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DE688764C - Verfahren zur Erzeugung von Presshefe aus Melasse - Google Patents

Verfahren zur Erzeugung von Presshefe aus Melasse

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Publication number
DE688764C
DE688764C DE1931P0062618 DEP0062618D DE688764C DE 688764 C DE688764 C DE 688764C DE 1931P0062618 DE1931P0062618 DE 1931P0062618 DE P0062618 D DEP0062618 D DE P0062618D DE 688764 C DE688764 C DE 688764C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
molasses
yeast
production
fermentation
clarification
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE1931P0062618
Other languages
English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Ramesohl und Schmidt A G
Original Assignee
Ramesohl und Schmidt A G
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Ramesohl und Schmidt A G filed Critical Ramesohl und Schmidt A G
Priority to DE1931P0062618 priority Critical patent/DE688764C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE688764C publication Critical patent/DE688764C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C12BIOCHEMISTRY; BEER; SPIRITS; WINE; VINEGAR; MICROBIOLOGY; ENZYMOLOGY; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING
    • C12NMICROORGANISMS OR ENZYMES; COMPOSITIONS THEREOF; PROPAGATING, PRESERVING, OR MAINTAINING MICROORGANISMS; MUTATION OR GENETIC ENGINEERING; CULTURE MEDIA
    • C12N1/00Microorganisms, e.g. protozoa; Compositions thereof; Processes of propagating, maintaining or preserving microorganisms or compositions thereof; Processes of preparing or isolating a composition containing a microorganism; Culture media therefor
    • C12N1/14Fungi; Culture media therefor
    • C12N1/16Yeasts; Culture media therefor
    • C12N1/18Baker's yeast; Brewer's yeast

Landscapes

  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mycology (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Bioinformatics & Cheminformatics (AREA)
  • Genetics & Genomics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Zoology (AREA)
  • Wood Science & Technology (AREA)
  • Biotechnology (AREA)
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  • Biomedical Technology (AREA)
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  • Biochemistry (AREA)
  • General Engineering & Computer Science (AREA)
  • General Health & Medical Sciences (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Preparation Of Compounds By Using Micro-Organisms (AREA)
  • Micro-Organisms Or Cultivation Processes Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Erzeugung von Preßhefe aus Melasse Die bisher bekannten Verfahren zur Erzeugung von Preßhefe aus Melasse beruhen im wesentlichen darauf, daß die handlelsübliche Melasse nach der Verdünnung mit Wasser mit Chemikalien behandelt wird, die eine Trennung der unerwünschten Bestandteile von den zur Hefeherstellung ;geeigneten bewirken sollen. Als Chemikalien zum Zwecke dieser Klärung werden verwendet: Schwefelsäure, Gips, - Kalk, Soda, Phosphate, besonders. Superphosphat und verschiedene andere. Das Prinzip aller dieser Verfahren beruht darauf, in der verdünnten Melasselösung einen Niederschlag zu erzeugen, der die Trübstoffe der Melasse zum Absetzen bringt und so eine Klärung der Melasselösung bewirkt. Man unterscheidet nach dieser Richtung hin vier Verfahren. Bei der Warm-Sauer-Klärung wird die verdünnte Melasselösung mit Schwefelsäure versetzt und die Lösung aufgekocht, dann die klare Lösung von dem sich bildenden Niederschlag durch Abziehen oder durch Filtern der Lösung entfernt und für die Hefegewinnung verwendet. Dieses Verfahren ist das heute weitaus gebräuchlichste. Bei der alkalischen Klärung wird die mit Wasser verdünnte Melasse mit Alkalien, wie Kalk, Soda o. dgl., versetzt, aufgekocht und nach Entfernung des sich bildenden Niederschlages weiterverarbeitet. Bei der neutralen Klärung .wird ähnlich verfahren. Die Kalt-Sauer-Klärung arbeitet mit einem hohen Säuregrad in der verdünnten Melasse. Ebenso wie bei den anderen Verfahren wird der sich bildende Niederschlag entfernt und die Melasse dann weiterverarbeitet. Alle diese bisher beschriebenen Verfahren wurden nach der vorherrschenden Ansicht über die chemischen Vorgänge bei der Hefegewinnung deshalb ausgeführt, weil man die Trilbstoffe der Melasse vor der Gärung entfernen wollte, um ein Ausflocken der für gärungsschädlich gehaltenen Trübstoffe während der Gärung durch Säurebildung oder rein physikalische Vorgänge zu verhindern, daandernfalls die Hefefarbe eine unbefriedigende war.
  • Es ist ferner ein Verfahren vorgeschlagen worden, nach welchem die Reinigung der Melasse für die Backhefeerzeugung ohne vorheriges Sterilisieren lediglich durch 1i iltration bewirkt werden soll. Dieses Verfahren hat sich in der Praxis aber nicht einführen können, weil die den Filtern anhaftenden Mängel hier in erhöhtem Maße in Erscheinung treten. Dazü ist eine Sterilisation durch Filtern technisch undurchführbar, da die Filter entsprechend der Kleinheit der Bakterien sehr engporig sein müssen, sich dann aber sehr schnell verstopfen.
  • Es ist auch bei der Zuckerbereitung ein älteres, nicht zur Ausführung gekommenes Verfahren vorgeschlagen worden, wonach auskristallisierbaren Zucker enthaltende Zuckersäfte mit Wasser derart verdünnt werden, daß durch Zentrifugieren eine Abscheidung der in der Lösung vorhandenen Fremdstoffe in solchem Maße erfolgt, daß eine' Auskristallisierung des Zuckers vor sich gehen kann. Hierbei konnte als vorbereitende Maßnahme für die Schleuderung des Zuckersaftes auch eine Erwärmung desselben in dem Vorbereitungsbehälter stattfinden. - Es hat sich jedoch bei der Vergärung der Melasse für die Backhefeerzeugung gezeigt; daß der Einfluß der zur Klärung verwendeten Mineralsäuren für das Hefewachsttun vielfach sehr schädlich ist. Außerdem werden durch den Einfluß der Mineralsäuren Farbstoffe aus der Melasse gebildet, die mit in das Zellinnere der Hefe wandern und der Hefe eine dunkle Farbe verleihen.
  • Die vorliegende Erfindung bezweckt, neben einer wesentlichen Verkürzung und Vereinfachung des ganzen Erzeugungsverfahrens die Vorbehandlung der Melasse so zu gestalten, daß eine bessere Hefequalität erreicht und die oben geschilderten Nachteile beseitigt werden. Das vorliegende Verfahren besteht in folgendem: Handelsübliche Rohmelasse wird ohne irgendwelche chemische oder - physikalische Vorbehandlung durch Erwärmen auf Sterilisationstemperatur in kontinuierlichem Durchlauf durch einen geeigneten Sterilisator steril gemacht. Sodann wird die sterilisierte warme Melasse kontinuierlich mit kaltem bder warmem: Wasser auf eine Konzentration von etwa 20 bis 6o° Ball. gebracht und, ebenfalls wieder kontinuierlich, in einem geeigneten Separator, geschleudert, um die in der Melasse enthaltenen mechanisch beigemengten Schmutz-und Trübstoffe zu entfernen. Nach der Separation wird die geklärte Melasse zur Gärung verwendet. Während der Gärtrog werden in der Hauptsache die zur Ernährung der Hefe notwendigen und in der Melasse nicht enthaltenen Nährstoffe in üblicher Weise zugegeben.
  • Das wesentliche Merkmal des neuen Verfahrens besteht also in der Kombination der Sterilisätion von Rohmelasse durch Erwärmen derselben mit der nachfolgenden Reinigung der Melasse durch Separation mittels Schleuderapparate und anschließender 'Gärung in einem einzigen Arbeitsgang ohne irgendwelche chemische oder physikalische Vorbehandlung der Melasse. Dazu können besondere Maßnahmen während der Gärteig getroffen werden, die Ausflockungen oder Bildung von schädlichen Farbstoffen in der Melasse verhindern und die Ausbeute an Hefe und Alkohol steigern. Dies wird beispielsweise dadurch erreicht, daß während der Gärung kein oder fast kein Mineralsätirezusatz erfolgt und die Konzentration der durch die Tätigkeit der Hefe entstandenen organischen Säuren zur Steigerung der Hefe-und Alkoholausbeute und zur Verringerung der Schaumentwicklung möglichst nahe dem eutralpunkt gehalten wird.
  • Als besondere Vorteile des neuen Verfahrens sind folgende zu nennen: Zunächst fallen die bisher notwendigen Verdünnungs- und Klärbottiche fort. Die Dampfersparnis beträgt .etwa 9o %. Der Platzbedarf der neuen Anlage beträgt rund 1/1o des Platzbedarfs der früher erforderlichen Anlage. In gewissen Zeitpunkten der Hefegewinnung tritt eine erhebliche Zeitersparnis ein dadurch, daß das zeitraubende Maischen der Melasse fortfällt und mit der Gärung sofort nach der Inbetriebsetzung des Sterilisators und des Separators begonnen werden kann. Die Melasselösung macht während der Vorbereitung für die Gärung den denkbar kürzesten bzw. schnellsten Weg, so daß jede Gefahr einer Infektion ausgeschlossen ist. Dadurch, daß neutrale oder schwach alkalische Melasse vergoren wird; wird der Verschleiß der zur Gärung benutzten Gefäße durch Säurefraß auf ein Geringes reduziert. Durch die Gärung bei fast neutraler Reaktion wird die Ausbeute an Hefe und Alkohol gesteigert und die Schaumentwicklung während des Gärungsvorganges bedeutend vermindert. Die Farbe der erzeugten Hefe ist eine bedeutend hellere als die durch alle anderen Verfahren bedingte.
  • Es tritt ferner eine Ersparnis der bei den anderen Verfahren verwendeten Chemikalien ein. Durch das neue Verfahren können auch Melassen verarbeitet werden, die nach keinem der anderen Verfahren eine brauchbare Hefe ergeben. Die Triebkraft der Hefe wird verbessert. Durch das Verfahren wird die Aufarbeitung der Schlempe auf Pottasche wesentlich wirtschaftlicher gestaltet, da der durch den Zusatz von Mineralsäure bedingte Verlust durch Bildung von mineralsauren Kaliumverbindungen verhindert wird. Durch die im Zuge des Melasseflusses kontinuierlich erfolgende Erwärmung der Melasse zwecks Sterilisation geht auch die Sehleuderung schneller und wirksamer vonstatten, da die Melasse leichtflüssiger ist.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Erzeugung von Preßhefe aus Melasse, dadurch gekennzeichnet, daß handelsübliche Rohmelasse ohne chemische oder physikalische Vorbehandlung kontinuierlich sterilisiert, sodann mit warmem oder kaltem Wasser auf 2o bis 6o° Ball. verdünnt, darauf kontinuierlich geschleudert und anschließend vergoren wird.
DE1931P0062618 1931-03-18 1931-03-18 Verfahren zur Erzeugung von Presshefe aus Melasse Expired DE688764C (de)

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DE1931P0062618 DE688764C (de) 1931-03-18 1931-03-18 Verfahren zur Erzeugung von Presshefe aus Melasse

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE688764C true DE688764C (de) 1940-03-01

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DE1931P0062618 Expired DE688764C (de) 1931-03-18 1931-03-18 Verfahren zur Erzeugung von Presshefe aus Melasse

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DE (1) DE688764C (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE941784C (de) * 1948-12-16 1956-04-19 Hefe Patent Ges M B H Verfahren zur Zuechtung von Wuchshefen und hefeaehnlichen Mikroorganismen in Melasse

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE941784C (de) * 1948-12-16 1956-04-19 Hefe Patent Ges M B H Verfahren zur Zuechtung von Wuchshefen und hefeaehnlichen Mikroorganismen in Melasse

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