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Verfahren zur Ermittlung bzw. Abschaltun-r schadhafter Teile eines
Netzes Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ermittlung und Abschaltung schadhafter
Teile eines Starkstromnetzes. Sie setzt voraus, daß über das Netz mehrere Schalter
verteilt sind, die durch überlagerte .Ströme von einer Zentrale aus fernbetätigt
werden können.
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Bei der Ermittlung von Erd- und Kurzschlüssen oder anderen Störungen
wird nun erfindungsgemäß so verfahren, daß eine Erdüberlagerungseinrichtung über
einen Aufdrückkreis, der z. B. aus einer Reihenschaltung einer Kapazität und einer
Induktivität besteht, an einen von Erd- oder Kurzschlüssen freien Leiter des Netzes
angeschlossen wird. I lierauf werden der Reihe nach Stromimpulse zur üffnung und
Schlieljung vier einzelnen Schalter unter Beobachtung eines in der Zentrale an (las
Netz angeschlossenen Erd- oder Kurzschlußanzeigers o. (1g1. überlagert. Da-(lurrh,
(1a13 nun nacheinander die einzelnen Schalter geöffnet und wieder geschlossen werden,
lassen sich leicht die den schadhaften Netzstellen zunächst liegenden Schalter ermitteln.
Diese werden dann in Offenstellung gebracht und die übrigen Teile des Netzes werden
bis zur schadhaften Stelle von der einen oder anderen Seite dieser Stelle her eingeschaltet.
Unter Umständen können dabei die von Erd- oder Kurzschluß freien Teile auch an besondere
Speisepunkte angeschlossen werden. Der Betrieb des Netzes läßt sich dann mit Ausnahme
des schadhaften Stückes ungestört weiterführen. Die Ausbesserung der schadhaften
Stelle wird dadurch erleichtert, (laß ihre Lage an Hand des Netzl)lane# ohne weiteres
erkennbar ist.
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Die Erfindung soll an Hand der Zeichnung näher erläutert «erden.
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Fig. r -neigt in einphasiger D;irstelltiilg das Schema eilte: IZillgnetzes,
(1a, #,-on eillel- Zelltrale
i aus gespeist wird. über das Ringnetz
sind mehrere Schalter 2 bis ; verteilt. durch die der Ring an beliebigen SteIien
aufgetrennt werden kann. Normalerweise sei das letz durch Öffnung des Schalters
.4 in zwei Hälften unterteilt.
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Fig. a zeit ein Beispiel für die Erdüberlagerungseinriclitung, Fig.3
zeit die Empfangsrelais. In Fig. z ist 8 eine Vorrichtung zum Anzeigen von E rd-
oder Kurzschlüssen, g eine Erdüberlagerungseinrichtung, die zwischen der Erde und
dem Wählerschalter io liegt und mit dem aus der Drosselspule ii und dein Kondensator
12 bestehenden Aufdrückkreis in Reihe geschaltet ist. Die Überlagerungseinrichtunb
kann beispielsweise auf die einzelnen Frequenzen zwischen 300 und ,wo Hertz eingestellt-werden.
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In Fig. 3 ist das auf eine bestimmte Frequenz abgestimmte Empfangsrelais
13 in das Dreieck der Sekundärwicklung 14 eines Hilfstransformators mit der in Stern
beschalteten Primärwicklung 15 eingeschaltet; deren -Sternpunkt geerdet ist.
Der Hilfstransformator besteht beispielsweise aus einem Spannungswaiidler mit hohem
Widerstand. Das Relais 13 besteht aus einem elektrischen Schwingungskreis,
dessen Drosselspule beispielsweise mechanisch abgestimmte Lungen betätigt. Die Zungen
können in bekannter Weise über Hämmer oder Taster, die in ihren Schwingungsbereich
ragen, derartig einen Schaltkontakt betätigen, daß er beim Ansprechen der einen
Zunge geschlossen, beim Ansprechen der anderen Zunge wieder geöffnet wird. 'Mit
derartigen Isontakten können in einfacher Weise die einzelnen Ölschalter 2 bis 7
geöffnet und geschlossen werden.
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Die Überlagerungseinrichtung der Fib. z sei beispielsweise in der
Zentrale i der Fig. i aufgestellt. Die Empfangsrelais der Schalter bis ; seien auf
die eingetragenen Frequenzpaare abgestimmt. Durch Sendung der ersten Frequenz «-erde
der Schalter geöffnet, durch Sendung der zweiten Frequenz eines Frequenzpaares geschlossen.
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Die Vorrichtung arbeitet folgendermaßen: Es trete an dem Punkte F
ein einphasiger Erdschlüß für die Pliase T auf. Das Instruinent 8 in der Zentrale
i zeigt diesen Erdschluß an. Um nun den Abschnitt zu ermitteln, in dein der 1?rtischluß
liegt, wird die I:rdiiberl<irertiiigseiliriclitung 9 zunächst auf tlie Freqiieliz
390 eingestellt und finit dein Wählerschalter io an die Phase 1Z ängeschlosgen.
Man kann aber auch so vorgehen. dal3 inan zuerst den Schalter io an die Phase R
Legt, die Erdiiiierl<tgeruilgseiliriclittin" p in tinerregtein Zustand auf die
1, re(luenz , oo einstellt und dann allmählich die @rreun;; ei lisclialtct.
Durch die :,tetterfrequellz 390 wird der Schalter j geöffnet. Da durch Öffnung
des Schalters 5 der Erdschluß am Punkt 1' nicht abgeschaltet wird, wird das Gerät
8 weiterhin den ErcIschluß anzeigen. Durch Sendung der l-#retlueitz 4oo wird hierauf
der Schalter 5 wieder geschlossen. Hierauf wird durch Sendung der Frequeliz q.io
der Schalter 6 rieöffnet. Auch dadurch ändert sich die Stellung des Überwachungsgeräts
8 nicht. Dann wird durch Sendung der Frequenz 42o der Schalter 6 wieder geschlossen.
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Wird nun durch Sendung der Frequenz 430 der Schalter 7 geöffnet, so
verschwindet plötzlich der Ausschlag des Geräts 8, weil jetzt der Erdschluß P abgeschaltet
ist. Über die andere Ringseite kann der Erdschluß nicht ,gespeist werden, da, wie
vorausgesetzt wurde, der Schalter -. normalerweise geöffnet ist. Das Verschwinden
des Ausschlages des Geräts 8 beim (Öffnen des Schalters 7 zeigt, daß der Erdschluß
P zwischen den Punkten 6 und 7 liegen muß.
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Dann wird durch Sendung der Frequenz 38o der Schalter q. geschlossen
und hierauf durch Sendung der Frequenz .4io der Schalter 6 geöffnet. Der schadhafte
Netzteil ist dann abgeschaltet, während die Speisung der übrigen Netzteile, also
insbesondere der Strecken .4 bis 6, gesichert bleibt.
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Bei der Ermittlung der schadhaften Netzstelle können die einzelnen
Frequenzen für das Öffnen und Schließen der Schalter so rasch aufeinander gesendet
werden, daß das Netz immer nur ganz kurzzeitig unterbrochen wird. Das Netz. wird
also gewissermaßen nur mit den Frequenzen abgetastet.
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Durch Wahl geeigneter Vorrichtungen ini Punkt i, z. B. Doppelsammelschienensystem
mit elektrischen Trennmöglichkeiten, Erdschlußrichtun-srelais usiv., kann bei Ringleitungen
die Fehlerstelle auch ohne Unterbrechungen . ermittelt werden. In Fib. 4. ist die
Anordnung für Doppelsamnielschienensystem und in Fig. 5 mit Erdschlußrichtungsrelais
einphasig dargestellt.
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Tritt z. B. in I; ig: .l ebenfalls bei Punkt P ein Fehler auf, so
wird sich. «-eng der Schalter bei .4 geöffnet ist, der Fehler z. B. durch die Anzeigevorrichtung
8 der F ig. a auf dein Abschnitt i, 7, 6, j, .4 zeigen: Nach Schließen des Schalters
4. in der torgeschriebenen Weise wird der Schalter 5 geöffnet.
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Hierbei zeit sich wiederum auf dein Ab-
schnitt i über ;: V
nach 5 der Fehler. Nach Schließen des Schalters 5 wird der Schalter (i heöffnet.
Dieser Vorgang wird so lange durchgeführt, bis nach Öffnen fies Schalters 7 der
Fehler ;auf dem Abschnitt von i nach 7 verschwindet und auf denn Abschnitt von i
über nach 7 festgestellt wird. Hierdurch liegt
fest,
daß der Fehler zwischen Schalter 6 und liegen muß. Nach Offnen des Schalters e>
sind die Abschnitte von i 1111c11 ; sowie Vn11 i über 2 nach 6 fehlerfrei und das
fehlerhafte Leitungsstück 6 bis 7 abgeschaltet.
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Ähnlich, wie vorstehend beschrieben, kann die Fehlerfeststellung z.
B. mit Erdschlul3-richtungsrelais in den von der Zentrale i abgehenden Leitungen
oder mit sonstigen bekannten Hilfsmitteln durchgeführt werden, auch ohne elektrisch
getrennte Doppelsammelschienen.
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Ist in Fig. 5 der Schalter 4 wieder offen und liegt der Fehler wieder
bei P, so zeigt in der Zentrale die Erdschlußrichtungsrelaisgruppe AB einen Erdschluß
in Richtung nach Schalter 7 zu. Wird Schalter :I geschlossen und 6 geöffnet, so
tritt keine Veränderung auf. Wird nun 6 geschlossen und ; geöffnet, so zeigen die
Apparate AB einen Erdschluß in Richtung nach Schalter 2 an. 'Man sieht daraus,
daß der Fehler im Abschnitt 6, 7 liegt.
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An Stelle der in Fig. 3 dargestellten Empfan-svorrichtung können auch
drei, gegebenenfalls auf eine gemeinsame Achse einwirkende Relais verwendet werden,
von denen .jedes an eine Phase des Netzes angeschlossen ist. Die einzelnen Empfangsrelais
können auch zum Teil oder durchweg auf die gleiche
Frequenz abgestlnlnlt sein, wenn man die |
lZelais in bekannter Weise mit L eitiv:Llilern |
0. (lgl. versieht, die e-, -estatten, die I'elais |
selektiv durch verschieden lange Impulse, |
Impulse verschiedrnei- Zahl oder Zeitabstände |
zti betäti-en. |