DE707951C - Feststellvorrichtung fuer einen im indifferenten Gleichgewicht aufgehaengten Kreisel - Google Patents
Feststellvorrichtung fuer einen im indifferenten Gleichgewicht aufgehaengten KreiselInfo
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- DE707951C DE707951C DEA83827D DEA0083827D DE707951C DE 707951 C DE707951 C DE 707951C DE A83827 D DEA83827 D DE A83827D DE A0083827 D DEA0083827 D DE A0083827D DE 707951 C DE707951 C DE 707951C
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- G01C—MEASURING DISTANCES, LEVELS OR BEARINGS; SURVEYING; NAVIGATION; GYROSCOPIC INSTRUMENTS; PHOTOGRAMMETRY OR VIDEOGRAMMETRY
- G01C19/00—Gyroscopes; Turn-sensitive devices using vibrating masses; Turn-sensitive devices without moving masses; Measuring angular rate using gyroscopic effects
- G01C19/02—Rotary gyroscopes
- G01C19/44—Rotary gyroscopes for indicating the vertical
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- Control Of Position, Course, Altitude, Or Attitude Of Moving Bodies (AREA)
Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Feststellvorrichtung für einen im indifferenten
Gleichgewicht aufgehängten Kreisel mit drei Freiheitsgraden, insbesondere einen elektrisch
angetriebenen Horizontkreisel, für Luftfahrzeuge.
Man benutzt in Abhängigkeit vom Scheinlot oder der relativen Lage der Kreiselumlaufachse
zum äußeren Gehäuse steuerbare Luftstrahlen, die auf den Umlaufachsenträger wirken, um durch Auslösung von Präzessionsbewegungen
den Kreisel bei Abweichungen wieder in seine normale Betrieibsstellung zurückzuführen.
Bei luftbetriebenen Kreiseln kann hierfür die Antriebsluft Verwendung finden, bei elektrisch angetriebenen Kreiseln
müssen die Steuerluftstrahlen erst erzeugt werden, zu welchem Zweck die Turbinenwirkung
des Kreiselläufers ausgenutzt werden kann.
Während bei luftbetriebenen Kreiseln die Steuerluftstrahlen schon beim Anlaufen des
Kreiselläufers in voller Stärke wirksam sind und so ein sofortiges Einschwingen der Kreiselumlaufachse
in die Betriebsstellung ver- as anlassen, laufen elektrische Kreisel infolge
des Fehlens von wirksamen Steuerkräften in ihrer zufälligen Stellung an und schwingen
sehr langsam in die Sollage ein, wenn die Steuerluftstrahlen bei voller Drehzahl des
Kreisels mit normaler Stärke wirksam sind.
Für in Luftfahrzeugen Verwendung findende
Lotkreisel ist es üblich, eine Feststellvorrichtung vorzusehen, die ein Ausrichten der Kreiselumlaufachse
parallel zur Fahrzeughochachse gestattet. Die meisten Flugzeuge besitzen in Startstellung eine Neigung von etwa 150
gegen die Waagerechte, so daß die Achse eines mit den bekannten Vorrichtungen fest-
gestellten Kreisels um den gleichen · Betrag aus der Richtung der Lotrechten abweicht.
Läßt man einen Kreisel in dieser Stellung anlaufen, so vergeht geraume Zeit, bis der.7
S selbe nach seiner Freigabe die Lotrechte reicht.
Um den Kreisel in kürzester Zeit nach dem«
Anlauf, z. B. für einen Blindstart, verwenden" zu können, ist die Feststellvorrichtung gemäß
der Erfindung so ausgebildet, daß die Kreiselumlaufachse auch bei schräg liegendem Flugzeug
in ihrer normalen Betriebsstellung feststellbar ist.
Die Feststellvorrichtung kann so ausgebil-
J5 det sein, daß das Festhalteglied in zwei Lagen
verschiedener relativer Längsneigung gegen das Fahrzeug einstellbar ist, um den Kreisel
sowohl in der Startstellung wie in der bisher üblichen Weise bei waagerechter Fluglage in
die Normallage einstellen zu können. Das Festhalteglied der Feststellvorrichtung kann
jedoch auch pendelnd ausgebildet und mit einer Dämpfung versehen werden, wodurch
ein selbsttätiges Einstellen derselben in die Lotrechte erzielt wird.
Vorteilhaft kann eine elektromagnetische Kupplung für das Festhalten des Kreiselläufers
benutzt werden, die nach dem Anlauf des Kreisels selbsttätig abschaltbar ist. Zur
Abschaltung kann der infolge der Turbinenwirkung des Kreisels erzeugte Steuerluftdruck
Verwendung finden.
Es ist zwar bekannt, unterhalb eines im indifferenten Gleichgewicht aufgehängten Lotkreiseis
mit drei Freiheitsgraden ein an- und abschaltbares Elektromagnetankersystem anzubringen,
dessen einer Teil (der Elektromagnet) pendelnd aufgehängt ist und dessen anderer Teil (der Anker) mit dem Kreiselsystem
verbunden ist. Diese bekannte Anordnung dient aber dazu, um während des eigentlichen Betriebes des Lotkreisels Korrektionsdrehmomente
in demselben Sinne auszuüben, wie dies durch die obenerwähnte, vomScheinlot abhängigeLuftstrahlensteuerung
geschieht. Beim Anmeldungsgegenstand soll jedoch durch die elektromagnetische Einrichtung
der Kreisel, sobald er außer Betrieb oder beim Anlaufen ist, in der Lotstellung festgehalten
werden.
An Hand der Abbildungen wird die Erfindung weiter erläutert.
Abb. ι veranschaulicht die Schräglage eines Lotkreisels bei Startstellung des Flugzeuges.
Abb. 2 ist ein lotrechter Längsschnitt durch eine Ausführungsform des Kreiselgerätes.
Abb. 3 zeigt einen längs der Linie 3 ... 3 in Abb. 2 gelegten Schnitt.
Abb. 4 stellt das Gerät von vorn gesehen dar und läßt Einzelheiten der Feststellvorrichtung
erkennen.
Abb. 5 zeigt einen Längsschnitt einer anderen Ausführungsform der Feststellvorrichtung.
In den Abbildungen ist 1 das Gehäuse des eiselgerätes, das auch in den Abbildun-2,
3 und 5 in der geneigten Stellung der ib. ι dargestellt ist. In dem Gehäuse 1, das
urch den rückwärtigen Deckel 2 verschlossen ist, ist der elektrisch betriebene Kreiselläufer 3
in dem Umlaufachsenträger 4 und Kardan-rahmen 5 im wesentlichen indifferent gelagert.
Zur Nachsteuerung des Kreisels in die Lotrechte dienen in bekannter Weise Pendelklappen
6, aus denen Luftstrahlen ausströmen, die durch die Turbinenwirkung des Kreiselläufers
3 erzeugt werden.
Der Kreisel kann in bekannter Weise mit Auzeigeorganen und Steuerwertgebern versehen
werden, die aus Gründen der Einfachheit in den Abbildungen nicht dargestellt sind.
Die Anzeigeorgane sind durch das Schauglas 7 zu beobachten.
Zum Festhalten des Kreiselläufers dient bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel
eine elektromagnetische Kupplung. In einer Spule 8 sitzt ein Eisenkern 9, der von einem
um eine waagerechte Achse schwenkbaren Rahmen 10 getragen wird. Dem Kern 9 des
Elektromagneten gegenüber sitzt ein am 9» Kreiselläufergehäuse befestigtes Eisenstück 9'.
In den Abb. 2 bis 4 steht der Elektromagnet 8, 9 über einen Hebel 10' mit einem
Verstellknopf 11 in Verbindung. Der Knopf 11 kann unter Überwindung der Spannung
einer Feder 12 herausgezogen und in die Bohrungen 13 bzw. 13' gebracht werden. Die
Stellung 13 entspricht der normalen Fluglage, die durch den Pfeil 17 angezeigt ist, die
dargestellte Stellung 13' der Startstellung. »00 Der Winkel zwischen den beiden Bohrungen
13 und 13' wird zweckmäßig einstellbar gemacht,
um das Gerät Flugzeugtypen mit unterschiedlicher Neigung bei Startstellung anpassen
zu können. Nach Lösen der Schraube
14 (vgl. Abb. 4) läßt sich die Bohrung 13'
gegenüber dem Gehäuse verstellen, während die Bohrung 13 gehäusefest ist.
Auch in der etwas anderen Ausführungsform der Abb. 5 dient ein Elektromagnet 8, 9
zum Festhalten des Kreiselläufers, doch ist in diesem Fall die Anordnung pendelnd und
mit einer Dämpfung versehen. Die Dämpfung besteht aus einem Kolben 15, der an dem pendelnden
Elektromagneten befestigt ist und sich in einem gehäusefesten Zylinder 16 bewegt.
Es empfiehlt sich, die Dämpfung verhältnismäßig stark zu machen, da hinreichend Zeit zur Verfügung steht, um die Feststelleinrichtung
in die Lotrechte einschwingen zu iac lassen. Eine starke Dämpfung hat den Vorteil,
daß vorübergehende starke Reaktions-
kräfte beim Feststellen des Kreisels ohne ein merkliches Verstellen der Feststellvorrichtung
aufgenommen werden können. Außerdem werden während des Fluges kurze Störungen nicht auf die Pendeleinrichtung übertragen.
Die Erregung des Elektromagneten kann entweder durch Handschalter erfolgen, es kann j edoch auch ein Relais ■ vorgesehen
werden, das den Elektromagneten selbsttätig nach dem Anlauf des Kreisels abschaltet. Dabei
empfiehlt es sich, die Abschaltung durch die infolge der Turbinenwirkung des Rotors
erzeugten Luftstrahlen vorzunehmen, wenn dieselben bei Annäherung an die Solldrehzahl
des Kreisels ausreichend stark geworden sind.
Claims (5)
- Patentansprüche:i. Feststellvorrichtung für einen im indifferenten Gleichgewicht aufgehängten Kreisel mit drei Freiheitsgraden, insbesondere einen elektrisch angetriebenen Horizontkreisel für Luftfahrzeuge, der vermittels durch die Umdrehung des Kreiselläufers erzeugter Luftstrahlen in der Lotrechten gehalten wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Kreiselumlaufachse für den Anlauf bei schrägliegendem Fahrzeug (Startstellung) in ihrer normalen Betriebsstellung feststellbar ist.
- 2. Feststellvorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Festhalteglied in zwei Lagen verschiedener relativer Längsneigung gegen das Fahrzeug einstellbar ist (Start- und Flugstellung).
- 3. Feststellvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zum Feststellen eine elektromagnetische Einrichtung dient, die nach dem Anlaufen des Kreisels selbsttätig abschaltbar ist.
- 4. Feststellvorrichtung für einen Kreisel, dessen Turbinenwirkung für die Erzeugung von Steuerluftstrahlen ausgenutzt ist, nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die selbsttätige Abschaltung durch den Steuerluftdruck auslösbar ist. .
- 5. Feststellvorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der eine Teil der elektromagnetischen Einrichtung kreiselfest, der andere gedämpft pendelnd angeordnet ist.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DEA83827D DE707951C (de) | 1937-08-03 | 1937-08-03 | Feststellvorrichtung fuer einen im indifferenten Gleichgewicht aufgehaengten Kreisel |
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DEA83827D DE707951C (de) | 1937-08-03 | 1937-08-03 | Feststellvorrichtung fuer einen im indifferenten Gleichgewicht aufgehaengten Kreisel |
Publications (1)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE707951C true DE707951C (de) | 1941-07-08 |
Family
ID=6949004
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DEA83827D Expired DE707951C (de) | 1937-08-03 | 1937-08-03 | Feststellvorrichtung fuer einen im indifferenten Gleichgewicht aufgehaengten Kreisel |
Country Status (1)
Country | Link |
---|---|
DE (1) | DE707951C (de) |
Cited By (2)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
DE1148086B (de) * | 1956-04-25 | 1963-05-02 | Bendix Corp | Vorrichtung zum Aufrichten und Fesseln eines kardanisch gelagerten Horizontkreisels |
DE1211407B (de) * | 1962-04-12 | 1966-02-24 | Litton Industries Inc | Azimutbezugseinrichtung mit Schnelleinstellung in eine vorgeschriebene Azimutrichtung |
-
1937
- 1937-08-03 DE DEA83827D patent/DE707951C/de not_active Expired
Cited By (2)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
DE1148086B (de) * | 1956-04-25 | 1963-05-02 | Bendix Corp | Vorrichtung zum Aufrichten und Fesseln eines kardanisch gelagerten Horizontkreisels |
DE1211407B (de) * | 1962-04-12 | 1966-02-24 | Litton Industries Inc | Azimutbezugseinrichtung mit Schnelleinstellung in eine vorgeschriebene Azimutrichtung |
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