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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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1. Gebiet der Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung betrifft im Allgemeinen die Gebiete der Oligonukleotid-Synthese.
Insbesondere betrifft sie das Zusammensetzen von Genen und Genomen
von vollständig
synthetischen künstlichen
Organismen.
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2. Beschreibung des verwandten
Stands der Technik
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Derzeitige
Forschung und kommerzielle Anwendungen der Molekularbiologie basieren
auf rekombinanter DNA, die in den 1970ern entwickelt wurde. Ein
kritischer Aspekt der rekombinanten DNA ist die molekulare Klonierung
in Plasmide, die in dem bahnbrechenden Patent von Cohen und Boyer
(US-Patent 4,740,470 "Biologically
functional molecular chimeras")
behandelt wird. Dieses Patent lehrt ein auf Restriktionsendonukleasen
basierendes Verfahren zum "Schneiden
und Spleißen" von DNA-Molekülen, das
Einbringen dieser "rekombinanten" Moleküle in Wirtszellen
und ihre Vermehrung in den bakteriellen Wirten. Diese Technik ist
die Basis aller molekularen Klonierungen für Forschungszwecke und kommerzielle
Zwecke, die in den letzten 20 Jahren durchgeführt wurden, und die Basis für das Gebiet
der molekularen Biologie und Genetik.
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Rekombinante
DNA-Technologie ist eine leistungsstarke Technologie, beschränkt sich
jedoch hinsichtlich ihrer Nützlichkeit
auf Veränderungen
existierender DNA-Sequenzen, die durch 1) Restriktionsenzymschnittstellen,
2) PAC-Primer zur Amplifikation, 3) Orts-spezifische Mutagenese
und andere Techniken modifiziert werden. Die Herstellung eines vollständig neuen
Moleküls,
oder die wesentliche Veränderung
existierender Molekü le
kostet extrem viel Zeit, ist teuer, bedarf mehrerer komplizierter
Schritte und ist in manchen Fällen unmöglich. Die
rekombinante DNA-Technologie erlaubt nicht die Herstellung vollständiger künstlicher
Moleküle,
Gene, Genome oder Organismen, sondern nur Veränderungen von natürlich vorkommenden
Organismen.
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Die
derzeitige Biotechnologie im Hinblick auf die Verwendung rekombinanter
DNA im Bereich der industriellen Produktion, des Wirkstoffdesigns
und der Wirkstoffentwicklung, bei möglichen Anwendungen im Rahmen
der Impfstoffentwicklung und Gentherapie sowie ihre landwirtschaftliche
und umweltbezogene Verwendung hängt
von natürlich
vorkommenden Organismen und DNA-Molekülen ab. Neue oder neuartige
Funktionen herzustellen oder zu konstruieren, oder Organismen für eine spezialisierte
Verwendung (wie die Produktion eines menschlichen Hormons) zu verändern, bedarf
im wesentlichen komplexer, zeitraubender und schwieriger Manipulationen
natürlich
vorkommender DNA-Moleküle.
In einigen Fällen
sind die Veränderungen der
natürlich
vorkommenden DNA so komplex, dass sie in der Praxis nicht möglich sind.
Daher gibt es einen Bedarf für
Technologie, die die Herstellung neuartiger DNA-Moleküle in einem
einzigen Schritt erlaubt, ohne die Verwendung irgendeiner existierenden
rekombinanten oder natürlich
vorkommenden DNA zu benötigen.
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ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung behandelt die Grenzen von Manipulationen gegenwärtig rekombinanter
Nukleinsäuren,
indem sie ein schnelles, effizientes Mittel zur Herstellung praktisch
jeglicher Nukleinsäuresequenz,
einschließlich
vollständiger
Gene, Chromosomensegmente, Chromosomen und Genome bereitstellt. Da
dieser Ansatz auf einem vollständig
synthetischen Ansatz beruht, gibt es keine Grenzen, wie beispielsweise die
Verfügbar keit
existierender Nukleinsäuren,
die die Konstruktion selbst sehr großer Nukleinsäuresegmente behindern
könnten.
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Daher
wird in einer ersten Ausführungsform
ein Verfahren zur Herstellung eines replikationskompetenten, doppelsträngigen DNA-Segments
bereitgestellt, Schritte umfassend, bei denen man (i) zwei Gruppen
einzelsträngiger
Oligonukleotide bereitstellt, wobei (a) die erste Gruppe den vollständigen Plus-Strang des DNA-Segments
umfasst, (b) die zweite Gruppe den vollständigen Minus-Strang des DNA-Segments
umfasst, und (c) jedes aus der ersten Gruppe von Oligonukleotiden
zu zwei Oligonukleotiden der zweiten Gruppe von Oligonukleotid komplementär ist, (ii)
die erste und die zweite Gruppe von Oligonukleotiden zusammenlagert, und
(iii) die zusammengelagerten Oligonukleotide mit einem ligierenden
Enzym behandelt. Optionale Schritte sorgen für die Synthese der Oligonukleotidgruppen
und die Transformation von Wirtszellen mit dem erhaltenen DNA-Segment.
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In
besonderen Ausführungsformen
weist das DNA-Segment eine Länge
von 100, 200, 300, 40, 800, 100, 1500, 200, 4000, 8000, 10.000,
12.000, 18.000, 20.000, 40.000, 80.000, 100.000, 106,
107, 108, 109 oder mehr Basenpaaren auf. Tatsächlich wird
vorgeschlagen, dass die Verfahren der vorliegenden Erfindung dazu in
der Lage sein werden, vollständige
künstliche
Genome mit Längen
vergleichbar zu bekannten Bakterien-, Hefe-, Virus-, Säugetier-,
Amphibien-, Reptilien-, Vogel-Genomen herzustellen. In besonderen
Ausführungsformen
ist das DNA-Segment ein Gen, das für ein Protein von Interesse
kodiert. Das DNA-Segment
kann ferner nicht-kodierende Elemente enthalten, z.B. Replikationsursprünge, Telomere,
Promotoren, Enhancer, Transkriptions- und Translations- Startsignale
und Stoppsignale, Introns, Exon-Spleißstellen, Chromatin-Gerüstkomponenten
und andere regulatorische Sequenzen. Das DNA-Segment kann mehrere
Gene, Chromosomensegmente, Chromosomen oder sogar vollständige Genome
umfassen. Die DNA-Segmente können
von prokaryotischen oder eukaryotischen Sequenzen abgeleitet sein,
einschließlich
Sequenzen aus Bakterien, Hefen, Viren, Säugetieren, Amphibien, Reptilien,
Vögeln,
Pflanzen, Archebakterien oder aus anderen DNA-enthaltenden lebenden
Organismen.
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Die
Oligonukleotidgruppen umfassen vorzugsweise Oligonukleotide von
zwischen etwa 15 und 100 Basen, mehr bevorzugt zwischen etwa 20
und 50 Basen. Spezifische Längen
umfassen (sind jedoch nicht beschränkt auf) 15, 16, 17, 18, 19,
20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 35,
36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51,
52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65, 66, 67,
68, 69, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78, 79, 80, 81, 82, 83,
84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99 und
100. Abhängig
von der Größe kann
die Überlappung
zwischen den Oligonukleotiden der zwei Gruppen so entworfen sein,
dass sie zwischen 5 und 75 Basen pro Oligonukleotidepaar beträgt.
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Die
Oligonukleotide werden bevorzugt mit Polynukleotidkinase, z.B. T4-Polynukleotidkinase
behandelt. Die Kinasebehandlung kann vor dem Mischen der Oligonukleotidgruppen
oder danach erfolgen, aber vor dem Zusammenlagern. Nach dem Zusammenlagern
werden die Oligonukleotide mit einem Enzym behandelt, das eine ligierende
Funktion aufweist. Zum Beispiel wird üblicherweise eine DNA-Ligase
für diesen
Zweck verwendet werden. Topoisomerase jedoch, die keiner 5'-Phosphorylierung
bedarf, ist schnell und funktioniert bei Raumtemperatur und kann
anstelle von Ligase verwendet werden.
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In
einer zweiten Ausführungsform
wird ein Verfahren zur Herstellung eines replikationskompetenten, doppelsträngigen DNA-Segments bereitgestellt,
Schritte umfassend, bei denen man (i) zwei Gruppen einzelsträngiger Oligonukleotide
bereitstellt, wobei (a) die erste Gruppe den vollständigen Plus-Strang
des DNA-Segments umfasst, (b) die zweite Gruppe den vollständigen Minus-Strang
des DNA-Segments umfasst, und (c) jedes aus der ersten Gruppe von
Oligonukleotiden komplementär
zu zwei Oligonukleotiden der zweiten Gruppe von Oligonukleotiden
ist, (ii) Paare komplementärer
Oligonukleotide zusammenlagert, um eine Gruppe von ersten zusammengelagerten
Produkten herzustellen, wobei jedes Paar ein Oligonukleotid von
jeder der ersten und der zweiten Gruppe von Oligonukleotiden umfasst,
(iii) Paare des ersten zusammengelagerten Produkts mit komplementären Sequenzen
zusammenlagert, um eine Gruppe von zweiten zusammengelagerten Produkten
herzustellen, (iv) den Vorgang wiederholt, bis alle zusammengelagerten
Produkte zu einem einzigen DNA-Segment
zusammengelagert wurden und (v) die zusammengelagerten Produkte
mit einem ligierenden Enzym behandelt.
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In
einer dritten Ausführungsform
wird ein Verfahren für
die Herstellung eines replikationskompetenten, doppelsträngigen DNA-Segments
bereitgestellt, Schritte umfassend, bei denen man (i) zwei Gruppen
einzelsträngiger
Oligonukleotide bereitstellt, wobei (a) die erste Gruppe den vollständigen Plus-Strang des DNA-Segments
umfasst, (b) die zweite Gruppe den vollständigen Minus-Strang des DNA-Segments
umfasst, und (c) jedes aus der ersten Gruppe von Oligonukleotiden
komplementär
zu zwei Oligonukleotiden der zweiten Gruppe von Oligonukleotiden
ist, (ii) das 5'-terminale
Oligonukleotid der ersten Gruppe von Oligonukleotiden mit dem 3'-terminalen Oligonukleotid
der zweiten Gruppe von Oligonukleotiden zusammenlagert, (iii) das nächste, am
weitesten 5'-terminal
gelegene Oligonukleotid der ersten Gruppe von Oligonukleotiden mit
dem Produkt von Schritt (ii) zusammenlagert, (iv) das nächste, am
weitesten 3'-terminal
gelegene Oligonukleotid der zweiten Gruppe von Oligonukleotiden
mit dem Produkt von Schritt (iii) zusammenlagert, (v) den Vorgang wiederholt,
bis alle Oligonukleotide der ersten und der zweiten Gruppe zusammengelagert
worden sind, und (vi) die zusammengelagerten Oligonukleotide mit
einem li gierenden Enzym behandelt. Optionale Schritte sorgen für die Synthese
der Oligonukleotidgruppen und die Transformation von Wirtszellen
mit dem erhaltenen DNA-Segment. In einer bevorzugten Ausführungsform
ist das 5'-terminale
Oligonukleotid der ersten Gruppe mit einem Träger verbunden, wobei das Verfahren
den zusätzlichen
Schritt des Entfernens des DNA-Segments von dem Träger enthalten
kann. Der Träger
kann jeder im Stand der Technik bekannte Träger sein, z.B. eine Mikrotiterplatte,
ein Filter, Polystyrenkügelchen,
eine Polystyrenschale, magnetische Kügelchen, Agarose oder Ähnliches.
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Die
Bedingungen der Zusammenlagerung können auf Grundlage der besonderen
Strategie für
das Zusammenlagern, der Größe und Zusammensetzung
der Oligonukleotide und dem Ausmaß der Überlappung zwischen den Oligonukleotiden
der ersten und zweiten Gruppe angepasst werden. Wenn alle Oligonukleotide vor
dem Zusammenlagern zusammengemischt werden, wird beispielsweise
die Mischung auf 80 °C
erhitzt, gefolgt durch langsames Zusammenlagern für zwischen
1 bis 12 Stunden. Das Zusammenlagern kann damit für etwa 2,
etwa 3, etwa 4, etwa 5, etwa 6, etwa 7, etwa 8, etwa 9 oder etwa
10 Stunden durchgeführt
werden. In anderen Ausführungsformen
kann die Zusammenlagerungszeit jedoch bis zu 24 Stunden lang sein.
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Mit
der Hilfe eines Computers ist der Erfinder in der Lage, die Synthese
einer Vektor/Genkombination als Gruppe von überlappenden Oligonukleotidkomponenten
unter Verwendung eines Oligonukleotid-Synthesizers mit hohem Durchsatz
zu steuern. Die Oligonukleotide werden mit einer Roboter-gestützten kombinatorischen
Zusammensetzungsstrategie zusammengesetzt, und die Anordnung wird
unter Verwendung von DNA-Ligase oder Topoisomerase ligiert, gefolgt
von einer Transformation in einen geeigneten Wirtsstamm. In einer
besonderen Ausführungsform
stellt diese Erfindung eine Gruppe bakterieller Stämme her,
die einen geeigneten Expressionsvektor für alle Gene in einem definier ten
Bereich des Genoms enthalten. In anderen Ausführungsformen wird darüber hinaus
ein Hefe- oder Baculovirus-Expressionsvektorsystem in Betracht gezogen,
um die Expression jedes Gens in einem chromosomalen Bereich in einem
eukaryotischen Wirt zu erlauben. In einer noch anderen Ausführungsform
erlaubt die vorliegende Erfindung dem Fachmann, eine "Designer-Gen"-Strategie zu entwerfen, bei der ein
Gen oder Genom oder nahezu jede beliebige Struktur problemlos entworfen,
synthetisiert und exprimiert werden kann. Somit kann die vorliegend
beschriebene Technologie schließlich
verwendet werden, um vollständige
Genome für
das Einbringen in Wirtszellen für
die Herstellung von vollständig
künstlichen
lebenden Designer-Organismen
herzustellen.
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In
besonderen Ausführungsformen
stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Synthese eines replikationskompetenten
doppelsträngigen
Polynukleotids bereit, wobei das Polynukleotid einen Replikationsursprung,
einen ersten kodierenden Bereich und ein erstes regulatorisches
Element umfasst, das die Expression des ersten kodierenden Bereichs
steuert.
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Zusätzlich kann
das Verfahren weiterhin einen Schritt umfassen, bei dem das doppelsträngige Polynukleotid
amplifiziert wird. In bestimmten Ausführungsformen umfasst das doppelsträngige Polynukleotid
eine Länge
von 100, 200, 300, 400, 500, 600, 700, 800, 900, 1000, 5000, 10 × 103, 20 × 103, 30 × 103, 40 × 103, 50 × 103, 60 × 103, 70 × 103, 80 × 103, 90 × 103, 1 × 104, 1 × 105, 1 × 106, 1 × 107, 1 × 108 Basenpaare. Das erste regulatorische Element
kann ein Promotor sein. In bestimmten Ausführungsformen umfasst das doppelsträngige Polynukleotid
ferner ein zweites regulatorisches Element, wobei das zweite regulatorische
Element ein Polyadenylierungssignal ist. In noch weiteren Ausführungsformen
umfasst das doppelsträngige
Polynukleotid eine Vielzahl kodierender Bereiche und eine Vielzahl
regulatorischer Elemente. Es wird in Erwägung gezo gen, dass die kodierenden
Bereiche für
Produkte kodieren, die einen biochemischen Reaktionsweg umfassen.
In besonderen Ausführungsformen
ist der biochemische Reaktionsweg die Glykolyse. Insbesondere wird
in Erwägung
gezogen, dass die kodierenden Bereiche für Enzyme kodieren, die ausgewählt sind
aus der Gruppe bestehend aus den folgenden Enzymen des glykolytischen
Reaktionswegs: Hexokinase, Phosphohexose-Isomerase, Phosphofructokinase-1,
Aldolase, Triosephosphat-Isomerase, Glyceraldehyd-3-Phosphat-Dehydrogenase,
Phosphoglycerat-Kinase, Phosphoglycerat-Mutase, Enolase und Pyruvatkinase.
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In
anderen Ausführungsformen
ist der biochemische Reaktionsweg die Lipidsynthese, die Cofaktor-Synthese.
Insbesondere wird die Synthese von Liponsäure, die Riboflavinsynthese
und die Nukleotidsynthese in Betracht gezogen. Das Nukleotid kann
ein Purin oder Pyrimidin sein.
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In
bestimmten anderen Ausführungsformen
wird in Erwägung
gezogen, dass die kodierenden Bereiche für Enzyme kodieren, die an einem
zellulären
Prozess beteiligt sind, der ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend
aus Zellteilung, Chaperon, Detoxifikation, Peptid-Sekretion, Energiemetabolismus,
regulatorische Funktion, DNA-Replikation, Transkription, RNA-Prozessierung
und tRNA-Modifikation. In bevorzugten Ausführungsformen ist der Energiemetabolismus
oxidative Phosphorylierung.
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Es
wird in Betracht gezogen, dass das doppelsträngige Polynukleotid eine DNA
oder eine RNA ist. In bevorzugten Ausführungsformen kann das doppelsträngige Polynukleotid
ein Chromosom sein. Das doppelsträngige Polynukleotid kann ein
Expressionskonstrukt sein. Insbesondere kann das Expressionskonstrukt
ein bakterielles Expressionskonstrukt, ein Säugetier-Expressionskonstrukt
oder ein virales Expressionskonstrukt sein. In besonderen Ausführungsformen
umfasst das doppelsträngige
Polynukleotid ein Genom, das ausgewählt ist aus der Gruppe beste hend
aus bakteriellem Genom, Hefe-Genom, viralem Genom, Säugetier-Genom,
Amphibien-Genom und Vogel-Genom.
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In
den Ausführungsformen,
in denen das Genom ein virales Genom ist, kann das virale Genom
aus der Gruppe bestehend aus Retrovirus, Adenovirus, Vacciniavirus,
Herpesvirus und Adenoassoziiertem Virus ausgewählt sein.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ferner ein Verfahren zur Herstellung
eines viralen Partikels bereit.
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Eine
andere Ausführungsform
stellt ein Verfahren zur Herstellung eines künstlichen Genoms bereit, wobei
das Chromosom alle kodierenden Bereiche und regulatorischen Elemente
umfasst, die in einem entsprechenden natürlichen Chromosom gefunden
werden. In besonderen Ausführungsformen
ist das entsprechende natürliche
Chromosom ein menschliches Mitochondrien-Genom. In anderen Ausführungsformen
ist das entsprechende natürliche
Chromosom ein Chloroplasten-Genom.
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Es
wird ferner ein Verfahren zur Herstellung eines artifiziellen genetischen
Systems bereitgestellt, wobei das System alle kodierenden Bereiche
und regulatorischen Elemente umfasst, die in einem entsprechenden
natürlichen
biochemischen Reaktionsweg gefunden werden. Ein solcher biochemischer
Reaktionsweg wird wahrscheinlich eine Gruppe von Enzymen umfassen,
die aufeinander folgend eine Verbindung metabolisieren. In besonders
bevorzugten Ausführungsformen
umfasst der biochemische Reaktionsweg die für die Glykolyse benötigten Aktivitäten. In
anderen Ausführungsformen
umfasst der biochemische Reaktionsweg die für den Elektronentransport benötigten Enzyme.
In noch anderen Ausführungsformen
umfasst der biochemische Reaktionsweg die für die Photosynthese benötigten Enzymaktivitäten.
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Andere
Gegenstände,
Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden aus der
folgenden ausführlichen
Beschreibung deutlich werden. Es sollte jedoch verstanden werden,
dass die ausführliche
Beschreibung und die spezifischen Beispiele, obwohl sie bevorzugte
Ausführungsformen
der Erfindung darstellen, nur zur Illustration dienen, da dem Fachmann
verschiedene Änderungen
und Modifizierungen im Rahmen des Erfindungsgedankens und im Rahmen
des Umfangs der Erfindung anhand dieser detaillierten Beschreibung
deutlich werden.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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Die
folgenden Zeichnungen stellen einen Teil der vorliegenden Beschreibung
dar und werden eingefügt,
um bestimmte Aspekte der vorliegenden Erfindung weiter darzustellen.
Die Erfindung kann durch Bezug auf eine oder mehrere dieser Zeichnungen
in Kombination mit der ausführlichen
Beschreibung der vorliegend gezeigten besonderen Ausführungsformen
besser verstanden werden.
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1.
Flussdiagramm des Jurassic Park-Paradigmas zur Herstellung synthetischer
Organismen und Wiederzusammensetzen lebender Organismen.
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2.
Flussdiagramm der Strategie der synthetischen Genetik und des Zusammensetzens
von Organismen.
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3.
Flussdiagramm der Achtschritte-Strategie zum kombinatorischen Zusammensetzen
von Oligonukleotiden zu vollständigen
Genen oder Genomen.
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4A–4C.
Entwurf des Plasmides Synlux4. Die Sequenz von 4800 ist mit der
Lokalisierung von lux A+B-Genen, Neomycin/Kanamycin-Phosphotransferase
und pUC19-Sequenzen beschriftet.
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5A–5F.
Liste der Oligonukleotid-Komponenten, die von der Sequenz von Synlux4
in 4A–4C abgeleitet
sind.
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6A–6B.
Schema für
das kombinatorische Zusammensetzen synthetischer Plasmide aus Oligonukleotid-Komponenten.
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7A–7G.
SynGene-Programm zur Herstellung überlappender Oligonukleotide,
die zum Wiederzusammensetzen des Gens oder Plasmids ausreichen.
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BESCHREIBUNG
BEISPIELHAFTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
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Die
vollständige
Sequenz komplexer Genome, einschließlich des menschlichen Genoms,
macht funktionelle Ansätze
in der Genetik im großen
Maßstab
möglich.
Die vorliegende Erfindung beschreibt einen neuartigen Ansatz zur
Nutzung der Ergebnisse genomischer Sequenzinformationen durch Computer-gesteuerte Gen-Synthese,
die auf Computer-Berechnung der menschlichen Genomdatenbank basiert.
Insbesondere beschreibt die Erfindung die chemische Synthese und
Resynthese von Genen zum Transfer dieser Gene in eine geeignete
Wirtszelle.
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Die
vorliegende Erfindung stellt Verfahren bereit, die für die de
novo Synthese von DNA-Segmenten verwendet werden können, welche
für Gruppen
von Genen kodieren; entweder für
natürlich vorkommende
Gene, die ausgehend von natürlichen
oder künstlichen
Promotorkonstrukten exprimiert werden, oder für künstliche Gene, die von synthetischen
DNA-Sequenzen abgeleitet sind, welche für Elemente von biologischen
Systemen kodieren, die eine spezifische Funktion oder Zuordnung
eines künstlichen
Organismus ausführen,
sowie auch für
vollständige
Genome. Indem sie solche Systeme und Genome herstellt, stellt die
vorliegende Erfindung die Synthese eines replikationskompetenten
doppelsträngigen
Polynukleotids bereit, wobei das Polynukleotid einen Replikationsursprung,
einen ersten kodierenden Bereich und ein erstes regulatorisches
Element, das die Expression des ersten kodierenden Bereichs steuert,
aufweist. Unter replikationskompetent wird verstanden, dass das
Polynukleotid in der Lage ist, seine eigene Replikation zu steuern.
Damit wird vorgesehen, dass das Polynukleotid alle cis-wirkenden
Signale besitzen wird, die notwendig sind, um seine eigene Synthese
zu ermöglichen.
In dieser Hinsicht wird das Polynukleotid einem Plasmid oder einem
Virus ähnlich sein,
so dass es, wenn es innerhalb einer Zelle platziert wird, in der
Lage ist, durch eine Kombination der Funktionen von Polynukleotid
und Zelle repliziert zu werden.
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Daher
kann der Fachmann unter Verwendung der Techniken der vorliegenden
Erfindung ein künstliches
Genom erzeugen, das in der Lage ist, für alle Aktivitäten zu kodieren,
die für
die Aufrechterhaltung seiner eigenen Existenz notwendig sind. Es
werden darüber
hinaus artifizielle genetische Systeme in Betracht gezogen, die
in der Lage sind, für
Enzyme und Aktivitäten
eines bestimmten biochemischen Reaktionswegs zu kodieren. Bei einem
solchen System wird es gewünscht
sein, dass alle Aktivitäten
vorliegen, so dass der gesamte biochemische Reaktionsweg funktionieren
wird. Die Coexpression einer für
einen bestimmten Reaktionsweg benötigten Gruppe von Enzymen stellt
ein vollständiges
genetisches oder biologisches System dar. Zum Beispiel stellt die
Coexpression der an der Glykolyse be teiligten Enzyme ein vollständiges genetisches
System für die
Produktion von Energie in der Form von ATP aus Glukose dar. Solche
Systeme zur Energieproduktion können
Gruppen von Enzymen umfassen, die natürlich oder künstlich
eine Gruppe von Verbindungen aufeinander folgend metabolisieren.
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Die
Arten der biochemischen Reaktionswege würden solche für die Biosynthese
von Cofaktoren, prosthetischen Gruppen und Trägern (Lipoatsynthese, Riboflavinsynthese,
Pyridinnukleotidsynthese); die Biosynthese der Zellhüllen (Membranen,
Lipoproteine, Porine, Oberflächenpolysaccharide,
Lipopolysaccharide, Antigene und Oberflächenstrukturen); zelluläre Prozesse
einschließlich
Zellteilung, Chaperone, Detoxifikation, Proteinsekretion, zentraler
Metabolismus von Zwischenprodukten (Energieproduktion über Phosphor-Verbindungen
und andere); Energiemetabolismus einschließlich aerobischer, anaerobischer,
ATP-Protonen-motivierter Energieumwandlungen, Elektronentransport,
Glykolyse, Triosephosphat-Weg, Pyruvatdehydrogenase, Zuckermetabolismus;
Purin-, Pyrimidin-Nukleotidsynthese, einschließlich 2'Desoxyribonukleotidsynthese, Nukleotid-
und Nukleosidumwandlungen, Wiedergewinnung von Nukleosid und Nukleotiden,
Zucker-Nukleotidbiosynthese und -umwandlung; regulatorische Funktionen
einschließlich
transkriptioneller und translationaler Kontrollen, DNA-Replikation
einschließlich
Abbau von DNA, DNA-Replikation, Restriktionsänderung, Rekombination und
Reparatur; Transkription einschließlich Abbau von DNA, DNA-abhängige RNA-Polymerase
und Transkriptionsfaktoren; RNA-Prozessierung;
Translation einschließlich
Aminoacyl-tRNA-Synthetasen,
Degradation von Peptiden und Glykopeptiden, Proteinmodifikation,
Ribsomensynthese und -modifikation, tRNA-Modifikation; Translationsfaktoren,
Transport- und Bindungsproteine, einschließlich dem Transport von Aminosäuren, Peptiden,
Amincarbohydraten, organischen Alkoholen, organischen Säuren und
Kationen; sowie solche für
andere Systeme zur Anpassung, eine spezifische Funktion oder das Überleben
eines künstlichen
Organismus umfassen, sind jedoch nicht auf diese beschränkt.
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A. Definitionen
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DNA-Segment – ein lineares
Stück DNA,
das einen doppelsträngigen
Bereich und sowohl 5'-
als auch 3'-Enden
aufweist; das Segment kann eine beliebige Länge aufweisen, die ausreichend
lang ist, um durch die Hybridisierung von mindestens zwei Oligonukleotiden
mit komplementären
Bereichen hergestellt zu werden.
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Oligonukleotide – kleine
einzelsträngige
oder doppelsträngige
DNA-Segmente, die aus den Nukleotidbasen A, T, G und C bestehen
und durch Phosphatbindungen verbunden sind; Oligonukleotide liegen üblicherweise
im Bereich von etwa 10 bis 100 Basenpaaren.
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Plus-Strang – gemäß Übereinkunft
der Einzelstrang einer doppelsträngigen
DNA, der beim Lesen der Sequenz mit dem 5'-Ende zur linken anfängt.
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Minus-Strang – gemäß Übereinkunft
der Einzelstrang einer doppelsträngigen
DNA, der beim Lesen der Sequenz mit dem 3'-Ende zur linken anfängt.
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Komplementär – wo zwei
Nukleinsäuren
mindestens einen Teil in ihren Sequenzen aufweisen, der – sofern
in entgegengesetzter (5'→3'; 3'→5') Richtung gelesen – aufeinanderfolgende Nukleotide
auf die folgende Weise paart: A-T, G-C, T-A, G-C.
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Oligonukleotidgruppen – eine Mehrzahl
von Oligonukleotiden die zusammengenommen die Sequenz eines Plus-Strangs
oder eines Minus-Strangs eines DNA-Segments umfassen.
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Zusammengelagerte
Produkte – zwei
oder mehr Nukleotide mit komplementären Bereichen, denen es unter
geeigneten Bedingungen erlaubt wird, eine Basenpaarung durchzuführen, wobei
doppelsträngige
Bereiche gebildet werden.
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B. Die vorliegende Erfindung
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Die
vorliegende Erfindung beschreibt Verfahren, die die Herstellung
von DNA-Molekülen,
Genomen und vollständigen
künstlichen
lebenden Organismen erlauben, und die ausschließlich auf Informationen basieren,
und keine existierenden Gene, DNA-Moleküle oder Genome benötigen.
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Die
Verfahren der vorliegenden Erfindung sind in 1 und 2 in
Form von Diagrammen dargestellt und umfassen im Allgemeinen die
folgenden Schritte. Allgemein ist es unter Verwendung einfacher
Computer-Software, die Gruppen von Genteilen und funktionellen Elementen
umfasst, möglich,
im Computer ein virtuelles Polynukleotid zu konstruieren. Dieses
Polynukleotid besteht aus einer Reihenfolge von DNA-Basen, G, A,
T oder C, und umfasst z.B. ein vollständiges künstliches Genom in einer linearen
Reihenfolge. Zum Transfer des synthetischen Gens, z.B. in Bakterienzellen,
sollte das Polynukleotid die Sequenz für einen bakteriellen (wie z.B.
pBR322) Replikationsursprung enthalten. Zum Transfer in eukaryotische
Zellen sollte es den Replikationsursprung eines Säugetier-Virus,
Chromosoms oder einer subzellulären
Komponente wie eines Mitochondriums enthalten.
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Nach
der Konstruktion wird eine einfache Computer-Software verwendet,
um die Genomsequenz in eine Gruppe überlappender Oligonukleotide
von bestimmter Länge
aufzuteilen. Dies ergibt eine Gruppe kürzerer DNA-Sequenzen, die überlappen,
und somit das vollständige
Genom in überlappenden
Gruppen umfassen. Üblicherweise
würde ein
Gen von 1000 Basenpaaren in 20 100-mere aufgeteilt, wobei 10 davon
einen Strang umfassen und 10 davon den anderen Strang umfassen.
Diese würden
so ausgewählt
werden, dass sie auf jedem Strang um 25 bis 50 Basenpaare überlappen.
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Dieser
Schritt wird gefolgt durch die Einleitung der chemischen Synthese
jeder der überlappenden
Oligonukleotidgruppen unter Verwendung eines Synthesizers vom Array-Typ
und von Phosphoamidit-Chemie, was zu einem Array synthetisierter
Oligomere führt.
Der nächste
Schritt besteht darin, die Konzentration jedes Oligomers abzugleichen
und die Oligomere zu vereinen, so dass eine einzige Mischung gleiche
Konzentrationen von jedem Oligomer enthält. Die gemischten Oligonukleotide
werden mit T4-Polynukleotidkinase behandelt, um die Oligonukleotide
am 5'-Ende zu phosphorylieren.
Der nächste
Schritt besteht darin, einen "langsamen" Zusammenlagerungsschritt
durchzuführen,
um alle Oligomere gemeinsam zu der Sequenz des vorhergesagten Gens
oder Genoms zusammenzulagern. Dies wird durchgeführt, indem die Mischung auf
80 °C erhitzt
wird, wobei es ihr anschließend
erlaubt wird, langsam über
mehrere Stunden auf Raumtemperatur abzukühlen. Die Oligonukleotidmischung
wird dann mit T4-DNA-Ligase (oder alternativ dazu mit Topoisomerase) behandelt,
um die Oligonukleotide zusammenzufügen. Die Oligonukleotide werden
dann in kompetente Wirtszellen transferiert.
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Die
obige Technik stellt eine "kombinatorische" Strategie des Zusammensetzens
dar, bei der alle Oligonukleotide gemeinsam zusammengelagert werden,
indem sie auf Basis der Temperatur langsam zusammengelagert werden.
Eine Variation dieser Strategie, die für sehr lange Gene oder Genome
(z.B. größer als 5000
Basenpaare Gesamtlänge)
besser geeignet sein kann, funktioniert wie folgt. Unter Verwendung
einfacher Computer- Software,
die Gruppen von Genteilen und funktionellen Elementen umfasst, wird
ein virtuelles Gen oder Genom im Computer konstruiert. Dieses Gen
oder Genom würde
aus einer Reihenfolge von DNA-Basen, G, A, T oder C bestehen, und
würde das
vollständige
Genom in einer linearen Reihenfolge umfassen. Zum Transfer des synthetischen
Gens in Bakterienzellen sollte es die Sequenz eines bakteriellen
(wie z.B. pBR322) Replikationsursprunges enthalten.
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Der
nächste
Schritt besteht darin, unter Verwendung einer neuen Oligonukleotid-Addition
in jedem Schritt eine Ligationskettenreaktion durchzuführen. Bei
diesem Verfahren wird das erste Oligonukleotid in der Kette an einen
festen Träger
(wie z.B. ein Agarosekügelchen)
gebunden. Das zweite wird zusammen mit DNA-Ligase hinzugefügt, und
Zusammenlagerungs- und Ligationsreaktionen werden durchgeführt, und
die Kügelchen
werden gewaschen. Das zweite überlappende
Oligonukleotid des gegenüberliegenden
Strangs wird hinzugefügt,
zusammengelagert und es wird eine Ligation durchgeführt. Das
dritte Oligonukleotid wird hinzugefügt und es wird eine Ligation
durchgeführt.
Dieser Vorgang wird wiederholt, bis alle Oligonukleotide hinzugefügt und ligiert
sind. Dieses Verfahren wird bei langen Sequenzen am besten unter
Verwendung einer automatischen Vorrichtung ausgeführt. Die
DNA-Sequenz wird von dem festen Träger entfernt, eine letzte (zirkuläre) Ligation
wird ausgeführt,
und das Molekül
wird in Wirtszellen transferiert.
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Alternativ
dazu wird in Betracht gezogen, dass, soweit die Ligationskinetik
es erlaubt, alle Oligonukleotide in einer Mischung platziert werden
können,
und es der Ligation erlaubt wird, fortzuschreiten. In einer noch anderen
Ausführungsform
kann eine Reihe kleinerer Polynukleotide hergestellt werden, indem
2, 3, 4, 5, 6 oder 7 Oligonukleotide zu einer Sequenz ligiert werden,
und diese zu einer anderen Sequenz hinzugefügt wird, die eine ähnliche
Anzahl von Oligonukleotid-Teilen umfasst.
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Die
Ligasekettenreaktion ("LCR", ligase chain reaction),
die in EPO Nr. 320 308 offenbart ist, wird vorliegend durch Bezugnahme
in ihrer Gesamtheit eingeschlossen. Bei der LCR werden zwei komplementäre Sondenpaare
hergestellt, und in Gegenwart der Zielsequenz wird jedes Paar so
an gegenüberliegende
komplementäre
Stränge
des Ziels binden, dass sie aneinandergrenzen. In Gegenwart einer
Ligase werden sich die beiden Sondenpaare zusammenfügen, um
eine einzige Einheit zu bilden. Durch Temperaturzyklen (wie bei
der PCRTM) dissoziieren gebundene ligierte
Einheiten von dem Ziel und dienen dann als "Zielsequenzen" zur Ligation von überschüssigen Sondenpaaren. US-Patent
4,883,750 beschreibt ein LCR-ähnliches
Verfahren zur Bindung von Sondenpaaren an eine Zielsequenz. Die
folgenden Abschnitte beschreiben diese Verfahren ausführlicher.
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C. Nukleinsäuren
-
Die
vorliegende Erfindung offenbart die künstliche Synthese von Genen.
In einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung können
die künstlichen
Gene in Zellen transferiert werden, um entweder als diskrete Einheiten
oder als Teil künstlicher
Chromosomen oder Genome eine bestimmte Funktion zu übertragen.
Normalerweise wird man es bevorzugen, Oligonukleotide mit Abschnitten
von 15 bis 100 Nukleotiden, 25 bis 200 Nukleotiden oder sofern gewünscht sogar
längere
zu entwerfen. Solche Fragmente können
wie unten beschrieben problemlos durch direkte Synthese des Fragments
mit chemischen Mitteln hergestellt werden.
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Dementsprechend
können
die Nukleotidsequenzen der Erfindung wegen ihrer Fähigkeit
benutzt werden, selektiv Duplexmoleküle mit komplementären Abschnitten
von Genen oder RNAs zu bilden oder Primer für die Amplifikation von DNA
oder RNA aus Gewebe bereitzustellen. Abhängig von der geplanten Anwendung,
wird man anstreben, unterschiedliche Hybridisierungsbedingungen
einzusetzen, um einen unterschiedlichen Grad der Hybridisierungsselektivität zu erreichen. Üblicherweise
wird hohe Selektivität
bevorzugt.
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Für Anwendungen,
die eine hohe Selektivität
verlangen, wird man üblicherweise
anstreben, relativ stringente Bedingungen für die Bildung der Hybride einzusetzen,
z.B. wird man relativ geringe Salzbedingungen und/oder hohe Temperaturbedingungen
auswählen,
wie sie z.B. durch etwa 0,02 M bis etwa 0,10 M NaCl bei Temperaturen
von etwa 50 °C
bis etwa 70 °C
gegeben sind. Unter solchen Bedingungen hoher Stringenz wird eine
geringe (sofern überhaupt)
Fehlpaarung zwischen dem Oligonukleotid und der Matrize oder dem
Zielstrang toleriert. Es ist im Allgemeinen anerkannt, dass die
Bedingungen stringenter gemacht werden können, indem man eine zunehmende
Menge Formamid zugibt.
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Für bestimmte
Anwendungen (beispielsweise in Analogie zur Substitution von Nukleotiden
durch Orts-spezifische Mutagenese) ist es anerkannt, dass Bedingungen
geringerer Stringenz verwendet werden können. Unter diesen Bedingungen
kann Hybridisierung auftreten, selbst wenn die Sequenzen der Sonde
und des Zielstrangs nicht perfekt komplementär sind, sondern Basenfehlpaarungen
in einer oder in mehreren Positionen aufweisen. Die Bedingungen
können
weniger stringent gemacht werden, indem man die Salzkonzentration
erhöht
und die Temperatur erniedrigt. Zum Beispiel könnten Bedingungen mittlerer
Stringenz bei etwa 0,1 bis 0,25 M NaCl bei Temperaturen von etwa
37 °C bis
etwa 55 °C
gegeben sein, während
Bedingungen geringer Stringenz bei etwa 0,15 M bis etwa 0,9 M Salz
bei Temperaturen im Bereich von etwa 20 °C bis etwa 55 °C gegeben
sein könnten.
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Die
Hybridisierungsbedingungen können
somit in Abhängigkeit
von den gewünschten
Ergebnissen problemlos verändert
werden.
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Bei
bestimmten Ausführungsformen
wird es vorteilhaft sein, die Hybridisierung von Oligonukleotiden unter
Verwendung einer Markierung zu bestimmen. Eine große Vielzahl
geeigneter Indikatormittel ist im Stand der Technik bekannt, einschließlich fluoreszenter,
radioaktiver, enzymatischer oder anderer Liganden, z.B. Avidin/Biotin,
die detektiert werden können.
In bevorzugten Ausführungsformen
kann es gewünscht
sein, eine fluoreszente Markierung oder eine Enzymmarkierung wie
z.B. Urease, Alkalische Phosphatase oder Peroxidase anstelle von
radioaktiven oder anderen, unter Umweltgesichtspunkten unerwünschten
Reagenzien zu verwenden. Im Fall von Enzymmarkierungen sind kolorimetrische
Indikatorsubstrate bekannt, die verwendet werden können, um
für das
menschliche Auge oder spektrophotometrisch sichtbare Detektionsmittel
bereitzustellen, um zu identifizieren, ob eine spezifische Hybridisierung
mit komplementären
Oligonukleotiden stattgefunden hat.
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In
Ausführungsformen,
bei denen eine Festphase beteiligt ist, wird z.B. das erste Oligonukleotid
an eine ausgewählte
Matrix oder Oberfläche
adsorbiert oder auf andere Weise befestigt. Diese fixierte einzelsträngige Nukleinsäure wird
dann unter den gewünschten
Bedingungen einer Hybridisierung mit den komplementären Oligonukleotiden
unterworfen. Die gewählten
Bedingungen werden darüber
hinaus von den besonderen Umständen
abhängen,
die auf den jeweils erforderlichen Kriterien basieren (abhängig z.B.
von dem G+C-Gehalt, der Art der Zielnukleinsäure, der Quelle der Nukleinsäure, der
Größe der Hybridisierungssonde etc.).
Nach dem Waschen der hybridisierten Oberfläche zum Entfernen nicht-spezifisch
gebundener Oligonukleotide kann die Hybridisierung mit Hilfe der
Markierung detektiert oder sogar quantifiziert werden.
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Für Anwendungen,
bei denen die Nukleinsäuresegmente
der vorliegenden Erfindung in Vektoren, wie z.B. Plasmide, Cosmide
oder Viren eingefügt
werden, können
diese Segmente mit anderen DNA-Sequenzen kombiniert werden, wie
z.B. mit Promotoren, Polyadenylierungssignalen, Restriktionsenzym-Schnittstellen, multiplen
Klonierungsstellen, anderen kodierenden Segmenten und Ähnlichem,
sodass ihre Gesamtlänge
sich beträchtlich
unterscheiden kann. Es wird in Betracht gezogen, dass ein Nukleinsäurefragment
von nahezu beliebiger Länge
benutzt werden kann, wobei die Gesamtlänge vorzugsweise durch die
Einfachheit der Herstellung und der Verwendung in dem geplanten
Protokoll zur Herstellung rekombinanter DNA begrenzt ist.
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Für ein spezifisches
Gen kodierende DNA-Segmente können
in rekombinante Wirtszellen eingebracht werden und für die Expression
eines spezifischen strukturellen oder regulatorischen Proteins genutzt
werden. Alternativ dazu können
durch Anwendung von Methoden der Gentechnik Teile oder Derivate
ausgewählter Gene
verwendet werden. Stromaufwärts
lokalisierte Bereiche, wie beispielsweise Promotorbereiche, können isoliert
und anschließend
für die
Expression des ausgewählten
Gens genutzt werden.
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Die
verwendeten Nukleinsäuren
können
für Antisense-Konstrukte
kodieren, die unter intrazellulären Bedingungen
mit einer Nukleinsäure
von Interesse hybridisieren. Die Bezeichnung "Antisense-Konstrukt" soll sich auf Nukleinsäuren, vorzugsweise
Oligonukleotide beziehen, die komplementär zu den Basensequenzen einer
Ziel-DNA sind. Wenn sie in eine Zielzelle eingebracht werden; binden
Antisense-Nukleotide spezifisch an ihre Zielnukleinsäure und
beeinträchtigen
Transkription, RNA-Prozessierung,
Transport, Translation und/oder Stabilität. Antisense-Konstrukte können so
gestaltet sein, dass sie an den Promotor und andere Kontrollregionen,
Exons, Introns oder sogar Exon-Intron-Grenzen eines Gens binden.
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Andere
Sequenzen mit geringeren Homologiegraden werden ebenfalls in Betracht
gezogen. Zum Beispiel könnte
ein Antisense-Konstrukt
mit begrenzten Bereichen hoher Homologie gestaltet werden, das aber auch
einen nicht-homologen Bereich enthält (z.B. ein Ribozym). Diese
Moleküle
würden
unter geeigneten Bedingungen an Zielsequenzen binden, obwohl sie
weniger als 50 Homologie aufweisen.
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In
bestimmten Ausführungsformen
könnte
man anstreben, Antisense-Konstrukte zu verwenden, die andere Elemente
umfassen, z.B. solche, die C-5-Propynpyrimidine enthalten. Es wurde
gezeigt, dass Oligonukleotide, die C-5-Propyn-Analoga von Uridin
und Cytidin enthalten, mit hoher Affinität an RNA binden und starke
Antisense-Inhibitoren der Genexpression sind (Wagner et al., 1993).
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung werden DNA-Segmente einer Vielzahl von Größen produziert
werden. Diese DNA-Segmente werden definitionsgemäß lineare Moleküle sein.
Als solche werden sie üblicherweise
modifiziert werden, bevor sie weiter verwendet werden. Diese Modifizierungen
umfassen in einer Ausführungsform
die Restriktion der Segmente, um ein oder mehrere "klebrige Enden" zu erzeugen, die
zu komplementären
Enden anderer Moleküle
kompatibel sind, einschließlich
solcher in Vektoren, die in der Lage sind, die Replikation des DNA-Segments
zu unterstützen.
Diese Manipulation erleichtert die "Klonierung" der Segmente.
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Üblicherweise
umfasst die Klonierung die Verwendung von Restriktionsendonukleasen,
die an bestimmten Orten innerhalb der DNA-Stränge schneiden, um ein DNA-Segment
für den
Transfer in ein Klonierungsvehikel vorzubereiten. Die Ligation der
kompatiblen Enden (was stumpfe Enden einschließt) unter Verwendung einer
DNA-Ligase vervollständigt
die Reaktion. Abhängig
von der Situation kann das Klonierungsvehikel im Vergleich zu dem
eingefügten
Teil einen relativ kleinen Anteil der DNA umfassen. Alternativ dazu kann
das Klonierungsvehikel extrem komplex sein und eine Vielzahl von
Merkmalen umfassen, die die Replikation und Funktion des DNA-Segments
beeinflussen werden. In bestimmten Ausführungsformen kann eine seltene
Schnittstelle in das Ende der Polynukleotidsequenz eingebracht werden.
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Klonierungsvehikel
umfassen Plasmide wie die pUC-Serie, BluescriptTM-Vektoren
und eine Vielzahl anderer Vehikel mit Mehrzweckklonierungsstellen,
selektierbaren Markern und Replikationsursprüngen. Aufgrund der Art der
vorliegenden Erfindung können
die Klonierungsvehikel so komplexe Moleküle wie Phagemide und Cosmide
umfassen, die relativ große
DNA-Stücke
enthalten. Darüber
hinaus können
künstliche
Chromosomen und sogar Genome hergestellt werden.
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Nach
der Klonierung in einen geeigneten Vektor wird das Konstrukt dann
in eine kompatible Wirtszelle transferiert. Eine Vielzahl verschiedener
Gentransfer-Techniken wird an anderer Stelle in diesem Dokument beschrieben.
Es folgt die Kultivierung der Wirtszellen für den geplanten Zweck (Amplifikation,
Expression, Subklonierung).
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In
der gesamten Anmeldung soll die Bezeichnung "Expressionskonstrukt" eine bestimmte Art von Klonierungsvehikel
umfassen, das eine Nukleinsäure
enthält,
welche für
ein Genprodukt kodiert, wobei ein Teil oder die gesamte kodierende
Nukleinsäure-Sequenz
in der Lage ist, transkribiert zu werden. Das Transkript kann dann
in ein Protein translatiert werden, wobei es jedoch nicht translatiert
werden muss. Daher umfasst die Expression in bestimmten Ausführungsformen
sowohl die Transkription eines Gens als auch Translation einer RNA
in ein Genprodukt. In anderen Ausführungsformen schließt die Expression
nur die Transkription der Nukleinsäure ein, z.B. um Antisense-Konstrukte herzustellen.
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In
bestimmten Ausführungsformen
befindet sich die Nukleinsäure
unter der transkriptionellen Kontrolle eines Promotors. Ein "Promotor" bezieht sich auf
eine DNA-Sequenz, die von der Synthesemaschinerie der Zelle oder
einer eingebrachten Synthesemaschinerie erkannt wird und dazu benötigt wird,
die spezifische Transkription eines Gens einzuleiten. Der Ausdruck "unter transkriptioneller
Kontrolle" bedeutet,
dass sich der Promotor in Bezug auf die Nukleinsäure am richtigen Ort und in
der richtigen Orientierung befindet, um die Initiation der RNA-Polymerase und die
Expression des Gens zu kontrollieren.
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Die
Bezeichnung Promotor wird vorliegend in Bezug auf eine Gruppe von
Translationskontrollmodulen verwendet werden, die um den Initiationsort
der RNA-Polymerase II gesammelt vorliegen. Viele der Gedanken über die
Organisation von Promotoren stammen von Analysen mehrerer viraler
Promotoren, einschließlich
derer für
die HSV-Thymidinkinase (tk) Transkriptionseinheit und die SV40 frühe Transkriptionseinheit.
Diese durch kürzliche
Arbeiten gestützten
Studien haben gezeigt, dass Promotoren aus diskreten funktionellen
Modulen zusammengesetzt sind, die jeweils aus etwa 7 bis 20 bp DNA
bestehen und eine oder mehrere Erkennungsstellen für Transkriptionsaktivator- oder Repressorproteine
enthalten.
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Mindestens
ein Modul in jedem Promotor wirkt, indem es die Anfangsstelle für die RNA-Synthese
hinsichtlich der Position festlegt. Das am besten bekannte Beispiel
ist die TATA-Box. In manchen Promotoren ohne TATA-Box, wie z.B.
dem Promotor für
das Säugetier-Gen
für die
terminale Deoxynukleotidyl-Transferase und dem Promotor für die späten Gene
von SV40, hilft jedoch ein über
der Startstelle selbst liegendes diskretes Element dabei, den Ort
der Initiation festzulegen.
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Zusätzliche
Promotorelemente regulieren die Häufigkeit der Transkriptionsinitiation. Üblicherweise sind
diese in dem Bereich 30-110 bp stromaufwärts der Startstelle lokalisiert,
obwohl kürzlich
für mehrere
Promotoren gezeigt wurde, dass sie auch stromabwärts der Startstelle funktionelle
Elemente enthalten. Der Abstand zwischen den Promotorelementen ist
oft flexibel, sodass eine Promotorfunktion erhalten wird, wenn die Elemente
invertiert oder relativ zueinander bewegt werden. Bei dem tk-Promotor
kann der Abstand zwischen den Promotorelementen auf bis zu 50 bp
erhöht
werden, bevor die Aktivität
abzuzunehmen beginnt. Es scheint, dass abhängig von dem Promotor die individuellen
Elemente bei der Aktivierung der Transkription entweder kooperativ
oder unabhängig
voneinander wirken.
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Es
wird angenommen, dass der bestimmte, für die Kontrolle der Expression
einer Nukleinsäure
genutzte Promotor nicht kritisch ist, solange er in der Lage ist,
die Nukleinsäure
in der Zielzelle zu exprimieren. Daher ist es bevorzugt, den kodierenden
Nukleinsäure-Bereich
angrenzend an und unter Kontrolle eines Promotors zu positionieren,
der in der Lage ist, in einer menschlichen Zelle exprimiert zu werden,
wenn eine menschliche Zelle Zielzelle ist. Allgemein gesagt kann
ein solcher Promotor entweder einen humanen oder einen viralen Promotor
enthalten. Bevorzugte Promotoren umfassen die von HSV abgeleiteten
Promotoren. Eine andere bevorzugte Ausführungsform ist der Tetracyclin-kontrollierte
Promotor.
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In
verschiedenen anderen Ausführungsformen
können
der humane "immediate-early" Gen-Promotor des
Cytomegalovirus (CMV), der frühe
Promotor von SV40 und die lange terminate Wiederholung (long terminal
repeat) des Rous-Sarkoma-Virus verwendet werden, um eine Expression
von Transgenen auf hohem Niveau zu erhalten. Die Verwendung anderer
Promotoren aus Viren oder Säugetierzellen
oder Bakteriophagen, die im Stand der Technik hinlänglich bekannt
sind, wird ebenfalls in Betracht gezogen, um eine Expression eines
Transgens zu erreichen, solange die Expressionsniveaus für den jeweiligen
Zweck ausreichend sind. Es ist vorgesehen, dass im Zusammenhang
mit der vorliegenden Erfindung beliebige Elemente/Promotoren genutzt
werden können.
Nachfolgend wird eine Liste viraler Promotoren, zellulärer Promotoren/Enhancer
und induzierbarer Promotoren/Enhancer aufgeführt, die in Kombination mit
der für
ein Gen von Interesse kodierenden Nukleinsäure in einem Expressionskonstrukt
verwendet werden könnten.
Enhancer/Promotorelemente, die für
die Verwendung mit der vorliegenden Erfindung in Betracht gezogen
werden, umfassen (sind jedoch nicht beschränkt auf): schwere Kette des
Immunglobulins, leichte Kette des Immunglobulins, T-Zell-Rezeptor, HLA
DQ α und
DQ β, β-Interferon,
Interleukin-2, Interleukin-2-Rezeptor, MHC-Klasse II 5, MHC-Klasse
II HLA-DRα, β-Actin, Muskelcreatinkinase,
Präalbumin
(Transthyretin), Elastase 1, Metallothionein, Kollagenase, Albumin-Gen, α-Fetoprotein, ι-Globin, β-Globin,
e-fos, c-HA-ras, Insulin, Neurales Zelladhäsionsmolekül (NCAM), α1-Antitrypsin, H2B (TH2B) Histon,
Maus- oder Typ I-Kollagen, Glukose-regulierte Proteine (GRP94 und
GRP78), Rattenwachstumshormon, Humanes Serum Amyloid A (SAA), Troponin
I (TN I), Blutplättchen-Wachstumsfaktor (Platelet-Derived
Growth Factor), Duchenne Muskuläre
Dystrophy, SV40, Polyoma, Retroviren, Papilloma-Virus, Hepatitis B-Virus, Humaner Immundefizienz-Virus,
Cytomegalie-Virus, Gibbon-Affen-Leukämie-Virus. Induzierbare Promotorelemente
und ihre assoziierten Inducer sind nachstehend in Tabelle 2 aufgelistet.
Diese Liste soll in Bezug auf alle möglichen Elemente, die an der
Förderung
der transgenen Expression beteiligt sind, nicht erschöpfend verstanden
werden, sondern lediglich beispielhaft für diese sein. Darüber hinaus
könnte
eine beliebige Promotor/Enhancer-Kombination (anhand der eukaryotischen
Promotor-Datenbank EPDB) ebenfalls verwendet werden, um die Expression
des Gens zu steuern. Eukaryotische Zellen können die zytoplasmatische Transkription
von be stimmten bakteriellen Promotoren unterstützen, wenn die geeignete bakterielle
Polymerase entweder als Teil des zu verabreichenden Komplexes oder
als zusätzliches
genetisches Expressionskonstrukt bereitgestellt wird.
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Enhancer
wurden ursprünglich
als genetische Elemente nachgewiesen, die ausgehend von einer entfernten
Position auf dem gleichen DNA-Molekül die Transkription eines Promotors
verstärkten.
Für diese
Fähigkeit, über eine
große
Distanz zu wirken, gab es in klassischen Studien der prokaryotischen
Transkriptionsregulation wenig Präzedenzfälle. Spätere Arbeiten zeigten, dass
DNA-Bereiche mit Enhancer-Aktivität ähnlich wie Promotoren organisiert
sind. Das heißt,
sie sind aus vielen einzelnen Elementen zusammengesetzt, von denen
jedes an ein oder mehrere Transkriptionsproteine bindet.
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Die
grundlegende Unterscheidung zwischen Enhancern und Promotoren erfolgt
anhand ihrer Wirkung. Ein Enhancer-Bereich muss als Ganzes in der
Lage sein, die Transkription über
eine Distanz hinweg zu stimulieren; dies muss auf eine Promotor-Region oder deren
Komponenten und Elemente nicht zutreffen. Andererseits muss ein
Promotor ein oder mehrere Elemente aufweisen, die die Initiation
der RNA-Synthese an einem bestimmten Ort und in einer bestimmten
Orientierung steuern, während
Enhancern diese Spezifitäten
fehlen. Promotoren und Enhancer sind oftmals überlappend und aneinander angrenzend
und scheinen oftmals eine sehr ähnliche
modulare Organisation aufzuweisen.
-
-
Die
Verwendung des Baculovirus-Systems wird mit einer Expression auf
hohem Niveau einhergehen, die von dem starken Polyhedron-Promotor
ausgeht.
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Um
eine korrekte Polyadenylierung des Transkriptes zu bewirken, wird
man üblicherweise
ein Polyadenylierungssignal verwenden. Es wird nicht davon ausgegangen,
dass die Art des Po lyadenylierungssignals für die erfolgreiche Durchführung der
Erfindung kritisch ist, und eine beliebige derartige Sequenz kann
verwendet werden. Bevorzugte Ausführungsformen umfassen das SV40-Polyadenylierungssignal
und das Polyadenylierungssignal des bovinen Wachstumshormons, die
praktisch sind und von denen man weiß, dass sie in verschiedenen
Zielzellen gut funktionieren. Als Element der Expressionskassette
wird ferner ein Terminator in Betracht gezogen. Diese Elemente können dazu
dienen, die mRNA-Mengen zu verbessern und das Durchlesen von der
Kassette in andere Sequenzen hinein zu minimieren.
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Für die effiziente
Translation kodierender Sequenzen kann ferner ein spezifisches Initiationssignal
notwendig sein. Diese Signale umfassen das ATG-Initiations-Kodon
sowie angrenzende Sequenzen. Exogene Translationskontrollsignale,
einschließlich
des ATG-Initiations-Kodons, müssen
eventuell bereitgestellt werden. Der Fachmann wird problemlos in
der Lage sein, dies herauszufinden und die notwendigen Signale bereitzustellen.
Es ist hinlänglich
bekannt, dass das Initiations-Kodon im Leserahmen (in-frame) der
gewünschten
kodierenden Sequenz sein muss, um die Translation der gesamten eingefügten Sequenz
zu gewährleisten. Die
exogenen Translationskontrollsignale und Initiations-Kodons können entweder
natürlich
oder synthetisch sein. Die Effizienz der Expression kann durch die
Verwendung geeigneter Transkriptions-Enhancer-Elemente (Bittner
et al., 1987) verbessert werden.
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In
bestimmten Ausführungsformen
kann es erwünscht
sein, spezielle, als Telomere bekannte Bereiche am Ende einer genomischen
Sequenz zu verwenden. Telomere sind an den Chromosomenenden gefundene Sequenzwiederholungen,
und es ist seit langem bekannt, dass Chromosomen mit trunkierten
Enden instabil sind, zu Fusionen mit anderen Chromosomen neigen
und auf andere Weise während
der Zellteilung verlorengehen. Einige Daten lassen darauf schliessen,
dass Telomere mit dem Nukleoproteinkomplex und der nukleären Matrix
interagieren. Eine mutmaßliche
Rolle der Telomere umfasst die Stabilisierung der Chromosomen und
das Abschirmen der Enden gegen degradierende Enzyme.
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Eine
andere mögliche
Rolle der Telomere betrifft die Replikation. Gemäß der derzeitigen Lehrmeinung beginnt
die Replikation von DNA an kurzen RNA-Primern, die sich an das 3'-Ende des Matrizenstrangs
angelagert haben. Das Ergebnis dieses Mechanismus ist ein "Replikationsproblem
der Enden", bei
dem der dem RNA-Primer entsprechende Bereich nicht repliziert wird. Über mehrere
Zellteilungen hinweg wird dies zur fortschreitenden Trunkierung
des Chromosoms führen.
Es wird angenommen, dass Telomere einen Puffer gegen diesen Effekt
bereitstellen können,
zumindest bis sie selbst durch diesen Effekt eliminiert werden.
Eine weitere, in DNA-Segmenten zu verwendende Struktur ist ein Centromer.
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In
bestimmten Ausführungsformen
der Erfindung kann das Einbringen einer Nukleinsäure in eine Zelle in vitro
oder in vivo identifiziert werden, indem ein Marker in das Expressionskonstrukt
eingeschlossen wurde. Der Marker würde zu einer identifizierbaren
Veränderung
der transfizierten Zelle führen,
die eine problemlose Identifizierung der Expression erlaubt.
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Mehrere
Selektionssysteme können
verwendet werden, einschließlich
der Gene für
die Thymidinkinase des Herpes simplex Virus (Wigler et al., 1977),
die Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyltransferase (Szybalska et al.,
1962) und die Adeninphosphoribosyltransferase (Lowy et al., 1980)
in tk-, hgprt bzw. aprt- Zellen; die
Selektionssysteme sind jedoch nicht auf diese beschränkt. Die
Resistenz gegen Antimetaboliten kann ebenfalls als Grundlage für die Selektion
nach dhfr, welches Resistenz gegen Methotrexat verleiht (Wigler
et al., 1980; O'Hare
et al., 1981); gpt, welches Resistenz gegen Mikrophenolsäure verleiht
(Mulligan et al., 1981); neo, welches Resi stenz gegen das Aminoglykosid
G-418 verleiht (Colberre-Garapin et al., 1981); und hygro, welches
Resistenz gegen Hygromycin verleiht, verwendet werden.
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Normalerweise
hilft die Verwendung eines Medikamenten-Selektionsmarkers, wie z.B. Neomycin,
Puromycin, Hygromycin, DHFR, GPT, Zeocin und Histidinol, bei der
Klonierung und Selektion von Transformanten. Alternativ dazu können Enzyme
wie die Thymidinkinase des Herpes-simplex-Virus (tk) (eukaryotisch)
oder die Chloramphenicol-Acetyl-Transferase (CAT) (prokaryotisch)
verwendet werden. Auch immunologische Marker können verwendet werden. Es wird
nicht davon ausgegangen, dass der verwendete selektierbare Marker wichtig
ist, solange er in der Lage ist, gleichzeitig mit der für ein Genprodukt
kodierenden Nukleinsäure
exprimiert zu werden. Weitere Beispiele für selektierbare Marker sind
dem Fachmann hinlänglich
bekannt.
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In
bestimmten Ausführungsformen
werden interne Ribosomenbindungsstellen (IRES)-Elemente verwendet,
um Multigen-mRNA oder polycistronische mRNA herzustellen. IRES-Elemente
sind in der Lage, den Mechanismus der Überprüfung durch das Ribosom bei
der Translation, die von der 5' methylierten
Kappe abhängt,
zu vermeiden, und führen
zum Beginn der Translation an internen Stellen (Pelletier und Sonenberg, 1988).
Es wurden IRES-Elemente
von zwei Mitgliedern der Picornavirus-Familie (Polio und Encephalomyocarditis)
beschrieben (Pelletier und Sonenberg, 1988), sowie eine IRES einer
Säugetier-mRNA
(Macejak und Sarnow, 1991). IRES-Elemente können mit heterologen offenen
Leserahmen verbunden sein. Mehrere offene Leserahmen können zusammen
transkribiert werden, jeweils getrennt durch eine IRES, was zur
Bildung von polycistronischen mRNAs führt. Durch das IRES-Element
ist jeder offene Leserahmen den Ribosomen für eine effiziente Translation
zugänglich.
Mehrere Gene können
effizient exprimiert werden, indem ein einzelner Promo tor/Enhancer
verwendet wird, um eine einzelne mRNA zu transkribieren.
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Jeder
heterologe offene Leserahmen kann mit IRES-Elementen verbunden sein.
Dies umfasst Gene für
Sekretionsproteine, Proteine mit mehreren durch unabhängige Gene
kodierten Untereinheiten, intrazelluläre oder membrangebundene Proteine
und selektierbare Marker. Auf diese Art kann die gleichzeitige Expression
mehrerer Proteine in einer Zelle mit einem einzigen Konstrukt und
einem einzigen selektierbaren Marker erreicht werden.
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D. Kodierte Proteine
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In
der vorliegenden Anmeldung nutzen die Erfinder genetische Informationen
zu Zwecken der Herstellung oder Synthese. Die vollständige Genomsequenz
wird einen Katalog aller für
das Überleben,
die Reproduktion, Evolution und Artbildung eines Organismus notwendigen
Gene ergeben, und die genomische Information kann (geeignete hochtechnologische
Werkzeuge vorausgesetzt) verändert
oder sogar aus dem "Nichts" hergestellt werden,
um Leben zu synthetisieren. Es wird daher in Betracht gezogen, dass
eine Kombination geeigneter Gene zur Energieerzeugung, regulatorischer
Gene und anderer funktioneller Gene konstruiert werden könnte, die
ausreichen würde,
einen künstlichen
Organismus mit den grundlegenden Funktionalitäten auszustatten, um ein unabhängiges Überleben
zu ermöglichen.
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Um
dieses Ziel zu erreichen, nutzt die vorliegende Erfindung bekannte
cDNA-Sequenzen für
jedes beliebige Gen, um Proteine in einem künstlichen Organismus zu exprimieren.
Jedes in dieser Erfindung auf diese Weise exprimierte Protein kann
für bestimmte
Zwecke nach im Stand der Technik hinlänglich bekannten Methoden modifiziert
werden. Zum Beispiel können
bestimmte Peptidreste derivatisiert oder chemisch modifiziert werden,
um die Immunantwort zu verändern
oder eine Kopplung des Peptids an andere Mittel zu ermöglichen. Es
ist ferner möglich,
bestimmte Aminosäuren
innerhalb der Peptide zu verändern,
ohne die Gesamtstruktur oder Antigenizität des Peptids zu beeinträchtigen.
Solche Änderungen
werden daher als "konservative" Änderungen bezeichnet und neigen
dazu, sich auf die Hydrophilizität
oder Polarität
des Restes zu stützen.
Die Größe und/oder
Ladung der Seitenketten sind bei der Bestimmung, welche Substitutionen
konservativ sind, ebenfalls relevante Faktoren.
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Sobald
die vollständige
kodierende Sequenz eines Gens bestimmt wurde, kann das Gen in ein
geeignetes Expressionssystem eingebracht werden. Das Gen kann in
einer beliebiger Anzahl verschiedener rekombinanter DNA-Expressionssysteme
exprimiert werden, um große
Mengen des Polypeptidproduktes herzustellen, welches anschließend aufgereinigt
und dazu verwendet werden kann, Tiere für die Herstellung von Antiseren
zu impfen, die Gegenstand weiterer Studien sein können.
-
Beispiele
für dem
Fachmann bekannte Expressionssysteme umfassen Bakterien, wie z.B.
E. coli, Hefen, wie z.B. Saccharomyces cerevisia und Pichia pastoris,
Baculovirus, und Säugetier-Expressionssysteme wie
COS- oder CHO-Zellen. In einer Ausführungsform werden die Polypeptide
in E. coli und in Baculovirus-Expressionssystemen exprimiert. Es
kann ein vollständiges
Gen exprimiert werden oder es können
alternativ dazu Fragmente des Gens, die für Teile des Peptids kodieren,
hergestellt werden.
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In
einer Ausführungsform
wird die für
das Polypeptid kodierende Gensequenz analysiert, um mutmaßliche Transmembransequenzen
nachzuweisen. Solche Sequenzen sind üblicherweise sehr hydrophob
und werden problemlos durch Standard-Sequenzanalyse- Software, wie z.B.
MacVector (IBI, New Haven, CT), nachgewiesen. Die Anwesenheit von
Transmembransequenzen ist bei der Synthese eines rekombinanten Proteins
in zahlreichen Expressionssystemen, insbesondere in E. coli, oftmals
schädlich,
da sie zur Produktion unlöslicher
Aggregate führt,
die schwer in die nativen Konformation des Proteins zu renaturieren
sind. Die Deletion von Transmembransequenzen ändert üblicherweise die Konformation
der restlichen Proteinstruktur nicht signifikant.
-
Darüber hinaus
sind Transmembransequenzen, die per Definition innerhalb einer Membran
eingebettet sind, unzugänglich.
Daher werden Antikörper
gegen diese Sequenzen sich für
in vivo oder in situ-Studien nicht als nützlich erweisen. Die Deletion
von Transmembran-kodierenden Sequenzen aus den für die Expression genutzten
Genen kann mit Standardtechniken erreicht werden. Zum Beispiel können zufällig lokalisierte Restriktionsenzymschnittstellen
verwendet werden, um das gewünschte
Genfragment auszuschneiden, oder es kann eine PCRTM-artige
Amplifikation verwendet werden, um nur den gewünschten Teil des Gens zu amplifizieren.
Der Fachmann wird erkennen, dass solche Änderungen so gestaltet werden
müssen,
dass sie den Translations-Leserahmen
für stromabwärts liegende
Teile der Proteinkodierenden Sequenz nicht ändern.
-
In
einer Ausführungsform
wird eine Computersequenzanalyse verwendet, um die Lokalisierung
der vorhergesagten hauptsächlichen
antigenen Determinanten-Epitope des Polypeptids zu bestimmen. Software, die
diese Analyse ausführen
kann, ist kommerziell problemlos erhältlich, z.B. MacVector (IBI,
New Haven, CT). Diese Software benutzt normalerweise Standardalgorithmen,
wie z.B. das Kyte/Doolittle- oder das Hopp/Woods-Verfahren zur Lokalisierung hydrophiler
Sequenzen, die charakteristischerweise auf der Oberfläche von
Proteinen gefunden werden und daher wahrscheinlich als antigene
Determinanten wirken.
-
Sobald
diese Analyse durchgeführt
wurde, können
Polypeptide hergestellt werden, die mindestens die essentiellen
Merkmale der antigenen Determinanten enthalten und für die Erzeugung
von Antiseren gegen das Polypeptid genutzt werden können. Minigene
oder Gen-Fusionen, die für
diese Determinanten kodieren, können
konstruiert und mittels Standardmethoden in Expressionsvektoren
eingefügt
werden, z.B. durch PCRTM-Methoden.
-
Das
für ein
Polypeptid kodierende Gen oder Genfragment kann mittels Standard-Subklonierungsmethoden
in einen Expressionsvektor eingebracht werden. In einer Ausführungsform
wird ein E. coli-Expressionsvektor verwendet, der das rekombinante
Polypeptid als Fusionsprotein produziert, was eine schnelle Affinitätsreinigung
des Proteins erlaubt. Beispiele für solche Fusionsprotein-Expressionssysteme
sind das Glutathion-S-Transferase-System (Pharmacia, Piscataway,
NJ), das Maltosebindungs protein-System (NEB, Beverley, MA), das
FLAG-System (IBI, New Hauen, CT) und das 6×His-System (Qiagen, Chatsworth,
CA).
-
Einige
dieser Systeme erzeugen rekombinante Polypeptide, die nur eine kleine
Anzahl zusätzlicher Aminosäuren tragen,
welche die antigenen Eigenschaften des rekombinanten Polypeptids
wahrscheinlich nicht beeinflussen. Zum Beispiel fügen sowohl
das FLAG-System als auch das 6×His-System
nur kurze Sequenzen hinzu, wobei bekannt ist, dass diese kaum antigen
sind und die Faltung des Polypeptids zu seiner nativen Konformation
nicht negativ beeinflussen. In anderen Fusionssystemen werden Polypeptide
hergestellt, bei denen es erstrebenswert ist, den Fusionspartner
von dem gewünschten
Polypeptid abzuspalten. In einer Ausführungsform ist der Fusionspartner
mit dem rekombinanten Polypeptid über eine Peptidsequenz verbunden,
die eine spezifische Erkennungssequenz für eine Protease enthält. Bei spiele
geeigneter Sequenzen sind solche, die durch die Tobacco Etch Virus-Protease
(Life Technologies, Gaithersburg, MD) oder durch Faktor Xa (New
England Biolabs, Beverley, MA) erkannt werden.
-
Rekombinante
Bakterienzellen, z.B. E. coli, werden in einem von mehreren geeigneten
Medien, z.B. LB, angezüchtet,
und die Expression des rekombinanten Polypeptids wird durch Zugabe
von IPTG zum Medium oder durch Übergang
der Inkubation auf eine höhere
Temperatur induziert. Nach Anzüchten
der Bakterien für
einen weiteren Zeitraum von zwischen 2 bis 24 Stunden werden die
Zellen durch Zentrifugation gesammelt und gewaschen, um restliches
Medium zu entfernen. Die Bakterienzellen werden anschließend lysiert,
z.B. durch Auseinanderreißen
in einem Zellhomogenisator, und zentrifugiert, um die dichten Einschlusskörper und Zellmebranen
von den löslichen
Zellkomponenten zu trennen. Diese Zentrifugation kann unter Bedingungen durchgeführt werden,
durch die die dichten Einschlusskörper selektiv angereichert
werden, indem Zucker wie Saccharose im Puffer verwendet und die
Zentrifugation bei einer selektiven Geschwindigkeit durchgeführt wird.
-
In
einer anderen Ausführungsform
ist das verwendete Expressionssystem ein durch den Polyhedron-Promotor
von Baculovirus geregeltes Expressionssystem. Das für das Polypeptid
kodierende Gen kann durch Standardtechniken manipuliert werden,
um die Klonierung in den Baculovirus-Vektor zu erleichtern. Ein Baculovirus-Vektor
ist der pBlueBac-Vektor (Invitrogen, Sorrento, CA). Der das Gen
für das
Polypeptid tragende Vektor wird mit Standardmethoden in Spodoptera
frugiperda (Sf9)-Zellen
transfiziert, und die Zellen werden kultiviert und prozessiert,
um das rekombinante Antigen herzustellen. Siehe Summers et al.,
A MANUAL OF METHODS FOR BACULORIRUS VECTORS AND INSECT CELL CULTURE
PROCEDURES, Texas Agricultural Experimental Station.
-
Beim
Gestalten eines Gens, das für
ein bestimmtes Polypeptid kodiert, kann der Hydropathie-Index der
Aminosäuren
in Betracht gezogen werden. Tabelle 3 stellt eine Kodontabelle bereit,
die Nukleinsäuren zeigt,
welche für
eine bestimmte Aminosäure
kodieren. Die Wichtigkeit des Hydropathie-Aminosäure-Index bei der Übertragung von interaktiven
biologischen Funktionen auf ein Protein ist im Stand der Technik
allgemein anerkannt (Kyte & Doolittle,
1982). Nachfolgend stellt eine kurze Diskussion des Hydropathie-Aminosäure-Index
im Hinblick auf die Verwendung im Rahmen der vorliegenden Erfindung
dar.
-
-
Es
ist akzeptiert, dass der relative Hydropathiecharakter der Aminosäure zur
Sekundärstruktur
des sich ergebenden Proteins beiträgt, die wiederum die Interaktion
des Proteins mit anderen Molekülen,
z.B. Enzymen, Substraten, Rezeptoren, DNA, Antikörpern, Antigenen und Ähnlichem,
bestimmt.
-
Jeder
Aminosäure
wurde auf der Grundlage ihrer Hydrophobizität und ihrer Ladungseigenschaften
ein Hydropathie-Index zugeordnet (Kyte & Doolittle, 1982); diese sind: Isoleucin
(+4,5); Valin (+4,2); Leucin (+3,8); Phenylalanin (+2,8); Cystein/Cystin
(+2,5); Methionin (+1,9); Alanin (+1,8); Glycin (–0,4); Threonin
(–0,7);
Serin (–0,8);
Tryptophan (–0,9)
Tyrosin (–1,3);
Prolin (–1,6);
Histidin (–3,2);
Glutamat (–3,5);
Glutamin (–3,5);
Aspartat (–3,5);
Asparagin (–3,5);
Lysin (–3,9)
und Arginin (–4,5).
-
Es
ist im Stand der Technik bekannt, dass bestimmte Aminosäuren durch
andere Aminosäuren
mit einem ähnlichen
Hydropathie-Index
oder -Wert ersetzt werden können,
was immer noch zu einem Protein mit ähnlicher biologischer Aktivität führt, d.h.
dass immer noch ein biologisch funktionell äquivalentes Protein erhalten
wird. Bei der Durchführung
solcher Änderungen
wird die Substitution von Aminosäuren
mit Hydropathie-Indices im Bereich von ±2 bevorzugt, wobei solche
mit Indices im Bereich von ±1
stärker
bevorzugt werden, und solche im Bereich von ±0,5 noch stärker bevorzugt
werden.
-
Es
ist im Stand der Technik ferner bekannt, dass die Substitution ähnlicher
Aminosäuren
auf Basis der Hydrophilizität
wirksam durchgeführt
werden kann. US-Patent 4,554,101, vorliegend durch Bezugnahme umfasst,
stellt fest, dass die größte lokale
durchschnittliche Hydrophilizität
eines Proteins, die durch die Hydrophilizität seiner benachbarten Aminosäuren bestimmt wird,
mit einer biologischen Eigenschaft des Proteins korreliert.
-
Wie
im US-Patent 4,554,101 im Detail beschrieben, wurden den Aminosäureresten
folgende Hydrophilizitätswerte
zugeordnet: Arginin (+3,0); Lysin (+3,0); Aspartat (+3,0 ±1); Glutamat
(+3,0 ±1);
Serin (+0,3); Asparagin (+0,2); Glutamin (+0,2); Glycin (0); Threonin
(–0,4);
Prolin (–0,5 ±1); Alanin
(–0,5);
Histidin (–0,5); Cystein
(–1,0);
Methionin (–1,3);
Valin (–1,5);
Leucin (–1,8);
Isoleucin (–1,8);
Tyrosin (–2,3);
Phenylalanin (–2,5); Tryptophan
(–3,4).
-
Es
ist ersichtlich, dass eine Aminosäure gegen eine andere Aminosäure ersetzt
werden kann, die einen ähnlichen
Hydrophilizitätswert
aufweist, und immer noch ein biologisch äquivalentes und immunologisch äquivalentes
Protein erhalten werden kann. Bei solchen Änderungen wird die Substitution
von Aminosäuren mit
Hydropathie-Indices im Bereich von ±2 bevorzugt, wobei solche
mit Indices im Bereich von ±1
stärker
bevorzugt werden, und solche im Bereich von ±0,5 noch stärker bevorzugt
werden.
-
Wie
oben beschrieben basieren Aminosäuresubstitutionen
im Allgemeinen auf der relativen Ähnlichkeit der Aminosäureseitenkettensubstituenten,
z.B. in Bezug auf ihre Hydrophobizität, Hydrophilizität, Ladung, Größe und Ähnlichem.
Beispielhafte Substitutionen, die verschiedene der obigen Charakteristika
in Betracht ziehen, sind dem Fachmann hinlänglich bekannt und umfassen:
Arginin und Lysin; Glutamat und Aspartat; Serin und Threonin; Glutamin
und Asparagin; sowie Valin, Leucin und Isoleucin.
-
E. Expression und Bereitstellen
von Genen
-
2. Expression
-
Sobald
das gestaltete Gen, Genom oder biologische System nach den vorliegend
beschriebenen Verfahren hergestellt worden ist; können die
Polynukleotide als von dem Gen, Genom oder biologischen System kodierte
Peptide oder Proteine exprimiert werden. Das Konstruieren der Nukleotide
zur Expression in einem prokaryotischen oder eukaryotischen System
kann mittels Methoden durchgeführt
werden, die dem Fachmann für
rekombinante Expression allgemein bekannt sind. Daher können Promotoren
oder andere Elemente, die für
ein Bakterien-, Säugetier-
oder anderes System spezifisch sind, von der Polynukleotidsequenz
umfasst sein. Es wird davon ausgegangen, dass im Wesentlichen jedes
Expressionssystem bei der Expression der beanspruchten Nukleinsäuresequenzen
verwendet werden kann.
-
Die
künstlich
erzeugten Polynukleotidsequenzen sind zur eukaryotischen Expression
geeignet, da die Wirtszelle im Allgemeinen die genomischen Transkripte
prozessieren wird, was zu funktioneller mRNA für die Translation in Proteine
führt.
Es wird davon ausgegangen, dass die Verwendung einer Designer-Gen-Version Vorteile
bereitstellen wird, die darin liegen, dass die Größe des Gens
normalerweise. viel kleiner und leichter dazu verwendbar sein wird,
die Zielzelle zu transfizieren, als dies bei einem genomischen Gen
der Fall ist, welches im Vergleich zum Designer-Gen üblicherweise
bis zu einer Größenordnung
größer sein
wird. Der Erfinder schließt
jedoch die Möglichkeit
nicht aus, eine genomische Version eines bestimmten Gens zu nutzen,
wo dies gewünscht
ist.
-
Wie
vorliegend verwendet, sollen die Bezeichnungen "manipulierte" und "rekombinante" Zellen sich auf eine Zelle beziehen,
in die ein vorliegend beschriebenes exogenes Polynukleo tid eingebracht
worden ist. Damit sind manipulierte Zellen unterscheidbar von natürlich vorkommenden
Zellen, die kein rekombinant eingebrachtes exogenes Polynukleotid
enthalten. Manipulierte Zellen sind damit Zellen, in die durch menschliches
Einwirken ein Gen oder Gene eingebracht wurde (n). Rekombinante
Zellen umfassen solche, die eingebrachte Polynukleotide aufweisen,
und umfassen ferner Polynukleotide, die an einen Promotor angrenzend positioniert
sind, der nicht natürlicherweise
mit dem betreffenden, eingebrachten Gen assoziiert ist.
-
Um
ein rekombinantes, kodiertes Protein oder Peptid (entweder mutiert
oder vom Wildtyp) gemäß der vorliegenden
Erfindung zu exprimieren, würde
man einen Expressionsvektor herstellen, der eine der beanspruchten
isolierten Nukleinsäuren
unter Kontrolle von einem oder mehreren Promotoren umfasst. Um eine kodierende
Sequenz "unter die
Kontrolle" eines
Promotors zu bringen, positioniert man das 5'-Ende der Translations-Initiierungsstelle
des Leserahmens im Allgemeinen etwa 1 bis 50 Nukleotide "stromabwärts" von (d.h., 3' von) dem gewählten Promotor.
Der "stromaufwärts liegende" Promotor stimuliert
die Transkription der eingefügten
DNA und fördert
die Expression des kodierten rekombinanten Proteins. Dies ist die
Bedeutung von "rekombinanter
Expression" in dem
vorliegend verwendeten Kontext.
-
Es
sind viele Standardtechniken verfügbar, um Expressionsvektoren
zu konstruieren, die die geeigneten Nukleinsäuren sowie transkriptionale/translationale
Kontrollsequenzen enthalten, um eine Protein- oder Peptidexpression
in einer Vielzahl von Wirtsexpressionssystemen zu erreichen. Zelltypen,
die für
die Expression verfügbar
sind, umfassen Bakterien, wie E. coli und B. subtilis, die mit rekombinanter
Phagen-DNA, Plasmid-DNA oder Cosmid-DNA transformiert sind, sind
aber nicht auf diese beschränkt.
-
Bestimmte
Beispiele prokaryotischer Wirte sind E. coli Stamm RR1, E. coli
LE392, E. coli B, E. coli χ 1776
(ATCC No. 31537), sowie E. coli W3110 (F-, lambda-, prototroph,
ATCC No. 273325); Bacilli, wie beispielsweise Bacillus subtilis;
und andere Enterobacteriaceae wie Salmonella typhimurium, Serratia
marcescens und verschiedene Pseudomonas-Arten.
-
Im
Allgemeinen werden Plasmidvektoren, die Replikon- und Kontrollsequenzen
enthalten, welche von Spezies abgeleitet sind, die mit der Wirtszelle
kompatibel sind, in Verbindung mit diesen Wirten verwendet. Der Vektor
trägt normalerweise
eine Replikationsstelle sowie Markierungssequenzen, die in der Lage
sind, eine phänotypische
Selektion der transformierten Zellen zu ermöglichen. Zum Beispiel wird
E. coli oft unter Verwendung von pBR322 transformiert, einem aus
einer E. coli-Spezies erhaltenen Plasmid. Plasmid pBR322 enthält Gene
für Ampicillin- und Tetracyclinresistenz
und stellt damit Mittel zur leichten Identifizierung transformierter Zellen
bereit. Das Plasmid pBR322 oder ein sonstiges mikrobielles Plasmid
oder ein Phage muss ferner Promotoren enthalten, die von dem mikrobiellen
Organismus für
die Expression seiner eigenen Proteine verwendet werden können, oder
es muss entsprechend verändert
werden, sodass es sie enthält.
-
Zusätzlich können Phagenvektoren,
die Replikon- und Kontrollsequenzen enthalten, welche mit dem Wirtsmikroorganismus
kompatibl sind, als Transformationsvektoren in Verbindung mit diesen
Wirten verwendet werden. Zum Beispiel kann der Phage lambda GEMTM-11 zur Herstellung eines rekombinanten
Phagenvektors verwendet werden, der zur Transformation von Wirtszellen,
wie z.B. E. coli LE392, verwendet werden kann.
-
Weitere
nützliche
Vektoren umfassen die pIN-Vektoren (Inouye et al., 1985) sowie die
pGEX-Vektoren zur Verwendung bei der Herstellung von löslichen
Glutathion S-Transferase (GST)-Fusionsproteinen
für die spätere Aufreinigung
und Trennung oder Spaltung. Andere geeignete Fusionsproteine sind
solche mit β-Galaktosidase,
Ubiquitin oder Ähnlichen.
-
Die
bei der Konstruktion rekombinanter DNA am häufigsten verwendeten Promotoren
umfassen die β-Lactamase
(Penicillinase)-, Lactose- und Tryptophan (trp)-Promotorsysteme.
Während
diese am häufigsten verwendeten
werden, wurden andere mikrobielle Promotoren entdeckt und verwendet,
und Details bezüglich ihrer
Nukleotidsequenzen wurden veröffentlicht,
was den Fachmann in die Lage versetzt, sie funktionell mit Plasmidvektoren
zu ligieren.
-
Für die Expression
in Saccharomyces wird z.B. häufig
das Plasmid YRp7 verwendet (Stinchcomb et al. 1979; Kingsman et
al. 1979; Tschemper et al. 1980). Dieses Plasmid enthält das trp1-Gen, das einen Selektionsmarker
für einen
mutierten Hefe-Stamm bereitstellt, dem die Fähigkeit fehlt, in Tryptophan
zu wachsen, z.B. ATCC Nr. 44076 oder PEP4-1 (Jones, 1977). Die Gegenwart
der trp1-Läsion
als Eigenschaft des Genoms der Hefe-Wirtszelle sorgt dann für eine wirksame
Umgebung für
die Detektion der Transformation durch Anzüchten in Abwesenheit von Tryptophan.
-
Geeignete
Promotorsequenzen in Hefevektoren umfassen die Promotoren für die 3-Phosphoglycerat-Kinase
(Hitzeman et al., 1980) oder andere glykolytische Enzyme (Hess et
al., 1968; Holland et al., 1978), wie z.B. Enolase, Glyceraldehyd-3-Phosphatdehydrogenase,
Hexokinase, Pyruvatdecarboxylase, Phosphofruktokinase, Glukose-6-Phosphatisomerase,
3-Phosphoglyceratmutase, Pyruvatkinase, Triosephosphat-Isomerase,
Phosphoglukose-Isomerase, und Glukokinase. Bei der Konstruktion
geeigneter Expressionsplasmide werden die mit diesen Genen assoziierten
Terminationssequenzen ebenfalls 3' von der Sequenz, deren Expression gewünscht ist,
in den Expressionsvektor ligiert, um eine Polyadenylierung der mRNA
und eine Termination bereitzustellen.
-
Andere
geeignete Promotoren, die den zusätzlichen Vorteil einer durch
Wachstumsbedingungen gesteuerten Transkription aufweisen, umfassen
die Promotorregion von Alkoholdehydrogenase 2, Isocytochrom C, saure
Phosphatase, mit dem Stickstoffmetabolismus assoziierte degradative
Enzyme, sowie die der bereits erwähnten Glyceraldehyd-3-Phosphatdehydrogenase,
und die von Enzymen, welche für
die Nutzung von Maltose- und Galaktose verantwortlich sind.
-
Darüber hinaus
zu Mikroorganismen können
auch von multizellulären
Organismen abgeleitete Zellkulturen als Wirte verwendet werden.
Im Prinzip kann mit einer beliebigen Zellkultur gearbeitet werden,
sei es aus Vertebraten- oder Invertebraten-Kultur. Zusätzlich zu Säugetierzellen umfassen sie
Insektenzell-Systeme, die mit rekombinanten Virus-Expressionsvektoren
(z.B. Baculovirus) infiziert sind, und Pflanzenzell-Systeme, die mit
rekombinanten Virus-Expressionsvektoren (z.B. Blumenkohlm-osaik-Virus,
CaMV; Tabakmosaik-Virus, TMV) infiziert oder mit rekombinanten Plasmid-Expressionsvektoren
(z.B. Ti-Plasmid)
transformiert sind, welche eine oder mehrere kodierende Sequenzen
enthalten.
-
In
einem nützlichen
Insektensystem wird das Autograph californica nuclear Polyhedrosis-Virus
(AcNPV) als Vektor zur Expression fremder Gene verwendet. Das Virus
wächst
in Spodoptera frugiperda-Zellen. Die isolierten Nukleinsäure-kodierenden
Sequenzen werden in nicht-essentielle Bereiche des Virus kloniert (z.B.
in das Polyhedron-Gen) und unter Kontrolle eines AcNPV-Promotors
gebracht (z.B. des Polyhedron-Promotors). Die erfolgreiche Insertion
der kodierenden Sequenzen führt
zur Inaktivierung- des Polyhedron-Gens und Produktion von nicht- verschlossenem rekombinanten
Virus (d.h. Virus, dem die durch das Polyhedron-Gen kodierte Proteinhülle fehlt).
Diese rekombinanten Viren werden dann verwendet, um Spodoptera frugiperda-Zellen
zu infizieren, in denen das insertierte Gen exprimiert wird (z.B.
US-Patent Nr. 4,215,051).
-
Beispiele
für nützliche
Säugetier-Wirtszelllinien
sind VERO- und HeLa-Zellen,
Ovarzelllinien des chinesischen Hamsters (CHO), sowie die Zelllinien
W138, BHK, COS-7, 293, HepG2, NIH3T3, RIN und MDCK. Darüber hinaus
kann eine Wirtszelle ausgewählt
werden, die auf eine bestimmte gewünschte Art die Expression der
insertierten Sequenzen moduliert oder das Genprodukt modifiziert
und prozessiert. Solche Modifikationen (z.B. Glykosylierung) und
Prozessierung (z.B. Spaltung) von Proteinprodukten kann für die Funktion
des kodierten Proteins wichtig sein.
-
Verschiedene
Wirtszellen haben charakteristische und spezifische Mechanismen
für die
post-translationale Prozessierung und die Modifikation von Proteinen.
Geeignete Zelllinien oder Wirtssysteme können gewählt werden, um die richtige
Modifikation und Prozessierung des exprimierten fremden Proteins
zu gewährleisten.
Expressionsvektoren für
die Verwendung in Säugetierzellen
enthalten normalerweise einen Replikationsursprung (soweit notwendig),
einen vor dem zu exprimierenden Gen lokalisierten Promotor, zusammen
mit jeglichen notwendigen Ribosomenbindungsstellen, RNA-Spleißstellen,
Polyadenylierungsstellen und Transkriptionsterminations-Sequenzen.
Der Replikationsursprung kann entweder durch die Konstruktion des
Vektors bereitgestellt werden, sodass dieser einen exogenen Ursprung
enthält,
z.B. abgeleitet von SV40 oder anderen viralen Quellen (z.B. Polyoma,
Adeno, VSV, BPV), oder er kann durch den Chromosomen-Replikationsmechanismus
der Wirtszelle bereitgestellt werden. Wenn der Vektor in das Wirtszellchromosom
integriert, ist letzteres oftmals ausreichend.
-
Die
Promotoren können
vom Genom von Säugetierzellen
(z.B. Metallothionein-Promotor) oder von Säugetier-Viren (z.B. dem späten Adenovirus-Promotor;
dem Vacciniavirus 7,5K-Promotor) abgeleitet sein. Darüber hinaus
ist es ferner möglich
und kann erstrebenswert sein, einen Promotor oder Kontrollsequenzen zu
verwenden, die normalerweise mit der gewünschten Gensequenz assoziiert
sind, vorausgesetzt, dass solche Kontrollsequenzen mit den Wirtszellsystemen
kompatibel sind.
-
Auch
spezifische Initiationssignale können
für eine
effiziente Translation der beanspruchten isolierten kodierenden
Nukleinsäure-Sequenzen
notwendig sein. Diese Signale umfassen das ATG-Initiationskodon
und angrenzende Sequenzen. Exogene Translationskontrollsignale,
einschließlich
des ATG-Initiationskodons, könnten
zusätzlich
erforderlich sein. Der Fachmann wäre problemlos dazu in der Lage,
diese Notwendigkeit zu erkennen und die notwendigen Signale bereitzustellen.
Es ist hinlänglich
bekannt, dass das Initiationskodon im selben Leserahmen (in-frame
oder in-phase) mit der gewünschten
kodierenden Sequenz sein muss, um die Translation der vollständigen eingefügten Sequenz
zu gewährleisten.
Diese exogenen Translations-Kontrollsignale
und Initiationskodons können
vielfältiger
Herkunft sein, sowohl natürlicher
als auch synthetischer. Die Effizienz der Expression kann durch
Einschluss geeigneter Transkriptions-Enhancer-Elemente oder Transkriptions-Terminatoren
verbessert werden (Bittner et al., 1987).
-
Bei
der eukaryotischen Expression wird man darüber hinaus üblicherweise anstreben, in
die Transkriptionseinheit eine geeignete Polyadenylierungsstelle
(z.B. 5'-AATAAA-3') einzubauen, wenn
in dem ursprünglich
klonierten Segment keine enthalten war. Üblicherweise liegt die Stelle,
an der polyA hinzugefügt wird,
etwa 30 bis 2000 Nukleotide "stromabwärts" von der Terminationsstelle
des Proteins an einer Position vor der Transkriptionstermination.
-
Für die langfristige
Produktion rekombinanter Proteins mit hoher Ausbeute wird eine stabile
Expression bevorzugt. Zum Beispiel können Zelllinien konstruiert
werden, die stabil für
Proteine kodierende Konstrukte exprimieren. Statt Expressionsvektoren
zu verwenden, die virale Replikationsursprünge enthalten, können Wirtszellen
mit Vektoren, die durch geeignete Expressions-Kontrollelemente kontrolliert
werden (z.B. Promotor, Enhancer, Sequenzen, Transkriptionsterminatoren,
Polyadenylierungsstellen etc.), und einem selektierbaren Marker
transformiert werden. Nach Einbringen der fremden DNA kann man es
den manipulierten Zellen erlauben, für 1 bis 2 Tage in einem angereicherten
Medium zu wachsen; anschließend
werden sie auf ein Selektionsmedium übertragen. Der selektierbare
Marker in dem rekombinanten Plasmid verleiht Resistenz gegen die
Selektion und erlaubt es den Zellen, das Plasmid stabil in ihre
Chromosomen zu integrieren und unter Bildung von Foci zu wachsen,
die wiederum kloniert und zu Zelllinien expandiert werden können.
-
Es
wird in Betracht gezogen, dass die erfindungsgemäßen Nukleinsäuren "überexprimiert" werden können, d.h.
dass sie im Verhältnis
zu ihrer natürlichen
Expression in menschlichen Zellen oder sogar im Verhältnis zu
der Expression anderer Proteine in der rekombinanten Wirtszelle
im verstärkten
Ausmaß exprimiert werden
können.
Eine solche Überexpression
kann durch eine Vielzahl von Methoden, einschließlich radioaktiver Markierung
und/oder Proteinaufreinigung, bestimmt werden. Einfache und direkte
Methoden werden jedoch bevorzugt, z.B. solche, die eine SDS-PAGE
und Proteinfärbung
oder Westernblot umfassen, gefolgt von quantitativen Analysen, wie
densitometrischem Scannen des erhaltenen Gels oder Blots. Eine spezifische
Zunahme der Menge an rekombinantem Protein oder Peptid im Ver gleich
zu der Menge in natürlichen
menschlichen Zellen weist auf Überexpression
hin, ebenso wie eine relative Anhäufung des spezifischen Proteins
im Verhältnis
zu anderen durch die Wirtszelle hergestellten Proteinen, und z.B.
Sichtbarkeit auf einem Gel.
-
II. Bereitstellung
-
In
verschiedenen Ausführungsformen
der Erfindung kann das Expressionskonstrukt einen Virus oder ein
manipuliertes, von einem viralen Genom abgeleitetes Konstrukt umfassen.
Die Fähigkeit
bestimmter Viren, über
Rezeptor-vermittelte Endocytose in Zellen einzudringen und in das
Wirtszellgenom zu integrieren und stabil und effizient virale Gene
zu exprimieren, haben sie zu attraktiven Kandidaten für den Transfer
fremder Gene in Säugerzellen
gemacht (Ridgeway, 1988; Nicolas und Rubenstein, 1988; Baichwal
und Sugden, 1986; Temin, 1986). Die ersten als Vektoren verwendeten
Viren waren DNA-Viren, einschließlich der Papovaviren (Simian Virus
40, Bovines Papillomavirus und Polyoma) (Ridgeway, 1988; Baichwal
und Sugden, 1986) und Adenoviren (Ridgeway, 1988; Baichwal und Sugden,
1986) und Adenoassoziierten Viren. Auch Retroviren sind attraktive
Gentransfervehikel (Nicolas und Rubenstein, 1988; Temin, 1986),
ebenso wie Vaccinia-Virus (Ridgeway, 1988) und Adeno-assoziiertes
Virus (Ridgeway, 1988). Solche Vektoren können verwendet werden, um (i)
Zelllinien in vitro zum Zwecke der Expression von Proteinen von
Interesse zu transformieren oder (ii) Zellen in vitro oder in vivo
zu transformieren, um therapeutische Polypeptide in einem Gentherapie-Szenario
bereitzustellen. Das Herpes simplex Virus (HSV) ist ein weiterer
attraktiver Kandidat, insbesondere wenn Neurotropismus erwünscht ist.
HSV ist ferner relativ einfach zu manipulieren und kann bis zu hohen
Titern angezüchtet
werden. Damit ist die Bereitstellung ein geringeres Problem, sowohl
in Bezug auf die für
das Erreichen einer ausreichender MOI benötigen Volumina als auch in
Bezug auf einen verminderten Bedarf an Wiederholungsdosierungen.
-
Mit
der kürzlichen
Entdeckung defekter Hepatitis B Viren wurden neue Einsichten in
die Beziehung zwischen Struktur und Funktion von verschiedenen viralen
Sequenzen gewonnen. In vitro-Studien zeigten, dass das Virus die
Fähigkeit
zur Helferabhängigen
Verpackung und Reversen Transkription trotz der Deletion von bis
zu 80 % seines Genoms bewahren konnte (Horwich et al., 1990). Dies
legte nahe, dass große
Teile des Genoms durch fremdes genetisches Material ersetzt werden
könnten.
Der Hepatotropismus und die Persistenz (Integration) waren besonders
attraktive Eigenschaften für
einen auf die Leber gerichteten Gentransfer. Chang et al. führten kürzlich anstelle
der Polymerase, Oberflächen
und Prä-Oberflächen kodierenden
Sequenzen das Chloramphenicol-Acetyltransferase (CAT)-Gen in das
Genom eines Enten-Hepatitis B Virus ein. Es wurde mit Wildtyp-Virus in eine Vogel-Hepatom-Zelllinie
cotransfiziert. Kulturmedien, die hohe Titer des rekombinanten Virus
enthielten, wurden verwendet, um primäre Entenküken-Hepatozyten zu infizieren.
Eine stabile CAT-Genexpression wurde für mindestens 24 Tage nach der
Transfektion detektiert (Chang et al., 1991).
-
Mehrere
nicht-virale Verfahren zum Transfer von Expressionskonstrukten in
kultivierte Säugetierzellen werden
erfindungsgemäß ebenfalls
in Betracht gezogen. Diese umfassen Calciumphosphatpräzipitation
(Graham und Van Der Eb, 1973; Chen und Okayama, 1987; Rippe et al.,
1990), DEAE-Dextran (Gopal, 1985), Elektroporation (Tur-Kaspa et
al., 1986; Potter et al., 1984), direkte Mikroinjektion (Harland
und Weintraub, 1985), DNA-beladene Liposomen (Nicolau und Sene,
1982; Fraley et al., 1979) und Lipofectamin-DNA-Komplexe, Ultraschallbehandlung
von Zellen (Fechheimer et al., 1987) Gen-Bombardement unter Verwendung
von Mikroprojektilen mit hoher Geschwindigkeit (Yang et al., 1990)
und Rezeptor-vermittelte Transfektion (Wu und Wu, 1987; Wu und Wu,
1988). Einige dieser Techniken können
erfolgreich für
in vivo- oder ex vivo-Verwendung angepasst werden.
-
Sobald
das Expressionskonstrukt in der Zelle bereitgestellt wurde, kann
die für
das Gen von Interesse kodierende Nukleinsäure an verschiedenen Orten
positioniert und exprimiert werden. In bestimmten Ausführungsformen
kann die für
das Gen kodierende Nukleinsäure
stabil in das Genom der Zelle integriert werden. Diese Integration
kann über
homologe Rekombination in verwandter Lokalisierung und Orientierung
stattfinden (Ersetzen eines Gens) oder es kann an einem zufälligen,
nicht spezifischen Ort integriert werden (Vermehrung eines Gens).
In noch anderen Ausführungsformen
kann die Nukleinsäure
in der Zelle stabil als getrenntes episomales DNA-Segment beibehalten
werden. Solche Nukleinsäuresegmente
oder "Episomen" kodieren für Sequenzen,
die ausreichen, um den Erhalt und die Replikation unabhängig von
oder synchron mit dem Zellzyklus des Wirts zu erlauben. Wie das
Expressionskonstrukt einer Zelle bereitgestellt wird und wo in der
Zelle die Nukleinsäure
verbleibt, hängt
von der Art des verwendeten Expressionskonstrukts ab.
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In
einer Ausführungsform
kann das Expressionskonstrukt einfach aus nackter rekombinanter
DNA oder aus Plasmiden bestehen. Der Transfer des Konstrukts kann
mit jeder der oben erwähnten
Methoden durchgeführt
werden, die die Zellmembran physikalisch oder chemisch durchlässig machen.
Dies trifft insbesondere für
den in vitro Transfer zu, kann jedoch auch bei in vivo Verwendungen
angewendet werden. Dubensky et al. (1984) injizierten erfolgreich
DNA des Polyoma-Virus in Form von Calciumphosphatpräzipitaten
in Leber und Milz von erwachsenen und neugeborenen Mäusen und
zeigten aktive virale Replikation und akute Infektion. Benvenisty
und Neshif (1986) zeigten ferner, dass direkte intraperitoneale
Injektion von Calciumphosphat-gefällten Plasmiden zur Expression
der transfizierten Gene führt.
Es ist vorhergesehen, dass DNA, die für ein Gen von Interesse kodiert,
in ähnlicher
Weise ebenfalls in vivo transferiert werden kann und das Genprodukt
exprimiert.
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Eine
andere Ausführungsform
der Erfindung für
den Transfer eines nackten DNA-Expressionskonstrukts oder DNA-Segments
in Zellen kann Partikelbombardement umfassen. Dieses Verfahren hängt von
der Fähigkeit
ab, DNA-bedeckte Mikroprojektile auf eine hohe Geschwindigkeit zu
beschleunigen, was ihnen erlaubt, Zellmembranen zu durchdringen
und in Zellen zu gelangen, ohne diese zu töten (Klein et al., 1987). Es wurden
mehrere Vorrichtungen zur Beschleunigung kleiner Partikel entwickelt.
Eine solche Vorrichtung basiert auf einer Entladung von hoher Spannung,
um einen elektrischen Stromfluss herzustellen, der wiederum die bewegende
Kraft bereitstellt (Yang et al., 1990). Die verwendeten Mikroprojektile
bestanden aus biologisch inerten Substanzen wie Wolfram- oder Goldkügelchen.
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Ausgewählte Organe,
einschließlich
Leber, Haut und Muskelgewebe von Ratten und Mäusen, wurden in vivo einem
Bombardement unterzogen (Yang et al., 1990; Zelenin et al., 1991).
Dies kann das chirurgische Exponieren des Gewebes oder der Zellen
voraussetzen, um sämtliches
störende
Gewebe zwischen Vorrichtung und Zielorgan zu eliminieren, d.h. ex
vivo-Behandlung. Eine DNA, die ein bestimmtes Gen kodiert, kann wiederum
mit diesen Verfahren bereitgestellt werden und immer noch Teil der
vorliegenden Erfindung sein.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung kann das DNA-Segment
oder Expressionskonstrukt in einem Liposom eingeschlossen sein.
Liposomen sind vesikuläre,
durch eine Phospolipiddoppelschicht-Membran und ein inneres wässriges
Medium charakterisierte Strukturen. In multilamellaren Liposomen sind
mehrere Lipidschichten durch wässriges
Medium getrennt. Sie bilden sich spontan, wenn Phospholipide in
einem Überschuss wässriger
Lösung
suspendiert werden. Die Lipidkomponenten durchlaufen vor der Bildung
geschlossener Strukturen eine selbstständigen Umlagerung und schließen Wasser
und gelöste
Substanzen zwischen den Lipiddoppelschichten ein (Gosh und Bachhawat,
1991). Auch Lipofectamin-DNA-Komplexe werden in Betracht gezogen.
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Die
durch Liposomen vermittelte Bereitstellung von Nukleinsäure und
die Expression von DNA war in vitro sehr erfolgreich. Wong et al.
(1980) haben die Durchführbarkeit
einer Liposomenvermittelter Bereitstellung und Expression von fremder
DNA in kultivierten Hühnerembryonen-,
HeLa- und Hepatomzellen gezeigt. Nicolau et al. (1987) erreichten
einen erfolgreichen Liposomen-vermittelten Gentransfer in Ratten
nach intravenöser
Injektion.
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In
bestimmten Ausführungsformen
kann das Liposom mit einem hemagglutinierenden Virus (HVJ) komplexiert
sein. Es wurde gezeigt, dass dies die Fusion mit der Zellmembran
erleichtert und den Eintritt Liposomen-verkapselter DNA in die Zelle
fördert
(Kaneda et al., 1989). In anderen Ausführungsformen kann das Liposom
mit nukleären
chromosomalen nicht-Histon-Proteinen (HMG-1) komplexiert sein oder
in Verbindung mit diesen verwendet werden (Kato et al., 1991). In
noch anderen Ausführungsformen
kann das Liposom sowohl mit HVJ als auch mit HMG-1 komplexiert sein
oder in Verbindung mit diesen verwendet werden. Dadurch, dass solche
Expressionskonstrukte erfolgreich beim Transfer und der Expression
von Nukleinsäure
in vitro und in vivo verwendet wurden, sind sie für die vorliegende
Erfindung anwendbar. Bei Verwendung eines bakteriellen Promotors
in dem DNA-Konstrukt wird es darüber
hinaus gewünscht
sein, eine geeignete bakterielle Polymerase in dem Liposom einzuschließen.
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Andere
Expressionskonstrukte, die für
die Bereitstellung einer für
ein bestimmtes Gen kodierenden Nukleinsäure in Zellen ge nutzt werden
können,
sind Vehikel für
die Rezeptor-vermittelte Bereitstellung. Diese nutzen die selektive
Aufnahme von Makromolekülen
durch Rezeptor-vermittelte Endozytose in fast allen eukaryotischen
Zellen aus. Wegen der Zelltyp-spezifischen Verteilung verschiedener
Rezeptoren kann die Bereitstellung hochspezifisch sein (Wu und Wu,
1993).
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Vehikel
für Rezeptor-vermittelten
gezielten Gentransfer bestehen im Allgemeinen aus zwei Komponenten:
einem Zellrezeptorspezifischen Liganden und einem DNA-bindenden
Mittel. Mehrere Liganden wurden für Rezeptor-vermittelten Gentransfer
verwendet. Die am ausführlichsten
charakterisierten Liganden sind Asialoorosomucoid (ASOR) (Wu und
Wu, 1987) und Transferrin (Wagner et al., 1990). Kürzlich wurde
ein synthetisches Neoglykoprotein, welches denselben Rezeptor wie
ASOR erkennt, als Vehikel zur Bereitstellung eines Gens verwendet
(Ferkol et al., 1993; Perales et al., 1994), und auch epidermaler
Wachstumsfaktor (EGF) wurde verwendet, um Gene in Plattenepithelkarzinom-Zellen
einzubringen (Myers, EPO 0 273 085).
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In
anderen Ausführungsformen
kann das Vehikel zur Bereitstellung einen Liganden und ein Liposom umfassen.
Nicolau et al. (1987) verwendeten zum Beispiel in Liposomen inkorporiertes
Lactosylceramid, ein Asialgangliosid mit terminaler Galaktose, und
beobachteten eine Steigerung der Aufnahme des Insulin-Gens durch
Hepatozyten. Es ist daher möglich,
dass eine für
ein bestimmtes Gen kodierende Nukleinsäure auch spezifisch in eine
Zellart wie Lungen-, Epithel- oder Tumorzellen mit oder ohne Liposomen
durch eine beliebige Anzahl von Rezeptor-Ligandensystemen eingebracht
werden kann.
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In
bestimmten Ausführungsformen
kann ein Gentransfer unter ex vivo-Bedingungen leichter durchgeführt werden.
Ex vivo-Gentherapie
bezieht sich auf die Isolation von Zellen aus einem Organismus,
die in vitro-Bereitstellung einer Nukleinsäure in den Zellen und die anschließende Zurückführung der
modifizierten Zellen in einen Organismus. Dies kann die chirurgische
Entfernung von Gewebe/Organen aus einem Tier oder einer primären Kultur
von Zellen und Geweben umfassen. Anderson et al., US-Patent 5,399,346,
das in seiner Gesamtheit eingeschlossen ist, offenbart therapeutische
ex vivo-Verfahren.
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F. Oligonukleotidsynthese
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Die
Oligonukleotidsynthese ist Fachleuten hinlänglich bekannt. Mehrere verschiedene
Mechanismen der Oligonukleotidsynthese wurden z.B. in den US-Patenten
4,659,774, 4,816,571, 5,141,813, 5,264,566, 4,959,463, 5,428,148,
5,554,744 5,574,146, 5,602,244 offenbart, die jeweils durch Bezugnahme
eingeschlossen sind.
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Die
Phosporamidit-Chemie (Beaucage und Lyer, 1992) ist zur bei weitem
meist verwendeten Kopplungschemie für die Synthese von Oligonukleotiden
geworden. Wie dem Fachmann hinlänglich
bekannt ist, umfasst die Phosphoramiditsynthese von Oligonukleotiden
die Aktivierung von monomeren Nukleosid-Phosphoramidit-Vorläufern durch
Reaktion mit einem Aktivierungsmittel, wobei aktivierte Zwischenprodukte
gebildet werden, gefolgt von sequentieller Addition der aktivierten
Zwischenprodukte an die wachsende Oligonukleotidkette (die im Allgemeinen
an einem Ende an einem geeigneten festen Träger verankert ist), um das
Oligonukleotidprodukt zu bilden.
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Tetrazol
wird häufig
für die
Aktivierung von Nukleosid-Phosphoramidit-Monomeren
genutzt. Tetrazol weist ein saures Proton auf, das wahrscheinlich
den basischen Stickstoff der Diisopropylaminophosphingruppe protoniert
und damit die Diisopropylaminogruppe zu einer Abgangsgruppe macht.
Das negativ geladene Tetrazoliumion greift dann den trivalenten
Phosphor an und bildet eine transiente Phosphor-Tetrazolid-Spezies. Die
5'-OH-Gruppe des
an den festen Träger
gebundenen Nukleosids greift dann die aktive trivalente Phosphor-Spezies
an, was zur Bildung der Bindung zwischen den Nukleotiden führt. Der
trivalente Phosphor wird schließlich
zu dem pentavalenten Phosphor oxidiert. Die oben aufgeführten US-Patente
beschreiben andere Aktivatoren und feste Träger für die Oligonukleotidsynthese.
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Eine
Oligonukleotidsynthese mit hohem Durchsatz kann unter Verwendung
eines Synthesegeräts
erreicht werden. Der Genome Science and Technology Center hat, als
einen Aspekt im Zuge der Anstrengung bei der Entwicklung der Automatisierung,
kürzlich
ein Hochdurchsatz-Oligonukleotid-Synthesegerät in großem Maßstab entwickelt. Dieses als
MERMADE bezeichnete Instrument basiert auf einem Plattenformat mit
96 Vertiefungen und benutzt Roboterkontrolle, um die parallele Synthese
bei 192 Proben (2 Platten mit 96 Vertiefungen) durchzuführen. Diese
Vorrichtung wurde verschiedentlich in der Literatur und in Präsentationen
beschrieben, und ist im Allgemeinen der Öffentlichkeit zugänglich (lizensiert
von der Universität
of Texas und per Vertrag von Avantec erhältlich). Die Vorrichtung hat
verschiedene Generationen mit unterschiedlichen Funktionsparametern
durchlaufen.
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Die
Vorrichtung kann verwendet werden, um mit 99%igem Erfolg 192 Oligonukleotide
gleichzeitig zu synthetisieren. Der Erfolg beträgt bei Oligomeren von weniger
als 60 bp annähernd
100 %; es arbeitet bei Synthesemengen von 20 mM und führt zu einer
Produktausbeute von mehr als 99 % vollständige Synthese. Unter Verwendung
dieser Systeme hat der Erfinder über
10.000 Oligomere synthetisiert, die für die Sequenzierung, PCRTM-Amplifikation und rekombinante DNA-Anwendungen
verwendet wurden. Für
die meisten Verwendungen, einschließlich der Klonierung, ist der
Syntheseerfolg ausreichend, sodass keine Aufreinigung nach der Synthese
erforderlich ist.
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Sobald
das Genom unter Verwendung der Verfahren der vorliegenden Erfindung
synthetisiert worden ist, kann es notwendig sein, die Sequenzen
bezüglich
einer Funktionsanalyse mittels Screening zu untersuchen. Insbesondere
wird durch den Erfinder Chip-basierte DNA-Technologie vorgeschlagen,
die z.B. von Hacia et al. (1996) und Shoemaker et al. (1996) beschrieben
wird. Diese Techniken umfassen quantitative Verfahren zur schnellen
und genauen Analyse einer großen
Anzahl von Genen. Durch die Markierung von Genen mit Oligonukleotiden
oder die Verwendung von Arrays mit fixierten Sonden kann man Chip-Technologie verwenden,
um Zielmoleküle
als Arrays hoher Dichte zu trennen und diese Moleküle auf der
Grundlage von Hybridisierung mittels Screening zu untersuchen. Siehe
auch Pease et al. (1994); Fodor et al. (1991).
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Die
Verwendung von kombinatorischer Synthese und Hochdurchsatz-Screeningassays
ist dem Fachmann hinlänglich
bekannt, z.B. 5,807,754; 5,807,683; 5,804,563; 5,789,162; 5,783,384;
5,770,358; 5,759,779; 5,747,334; 5,686,242; 5,198,346; 5,738,996;
5,773,743; 5,714,320; 5,663,046 (wobei jedes ausdrücklich durch
Bezugnahme eingeschlossen ist). Diese Patente lehren verschiedene
Aspekte der Verfahren und Zusammensetzungen, die an dem Zusammensetzen
und den Aktivitätsanalysen
von Arrays hoher Dichte mit verschiedenen Polyuntereinheiten (Polynukleotide
oder Polypeptide) beteiligt sind. Es wird somit in Betracht gezogen,
dass die in den oben aufgeführten
Patenten beschriebenen Verfahren und Zusammensetzungen beim Bestimmen
der Aktivitätsprofile
der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
nützlich
sein können.
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Die
vorliegende Erfindung stellt ein replikationskompetentes Polynukleotid
her. Viren sind natürliche replikationskompetente
DNA-Stücke;
in dem Ausmaß,
in dem eine Offenbarung in Bezug auf Viren im Rahmen der vorliegenden
Erfindung nützlich
sein kann, stellt das Folgende eine Offenbarung bezüglich Viren
dar. Forscher stellen fest, dass Viren sich so entwickelt haben,
dass sie in der Lage sind, ihre DNA trotz der verschiedenen Abwehrmechanismen
des menschlichen Körpers
in verschiedene Wirtsgewebe einzubringen. Aus diesem Grund wurde
von Forschern, die versuchten, Vehikel für die Bereitstellung von therapeutischen
Genen herzustellen, eine Vielzahl viraler Vektoren entworfen. Einige
der Virusarten, die konstruiert wurden, sind nachfolgend aufgelistet.
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II. Adenovirus
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Ein
Adenovirus ist ein lineares doppelsträngiges DNA-Virus von 36 kb,
das den Austausch großer
Stücke
adenoviraler DNA gegen fremde Sequenzen von bis zu 7 kb erlaubt
(Grunhaus und Horwitz, 1992). Adenovirus-DNA integriert nicht in
das Wirtszellchromosom, da adenovirale DNA sich auf episomale Weise
replizieren kann. Adenoviren sind ferner strukturell stabil, und
es wurde keine Genomumlagerung nach ausgedehnter Amplifikation festgestellt.
Das Adenovirus kann annähernd
alle Epithelzellen unabhängig
von ihrem Zellzyklusstadium infizieren. Das heißt, das das Adenovirus Zellen
infizieren kann, die sich nicht teilen. Bisher scheint eine adenovirale
Infektion nur mit einer milden Erkrankung, wie beispielsweise einer
akuten respiratorischen Erkrankung beim Menschen, verbunden zu sein.
Diese Gruppe von Viren kann in hohen Titern erhalten werden, z.B.
109-1011 plaquebildende
Einheiten pro ml, und sie sind hoch infektiös.
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Beide
Enden des viralen Genoms enthalten 100 bis 200 bp invertierte Wiederholungen
(inverted repeats, ITRs), die für
die virale DNA-Replikation und Verpackung notwendige cis-Elemente
darstellen. Die frühen
(early, E) und späten
(late, L) Regionen des Genoms enthalten verschiedene Transkriptionseinheiten, die nach
dem Beginn der viralen DNA-Replikation getrennt werden. Die E1-Region
(E1A und E1B) kodiert für
Proteine, die für
die Regulation der Transkription des viralen Genoms und einiger
zellulärer
Gene verantwortlich sind. Die Expression der E2-Region (E2A und
E2B) führt
zur Synthese von Proteinen für
die virale DNA-Replikation. Diese Proteine sind an der DNA-Replikation, der
Expression später
Gene und der Abschaltung der Wirtszelle beteiligt (Renan, 1990).
Die Produkte der späten
Gene, einschließlich
der Mehrzahl der viralen Capsidproteine, werden erst nach eingehender
Prozessierung eines einzelnen primären Transkripts exprimiert, das
ausgehend von dem Haupt-Späten
Promotor (major late promotor, MLP) synthetisiert wird. Der MLP
(bei 16,8 m.u. lokalisiert) ist während der späten Phase
der Infektion besonders effizient, und alle mRNAs, die ausgehend
von diesem Promotor gebildet werden, besitzen eine 5'-Tripartite-Leadersequenz
(TPL), was sie zu bevorzugten mRNAs für die Translation macht.
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Die
E3-Region kodiert für
Proteine, die für
eine effiziente Lyse von Ad-infizierten Zellen sowie für das Verhindern
von TNF-vermittelter Cytolyse und CTL-vermittelter Lyse infizierter
Zellen notwendig zu sein scheinen. Im Allgemeinen geht man davon
aus, dass die E4-Region für
7 Proteine kodiert, von denen einige den E2-Promotor aktivieren.
Es wurde gezeigt, dass dies den mRNA-Transport des Wirts blockiert
und Transport viraler RNA ins Cytoplasma verbessert. Darüber hinaus
ist das E4-Produkt zum Teil für
die spät
in der Infektion zu beobachtende Abnahme der Expression früher Gene
verantwortlich. E4 inhibiert darüber
hinaus die Expression von E1A und E4 (nicht aber von E1B) während des
lytischen Wachstums. Einige E4-Proteine sind für die effiziente DNA-Replikation
notwendig; der Mechanismus dieser Beteiligung ist jedoch unbekannt.
E4 ist ferner an post-transkriptionellen Ereignissen der späten viralen
Genexpression beteiligt; d.h. an alternativem Spleißen des
Tripartite-Leaders bei lytischem Wachstum. Dennoch werden E4-Funktionen
für die
DNA-Replikation nicht unbedingt benötigt; ihr Fehlen wird jedoch
die Replikation verzögern.
Andere Funktionen umfassen die negative Regulation der viralen DNA-Synthese, die Induktion
der normalerweise während
der Adenovirus-Infektion zu beobachtenden subnukleären Reorganisation,
und andere Funktionen, welche für
die virale Replikation, die Akkumulation später viraler mRNA und das Abschalten
der Wirtszelltranskription notwendig sind.
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II. Retroviren
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Die
Retroviren sind eine Gruppe einzelsträngiger RNA-Viren, die durch
eine Fähigkeit
gekennzeichnet sind, ihre RNA in infizierten Zellen durch ein Verfahren
der Reversen Transkription in doppelsträngige DNA umzuwandeln (Coffin,
1990). Die erhaltene DNA integriert sich anschließend stabil
als Pro-Virus in zelluläre
Chromosomen und steuert die Synthese viraler Proteine. Die Integration
führt zur
Retention der viralen Gensequenzen in der Empfängerzelle und ihren Nachkommen.
Das retrovirale Genom enthält
drei Gene, gaq, pol und env, die für Capsidproteine, Polymerase-Enzym
bzw. Hüllkomponenten
kodieren. Eine stromaufwärts
des gag-Gens gefundene Sequenz, die als Y-Komponente bezeichnet wird, wird konstruiert
(Mann et al. 1983). Wenn ein rekombinantes Plasmid, das humane cDNA
enthält,
zusammen mit den retroviralen LTR- und Ψ-Sequenzen in diese Zelllinie
eingebracht wird (z.B. durch Calciumphosphat-Präzipitation),
erlaubt die Ψ-Sequenz dem
RNA-Transkript des rekombinanten Plasmids, in virale Partikel verpackt
zu werden, die dann in das Kulturmedium ausgeschieden werden (Nicolas
und Rubenstein, 1988; Temin, 1986; Man et al., 1983). Das die rekombinanten
Retroviren enthaltende Medium wird anschließend gesammelt, gegebenenfalls
aufkonzentriert und zum Gentransfer verwendet. Retrovirale Vektoren
sind in der Lage, eine große Vielzahl
von Zelltypen zu infizieren. Zur Integration ist jedoch die Teilung
der Wirtszellen nötig
(Paskind et al., 1975).
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Die
Retrovirus-Familie umfasst die Unterfamilien der Onkoviren, der
Lentiviren und der Spumaviren. Zwei Onkoviren sind das Moloney murine
Leukämievirus
(MMLV) und das feline Leukämievirus
(FeLV). Die Lentiviren umfassen das humane Immundefizienzvirus (HIV),
das Affen-Immundefizienzvirus (SIV) und das feline Immundefizienzvirus
(FIV). Unter den murinen Viren wie MMLV gibt es eine weitere Einteilung.
Murine Viren können
ecotrop, xenotrop, polytrop oder amphotrop sein. Jede Klasse von
Viren zielt auf unterschiedliche Zelloberflächenrezeptoren, um die Infektion
zu initiieren.
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Weitere
Fortschritte beim Entwerfen retroviraler Vektoren und bei Konzentrationsverfahren
haben die Produktion amphotroper und xenotroper Viren mit Titern
von 108 bis 109 cfu/ml
ermöglicht
(Bowles et al., 1996; Irwin et al., 1994; Jolly, 1994; Kitten et
al., 1997).
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Replikationsdefekte
rekombinante Retroviren sind in Primaten keine akuten Pathogene
(Chowdhury et al., 1991). Sie wurden erfolgreich in Zellkultursystemen
verwendet, um das CFTR-Gen zu transferieren und cAMP-aktivierte
Cl--Sekretion in einer Vielzahl von Zellarten,
einschließlich
menschlichen Luftröhrenepithels, zu
bewirken (Drumm et al., 1990, Olsen et al., 1992; Anderson et al.,
1991; Olsen et al., 1993). Obwohl es Beweise für Immunantworten gegen virale
gag- und env-Proteine gibt, verhindert dies nicht die erfolgreiche Wiederverabreichung
des Vektors (McCormack et al., 1997). Da rekombinante Retroviren
außer
dem Transgen keine exprimierten Genprodukte aufweisen, ist ferner
das Risiko einer inflammatorischen Antwort des Wirts aufgrund der
viralen Proteinexpression begrenzt (McCormack et al., 1997). Bezüglich der
Bedenken gegen eine Insertions-Mutagenese gibt es bislang keine
Beispiele für
In sertions-Mutagenese aus irgendeinem menschlichen Versuch mit rekombinanten
retroviralen Vektoren.
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Kürzlich wurden
lentivirale Hybrid-Vektoren beschrieben, in denen Elemente des humanen
Immundefizienzvirus (HIV) (Naldini et al., 1996) oder des felinen
Immundefizienzvirus (FIV) (Poeschla et al., 1998) und MMLV kombiniert
wurden. Diese Vektoren transduzieren sich nicht teilende Zellen
im ZNS (Naldini et al., 1996; Blomer et al., 1997), in der Leber
(Kafri et al., 1997), im Muskel (Kafri et al., 1997) und der Retina
(Miyoshi et al., 1997). Ein kürzlicher
Bericht von Xenotransplantationsmodellen des menschlichen Luftröhrenepithels
läßt darauf
schliessen, dass in gut differenzierten Epithelien ein Gentransfer
mit VSV-G-pseudotypisiertem, auf HIV basierenden Lentivirus ineffizient
ist (Goldman et al., 1997).
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III. Adeno-assoziiertes
Virus
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Darüber hinaus
besitzt AAV mehrere einzigartige Merkmale, die es gegenüber anderen
Vektoren vorteilhafter machen. Anders als Retroviren kann AAV Zellen
infizieren, die sich nicht teilen; Wildtyp-AAV wurde durch Orts-spezifische
Integration in das Chromosom 19 humaner Zellen charakterisiert (Kotin
und Berns, 1989; Kotin et al., 1990; Kotin et al., 1991; Samulsiki
et al., 1991); und AAV besitzt ferner anti-onkogene Eigenschaften
(Ostrove et al., 1981; Berns und Giraud, 1996). Rekombinante AAV-Genome
werden durch molekulare Klonierung von DNA-Sequenzen von Interesse zwischen die
ITRs von AAV konstruiert, wobei die vollständigen kodierenden Sequenzen
des Wildtyp AAV-Genoms
eliminiert werden. Den so hergestellten AAV-Vektoren fehlt jegliche
kodierende Sequenz des Wildtyp AAVs, sie besitzen jedoch sowohl
bei einer in vitro als auch bei einer in vivo Transduktion die Eigenschaft
der stabilen Chromosomen-Integration
und der Expression der rekombinanten Gene (Berns, 1990; Berns und
Bohenksy, 1987; Bertran et al., 1996; Kearns et al., 1996; Ponnazhagan
et al., 1997a). Bis vor kurzem hat man geglaubt, dass AAV nahezu
alle Zellarten infiziert, sogar über Spezies-Barrieren
hinweg. Es wurde jedoch nunmehr festgestellt, dass die AAV-Infektion
Rezeptor-vermittelt erfolgt (Ponnazhagan et al., 1996; Mizukami
et al., 1996).
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AAV
nutzt eine lineare, einzelsträngige
DNA von etwa 4700 Basenpaaren. Invertierte terminale Wiederholungen
(inverted terminal repeats) flankieren das Genom. In dem Genom gibt
es zwei Gene, die zu mehreren verschiedenen Genprodukten führen. Das
erste, das cap-Gen, stellt drei verschiedene Virionproteine (VP)
her, die als VP-1, VP-2 und VP-3 bezeichnet werden. Das zweite,
das rep-Gen, kodiert für
vier nicht-strukturelle
Proteine (NS). Eines oder mehrere dieser rep-Genprodukte sind für die Transaktivierung der
AAV-Transkription
verantwortlich. Die Sequenz von AAV wird in Srivastava et al. (1983)
und in US-Patent 5,252,479 bereitgestellt (der vollständige Text
derselben ist durch Bezugnahme ausdrücklich eingeschlossen).
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Die
drei Promotoren von AAV werden durch ihre Lokalisierung im Genom
in Kartierungseinheiten (map units) bezeichnet. Diese sind von links
nach rechts p5, p19 und p40. Die Transkription führt zu sechs Transkripten,
wobei jeweils zwei von jedem der drei Promotoren ausgehen, und wovon
eines von jedem Paar gespleißt
wird. Die Spleißstelle,
abgeleitet von den Kartierungseinheiten 42-46, ist für jedes
Transkript die gleiche. Die vier nicht-strukturellen Proteine scheinen
von dem längeren
der Transkripte abgeleitet zu sein und die drei Virionproteine entstehen
alle vom kleinsten Transkript.
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AAV
ist nicht mit irgendeinem pathologischen Zustand bei Menschen assoziiert.
Interessanterweise bedarf AAV für
eine effiziente Replikation einer "Helfer"-Funktionen durch Viren wie das Herpes
simplex Virus I und II, das Cytomegalovirus, das Pseudorabiesvirus
und selbstverständlich
das Adenovirus. Der am besten charakterisierte Helfer ist das Adenovirus,
und es wurde gezeigt, dass viele "frühe" Funktionen dieses
Virus bei die AAV-Replikation unterstützen. Es wird angenommen, dass
ein geringes Ausmaß der
Expression von AAV rep-Proteinen die strukturelle Expression von
AAV begrenzt, und man glaubt, dass die Infektion mit einem Helfervirus
diese Blockade beseitigt.
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IV. Vacciniavirus
-
Vacciniaviren
sind eine Gattung der Pockenvirus-Familie. Vacciniavirus-Vektoren
wurden wegen der Einfachheit ihrer Konstruktion, der relativ hohen
erhaltenen Expressionsspiegel, des breiten Wirtsspektrums und der
großen
Kapazität,
DNA aufzunehmen, in erheblichem Umfang genutzt. Vaccinia enthält ein lineares doppelsträngiges DNA-Genom
von etwa 186 kb, das eine deutliche "A-T"-Präferenz zeigt.
Invertierte terminale Wiederholungen von etwa 10,5 kb flankieren
das Genoms. Die Mehrzahl der essentiellen Gene scheint innerhalb
der zentralen Region zu kartieren, die bei Pockenviren am stärksten konserviert
ist. Geschätzte
offene Leserahmen in Vacciniavirus-Zellen liegen im Bereich von
zwischen 150 und 200. Obwohl beide Stränge kodierend sind, ist eine
erhebliche Überlappung
der Leserahmen nicht üblich.
US-Patent 5,656,465 (ausdrücklich durch
Bezugnahme eingeschlossen) beschreibt die in vivo-Bereitstellung
eines Gens unter Verwendung von Pockenviren.
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V. Papovavirus
-
Die
Papovavirus-Familie umfasst die Papillomaviren und die Polyomaviren.
Die Polyomaviren umfassen das Simian Virus 40 (SV40), das Polyomavirus
und die menschlichen Polyomaviren BKV und JCV. Papilloma-Viren umfassen
die bovinen und humanen Papillomaviren. Die Genome von Polyomaviren
sind zirkuläre DNAs
von etwas mehr als 5000 Basen. Die vorherrschenden Genprodukte sind
drei Virionproteine (VP1-3) sowie das große T-Antigen und das kleine
T-Antigen. Einige weisen ein zusätzliches
Strukturprotein, das Agno-Protein, auf und andere weisen ein mittleres
T-Antigen auf. Papillomaviren sind etwas größer, etwa 8 kb.
-
Über die
zellulären
Rezeptoren der Polyomaviren ist wenig bekannt. Die Polyomainfektion
kann jedoch durch Behandlung mit Sialidase blockiert werden. SV40
infiziert Sialidase-behandelte Zellen zwar noch, aber JCV kann bei
Sialidase-behandelten Zellen nicht zur Hämagglutination führen. Da
die Interaktion von Polyoma VP1 mit der Zelloberfläche c-myc
und c-fos aktiviert, wurde die Hypothese aufgestellt, dass der Virusrezeptor
einige Eigenschaften eines Wachstumsfaktor-Rezeptors aufweist. Papillomaviren
sind hinsichtlich ihrer Infektion spezifisch für Plattenepithelien, obwohl
der spezifische Rezeptor nicht identifiziert wurde.
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VI. Paramyxovirus
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Die
Paramyxovirus-Familie ist in drei Gattungen eingeteilt: Paramyxovirus,
Morbillivirus und Pneumovirus. Die Paramyxovirus-Gattung umfasst
unter anderem das Mumpsvirus und das Sendai-Virus, während die Morbilliviren
das Masernvirus umfassen und die Pneumoviren das Respiratorische
Syntcytial Virus (RSV) umfassen. Paramyxovirus-Genome basieren auf
RNA und enthalten eine Gruppe von sechs oder mehr Genen, die in
einer. Reihe hintereinander kovalent miteinander verbunden sind
(in tandem). Das Genom hat eine Länge von etwas mehr als 15 kb.
Das virale Partikel weist einen Durchmesser von 150-250 nm auf,
mit "unscharfen" Vorsprüngen oder
Spitzen, die aus ihm hinausragen.
-
Dabei
handelt es sich um virale Glykoproteine, die bei der Vermittlung
von Anheftung und Eintritt des Virus in die Wirtszellen helfen.
-
An
der Bindung und dem Eintritt von Paramyxoviren ist eine Reihe von
spezialisierten Proteinen beteiligt. Die Anheftung wird bei Paramyxoviren
und Morbilliviren von Glykoproteinen vermittelt, die an Rezeptoren
binden, welche Sialinsäure
enthalten. Andere Proteine verankern das Virus durch Einbetten hydrophober Regionen
in die Lipid-Doppelschicht der Zelloberfläche und zeigen hämagglutierende
Aktivität
sowie Neuraminidase-Aktivität.
Bei Pneumoviren ist das Glykoprotein durch O-glykosidische Bindungen
stark glykosyliert. Diesem Molekül
fehlen die gezeigte hämagglutinierende
Aktivität
und die Neuraminidase-Aktivität
seiner Verwandten.
-
VII. Herpes-Virus.
-
Da
das Herpes simplex Virus (HSV) neurotrop ist, hat es bei der Behandlung
von Störungen
des Nervensystems beträchtliches
Interesse erregt. Darüber
hinaus macht die Fähigkeit
von HSV, latente Infektionen in sich nicht teilenden neuronalen
Zellen ohne Integration in das Wirtszellchromosom oder andere Änderung des
Wirtszellmetabolismus zu etablieren, gemeinsam mit der Existenz
eines während
der Latenz aktiven Promotors, HSV zu einem attraktiven Vektor. Obwohl
sich viel Aufmerksamkeit auf die neurotropen Anwendungen von HSV
konzentriert hat, kann dieser Vektor in Anbetracht seines breiten
Wirtsspektrums auch für
andere Gewebe genutzt werden.
-
Ein
anderer Faktor, der HSV zu einem attraktiven Vektor macht, ist die
Größe und Organisation
des Genoms. Da HSV groß ist,
ist die Inkorporation mehrerer Gene oder Expressionskassetten weniger
problematisch als in anderen kleineren viralen Systemen. Zusätzlich macht
die Verfügbarkeit
verschiedener viraler Kontrollsequenzen mit verschiedener Leistung
(zeitlich, Stärke,
etc.) es möglich,
die Expression in einem stärkeren Ausmaß als in
anderen Systemen zu kontrollieren. Es ist ferner ein Vorteil, dass
das Virus relativ wenig gespleißte
mRNAs aufweist, was genetische Manipulationen weiter erleichtert.
-
HSV
ist darüber
hinaus relativ einfach zu manipulieren und kann zu hohen Titern
gezüchtet
werden. Somit ist die Bereitstellung sowohl in Bezug auf das für das Erreichen
einer ausreichenden MOI benötigte
Volumen als auch in Bezug auf einen verringerten Bedarf an Wiederholungsdosierungen
ein geringeres Problem. Für
einen Übersichtsartikel über HSV
als Gentherapievektor wird auf Glorioso et al. (1995) verwiesen.
-
HSV
(bezeichnet mit Subtypen 1 und 2) sind Viren mit Hülle, die
zu den am meisten verbreiteten infektiösen Agenzien gehören, die
dem Menschen begegnen, und sie infizieren Millionen Menschen weltweit. Das
große,
komplexe, doppelsträngige
DNA-Genom kodiert
für dutzende
verschiedener Genprodukte, von denen einige von gespleißten Transkripten
abgeleitet sind. Zusätzlich
zu den strukturellen Komponenten von Virion und Hülle kodiert
das Virus für
zahlreiche andere Proteine, einschließlich einer Protease, einer
Ribonukleotidreduktase, einer DNA-Polymerase, eines ssDNA-bindenden Proteins,
einer Helicase/Primase, einer DNA-abhängigen ATPase, einer dUTPase
und anderer Proteine.
-
HSV-Gene
bilden mehrere Gruppen, deren Expression koordiniert reguliert und ähnlich einer
Kaskade aufeinanderfolgend geordnet ist (Honess und Roizman, 1974;
Honess und Roizman 1975; Roizman und Sears, 1995). Die Expression
von α-Genen,
der ersten nach der Infektion exprimierten Gruppe von Genen, wird
durch Virionprotein Nr. 16 oder α-transduzierendem
Faktor verstärkt
(Post et al., 1981; Batterson und Roizman, 1983; Campbell et al.,
1983). Die Expression von β-Genen
erfordert funk tionelle α-Gen-Produkte,
bemerkenswerterweise ICP4, welches durch das α4-Gen kodiert wird (DeLuca et
al., 1985). γ-Gene,
eine heterogene Gruppe von Genen, die im Wesentlichen für strukturelle
Virion-Proteine kodiert, benötigen
für eine
optimale Expression den Beginn der viralen DNA-Synthese (Holland
et al., 1980).
-
Im
Einklang mit der Komplexität
des Genoms ist der Lebenszyklus von HSV ziemlich kompliziert. Zusätzlich zum
lytischen Zyklus, der zur Synthese von Viruspartikeln und letztlich
zum Zelltod führt,
hat das Virus die Fähigkeit,
in ein latentes Stadium einzutreten, in dem das Genom in neuralen
Ganglien erhalten wird, bis ein bislang nicht definiertes Signal
ein Wiederauftreten des lytischen Zyklus auslöst. Avirulente Varianten von HSV
wurden entwickelt und sind zur Verwendung im Zusammenhang mit der
Gentherapie problemlos verfügbar
(US-Patent 5, 672, 344).
-
G. Beispiele
-
Die
folgenden Beispiele wurden aufgenommen, um bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung zu zeigen. Es sollte vom Fachmann anerkannt werden,
dass die Techniken, welche in den folgenden Beispielen offenbart
werden, Techniken repräsentieren,
bei denen der Erfinder entdeckt hat, dass sie bei der Ausführung der
Erfindung gut funktionieren, und sie können damit als bevorzugte Ausführungformen
betrachtet werden. Der Fachmann sollte angesichts der vorliegenden
Offenbarung jedoch erkennen, dass hinsichtlich der offenbarten spezifischen
Ausführungsformen
zahlreiche Veränderungen
durchgeführt
werden können
und dabei immer noch ein gleiches oder ähnliches Ergebnis erhalten
werden kann, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen.
-
BEISPIEL 1
-
Kombinatorisches Zusammensetzen
von Genen
-
Der
Erfinder hat eine Strategie zum Zusammensetzen von Oligomeren in
größere DNA-Moleküle entwickelt,
die als kombinatorisches Zusammensetzen bezeichnet wird. Das Verfahren
wird wie folgt ausgeführt: man
kann unter Verwendung von einem aus einer Anzahl von kommerziellen
oder im öffentlichen
Sektor erhältlichen
Computerprogrammen ein Plasmid so entwerfen, dass es die notwendigen
Gene, Promotoren, Wirkstoffselektion, Replikationsursprung etc.
enthält.
SynGene v.2.0 ist ein Programm, das eine Liste überlappender Oligonukleotide
erzeugt, die ausreichen, um das Gen oder Plasmid zusammenzusetzen
(siehe 7A–7G).
Zum Beispiel kann SynGene 2.0 bei einem 5000 bp-Gen zwei Listen
mit 100 50-mer-Komponenten aus einem Strang und 100 50-mer-Komponenten
aus dem komplementären
Strang erzeugen, sodass jedes Paar von Oligomeren um 25 bp überlappt.
Das Programm überprüft die Sequenz
auf Wiederholungen und stellt eine MERMADE-Input-Datei her, die
das Oligonukleotid-Synthesegerät
direkt programmiert. Das Synthesegerät produziert zwei Gruppen von
Platten mit 96 Vertiefungen, die die komplementären Oligonukleotide enthalten.
Ein SynGene-Programm
ist in 7 abgebildet. Das Programm
ist zur Zerlegung eines Designer-Gens oder -Genoms in Oligonukleotide
für die
Synthese gestaltet. Das Programm dient der vollständigen Synthese
von Designer-Genen und basiert auf einem von Dr. Glen Evans geschriebenen
Originalprogramm zur Formatierung von DNA-Sequenzen.
-
Das
kombinatorische Zusammensetzen wird am besten unter Verwendung einer
programmierbaren Roboter-Arbeitsstation, wie z.B. der Beckman Biomek
2000 ausgeführt.
Paare überlappender
Oligomere werden vermischt und zusammengelagert. Nach dem Zusammenlagern
wird eine kleinere Gruppe von Duplex-Oligomeren hergestellt. Diese
werden wiederum gepaart und zusammengela gert und bilden eine kleinere
Gruppe größerer Oligomere. Überlappenden
Oligomeren wird es nacheinander erlaubt, sich zusammenzulagern,
bis das gesamte Zusammensetzen vollendet ist. Die Zusammenlagerung
kann in Gegenwart einer Ligase durchgeführt werden, oder es kann nach
jedem Schritt eine Ligation erfolgen. In einer Ausführung werden
Oligomere in der Anwesenheit von Topoisomerase 2 zusammengelagert,
die keine 5'-Phosphorylierung
des Oligomers erfordert, bei Raumtemperatur stattfindet und im Gegensatz
zur 12 Stunden-Ligation bei 12 °C
eine schnelle (5 Minuten) Reaktion darstellt. Nach dem vollständigen Zusammensetzen
kann das erhaltene DNA-Molekül
für den
geplanten Zweck verwendet werden, normalerweise für die Transformation
in einen bakteriellen Wirt zum Zwecke der Replikation. Die Schritte
in diesem Zyklus sind in 3 dargestellt.
-
Dieser
Ansatz hat wesentliche Vorteile gegenüber einer traditioneller Klonierung,
die auf rekombinanter DNA basiert. Während es technisch möglich ist,
praktisch jede Modifikation oder Mutation in existierenden DNA-Molekülen durchzuführen, macht
der benötigte
Aufwand sowie die hohen technischen Fertigkeiten einige Konstruktionen
schwierig oder lästig.
Dieses Verfahren ist, obwohl es viele Jahre verwendet wurde, der
automatisierten Klonierung von Genen oder der Herstellung vollständig neuartiger
DNA-Sequenzen in großem Maßstab nicht
zugänglich.
-
BEISPIEL 2
-
Herstellung künstlicher
Gene
-
In
einem Beispiel wird die vorliegende Erfindung ein bekanntes Gen
einer Länge
von etwa 1000 Basenpaaren durch das folgende Verfahren herstellen.
Eine Gruppe von Oligonukleotiden, jeweils aus 50 Basen, wird so
hergestellt, dass der vollständige
Plus-Strang des Gens dargestellt wird. Eine zweite Gruppe von Oligonukleotiden,
die ebenfalls aus 50-meren besteht, wird für den Minus-Strang hergestellt.
Diese Gruppe wird jedoch so gestaltet, dass eine komplementäre Paarung
der ersten und zweiten Gruppe zu einer Überlappung "gepaarter" Sequenzen führt, d.h., dass jedes Oligonukleotid
der ersten Gruppe komplementär
zu Regionen von zwei Oligonukleotiden der zweiten Gruppe ist (mit
der möglichen
Ausnahme der terminalen Oligonukleotide). Die überlappende Region wird bei
30 bp gewählt,
wobei ein Überhang
von 20 Basepaaren für
jedes Paar übrigbleibt.
Die erste und zweite Gruppe von Oligonukleotiden wird in einer einzigen
Mischung zusammengelagert und mit einem ligierenden Enzym behandelt.
-
In
einem zweiten Beispiel ist das zu synthetisierende Gen etwa 5000
bp lang. Jede Gruppe von Oligonukleotiden besteht aus fünfzig 100-meren
mit überlappenden
Bereichen komplementärer
Oligonukleotide von 75 bp, wobei 25 Basen als "klebrige Enden" verbleiben. In dieser Ausführungsform
wird das 5'-terminale
Oligonukleotid der ersten Gruppe von Oligonukleotiden mit dem 3'-terminalen Oligonukleotid
der zweiten Gruppe zusammengelagert, um ein erstes zusammengelagertes
Produkt zu bilden; anschließend
wird das nächste, am
weitesten 5'-terminal
gelegene Oligonukleotid der ersten Gruppe mit dem ersten zusammengelagerten Produkt
zusammengelagert, um ein zweites zusammengelagertes Produkt zu bilden,
und der Vorgang wird wiederholt, bis alle Oligonukleotide der ersten
und zweiten Gruppe zusammengelagert wurden. Die Ligation der Produkte
kann zwischen den Schritten oder nach Abschluss aller Hybridisierungen
erfolgen.
-
In
einem dritten Beispiel wird ein Gen von 100.000 bp aus eintausend
100-meren synthetisiert. Die Überlappung
zwischen "Paaren" von Plus- und Minus-Oligonukleotiden
beträgt
erneut 75 Basen, wobei ein Überhang
von 20 Basepaaren verbleibt. Bei diesem Verfahren wird ein kombinatorischer
Ansatz verwendet, bei dem einander entsprechende Paare partiell
komplementärer Oligonukleotide
in einem ersten Schritt hybridisiert werden. Dann wird eine zweite
Hybridisierungsrunde mit geeignet komplementären Produktpaaren aus der ersten
Runde durchgeführt.
Dieser Vorgang wird insgesamt 10mal wiederholt, wobei jede Hybridisierungsrunde
die Anzahl der Produkte um die Hälfte
reduziert. Dann wird eine Ligation der Produkte durchgeführt.
-
BEISPIEL 3
-
Expression
humaner Genprodukte in großem
Maßstab
-
Sobald
das menschliche Genom charakterisiert worden ist, wird die auf der
vollständigen
Sequenz basierende funktionelle Analyse des menschlichen Genoms
eine Vielzahl von Ansätzen
der strukturellen, funktionellen und Netzwerk-Biologie erfordern.
Der vorliegend vorgeschlagene Ansatz zur Herstellung einer Serie von
Expressionskonstrukten, die alle möglichen menschlichen Genprodukte
darstellen, sowie zum Zusammensetzen von Gruppen von Bakterien und/oder
Hefen, welche diese Produkte exprimieren, wird einen wichtigen Weg
zu den Anfängen
der Funktionsanalyse bereitstellen.
-
Zweitens
wird der vorliegend beschriebene Ansatz, wenn er bis zu seinem theoretischen
Optimum weiterentwickelt wird, im großen Maßstab den Transfer von Genen
in Zelllinien oder Organismen für
die Funktionsanalyse erlauben. Das langfristige Ziel dieses Konzepts
ist die vollständig
auf Bioinformatik und Informationsprozessierung basierende Herstellung
lebender Organismen. Offensicht reicht das Wissen um die vollständige Sequenz
nicht aus, um die unzähligen,
dem Leben innewohnenden biologische Konzepte zu verstehen.
-
BEISPIEL 4
-
Herstellung
eines synthetischen Plasmids
-
Unter
Verwendung synthetischer Teile bereits bekannter Plasmide wurde
ein DNA-Molekül
entworfen. Zur Demonstration dieser Technik wurde das Plasmid synlux
4 entworfen. Synlux 4 besteht aus 4800 Basenpaaren DNA. In dieser
Sequenz ist die Sequenz von lux A und lux B, den A- und B-Komponenten
des Luciferaseproteins aus Vibrio Fisherii, enthalten, sowie Teile
des Plasmids pUCl9, einschließlich
des Replikationsursprungs und der Replikationsstabilitätssequenzen,
und der Promotors sowie die kodierende Sequenz der tn9 Kanamycin/Neomycin-Phosphotransferase.
Die Sequenz wurde auf einen Computer unter Verwendung von Microsoft
Word und Vektor NTI (InforMax, Inc.) entworfen. Die Sequenz ist
in 4A–4C aufgeführt.
-
Nach
dem Entwerfen wurde das Computerprogramm SynGene 2.0 verwendet,
um die Sequenz in Komponenten zu zerlegen, die aus überlappenden
50-mer Oligonukleotiden bestehen. Aus der Sequenz von 4800 bp wurden
192 50-mere entworfen. Die Oligonukleotid-Komponenten sind in 5A–5F aufgeführt. Diese
Oligonukleotid-Komponenten wurden unter Verwendung eines herkömmlichen
Oligonukleotid-Synthesegeräts
für 96
Vertiefungen (Rayner et al.) Genome Research, 8, 741-747 (1998)
synthetisiert. Die Oligonukleotid-Komponenten wurden in zwei Mikrotiterplatten
mit 96 Vertiefungen hergestellt, wobei jede Platte eine Gruppe von
Oligonukleotid-Komponenten enthielt. Platte 1 enthielt die Oligos
des Vorwärtsstrangs
und Platte 2 die Oligos des umgekehrten Strangs.
-
Das
Zusammensetzen der Oligonukleotide und die Ligationen erfolgten
unter Verwendung einer Biomek 1000 Roboter-Arbeitsstation (Beckman).
Die sequentiellen Transfers von Oligonukleotiden aus einer Vertiefung
in eine zweite Vertiefung der Platte erfolgte durch Pipettieren,
und eine Ligationsreaktion wurde unter Verwendung von T4-Ligase
durchgeführt.
Das Muster des Zusammensetzens ist in 6A–6B skizziert.
-
Nach
dem Zusammensetzen wurde der erhaltene Ligationsmix verwendet, um
den kompetenten E. coli-Stamm DH5a zu transformieren. Die Transformationsmischung
wurde auf 25 μg/ml
Kanamycinsulfat enthaltende LB-Platten ausplattiert, und es wurden
rekombinante Kolonien erhalten. Die erhaltenen rekombinanten Klone
wurden isoliert, kloniert und die DNA wurde präpariert. Die DNA wurde auf
1%igen Agarosegelen analysiert, um rekombinante Moleküle zu detektieren.
Es wurde gezeigt, dass die Klone das erwartete Plasmid von 4800
bp umfassten, welches die Gene lux A und lux B enthielt.
-
Alle
vorliegend offenbarten und beanspruchten Zusammensetzungen und/oder
Verfahren können
angesichts der vorliegenden Offenbarung ohne unzumutbaren experimentellen
Aufwand hergestellt und ausgeführt
werden. Während
die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
und Verfahren im Hinblick auf bevorzugte Ausführungsformen beschrieben wurden,
wird es für
den Fachmann ersichtlich sein, dass bei den Zusammensetzungen und/oder
Verfahren und bei den Schritten oder bei der Reihenfolge der Schritte
des vorliegend beschriebenen Verfahrens Veränderungen vorgenommen werden
können,
ohne sich von dem Konzept, der Idee und dem Bereich der Erfindung
zu lösen.
Es wird verstanden werden, dass bestimmte Mitel, die sowohl chemisch
als auch physiologisch verwandt sind, gegen vorliegend beschriebene
Mittel ausgetauscht werden können,
wobei gleiche oder ähnliche
Ergebnisse erreicht werden würden.
Alle solche dem Fachmann ersichtlichen ähnlichen Ersatzstoffe und Veränderungen
werden als innerhalb der Idee, des Bereichs und des Konzepts der
von den angefügten
Ansprüchen
definierten Erfindung betrachtet.
-
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