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Fachgebiet
der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung betrifft
die Modifikation von Immunglobulin-Superfamilie (IgSF)-Domänen und
Derivaten davon, um ihre Löslichkeit
und somit die Ausbeute zu erhöhen
und die Handhabung zu vereinfachen.
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Stand der
Technik
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Kleine Antikörperfragmente zeigen sehr vielversprechende
Eigenschaften für
die Verwendung als Arzneimittel, Diagnostika und in der biochemischen
Forschung. Deshalb sind sie in großen Mengen erforderlich, wobei
zurzeit in zahlreichen Laboratorien routinemäßig die Expression von Antikörperfragmenten,
z. B. Fv, Einzelketten-Fv (scFv) oder Fab, im Periplasma von E.
coli eingesetzt wird (Skerra und Plückthun, 1988; Better et al.,
1988). Die Ausbeuten solcher Expressionen unterliegen jedoch starken
Schwankungen, insbesondere im Fall der scFvs. Während einige Fragmente bis
zu mehreren mg eines funktionellen löslichen Proteins pro Liter und
OD der Kulturbrühe
in Schüttelkolbenkultur
ergeben (Carter et al., 1992; Plückthun
et al., 1996), können
andere Fragmente fast ausschließlich
zu einem unlöslichen
Material führen,
das häufig
in sogenannten Einschlusskörpern
vorliegt. Aus diesen lässt
sich ein funktionelles Protein erst durch einen arbeits- und zeitaufwändigen Umfaltungsprozess
in bescheidenen Ausbeuten gewinnen. Die Faktoren, welche die Expressionsraten
der Antikörper
beeinflussen, sind bisher noch wenig aufgeklärt. Die Faltungseffizienz und
Stabilität
der Antikörperfragmente,
die Empfindlichkeit gegenüber
Protease und die Toxizität
der exprimierten Proteine für
die Wirtszellen schränken häufig die
tatsächlichen
Produktionsraten stark ein, wobei schon verschiedene Versuche unternommen wurden,
die Ausbeuten der Expression zu steigern. Z. B. haben Knappik und
Plückthun
(1995) in der Gerüstregion
von Antikörpern
Schlüsselreste
identifiziert, welche die Expressionsausbeuten entscheidend beeinflussen.
Genauso fanden Ullrich et al. (1995), dass Punktmutationen in den
CDRs die Ausbeuten einer periplasmatischen Expression von Antikörperfragmenten
steigern können.
Jedoch lassen sich diese Strategien nur auf einige wenige Antikörper anwenden.
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Die Beobachtungen von Knappik und
Plückthun
(1995) zeigen, dass durch ein Optimieren derjenigen Teile des Antikörperfragments,
die nicht direkt an der Antigenerkennung beteiligt sind, die Faltungseigenschaften
und Produktionsausbeuten rekombinanter Fv- und scFv-Konstrukte signifikant
verbessert werden können.
Die Ursachen für
das verbesserte Expressionsverhalten liegen in dem abgeschwächten Aggregationsverhasten
dieser Moleküle. Bei
anderen Molekülen
wird kann auch die Stabilität des
Fragments und seine Widerstandsfähigkeit
gegenüber
Protease beeinflusst werden. Das Wissen, auf welche Weise spezifische
Sequenzmodifikationen diese Eigenschaften verändern, ist bisher noch sehr
begrenzt, zurzeit wird dieses Gebiet intensiv erforscht.
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Beim Exprimieren und Manipulieren
von Proteindomänen
kann es zu Schwierigkeiten kommen, da Aminosäuren, die normalerweise innerhalb
der Proteinstruktur eingebettet sind, in dem Fall exponiert werden,
wenn nur ein Teil des ganzen Moleküls exprimiert wird. Es kann
zu einer Aggregation kommen, und zwar aufgrund einer Wechselwirkung
der jetzt gegenüber
dem Lösungsmittel
exponierten hydrophoben Resten, die ursprünglich die Kontaktregionen
zwischen benachbarten Regionen bildeten. Leistler und Perham (1994)
konnten zeigen, dass eine bestimmte Domäne der Glutathion-Reduktase getrennt
von ihren benachbarten Domänen
exprimiert werden kann, wobei das Protein jedoch in vitro eine unspezifische
Assoziation zeigte, wodurch multimere Proteineinheiten erzeugt wurden.
Durch die Einführung
von hydrophilen Resten anstelle von exponierten hydrophoben Aminosäuren konnte
diese Tendenz zur Aggregation abgeschwächt und auf diese Weise die
isolierte Domäne
stabilisiert werden. Sowohl Wildtyp- als auch modifizierte Domänen wurden
ausschließlich
in Einschlusskörpern
gefunden und mussten neu gefaltet werden. Obwohl in vitro-Experimente
viel dazu beigetragen haben, verschiedene intermolekulare Wechselwirkungen
zu definieren, welche die Faltungsprozesse steuern, haben sie nur
einen begrenzten Wert, wenn das Faltungsverhalten von unterschiedlichen
Polypeptidketten in vivo vorausgesagt werden soll (Gething und Ambrook,
1992). Somit bieten Leistler und Perham keine Anleitung oder keinen
Hinweis darauf, wie die Expressionsausbeuten von löslichen
Proteindomänen
gesteigert werden können.
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Bei den Antikörpern dimerisieren zwei Ketten,
die mehrere Domänen
enthalten, wobei jede Domäne
aus einem β-Fass
besteht, deren zwei β-Faltblätter durch
eine Disulfidbindung zusammengehalten werden, wodurch die sogenannte
Immunglobulinfaltung („immunoglobulin
fold") entsteht.
Zwei Domänen,
eine variable Domäne
(VL) und eine konstante Domäne
(CL), liegen entlang der Längsachse
in der leichten Kette (VL-CL) nebeneinander, und vier Domänen, eine
variable Domäne
(VH) und drei konstante Domänen
(CH1 bis CH3) liegen entlang der Längsachse der schweren Kette
nebeneinander (VH-CH1-CH2-CH3). Im Dimer, das durch die Ketten a
und b gebildet wird, lagern sich jeweils zwei solche Domänen seitlich
aneinander: VLa an VHa,
CLa an CH1a, VLb an VHb, CLb an CH1b, CH2a an CH2b und CH3a an CH3b. In WO
92/01787 (Johnson et al., 1992) wird beschrieben, dass isolierte
einzelne Domänen,
z. B. VH, in der ehemaligen VL/VH-Grenzflächen-Region durch Austauschen
hydrophober Reste durch hydrophile Reste modifiziert werden können, ohne
dass die Spezifität
der Eltern-Domäne
verändert
wird. Die Grundlage für
WO 92/01787 bestand in der Vermutung, dass exponierte hydrophobe
Reste möglicherweise
zu einer unspezifischen Bindung, einer Wechselwirkung mit Oberflächen und
zu einer verminderten Stabilität
führen
könnten.
Hierbei wurde eine Erhöhung
der Bindungsspezifität
deutlich gemacht, eine Zunahme der Expressionsrate konnte jedoch
nicht gezeigt werden. Außerdem
wäre es
nicht möglich,
WO 92/01787 auf ein Antikörperfragment anzuwenden,
das die vollständige
Antigen-Bindungsstelle enthält,
da diese VL und VH enthalten muss.
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Bei den T-Zell-Rezeptoren dimerisieren
zwei Ketten (α und β), die jeweils
aus einer variablen (V) und einer konstanten (C) Domäne mit der
Immunglobulinfaltung und aus einer Transmembrandomäne bestehen.
In jeder Kette liegen die variablen und konstanten Domänen entlang
der Längsachse
in den Ketten nebeneinander (Vα-Cα; Vβ-Cβ) und lagern sich seitlich an
die entsprechenden Domänen
der zweiten Kette an (Vα-Vβ; Cα-Cβ).
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Verschiedene andere Moleküle der Immunglobulin-Superfamilie,
wie CD2, CD4, CD16, CD22, umfassen nur eine Kette, in der zwei oder
mehrere Domänen
(variable und/oder konstante) mit der Immunglobulinfaltung entlang
der Längsachse
in den Ketten nebeneinander liegen.
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Die Erfinder fanden, dass die Probleme
bei der Expression größtenteils
mit einem Teil des Moleküls
zusammenhängen,
der bisher bei Expressionsstudien nicht als relevant angesehen wurde
und der die Grenzfläche
zwischen benachbarten Domänen innerhalb
einer Immunglobulinkette umfasst. Dieses erstaunliche Ergebnis bildet
die Grundlage der vorliegenden Erfindung, die eine allgemeine Lösung der Probleme
bereitstellt, welche mit der Produktion von Domänen oder Fragmenten der Immunglobulin-Superfamilie
(IgSF) zusammenhängen,
insbesondere von Antikörperfragmenten,
die eine geringe Löslichkeit
oder reduzierte Expressionsraten aufweisen.
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Genaue Beschreibung der
Erfindung
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Zusätzlich zu den vorstehend beschriebenen seitlichen
Wechselwirkungen zwischen Domänen unterschiedlicher
Ketten gibt es gut dokumentierte Kontakte zwischen den innerhalb
einzelner Ketten entlang der Längsachse
nebeneinander liegenden Domänen.
Z. B. steht im Fall eines Antikörpers
(Lesk und Chothia, 1988) das „untere
Ende" von VL mit dem „oberen
Ende" von CL in
Kontakt, und in ähnlicher
Weise gibt es Kontakte zwischen VH und CH1. Die Kontakte an diesen
Inter-Domänen-Grenzflächen sind
möglicherweise
essentiell für
die kompakte Anordnung des Fab-Fragments und sind, wie es für solche
Kontakte typisch ist, zumindest teilweise von hydrophober Natur
(Lesk und Chothia, 1988).
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Die Grundlage der vorliegenden Erfindung besteht
in der erstaunlichen Entdeckung, dass die Löslichkeit (und somit die Ausbeute)
von Antikörperfragmenten,
die mindestens eine Domäne
umfassen, entscheidend erhöht
werden kann, indem die Hydrophobie der früheren Grenzflächen am „Ende" der Domäne verringert
wird, wo sie innerhalb einer Kette in einem größeren Antikörperfragment oder in einem vollständigen Antikörper normalerweise
an eine zweite Domäne
angrenzen würde.
Dies ist erstaunlich und hätte
aus dem Wissen nach dem Stand der Technik nicht vorausgesagt werden
können
(WO 92/01787), da die Größe der longitudinalen
Grenzfläche,
z. B. in einem scFv-Fragment, viel kleiner ist als die zwischen
VH und VL, und deshalb stellen die Aminosäuren, die die Grenzflächen zwischen
VH und CH1 oder zwischen VL und CL in einem Fab-Fragment ausmachen,
einen viel kleineren Teil des gesamten Oberflächenbereichs des scFv-Moleküls dar, weshalb
man davon ausgehen konnte, dass sie bei der Festlegung der physikalischen
Eigenschaften des Moleküls
eine weniger wichtige Rolle spielen.
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Die vorliegende Erfindung hat den
zusätzlichen
Vorteil, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Anwendung der Erfindung
eine nachteilige Wirkung auf die Bindungseigenschaften des Moleküls ausübt, da die
im Molekül
bewirkten Veränderungen,
die zu der verringerten Hydrophobie der früheren Grenzflächen führen, in
dem Teil der Domäne
liegen, der von den CDRs am weitesten entfernt ist. Dies ist in
WO 92/01787 nicht der Fall, in dem mindestens eine Modifikation
in der Nähe
der CDRs liegt, weshalb man davon ausgehen kann, dass sie eine Wirkung
auf die Antigenbindung hat. Außerdem
kann WO 92/01787 nicht auf VL/VH-Heterodimere
wie vorstehend beschrieben angewendet werden.
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Die vorliegende Erfindung betrifft
eine modifizierte Immunglobulin-Superfamilie (IgSF)-Domäne oder
ein modifiziertes Immunglobulin-Superfamilie (IgSF)-Fragment, die/das
sich von einer Eltern-IgSF-Domäne
oder einem Eltern-IgSF-Fragment dadurch unterscheidet, dass die
Region, die die Grenzfläche
mit einer zweiten Domäne
umfasste oder umfassen würde,
die innerhalb der Proteinkette eines größeren IgSF-Fragments oder eines
vollständigen
IgSF-Proteins an die Eltern-IgSF-Domäne oder das
Eltern-IgSF-Fragment angrenzt und die in Abwesenheit dieser zweiten
Domäne
in der Eltern-IgSF-Domäne
oder dem Eltern-IgSF-Fragment exponiert ist, durch eine Modifikation
hydrophiler gemacht wird.
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Im Zusammenhang mit der vorliegenden
Erfindung bezieht sich der Begriff Immunglobulin-Superfamilie (IgSF)-Domäne auf die
Teile von Mitgliedern der lmmunblobulin-Superfamilie, die durch
die Immunglobulinfaltung gekennzeichnet sind, wobei die Superfamilie
die Immunglobuline oder Antikörper und
verschiedene andere Proteine, wie T-Zell-Rezeptoren oder Integrine,
umfasst. Der Begriff IgSF-Fragment
bezieht sich auf einen beliebigen Teil eines Mitglieds der Immunglobulin-Superfamilie, wobei
der Teil mindestens eine IgSF-Domäne umfasst. Der Begriff angrenzende
Domäne
bezieht sich auf eine Domäne,
die an eine erste Domäne
grenzt. Der Begriff Grenzfläche
bezieht sich auf eine Region der ersten Domäne, in der eine Wechselwirkung
mit der angrenzenden Domäne
stattfindet. Die Begriffe hydrophob und hydrophil beziehen sich
auf eine physikalische Eigenschaft von Aminosäuren, die quantitativ bestimmt
werden kann, wobei Tabellen mit Hydrophobie-Werten für die 20
natürlich
vorkommenden Aminosäuren
verfügbar
sind (Nozaki und Tanford, 1971; Casari und Sippl, 1992; Rose und
Wolfenden, 1993).
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Die Reste, die modifiziert werden
sollen, können
durch verschiedene Verfahren identifiziert werden. In einem Verfahren
wird z. B. jeweils die Lösungsmittel-Zugänglichkeit
(Lee und Richards, 1971) von hydrophoben Grenzflächen-Resten in dem Eltern-IgSF-Fragment
im Vergleich zu dem größeren IgSF-Fragment
oder zu dem vollständigen
IgSF-Protein berechnet, wobei eine hohe Zugänglichkeit einen stark exponierten
Rest anzeigt. In einem zweiten Verfahren wird die Zahl der Van-der-Waals-Kontakte
von hydrophoben Grenzflächen-Resten
in dem größeren IgSF-Fragment
oder in dem vollständigen
IgSF-Protein berechnet. Eine große Zahl für einen Rest der Eltern-Domäne gibt
an, dass er in Abwesenheit einer angrenzenden Domäne stark
Lösungsmittel-exponiert
sein wird. Es gibt noch andere Verfahren zur Berechnung oder Bestimmung
der Reste, die gemäß der vorliegenden
Erfindung modifiziert werden sollen, wobei ein Fachmann diese Verfahren
auswählen
und durchführen
kann.
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Indem man Computermodelle dieses
Eltern-IgSF-Fragments analysiert, kann man Wechselwirkungen dieser
stark exponierten Reste innerhalb des Fragments feststellen. Das
Eltern-IgSF-Fragment könnte
durch solche Wechselwirkungen stabilisiert werden. Reste, die mit
anderen hydrophoben Resten eng interagieren und die durch den Fachmann
identifiziert werden können,
sollten nicht vorzugsweise mutiert werden.
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Die vorstehend angesprochene Modifikation kann
durch verschiedene Verfahren erreicht werden, die dem Fachmann bekannt
sind. In einer bevorzugten Ausführungsform
besteht die Modifikation aus einer Substitution einer oder mehrerer
Aminosäuren
in der exponierten Grenzfläche,
die wie vorstehend beschrieben identifiziert wurden, mit Aminosäuren, die hydrophiler
sind. Andererseits kann/können eine oder
mehrere Aminosäuren
in der Grenzfläche
eingefügt
werden, oder eine oder mehrere Aminosäuren kann/können aus der Grenzfläche deletiert
werden, so dass ihre Hydrophilie insgesamt gesteigert wird. Außerdem kann
eine beliebige Kombination von Substitution, Insertion und Deletion
durchgeführt werden,
um die Hydrophobie der Grenzfläche
zu reduzieren. Auch ist in der vorliegenden Erfindung die Möglichkeit
enthalten, dass die Substitution oder Insertion Aminosäuren mit
einem relativ hohen Hydrophobie-Wert umfasst oder dass die Deletion
Aminosäuren
mit einem relativ niedrigen Hydrophobie-Wert umfasst, so lange der
Gesamthydrophilie-Wert in der Grenzflächen-Region erhöht wird.
Modifikationen, wie Substitution, Insertion und Deletion, können anhand
von Standardverfahren durchgeführt
werden, die dem Fachmann bekannt sind. Z. B. kann der Fachmann entweder
eine positionsgerichtete oder eine auf PCR basierende Mutagenese
(Ho et al., 1989; Kunkel et al., 1991; Trower, 1994; Viville, 1994) oder
eine Gesamt-Gen-Synthese
einsetzen (Prodromou und Pearl, 1992), um die notwendige(n) Modifikationen)
durchzuführen.
In einer weiteren Ausführungsform
können
die Mutationen durch Zufallsmutagenese und Durchmustern der zufälligen Mutanten erhalten
werden, wobei ein geeignetes Expressions- und Durchmusterungssystem
verwendet wird (vgl. z. B. Stemmer, 1994; Crameri et al., 1996).
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In einer bevorzugten Ausführungsform
umfasst (umfassen) die Aminosäure(n),
die die hydrophoberen Aminosäuren
ersetzt (ersetzen), Asn, Asp, Arg, Gln, Glu, Gly, His, Lys, Ser
und Thr. Diese zählen
zu den hydrophileren der 20 natürlich
vorkommenden Aminosäuren
und haben sich in der Anwendung der vorliegenden Erfindung als besonders
wirksam erwiesen. Diese Aminosäuren,
und zwar alleine, in Kombination miteinander oder in Kombination
mit anderen Aminosäuren,
können
auch eingesetzt werden, um die vorstehend erwähnte Insertion zu erzeugen,
welche die Grenzflächen-Region
hydrophiler macht.
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Die Eltern-IgSF-Domäne oder
das Eltern-IgSF-Fragment, die/das vorstehend angesprochen wird,
kann einer von mehreren unterschiedlichen Typen sein. In einer bevorzugten
Ausführungsform
stammt die Elterndomäne
oder das Elternfragment von einem Antikörper. In einer Ausführungsform
umfasst das Eltern-Antikörperfragment
ein Fv-Fragment. In diesem Zusammenhang bezieht sich der Begriff
Fv-Fragment auf einen Komplex, der VL- (variable leichte) und VH-
(variable schwere) Teile des Antikörpermoleküls umfasst. In einer weiteren Ausführungsform
kann das Eltern-Antikörperfragment
ein Einzelketten-Fv-Fragment sein (scFv; Bird et al., 1988; Huston
et al., 1988), in dem die VL- und VH-Ketten, entweder in einer VL-VH- oder in einer VH-VL-Orientierung,
durch einen Peptidlinker verbunden sind. In einer weiteren Ausführungsform kann
das Eltern-Antikörperfragment
ein Fv-Fragment sein,
das durch eine Inter-Domänen-Disulfidbindung stabilisiert
ist. Dies ist eine Struktur, die hergestellt werden kann, indem
in jede Kette ein einzelner Cysteinrest eingefügt wird, wobei diese Cysteinreste aus
zwei Ketten durch Oxidation miteinander verbunden werden, so dass
ein Disulfid erzeugt wird (Glockshuber et al., 1990; Brinkmann et
al., 1993).
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In einer am stärksten bevorzugen Ausführungsform
umfasst die Grenzflächen-Region der variablen
Domänen
wie vorstehend erwähnt
die Reste 9, 10, 12, 15, 39, 40, 41, 80, 81, 83, 103, 105, 106, 106A,
107, 108 für
VL und die Reste 9, 10, 11, 13, 14, 41, 42, 43, 84, 87, 89, 105,
108, 110, 112, 113 für
VH, gemäß dem Kabat-Numerierungssystem
(Kabat et al., 1991). Dieses Numerierungssystem wurde für die Sequenzen
von ganzen Antikörpern
aufgestellt, kann jedoch entsprechend angepasst werden, so dass
die Sequenzen von isolierten Antikörperdomänen oder Antikörperfragmenten
beschrieben werden, auch im Fall von scFv-Fragmenten, in denen VL
und VH über einen
Peptidlinker verbunden sind und in denen die Proteinsequenz vom
N- zum C-Terminus anders numeriert werden muss. Dies bedeutet, dass
das Kabat-Numerierungssystem in der vorliegenden Erfindung als eine
Beschreibung der Sequenzen eingesetzt wird, bezogen auf die vorliegenden
Daten über Antikörpersequenzen,
und nicht als eine absolute Beschreibung der tatsächlichen
Positionen innerhalb der Sequenzen der Antikörpertragmente von Interesse.
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In einer weiteren Ausführungsform
umfasst das Eltern-Antikörperfragment
ein Fab-Fragment. In diesem Zusammenhang bezieht sich der Begriff
Fab auf einen Komplex, der die Teile VL-CL (variabler und konstanter
leichter) und VH-CH1 (variabler und erster konstanter schwerer)
des Antikörpermoleküls umfasst,
und der Begriff Grenzflächen-Region
bezieht sich auf eine Region in der ersten konstanten Domäne der schweren
Kette (CH1), die in einem größeren Antikörperfragment
oder in einem vollständigen
Antikörper
an die CH2-Domäne
angrenzt oder angrenzen würde.
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In einer weiteren Ausführungsform
ist das Eltern-IgSF-Fragment ein Fusionsprotein aus einer beliebigen
der angesprochenen Domänen
oder Fragmente und einer anderen Proteindomäne, die von einem Antikörper oder
einem beliebigen anderen Protein oder Peptid stammt. Durch Einführung der
bakteriellen Expression von Antikörperfragmenten wurde die Möglichkeit
zur Konstruktion von Proteinen geschaffen, die Fusionen zwischen
Antikörperfragmenten
und anderen Molekülen
umfassen. Eine weitere Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung betrifft solche Fusionsproteine, wobei
eine DNA-Sequenz bereitgestellt wird, die sowohl die modifizierte IgSF-Domäne oder
das modifizierte IgSF-Fragment wie vorstehend beschrieben als auch
eine zusätzliche
Einheit codiert. Besonders bevorzugt sind Einheiten, die eine nützliche
therapeutische Funktion aufweisen. Z. B. kann die zusätzliche
Einheit ein Toxinmolekül
sein, das in der Lage ist, Zellen abzutöten (Vitetta et al., 1993).
Es gibt zahlreiche Beispiele solcher Toxine, die dem Fachmann bekannt
sind, z. B. die bakteriellen Toxine Pseudomonas-Exotoxin-A und Diphtheria-Toxin, außerdem die
Pflanzentoxine Ricin, Abrin, Modeccin, Saporin und Gelonin. Durch Fusionieren
eines solchen Toxins mit einem Antikörperfragment kann das Toxin
z. B. zu erkrankten Zellen hingesteuert werden und auf diese Weise
eine günstige
therapeutische Wirkung ausüben.
Andererseits kann die zusätzliche
Einheit ein Cytokin sein, z. B. IL-2 (Rosenberg und Lotze, 1986),
das eine bestimmte Wirkung (in diesem Fall eine T-Zell-proliferative
Wirkung) auf eine Zellfamilie ausübt. In einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform
ist die zusätzliche
Einheit mindestens ein Teil eines Oberflächenproteins, weiches das Fusionsprotein
zu der Oberfläche
eines Organismus, z. B. einer Zelle oder eines Phagen, hinsteuern
kann, so dass es auf diese Weise den IgSF-Partner präsentiert.
Vorzugsweise ist die zusätzliche
Einheit mindestens ein Teil eines Hüllproteins von filamentösen Bakteriophagen,
am stärksten bevorzugt
des Gen-III-Proteins. In einer weiteren Ausführungsform kann die zusätzliche
Einheit bewirken, dass ein IgSF-Partner auf diese Weise nachgewiesen
und/oder gereinigt werden kann. Z. B. könnte das Fusionsprotein die
modifizierte IgSF-Domäne oder
das modifizierte IgSF-Fragment und ein Enzym umfassen, das gewöhnlich als
Mittel zum Nachweis eingesetzt wird, wie die alkalische Phosphatase
(Blake et al., 1984). Es gibt zahlreiche andere Einheiten, die als
Markierungen zum Nachweis oder zur Reinigung verwendet werden können, die
dem Fachmann bekannt sind. Besonders bevorzugt sind Peptide, die mindestens
fünf Histidinreste
umfassen (Hochuli et al., 1988), die in der Lage sind, an Metallionen
zu binden, diese können
somit zur Reinigung des Proteins, mit dem sie fusioniert sind, eingesetzt
werden (Lindner et al., 1992). Außerdem werden durch die vorliegende
Erfindung die folgenden zusätzlichen
Einheiten bereitgestellt, z. B. die herkömmlich eingesetzten Markierungen
c-myc und FLAG (Hopp et al., 1988; Knappik und Plückthun,
1994).
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Durch die Herstellung einer oder
mehrerer fusionierten zusätzlicher
Domänen,
können
IgSF-Domänen
oder IgSF-Fragmente zu größeren Molekülen zusammengebaut
werden, die auch im Umfang der vorliegenden Erfindung liegen. Dadurch,
dass die physikalischen Eigenschaften der IgSF-Domäne oder
des IgSF-Fragments
die Merkmale des zusammengebauten Produkts bestimmen, bietet die
vorliegende Erfindung die Möglichkeit,
die Löslichkeit
solcher größeren Moleküle zu erhöhen. Z.
B. sind Mini-Antikörper
(Pack, 1994) Dimere, die zwei Antikörperfragmente umfassen, die
jeweils mit einer selbst-assoziierenden Dimerisierungsdomäne fusioniert
sind. Dimerisierungsdomänen,
die besonders bevorzugt sind, umfassen diejenigen, die von einem Leucin-Zipper
(Pack und Plückthun,
1992) oder einem Helix-Schleife-Helix-Motiv (Pack et al., 1993) hergeleitet
sind.
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Alle vorstehenden Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung können
anhand von Standardverfahren der Molekularbiologie durchgeführt werden,
die dem Fachmann bekannt sind.
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Die vorstehend beschriebenen Zusammensetzungen
können
verschiedenartig eingesetzt werden. Besonders bevorzugt sind diagnostische
und therapeutische Zusammensetzungen.
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Die vorliegende Erfindung stellt
auch Verfahren zum Herstellen der Zusammensetzungen und der darin
enthaltenen Verbindungen wie vorstehend beschrieben bereit. Besonders
bevorzugt ist ein Verfahren, das die folgenden Schritte umfasst:
- i) Analysieren der Grenzflächen-Region einer IgSF-Domäne auf hydrophobe
Reste, die Lösungsmittel-exponiert
sind, unter Verwendung eines Verfahrens zur Bestimmung der Lösungsmittel-Zugänglichkeit
(Lee und Richards, 1971), einer Analyse von Van-der-Waals-Wechselwirkungen
in der Grenzflächen-Region
oder ähnlicher
Verfahren, die dem Fachmann bekannt sind;
- ii) Identifizieren eines oder mehrerer hydrophober Reste, die
mit hydrophileren Reste substituiert werden sollen, oder einer oder
mehrerer Positionen, an denen hydrophile Reste oder Aminosäurebereiche,
welche die Gesamthydrophilie der Grenzflächen-Region erhöhen, in
die Grenzflächen-Region
eingefügt
werden können,
oder einer oder mehrerer Positionen, an denen hydrophobe Reste oder
Aminosäurebereiche,
welche die Gesamthydrophobie der Grenzflächen-Region erhöhen, aus
der Grenzflächen-Region
deletiert werden können,
oder einer beliebigen Kombination dieser Substitutionen, Insertionen
und Deletionen, so dass eine oder mehrere Mutanten der Eltern-IgSF-Domäne erhalten
wird/werden;
- iii) Herstellen einer DNA, die Mutanten der IgSF-Domäne codiert,
die durch die in ii) identifizierten Veränderungen gekennzeichnet sind,
unter Verwendung z. B. herkömmlicher
Mutagenese- oder Gensyntheseverfahren, wobei die DNA entweder einzeln
oder als ein Gemisch hergestellt wird;
- iv) Einführen
der DNA oder des DNA-Gemisches in ein Vektorsystem, das für die Expression
der Mutanten geeignet ist;
- v) Einführen
des Vektorsystems in geeignete Wirtszellen und Expression der Mutante
oder des Gemisches aus Mutanten;
- vi) Identifizieren und Charakterisieren von Mutanten, die in
größerer Ausbeute
in löslicher
Form erhalten werden; und
- vii) wenn notwendig, Wiederholen der Schritte iii) bis vi),
um die Hydrophilie der identifizierten Mutante oder Mutanten noch
weiter zu erhöhen.
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Der vorstehend angesprochene Wirt
kann ein beliebiger Vertreter von verschiedenen, üblicherweise
bei der Herstellung von heterologen Proteinen verwendeten Wirten
sein, umfassend, jedoch nicht beschränkt auf Bakterien, z. B. E.
coli (Ge et al., 1995) oder Bacillus subtilis (Wu et al., 1993),
Pilze, z. B. Hefen (Horwitz et al., 1988; Ridder et al., 1995) oder
ein filamentöser
Pilz (Nyyssönen
et al., 1993), Pflanzenzellen (Hiatt, 1990; Hiatt und Ma, 1993;
Whitelam et al., 1994), Insektenzellen (Potter et al., 1993; Ward
et al., 1995) oder Säugerzellen
(Trill et al., 1995).
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Die Erfindung betrifft außerdem ein
Verfahren zur Herstellung einer IgSF-Domäne
oder eines IgSF-Fragments der Erfindung, umfassend das Züchten einer
Wirtszelle der Erfindung und das Isolieren der Domäne oder
des Fragments.
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Die Erfindung wird nun durch die
folgenden Beispiele verdeutlicht, die lediglich zur Erläuterung angegeben
sind und in keiner Weise den Umfang der Erfindung einschränken sollen.
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Beispiele
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i) Abkürzungen
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Abkürzungen: CDR: „complementarity
determining region" (hypervariable
Region); dsFV: Disulfid-gekoppeltes Fv-Fragment; IMAC: Affinitäts-Chromatographie
mit immobilisierten Metallionen; IPTG: Isopropyl-β-D-thiogalactopyranosid;
i/s: Verhältnis unlöslich/löslich; H(X):
Rest-Nummer X der schweren Kette; L(X): Rest-Nummer X der leichten Kette; NTA: Nitrilotriessigsäure; OD550: optische Dichte bei 550 nm; PDB: Protein-Datenbank;
scFv: Einzelketten-Fv-Fragment; SDS-PAGE: Natriumdodecylsulfat-Polyacrylamid-Gel-Eletkrophorese;
v/c: variabel/konstant; wt: Wildtyp.
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ii) Material und Methoden
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(a) Berechnung der Lösungsmittel-Zugänglichkeit
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Die Lösungsmittel-zugänglichen
Oberflächenbereiche
für 30
nicht redundante Fab-Fragmente und die aus diesen durch Deletieren
der konstanten Domäne
nach den Koordinaten aus dem PDB-File hergeleiteten Fv-Fragmente
wurden unter Verwendung der letzten Version, d. h. vom März 1996,
des Programms NACCESS berechnet (http://www.biochem.ucl.ac.uk/~roman/naccess/naccess),
das auf dem von Lee und Richards (1971) beschriebenen Algorithmus
beruht.
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(b) Synthese des scFv-Gens
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Das Einzelketten-Fv-Fragment (scFv)
in der Orientierung VL-Linker-VH des Antikörpers 4-4-20 (Bedzyk et al.,
1990) wurde durch Gensynthese erhalten (Prodromou und Pearl, 1992).
Die VL-Domäne trägt eine
drei Aminosäuren
lange Markierung FLAG (Knappik und Piückthun, 1994). Wir verwendeten zwei
unterschiedliche Linker mit einer Länge von 15 (Gly4Ser)3 bzw. 30 Aminosäuren (Gly4Ser)6. Das auf diese Weise erhaltene Gen wurde
in ein Derivat des Vektors p1G6 cloniert (Ge et al., 1995). Die
mutierten Antikörperfragmente
wurden durch positionsgerichtete Mutagenese konstruiert (Kunkel
et al., 1987), wobei eine einzelsträngige DNA und bis zu drei Oligonucleotide
pro Reaktion eingesetzt wurden.
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(c) Expression
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Wachstumskurven wurden wie folgt
erstellt: 20 ml eines 2xYT-Mediums, das 100 μg/ml Ampicillin und 25 μg/ml Streptomycin
enthielt, wurden mit 250 μl
einer Übernachtkultur
von E. coli JM83, welches das Plasmid enthielt, das das entsprechende
Antikörperfragment
codierte, beimpft und bei 24,5°C
so lange inkubiert, bis eine OD550 von 0,5
erreicht war. Danach wurde IPTG (Biomol Feinchemikalien GmbH) bis
zu einer Endkonzentration von 1 mM zugegeben und die Inkubation
weitere drei Stunden fortgesetzt. Die OD wurde jede Stunde gemessen,
außerdem
die β-Lactamase-Aktivität im Kulturüberstand,
um das Ausmaß des
Auslaufens der Zellen quantitativ zu bestimmen. Drei Stunden nach
der Induktion wurde ein Aliquot der Kultur entnommen und die Zellen
genauso lysiert, wie von Knappik und Plückthun (1995) beschrieben.
Die β-Lactamase-Aktivität wurde
im Überstand,
in der unlöslichen
und in der löslichen
Fraktion gemessen. Die Fraktionen wurden durch reduzierende SDS-PAGE
auf Antikörperfragmente
getestet, wobei die Proben auf OD und β-Lactamase-Aktivität standardisiert
wurden, um einem möglichen
Verlust des Plasmids und außerdem
einem Auslaufen der Zellen Rechnung zu tragen. Die Gele wurden geblottet
und immungefärbt,
wobei der FLAG-Antikörper M1
(Prickett et al., 1989) als der erste Antikörper und ein Fc-spezifisches
Anti-Maus-Antiserum, konjugiert an Meerrettich-Peroxidase (Pierce),
als der zweite Antikörper
in einem an anderer Stelle beschriebenen Chemolumineszenz-Nachweistest verwendet
wurde (Ge et al., 1995).
-
(d) Reinigung
-
Mutierte scFv-Fragmente wurden durch
ein Zwei-Säulen-Verfahren
gereinigt. Nach Lyse der Zellen in einer French-Press wurden die
E. coli-Rohextrakte zuerst durch IMAC laufen gelassen (Ni-NTA Superflow,
Qiagen) (20 mM HEPES, 500 mM NaCl, pH 6,9; Stufengradient von Imidazol
10, 50, 200 mM) (Lindner et al., 1992) und nach Dialysieren des IMAC-Eluats
gegen 20 mM MES, pH 6,0, schließlich durch
eine Kationenaustausch-Chromatographie gereinigt (S-Sepharose, schnelllaufende
Säule,
Pharmacia) (20 mM MES, pH 6,0; Salzgradient 0 bis 500 mM NaCl).
Die Reinheit wurde durch Coomassie-gefärbte SDS-PAGE kontrolliert.
Die Funktionsfähigkeit des
scFv wurde durch einen Kompetitions-ELISA getestet.
-
Aufgrund seiner sehr geringen Löslichkeit
im periplasmatischen System wurde der wt 4-4-20 in dem auf T7 basierenden
System als cytoplasmatische Einschlusskörper exprimiert (Studier und
Moffatt, 1986; Ge et al., 1995). Die Umfaltungsprozedur wurde wie
an anderer Stelle beschrieben durchgeführt (Ge et al., 1995). Zur
Reinigung wurde die Umfaltungslösung
(2 l) innerhalb von zehn Stunden ohne vorherige Dialyse auf eine
Fluorescein-Affinitäts-Säule aufgetragen,
worauf ein Waschschritt mit 20 mM HEPES, 150 mM NaCl, pH 7,5, folgte.
Zwei Säulenvolumina
von 1 mM Fluorescein (Natriumsalz, Sigma Chemicals Co.), pH 7,5,
wurden eingesetzt, um alle funktionellen scFv-Fragmente zu eluieren. Sodann
war eine gründliche
Dialyse erforderlich (sieben Tage mit zwölfmaligem Pufferwechsel), um
das gesamte Fluorescein zu entfernen. Alle gereinigten scFv-Fragmente
wurden in einer Gelfiltration getestet (Superose-12-Säule, Pharmacia
SMART-System, 20 mM HEPES, 150 mM NaCl, pH 7,5).
-
(e) Bestimmung des KD-Werts durch Fluoreszenztitration
-
Die Konzentrationen der Proteine
wurden photometrisch bestimmt, indem ein Extinktionskoeffizient
verwendet wurde, der gemäß Gill und
von Nippel (1989) berechnet worden war. Die Fluoreszenztitrations-Experimente
wurden durchgeführt,
indem die intensive Fluoreszenz von Fluorescein genutzt wurde. 2
ml von 20 mM HEPES, 150 mM NaCl, pH 7,5, enthaltend 10 oder 20 nM
Fluorescein, wurden in eine Küvette
mit einem eingebauten Rührer
gegeben. Die Anregungswellenlänge
betrug 485 nm, die Emissionsspektren wurden von 490 bis 530 nm aufgenommen.
Gereinigtes scFv (in 20 mM HEPES, 150 mM NaCl, pH 7,5) wurde in
Aliquots von 5 bis 100 μl zugegeben,
sodann wurde nach einer Äquilibrierungszeit
von drei Minuten ein Spektrum aufgenommen. Alle Spektren wurden
bei 20°C
aufgenommen. Das Maximum der Emission bei 510 nm wurde eingesetzt,
um den Grad der Komplexierung von scFv an Fluorescein, die als Löschung zu
sehen war, als eine Funktion der Konzentration des Antikörperfragments zu
bestimmen. Der KD-Wert wurde durch Scatchard-Analyse
bestimmt.
-
(f) Messung der Gleichgewichtsdenaturierung
-
Die Gleichgewischtsdenaturierungs-Kurven wurden
durch Denaturierung von 0,2 μM
Protein in HEPES-gepufferter Kochsalzlösung (HBS)-Puffer (20 mM HEPES,
150 mM NaCl, 1 mM EDTA, pH 7,5) und zunehmenden Mengen Harnstoff
(1,0 bis 7,5 M; 20 mM HEPES, 150 mM NaCl, pH 7,4; Schritte zu 0,25
M) in einem Gesamtvolumen von 1,7 ml erhalten. Nach Inkubieren der
Proben zwölf
Stunden bei 10°C
und weiteren drei Stunden bei 20°C
vor den Messungen wurden die Fluoreszenzspektren bei 20°C von 320
bis 360 nm mit einer Anregungswellenlänge von 280 nm aufgenommen.
Die Emissionswellenlänge
des Fluoreszenzpeaks stieg während
der Denaturierung von 341 auf 347 nm an und wurde verwendet, um
die Fraktion der ungefalteten Moleküle zu bestimmen. Die Kurven
wurden gemäß Pace (1990)
erstellt.
-
(g) Thermische Denaturierung
-
Zur Messung der Raten der thermischen
Denaturierung wurde das gereinigte scFv in 2 ml HBS-Puffer bis zu
einer Endkonzentration von 0,5 μM gelöst. Die
Aggregation erfolgte 2,5 Stunden bei 40°C und bei 44°C durch Lichtstreuung bei 400
nm.
-
iii) Ergebnisse
-
(a) Vergleich bekannter
Antikörpersequenzen
-
Im Vergleich zu anderen Domäne/Domäne-Grenzflächen in
Proteinen ist die Grenzfläche
zwischen den variablen und konstanten Domänen von Immunglobulinen nicht
sehr dicht gepackt. Ein Vergleich von 30 nicht-redundanten Fab-Strukturen
in der PDB-Datenbank zeigte, dass zwischen der variablen und der
konstanten Domäne
der leichten Kette ein Bereich von 410 ± 90 Å2 pro
Domäne
liegt, während
die variablen und konstanten Domänen
der schweren Kette über
einen Bereich von 710 ± 180 Å2 miteinander interagieren. Einige, jedoch
nicht alle der Grenzflächen-Reste sind hydrophob,
vorzugsweise aliphatisch. Im Allgemeinen ist die Sequenzkonservierung
der Reste, die an der v/c-Domänen-Grenzfläche beteiligt
sind, nicht besonders hoch. Trotzdem sticht die v/c-Domänen-Grenzfläche auf
der Oberfläche
eines Fv-Fragments als ein deutlicher hydrophober Bereich hervor
(1).
-
Lösungsmittel-zugängliche
Oberflächenbereiche
für 30
nicht-redundante Fab-Fragmente
und ihre entsprechenden Fv-Fragmente (hergeleitet aus dem Fab-Fragment durch Deletieren
der konstanten Domäne
nach den Koordinaten aus dem PDB-File) wurden anhand des Programms
NACCESS berechnet (Lee und Richards, 1971). Die Reste, die an der v/c-Domänen-Grenzfläche beteiligt
waren, wurden durch Vergleich des Lösungsmittel-zugänglichen Oberflächenbereichs
jeder Aminosäuren-Seitenkette im Zusammenhang
eines Fv-Fragments mit seiner zugänglichen Oberfläche im Zusammenhang
eines Fab-Fragments identifiziert. 2 zeigt
eine Darstellung der relativen Änderung
der Zugänglichkeit
der Seitenketten bei einer Deletion der konstanten Domänen als
Funktion der Position in der Sequenz. Die Reste, die eine signifikante
Reduktion der Zugänglichkeit
der Seitenkette zeigen, sind in der Sequenzanordnung hervorgehoben.
Um die Sequenzvariabilität
in den in 2 identifizierten
Positionen zu ermitteln, wurden die in der Kabat-Datenbank (Stand: März 1996)
gesammelten Sequenzen der variablen Domänen analysiert (Tabelle 1).
Von den 15 Grenzflächen-Resten,
die in der VL-Domäne
des Antikörpers
4-4-20 identifiziert wurden (1 und
Tabelle 1), sind L9(leu), L12(pro), L15(leu), L40(pro), L83(leu)
und L106(ile) hydrophob und stellen deshalb Kandidaten für einen
Austausch dar. Von den 16 Grenzflächen-Resten in der VH-Domäne wurden H11(leu),
H14(pro), H41(pro), H84(val), H87(met) und H89(ile) als mögliche Kandidaten
für eine
Substitution mit hydrophilen Resten in dem scFv-Fragment des Antikörpers 4-4-20
identifiziert (1 und
Tabelle 1).
-
Jedoch stellen nicht alle diese hydrophoben Reste
gleich gute Kandidaten für
einen Austausch dar. Während
die Reste, die in einer bestimmten Sequenz hydrophob, in vielen
anderen Sequenzen jedoch hydrophil sind, vielleicht am attraktivsten
erscheinen, wurden auch die konservierten hydrophoben Reste, die
in Tabelle 1 aufgeführt
sind, uniersucht, da der Evolutionsdruck, unter dem diese konservierten
Reste beibehalten wurden, auf das Fab-Fragment innerhalb des gesamten
Antikörpers wirkte,
nicht jedoch auf den isolierten Fv-Teil. In dieser Studie ersetzten
wir nicht die Prolinreste, da pro L40 und pro H41 die Haarnadelkurven
im unteren Teil der Gerüstregion
II bilden, während
die konservierten Reste VL-cis-Prolin
L8 und Prolin H9 und H14 die Gestalt der Gerüstregion I der variablen Domänen des
Immunglobulins bestimmen.
-
Wenn man die Prolinreste ausschließt, bleiben
die Reste L9 (leu in 4-4-20, ser in den meisten kappa-Ketten), L15
(leu, üblicherweise
hydrophob), L83 (leu, üblicherweise
val oder phe) und L106 (lle, wie in 86% aller kappa-Ketten) in der
VL-Domäne und H11
(leu, wie in 60% aller schweren Ketten), H84 (val, in anderen VH-Domänen häufig ala
oder ser), H87 (met, üblicherweise
ser) und H89 (ile, meistens val) in VH als mögliche Kandidaten für einen
Austausch im scFv-Fragment von 4-4-20.
-
(b) Mutationen im scFv
von 4-4-20
-
Bei dem scFv-Fragment von 4-4-20
sind einige der entscheidenden Reste, die in der vorstehend beschriebenen
Sequenzanalyse identifiziert wurden, bereits hydrophil, jedoch sind
noch neun Reste von hydrophober Natur (einschließlich pro 12 in der leichten
Kette) (Tabelle 1). Wir wählten
drei Reste für
eine nähere
Analyse durch Mutationen aus.
-
Leu15 in VL ist in 98% aller kappa-Ketten eine
hydrophobe Aminosäure
(Tabelle 1). Leu11 ist in VH konserviert (Tabelle 1) und an den
v/c-Inter-Domänen-Kontakten beteiligt
(Lesk und Chothia, 1988). Im Gegensatz dazu tritt Valin an der Position
H84 sehr selten auf; hauptsächlich
werden an dieser Position Threonin oder Serin und Alanin gefunden
(Tabelle 1). Wie aus 1 ersichtlich
ist, trägt
val84 zu einem großen
hydrophoben Bereich an der neu exponierten Oberfläche von
VH bei. Alle drei Positionen wurden zu sauren Resten mutiert, und
außerdem wurde
L11 zu Asparagin geändert
(Tabelle 2).
-
Das scFv-Fragment wurde mit zwei
unterschiedlichen Linkern getestet und exprimiert, dem 15-Mer-Linker
(Gly4Ser)3 (Huston
et al., 1995) und dem gleichen Motiv, das auf 30 Aminosäuren erweitert
worden war (Gly4Ser)6.
Alle Mutationen wurden in beiden Konstrukten getestet. Die in vivo-Ergebnisse der
Wirkung der unterschiedlichen Mutationen auf die Löslichkeit
waren identisch, weshalb nur die Ergebnisse des 30-Mer-Linkers ausführlicher
beschrieben werden. Die Experimente mit der periplasmatischen Expression
erfolgten bei 24,5°C,
und alle Konstrukte wurden durch Immunblotting auf lösliches
und unlösliches
Protein getestet. Für
jede Mutante wurde das Verhältnis
von unlöslichem
zu löslichem
(i/s) Protein bestimmt. In 3A bis D sind unlösliche (Bahn 1) und lösliche (Bahn
2) Fraktionen des wt scFv dargestellt. Bei der periplasmatischen
Expression tritt nahezu kein lösliches
Material auf, dies stimmt mit früheren
Berichten von Bedzyk et al. (1990) und Denzin et al. (1991) überein,
die schon damals beschrieben, dass die periplasmatische Expression
des wt scFv hauptsächlich
zu periplasmatischen Einschlusskörpern
führt.
-
Die einzelne Punktmutation L15E in
VL (Flu1) zeigt keine Wirkung auf das Verhältnis i/s, wenn man sie mit
dem wt vergleicht (3A,
Bahn 3, 4). Die Mutation von leu an der Position 11 in der schweren
Kette zu Asparagin (Flu2) zeigt auch praktisch keine Wirkung im
Vergleich zum wt, während die
Substitution mit Asparaginsäure
(Flu3) das Verhältnis
i/s zu mehr löslichem
Protein hin verändert, wobei
diese Wirkung jedoch immer noch nicht sehr entscheidend ist. Im
Gegensatz dazu hatte die Punktmutation an der Position 84 (Flu4, 3B, Bahn 3, 4, und 3D, Bahn 3, 4) einen entscheidenden
Einfluss auf die Löslichkeit
des scFv-Fragments
des Antikörpers
4-4-20. Das Verhältnis
i/s wird auf etwa 1 : 1 verändert,
dies führt
im Vergleich zum wt zu einem 25-fachen Anstieg des löslichen
Proteins.
-
Die Kombination von V84D mit L11N
oder L11D (Flu5, Flu6) verändert
auch das Verhältnis
i/s im Vergleich zum wt, wobei dieses Verhältnis jedoch im Vergleich zu
V84D alleine nicht weiter verbessert wird (3B). Interessanterweise führt die
Kombination von Flu5 mit der Mutation der leichten Kette an Position
15 (Flu9) zu einem weniger löslichen
Material (3C, Bahn 7,
8) als Flu5 selbst (3B,
Bahn 5, 6). Der negative Einfluss der Mutationen L15E ist auch in
Flu8 (3C, Bahn 5, 6)
im Vergleich mit Flu3 zu sehen (3A,
Bahn 7, 8). In 3D ist
der Vergleich des wt (Bahn 1, 2 und 5, 6) und Flu4 (Bahn 3, 4 und
7, 8) sowohl in dem 15-Mer- als auch in dem 30-Mer-Konstrukt dargestellt.
-
Die negative Wirkung von L15E kann
man erklären,
indem man ein Modell des scFv-Fragments von 4-4-20 betrachtet. L15
bildet zusammen mit den Resten A80, L83 und L106 eine hydrophobe
Tasche. Offensichtlich stabilisiert L15 das scFv-Fragment durch hydrophobe Wechselwirkungen
mit seinen nächsten
Nachbarn. Somit geht der Austausch L15E, mit dem das scFv-Fragment
hydrophiler und löslicher gemacht
werden soll, auf Kosten der Stabilität des Fragments. Im Fall eines
beliebigen anderen Antikörperfragments
sollten deshalb erst die hydrophoben Wechselwirkungen innerhalb
eines Fragments analysiert werden, wenn die Lösungsmittel-exponierten Reste
ausgewählt
werden, die mutiert werden sollen.
-
Kombinationen verschiedener Serin-Mutationen
in VH führten
zu weiteren Verbesserungen im Verhältnis i/s. Die Mutanten FH15
(V84S, M87S, I89S) und FH20 (L11S, V84S, M87S, 189S) zeigten in
Immunblots beide mehr als 70% lösliches
Protein (Ergebnisse nicht dargestellt).
-
Die negative Wirkung von
L15E
-
(c) Funktionelle Expression
und Reinigung
-
Früher war schon die Oligomerisierung
von scFv-Fragmenten als Funktion der Linkerlänge untersucht worden. Dabei
war eine kontinuierliche Abnahme der Dimer- und Multimerbildung als Funktion der Linkerlänge beschrieben
worden (Desplancq et al., 1994; Whitlow et al., 1994). Während für den Linker (Gly4Ser)3 gezeigt wurde,
dass er in vielen Fällen
zu monomeren scFvs in der VH-VL-Richtung führte, ist dies in der VL-VH-Richtung
selten der Fall. Dies beruht auf einer Asymmetrie in der VL/VH-Anordnung, die
zu einem längeren
Abstand zwischen dem Ende von VH und dem N-Terminus von VL führt als
zwischen dem C-Terminus von VL und dem N-Terminus von VH (Huston et al., 1995).
Folglich kann ein Linker mit identischer Länge unterschiedliche Eigenschaften
der resultierenden Moleküle
zur Folge haben.
-
Wir haben uns entschieden, in unseren
Konstrukten das möglichst
wenig störende
FLAG (Knappik und Plückthun,
1994) am N-Terminus von VL und somit die VL-Linker-VH-Orientierung
zu nutzen, und damit untersuchten wir die Verwendung längerer Linker.
Bei der periplasmatischen Expression in E. coli ist kein Unterschied
zwischen dem 15-Mer- und dem 30-Mer-Linker in den entsprechenden
Mutanten zu sehen (3D),
wenn wir jedoch versuchten, die zwei Flu4-scFvs mit dem langen und
mit dem kurzen Linker zu reinigen, fanden wir eine große Diskrepanz zwischen
den zwei Konstrukten. Die Reinigung der Flu4-Mutante (V84D) mit
dem 15-Mer-Linker
ergibt sehr kleine Mengen eines teilweise gereinigten Proteins (etwa
0,015 mg pro Liter und OD; abgeschätzt aus der SDS-PAGE nach IMAC-Reinigung),
während das
Konstrukt mit dem 30-Mer-Linker etwa 0,3 mg pro Liter und OD eines
hochreinen funktionellen Proteins ergibt. Alle Mutanten mit dem
30-Mer-Linker wurden in einer Gelfiltration getestet, wobei sie
als monomer befunden wurden (Ergebnisse nicht dargestellt).
-
Für
eine weitere in vitro-Charakterisierung wurden fünf Mutanten mit dem 30-Mer-Linker gereinigt,
V84D (Flu4), V84D/L11D (Flu6), L11D (Flu3) und die Serinmutanten
FH15 und FH20 (vgl. iii (b)). Eine zweistufige Chromatographie,
bei der zuerst eine IMAC und danach eine Kationenaustausch-Chromatographie
eingesetzt wurde, ergab ein homogenes Protein. Das Verhältnis i/s
der Antikörperfragmente
(3) wirkte sich auch
auf die Reinigungsausbeute des funktionellen Proteins aus. Die stark
lösliche
Mutante Flu4 (V84D) (3B,
Bahn 3, 4) ergab etwa 0,3 mg des gereinigten und funktionellen Proteins
pro Liter und OD, Flu6 (L11D/V84D) (3B,
Bahn 7, 8) ergab etwa 0,25 mg pro Liter und OD, und Flu3 (weniger
lösliches
Material auf dem Blot in 3A,
Bahn 7, 8) ergab 0,05 mg pro Liter und OD. Die Serinmutanten FH15
und FH20 ergaben 0,3 mg bzw. 0,4 mg pro Liter und OD. Das wt scFv des
Antikörpers
4-4-20 ergab bei der periplasmatischen Expression mit beiden Linkern
keinerlei lösliches
Protein, es wurde also als cytoplasmatische Einschlusskörpern exprimiert,
hierauf folgte eine Umfaltung in vitro und eine Fluorescein-Affinitäts-Chromatographie.
Für das
umgefaltete wt scFv wurde durch Gelfiltration gezeigt, dass es mit
dem 30-Mer-Linker
monomer war (Ergebnisse nicht dargestellt).
-
(d) Biophysikalische Eigenschaften
der mutierten scFvs
-
Da wir Aminosäuren austauschten, die konserviert
sind, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Änderungen an diesen Positionen
möglicherweise
durch die Struktur hindurch weitergeleitet werden und eine Wirkung
auf die Bindungskonstante haben, auch wenn sie von der Bindungsstelle
sehr weit entfernt sind (Chatellier et al., 1996). Um diese Möglichkeit
auszuschließen,
bestimmten wir die Bindungskonstante der Mutanten Flu3, Flu4, Flu6
und des wt scFv. Eine Fluoreszenztitration wurde eingesetzt, um
den KD-Wert in Lösung zu bestimmen, dabei wurde
die Tatsache genutzt, dass die eigene Fluoreszenz von Fluorescein
gelöscht
wird, wenn es an den Antikörper
bindet. Die Fluoreszenzlöschung
bei 510 nm wurde als Funktion des zugegebenen scFv gemessen. Die
KD-Werte (Tabelle 3 und 4), die für alle drei mutierten svFvs
und das wt scFv erhalten wurden, sind sehr ähnlich und entsprechen sehr
gut dem kürzlich
korrigierten KD-Wert des monoclonalen Antikörpers 4-4-20
(Miklasz et al., 1995).
-
Um zu bestimmen, ob die Mutationen
einen Einfluss auf die thermodynamische Stabilität des Proteins haben, ermittelten
wir durch die Denaturierung mit Harnstoff die Gleichgewichtskurven
der Auffaltung. Für
diese Analyse wurden die Mutante V84D und das wt svFv eingesetzt,
wobei in 5 ist eine überlagerte
Darstellung gezeigt wird. Der Mittelpunkt der beiden Kurven liegt
bei 4,1 M Harnstoff. Beide Kurven wurden durch einen Algorithmus
für ein Zwei-Zustands-Modell
erstellt, wie von Pace (1990) beschrieben, wobei jedoch der offensichtliche
kleine Unterschied zwischen der Mutante V84D und dem wt scFv nicht
von statistischer Signifikanz ist.
-
Eine andere Erklärung für die unterschiedlichen in
vivo-Ergebnisse zwischen den mutierten scFvs und dem wt scFv könnte die
Aggregation von Faltungs-Zwischenstufen
sein (3). Im Periplasma
von E. coli sind die Proteinkonzentrationen vermutlich ziemlich
hoch (van Wielink und Duine, 1990), wodurch die Aggregationseffekte
möglicherweise verstärkt werden.
Um das Aggregationsverhalten in vitro abzuschätzen, bestimmten wir die Raten
der thermischen Aggregation bei unterschiedlichen Temperaturen.
In 6 ist deutlich zu
sehen, dass das wt scFv bereits bei 44°C signifikant aggregiert, während die
Mutante V84D die Tendenz zeigt, langsamer zu aggregieren. Das wt
scFv neigt somit deutlich stärker zur
Aggregation als das mutierte scFv. Dieses Ergebnis ist den Beobachtungen
sehr ähnlich,
die mit verschiedenen Mutationen beim Antikörper McPC603 gemacht wurden
(Knappik und Plückthun,
1995), wobei kein Zusammenhang zwischen den Gleichgewichtskurven
der Denaturierung und dem Expressionsverhalten gefunden wurde, wobei
jedoch eine gute Korrelation mit den Raten der thermischen Aggregation
gefunden wurde.
-
Figuren und
Tabellen
-
1:
Räumliche
Darstellung des Fv-Fragments des Antikörpers 4-4-20.
-
2:
Reste der variable/konstante Domäne-Grenzfläche für VL (2a)
und VH (2b). Für
30 nicht-redundante Fab-Fragmente, die aus der Brookhaven-Datenbank entnommen
wurden, wurde die Lösungsmittel-zugängliche
Oberfläche
der Aminosäure-Seitenketten
bei einem Fv- und einem Fab-Fragment berechnet. Die Darstellung
zeigt die relative Reduktion der zugänglichen Oberfläche beim Kontakt
mit den konstanten Domänen
(überlagerte Darstellung
für alle
30 Fv-Fragmente). In der Anordnung der Sequenz sind diejenigen Reste
hervorgehoben, die zur v/c-Grenzfläche beitragen.
Die Symbole zeigen die relative Reduktion der Lösungsmittelzugänglichen
Oberfläche
beim Entfernen der konstanten Domänen (Symbole: kein Symbol < 1%; • < 20%;
< 40%;
< 60%;
< 80% und ⧫ ≥ 80%). Die Kreise
bezeichnen die Positionen, die noch weiter analysiert werden (vgl.
Tabelle 1).
-
3:
Western-Blots, die die unlöslichen
(i) und die löslichen
(s) Fraktionen von Zellextrakten zeigen, hergestellt wie in Material
und Methoden beschrieben, welche die scFv-Fragmente des Antikörpers 4-4-20
exprimieren. Die Aminosäuren,
die in den verschiedenen Mutanten substituiert sind, sind in Tabelle
2 angegeben.
-
4:
Scatchard-Darstellung der Fluoreszenztitration von Fluorescein (20
nM) mit dem Antikörper
(4 bis 800 nM), gemessen bei 510 nm. Der Wert r wurde aus (F – F0)/(F∞ – F0)
erhalten, wobei F die gemessenen Fluoreszenz von Fluorescein bei
einer bestimmten Antikörperkonzentration
ist, F0 die Fluoreszenz in Abwesenheit eines
Antikörpers
bedeutet und F∞ die Fluoreszenz darstellt,
wenn der Antikörper
in einem großen Überschuss
vorliegt. Es ist zu beachten, dass r die Sättigung von Fluorescein durch
den Antikörper
ergibt. (a) Titration von wt scFv; (b) Titration von Flu4 (V84D).
-
5:
Eine überlagerte
Darstellung der Harnstoff-Denaturierungskurven wird gezeigt. (X)
wt scFv; (o) Flu4.
-
6:
Zeitverläufe
der thermischen Denaturierung bei 40 und 44°C für das wt scFv-Fragment und
für das
scFv-Fragment Flu4 sind dargestellt. (a) wt scFv bei 40°C; (b) Flu4
bei 40°C;
(c) Flu4 bei 44°C; (d)
wt scFv bei 44°C.
-
Tabelle 1: Sequenzvariabilität von Resten, die
zu der v/c-Grenzfläche
beitragen: Die Statistiken der Reste beruhen auf den Sequenzen der
variablen Domänen
in der Kabat-Datenbank (März
1996). Sequenzen, die zu < 90
vollständig
waren, wurden von der Analyse ausgeschlossen. Anzahl der Sequenzen,
die analysiert wurden: menschliche VL kappa: 404 von 881; murine
VL kappa: 106 von 2239; menschliche VL lambda: 223 von 409; murine
VL lambda: 71 von 206; menschliche VH: 663 von 1756; murine VH:
1294 von 3849. Die Position bezieht sich auf die Sequenzposition
gemäß Kabat
et al., 1991, % exp. (Fab) auf die relative Seitenketten-Zugänglichkeit
in einem Fab-Fragment, wie durch das Programm NACCESS berechnet
(NACCESS v2.0 von Simon Hubbard (http://www.biochem.ucLac.uk/~roman/naccess/naccess.html)),
% exp. (ind.) auf die relative Seitenketten-Zugänglichkeit in der isolierten VL-
oder VH-Domäne,
eingebettet auf den relativen Unterschied in der Seitenketten-Zugänglichkeit
zwischen dem Fv- und dem Fab-Fragment. Consensus bezieht sich auf
den Sequenz-Consensus, und Verteilung auf die Verteilung der Typen
von Resten.
-
Tabelle 2: Mutationen, die in das
scFv-Fragment des Antikörpers
4-4-20 eingeführt
wurden. Jede Linie stellt ein anderes Protein dar, das die bezeichnete
Mutationen trägt.
Die Reste sind gemäß Kabat et
al. (1991) numeriert.
-
Tabelle 3: KD-Werte
der verschiedenen scFv-Mutanten, die durch eine Fluoreszenztitration bestimmt
wurden. Die KD-Werte sind in nM angegeben,
der Fehler wurde aus der Scatchard-Analyse berechnet (4), # wurde durch Miklasz
et al. (1995) bestimmt.
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