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Fachgebiet
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Die
vorliegende Erfindung betrifft das Gebiet der Biotechnologie und
bezieht sich auf DNA-Rekombinationstechniken, insbesondere auf die
Herstellung von synthetischen Peptiden, die das pre-M/M-Protein
des Denguevirus Serotyp 2 beinhalten, sowie von chimärischen
Proteinen, die Epitope des pre-M/M-Proteins des Denguevirus Serotyp
2 und 4 enthalten.
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Das
technische Ziel besteht darin, pre-M/M-neutralisierende und -schützende Epitope
zu identifizieren, die kreuzreaktiv gegenüber allen Denguevirus-Serotypen
sind, um ein Immunogen für
die Impfung beim Menschen zu erhalten.
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Stand der
Technik
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Das
Denguevirus gehört
zur Gattung Flavivirus, Familie Flaviviridae (Westaway, E. G. et
al., 1985, Flaviviridae, Intervirol. 24, S. 183). Es ist ein komplexes
Virus mit einer einzigen RNA-Kette mit positiver Polarität als genetisches
Material, das für
ein Polyprotein codiert, welches co- und posttransduktional durch
zelluläre und
virale Proteasen prozessiert wird.
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Es
gibt zwei Strukturproteine in der viralen Membran: E (envelope)
und M (membrane), während
es mehrere Kopien des anderen Strukturproteins C (capside) gibt,
das das isometrische Nucleocapsid bildet. Daneben wurden wenigstens
sieben Nichtstrukturproteine identifiziert (NS1, NS2a, NS2b, NS3,
NS4a, NS4b, NS5).
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Die
Glycoproteine E und NS1 sind einzeln in der Lage, aktiven und passiven
Schutz vor dem homologen Serotyp des Denguevirus zu bieten, während die
hohe konformatorische Komplexität
der relevanten Epitope erhalten bleibt. Aus diesem Grund wurden
rekombinante eukaryontische zelluläre Systeme hauptsächlich für die immunologische
Bewertung dieser Proteine ausgewählt,
zum Beispiel Vacciniavirus (Bray, M. et al., 1989, Mice immunized
with recombinant Vaccinia virus expressing dengue-4 structural proteins
with or without nonstructural protein NS1 are protected against
fatal dengue virus encephalitis, J. Virol. 63, S. 2853) und Baculovirus
(Zhang, Y. M. et al. 1988, Immunization of mice with dengue structural
proteins and nonstructural protein NS1 expressed by baculovirus
recombinant induces resistance to dengue virus encephalitis, J.
Virol. 62, S. 3027).
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Das
kleine Protein M (8 kD) wird als glycosylierte Vorstufe namens pre-M
(ungefähr
22 kD) synthetisiert, die eine späte endoproteolytische Spaltung
unmittelbar vor oder nach der Freisetzung des Virus aus der infizierten
Zelle erleidet (Murray, J. M. et al., 1993, Processing of the dengue
virus type 2 proteins prM and C-prM, J. Gen. Virol., 74, S. 175).
Die Spaltung, die wahrscheinlich durch eine zelluläre Protease
erfolgt, scheint in den sauren post-Golgi-Vesikeln stattzufinden, da sie durch
Mittel gehemmt wird, die den niedrigen pH-Wert dieser Vesikel destabilisieren
(Randolph, V. B. et al., 1990, Acidotropic amines inhibit proteolytic
processing of Flavivirus prM protein, Virol. 174, S. 450). Das pre-Fragment
wurde in vitro nur im extrazellulären Medium identifiziert, sein
Schicksal in vivo bleibt unbekannt (Murray, J. M. et al., 1993,
Processing of the dengue virus type 2 proteins prM and C-prM, J.
Gen. Virol., 74, S. 175).
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Vermutlich
besteht die Funktion von pre-M während
des exocytischen Durchgangs des Flavivirus darin, die Aktivierung
der fusogenen Membrandomäne
von E mit dem sauren pH-Wert der Umgebung zu vermeiden (Randolph,
V. B. et al., 1990, Acidotropic amines inhibit proteolytic processing
of Flavivirus prM protein, Virol. 174, S. 450); wenn dieses Ereignis
stattfindet, wird die Freisetzung des Virus verhindert. Tatsächlich wurde
festgestellt, dass pre-M und E in den unreifen intrazellulären Virionen
miteinander Wechselwirken (Wengler, G. und Wengler, G., 1989, Cell-associated
West Nile flavivirus is covered with E + pre-M protein heterodimers which
are destroyed and reorganized by proteolytic cleavage during virus
release, J. Virol., 63, S. 2521) und dass die native Konformation
von E nur in Gegenwart von pre-M angenommen wird (Konishi, E. und
Mason, P. W., 1993, Proper maturation of the Japanese encephalitis
virus envelope glycoprotein requires cosynthesis with the premembrane
protein, J. Virol. 67, S. 1672). Außerdem zeigen bereits freigesetzte
Virionen, die nur pre-M in ihrer Membran haben, im Allgemeinen eine
geringere Infektiosität
als vollständig
reife Virionen (Wengler, G. und Wengler, G., 1989, Cell-associated
West Nile flavivirus is covered with E + pre-M protein heterodimers
which are destroyed and reorganized by proteolytic cleavage during
virus release, J. Virol., 63, S. 2521), in denen zwar M und pre-M
vorhanden sind, ersteres jedoch vorherrscht.
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Pre-M
und M bieten einen aktiven Schutz, wenn sie in rekombinantem Vacciniavirus
exprimiert wurden, aber dies geschieht nicht mit dem pre-Fragment
(Bray, M. und Lai, C.-J., 1991, Dengue virus premembrane and membrane
proteins elicit a protective immune response, Virol. 185, S. 505),
und außerdem
ergibt die Kombination von pre-M oder M mit Glycoprotein E in demselben
rekombinanten Vacciniavirus im Allgemeinen einen besseren Schutz,
als er von jedem Protein einzeln erreicht wird. In ähnlicher
Weise sind bestimmte Antikörper
gegen pre-M/M in der Lage, Mäusen
einen passiven Schutz zu bieten (Kaufman, B. M. et al., 1989, Monoclonal
antibodies for dengue virus prM glycoprotein protect mice against
lethal dengue infection, Am. J. Trop. Med. & Hyg., 41, S. 576).
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Die
Verwendung von synthetischen Peptiden hat es ermöglicht, die molekulare Basis
der Antigenität gemäß der räumlichen
Konformation und der immunologischen Eigenschaften des beteiligten
Antigens festzustellen (Arnon, R. und Sela, M., 1985, Synthetic
vaccines: present and future, Ann. Inst. Pasteur/immunol. 136 D,
271–282).
Die synthetischen Peptide als Anti-Dengue-Impfstoffuntereinheiten
ermöglichen
es, nur die schützenden
Epitope, die keine Immunamplifizierung verursachen, in die endgültige Zubereitung
aufzunehmen (Halstead, S. B. und O'Rourke, E. J., 1977, Dengue viruses
and mononuclear phagocytes, I. Infection enhancement by non-neutralizing
antibody, J. Exp. Med. 146, S. 201; Halstead, S. B., 1979, In vivo
enhancement of dengue virus infection in rhesus monkeys by passively
transferred antibody, J. Infect. Dis., 140, S. 527), oder alternative
dazu, schützende
Peptide von jedem der vier Serotypen aufzunehmen. Die Charakterisierung der
antigenen Determinanten von E und NS1 wurde erfolgreich durchgeführt. Es
gibt jedoch keine ähnlichen Studien über das
ebenfalls wichtige Protein pre-M/M, und deshalb sind die Ergebnisse
dieser Anmeldung ein erster Schritt in diese Richtung.
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Die
Versuche, die flaviviralen Proteine pre-M, M und E zu exprimieren,
waren nicht immer erfolgreich (Chambers, T. J. et al., 1990, Production
of yellow fever virus proteins in infected cells: identification
of discrete polyprotein species and analysis of cleavage kinetics
using region-specific polyclonal antiserum, Virol. 177, S. 159;
Yan, B.-S. et al., 1994, Truncating the putative membrane association
region circumvents the difficulty of expressing hepatitis C virus
protein E1 in Escherichia coli, J. Virol. Meths. 49, S. 343). Anscheinend
sind die hydrophoben Bereiche, die diese Proteine im C-terminalen
Teil aufweisen, die Ursache für
die geringen oder nicht nachweisbaren heterologen Expressionsniveaus
(Yan, B.-S. et al., 1994, Truncating the putative membrane association
region circumvents the difficulty of expressing hepatitis C virus
protein E1 in Escherichia coli, J. Virol. Meths. 49, S. 343).
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Die
Expression dieser Proteine (sowie von NS1) in E. coli wurde im Allgemeinen
durch Fusion (fragmentiert oder nicht) mit anderen bakteriellen
Proteinen erhalten [z. B. β-Galactosidase
(Cane, P. A. und Gould, E. A., 1988, Reduction of yellow fever mouse
neurovirulence by immunization with a bacterially synthesized non-structural
protein (NS1) fragment, J. Gen. Virol. 69, S. 1241), TRPE (Megret,
F. et al., 1992, Use of recombinant fusion proteins and monoclonal
antibodies to define linear and discontinuous antigenic sites on
the Dengue envelope glycoprotein, Virol. 187, S. 480) und dem Protein
A von Staphylococcus aureus (Murray, J. M. et al., 1993, Processing
of the dengue virus type 2 proteins prM and C-prM, J. Gen. Virol.,
74, S. 175). In diesen Fusionsproteinen fehlen die meisten der relevanten
konformatorischen Epitope, da die gegen sie erzeugten Antiseren
zwar das ganze Virus erkennen können;
aber nicht in der Lage sind, es zu neutralisieren oder seine hämagglutinierenden
Eigenschaften zu hemmen (Megret, F. et al., 1992, Use of recombinant
fusion proteins and monoclonal antibodies to define linear and discontinuous
antigenic sites on the Dengue envelope glycoprotein, Virol. 187,
S. 480). Neuere Berichte zeigen jedoch, dass wegen der Löslichkeit
der Fusionsproteine und infolgedessen der Verwendung von nicht-denaturierenden
Verfahren für
ihre Reinigung die meisten der neutralisierenden (Seif, S. A. et
al., 1995, Finer mapping of neutralizing epitope(s) on the C-terminal
of Japanese encephalitis virus E-protein expressed in recombinant
Escherichia coli system, Vaccine 13, S. 1515) und schützenden
(Srivastava, A. K. et al., 1995, Mice immunized with a dengue type
2 virus E and NS1 fusion protein made in Escherichia coli are protected
against lethal dengue virus infection, Vaccine 13, S. 1251) Epitope,
die sie besitzen, erhalten bleiben können.
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Im
Falle von pre-M hat seine pre-Domäne 6 Cysteinreste, die an 3
Disulfidbrücken
beteiligt sind, sowie eine N-Glycosylierungsstelle am Asparagin
69. Die Struktur von E und NS1 ist noch komplizierter; sie beinhaltet
6 Disulfidbrücken
und mehrere N-Glycosylierungsstellen. Die kleine Ectodomäne von M
ist jedoch anscheinend frei von solchen konformatorischen Komplexitäten, da
sie keine Cysteine aufweist und in ihrer natürlichen Form nicht glycosyliert
ist.
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Das
Einsetzen von heterologen Fragmenten in erlaubte Bereiche von immunogenen
Proteinen, deren Topologie mehr oder weniger bekannt ist, und die
Immunisierung mit diesen Fusionsprodukten ist eine komplementäre Alternative
zur Verwendung von synthetischen Peptiden. Beide Strategien erlauben
es, die Anwesenheit von sequentiellen B-Zell- sowie T-Zell-Epitopen
zu definieren. Die biologische Wichtigkeit dieser Epitope kann experimentell
bewertet werden, um zu entscheiden, ob sie in einem bestimmten Impfstoffpräparat mitverwendet
werden sollen oder nicht.
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Ausführliche
Beschreibung der Erfindung
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Eine
Anzahl von fünf
Peptiden vom pre-M/M-Protein des Dengue-2-Virus, die 58% der Aminosäuresequenz
abdecken (97/166 AA), wurden chemisch synthetisiert. Sie entsprachen
den Aminosäuresequenzen 3–31; 45–67; 57–92; 69–93; und
103–124,
die anschließend
als B-19-6, B 20-2, B 19-5, B 20-1 bzw. B 20-3 bezeichnet wurden.
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Peptide,
die an ein Trägerprotein
konjugiert waren oder nicht, wurden in Balb/c-Mäuse
geimpft. Die nach Immunisierung mit den konjugierten Peptiden erhaltenen
Seren wurden durch in-vitro-Neutralisation durch Reduktion der Zahl
der Plaques sowie durch ELISA getestet. Wir untersuchten auch den
aktiven Schutz vor einer Dengue-2-Virus-Reizung in den immunisierten
Mäusen.
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Im
Falle von Mäusen,
die mit den nichtkonjugierten Peptiden immunisiert wurden, wurde
die Antikörperreaktion
durch ELISA bewertet, und die proliferative Reaktion der Milz-T-Lymphocyten
gegenüber Dengue-2-Virus
wurde ebenfalls bewertet.
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Es
wurden auch Fusionsproteine erhalten, und zwei der vier von Peptiden
abgedeckten Bereiche (1–42
und 92–133)
wurden darin eingesetzt und in E.-coli-Bakterien exprimiert. Die Immunisierung
mit diesen Fusionsproteinen ergänzt
die mit den synthetischen Peptiden erhaltenen Ergebnisse.
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Die
Anwesenheit von B-Zell-Epitopen sowohl in Mäusen als auch in Menschen wurde
nachgewiesen, da die Peptide durch Antikörper aus den immunisierten
Mäusen
und durch Seren von Patienten, die die klinische und serologische
Diagnose von Denguevirus hatten, erkannt wurden, wobei in beiden
Fällen
ELISA verwendet wurde. Die Peptide 19-6 und 20-3 waren in der Lage,
die Produktion neutralisierender Antikörper gegen die vier Denguevirus-Serotypen
zu induzieren.
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Virusspezifische
proliferative Reaktionen wurden bei Mäusen nachgewiesen, die mit
den nichtkonjugierten Peptiden 19-6 und 19-5 immunisiert waren.
Mäuse,
die mit den konjugierten Peptiden 19-6, 20-1 und 19-5 immunisiert
wurden, zeigten einen statistisch signifikanten Schutz, wenn sie
mit Dengue-2-Virus gereizt wurden.
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Die
Anwesenheit von sequentiellen Epitopen im pre-M/M-Protein von Denguevirus
2 wurde also nachgewiesen, wie auch ihre Bedeutung bei der Immunantwort
gegen diese Flaviviren.
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Ausführungsbeispiele
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Beispiel 1. Vorhersage
von antigenen Bereichen und von T-Zell-Epitopen des pre-M/M-Proteins
des Denguevirus
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Verschiedene
theoretische Verfahren wurden angewendet, um die antigenen Bereiche
im pre-M/M-Protein des Dengue-2-Virus vorherzusagen. Diese Bereiche
sind diejenigen, die am wahrscheinlichsten von gegen die viralen
Proteine erhaltenen Antikörpern
erkannt werden und am wahrscheinlichsten Antikörper erzeugen, die die ursprünglichen
Proteine erkennen. Einige Verfahren zur Vorhersage von T-Zell-Epitopen wurden
angewendet.
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Fünf Startpeptide,
die mögliche
B- und T-Zell-Epitope aufweisen, wurden gefunden (4 in pre-M und
1 in M). Die Untersuchung der antigenen Struktur dieser Proteine
und die experimentelle Bestimmung von möglichen immunologisch wichtigen
Peptiden beruhten auf diesem Ergebnis.
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1.1 Vorhersagen der humoralen
Antigenität
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Verfahren,
die verwendet wurden, um die Antigenität vorherzusagen, beruhten auf
der Aminosäuresequenz,
da weder die dreidimensionale Struktur des pre-M/M-Proteins des Dengue-2-Virus experimentell
bestimmt wurde, noch es auf dem Sequenzniveau eine erhebliche Ähnlichkeit
mit irgendeinem Protein bekannter dreidimensionaler Struktur gibt.
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Der
A-15-Stamm von Dengue 2, der 1981 in Kuba isoliert wurde (Kourí, G. et
al., 1986, Hemorrhagic dengue in Cuba: history of an epidemic, Bull.
P. A. H. O 20, S. 24), wurde verwendet, um dieses Beispiel zu bewerkstelligen.
Die potentiell antigenen Bereiche wurden nach den folgenden Kriterien
ausgewählt:
- a) Bereiche mit hoher antigener Neigung gemäß verschiedenen
Vorhersageverfahren auf der Basis der Hydrophilie (Hoop, T. P. und
Woods, K. R., 1981, Prediction of protein antigenic determinants
from amino acid sequences, Proc. Natl. Acad. Sci. USA 78, S. 3824;
Parker, J. M. R. et al., 1986, New hydrophilicity scale derived
from HPLC peptide retention data: correlation of predicted surface
residues with antigenicity and X-ray derived accessible sites, Biochemistry
25, S. 5425), Flexibilität
(Karplus, P. A. und Schultz, G. E. 1985, Prediction of chain flexibility
in proteins. A tool for the selection of peptide antigens, Naturwissenschaften
72, S. 212) und Zugänglichkeit
(Emini, E. A. et al., 1985, Induction of hepatitis A virus-neutralizing antibody
by a virus specific synthetic peptide, J. Virol. 55, S. 836).
- b) Bereiche mit vielen Möglichkeiten,
Schleifen und Turns zu bilden, gemäß den Vorhersagen der Sekundärstruktur,
die PHD verwenden (Rost, B. und Sander, C. 1993, Prediction of protein
secondary structure at better than 70% accuracy, J. Mol. Biol. 232,
S. 584; Rost, B. und Sander, C. 1994, Combining evolutionary information
and neural networks to predict protein secondary structure, Proteins
19, S. 55; Rost, B. und Sander, C. 1994, Conservation and prediction
of solvent accessibility in protein families, Proteins 20, S. 216).
- c) Bereiche mit großer
Variabilität,
die Insertionen/Weglassungen in Bezug auf andere Flaviviren beinhalten oder
auch nicht, sowie potentielle Glycosylierungsbereiche in anderen
Flaviviren, die im Denguevirus verwendet werden oder auch nicht.
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a) Antigenitätsprofile
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1 zeigt
die Profile, die erhalten werden, wenn man 4 Eigenschaften der Aminosäuren, die
mit der Antigenität
im Zusammenhang stehen, auf die pre-M- und M-Segmente anwendet (pre-M links,
M rechts).
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Im
pre-Bereich gibt es hohe Hydrophilie- und Zugänglichkeitswerte in den Bereichen,
die die Reste 6–9,
16–21,
28–31,
42–47,
58–65
und 82–91
aufweisen. Im M-Protein gibt es einen großen hydrophoben Bereich zwischen
den Resten 41–76,
der den Transmembranhelices entspricht, von denen man annimmt, dass sie
nicht dem Immunsystem ausgesetzt sind. In der kleinen Ectodomäne von M
(Reste 1–40)
erstreckt sich der Bereich der größten Hydrophilie/Zugänglichkeit
zwischen den Aminosäuren
13–31,
insbesondere am Anfang (AA 13–16).
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b) Vorhersagen der Sekundärstruktur
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2 zeigt
die Vorhersagen der Sekundärstruktur
und der Zugänglichkeit
des pre-M- und des M-Segments gemäß dem PHD-Programm. Die Ergebnisse
der Vorhersagen zeigen, dass viele potentiell antigene Bereiche
(gemäß den Profilen
von 1) prädisponiert
sind, um Schleifen/β-Turns
mit exponierten Resten an der Oberfläche des Proteins zu bilden.
Die Bildung von Transmembranhelices wird für den Bereich zwischen den
Aminosäuren
41–76
von Protein M vorhergesagt, und dies steht im Einklang mit dem hydrophoben
Charakter dieses Bereichs und spricht dafür, dass sich die antigenen
Peptide von M hauptsächlich
in der Ectodomäne
(1–40)
befinden.
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c) Abgleich der Sequenzen
des pre-M- und M-Proteins des Denguevirus und anderer Flaviviren.
Variabilität und
Glycosylierung
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Im
Allgemeinen sind Bereiche, die nicht dem Lösungsmittel ausgesetzt sind,
in Familien von homologen Proteinen stärker konserviert. Daher haben
Bereiche mit höherer
Variabilität
eine größere Wahrscheinlichkeit,
exponiert zu sein.
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Im
Falle von Viren ist die Variabilität auch ein Fluchtmechanismus
gegenüber
dem immunologischen Druck; selbstverständlich schließt dies
nicht aus, dass einige konservierte Bereiche antigen sein könnten oder dass
es konservierte Bereiche an der Oberfläche geben könnte.
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Die
Analyse von Sequenzen von pre-M- und M-Bereichen von 15 Isolaten
der 4 Serotypen von Dengueviren zeigen, dass wenigstens 69% der
Reste streng konserviert werden. Die wichtigeren variablen Reste befinden
sich in den Positionen 28–30,
55–59,
69–72
und 80–83
von pre-M sowie in den Positionen 27–30 von M. Im Allgemeinen entsprechen
diese Zonen den Maxima der antigenen Profile von 1.
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Der
Vergleich der Sequenzen dieser Bereiche in mehr als 30 flaviviralen
Isolaten zeigt, dass der Bereich 1–33 von pre-M hochgradig variabel
ist, mit möglichen
Schleifen, die für
Insertionen/Weglassungen (in den Positionen 8 und 30) prädisponiert
sind, und mehreren potentiellen Stellen für N-Glycosylierung. Dagegen ist
die Variabilität
in der Domäne
33–91
von pre-M geringer; es gibt mehrere Positionen, die bei allen Flaviviren streng
konserviert sind, zum Beispiel: 6 Cysteine, die 3 Disulfidbrücken bilden,
wenigstens 5 saure Reste im Bereich 40–65 sowie die basische Sequenz
87–91,
hinter der die endoproteolytische Spaltung unmittelbar vor oder
während
der Freisetzung des reifen Virus erfolgt (3).
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Asn-69,
ein konservierter Rest im antigenen Dengue-Komplex, ist die einzige
N-Glycosylierungsstelle des
pre-M/M-Proteins des Komplexes. In der Familie der Flaviviridae
befindet sich dieser Bereich jedoch in einer möglichen exponierten Schleife
hoher Variabilität.
Gleichzeitig sind die pre-M/M-Reste des Denguevirus, die den potentiellen
N-Glycosylierungsstellen bei anderen Flaviviren entsprechen (zum
Beispiel AA 14 in JE, SLE, MVE und YF sowie AA 32 in LI, LAN, YF
und TBE), sind β-Turns
in der Nähe
von Zonen, die als antigen gelten.
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1.2 Vorhersage von T-Zell-Epitopen
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Die
Vorhersage erfolgte durch zwei unabhängige Verfahren: das Musterverfahren
nach Rothbard und Taylor (Rothbard, J. B. und Taylor, W. R., 1988,
A sequence pattern common to T-cell epitopes, EMBO J. 7, S. 93)
und die Bestimmung von Fragmenten mit einer Neigung zur Bildung
von alpha-Helix-Strukturen (AMPHI 7 und 11) (Margalit, H. et al.
1987, Prediction of immunodominant helper T cell antigenic sites
from the primary sequence, J. Immunol. 138, S. 2213). Die Ergebnisse
sind in 4 gezeigt.
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1.3 Peptide, die zur Identifizierung
von relevanten Epitopen vorgeschlagen werden
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Die
Bestimmung von neutralisierenden und schützenden Peptiden im Allgemeinen
ist sehr wichtig für die
Entwicklung von effizienteren Impfstoffen, und Peptide aus Bereichen
mit hoher antigener Neigung sind für ihre Identifizierung sehr
nützlich;
insbesondere solche linearer Natur.
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Tabelle
1 zeigt eine Menge von Peptiden, die Bereiche enthalten, welche
prädisponiert
sind, um B- und T-Zell-Epitope (gemäß den mehreren Vorhersageverfahren,
die in diesem Beispiel verwendet werden) des pre-M/M-Proteins des
D2-Virus aufzuweisen.
Wenn die Gültigkeit
dieser Vorhersage experimentell nachgewiesen wird, werden die immunologisch
wichtigen Epitope jedes Bereichs durch die Gestaltung von kleineren
Peptiden innerhalb jeden Bereichs genau lokalisiert.
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Tabelle
1. Antigene Peptide, die im pre-M/M-Protein des Dengue-2-Virus vorgeschlagen
werden
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Beispiel 2. Chemische
Synthese von Oligopeptiden und Oligonucleotiden
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2.1. Synthese von Oligopeptiden
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Alle
Peptide wurden unter Verwendung einer Boc-Strategie in fester Phase
am p-Methylbenzhydrylamin-Harz (MBHA-Harz, Bachem, Schweiz) synthetisiert.
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Die
geschützten
Aminosäuren
wurden von Bachem erhalten. Der Schutz von reaktiven Gruppen der Aminosäurekette
war wie folgt: Arg (Tos), Asp (OBzl), Cys (4-Me-Bzl), Glu (OBzl),
Lys (2-Cl-Z), Trp (CHO), Tyr (Cl2-Bzl),
Thr (Bzl). Asn, Gln und Pro wurden ohne Schutz in den Seitenketten
verwendet.
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Die
Entfernung der Boc-Amino-Schutzgruppe wurde unter Verwendung von
37,5%iger Trifluoressigsäure
in Dichlormethan durchgeführt.
Für die
Kopplungsreaktion jedes Restes wurde eine Aktivierung mit Diisopropylcarbodiimid
(DIC) in situ verwendet, außer
bei den Aminosäuren
Asn und Gln, die unter Verwendung von DIC und 1-Hydroxybenzotriazol
in N,N-Dimethylformamid aktiviert wurden.
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Die
endgültige
Entfernung der Schutzgruppen und Peptidfreisetzung vom Harz wurden
in speziellen Geräten
erreicht. Das verwendete Verfahren ist als Low-High-HF bekannt.
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Während des
ersten Teils des Verfahrens (Low HF) wurde das geschützte Harzsystem
120 Minuten lang bei 0°C
mit HF (25%) : DMS (65%) : p-Kresol (10%) behandelt. Im Falle von
Trp-enthaltenden Peptiden wurde das Gemisch durch HF (25%) : DMS
(60%) : EDT (10%) : p-Kresol (5%) ersetzt. Anschließend wurde das
Harz-Peptid mehrmals mit Diethylether, Dichlormethan und 2-Propanol
gewaschen und im Vakuum getrocknet.
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Während des
zweiten Teils des Verfahrens (High HF) wurde das Harz-Peptid 60
Minuten lang bei 0°C mit
HF (90%) : Anisol (10%) behandelt.
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Das
Rohprodukt wurde mit Ether gewaschen, dann mit 30% Essigsäure in Wasser
extrahiert und schließlich
lyophilisiert.
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Die
Peptide wurden durch RP-HPLC in einer Baker-C-18-Säule (4,6 × 100 mm)
und durch Massenspektrometrie unter Verwendung von FAB als Ionisierungsverfahren
in einem Gerät
des Typs JEOL HX-110 HF charakterisiert.
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Die
Aminosäuresequenz
sowie ihre Position im pre-M/M-Protein des Denguevirus ist in Tabelle
1 gezeigt.
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2.2. Synthese von Oligonucleotiden
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Oligonucleotide
wurden automatisch in dem Gerät
Gene Assembler Plus gemäß dem Phosphoramidit-Verfahren
synthetisiert.
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Die
Sequenz der sechs Oligonucleotide ist in Tabelle 2 gezeigt.
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Tabelle
2. XbaI- und EcoRI-Stellen, die am Ende jeweils für die spätere Manipulation
erzeugt wurden, sind unterstrichen bzw. doppelt unterstrichen. Das
Leseraster des codierten Proteins ist durch die Basentripletts definiert
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Beispiel 3. Kopplung von
Peptiden an ein Trägerprotein
und Immunisierungsschema
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3.1 Kopplung von Peptiden
an BSA
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Die
Kopplung von Peptiden wurde wie folgt durchgeführt:
- 1.
Aktivierung von BSA: Tropfenweise und unter Schütteln wurden 80 μl einer Lösung des
bifunktionellen Reagens m-Maleinimidobenzoyl-N-hydroxysuccinimidester
(MBS) [5 μg/μl] in Dimethylformamid
zu einer Lösung
von 2,8 mg Rinderalbuminfraktion V (BSA) in 250 μl PBS gegeben. Dann wurde es
30 Minuten lang bei Raumtemperatur in Bewegung gehalten, und das
Gemisch wurde durch eine PD10-Säule
gegeben.
- 2. Kopplung des Peptids an das aktivierte BSA: Eine Lösung von
1 mg Peptid in 300 μl
PBS wurde tropfenweise und unter Schütteln zu der Lösung des
aktivierten BSA gegeben. Es wurde 3 Stunden lang auf Raumtemperatur
gehalten, und die Konzentration wurde nach dem Lowry-Verfahren bestimmt.
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3.2 Immunisierungsschema
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Das
Immunisierungsschema von an BSA gebundenen Peptiden ist wie folgt:
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Männliche
Balb/c-Mäuse
im Alter von 4–6
Wochen wurden intraperitoneal mit 50 μg des Peptid-BSA-Konjugats immunisiert.
Außerdem
wurden zwei Immunisierungsschemata durchgeführt, eines mit BSA und das
andere mit PBS. Insgesamt 4 Impfungen wurden im Abstand von jeweils
15 Tagen durchgeführt. In
den ersten Dosen wurde Freunds vollständiges Adjuvans und in den
anderen Freunds unvollständiges
Adjuvans verwendet. Sieben Tage nach der letzten Impfung wurde eine
Blutprobe aus der Retroorbitalvene entnommen.
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Die
erhaltenen Seren von jedem Schema wurden zur späteren Verwendung bei –20°C aufbewahrt.
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Beispiel 4. In-vitro-Plaque-Reduktions-Neutralisationstest
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Die
Neutralisationstechnik wurde nach Morens durchgeführt (Morens,
D. M. et al. 1985, Simplified plaque reduction neutralization assay
for dengue viruses by semimicro methods in BKH-21 cells: Comparison of
the BHK suspension test with standard plaque reduction neutralization,
J. Clin. Microbiol. 22, S. 250).
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Verdünnungen
von Anti-Peptid-Seren und Anti-BSA-Kontrollen sowie negativen Seren
von 1/10 bis 1/640 wurden hergestellt. Jede Verdünnung von Seren wurde mit einer
Verdünnung
des Virus (Stamm A 15 von Dengue 2), die 15–20 PFU/50 μl aufwies, in Kontakt gebracht.
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Das
Gemisch wurde 1 Stunde lang bei 37°C inkubiert. Insgesamt 50 μl von jedem
Gemisch wurden in dreifachen Parallelansätzen zu BHK-21-Zellen in 24-Napf-Platten gegeben
und 4 Stunden lang in einem CO2-Inkubator
bei 37°C
inkubiert. Dann wurden 0,5 ml Carboxymethylcellulose-haltiges Medium
hinzugefügt, und
es wurde je nach dem verwendeten viralen Serotyp wiederum mehrere
Tage lang inkubiert. Nach diesen Tagen wurde angefärbt, und
die Anzahl der von dem Virus erzeugten Lyseplaques wurde bestimmt.
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Der
Titer wurde in jedem Fall ausgedrückt als die Verdünnung, bei
der 50% der Reduktion der Plaquezahl erhalten wurde.
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Die
Ergebnisse sind in Tabelle 3 gezeigt.
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Tabelle
3. PRNT der Antipeptidseren gegen 19-6 und 20-3
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Beispiel 5. Identifizierung
von T-Zell-Epitopen
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Die
Anwesenheit von T-Zell-Epitopen in den Peptiden von pre-M wurde
durch die Untersuchung der Anti-Peptid-Antikörper-Reaktion bewertet, die
in mit freien Peptiden (nichtkonjugiert) immunisierten Mäusen hervorgerufen
wurde. Sensibilisierte Tiere zeigten eine höhere Serumantikörperproduktion
als Reaktion auf eine Auffrischungsdosis des Antigens im Vergleich
zur Reaktion bei naiven Tieren. Diese Ergebnisse bestätigen die
Existenz von B-Zell-Epitopen in diesen Peptiden und zeigen, dass
diese Sequenzen T-Zell-Epitope enthalten, die in der Lage sind,
Th-Aktivität
in vivo zu stimulieren und so die Titer der Antikörperreaktion
zu verbessern.
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Virusspezifische
proliferative Reaktionen von Milz-T-Lymphocyten wurden in peptidimmunisierten BALB/c-Mäusen gezeigt.
T-Zellen von mit 19-6 und 19-5 immunisierten Mäusen proliferierten in einem
in-vitro-Blastogenese-Assay, wenn sie mit dem Dengue-2-Virus kultiviert
wurden. Das 20-2-Peptid rief jedoch keine signifikante proliferative
Reaktion gegen das Virus hervor. Es könnte ein T-Zellkryptisches
Epitop enthalten, das in der freien Form des Peptids erkannt wird,
aber nicht als Ergebnis der Präsentierung
immundominanter Epitope und Prozessierung des Virus bei einer natürlichen
Infektion (5).
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Beispiel 6. Schutzassay
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Mäuse wurden
7 Tage nach der letzten Immunisierung durch Injektion einer 1/2500-Verdünnung (entspricht
100 LD50-Dosen) eines lebenden mäuseadaptierten
Dengue-2-Virus (Stamm A15) in den Schädel gereizt. Die Mäuse wurden
bis zu 21 Tage lang in Bezug auf Morbidität und Mortalität beobachtet.
Die Daten wurden unter Verwendung eines Fisher-Tests auf statistische
Signifikanz getestet. Die prozentuale Überlebensrate bei peptidimmunisierten
und Kontrolltieren sind in 6 gezeigt.
Der Grad des Schutzes, der für
die Peptide 19-5, 19-6 und 20-1 induziert wurde, war statistisch
signifikant (p < 0,05).
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Beispiel 7. Indirekter
ELISA zum Nachweis von Anti-Peptid-Antikörpern
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Humanseren
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Die
Peptide 19-6, 20-1, 20-2, 20-3 wurden in einer Konzentration von
10 μg/ml
in Beschichtungspuffer an den Platten fixiert, und dann wurden sie über Nacht
bei 4°C
inkubiert. Die Seren wurden in einer Verdünnung von 1/200 in PBS-Tween 20 hinzugefügt. Schließlich wurde
ein Konjugat von Anti-Gesamt-Human-Immunglobulin und Peroxidase hinzugefügt, und
anschließend
wurde das Substrat (ortho-Phenylendiamin, H2O2, 0,05 M Phosphat-Citrat-Puffer, pH 5) hinzugefügt. Das
Ablesen erfolgte in einem ELISA-Lesegerät bei 492 nm, und der Schwellenwert
für jedes
Peptid wurde bestimmt.
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Die
verwendeten Seren stammten von Patienten mit einer viralen klinischen
Infektion, die anhand von Hämagglutinationshemmungstechniken
(Clarke, D. H. und Casals, J. 1958, Techniques for hemagglutination and
hemagglutinationinhibition with Arthropod Borne Virus, Am. J. Trop.
Med. Hyg. 7, S. 561) und inhibitorischem ELISA (Vázquez,
S. und Fernández,
R. 1989, Utilización
de un método
de ELISA de Inhibición
en el diagnóstico
serológico
de dengue, Rev. Cub. Med. Trop. 41(1), S. 18–26) für Gesamt-Anti-Dengue-Antikörper serologisch
als Dengue diagnostiziert wurde.
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Die
Studie umfasste 118 Seren von Patienten der Epidemie, die in Kuba
1981, Panama 1994 und Costa Rica 1994 auftrat. Bei dieser Epidemie
wurde das Denguevirus 2 isoliert, neben dem Serotyp 1 und 4 in Costa
Rica; sie wurden in Fällen
von primären
und sekundären
Infektionen gemäß den Titern
von Hämagglutinationshemmenden
Antikörpern
klassifiziert.
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46,6%
der Seren reagierten positiv auf die 4 verwendeten Peptide. Es wurden
Prozentsätze
der Positivität
gegenüber
den Peptiden B 19-6, 20-1, 20-2 und 20-3 von 56,8%, 79,6%, 77,1% bzw. 83,1%
erhalten.
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Der
Mittelwert des Reaktivitätsindex,
der durch den Quotienten der optischen Dichte der Probe und des
Schwellenwerts berechnet wurde, betrug für jedes Peptid 1,07, 1,52,
1,57 bzw. 1,49.
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Mäuseseren
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Der
verwendete indirekte ELISA war so, wie es oben beschrieben ist,
aber unter Verwendung eines Anti-Maus-Ig, der an Peroxidase konjugiert
war. Die Antikörpertiter,
die in den Antipeptidseren erhalten wurden, lagen im Allgemeinen
oberhalb von 1/10000.
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Beispiel 8. Insertion
von pre-M/M-Fragmenten in das P64k-Protein von Neisseria meningitidis
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In
diesem Beispiel exprimierten wir Fragmente des pre-M/M-Proteins
von Dengue 2 (A-15-Stamm) und von Dengue 4 (814669-Stamm) (Zhao,
B. et al. 1986, Cloning full-length dengue type 4 viral DNA sequences:
analysis of genes coding for structural proteins, Virol. 155, S.
77), die in ein N.-meningitidis-Protein insertiert
waren, welches zuvor in unserer Gruppe charakterisiert worden war
(Silva, R. et al. 1992, Nucleotide sequence coding for an outer
membrane protein from Neisseria meningitidis and use of said protein
in vaccine preparations, Europäisches
Patent 0 474 313, 1997): P64k, das sich in mehreren Tiermodellen
als hochgradig immunogen erwiesen hat. Außerdem erreicht das Niveau der
Expression von P64k in E. coli mehr als 30% des Gesamtproteins der
Bakterien.
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Das
P64k-Protein (64 kD), das dimerer Natur ist, hat in jeder Untereinheit
zwei funktionelle Domänen: eine
mit Liponsäure-bindender
Aktivität
(1–100)
und die andere mit Lipoamid-Dehydrogenase-Aktivität (117–594). Beide
wurden durch Röntgenkristallographie
als relativ unabhängige
konformatorische Domänen identifiziert
(Li de la Sierra, I. et al. 1994, Crystallization and preliminary
X-ray investigation of a recombinant outer membrane protein from
Neisseria meningitidis, J. Mol. Biol. 235, S. 1154; Li de la Sierra,
I. et al. 1997, Molecular Structure of the lipoamide dehydrogenase
domain of a surface antigen from Neisseria meningitidis, J. Mol.
Biol. 269, S. 129).
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Die
erstere Domäne
wurde ausgewählt
(in den Aminosäurepositionen
40–45),
um die Insertionen der Fragmente 1–42 und 92–133 von pre-M/M durchzuführen, da
diese kleine Domäne
stärker
exponiert ist und nicht an der Dimerbildung beteiligt zu sein scheint.
Dies ließ vermuten,
dass die globale Struktur des chimärischen Proteins in Bezug auf
das natürliche
P64k weniger verändert
wäre, als
wenn eine Insertionsstelle in der Domäne 117–594 verwendet würde, die
außerdem
direkt an der Bildung des Dimers beteiligt ist.
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Der
Bereich, der für
die Aminosäuren
38–47
(TLETDKATMD) codiert, welche den Bereich der Liponsäurebindung
des P64k-Gens beinhaltet, der bei der Herstellung von Fusionsproteinen
verwendet wird, wurde im voraus zu TLDLEMD geändert. Diese Modifikation wurde
durchgeführt,
um die Erkennung von P64k durch die Seren von Patienten mit primärer biliärer Zirrhose
zu vermeiden, die Selbstantikörper
gegen homologe Epitope aufweisen, die sich in der humanen mitochondrialen
Dehydrolipoamid-Acetyltransferase befinden (Tuaillon, N. et al.
1992, A lipoyl synthetic octadecapeptide of dihydrolipoamide acetyl
transferase specifically recognized by anti-M2 autoantibodies in
primary biliary cirrhosis, J. Immunol. 148, S. 445).
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Die
Strategie zur Herstellung der beiden Klone ist im Folgenden erläutert:
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Die
Fragmente Pre-2, M-2 und M-4 wurden durch Polymerase-Kettenreaktion
amplifiziert, wobei man eine Kombination der Oligonucleotide 1 und
2, 3 und 4 bzw. 5 und 6 verwendete (siehe Tabelle 2) und das Plasmid
pD-5 als Matrize verwendete. Dieses Plasmid pD-5 beinhaltet eine
Kopie des pre-M/M-Gens vom Dengue-2-Virus (Stamm A-15), die in den
pBluescript-Vektor (Stratagene) kloniert ist. DNA-Banden, die in
jedem Fall erhalten wurden (120 bp), wurden mit XbaI (Pre-2 und
M-2) oder XbaI/EcoRI (M-4) abgebaut, und sie wurden in die entsprechenden
Stellen, die in Position 135–145
des P64k-Gens künstlich
geschaffen worden waren, in den Vektor pM-92 einkloniert. Außerdem wurde
ein chimärischer
Klon, der die M-2- und M-4-Banden in den bereits erwähnten Stellen
XbaI und EcoRI enthält,
durch dreifache Ligierung erzeugt. Rekombinante Klone, die die Inserts
in der richtigen Orientierung tragen, wurden durch Restriktionsanalyse
und DNA-Sequenzierung identifiziert.
-
Die
durch die Klone von Pre-2 (pD31), M-2 (pD30), M-2/M-4 (pD33) und
M-4 (pD34) erzeugten Fusionsproteine wurden unter dem Promotor des
Tryptophanoperons (ptrp) im E.-coli-Stamm MM294 exprimiert (F– end
A1 hsdR17 (rk– mk+) sup E44 thi-1 relA1? RfbD1? SpoT1?). Alle
wurden in den erwarteten Größen und mit
Expressionsniveaus von bis zu 30% der Gesamtproteine der Bakterien
erhalten, wenn das PD31-Protein auch eine hohe Instabilität zeigte
(7). Alle Fusionsproteine wurden im ELISA (Daten
nicht gezeigt) und Western-Blotting
(8), wo ein bemerkenswerter Abbau im Vollzellextrakt
nachgewiesen wurde, von einigen monoklonalen Maus-Anti-P64k-Antikörpern erkannt.
Die Aminosäuresequenz
dieser Proteine ist im Sequenzprotokoll gezeigt.
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Die
Immunisierung von Mäusen
mit den Fusionsproteinen PD33 und PD34, die nach einer nichtdenaturierenden
Vorschrift halbgereinigt wurden, rief im ELISA hohe Titer gegen
sie hervor (bis zu 1/100000), und gleichzeitig wurden im ELISA gegen
die synthetischen Peptide Antikörper
mit Titern von bis zu 1/4000 erhalten.
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Beschreibung
der Figuren
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1.
Hydrophilie-, Zugänglichkeits-
und Flexibilitätsprofile
des pre-M- (A) und des M-Proteins (B) des Denguevirus.
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2.
Vorhersage der Sekundärstruktur
und der Zugänglichkeit
des pre-M- (A) und
des M-Proteins (B). AA: Aminosäuren.
PHD sec: Vorhersage der Sekundärstruktur
(E = beta, H = Helix, L = Schleife); P_3 acc: Vorhersage der Zugänglichkeit
(e = exponiert, b = nicht exponiert). Sub sec (Sub acc): Reste,
bei denen die Vorhersage der Sekundärstruktur (Zugänglichkeit)
zu 82,4% (70%) wirksam ist.
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3.
Variabilitätsprofile
des pre-M- und des M-Proteins. Die Variabilität wurde unter Berücksichtigung
von 3 Gruppen von Flavivirus-Sequenzen berechnet. Dengue: Sequenzen
von 15 Dengue-Isolierungen. MBV: von Stechmücken übertragene Flavivirus-Sequenzen
einschließlich
Denguevirus, Kunji, West-Nile-Virus,
Murray-Valley-Encephalitis und Saint-Louis-Encephalitis. Flavivirus:
Sequenzen von mehr als 30 verschiedenen Flavivirus-Isolierungen:
(MBV + Gelbfieber, Langat, Louping Ill und Zeckenencephalitis).
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4.
Vorhersage von T-Zell-Epitopen des pre-M- (A) und des M-Proteins
(B): AMPHI 7 (11): Vorhersage von amphipathischen Segmenten von
7 (11) Resten, positive Reste sind die zentralen Aminosäuren eines
potentiell antigenen amphipathischen Blocks. RT 4 (5): Vorhersage
der antigenen Profile von 4 (5) Resten, positive Reste sind solche,
die die Profile erfüllen.
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5.
Proliferative Reaktion auf Dengue-2-Virus-Antigene (bei Konzentrationen
von 10, 20 und 40 μg/ml)
von Milz-T-Zellen aus mit Peptiden immunisierten Mäusen 19-6,
19-5 und 20-2.
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6.
Prozentuale Überlebensrate
bei peptidimmunisierten und Kontrolltieren. Der Grad des induzierten
Schutzes für
die Peptide 19-5, 19-6 und 20-1 war statistisch signifikant.
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7.
10% SDS-PAGE des E.-coli-Stammes MM294, transformiert mit Fusionsproteinen
und dem P64k-Protein (pM-92-Plasmid). Bahnen: 1 – untransformierter MM294-Stamm,
2 – pM-92/MM294,
3 – pD-30/MM294,
4 – pD-31/MM294,
5 – pD-33/MM294,
6 – pD-34/MM294.
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8.
Western-Blot unter Verwendung des monoklonalen Antikörpers 114
gegen P64k, das vom Plasmid pM-92 im E.-coli-Stamm MM 296 exprimiert
wurde. Bahnen: 1 – untransformierter
MM294-Stamm, 2 – pM-92/MM294,
3 – pD-30/MM294, 4 – pD-31/MM294,
5 – pD-33/MM294,
6 – pD-34/MM294.
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