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R1Die vorliegende Erfindung betrifft die Behandlung
von Schizophrenie und anderer psychotischer Störungen. Diese Erfindung betrifft
insbesondere die Behandlung von Schizophrenie und anderer psychotischer
Störungen
durch Verstärkung
der Rezeptorfunktion in Synapsen in Gehirnnetzwerken, welche für Verhaltensweisen
höherer
Ordnung verantwortlich sind. Insbesondere stellt die Erfindung Verfahren
zur Verwendung von Modulatoren, welche eine Hochregulierung von
AMPA-Rezeptoren bewirken, in Verbindung mit Antipsychotika zur Behandlung
von Schizophrenie bereit.
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Die
Freisetzung von Glutamat an Synapsen an vielen Stellen im Vorderhirn
von Säugern
stimuliert zwei Klassen postsynaptischer Rezeptoren. Diese Klassen
werden üblicherweise
als α-Amino-3-hydroxy-5-methyl-4-isoxazolpropionsäure (AMPA)/Quisqualat-
und N-Methyl-D-asparaginsäure
(NMDA)-Rezeptoren bezeichnet. (AMPA)/Quisqualat-Rezeptoren vermitteln
einen spannungsunabhängigen
schnellen exzitatorischen postsynaptischen Strom (der schnelle EPSC),
während
NMDA-Rezeptoren einen spannungsabhängigen langsamen exzitatorischen
Strom erzeugen. Untersuchungen, welche an Hippocampus- oder Cortexschnitten
durchgeführt
wurden, zeigen, dass der durch AMPA-Rezeptoren vermittelte schnelle
EPSC unter den meisten Umständen
die mit Abstand vorherrschende Komponente an den meisten glutamatergen
Synapsen ist.
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AMPA-Rezeptoren
sind nicht gleichmäßig über das
Gehirn verteilt, sondern weitgehend auf das Telencephalon und Cerebellum
beschränkt.
Diese Rezeptoren kommen in hohen Konzentrationen in den Oberflächenschichten
des Neocortex, in jeder der synaptischen Hauptzonen des Hippocampus
sowie im striatalen Komplex vor, wie von Monaghan et al. in Brain
Research 324: 160-164 (1984) berichtet. Die Untersuchungen an Tieren
und Menschen zeigen, dass diese Strukturen komplexe wahrnehmungsmotorische
Prozesse organisieren und die Substrate für Verhaltensweisen höherer Ordnung
bereitstellen. Daher vermitteln AMPA-Rezeptoren die Übertragung in jene Gehirnnetzwerke,
welche für
eine Vielzahl kognitiver Aktivitäten
verantwortlich sind.
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Schizophrenie
stellt eine chronische Krankheit dar, welche durch positive (Halluzinationen,
Wahnvorstellungen), negative (sozialer Rückzug, abgeflachter Affekt)
sowie kognitive (formale Denkstörung,
exekutive Gedächtnisstörung) Symptome
gekennzeichnet ist. Die Dopaminhypothese, wonach Schizophrenie von
einer übermäßigen Übertragung
von Dopamin aus dem Mittelhirn herrührt, entstammte Untersuchungen
mit Neuroleptika, welche Beziehungen zwischen klinischer Wirksamkeit,
Auswirkungen auf den Dopaminstoffwechsel (Carlsson & Lindqvist, Acta
Pharmacol. Toxicol. 20: 140-144, 1967) sowie einer Bindung an Dopaminrezeptoren
(Creese et al., Science 192: 481-482, 1976) offenbarten. Darüber hinaus
rufen Arzneimittel, welche die synaptische Dopaminkonzentration
erhöhen
(z. B. Amphetamine), bei Tieren ein anomales stereotypes Verhalten
(WT McKinney, in SC Shultz und CA Tamminga (Hrgs.), Schizophrenia:
Scientific Progress. Oxford University Press, New York, S. 141-154,
1989) und bei Menschen schizophrenieartige Symptome hervor (Snyder, Am.
J. Psychol. 130: 61-67, 1976).
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Es
gibt jedoch zunehmend Anzeichen dafür, dass Schizophrenie auch
durch eine verminderte neocorticale glutamaterge Funktion verursacht
werden kann. Bildgebende in vivo-Untersuchungen zeigten in frontalen
und temporalen Cortices, welche reich an glutamatergen (exzitatorischen)
Synapsen sind, eine verminderte Stoffwechselaktivität an (Andreasen
et al., Lancet 349: 1730-1734, 1997; Weinbergen und Berman, Philos. Trans.
R Soc. Lond. B Biol. Sci. 351: 1495-1503, 1996). Histopathologische
Untersuchungen belegten cytoarchitektonische Abnormitäten (Überblick
in Weinberger und Lipska, Schizophrenia Res. 16: 87-110, 1995) sowie
eine verminderte Neuronen- oder Synapsendichte und eine verminderte
AMPA-Rezeptor (AMPA-R)-Dichte
in den gleichen Bereichen schizophrener Postmortem-Gehirne (Eastwood
et al., Biol. Psychiatry 41: 636-643, 1997) einschließlich des
Hippocampus (Breese et al., Brain Res. 674: 82-90, 1995). Dieser
Beweis wird ferner durch jüngste
molekulare Untersuchungen gestützt,
welche eine verminderte Prävalenz
von mRNA in der AMPA-R-Untereinheit im Neocortex (Eastwood et al.,
Mol. Brain Res. 29: 211-223, 1995) und im Hippocampus von schizophrenen
Gehirnen (Eastwood et al., Mol. Brain Res. 44: 92-98, 1997) gezeigt
haben. Neurochemische Untersuchungen haben verminderte Glutamatkonzentrationen
in der cerebrospinalen Flüssigkeit (Kim
et al., Neuroscience Letters 20: 379-382, 1980) sowie niedrigere
Glutamat- und Aspartatspiegel in den präfrontalen und temporolimbischen
Bereichen (Tsai et al., Arch. Gen. Psychiatry 52: 829-836, 1995)
aufgezeigt. Schließlich
rufen Phencyclidin (PCP), Ketamin und andere verwendungsabhängige Antagonisten
von NMDA-R bei Tieren ein anomales Verhalten hervor (Freed et al.,
Psychopharmacology 71: 291-297, 1980), bewirken bei Patienten eine
Verschlimmerung der Symptome (Lahti et al., Neuropsychopharmacology
13: 9-19, 1995), und rufen bei freiwilligen Probanden eine Reihe
psychotischer Symptome hervor, welche die Symptome schizophrener
Patienten exakt nachahmen können
(Krystal et al., Arch. Gen. Psychiatry 51: 199-214, 1994). Somit stützen die signifikanten jüngsten Beweise
die „Hypofrontalitätshypothese" eines verminderten exzitatorischen
Tonus in frontotemporalen Cortices des schizophrenen Gehirns.
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Aus
den oben dargelegten Gründen
besitzen Arzneimittel, welche die Funktion von AMPA-Rezeptoren verstärken, bei
der Behandlung von Schizophrenie signifikante Vorteile. Siehe z.
B. U.S. Anmeldung Serien-Nr. 08/521,022. Derartige Arzneimittel
sollten auch die kognitiven Symptome verbessern, welche von derzeit
verwendeten Antipsychotika nicht angesprochen werden. Experimentelle
Untersuchungen, wie jene, über
welche Arai und Lynch, Brain Research 598: 173-184 (1992) berichten,
zeigen, dass eine Erhöhung
des Ausmaßes der
durch AMPA-Rezeptoren vermittelten synaptischen Anwort(en) die Induktion
einer Langzeitpotenzierung (LTP) verstärkt. Bei LTP handelt es sich
um eine stabile Erhöhung
der Stärke
synaptischer Kontakte, welche auf wiederholte physiologische Aktivität eines
Typs, von dem bekannt ist, dass er im Gehirn während des Lernens auftritt,
nachfolgt. Verbindungen, welche die Funktion der AMPA-Form von Glutamatrezeptoren
verstärken,
erleichtern die Induktion einer LTP sowie den Erwerb erlernter Aufgaben,
wie anhand einer Reihe von Paradigmen gemessen wurde: Granger et
al., Synapse 15: 326-329 (1993); Staubli et al., PNAS 91: 777-781 (1994);
Arai et al., Brain Res. 638: 343-346 (1994); Staubli et al, PNAS
91: 11158-11162 (1994); Shors et al., Neurosci. Let. 186: 153-156
(1995); Larson et al., J. Neurosci. 15: 8023-8030 (1995); Granger
et al., Synapse 22: 332-337 (1996); Arai et al., JPET 278: 627-638
(1996); Lynch et al., Internat. Clin. Psychopharm. 11: 13-19 (1996);
Lynch et al., Exp. Neurology 145: 89-92 (1997); Ingvar et al., Exp.
Neurology 146: 553-559 (1997); sowie Lynch und Rogers, WO 94/02475
(PCT/US93/06916).
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Es
gibt eine beträchtliche
Menge an Beweisen, dass LTP der Träger des Gedächtnisses ist. So beeinträchtigen
zum Beispiel Verbindungen, welche LTP blockieren, die Gedächtnisbildung
bei Tieren, und bestimmte Arzneimittel, welche das Lernen bei Menschen
stören,
wirken der Stabilisierung von LTP entgegen, wie von del Cerro und
Lynch, Neuroscience 49: 1-6 (1992) berichtet wurde. Ein möglicher
Prototyp einer Verbindung, welche eine selektive Förderung
des AMPA-Rezeptors
bewirkt, wurde von Ito et al., J. Physiol. 424: 533-543 (1990) offenbart.
Diese Autoren fanden heraus, dass das nootropische Arzneimittel
Aniracetam (N-Anisoyl-2-pyrrolidinon) eine Erhöhung der durch AMPA-Rezeptoren
des Gehirns, welche in Xenopus oocytes exprimiert werden, vermittelten
Ströme
bewirkt, ohne dabei die Antworten von γ-Aminobuttersäure (GABA)-,
Kainsäure
(KA)- oder NMDA-Rezeptoren
zu beeinflussen. Es wurde ebenfalls gezeigt, dass eine Infusion von
Aniracetam in Hippocampusschnitte die Größe schneller synaptischer Potenziale
beträchtlich
erhöht,
ohne dabei die Ruheeigenschaften der Membran zu verändern. Es
wurde inzwischen bestätigt,
dass Aniracetam synaptische Antworten an verschiedenen Stellen im
Hippocampus verstärkt
und keine Wirkung auf NMDA-Rezeptor-vermittelte
Potenziale ausübt.
Siehe zum Beispiel Staubli et al. in Psychobiology 18: 377-381 (1990) und
Xiao et al., Hippocampus 1: 373-380 (1991). Es wurde ebenfalls herausgefunden,
dass Aniracetam einen extrem schnellen Wirkungseintritt und Washout
besitzt und ohne offensichtliche bleibende Wirkungen wiederholt
angewendet werden kann, wobei diese wertvolle Merkmale für verhaltensrelevante
Arzneimittel darstellen. Unglücklicherweise
beeinflusst die periphere Verabreichung von Aniracetam Gehirnrezeptoren
vermutlich nicht. Das Arzneimittel wirkt lediglich in hohen Konzentrationen
(∼ 1.0 mM),
wobei Guenzi und Zanetti, J. Chromatogr. 530: 397-406 (1990), berichten,
dass im Menschen etwa 80% des Arzneimittels nach peripherer Verabreichung
in Anisoyl-GABA umgewandelt werden. Es wurde herausgefunden, dass
das Stoffwechselprodukt Anisoyl-GABA lediglich schwache Aniracetam-artige
Wirkungen besitzt.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung basiert auf der Entdeckung, dass synaptische
Antworten, welche durch AMPA-Rezeptoren vermittelt werden, durch
Verabreichung einer neuen Klasse von Verbindungen, welche als Ampakine
bekannt sind, erhöht
werden. Die Erfindung basiert insbesondere auf der Entdeckung, dass
Ampakine für
die Behandlung von Schizophrenie oder schizophreniformer Störungen oder
schizoaffektiver Störungen oder
wahnhafter Störungen
oder kurzer psychotischer Störungen
oder psychotischer Störungen
infolge eines allgemeinen medizinischen Zustandes oder psychotischer
Störungen,
welche nicht anderweitig spezifiziert sind, von Nutzen sind. Es
ist nunmehr offensichtlich, dass Verbindungen der Ampakin-Familie mit Neuroleptika/Antipsychotika
wechselwirken können,
wodurch das Verhalten von Tieren auf eine Weise invertiert wird,
die einen Erfolg bei der Behandlung von Subjekten, bei welchen ein
Leiden an Schizophrenie oder damit in Beziehung stehender Störungen diagnostiziert
wurde, vorhersagt. Die Wechselwirkung mit den Antipsychotika ist
in diesen Tiermodellen für
Schizophrenie nicht nur additiv, sondern überraschenderweise synergistisch.
Somit ist Schizophrenie mittels Verbindungen, welche eine glutamaterge
neurale Übertragung
fördern,
behandelbar.
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Die
vorliegende Erfindung umfasst Verfahren, Zusammensetzungen und Kits
zur Behandlung von Schizophrenie in einem Subjekt, welches dieser
bedarf, durch Hochregulieren der stimulierenden Wirkung natürlicher
Liganden von α-Amino-3-hydroxy-5-methyl-isoxazol-4-propionsäure („AMPA")-Rezeptoren. In
der vorliegenden Erfindung kann eine Reihe glutamaterger Modulatoren,
welche eine Hochregulierung bewirken, verwendet werden: zum Beispiel
7-Chlor-3-methyl-3,4-dihydro-2H-1,2,4-benzothiadiazin-S,S-dioxid.
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In
einer Ausführungsform
umfasst die Erfindung die Verabreichung einer wirksamen Menge einer
Verbindung, welche die nachfolgende Formel besitzt (wobei die Ringecken
wie dargestellt nummeriert sind), an ein Subjekt:
wobei:
R
1 ein
Element darstellt, welches aus der Gruppe bestehend aus N und CH
ausgewählt
ist,
m 0 oder 1 ist,
R
2 ein Element
darstellt, welches aus der Gruppe bestehend aus (CR
8 2)
n-m und C
n-mR
8 2(n-m)2 ausgewählt ist,
wobei n 4, 5, 6 oder 7 ist und die R
8-Reste
in jeder einzelnen Verbindung gleich oder verschieden sind, jedes
R
8 ein Element darstellt, welches aus der
Gruppe bestehend aus H und C
1-C
6 Alkyl
ausgewählt
ist, oder ein R
8 entweder mit R
3 oder
mit R
7 unter Ausbildung einer Einfachbindung,
welche die Ringecke Nr. 3' entweder
mit der Ringecke Nr. 2 oder mit der Ringecke Nr. 6 verbindet, oder
unter Ausbildung einer einzelnen divalenten Verbindungseinheit,
welche die Ringecke Nr. 3' entweder
mit der Ringecke Nr. 2 oder mit der Ringecke Nr. 6 verbindet, kombiniert
ist, und die Verbindungseinheit ein Element darstellt, welches aus
der Gruppe bestehend aus CH
2, CH
2-CH
2, CH=CH, O,
NH, N(C
1-C
6 Alkyl),
N=CH, N=C(C
1-C
6 Alkyl),
C(O), O-C(O), C(O)-O, CH(OH), NH-C(O) und N(C
1-C
6 Alkyl)-C(O) ausgewählt ist;
R
3,
wenn nicht mit irgendeinem R
8 kombiniert,
ein Element darstellt, welches aus der Gruppe bestehend aus H, C
1-C
6 Alkyl und C
1-C
6 Alkoxy ausgewählt ist;
R
4 entweder mit R
5 kombiniert
ist oder ein Element darstellt, welches aus der Gruppe bestehend
aus H, OH, und C
1-C
6 Alkoxy
ausgewählt
ist;
R
5 entweder mit R
4 kombiniert
ist oder ein Element darstellt, welches aus der Gruppe bestehend
aus H, OH, C
1-C
6 Alkoxy,
Amino, Mono(C
1-C
6 alkyl)amino,
Di(C
1-C
6 alkyl)amino,
und CH
2OR
9 ausgewählt ist,
wobei R
9 ein Element darstellt, welches
aus der Gruppe bestehend aus H, C
1-C
6 Alkyl, einem aromatischen carbocyclischen Rest,
einem aromatischen heterocyclischen Rest, einem aromatischen carbocyclischen
Alkylrest, einem aromatischen heterocyclischen Alkylrest und einem
solchen Rest ausgewählt
ist, der mit einem oder mehreren Elementen substituiert ist, welche
aus der Gruppe bestehend aus C
1-C
3 Alkyl, C
1-C
3 Alkoxy, Hydroxy, Halogen, Amino, Alkylamino,
Dialkylamino und Methylendioxy ausgewählt sind;
R
6 entweder
H oder CH
2OR
9 ist;
R
4 und R
5, wenn kombiniert,
ein Element ausbilden, welches aus der Gruppe bestehend aus
ausgewählt ist;
wobei:
R
10 ein Element darstellt, welches aus der
Gruppe bestehend aus O, NH und N(C
1-C
6 Alkyl) ausgewählt ist;
R
11 ein
Element darstellt, welches aus der Gruppe bestehend aus O, NH und
N(C
1-C
6 Alkyl) ausgewählt ist;
R
12 ein Element darstellt, welches aus der
Gruppe bestehend aus H und C
1-C
6 Alkyl
ausgewählt
ist, wobei derartige R
12-Reste gleich oder
verschieden sind, wenn zwei oder mehrere R
12-Reste
in einer einzelnen Verbindung vorhanden sind:
p 1, 2, oder
3 ist; und
q 1 oder 2 ist; und
R
7,
wenn nicht mit irgendeinem R
8 kombiniert,
ein Element darstellt, welches aus der Gruppe bestehend aus H, C
1-C
6 Alkyl und C
1-C
6 Alkoxy ausgewählt ist.
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Eine
bevorzugte Ausführungsform
CX516 besitzt die nachfolgende Struktur:
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In
einer anderen Ausführungsform
besitzt das Ampakin die nachfolgende Struktur:
wobei:
R
1 Sauerstoff
oder Schwefel ist;
R
2 und R
3 unabhängig
voneinander aus der Gruppe bestehend aus -N=, -CR= und -CX= ausgewählt sind;
M
=N oder =CR
4- ist, wobei R
4 und
R
8 unabhängig
voneinander R sind, oder gemeinsam eine einzelne Verbindungseinheit,
welche M und die Ringecke 2' verbindet,
ausbilden, und die Verbindungseinheit ein Element darstellt, welches
aus der Gruppe bestehend aus einer Einfachbindung, -CR
2-,
-CR=CR-, -C(O)-, -O-, -S(O)
y-, -NR- und
-N= ausgewählt
ist;
R
5 und R
7 unabhängig voneinander
aus der Gruppe bestehend aus -(C
2)
n-, -C(O)-, -CR=CR-, -CR=CX-, -C(RX)-, -CX
2-, -S- und -O- ausgewählt sind; und
R
6 aus der Gruppe bestehend aus -(CR
2)
m-, -C(O)-, -CR=CR-,
-C(RX)-, -CR
2-, -S- und -O- ausgewählt ist,
wobei X -Br, -Cl, -F, -CN, -NO
2, -OR, -SR,
-NR
2, -C(O)R-, -CO
2R
oder -CONR
2 ist; und
R Wasserstoff,
ein verzweigtes oder unverzweigtes C
1-C
6 Alkyl, welches unsubstituiert oder mit
einer oder mehreren oben als X definierten funktionellen Gruppen
substituiert sein kann, oder Aryl ist, welches unsubstituiert oder
mit einer oder mehreren oben als X definierten funktionellen Gruppen
substituiert sein kann;
m und p unabhängig voneinander 0 oder 1 sind;
n
und y unabhängig
voneinander 0, 1 oder 2 sind.
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Bevorzugte
Ausführungsformen
umfassen:
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Typische
Ampakin-Dosierungen für
eine systemische Verabreichung können
im Bereich von Milligramm bis hin zu Dezigramm pro kg Gewicht des
Subjekts pro Verabreichung liegen. Vorzugsweise besitzt das verwendete
glutamaterge Arzneimittel einen schnellen Wirkungseintritt.
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Die
erfindungsgemäßen Ampakinverbindungen
werden vorzugsweise zusammen mit einem typischen oder atypischen
antipsychotischen Arzneimittel verabreicht. Typische Antipsychotika
umfassen: Haloperidol, Fluphenazin, Perphenazin, Chlorpromazin,
Molindon, Pimozid, Trifluoperazin und Thioridazin, sowie andere. Atypische
Antipsychotika umfassen: Clozapin, Risperidon, Olanzapin, Sertindol,
M100907, Ziprasidon, Seroquel, Zotepin, Amisulprid, Iloperidon,
sowie andere. Das antipsychotische Arzneimittel kann in subtherapeutischen
Dosen verabreicht werden, d. h. in einer niedrigeren Dosis als jener
Dosierung, welche typischerweise für Behandlungen mit den antipsychotischen
Arzneimitteln allein verwendet wird.
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Kits,
welche die Zusammensetzungen in Form von Tabletten oder Ampullen
oder anderen geeigneten Verpackungsmitteln, die für eine kontrollierte
Dosierungsverabreichung formuliert sind, enthalten, werden ebenfalls
bereitgestellt.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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1 und 2 zeigen,
dass ein typisches Ampakin (CX516) auf synergistische Weise den
Clozapin-Antagonismus der Methamphetamin-induzierten Aufrichtaktivität verstärkt.
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In 1 wurde
die Verhaltensaktivität
mit einem computergestützten
Lichtstrahlsystem, wie es in Beispiel 2 beschrieben ist, überwacht.
Jeder Punkt stellt das mittlere kumulative Aufrichtergebnis für das vorherige 10-Minuten-Intervall
dar. Im Vergleich zu einem Kochsalzträger wurde durch 2.0 mg/kg Methamphetamin
(i. p.) eine starke Induktion der Aufrichtaktivität bewirkt.
Clozapin (1.0 mg/kg) hatte keine signifikante Wirkung auf das Methamphetamin-induzierte
stereotype Aufrichten. CX516 (10 mg/kg) rief einen geringen, statistisch
jedoch unbedeutenden Antagonismus des Methamphetamin-induzierten
Aufrichtens hervor. Zusammen riefen CX516 (10 mg/kg) und Clozapin
(1 mg/kg) hingegen eine synergistische Wechselwirkung hervor, wodurch
das Methamphetamin-induzierte Aufrichten auf ein Niveau reduziert
wurde, welches jenem von Vehikel-behandelten Ratten (kein Methamphetamin)
nahezu äquivalent
war.
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2 stellt
ein Balkendiagramm bereit, welches die kumulative Gesamtaufrichtaktivität während des 90-minütigen Zeitraums
nach Arzneimittelverabreichung zeigt. Mittelwert ± Standardfehler
und die Anzahl an Tieren für
die experimentellen Gruppen lauten wie folgt: Kochsalz: 56 ± 9, n
= 12; METH (2 mg/kg): 724 ± 136, n
= 20; METH + Clozapin (1.0 mg/kg): 760 ± 146, n = 18; METH + CX516
(10 mg/kg): 495 ± 78,
n = 19; METH + CX516 + Clozapin: 125 ± 22, n = 17 (**p < 0.0005 im Vergleich
zu METH + Clozapin (1.0 mg/kg) gemäß zweiseitigem, ungepaartem
t-Test unter Annahme einer ungleichen Varianz; der t-Test verwendet
Mittelwert ± Standardabweichung).
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3 und 4 zeigen,
dass ein typisches Ampakin (CX516) auf synergistische Weise den
Haloperidol-Antagonismus der Methamphetamin-induzierten stereotypen
Aufrichtaktivität
verstärkt.
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3 zeigt
die antagonistische Wirkung von CX516 (30 mg/kg), Haloperidol (HAL,
0.06 mg/kg), oder CX516 (30 mg/kg) in Kombination mit HAL (0.06
mg/kg) auf die Methamphetamin-induzierte Aufrichtaktivität. Weder
CX516 (30 mg/kg) noch HAL (0.06 mg/kg) bewirkten eine signifikante
Verringerung der Methamphetamininduzierten Aufrichtaktivität (23% bzw.
16%). Die Kombination jener gleichen Dosen wirkte hingegen synergistisch,
wodurch die Methamphetamin-induzierte Aufrichtaktivität um 67%
reduziert wurde.
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4 stellt
ein Balkendiagramm dar, welches die Gesamtaufrichtaktivität während des
90-minütigen Testzeitraums
zeigt. Die mittlere Aufrichtaktivität ± Standardfehler für die Gruppen
lautet wie folgt: Kochsalz: 53 ± 11, n = 16; METH: 1105 ± 161,
n = 16; METH + HAL (0.06 mg/kg): 934 ± 119, n = 16; METH + CX516
(30 mg/kg): 863 ± 169,
n = 16; METH + HAL + CX516: 360 ± 77, n = 16 (**p < 0.0005 im Vergleich
zu METH + HAL 0.06 mg/kg gemäß zweiseitigem,
ungepaartem t-Test unter Annahme einer ungleichen Varianz).
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AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung basiert auf der Entdeckung, dass synaptische
Antworten, welche durch AMPA-Rezeptoren vermittelt werden, durch
Verabreichung einer neuen Klasse von Verbindungen, welche als Ampakine
bekannt sind und in der Internationalen Patentanmeldung mit der
Veröffentlichungs-Nr.
WO 94/02475 (PCT/US93/06916) (Lynch und Rogers, Mitglieder des Verwaltungsrats
der Universität
von Kalifornien) sowie dem damit in Beziehung stehenden U.S. Patent
Nr. 5,773,434 offenbart sind, erhöht werden. Die Erfindung basiert
insbesondere auf der Entdeckung, dass Verbindungen der Ampakin-Familie
mit Antipsychotika/Neuroleptika wechselwirken können, wodurch das Verhalten
von Tieren auf eine Weise invertiert wird, die einen Erfolg bei
der Behandlung von Subjekten, welche als schizophren diagnostiziert
wurden, vorhersagt.
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Ampakine
wirken in erster Linie nicht durch direkte Stimulierung der neuronalen
Aktivierung, sondern durch Hochregulieren („allosterische Modulation") der neuronalen
Aktivierung und Übertragung
in Neuronen, welche glutamaterge Rezeptoren enthalten. Diese Verbindungen
binden an einer anderen Stelle als an der Glutamatbindungsstelle
an den Glutamatrezeptor, wobei eine solche Bindung an sich allerdings
keine Ionenflüsse
verursacht. Bindet ein Glutamatmolekül jedoch an einen Glutamatrezeptor,
an welchen eine erfindungsgemäße glutamaterge
Verbindung gebunden ist, so ist der anschließende Ionenfluss von sehr viel
längerer Dauer.
Somit werden postsynaptische Neuronen in Gegenwart der hier verwendeten
Verbindungen durch sehr viel geringere Glutamatkonzentrationen aktiviert
als postsynaptische Neuronen, welche keine gebundenen Verbindungen
enthalten.
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Die
für Ampakine
in Erwägung
gezogenen Anwendungen umfassen eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit
von Subjekten mit sensorisch-motorischen Problemen, wobei die sensorisch-motorischen
Probleme eine Abhängigkeit
von AMPA-Rezeptor-nutzenden Gehirnnetzwerken aufweisen, eine Verbesserung
der Leistungsfähigkeit
von Subjekten, welche in ihren kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt sind,
wobei die Einschränkung
der kognitiven Fähigkeiten
eine Abhängigkeit
von AMPA-Rezeptor-nutzenden Gehirnnetzwerken aufweist, eine Verbesserung
der Leistungsfähigkeit
von Subjekten mit Gedächtnisstörungen,
und dergleichen. Zusätzliche
für Ampakine
in Erwägung
gezogene Anwendungen umfassen die Wiederherstellung des biochemischen
und synaptischen Gleichgewichts zwischen Gehirnnetzwerken, in welchen
aufgrund verminderter AMPA-Rezeptorströme ein Ungleichgewicht auftritt.
Derartige therapeutische Verwendungen umfassen psychiatrische und
neurologische Störungen
wie beispielsweise Schizophrenie und klinische Depression, sind
jedoch nicht auf diese beschränkt.
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Zusätzlich zu
den aus Untersuchungen an Tieren und Menschen erhaltenen Daten,
welche zeigen, dass Ampakine die kognitive Leistungsfähigkeit
verbessern, zeigen andere Tests, welche nachstehend beschrieben
werden sollen, dass Ampakine das bekanntermaßen bei Schizophrenie auftretende
kortikale/striatale Ungleichgewicht beheben können, wobei dies auf eine synergistische
Weise geschieht, wenn sie entweder mit typischen oder mit atypischen
Antipsychotika/Neuroleptika verabreicht werden. Die Wechselwirkung
mit den Antipsychotika ist in diesen Tiermodellen für Schizophrenie
nicht nur additiv, sondern überraschenderweise
synergistisch. Diese und andere Aspekte und Vorteile der Erfindung
werden anhand der nachfolgenden Beschreibung deutlich.
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A. Definitionen
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Sofern
nicht anderweitig definiert, besitzen alle hier verwendeten technischen
und wissenschaftlichen Begriffe die gleiche Bedeutung, wie sie dem
Verständnis
eines Durchschnittsfachmanns aus dem Fachgebiet dieser Erfindung üblicherweise
entsprechen. Obwohl beliebige Verfahren und Materialien, welche
den hier beschriebenen ähnlich
oder äquivalent
sind, zur Ausführung
oder Überprüfung der
vorliegenden Erfindung verwendet werden können, werden die bevorzugten
Verfahren und Materialien beschrieben. Für die Zwecke der vorliegenden
Erfindung sind die folgenden Begriffe nachstehend definiert.
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Der
in den Ansprüchen
verwendete Begriff Schizophrenie umfasst Schizophrenie oder schizophreniforme
Störungen
oder schizoaffektive Störungen
oder wahnhafte Störungen
oder kurze psychotische Störungen
oder psychotische Störungen
infolge eines allgemeinen medizinischen Zustandes oder psychotische
Störungen,
welche nicht anderweitig spezifiziert sind, wobei die Symptome dieser
Störungen
größtenteils
im Diagnostischen und Statistischen Handbuch Psychischer Störungen,
vierte Ausgabe (DSMIV), definiert sind.
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„Cyano" bezeichnet die Gruppe
-CN.
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„Halogen" oder „Halo" bezeichnen Fluor-,
Brom-, Chlor- und Iodatome.
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„Hydroxy" bezeichnet die Gruppe
-OH.
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„Thiol" oder „Mercapto" bezeichnen die Gruppe
-SH.
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„Sulfamoyl" bezeichnet -SO2NH2.
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„Alkyl" bezeichnet eine
cyclische, verzweigte oder geradkettige Alkylgruppe von einem bis
acht Kohlenstoffatomen. Der Begriff „Alkyl" bezieht sich sowohl auf substituierte
als auch auf unsubstituierte Alkylgruppen. Dieser Begriff wird ferner
durch Gruppen wie Methyl, Ethyl, n-Propyl, i-Propyl, n-Butyl, t-Butyl,
i-Butyl (oder 2-Methylpropyl),
Cyclopropylmethyl, Cyclohexyl, i-Amyl, n-Amyl und Hexyl beispielhaft
erläutert.
Substituiertes Alkyl bezeichnet ein soeben beschriebenes Alkyl,
welches eine oder mehrere funktionelle Gruppe(n), wie beispielsweise
Aryl, Acyl, Halogen, Hydroxyl, Amido, Amino, Acylamino, Acyloxy,
Alkoxy, Cyano, Nitro, Thioalkyl, Mercapto, und dergleichen, umfasst.
Diese Gruppen können
an einem beliebigen Kohlenstoffatom eines Niederalkylrestes gebunden
sein. „Niederalkyl" bezeichnet ein C1-C6 Alkyl, wobei
C1-C4 Alkyl stärker bevorzugt
ist. „Cycliches
Alkyl" umfasst sowohl
monocyclische Alkyle wie beispielsweise Cyclohexyl, als auch bicyclische
Alkyle wie beispielsweise [3.3.0]Bicyclooctan und [2.2.1]Bicycloheptan. „Fluoralkyl" bezeichnet ein soeben
beschriebenes Alkyl, in welchem einige oder alle Wasserstoffe durch
Fluor ersetzt wurden (z. B. -CF3 oder -CF2CF3).
-
„Aryl" oder „Ar" bezeichnet einen
aromatischen Substituenten, welcher einen einzelnen Ring oder mehrere
Ringe, die miteinander kondensiert, kovalent verbunden, oder an
eine gemeinsame Gruppe, wie beispielsweise einen Ethylen- oder Methylenrest,
gebunden sind, darstellen kann. Der (Die) aromatische(n) Ring(e),
wie beispielsweise Phenyl, Naphtyl, Biphenyl, Diphenylmethyl, 2,2-Diphenyl-1-ethyl, Thienyl,
Pyridyl und Chinoxalyl, kann (können)
ein Heteroatom enthalten. Der Begriff „Aryl" oder „Ar" bezieht sich sowohl auf substituierte
als auch auf unsubstituierte Arylgruppen. Sofern sie substituiert
ist, kann die Arylgruppe mit Halogenatomen oder anderen Gruppen,
wie beispielsweise Hydroxy, Cyano, Nitro, Carboxyl, Alkoxy, Phenoxy, Fluoralkyl,
und dergleichen, substituiert sein. Zusätzlich kann die Arylgruppe
an einer beliebigen Position des Arylrestes, welche ansonsten mit
einem Wasserstoffatom besetzt wäre
(wie beispielsweise 2-Pyridyl, 3-Pyridyl und 4-Pyridyl), an andere
Reste gebunden sein.
-
Der
Begriff „Alkoxy" bezeichnet die Gruppe
-OR, wobei R Niederalkyl, substituiertes Niederalkyl, Aryl, substituiertes
Aryl, Aralkyl oder substituiertes Aralkyl, wie es nachstehend definiert
ist, darstellt.
-
Der
Begriff „Acyl" bezeichnet die Gruppen
-C(O)R, wobei R Alkyl, substituiertes Alkyl, Alkoxy, Aryl, substituiertes
Aryl, Amino und Alkylthiol darstellt.
-
„Carbocyclischer
Rest" bezeichnet
eine Ringstruktur, in welcher alle Ringecken Kohlenstoffatome darstellen.
Der Begriff umfasst sowohl einzelne Ringstrukturen als auch kondensierte
Ringstrukturen. Beispiele aromatischer carbocyclischer Reste sind
Phenyl und Naphtyl.
-
„Heterocyclischer
Rest" bezeichnet
eine Ringstruktur, in welcher eine Ringecke oder mehrere Ringecken
von Kohlenstoffatomen abweichende Atome darstellen, und der Rest
Kohlenstoffatome darstellt. Beispiele für Nicht-Kohlenstoffatome sind
N, O, und S. Der Begriff umfasst sowohl einzelne Ringstrukturen
als auch kondensierte Ringstrukturen. Beispiele aromatischer heterocyclischer
Reste sind Pyridyl, Pyrazinyl, Pyrimidinyl, Chinazolyl, Isochinazolyl,
Benzofuryl, Isobenzofuryl, Benzothiofuryl, Indolyl und Indolizinyl.
-
Der
Begriff „Amino" bezeichnet die Gruppe
NRR', wobei R und
R' unabhängig voneinander
Wasserstoff, Niederalkyl, substituiertes Niederalkyl, Aryl, substituiertes
Aryl, wie es nachstehend definiert ist, oder Acyl darstellen können.
-
Der
Begriff „Amido" bezeichnet die Gruppe
-C(O)NRR', wobei
R und R' unabhängig voneinander
Wasserstoff, Niederalkyl, substituiertes Niederalkyl, Aryl, substituiertes
Aryl, wie es nachstehend definiert ist, oder Acyl darstellen können.
-
Der
Begriff „unabhängig voneinander
ausgewählt" wird hier als Bezeichnung
dafür verwendet,
dass die beiden R-Gruppen, R1 und R2, gleich oder verschieden sein können (z.
B. können
sowohl R1 als auch R2 Halogen
sein, oder es kann R1 Halogen sein und R2 Wasserstoff sein, etc.).
-
Der
Begriff „Subjekt" bezeichnet einen
Säuger,
insbesondere einen Menschen. Der Begriff umfasst speziell Haussäugetiere
sowie übliche
Laborsäugetiere,
wie beispielsweise nicht-menschliche Primaten, Kühe, Pferde, Schweine, Ziegen,
Schafe, Kaninchen, Ratten und Mäuse.
-
„α-Amino-3-hydroxy-5-methyl-isoxazol-4-propionsäure"- oder „AMPA"- oder „glutamaterge" Rezeptoren sind
Moleküle
oder Molekülkomplexe,
welche in Zellen, insbesondere in Neuronen, üblicherweise an deren Oberflächenmembran
vorliegen, und welche Glutamat oder AMPA erkennen und an diese binden.
Die Bindung von AMPA oder Glutamat an einen AMPA-Rezeptor verursacht
gewöhnlich
eine Reihe molekularer Vorgänge oder
Reaktionen, welche zu einer biologischen Antwort führen. Die
biologische Antwort kann die Aktivierung oder Potenzierung eines
Nervenimpulses sein, können
Veränderungen
der zellulären
Sekretion oder des Stoffwechsels sein, oder kann Zellen dazu veranlassen,
eine Differenzierung oder Bewegung zu vollziehen.
-
Der
Begriff „zentrale
Nervensystem" oder „ZNS" umfasst das Gehirn
und die Wirbelsäule.
Der Begriff „peripheres
Nervensystem" oder „PNS" umfasst alle Teile
des Nervensystem, welche nicht Teil des ZNS sind, einschließlich Hirn-
und Spinalnerven sowie das autonome Nervensystem.
-
Der
Ausdruck „wirksame
Menge" bedeutet
eine Dosierung, welche zum Erreichen eines gewünschten Ergebnisses ausreichend
ist. Im Allgemeinen ist das gewünschte
Ergebnis eine subjektive oder objektive Verringerung der Symptome
von Schizophrenie, wie sie mittels der nachstehend beschriebenen
Techniken gemessen werden.
-
B. Verbindungen, welche
zur Behandlung von Schizophrenie verwendet werden
-
Verbindungen,
welche zur Ausführung
dieser Erfindung von Nutzen sind, sind im Allgemeinen jene, welche
die Aktivität
natürlicher
Stimulatoren von AMPA-Rezeptoren,
insbesondere durch Verstärkung
exzitatorischer synaptischer Antworten, verstärken (hochregulieren). Wir
beschreiben hier eine breite Vielfalt an verschiedenen Verbindungen,
welche für
eine erfindungsgemäße Verwendung
geeignet sind. Verfahren zur Identifizierung anderer Verbindungen
sind Routine. Sie beinhalten eine Vielzahl anerkannter Tests für die Bestimmung,
ob eine vorgegebene, in Frage kommende Verbindung ein Modulator
ist, welcher eine Hochregulierung des AMPA-Rezeptors bewirkt. Das
wichtigste Nachweisverfahren ist die Messung der Vergrößerung des
exzitatorischen synaptischen Potenzials (EPSP) in in vitro-Gehirnschnitten,
wie beispielsweise in hippocampalen Gehirnschnitten von Ratten.
-
In
Experimenten dieser Art werden Hippocampusschnitte aus einem Säuger, wie
beispielsweise einer Ratte, unter Verwendung üblicher Verfahren präpariert
und in einer Interfacekammer gehalten. Feld-EPSPe werden im Stratum
radiatum der Region CA1b aufgenommen und durch einzelne Stimulierungspulse
ausgelöst,
welche alle 20 Sekunden an eine bipolare, in den kommissuralen Schaffer-Projektionen positionierte
Elektrode abgegeben werden (siehe Granger et al., 1993, Synapse,
15: 326-329; Staubli et al., 1994a, Proc. Nat. Acad. Sci., 91: 777-781;
und Staubli, V. et al., 1994b, Proc. Nat. Acad. Sci., 91: 11158-11162;
Arai et al., 1994, Brain Res., 638: 343-346; Arai et al., „Effects
of a centrally active drug on AMPA receptor kinetics").
-
Die
Wellenform eines normalen EPSP setzt sich zusammen aus:
einem
AMPA-Bestandteil, welcher in depolarisierender Richtung eine relativ
schnelle Anstiegszeit besitzt (∼ 5-10
msec) und innerhalb von ∼ 20
msec abfällt;
einem
NMDA-Bestandteil (langsame Anstiegszeit von ∼ 30-40 msec langsamer Abfall
innerhalb von ∼ 40-70 msec)
(der NMDA-Anteil tritt in normalem CSF-Medium aufgrund des Spannungsbedarfs
für eine
Aktivierung des NMDA-Rezeptorkanals nicht in Erscheinung; in einem
Niedrig-Magnesium-Medium kann ein NMDA-Bestandteil jedoch auftreten);
einem
GABA-Bestandteil, welcher in entgegen gesetzter (hyperpolarisierender)
Richtung auftritt wie die glutamatergen (AMPA und NMDA) Bestandteile
und einen zeitlichen Verlauf mit einer Anstiegszeit von ∼ 10-20 msec
und einem sehr langsamen Abfall (∼ 50-100
msec oder mehr) aufweist.
-
Die
unterschiedlichen Bestandteile können
getrennt voneinander gemessen werden, um die Wirkung eines mutmaßlichen
AMPA-Rezeptor-verstärkenden
Mittels zu bestimmen. Dies wird durch Zugabe von Mitteln bewirkt,
welche die unerwünschten
Bestandteile blockieren, so dass die detektierbaren Antworten im
Wesentlichen lediglich AMPA-Antworten sind. Um zum Beispiel AMPA-Antworten
zu messen, werden dem Schnitt ein NMDA-Rezeptor-Blocker (z. B. AP-5
oder andere aus dem Stand der Technik bekannte NMDA-Blocker) und/oder
ein GABA-Blocker (z. B. Picrotoxin oder andere aus dem Stand der
Technik bekannte GABA-Blocker) hinzugefügt. Um eine epileptiforme Aktivität in den
GABA-blockierten Schnitten zu verhindern, können bekannte Mittel wie beispielsweise
Tetrodotoxin verwendet werden.
-
AMPA-Modulatoren,
welche eine Hochregulierung bewirken und in der vorliegenden Erfindung
von Nutzen sind, sind Substanzen, welche als Antwort auf eine glutamaterge
Stimulierung einen erhöhten
Ionenfluss durch die Kanäle
des AMPA-Rezeptorkomplexes
verursachen. Ein erhöhter
Ionenfluss wird typischerweise mittels einem oder mehrerer der nachfolgenden
nicht-beschränkenden
Parameter gemessen: eine mindestens 10%ige Erhöhung der Abfallszeit, Amplitude
der Wellenform und/oder Fläche
unter der Kurve der Wellenform, und/oder eine mindestens 10%ige
Verringerung der Anstiegszeit der Wellenform, wie zum Beispiel in Präparaten,
welche zum Blockieren von NMDA- und GABA-Bestandteilen behandelt
werden. Die Erhöhung oder
Verringerung beträgt
vorzugsweise mindestens 25-50%, am stärksten bevorzugt beträgt sie mindestens 100%.
Wie der erhöhte
Ionenfluss zustande kommt (z. B. eine erhöhte Amplitude oder eine erhöhte Abfallszeit),
ist von sekundärer
Bedeutung. Eine Hochregulierung spiegelt erhöhte Ionenflüsse durch die AMPA-Kanäle wider,
wie auch immer dies bewirkt wird.
-
Ein
zusätzliches
und genaueres Nachweisverfahren ist jenes der exzidierten Flecken,
d. h. Membranflecken, welche aus kultivierten hippocampalen Schnitten
exzidiert wurden. Die Verfahren sind in Arai et al., 1994 beschrieben.
Flecken in der Außenseite-Außen-Konfiguration
(Outside-Out-Patches) werden aus hippocampalen Pyramidenneuronen
erhalten und an eine Aufzeichnungskammer übertragen. Es werden Glutamatpulse
zugeführt,
und die Daten mittels eines Fleckklemmenverstärkers (Patch-Clamp-Verstärkers) gesammelt und
digitalisiert (Arai et al., 1994).
-
Da
diese Membranflecken ausschließlich
glutamaterge Rezeptoren enthalten sollten, werden keine GABAergen
Ströme
beobachtet. Beliebige NMDA-Ströme
können
wie oben beschrieben blockiert werden (z. B. mittels AP-5).
-
Die
zentrale Wirkung eines Arzneimittels kann durch Messung von Feld-EPSPe
in Tieren mit einem bestimmten Verhalten (siehe Staubli et al.,
1994a) überprüft werden,
wobei der zeitliche Verlauf der Biodistribution mittels Injektion
und PET-Messung
eines radioaktiv markierten Arzneimittels (siehe Staubli et al., 1994b)
ermittelt werden kann.
-
Eine
derartige Klasse von Verbindungen wird durch Formel I definiert:
-
In
dieser Formel:
ist R
1 entweder N oder
CH;
ist m entweder 0 oder 1;
ist R
2 entweder
(CR
8 2)
n-m oder
C
n-mR
8 2(n-m)-2,
wobei:
n 4, 5, 6 oder 7 ist, und
die R
8-Reste
in jeder einzelnen Verbindung entweder gleich oder verschieden sind,
wobei jedes R
8 entweder H oder C
1-C
6 Alkyl darstellt,
oder ein R
8 entweder mit R
3 oder
mit R
7 unter Ausbildung einer Einfachbindung, welche
die Ringecke Nr. 3' entweder
mit der Ringecke Nr. 2 oder mit der Ringecke Nr. 6 verbindet, oder
unter Ausbildung einer einzelnen divalenten Verbindungseinheit,
welche die Ringecke Nr. 3' entweder
mit der Ringecke Nr. 2 oder mit der Ringecke Nr. 6 verbindet, kombiniert
ist. Beispiele einzelner divalenter Verbindungseinheiten sind CH
2, CH
2, CH
2-CH
2, CH=CH, O,
NH, N(C
1-C
6 Alkyl),
N=CH, N=C(C
1-C
6 Alkyl),
C(O), O-C(O), C(O)-O, CH(OH), NH-C(O) und N(C
1-C
6 Alkyl)-C(O);
ist
R
3, wenn nicht mit irgendeinem R
8 kombiniert, entweder H, C
1-C
6 Alkyl oder C
1-C
6 Alkoxy;
ist R
4 entweder
H, OH, oder C
1-C
6 Alkoxy,
oder ist mit R
5 kombiniert;
ist R
5 entweder mit R
4 kombiniert,
oder H, OH, C
1-C
6 Alkoxy,
Amino, Mono(C
1-C
6 alkyl)amino,
Di(C
1-C
6 alkyl)amino,
oder CH
2OR
9, wobei:
R
9 H, C
1-C
6 Alkyl, ein aromatischer carbocyclischer
Rest, ein aromatischer heterocyclischer Rest, ein aromatischer carbocyclischer
Alkylrest, ein aromatischer heterocyclischer Alkylrest, oder ein
solcher Rest ist, welcher mit einem oder mehreren Elementen aus
der Gruppe bestehend aus C
1-C
3 Alkyl,
C
1-C
3 Alkoxy, Hydroxy,
Halogen, Amino, Alkylamino, Dialkylamino und Methylendioxy substituiert
ist;
ist R
6 entweder H oder CH
2OR
9;
bilden
R
4 und R
5, wenn
miteinander kombiniert, ein Element aus, welches aus der Gruppe
bestehend aus
ausgewählt ist, wobei:
R
10 entweder O, NH oder N(C
1-C
6 Alkyl) ist;
R
11 entweder
O, NH oder N(C
1-C
6 Alkyl)
ist;
R
12 entweder H oder C
1-C
6 Alkyl ist, und wenn zwei oder mehrere R
12-Reste in einer einzelnen Verbindung vorhanden
sind, sind derartige R
12-Reste gleich oder
verschieden;
p 1, 2, oder 3 ist; und
q 1 oder 2 ist; und
ist
R
7, wenn nicht mit irgendeinem R
8 kombiniert, entweder H, C
1-C
6 Alkyl oder C
1-C
6 Alkoxy.
-
Innerhalb
des Umfangs der Formel I sind bestimmte Unterklassen bevorzugt.
Eine von diesen ist die Unterklasse, in welcher R2 (CHR8)n-m oder Cn-mHR8 2(n-m)-3 ist,
und R3 H, C1-C6 Alkyl oder C1-C6 Alkoxy ist. Eine weitere ist die Unterklasse,
in welcher R2 (CHR8)n-m oder Cn-mHR8 2(n-m)-3 ist, und
ein R8 entweder mit R3 oder
mit R7 unter Ausbildung einer Einfachbindung,
welche die Ringecken 2 und 3' verbindet,
oder unter Ausbildung einer einzelnen divalenten Verbindungseinheit,
welche die Ringecken 2 und 3' verbindet,
kombiniert ist, wobei CH2, CH2-CH2, CH=CH, O, NH, N(C1-C6 Alkyl), N=CH, N=C(C1-C6 Alkyl), C(O), O-C(O), C(O)-O, CH(OH), NH-C(O)
und N(C1-C6 Alkyl)-C(O)
die Verbindungseinheit darstellen. Eine bevorzugte Unterklasse von
R2 stellen CHR8-CH2-CH2-CH2 und
CHR8-CH2-CH2-CH2-CH2 dar.
Eine bevorzugte Unterklasse von Verbindungseinheiten stellen CH2, CH2-CH2, CH=CH, O, NH, C(O) und CH(OH) dar. Eine
weitere bevorzugte Unterklasse stellen CH2,
O, NH, C(O) und CH(OH) dar.
-
Werden
R
4 und R
5 miteinander
kombiniert, so stellen H und CH
3 eine bevorzugte
Unterklasse für
R
12 dar, und bevorzugte Gruppen, welche
die Kombination von R
4 und R
5 darstellen,
sind:
-
In
diesen Gruppen sind R10 und R11 beide
bevorzugt O, und p ist 1 oder 2. Weiterhin sind auch jene Unterklassen
bevorzugt, in welchen m null ist.
-
Eine
weitere Klasse von Verbindungen, welche zur Ausführung der Erfindung von Nutzen
sind, sind jene der Formel II:
-
In
Formel II:
ist R
21 entweder H, Halogen
oder CF
3;
sind R
22 und
R
23 entweder beide H, oder sind unter Ausbildung
einer Doppelbindung, welche die Ringecken 3 und 4 verbrückt, miteinander
kombiniert;
ist R
24 entweder H, C
1-C
6 Alkyl, C
5-C
7 Cycloalkyl,
C
5-C
7 Cycloalkenyl,
Ph, CH
2Ph, CH
2SCH
2Ph, CH
2X, CHX
2, CH
2SCH
2CF
3, CH
2SCH
2CH-CH
2, oder
und ist R
25 ein
Element, welches aus der Gruppe bestehend aus H und C
1-C
6 Alkyl ausgewählt ist.
-
Innerhalb
des Umfangs der Formel II sind bestimmte Unterklassen bevorzugt.
Eine von diesen ist die Unterklasse, in welcher R
21 Cl
oder CF
3 ist, wobei Cl bevorzugt ist. Eine
weitere ist die Unterklasse, in welcher alle X-Reste Cl sind. Noch
eine weitere ist die Unterklasse, in welcher R
22 und
R
23 beide H sind. Eine bevorzugte Unterklasse
von R
24 ist jene, welche CH
2Ph,
CH
2SCH
2Ph und
umfasst.
-
Bevorzugte
Verbindungen innerhalb des Umfangs der Formel II sind jene, in welchen
R24 entweder C5-C7 Cycloalkyl, C5-C7 Cycloalkenyl oder Ph („Ph" bezeichnet eine Phenylgruppe) ist.
Andere bevorzugte Verbindungen dieser Gruppe sind jene, in welchen
R21 Halogen ist, R22 H
ist, R23 H ist und R25 H
ist. Bevorzugte Substituenten für
R24 sind Cyclohexyl, Cyclohexenyl und Phenyl.
-
Die
nachstehenden Verbindungen 1 bis 25 stellen Beispiele für Verbindungen
dar, welche innerhalb des Umfangs der Formel I liegen:
-
Die
nachstehenden Verbindungen 26 bis 40 stellen Verbindungen dar, welche
innerhalb des Umfangs der Formel II liegen:
-
Eine
besonders bevorzugte Verbindung ist Verbindung CX516, 1-(Chinoxalin-6-ylcarbonyl)piperidin, welche
die nachfolgende Struktur besitzt:
-
In
einer anderen Ausführungsform
ist das Ampakin eine Verbindung der Formel III:
wobei:
R
1 Sauerstoff
oder Schwefel ist;
R
2 und R
3 unabhängig
voneinander aus der Gruppe bestehend aus -N=, -CR= und -CX= ausgewählt sind;
M
=N oder =CR
4- ist, wobei R
4 und
R
8 unabhängig
voneinander R sind, oder gemeinsam eine einzelne Verbindungseinheit,
welche M und die Ringecke 2' verbindet,
ausbilden, und die Verbindungseinheit ein Element darstellt, welches
aus der Gruppe bestehend aus einer Einfachbindung, -CR
2-,
-CR=CR-, -C(O)-, -O-, -S(O)
y, -NR- und -N=
ausgewählt
ist;
R
5 und R
7 unabhängig voneinander
aus der Gruppe bestehend aus -(C
2)
n-, -C(O)-, -CR=CR-, -CR=CX-, -C(RX)-, -CX
2-, -S- und -O- ausgewählt sind; und
R
6 aus der Gruppe bestehend aus -(CR
2)
m-, -C(O)-, -CR=CR-,
-C(RX)-, -CR
2-, -S- und -O- ausgewählt ist,
wobei
X -Br, -Cl, -F, -CN, -NO
2, -OR,
-SR, -NR
2, -C(O)R-, -CO
2R
oder -CONR
2 ist; und
R Wasserstoff,
ein verzweigtes oder unverzweigtes C
1-C
6 Alkyl, welches unsubstituiert oder mit
einer oder mehreren oben als X definierten funktionellen Gruppen
substituiert sein kann, oder Aryl ist, welches unsubstituiert oder
mit einer oder mehreren oben als X definierten funktionellen Gruppen
substituiert sein kann;
m und p unabhängig voneinander 0 oder 1 sind;
n
und y unabhängig
voneinander 0, 1 oder 2 sind.
-
Bevorzugte
Ausführungsformen
umfassen:
-
1. Herstellung von Verbindungen
der Formel I
-
Die
oben beschriebenen Verbindungen werden mittels herkömmlicher
Verfahren hergestellt, welche einem Fachmann der synthetisch-organischen
Chemie bekannt sind. Bestimmte Verbindungen der Formel I werden
zum Beispiel aus einer entsprechend substituierten Benzoesäure hergestellt,
indem die Säure
unter Bedingungen, welche zur Aktivierung der Carboxygruppe für die Bildung
eines Amids geeignet sind, umgesetzt wird. Dies wird zum Beispiel
durch Aktivierung der Säure
mittels Carbonyldiimidazol, oder mittels eines Chlorierungsmittels
wie beispielsweise Thionylchlorid oder Oxalylchlorid, mit welchem
das korrespondierende Benzoylchlorid erhalten wird, bewirkt. Die
aktivierte Säure
wird anschließend
unter Bedingungen, welche zur Herstellung des gewünschten
Imids oder Amids geeignet sind, mit einer stickstoffhaltigen heterocyclischen
Verbindung in Kontakt gebracht. Alternativ wird die substituierte
Benzoesäure
durch Inkontaktbringen mit mindestens zwei Äquivalenten einer Base, wie
beispielsweise Triethylamin, in einem inerten Lösungsmittel, wie beispielsweise
Methylenchlorid oder alkoholfreiem Chloroform, ionisiert, und die
ionisierte Benzoesäure
kann anschließend
mit Pivaloylchlorid oder einem reaktiven Carbonsäureanhydrid, wie beispielsweise
Trifluoressigsäureanhydrid
oder Trichloressigsäureanhydrid,
umgesetzt werden, um ein gemischtes Anhydrid zu bilden. Zur Herstellung
des gewünschten
Imids oder Amids wird das gemischte Anhydrid anschließend mit
einer stickstoffhaltigen heterocyclischen Verbindung in Kontakt
gebracht.
-
Eine
weitere Alternative zu diesen Verfahren, welche für einige
der Verbindungen der Formel I geeignet sind, ist das Inkontaktbringen
des entsprechend ausgewählten
3,4-(Alkylendihetero)benzaldehyds mit Ammoniak, um ein Imin zu bilden,
und anschließendes
Inkontaktbringen des Imins mit Benzoyloxycarbonylchlorid, um das
Benzoyloxycarbonylimin zu bilden. Geeignete 3,4-(Alkylendihetero)-benzaldehyde
umfassen 3,4-(Methylendioxy)benzaldehyd, 3,4-(Ethylendioxy)-benzaldehyd,
3,4-(Propylendioxy)benzaldehyd,
3,4-(Ethylidendioxy)benzaldehyd, 3,4-(Propylendithio)benzaldehyd,
3,4-(Ethylidendithio)benzaldehyd, 5-Benzimidazolcarboxaldehyd und
6-Chinoxalincarboxaldehyd. Das Benzoyloxycarbonylimin wird anschließend mit
einem einfachen konjugierten Dien, wie beispielsweise Butadien,
unter den Bedingungen einer Cycloadditionsreaktion, und anschließend mit
einer Lewis-Säure
unter Bedingungen, welche für
eine Friedel-Crafts-Acylierung geeignet sind, in Kontakt gebracht.
Beispiele geeigneter konjugierter Diene umfassen Butadien, 1,3-Pentadien
und Isopren, und Beispiele geeigneter Lewis-Säuren umfassen AlCl3 und
ZnCl2.
-
Wiederum
weitere, unter Formel I fallende Verbindungen werden ausgehend von
2,3-Dihydroxynaphthalin
hergestellt. Dieses Ausgangsmaterial wird mit 1,2-Dibromethan in
Gegenwart einer Base umgesetzt, um ein Ethylendioxyderivat von Naphthalin
zu erzeugen, welches anschließend
mit einem Oxidationsmittel, wie beispielsweise Kaliumpermanganat,
umgesetzt wird, um 4,5-Ethylendioxyphthaldehydsäure zu erzeugen. Letztere wird
mit wasserfreiem Ammoniak in Kontakt gebracht, um ein Imin zu bilden,
welches anschließend mit
einem geeigneten Carbonyl-aktivierenden Mittel, wie beispielsweise
Dicyclohexylcarbodiimid, unter Cyclisierungsbedingungen behandelt
wird, um ein Acylimin zu bilden. Das Acylimin wird anschließend mit
einem einfachen konjugierten Dien umgesetzt, um eine Cycloaddition
zu bewirken.
-
Wiederum
weitere, unter Formel I fallende Verbindungen werden zur Bildung
einer Etherbindung durch Inkontaktbringen einer α-Halogentoluolsäure mit
mindestens zwei Äquivalenten
eines Alkalisalzes eines niedrigen Alkohols gemäß der Williamson'schen Ethersynthese
hergestellt. Um eine Carboxamidbindung zu erhalten, wird die resultierende
Alkoxymethylbenzoesäure
mittels Carbonyldiimidazol, Thionylchlorid, Dicyclohexylcarbodiimid,
oder einem beliebigen anderen geeigneten Aktivierungsmittel aktiviert
und mit einem geeigneten Amin umgesetzt.
-
Alternativ
zum Schema des vorhergehenden Abschnittes wird ein formylsubstituiertes
aromatisches Carboxamid durch Aktivierung einer entsprechenden Ausgangssäure mit
einem tertiären
Amin (zum Beispiel Triethylamin) plus einem Säurechlorid (zum Beispiel Pivaloylchlorid)
hergestellt, um ein für
die Kupplung an ein geeignetes Amin gemischtes Anhydrid zu erzeugen.
Die Formylgruppe wird anschließend
mit einem geeigneten Reduktionsmittel, wie beispielsweise Natriumborhydrid,
zu einem Alkohol reduziert. Der Alkohol wird anschließend in
eine Abgangsgruppe umgewandelt, welche mit dem Alkalisalz eines
Alkohols austauschbar ist. Die Abgangsgruppe kann durch Reagenzien
wie beispielsweise Thionylchlorid, Thionylbromid, Mineralsäuren wie
beispielsweise Chlorwasserstoff-, Bromwasserstoff- oder Iodwasserstoffsäuren, oder
durch gemeinsames Einwirken eines tertiären Amins plus eines entweder
geeigneten Sulfonsäureanhydrids
oder eines geeigneten Sulfonylhalogenids erzeugt werden. Alternativ
wird der Alkohol durch Entfernen des Protons aktiviert. Dies wird
durch Einwirken einer starken Base, wie beispielsweise Natriumhydrid,
in einem aprotischen Lösungsmittel,
wie beispielsweise Dimethylformamid, erzielt. Zur Erzeugung der
gewünschten
Etherbindung wird das resultierende Alkoxid anschließend mit
einem geeigneten Alkylhalogenid oder mit einer anderen Alkylverbindung
mit geeigneter Abgangsgruppe umgesetzt.
-
Kondensierte
Ringstrukturen wie beispielsweise jene, in welchen R3 und
einer der R8-Reste der Formel I unter Ausbildung
einer einzelnen Verbindungsgruppe, welche die Kohlenstoffatome 2
und 3' verbrückt, kombiniert
sind, können
auf folgende Art und Weise synthetisiert werden. Die Carboxylgruppe
einer entsprechend substituierten Salicylsäure wird mit Carbonyldiimidazol
in Dichlormethan, Chloroform, Tetrahydrofuran, oder einem anderen
wasserfreien Lösungsmittel
aktiviert. Anschließend
wird ein Aminoalkylacetal, wie beispielsweise H2N(CH2)3CH(OCH2CH3)2,
hinzugefügt.
Das resultierende Amid wird mit einer Aryl- oder Alkylsulfonsäure, Trifluoressigsäure, oder
einer anderen starken Säure
in einem Lösungsmittel
geringer Basizität,
wie beispielsweise Chloroform oder Dichlormethan, behandelt, um
das Acetal zu spalten und die aldehydische Zwischenstufe mit dem
Amid-Stickstoff sowie dem phenolischen Sauerstoff zu cyclisieren.
-
Die
Verfahren und Reaktionsbedingungen für jede der einzelnen Reaktionen
in all diesen Reaktionsschemata liegen klar innerhalb der routinemäßigen Fertigkeiten
des Synthesechemikers, und sind für diesen leicht ersichtlich.
-
2. Herstellung
von Verbindungen der Formel II
-
Verbindungen
der Formel II und Verfahren zu deren Herstellung sind in der Literatur
beschrieben. Diese Verfahren liegen innerhalb der routinemäßigen Fertigkeiten
des Synthesechemikers. Die Herstellung von Verbindungen wie beispielsweise
Bendroflumethiazid ist zum Beispiel von Goldberg (Squibb) in U.S.
Patent Nr. 3,265,573 (1966) beschrieben. Die Herstellung von Verbindungen
wie beispielsweise Benzthiazid, Epithiazid, Methalthiazid und Polythiazid
ist von McManus (Pfizer), U.S.
-
Patent
Nr. 3,009,911 (1961), beschrieben. Die Herstellung von Buthiazid
ist in den U.K. Patenten Nr. 861,367 und 885,078 (Ciba, 1961) beschrieben.
Die Herstellung von Chlorthiazid ist von Hinkley (Merck & Co.), U.S. Patente
Nr. 2,809,194 (1957) und 2,937,169 (1960), beschrieben. Die Herstellung
von Hydrochlorthiazid ist von Novello (Merck & Co.), U.S. Patent Nr. 3,025,292
(1962), von de Stevens und Werner (Ciba), U.S. Patent Nr. 3,163,645
(1964), sowie von Irons et al. (Merck & Co.), U.S. Patent Nr. 3,164,588
(1965), beschrieben. Die Herstellung von Hydroflumethiazid ist von
Lund et al. (Lövens),
U.S. Patent Nr. 3,254,076 (1966), beschrieben. Die Herstellung von
Methylclothiazid ist von Close et al., 1960, J. Am. Chem. Soc.,
82: 1132, beschrieben. Die Herstellung von Trichlormethiazid ist
von de Stevens et al., 1960, Experientia, 16: 113, beschrieben.
-
3. Durchmustern
von Verbindungen
-
Es
hat sich gezeigt, dass eine Reihe von Verbindungen, welche der oben
beschriebenen Klasse angehören,
eine Hochregulierung der glutamatergen Übertragung bewirken, indem
sie das Liganden-AMPA-Rezeptorkomplex-aktivierte Öffnen und
Schließen
von Ionenkanälen
(Ionen-Gating) erhöhen.
Staubli, U. et al., 1994a, Proc. Nat. Acad. Sci. U.S.A., 91: 777-781;
Staubli, U. et al., 1994b, Proc. Nat. Acad. Sci. U.S.A., 91: 11158-11162;
Arai, A. et al., 1994, Brain Res., 638: 343-346; Granger, R. et
al., 1993, Synapse, 15: 326-329; auf welche allesamt Bezug genommen
wird. Diese Verbindungen überwinden
die Blut-Hirn-Schranke schnell (Staubli, U. et al., 1994b) und erhöhen die
EPSPe in sich frei bewegenden Ratten (Staubli, U. et al., 1994a). Experimente
an Tieren zeigen, dass diese zentral wirkenden Modulatoren das Gedächtnis sowohl
in Rattenmodellen (Granger, R. et al., 1993; Staubli, U. et al.,
1994a) als auch in menschlichen Modellen (Lynch et al., 1996, Internat.
Clinical Psychopharmacology 11: 13; Ingvar et al., 1997, Exp. Neurol.
146: 553-559) verbessern.
-
Sobald
sie einmal hergestellt sind, werden die erfindungsgemäßen Verbindungen
auf ihre Fähigkeit hin,
die Aktivität
der natürlichen
Stimulatoren von AMPA-Rezeptoren, insbesondere durch Verstärkung exzitatorischer
synaptischer Antworten, zu verstärken
(hochzuregulieren), durchmustert. Eine Vielzahl anerkannter Tests
wird für
die Bestimmung verwendet, ob eine vorgegebene Verbindung einen Modulator darstellt,
welcher eine Hochregulierung des AMPA-Rezeptors bewirkt. Das wichtigste
Nachweisverfahren ist die Messung der Vergrößerung des exzitatorischen
postsynaptischen Potenzials (EPSP) in in vitro-Gehirnschnitten,
wie beispielsweise in hippocampalen Gehirnschnitten von Ratten.
-
In
Experimenten dieser Art werden Hippocampusschnitte aus einem Säuger, wie
beispielsweise einer Ratte, unter Verwendung üblicher Verfahren präpariert
und in einer Interfacekammer gehalten. Feld-EPSPe werden im Stratum
radiatum der Region CA1b aufgenommen und durch einzelne Stimulierungspulse
ausgelöst,
welche alle 20 Sekunden an eine bipolare, in den kommissuralen Schaffer-Projektionen positionierte
Elektrode abgegeben werden (siehe Granger, R. et al., Synapse, 15:
326-329, 1993; Staubli, U. et al., 1994a, Proc. Nat. Acad. Sci.,
91: 777-781; und
Staubli, V. et al., 1994b, Proc. Nat. Acad. Sci., 91: 11158-11162;
Arai, A. et al., 1994, Brain Res., 638: 343-346; Arai, A. of al., „Effects
of a centrally active drug on AMPA receptor kinetics", eingereicht). Die
Wellenform eines normalen EPSP setzt sich zusammen aus einem AMPA-Bestandteil,
welcher in depolarisierender Richtung eine relativ schnelle Anstiegszeit
besitzt (∼ 5-10
msec) und innerhalb von 20 msec abfällt, einem NMDA-Bestandteil
(langsame Anstiegszeit von 30-40 msec und langsamer Abfall innerhalb
von ∼ 40-70
msec) (der NMDA-Anteil tritt in normalem oder künstlichem CSF (cerebrospinale
Flüssigkeit)-Medium
aufgrund des Spannungsbedarfs für
eine Aktivierung des NMDA-Rezeptorkanals nicht in Erscheinung; in
einem Niedrig-Magnesium-Medium kann ein NMDA-Bestandteil jedoch auftreten), und einem GABA
(Gamma-Aminobuttersäure)-Bestandteil, welcher
in entgegen gesetzter (hyperpolarisierender) Richtung auftritt wie
die glutamatergen (AMPA und NMDA) Bestandteile und einen zeitlichen
Verlauf mit einer Anstiegszeit von ∼ 10-20 msec und einem sehr langsamen
Abfall (∼ 50-100 msec oder mehr)
aufweist.
-
Die
unterschiedlichen Bestandteile werden getrennt voneinander gemessen,
um die Wirkung eines mutmaßlichen
AMPA-Rezeptor-verstärkenden
Mittels zu bestimmen. Dies wird durch Zugabe von Mitteln bewirkt,
welche die unerwünschten
Bestandteile blockieren, so dass die detektierbaren Antworten im
Wesentlichen lediglich AMPA-Antworten
sind. Um zum Beispiel AMPA-Antworten zu messen, werden dem Schnitt
ein NMDA-Rezeptor-Blocker (z. B. AP-5 oder andere aus dem Stand
der Technik bekannte NMDA-Blocker) und/oder ein GABA-Blocker (z.
B. Picrotoxin oder andere aus dem Stand der Technik bekannte GABA-Blocker) hinzugefügt. Um eine
epileptiforme Aktivität
in den GABA-blockierten Schnitten zu verhindern, können bekannte
Mittel wie beispielsweise Tetrodotoxin verwendet werden.
-
AMPA-Modulatoren,
welche eine Hochregulierung bewirken und in der vorliegenden Erfindung
von Nutzen sind, sind Substanzen, welche als Antwort auf eine glutamaterge
Stimulierung einen erhöhten
Ionenfluss durch die Kanäle
des AMPA-Rezeptorkomplexes
verursachen. Ein erhöhter
Ionenfluss wird typischerweise mittels einem oder mehrerer der nachfolgenden
nicht-beschränkenden
Parameter gemessen: eine mindestens 10%ige Erhöhung der Abfallszeit, Amplitude
der Wellenform und/oder Fläche
unter der Kurve der Wellenform, und/oder eine mindestens 10%ige
Verringerung der Anstiegszeit der Wellenform, wie zum Beispiel in Präparaten,
welche zum Blockieren von NMDA- und GABA-Bestandteilen behandelt
werden. Die Erhöhung oder
Verringerung beträgt
vorzugsweise mindestens 25-50%, am stärksten bevorzugt beträgt sie mindestens 100%.
Wie der erhöhte
Ionenfluss zustande kommt (z. B. eine erhöhte Amplitude oder eine erhöhte Abfallszeit),
ist von sekundärer
Bedeutung. Eine Hochregulierung spiegelt erhöhte Ionenflüsse durch die AMPA-Kanäle wider,
wie auch immer dies bewirkt wird.
-
Ein
zusätzliches
und genaueres Nachweisverfahren ist jenes der exzidierten Flecken,
d. h. Membranflecken, welche aus kultivierten hippocampalen Schnitten
exzidiert werden. Die Verfahren sind in Arai et al., 1994 beschrieben.
Flecken in der Außenseite-Außen-Konfiguration
(Outside-Out-Patches) werden aus hippocampalen Pyramidenneuronen
erhalten und an eine Aufzeichnungskammer übertragen. Es werden Glutamatpulse
zugeführt,
und die Daten mittels eines Fleckklemmenverstärkers (Patch-Clamp-Verstärkers) gesammelt und
digitalisiert (Arai et al., 1994). Da dem Fleck kein GABA zugeführt wird,
werden keine GABAergen Ströme ausgelöst. Beliebige
NMDA-Ströme
werden wie oben beschrieben blockiert (z. B. mittels AP-5).
-
Die
zentrale Wirkung eines Arzneimittels kann durch Messung von Feld-EPSPe
in Tieren mit einem bestimmten Verhalten (siehe Staubli et al.,
1994a) überprüft werden,
wobei der zeitliche Verlauf der Biodistribution mittels Injektion
und anschließender
Quantifizierung der Arzneimittelspiegel in verschiedenen Gewebeproben
ermittelt werden kann. Die Quantifizierung erfolgt mittels Verfahren,
welche dem Fachmann bekannt sind und in Abhängigkeit von der chemischen
Beschaffenheit des Arzneimittels variieren.
-
C. Andere Verbindungen
-
Die
oben beschriebenen Klassen und Arten von Verbindungen repräsentieren
lediglich ein Beispiel für glutamaterge
Verbindungen, welche gemäß der vorliegenden
Erfindung zur Behandlung von Schizophrenie verwendet werden können. Die
durch die vorliegende Erfindung bereitgestellten Behandlungen sind
nicht auf die oben beschriebenen Verbindungen beschränkt. Die
vorliegende Erfindung umfasst auch die Verabreichung anderer Verbindungen,
welche die Stimulierung von α-Amino-3-hydroxy-5-methyl-isoxazol-4-propionsäure („AMPA")-Rezeptoren in einem Subjekt verstärken, wobei
die Verstärkung
ausreichend ist, um die Symptome von Schizophrenie abzuschwächen. Beispiele
für derartige
andere AMPA-selektive Verbindungen umfassen 7-Chlor-3-methyl-3,4-dihydro-2H-1,2,4-benzothiadiazin-S,S-dioxid,
wie von Zivkovic et al., 1995, J. Pharmacol. Exp. Therap., 272:
300-309; Thompson et al., 1995, Proc. Nat. Acad. Sci. U.S.A., 92:
7667-7671, beschrieben.
-
Die
Verfahren der vorliegenden Erfindung umfassen auch die Verabreichung
antipsychotischer Medikationen. Antipsychotische Medikationen (dieser
Begriff und der Begriff Neuroleptika werden austauschbar verwendet)
stellen eine Klasse von Verbindungen dar, welche Haloperidol und
atypische Mitglieder, wie beispielsweise Clozapin, Olanzapin und
Risperidon, umfassen. Chiodo et al. (1983), „Typical and atypical neuroleptics:
differential effects of chronic administration on the activity of
A-9 and A-10 midbrain dopaminergic neurons", J. Neurosci. 3: 1607-1609; Ljungberg
et al. (1978), „Classification
of neuroleptic drugs according to their ability to inhibit apomorphine-induced
locomotion and gnawing: evidence for two different mechanisms of
action", Psychopharmacology
56: 239-247; Lynch et al. (1988), „Sensitization of chronic
neuroleptic behavioral effects",
Biol. Psychiatry 24: 950-951; Rupniak et al. (1985), „Mesolimbic
dopamine function is not altered during continuous chronic treatment
of rats with typical or atypical neuroleptic drugs", J. Neural.
-
Transm.
62: 249-266; Sayers et al. (1975), „Neuroleptic-induced hypersensitivity
of striatal dopamine receptors in the rat as a model of tardive
dyskinesia. Effects of clozapine, haloperidol, loxapine and chloropromazine", Psychopharmacologia
41: 97-104; Titeler et al. (1980), „Radioreceptor labeling of
pre- and post-synaptic receptors",
in Cattabeni et al. (Hrgs.), „Long-term
effects of neuroleptics",
Raven Press, New York, Adv. Biochem. Psychopharmacol. 24: 159166;
Wyatt, R.J. (1976), Biochemistry and schizophrenia (part IV): the neuroleptics – their
mechanism of action: A review of the biochemical literature, Psychopharmacol.
Bull. 12: 5-50.
-
D. Subjektauswahl
-
Subjekte,
welche in Übereinstimmung
mit dieser Erfindung für
eine Behandlung vorgesehen sind, umfassen Menschen, Labortiere und
Haustiere. Insbesondere sind menschliche Subjekte Individuen, welche Symptome
von Schizophrenie oder schizophreniformer Störungen oder schizoaffektiver
Störungen
oder wahnhafter Störungen
oder kurzer psychotischer Störungen
oder psychotischer Störungen
infolge eines allgemeinen medizinischen Zustandes oder psychotischer
Störungen,
welche nicht anderweitig spezifiziert sind, aufweisen, wie sie im
Diagnostischen und Statistischen Handbuch Psychischer Störungen,
dritte Ausgabe (DSMIV), definiert sind.
-
E. Verabreichung von Verbindungen
-
Die
Verbindungen dieser Erfindung werden für eine therapeutische Verabreichung
in eine Vielzahl von Formulierungen eingebracht. Beispiele sind
Kapseln, Tabletten, Sirups, Zäpfchen,
sowie verschiedene injizierbare Formen. Die Verabreichung der Verbindungen
wird auf verschiedene Arten bewirkt, umfassend orale, bukkale, rektale,
parenterale, intraperitoneale, intradermale, transdermale, etc.
Verabreichung. Bevorzugte Formulierungen der Verbindungen sind orale
Zubereitungen, insbesondere Kapseln oder Tabletten.
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F. Dosierung
-
Die
oben beschriebenen Verbindungen und/oder Zusammensetzungen werden
in einer Dosierung verabreicht, welche die Symptome von Schizophrenie
und damit in Beziehung stehender Störungen (siehe oben) in Subjekten,
die an diesen Störungen
leiden, abschwächen,
während
gleichzeitig jegliche Nebenwirkungen minimiert werden. Es ist vorgesehen,
dass die Zusammensetzung unter Aufsicht eines Arztes erhalten und
verwendet wird.
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Typische
Dosierungen für
eine systemische Ampakin-Verabreichung liegen pro Verabreichung
im Bereich von etwa 0.1 bis etwa 1000 Milligramm pro kg Körpergewicht
des Subjektes. Eine typische Dosierung kann eine 10-500 mg Tablette
sein, welche einmal pro Tag eingenommen wird, oder kann eine Kapsel
oder Tablette mit verzögerter
Freisetzung sein, welche einmal pro Tag eingenommen wird und einen
anteilsmäßig höheren Gehalt
an Wirkstoff enthält.
Die Wirkung mit verzögerter
Freisetzung kann mittels Kapselmaterialien, welche sich bei verschiedenen
pH-Werten auflösen,
mittels Kapseln, welche unter osmotischem Druck eine langsame Freisetzung
bewirken, oder mittels beliebigen anderen bekannten Mitteln für eine kontrollierte
Freisetzung erzielt werden.
-
Die
Dosierungen können
als Funktion der spezifischen Verbindung, der Schwere der Symptome,
sowie der Anfälligkeit
des Subjekts für
Nebenwirkungen variieren. Einige der spezifischen Verbindungen,
welche glutamaterge Rezeptoren stimulieren, sind stärker wirksam
als andere. Bevorzugte Dosierungen für eine vorgegebene Verbindung
sind von einem Fachmann durch eine Vielzahl an Mitteln leicht bestimmbar.
Ein bevorzugtes Mittel ist die Messung der physiologischen Wirksamkeit
einer vorgegebenen, für
die Verabreichung in Frage kommenden Verbindung mittels des Verfahrens
von Davis et al. (1996), welches bei Behavioral Neuroscience eingereicht
wurde. Kurz gesagt werden exzidierte Flecken und exzitatorische
synaptische Antworten in Gegenwart verschiedener Konzentrationen
von Testverbindungen gemessen, und die Unterschiede im Ansprechverhalten
auf die Dosierungsstärke
aufgenommen und verglichen. Davis et al. fanden heraus, dass eine spezifische,
als BDP-20 bezeichnete Verbindung in einer Vielzahl von Verhaltenstests
(exploratorische Aktivität,
Leistungsgeschwindigkeit) und physischen Tests (exzidierte Flecken
und exzitatorische synaptische Antworten) eine etwa zehnmal stärkere Wirkung
besaß als
eine andere, als BDP-12 bezeichnete Verbindung. Die relative physiologische
Wirksamkeit stellte ein genaues Maß für deren Verhaltenswirksamkeit
dar. Somit können
exzidierte Flecken und exzitatorische synaptische Antworten dazu
verwendet werden, die relative physiologische Wirksamkeit (und Verhaltenswirksamkeit)
einer vorgegebenen Verbindung bezüglich eines bekannten Standards
zu messen.
-
Glutamaterge
Verbindungen für
die Behandlung von Schizophrenie können eine Halbwertszeit von weniger
als 10 Minuten bis hin zu mehr als 2 Stunden aufweisen. In einigen
Ausführungsformen
weist die Verbindung vorzugsweise einen schnellen Wirkungseintritt
und eine kurze Eliminationshalbwertszeit (≤ 90 min) auf.
-
In
der vorliegenden Erfindung werden die Ampakine typischerweise zusammen
mit antipsychotischen Verbindungen verabreicht. Obwohl die antipsychotischen
Arzneimittel in ihrem normalen therapeutischen Bereich wirksam sind,
werden die Verbindungen vorzugsweise nahe an oder in subtherapeutischen
Dosen verabreicht, d. h. in Dosen, welche geringer sind als die
Dosen, die typischerweise für
eine Verabreichung des Antipsychotikums an sich zur Behandlung von
Störungen
wie beispielsweise Schizophrenie verwendet werden. Siehe z. B. U.S.
Patent Nr. 5,602,150. Der Bereich therapeutisch wirksamer Dosen
für Säugersubjekte kann
in Abhängigkeit
vom jeweils verabreichten Neuroleptikum, dem Weg der Verabreichung,
dem Dosierungsschema und der Dosierungsform, sowie allgemeinem und
spezifischem Ansprechen auf das Arzneimittel von etwa 0.1 bis etwa
2000 mg pro Kilogramm Körpergewicht
pro Tag reichen, oder bevorzugt zwischen etwa 1 mg/kg und etwa 500
mg/kg Körpergewicht
pro Tag, stärker
bevorzugt zwischen etwa 10 mg/kg und etwa 250 mg/kg liegen. Der
Einfachheit halber kann, sofern dies erwünscht ist, die tägliche Gesamtdosis
unterteilt und über
den Tag hinweg in Anteilen verabreicht werden. Die therapeutisch
wirksame Dosis der an erwachsene menschliche Patienten verabreichten
antipsychotischen Arzneimittel hängt
auch vom Weg der Verabreichung, dem Alter, dem Gewicht und dem Zustand
des Individuums ab. Einige Patienten, welche nicht auf ein Arzneimittel
ansprechen, können
auf ein anderes ansprechen, und aus diesem Grund müssen möglicherweise
mehrere Arzneimittel erprobt werden, um das für einen einzelnen Patienten
am stärksten
wirksame Arzneimittel zu ermitteln. Einige therapeutische Dosen
sind nachstehend dargestellt:
| ANTIPSYCHOTIKUM | EMPFOHLENER
THERAPEUTISCHER |
| | DOSIERUNGSBEREICH |
| | (mg/kg
Körpergewicht) |
| Chlorpromazin
(Thorazin) | 100-1000 |
| Thioridazin
(Mellaril) | 100-800 |
| Mesoridazin
(Lidanar, Serentil) | 50-400 |
| Piperacetazin
(Quide) | 20-160 |
| Trifluoperazin
(Stelazin) | 5-60 |
| Perphenazin
(Trilafon) | 8-64 |
| Fluphenazin
(Permitil, Prolixin) | 2-20 |
| Thiothixen
(Navan) | 2-120 |
| Haloperidol
(Haldol) | 2-20 |
| Loxapin
(Loxitan) | 20-160 |
| Molindon
(Lidon, Moban) | 20-200 |
| Clozapin
(Clozaril) | 25-400 |
-
BEISPIELE
-
Die
nachfolgenden Beispiele werden lediglich für veranschaulichende Zwecke
vorgelegt und sollten nicht dahingehend interpretiert werden, dass
sie die Erfindung auf irgendeine Weise beschränken. Ein Durchschnittsfachmann
in Kenntnis dieser Erfindung und dem Stand der Technik wird auf
einfache Weise andere Subjekte, andere Störungen und andere glutamaterge
Substanzen in Erwägung
ziehen, welche in den nachfolgenden Beispielen auf einfache Weise
substituiert werden. Die in dieser Offenbarung zitierten Patente
und Publikationen spiegeln auch die Höhe des Standes der Technik
wider, den diese Erfindung betrifft. Der Fachmann wird auf einfache
Weise wahrnehmen, dass das vorangehende Protokoll mit lediglich
geringfügigen
Veränderungen
dazu verwendet werden kann, die anderen Verbindungen der vorliegenden
Erfindung herzustellen.
-
Beispiel 1
-
Physiologische in vitro-Untersuchungen
-
Die
physiologischen Wirkungen von Ampakinen können in vitro an Hippocampusschnitten
von Ratten gemäß dem nachfolgenden
Verfahren untersucht werden. Exzitatorische Antworten (Feld-EPSPe)
werden in hippocampalen Schnitten gemessen, welche in einer Aufzeichnungskammer,
die kontinuierlich mit künstlicher cerebrospinaler
Flüssigkeit
(ACSF) perfundiert wird, gehalten werden. Während eines 15-30 minütigen Intervalls
erfolgt ein Wechsel des Perfusionsmediums zu einem Perfusionsmedium,
welches verschiedene Konzentrationen der Testverbindungen enthält. Antworten,
welche unmittelbar vor und am Ende der Arzneimittelperfusion gesammelt
wurden, wurden übereinander
gelegt, um sowohl die prozentuale Erhöhung der EPSP-Amplitude als
auch die prozentuale Erhöhung
der Breite der Antwort bei halber Peakhöhe (Halbwertsbreite) zu berechnen.
-
Um
diese Tests durchzuführen,
wurde der Hippocampus von anästhesierten,
zwei Monate alten Sprague-Dawley-Ratten entfernt, und es wurden
unter Verwendung üblicher
Verfahren in-vitro-Schnitte (400 Mikrometer dick) präpariert
und in einer Interfacekammer bei 35°C gehalten [siehe zum Beispiel
Dunwiddie und Lynch, J. Physiol. 276: 353-367 (1978)]. Die Kammer
wurde bei 0.5 ml/min gleichmäßig mit
ACSF, welches (in mM) NaCl 124, KCl 3, KH2PO4 1.25, MgSO4 2.5,
CaCl2 3.4, NaHCO3 26,
Glucose 10 und L-Ascorbat 2 enthielt, perfundiert. Eine bipolare,
stimulierende Nichromelektrode wurde in der dendritischen Schicht
(Stratum Radiatum) des hippocampalen CA1-Feldes in der Nähe der Grenze
des CA3-Feldes positioniert.
-
Strompulse
(0.1 ms) der stimulierenden Elektrode aktivieren eine Population
der kommissuralen Schaffer (SC)-Fasern, welche aus Neuronen im CA3-Feld
hervorgehen und in Synapsen auf den Dendriten von CA1-Neuronen enden.
Die Aktivierung dieser Synapsen bewirkt, dass diese den Transmitter
Glutamat freisetzen. Glutamat bindet an die postsynaptischen AMPA-Rezeptoren,
welche anschließend
vorübergehend
einen zugehörigen
Ionenkanal öffnen
und einem Natriumstrom den Eintritt in die postsynaptische Zelle
gestatten. Dieser Strom führt zu
einer Spannung im extrazellulären
Raum (das exzitatorische postsynaptische Feldpotenzial oder Feld-„EPSP"), welche mittels
einer Messelektrode hoher Impedanz, die in der Mitte des Stratum Radiatum
von CA1 positioniert ist, aufgezeichnet wird.
-
Für Experimente,
welche dazu konzipiert sind, die Fähigkeit von Verbindungen zur
Verstärkung
von AMPA-Rezeptorströmen
zu untersuchen, wurde die Intensität des stimulierenden Stroms
derart angepasst, dass halbmaximale EPSPe (typischerweise etwa 1.5-2.0
mV) erzeugt werden. Es wurden alle 40 s gepaarte Stimulierungspulse
mit einem Zwischenpulsintervall von 200 ms (siehe unten) abgegeben.
Die Feld-EPSPe der zweiten Antwort wurden digitalisiert und zur
Bestimmung der Amplitude, der Halbwertsbreite und des Antwortbereichs
analysiert. Waren die Antworten für 15-30 Minuten stabil (Grundlinie),
so wurden den Perfusionsleitungen für einen Zeitraum von etwa 15
Minuten Testverbindungen hinzugefügt. Die Perfusion wurde anschließend auf
normales ACSF zurückgestellt.
-
Es
wurde eine gepaarte Pulsstimulierung verwendet, da die Stimulierung
der SC-Fasern teilweise
eine Aktivierung von Interneuronen bewirkt, welche ein inhibitorisches
postsynaptisches Potenzial (IPSP) in den Pyramidenzellen von CA1
erzeugen. Dieses Vorwärts-IPSP
(Feed Forward-IPSP) setzt typischerweise ein, nachdem das EPSP seinen
Höchstwert
erreicht hat. Es beschleunigt die Repolarisation und verkürzt die
Phase des Abfalls des EPSP, und könnte somit teilweise die Wirkungen
der Testverbindungen überdecken.
Eines der bedeutenden Merkmale des Vorwärts-IPSP (Feed Forward-IPSP)
ist, dass es im Anschluss an einen Stimulierungspuls für mehrere
hundert Millisekunden nicht reaktiviert werden kann. Dieses Phänomen kann
zur Eliminierung des IPSP vorteilhaft eingesetzt werden, indem gepaarte
Pulse, welche durch 200 Millisekunden voneinander getrennt sind,
abgegeben werden, und die zweite („vorbereitete") Antwort für die Datenanalyse
verwendet wird.
-
Das
Feld-EPSP, welches nach Stimulierung von CA3-Axonen im CA1-Feld
aufgezeichnet wird, wird bekanntermaßen durch AMPA-Rezeptoren vermittelt:
die Rezeptoren liegen in den Synapsen vor [Kessler et al., Brain
Res. 560: 337-341 (1991)], wobei Arzneimittel, welche eine selektive
Blockierung des Rezeptors bewirken, eine selektive Blockierung des
Feld-EPSP bewirken [Muller et al., Science, siehe oben]. Aniracetam erhöht die mittlere Öffnungszeit
des AMPA-Rezeptorkanals, und erhöht
damit erwartungsgemäß die Amplitude des
synaptischen Stroms und verlängert
dessen Dauer [Tang et al., Science, siehe oben]. Diese Wirkungen spiegeln
sich im Feld-EPSP wider, wie in der Literatur berichtet wird [siehe
zum Beispiel Staubli et al., Psychobiology siehe oben; Xiao et al.,
Hippocampus, siehe oben; Staubli et al., Hippocampus 2: 49-58 (1992)]. Ähnliche
Ergebnisse wurden für
die vor kurzem offenbarten stabilen Benzamidderivate von Aniracetam
berichtet [Internationale Patentanmeldung mit der Veröffentlichungs-Nr.
WO 94/02475 (PCT/US93/06916) (Lynch und Rogers, Mitglieder des Verwaltungsrats
der Universität
von Kalifornien)].
-
Die
Eigenschaft einer Verbindung, eine Erhöhung der EPSP-Antwort zu bewirken,
stellt eine verlässliche
Vorhersage für
die Fähigkeit
dar, das Gedächtnis
im 8-armigen radialen
Labyrinth (8-Arm Radial Maze)-Test zu verbessern. Darüber hinaus
stellt eine verlässliche
Erhöhung
der Amplitude, nicht jedoch der Halbwertsbreite, der EPSP-Antwort
das Markenzeichen einer Verbindung dar, welche in Tiermodellen für Schizophrenie
wirksam ist. Als nicht-beschränkendes
Beispiel seien die EC50-Werte der durch
CX516 und CX691 bewirkten Erhöhung
der Amplitude des Feld-EPSP angeführt, welche 180 μM bzw. 3 μM betragen.
Die erhöhte Wirksamkeit
im in vitro-Schnittmodell
spiegelt sich in den vergleichbaren Wirksamkeiten bei der Invertierung der
Wirkungen von Methamphetamin in einem Tiermodell für Schizophrenie
wider, wie nachfolgend erörtert wird.
-
Beispiel 2
-
Synergie zwischen
einem allosterischen Verstärker
von AMPA-Rezeptoren und Clozapin in einem Tiermodell für Schizophrenie
-
Die
durch Amphetamin bewirkte Induktion des stereotypen Verhaltens ist
ein wohl bekanntes und weit verbreitetes Tiermodell für Schizophrenie.
Die Logik hierfür
basiert in erster Linie auf zwei miteinander in Beziehung stehenden
Reihen von Befunden:
- 1) Der Missbrauch von
Amphetamin ruft in Menschen bekanntermaßen psychotische Symptome hervor, umfassend
paranoide Gedanken, Wahnvorstellungen, Halluzinationen, sowie stereotypes
zwanghaftes Verhalten;
- 2) Antipsychotische Arzneimittel, welche in der Behandlung menschlicher
Schizophrenie wirksam sind, bewirken : bekanntermaßen auch
eine Abschwächung
des durch Amphetamine induzierten stereotypen Verhaltens in Ratten
-
Befund
Nr. (2) deutet darauf hin, dass ein Amphetamin-induziertes stereotypes
Verhalten in Ratten ein nützliches
Modell für
das Durchmustern potentieller antischizophrener Arzneimittel ist.
Beide Befunde waren maßgeblich
an der Bestätigung
der Hypothese beteiligt, dass psychotische Symptome teilweise auf
eine hyperaktive dopaminerge Übertragung
zurückzuführen sind,
da Amphetamine die Freisetzung von Dopamin verstärken, und typische neuroleptische
Arzneimittel wirksame Dopaminrezeptor-Antagonisten darstellen. Die nachstehend
beschriebenen Experimente verwendeten eine durch Amphetamine induzierte
verstärkte
Bewegungsaktivität
und stereotype Aufrichtaktivität
in Ratten als Modell. Eine veröffentlichte
Quelle für
die Verwendung und Verlässlichkeit
dieses Modells findet sich in: Janssen et al., „Is it possible to predict
the clinical effects of neuroleptic drugs (major tranquilizers)
from animal data? IV. An improved experimental design for measuring the
inhibitory effects of neuroleptic drugs on amphetamine- or apomorphine-induced 'Cheroing' and 'agitation' in rats", Arzneimittel-Forschung
17: 841-854 (1967); Bentall, A.C.C. et al., „Blockade of amphetamine-induced locomotor
activity and stereotypy in rats by spiroperidol but not by an atypical
neuroleptic, thioridazine",
Neuropharmacology 19: 699-703 (1980); Niemegeers, C.J.E. et al., „A systematic
study of the pharmacological activities of dopamine antagonists", Life Science 24:
2201-2216 (1979); und Hornykiewicz, O., „Psychopharmacological implications
of dopamine and dopamine antagonists: a critical evaluation of current
evidence", Neuroscience
3: 773-783 (1978).
-
In
den vorliegenden Experimenten wurde männlichen Sprague-Dawley-Ratten
(250-300 g; Charles River Laboratories) ad libitum Nahrung und Wasser
verabreicht, und die Ratten wurden bei einem 12:12 h Licht:Dunkelheit-Zyklus
gehalten, wobei das Licht um 6:00 AM anging. Die Verhaltensuntersuchungen
nutzten ein computergestütztes
Lichtstrahl-Aktivitätssystem
(San Diego Instruments, San Diego, CA), wobei jeder von zehn Testkäfigen (Standardtierkäfig aus
Polycarbonat; 26 cm × 48
cm × 20
cm; W × L × H) von
zwei Lichtstrahlanordnungen umgeben war, welche auf eine Weise positioniert
waren, um mit einer unteren Anordnung das Bewegungsverhalten und
mit einer oberen Anordnung das Aufrichtverhalten zu detektieren.
Die Bewegungs- und Aufrichtaktivitäten wurden für alle zehn
Testkäfige
kontinuierlich mittels eines Computers überwacht. Die Testkäfige (mit
Lichtstrahlanordnungen) wurden in einen teilweise abgedunkelten
Raum mit Raumlüftung
als Hintergrundgeräusch
platziert. Am Tag des Tests wurden naive Ratten zunächst in
die Testkäfige
platziert, und die Grundlinie der Verhaltensaktivität in der
neuen Umgebung wurde während
eines 30-minütigen
Akklimatisierungszeitraums überwacht.
Den Ratten wurde anschließend
Vehikel oder Arzneimittel, welches) in dem Vehikel gelöst war(en),
injiziert (i.p.), und die Ratten wurden unverzüglich in den Testkäfig zurückgeführt und
ungestört
für 90
Minuten überwacht.
-
Die
experimentellen Gruppen (n = 10-12, mit Ausnahme Vehikel, n = 6)
waren: 1) Vehikel (Kochsalz oder 1 %ige Milchsäure, pH 5.0); 2) S-(+)-Methamphetamin
HCl (METH: 2.0 mg/kg); 3) METH (2 mg/kg) + CX516 (10 mg/kg); 4)
METH (2 mg/kg) + Clozapin (1.0 mg/kg); und 5) METH (2 mg/kg) + CX516
(10 mg/kg) + Clozapin (1.0 mg/kg). Verhaltensexperimente wurden
bei jeder Bedingung mindestens zweimal wiederholt. Für die Analyse
wurden Unterbrechungen des Lichtstrahls vom Computer in 10-Minuten-Bereichen
zusammengefasst. Gruppenmittel und Standardfehler sind in den Figuren
angegeben; Mittelwerte und Standardabweichungen gemäß ungepaartem,
zweiseitigem t-Test unter Annahme einer ungleichen Varianz wurden
für die statistische
Analyse verwendet.
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Die
in den 1 und 2 dargestellten Aktivitätsmessungen
zeigen, dass CX516 in dem oben beschriebenen Methamphetamin-Tiermodell
die antagonistische Aktivität
von Clozapin (1.0 mg/kg), einem häufig verwendeten atypischen
Antipsychotikum, auf synergistische Weise verstärkte. Clozapin (1.0 mg/kg)
für sich allein
genommen hatte keinerlei Auswirkung (–5%) auf die METH-induzierte
Aufrichtaktivität,
während
CX516 (10 mg/kg) einen mäßigen (34%),
statistisch jedoch unbedeutenden Antagonismus des METH-induzierten
stereotypen Aufrichtens hervorrief. Zusammen wirkte die Kombination
von Clozapin und CX516 jedoch synergistisch und reduzierte die METH-induzierte
Aufrichtaktivität
während
des 90-minütigen
Testzeitraums außerordentlich.
Nach Berichtigung um die Aufrichtaktivität der Vehikel-behandelten Kontrollratten
reduzierte die Clozapin/CX516-Kombination die METH-Aufrichtaktivität um 90%.
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In
einem zusätzlichen
Experiment erschien die Kombination von CX516 (10 mg/kg) und einem
anderen atypischen Antipsychotikum, Risperidon (0.1 mg/kg), infolge
einer vollständigen
Verringerung des METH-induzierten Aufrichtens auf das Niveau des
Vehikels (100% Verringerung) synergistisch zu sein, während jedes
Mittel für
sich allein genommen das Aufrichten um 28% bzw. 51 % reduzierte
(p < 0.01 im Vergleich zu
METH + RISP) (siehe Tabelle 1 für
eine tabellarische Aufstellung repräsentativer synergistischer
Wechselwirkungen zwischen Ampakinen und Antipsychotika).
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Beispiel 3
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Synergie zwischen
einem Ampakin und Haloperidol im Methamphetamin-Hyperaktivitäts-Tiermodell für Schizophrenie
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Unter
Verwendung der gleichen Verfahren, wie sie im vorhergehenden Beispiel
beschrieben sind, wurde das zu untersuchende Arzneimittel mit dem
häufig
verwendeten typischen Neuroleptikum Haloperidol kombiniert. Wie
in den
3 und
4 dargestellt ist, riefen Haloperidol
(0.06 mg/kg) oder CX516 (30 mg/kg) jeweils einen mäßigen, unbedeutenden
Antagonismus der METH-induzierten stereotypen Aufrichtaktivität von 15%
bzw. 22% hervor. Die Kombination gleicher Dosen an Haloperidol und
CX516 wirkte jedoch synergistisch, wobei die METH-induzierte Aufrichtaktivität in stärkerem Maß reduziert
wurde als die Summe der Wirkungen jedes Arzneimittels für sich allein
genommen: 67% im Vergleich zu 37%. Die Analyse des Unterschieds
zwischen der Wirkung der Haloperidol/CX516-Kombination und Haloperidol
für sich
allein genommen gemäß zweiseitigem,
ungepaartem t-Test war hochsignifikant (p < 0.0005). Diese gleiche Dosiskombination
rief auch eine synergistische Wirkung hervor, wenn die Bewegungsaktivität (LMA)
gemessen wurde: eine 9%ige bzw. 10%ige Verringerung der METH LMA
für Haloperidol (0.06
mg/kg) bzw. CX516 (30 mg/kg), während
die Arzneimittelkombination METH LMA um 56% reduzierte (p < 0.005 im Vergleich
zu METH + HAL 0.06 mg/kg). Tabelle
1: Prozentuale Verringerung der Methamphetamin-induzierten Aktivität

- 1Die Dosis an CX516
betrug in allen Experimenten 10 mg/kg, außer in diesem Fall 30 mg/kg
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Beispiel 4
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Rezegtorwechselwirkungen
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Die
klassischen typischen Antipsychotika, wie beispielsweise Haloperidol,
Chlorpromazin und Fluphenazin, haben allesamt die Fähigkeit
gemeinsam, den D2-Dopaminrezeptor wirksam zu antagonisieren und die
dopaminerge Übertragung
zu blockieren. Frühe
Untersuchungen korrelierten die klinische Wirksamkeit typischer
Antipsychotika mit deren Wirksamkeit als Dopaminrezeptor-Antagonisten,
was zur Dopamin-Hypothese der Schizophrenie führte: z. B. Creese et al.,
Science 192: 481-482,
(1976). Neuere atypische Antipsychotika, wie beispielsweise Clozapin,
Risperidon und Olanzapin, stellen im Allgemeinen wirksame Antagonisten von
Serotoninrezeptoren dar, können
jedoch nach wie vor relativ wirksame Antagonisten von Dopaminrezeptoren
sein.
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Andererseits
sind Ampakine, welche hier durch CX516 und CX691 verkörpert werden,
für Glutamatrezeptoren
vom AMPA-Typ ziemlich spezifisch. Tabelle 2 präsentiert die Ergebnisse von
Radioliganden-Bindungsuntersuchungen, welche eine mangelnde Wechselwirkung
zwischen Ampakinen und dopaminergen oder serotonergen Rezeptoren
zeigen. Somit würde
ein Fachmann nicht erwarten, dass die gemeinsame Verabreichung eines
Ampakins und eines typischen oder atypischen Antipsychotikums entweder
eine additive oder eine synergistische Wirkung zur Folge haben würde.
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Tabelle
2: Radioliganden-Bindungsanalyse potenzieller Wechselwirkungen zwischen
ausgewählten
Ampakinen und ausgewählten
Neurotransmitter-Rezeptoren
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Beispiel 5
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Verabreichung an Menschen
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Ein
erster Schritt in der Behandlung von Menschen ist im Allgemeinen
die Bestimmung, wonach ein bestimmter Patient die Symptome eines
psychotischen Verhaltens, wie beispielsweise Schizophrenie oder schizophreniformer
Störungen
oder schizoaffektiver Störungen
oder wahnhafter Störungen
oder kurzer psychotischer Störungen
oder psychotischer Störungen
infolge eines allgemeinen medizinischen Zustandes oder psychotischer
Störungen,
welche nicht anderweitig spezifiziert sind, aufweisen. Diese Bestimmung
wird von einem Fachmann unter Verwendung einer Reihe leicht verfügbarer diagnostischer
Verfahren durchgeführt.
Im Allgemeinen kann die Anwesenheit typischer psychotischer Störungen gemäß DSMIV
in Menschen durch Beobachtung, Diagnose, Familienanamnese, Fragebögen oder
mündliche
Gespräche
ermittelt werden. Der Behandlungserfolg wird durch Überwachen
und Erfassen der Verminderung der Symptome der behandelten Verhaltensstörung gemessen.
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Zusätzlich sieht
die vorliegende Erfindung Kits mit Dosiseinheiten von AMPA-hochregulierenden
Arzneimitteln und Neuroleptika entweder in oralen oder injizierbaren
Dosen vor. Den die Dosiseinheiten enthaltenden Behältern wird
ein der Information dienender Beipackzettel beigefügt, welcher
die Verwendung sowie die damit verbundenen Vorteile der Arzneimittel
bei der Behandlung neurodegenerativer Pathologien, die das Gedächtnis oder
das Lernen nicht signifikant beeinflussen, beschreibt. Bevorzugte
Verbindungen und Dosiseinheiten umfassen jene, welche hier oben
stehend beschrieben sind.