel sitzt ein Deckel 7, welcher durch Klappung oder Verschiebung
geöffnet werden kann, um das Wurstgut einzufüllen oder zu entfernen. Der Deckel
weist einen leicht von Hand zu bedienenden Verschluß auf, der jedoch derart ausgeführt
und gesichert ist, daß er sich bei der Drehung der Trommel nicht lösen kann.
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An der Innenseite des Trommelmantels sind, wie aus Abb.2 ersichtlich
ist, Mitnehmer in Form von Rohren 8 vorgesehen, welche durch die beiden Stirnwände
der Trommel hindurchgeführt und mit Bohrungen versehen sind, so daß ständig das
Kühlwasser aus dem Behälter i einfließen und durch die Öffnungen der Rohre wieder
ausfließen kann, wodurch eine ständige Berieselung der Würste mit Wasser erreicht
wird, welche für den Arbeitsprozeß förderlich ist.
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Gleichzeitig dienen diese Rohre dazu. einen Teil der Würste bei der
Drehung der Trommel mitzunehmen, um sie vor dein Höchstpunkt wieder freizugeben,
so daß die Würste nunmehr, teils unter Drehung um ihre Achse, teils in anderer Weise
wieder in den mit Wasser gefüllten Innenraum der Trommel zurückfallen. Hierbei ist
es wesentlich, daß die Fallhöhe der Würste gering ist, und zwar dürfen die Würste
beim Fallen nicht beschädigt werden. Man verhindert dies durch einen genügend hohen
Wasserstand im Innern der Trommel.
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An Stelle achsenparalleler Rohre kann man gemäß Abb. 3 zwei Sätze
von Mitnehmern 9 und io vorsehen, welche verschiedene Winkel mit der Trommelachse
einnehmen. Durch
eine derartige Anordnung der Mitnehmer erreicht
man die verschiedenartigsten Be-,vegungen der Würste im Innern der Trommel, welche
alle dem von der Erfindung beabsichtigten Zweck dienen. Insbesondere wird die Wirkung
erreicht, daß die Würste abwechselnd von dem Stabsystem g und dem Stabsystem io
mitgenommen und wieder in die Trommel zurückbefördert werden, wobei sie mit Sicherheit
auch kopfüber in das Kühlwasser gelangen, so daß eine vollkommene Bewegung in allen
Richtungen und damit naturgemäß auch eine vollständige Abkühlung erreicht wird.
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Zum gleichen Zweck können im Innern der Trommel auch Schraubenflächen
o. dgl. vorgesehen werden.
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Der Antrieb der Trommel erfolgt bei dem Ausführungsbeispiel durch
einen vollständig gekapselten, langsam laufenden Drehstrommotor, dessen Drehzahl
durch Getriebe auf die gewünschte Höhe herabgesetzt ist. Der Motor, der mit i i
bezeichnet ist, ist auf einer Grundplatte i2 angeordnet. Auf seiner Welle sitzt
ein Ritzel 13, welches über ein Zahnrad 14 die Trommelwelle 16 antreibt. Neben dem
Zahnrad 1q. kann noch eine Riemenscheibe 15 vorgesehen sein, welche den Antrieb
der Vorrichtung über eine Transmission ermöglichen würde. Schließlich läßt sich
auf das Ende der Welle 16 auch eine Handkurbel aufsetzen.
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Eine andere Ausführungsform der Vorrichtung ist in Abb. q. dargestellt.
In einem Wasserbehälter 17, der auf einem Gestell 18 angeordnet ist, befindet sich
eine Trommel ig, in deren Innerem eine zweite Trommel 2o angeordnet ist. Beide Trommeln
sind durch Spreizen 2i, 22 usw. zu einem Ganze verbunden. Die beiden Trommeln sind
außerdem mit Löchern versehen, so daß das im Behälter 17 befindliche Kühlwasser
ständig in das Innere der Trommeln gelangen kann.
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Der Ringraum zwischen dem Trommelmantel der Trommel i 9 und dem Mantel
der Trommel 2o wird vollständig mit Würsten ausgefüllt. Bei der Drehung der Trommel,
welche entweder motorisch oder von Hand bewirkt werden kann, werden die Würste ständig
durch das Kühlwasser hindurchbewegt. Außerdem ist an der einen Seite der Trommel
oder an beiden Seiten ein Exzenter 23 vorgesehen, an welchem die Kraft zur Erzeugung
der Drehbewegung angreift.
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Bei dem Ausführungsbeispiel ist der Motor 2q. zum Antrieb des Exzenters
benutzt, wodurch die Trommel eine schaukelnde Bewegung erhält, so daß die in ihr
enthaltenen Würste außer einer Drehbewegung noch eine schaukelnde Bewegung ausführen.
Auch mit dieser Einrichtung wird das Absetzen des Fettes vollkommen verhindert.
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Bei allen Vorrichtungen nach der Erfindung wird im Innern des Wasserbehälters
ein Überlaufrohr von verhältnismäßig großem Durchmesser vorgesehen, welches dafür
sorgt, daß der Wasserspiegel nur bis auf die gewünschte Höhe steigen kann, selbst
wenn durch das Eintrittsrohr des Kühlwassers, welches zweckmäßig an der Unterseite
des Wasserbehälters vorgesehen wird, sehr viel Wasser zufließt.