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Formschneiden von Ton ö. dgl. zum Herstellen von Bildhauer und Architekturarbeiten
Es ist bereits vorgeschlagen worden, Gesimse an Gebäuden je nach ihrer Höhenlage
und den möglichen Beschauerstandpunkten verschiedene Form zu geben, und zwar in
der Weise, daß höher als die Augenhöhe des Beschauers liegende Gesimse u. dgl. steiler
und tiefer als die Augenhöhe des Beschauers liegende Gesimse flacher ausgebildet
werden als solche, welche etwa in Augenhöhe des Beschauers liegen.
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Demgegenüber betrifft die Erfindung Geräte zum Suchen, Anzeigen und
Messen der Lage der Formflächen, zum Zeichnen der Farmflächen auf der Entwurfzeichnung
und zum entsprechenden Schneiden des Modelliertones, welche es ermöglichen, die
Formflächen von Bildhauer- und Architekturwerden, wie Flachreliefs, Halbkreisreliefs,
Rundwerke, Verzierungen an Bauwerken u. dgl., so auszubilden, daß sie unter Berücksichtigung
der Höhenlage.des Bildwerkes selbst mit Bezug auf einen vorher zu bestimmenden Beschauerort
in der Sehlinie des Beschauers liegen. Demgemäß werden bei der Ausbildung der Formflächen
die Höhenlage des Bildwerkes und der Beschauerstandort schon beim Entwurf des Architekten
und der Ausführung der Bildwerke in der Werkstätte des Bildhauers berücksichtigt
und ihnen die entsprechenden Licht- und Schattenformflächen gegeben. Hierdurch erhält
der Beschauer ein harmonisch reines plastisches Bild.
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Das Gerät zum Tonformschneiden ist im ,v esentlichen gekennzeichnet
durch einen Schneiddraht, welcher in einer senkrechten Ebene um eine waagerechte
Achse in der Augenhöhe. des Beschauers über einem mit der Schwenkachse in Übereinstimmung
liegenden feststehenden Gradkreis schwenk- und feststellbar an einem senkrechten
Halter befestigt ist" der auf entsprechend der Raumfläche oder. Achse des Bildwerkes
geraden oder kreisförmigen Schienen verschiebbar ist und an seinem oberen Ende durch
einen an dem --Bildwerk waagerecht verschiebbaren oder um eine senkrechte Achse
des Bildwerkes schwenkbaren Arm geführt wird.
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Das Gerät zum Suchen und Messen der Formflächen besteht erfindungsgemäß
aus einem Zielfernrohr, welches in einem Halter in einer senkrechten Ebene um eire
in Beschaueraugenhöhenlinie liegende waagerechte Achse schwenkbar ist und auf seiner
Kreuzwelle einen radialen Zeiger trägt, der die Stellungen des Zielfernrohres auf
einem mit der Drehachse in Übereinstimmung liegenden, jedoch feststehenden Gradkreis
anzeigt.
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Gemäß der Erfindung sieht das Gerät zum Zeichnen und Messen der Formflächen
für die Entwurfzeichnung einen schienenartigen Zeiger
vor, -welcher
über einen Gradkreis um dessen -Mittelpunkt, der im Ie.reuzungspunkt der Beschaueraugenhölienliiiie
und der Be-'', schauerabstandslinie liegt, schwenkbar :ist; wobei der Zeiger und
das Zifferblatt n einem waagerecht und senkrecht verstellbaren' ,: Schlitten sitzen.
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Auf der Zeichnung sind Geräte geniiiß der Erfindung beispielsweise
veranschaulicht. Es zeigen: Abb. i bis i i in Verbindung mit cleil Abb. 2. 2 a,
3, 3 a und d. bis .Ib einen Tonschneider für die Formflächen von Flachreliefs, Rundwerken
und Halbkreisreliefs.
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Abb. 3 bis ;feine Such- und «t%Iervorriclitung für die Formflächen
für den Bildhauer, Abb. 6 bis 6 f eine ließ- und Zeichenvorrichtung für die Formflächen
für die Entwurfzeichnungen des Architekten, Abb. ; die praktische Anwendung des
Forinflächensuchers und -niessers nach Abb. 6 bis 6 f, Abb. \ bis 12 weitere Ausführungsformen
des Forinflächensuchers und, -messers für die Entwurfzeichnung.
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Der Todschneider weist eine seiikreclite Führungssäule i mit 1Iefsliala
auf. Die Führungssäule wird unten auf einer Schiene geführt. An der Säule i ist
in Augenhöhe ein Zifferblatt 3 mit Gradkreis und Zeiger und ein in L`bereitistiinmung
mit diesem einstellbarer Schneidbogen .I angeordnet.
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Bei Flachrelief wird die Säule r oben (Abb. 2, 2a) durch einen Arm
5 geführt, der niit einem Ende an der Säule i befestigt ist und mit seinem anderen
Ende geradlinig an dein Gegenstand, an -welchem das Flachrelief angebracht werden
soll. geführt ist. Bei Flachrelief wird die Säule i unten auf einer geraden Schiene
2 geführt. welche parallel zur Ebene des Flachreliefs verläuft (Abb. ia ).
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Bei Rundwerken (Abb. 3, 3a) ist der Fülirungsarnl 5 mit einem Ende
uin die senkrechte Achse des Bildwerkes an dem 1lodelliertonblock drehbar befestigt
und mit seinem anderen Ende an der senkrechten Führungssäule r, welche in diesem
Falle unten auf einer Ganzkreisschiene2 (robb. ili-) geführt ist.
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Bei Halbkreisrelief (Abb. d.) ist der Arm 5 finit seinem einen Ende
um die senkrechte Mittelachse des Halbkreises schwenkbar und finit seinem anderen
Ende an der senkrechten Führungssäule i befestigt. In diesem Falle ist die Säule
i auf 1-falbhre2iSSCllieile 2 geführt (Abb. i i).
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Die Führungssäule i (Abb. i) -wird von einer zweibeinigen Rollstütze
6 getragen. Diese rollt mit in Ringrinnen )@ liegenden Kugeln 7 auf der Schiene
2, welche auf dem Fußboden befestigt wird. Die Wandungen dieser Rinnen übergreifen
die Schienen .2 und halten dadurch die Säule _= aufrecht. Die Kugeln ; sitzen in
entsprechenden Aussparungen der Beine der Stütze 6, und Zapfen g an diesen greifen
in die Ringrinnen R ein. In eixier Aussparung :o des 'Mittelteils der Roll-,.stiitze
6 ist der senkrechte, ziereckige Holzpfosten i eingesetzt und wird durch vier Schrauben
12 gehalten. An dein Pfosten i ist eine kurze \lcßschieile 13 finit lMeßeinteilung
senkrecht vc:rschie?>bar angeordnet. Diese 3leßschiene 13 finit Zentüneter- und
Milliinetereiilteilung ist i-orzugsweise 50 cm lang uiic? kann durch einen
Schlitz r4. in der Rollstütze I)is auf die Schiene 2 gesenkt werden. Auf dein Pfosten
ii ist weiter noch eine Mellschiene i 5 init 7-ciltii??eter- und lllillimetereinteilung
dtircli Schrauben welche vorzugsweise eine Länge von i,5o in hat. Diese 'Ieß schiene
1; schließt sich an die lleßschieiie i3 an. wenn diese gesenkt ist. Beide Meßscllienen
13 und 15 haben dann eine Gesamtlänge von = in. 'Mittels dieser beiden Meßskalen
wird das Augenhöhenmaß, von der Oberkante (ler Schiene 2 ab gerechnet, angegeben,
auf welches der eigentliche I@ormflüchensdmeider eingestellt wird.
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Neben den Meßschienen rd und 15 ist an dein viereckigen Pfosten r
an einer anderen Seitenlhiclie noch eine Meßschicne 16 angeordnet, welche el),vnfalls
vorzugsweise r,5o m lang ist und sich vom oberen Ende des Pfostens i nach unten
erstreckt. Diese Meßsehiene 16 liegt mit der Meßschiene 15 in Übereinstimmung, so
daß an diesen beiden Meßsclnenen das Augenhöhenniaß eingestellt werden kann. Das
Atigenhöhenmaß wird mit Idilfe der weiter unten beschriebenen Formflächensuch- und
-anzeigegeräte festgestellt. Ferner ist an dein viereckigen Pfosten noch eine Libelle
17 angeordnet.
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Der eigentliche Forniflächenschneider 4. mit dein Schneiddraht 18.
dein Zifferblatt 3 (Abb. i d) finit Zeiger a2 sind durch Gleitstück 23 (Abb. i b)
senkrecht verschiebbar auf dem Pfosten i geführt. Ein durch vier Schrauben auf dem
Pfosten feststellbarer ralnnenförniiger Träger 24 (Abb. i c) dient zum Halten des
Gleitstückes in der jeweiligen Stellung.
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Der als vierkantiger Schaft ausgebildete Führungsarm 5 zur Führung
des oberen Endes der Führungss:i"ile i ist bei den drei Ausführungsformen (Abb.
2, 3 und -1) an einem Ende in einem waagerechten Ansatz 26 einer Büchse 25 (Abb.
i g) durch eine Schraube lösbar befestigt. Diese Büchse 26 ist auf dem senkrechten
Pfosten i senkrecht verschiebbar aufgesetzt und wird durch Kleinnischrauben in der
jeweiligen Stellung festgehalten.
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Für Flachrelief (Abb. 2 und 2a) weist der Arm einen Schaft 27 mit
Gabel 28 auf. Auf
den Schenkeln dieser Gabel sind Träger 29 aufgesetzt,
welche durch Schrauben gehalten werden und an ihren freien Enden Nutrollen
30 tragen. Diese I\Tutrollen 30 laufen zwischen zwei an der Wand o. dgl.,
an welcher das Relief angebracht werden soll, befestigten waagerechten Schienen
31. Die geraden Schienen 2 werden genau parallel mit den Schienen 31 :eingestellt,
und ist dann der Tonfo-rmschneider genau eingestellt, wie dies nachstehend beschrieben
wird, so wird zwecks Schneidens bzw. Formung des Reliefs das Grät auf den waagerechten
geraden Schienen 2 und in den Schienen 31 hin und her bewegt.
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Bei dem Gerät für Rundwerke (Abb.3 und 3 a) ist der Arm 5 mit einem
kappenartigen Teil 32 drehgelenkig verbunden. Diese Kappe 32 ist durch Schraube
33 um eine senkrechte Achse drehbar mit einem Befestigungskopf verbunden, bestehend
aus dem Oberteil 34 und einem nach unten gerichteten Befestigungszapfen 35 mit Aussparungen.
Dieser Zapfen wird in der Mittelachse des Modelliertongegenstandes befestigt. Zwischen
seinem Oberteil 34 und der Kappe 32 sind zur Erzielung einer leichten gegenseitigen
Bewegung Stahlkugeln 36 angeordnet. Zwecks Schneidens der Formflächen wird die Säule
i auf einem Kreisbogen auf der kreisförmigen Schiene 2 hin und her bewegt (Abb.
1 h), wobei der Zapfen 35 bzw. die Schraube 33 die Drehachse bildet.
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Bei dem Gerät für Halbkreisrelief (Abb. 4, 4.a und 4b) ist der Arm
5 durch ein um eine senkrechte Achse 37' schwenkbares Scharnier 37 mit der Platte
38 lösbar verbunden. Diese Platte 38 ist in einer an der Wand o,. dgl. befestigten
Führungsplatte 39 senkrecht verstellbar. Schrauben dienen zur Befestigung der Platte
39 an der Wand und der Führungsplatte 38 an der Platte 39, die die Platte
38 mit Führungsleisten 4o an zwei Seiten umfaßt. Zwecks Schneidens der Formflächen
wird die Führungssäule i auf Halbkreisschiene 2 (Abb, i i) um die senkrechte Achse
37 auf einer Halbkreislinie hin und her bewegt.
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An dem Gleitstück 23 (Abb. i b) ist durch einen Ausschnitt 41 eine
Stellinie oder Marke 42 gebildet, welche genau auf die Augenhöhe eingestellt wird.
Die durch die Formflächensuch- und -anzeigegeräte angegebene Augenhöhe wird auf
die Skalen der Führungssäule i genau übertragen, wobei von der oberen Fläche der
Schiene 2 ab gerechnet wird. Ist das Führungsstück 23 eingestellt, so Wird es durch
eine Schraube an dem Pfosten i festgeklemmt und in seiner Stellung noch durch den
Rahmen 24 (Abb. i c) gesichert, welcher nach Lösen des Fiihrungsstiicltes 23 dieses
jeweils wieder auf Augenhöhe einstellt. An einem waagerechten Stutzen 43 des Führungsstückes
23 sitzt das Zifferblatt 3 mit Gradkreis, dessen Achse in -waagerechter Übereinstimmung
mit der Einstellmarke 42 des Führungsstückes liegt. In dem Stutzen 43 (Abb. i b)
sitzt ein drehbarer Zapfen 44, dessen Achse ebenfalls in waagerechter Übereinstimmung
mit der Einstellmarke 42 liegt und der den Zeiger 22 (Abb. i d) und ein seitwärts
gerichtetes Haltestück 45 (Abb. i) trägt. Auf dem Haltestück 45 sitzt ein nach oben
stehendes Haltestück 46, durch we1clies der Haltebogen 47. für den Schneiddraht
18 gelegt ist. Von dem anderen Ende des Haltebogens .4; erstreckt sich der Haltedraht
durch die Mittelachse des Drehzapfens 44 in das. Haltestück 45, wo er nachstellbar
befestigt ist. Die Drehachse des Zeigers 22 liegt mit der Achse des Drehzapfens
44 und der Stellmarke .I2 in waagerechter Übereinstimmung. Der Haltebogen 47 des
Schneiddrahtes 18 ist über die Säule i hinaus nach einer Seite verlängert und trägt
hier eine Handhabe 48. Es liegen demnach Kennmarke 42, die Achse des Zifferblattes
3 und des Drehzapfens 44 sowie der Zeiger 22 und der Schneiddraht 18 normalerweise
in waagerechter L;bereiiistimmiing. Durch Drehen des Haltebogens 47, 48 wird der
Drehzapfen 44 und mit ihm der Zeiger 22 sowie der Schneiddraht 18 gedreht. Hier=
durch wird der Zeiger 22 und dadurch der Schneiddraht auf einen Neigungswinkel eingestellt,
welcher die Neigung der zu schneidenden Formfläche angibt und von dem Formflächensucher-
oder -anzeigeinstrument abgelesen werden kann. Nach Dreheinstellung des Drahtschneiders
47, 18 kann dieser durch Feststellung des Drehzapfens 44 durch eine Schraube 54
in dem Stutzen 43 festgestellt werden. Eine auf dem Zapfen 44 innerhalb des Stutzens
43 sitzende Schraubenfeder hält den Schneider 47, 18 durch ihre Reibung auch in
den verschiedenen Stellungen.
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Auf dem Stab des Haltebogens 47 sitzt längs verschiebbar und durch
Schrauben feststellbar ein Haltestück 49 (Abb. i e)@. An diesem ist seitlich ein
zweiter Drahtschneider mittels einer Schraube abnehmbar und schwenkbar befestigt.
Dieser Drahtschneider besteht aus dem Bogen 5o, dem Schneiddraht 1g, welcher bei
51 durch eine Schraube nachgezogen -wird.
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An diesem längs verschiebbaren Haltestück 49 (Abb. i e) kann nach
Abnehmen des Drahtschneiders 5o, ig ein anderer großer Drahtschneider, bestehend
aus dem Bogen 52 und dem Draht 2o, in gleicher Weise wie der Drahtschneider 5o,
ig befestigt werden. In diesem Falle wird jedoch das Haltestück .I9 ganz nach vorn
auf dem Bogen 47 geschoben.
Die Teile des Bogens 52 sitzen in einem
Halter 53 (Abb. i f). Dieser dient auch zur Befestigung des Bogens 52 am hinteren
Ende des Bogens .47, wo er durch die Handhabe 48 gehalten wird.
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Die beiden Schneider 5o, i9 und 52, 20 haben unmittelbar nichts mit
dem Schneiden der Formflächen zu tun, welches lediglich durch den Schneider47,18
erfolgt. Die beiden erstgenannten Schneider dienen lediglich zum Vorschneiden des
Tones. Sie werden nur an dem Stab 4.7 befestigt, wenn mit ihnen geschnitten werden
soll.
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Der Drahtfaden für den Formflächenschneider kann aus pflanzlichen,
mineralischen oder tierischen Stoffen hergestellt sein.
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Je dünner und fester der Faden ist, desto besser und genauer schneidet
er.
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Das Zifferblatt 3 ist in Viertel I, II, III, IV geteilt. Jedes Viertel
ist eingeteilt in acht gleiche Teile und jedes dieser Teile wieder in zehn gleiche
Teile.
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Das Formflächensuch- und Meßgerät, von welchem Abb. 5 einen Aufriß
zeigt, während die Abb. 5 a, 5 b, 5 c Seitenansichten und eine Unteransicht des
Oberteiles veranschaulichen, weist eine Dreifußstütze 61 auf. Zwischen den drei
Beinen 62 erstreckt sich in der Mitte senkrecht stehend ein Rohr 63, welches vorzugsweise
eine Länge von i m hat. Die Länge der Beine 62 ist durch die Schrauben 64 einstellbar
und durch die Schrauben 65 feststellbar. In dem unteren Ende des Mittelrohres 63
ist, in diesem senkrecht verstellbar und durch eine Klemmschraube 66 feststellbar,
ein Stab 67 mit Spitze und Zentimeter-und Millimeterskala eingesetzt. Dieser Stab
hat eine Länge von 70 cm. Die Dreifußstütze wird so eingestellt, daß der
Abstand der Spitze des Stabes 67, welche den Fußboden berührt, bis zur oberen Kante
68 des Mittelrohres 1,50 m beträgt. Von obenher ist in das Rohr ein Stab
69, ebenfalls mit Zentimeter- und Millimeterskala versehen, senkrecht verstellbar
eingesetzt. Dieser Stab ist ebenfalls 7o cm lang und wird durch Ritzel
70 und Zahnstange 71 in senkrechter Richtung zwecks Einstellung des Beschaueraugenhöhenmaßes
eingestellt.
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Auf dem oberen Ende des Stabes 69 sitzt eine Gabel 72 mit Lagerstücken
73 an den freien Enden ihrer Arme für eine waagerechte Kreuzwelle 74. Diese drehbare
Kreuzwelle 74. trägt in der Mitte ein Zielfernrohr 90, und ihre Achse geht durch
die Längsachse des Zielfernrohres. Das Zielfernrohr weist eine waagerechte Einstellinie
(Zielfaden) 75 auf. Ferner sind an dem Fernrohr eine senkrechte und eine waagerechte
Libelle 76 und 77 angebracht. Auf der Kreuzwelle 74. sitzen innerhalb der Lagerstücke
73 Schraubenfedern 78, welche durch ihre Reibung die Kreuzwelle mit Fernrohr in
den verschiedenen Winkelstellungen halten. Auf dem linken Ende der Kreuzwelle sitzt,
an deren Drehung nicht teilnehmend und an dem Lagerstück 73 gehalten, der Zifferblattträger
79a mit Zifferblatt 79. Vor dem Zifferblatt 79 sitzt auf einem Vierkant 8o der Kreuzwelle
74, an deren Drehung teilnehmend, der Zeigerhalter 81 mit Zeiger 82. Auf dem Vierkant
8o am anderen Ende der Kreuzwelle 74 sitzt eine Stellscheibe 83. Diese und der Zeigerträger
8o werden durch Schrauben 84 gehalten.
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Durch Einstellung der Dreifußstütze 61 und der Stäbe 67 und 69 wird
das Gerät so eingestellt, daß der Abstand vom Fußboden bis zur Einstellinie 75 des
Fernrohres bei waagerechter Lage desselben gleich der Beschaueraugenhöhe ist. In
dieser Stellung liegen folgende Teile in waagerechter Übereinstimmung: Einstellinie
75 des Fernrohres, waagerechte Achse der Kreuzwelle 74, Achse des Zifferblattes
79 und des Zeigers 82 sowie eine durch zwei Ecken des Vierkantes 8o gehende Linie
(Abb. 5a).
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Wird nun mittels des Fernrohres 9o von einem Beschauerpunkte aus eine
an der Stelle, an welcher ein Bildwerk angeordnet werden soll, angebrachte Schnittzeichnung
des Bildwerkes durch Schwenken des Fernrohres anvisiert, so gibt der Zeiger 82 auf
dem Zifferblattgradkreis 79 die Neigungen der einzelnen Formflächen an. Das Zifferblatt
79 hat gleiche Flächen- und Gradeinteilung wie das Zifferblatt des Schneidgerätes
nach Abb. i bis 4. Nachdem der Tonschneider nach Abb. i bis 4 durch die Stellmarke42
(Abb.ib) auf die gleiche Augenhöhe wie das Suchgerät nach Abb.5 eingestellt worden
ist, wird eine durch das Suchgerät festgestellte Neigung einer Formfläche auf das
Tonschneidgerät übertragen, indem hier durch Drehen des Tonschneiders 47, 48 (Abb.
i) der Zeiger 2z und dadurch der Schneiddraht 18 auf den gleichen Winkel bzw. die
gleiche Ziffer eingestellt wird, welche das Suchgerät nach Abb. 5 für diese Formfläche
angibt. Alsdann schneidet bei Verschieben der Säule i auf der Schiene 2 der Schneiddraht
18 die in Frage stehende Formenfläche so, wie sie der Beschauer sehen soll. Es wird
so weiter verfahren, bis alle Formenflächen anvisiert und auf den Schneider übertragen
und geschnitten sind.
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Ein Gerät zum Zeichnen und Messen der Formflächen für die Entwurfzeichnung
des Architekten ist in Abb.6 im Aufriß, in Abb. 6a in Draufsicht, in Abb. 6b, in
Seitenansicht dargestellt, während die Abb. 6 c bis 6 f Einzelheiten zeigen.
Der
Formenflächenzeichner besteht im wesentlichen aus einem Gleitstück 9i, einem Winkelstück
g2, 93, einem Trägerschlitten 94 für Zifferblatt 95.mit Gradkreis sowie Stellmarke
96 und einem schienenartigen Zeiger 97. Das Gleitstück gi hat an den beiden senkrechten
Längskanten eine Maßeinteilung 98 und eine Zahnstange 99; es ist verschiebbar in
dem waagerechten Arm 92 des Winkelstükkes 92, 93 geführt und wird durch in die Zahnstangen
99 eingreifende Ritzel ioo verstellt, welche in dem Winkelstück 92, 93 angebracht
sind. Der Schenkel 93 des Winkelstückes hat an der rechten Kante ioi eine
Meßeinteilung ioia und der Schenkel 92 an der oberen Kante rot eine Meßeinteilung
1o2a. >=Über die Vorderfläche des Schenkels 92 erstreckt sich -waagerecht eine Leiste
103 mit einer Zahnstange 104, auf welcher der Schlitten 94 verschiebbar sitzt. Die
Verschiebung des Schlittens 94 erfolgt durch ein in die Zahnstange 104 eingreifendes
Ritzel 105 mit Handhabe io6, welche in dem Schlitten 94 drehbar gelagert
sind. Wird der Schlitten 94 festgehalten, so kann durch Ritzel io5 und Zahnstange
io4 das Winkelstück 92, 93 verstellt werden. Eine Schraube 126 dient zum Festhalten
des Schlittens 94. Auf dem Schlitten 94 ist ein Zapfen 107 angeordnet. Auf diesem
sitzt undrehbar das Zifferblatt 95 mit Gradeinteilung, entsprechend der Gradeinteilung
des Zifferblattes für das Schneidgerät nach Abb. i bis 4. Die Stellmarke 96 wird
durch einen Ausschnitt io8 gebildet. Sie liegt in genauer senkrechter Übereinstimmung
mit der Achse des Zapfens 107. Ferner sitzt auf dem Zapfen 107 drehbar
und- feststellbar der schienenartige Zeiger 97 mit einem mittleren Längsschlitz
iog. - Befestigt wird der schienenartige Zeiger auf dem Zapfen io7 so, daß seine
obere Kante (Zeichenkante) i io genau durch die Mittelachse des Zapfens
107
verläuft, -welche auch die Mittelachse des Gradkreises 95 ist. Entweder
wird die Zeigerschiene 97 auf dem Zapfen 107 durch ein Auge iii gehalten,
welches eine Klemmschraube 112 zum Feststellen aufweist, oder es wird hierzu ein
besonderer Befestigungskopf 113 (Abb-. 6e) verwendet. Der Befestigungskopf 113 sitzt
mit einer Bohrung I14 auf dem Zapfen io7 und kann durch eine Schraube 115 festgestellt
werden. Ferner hat er einen waagerechten Einschnitt 116 zur Aufnahme des Zeigers
97 mit einer Anlagefläche 117 für den Zeiger,- die genau in Übereinstimmung- mit
der Mittelachse der Öffnung 114 bzw. des Zapfens 107 liegt. Dieser hat auf
seiner oberen Stirnfläche zweckmäßig eine die Mittelachse anzeigende Markierungslinie.
Eine abnehmbar befestigte Blattfeder i 18 und eine Klemmschraube i 19 dienen zum
Halten des Zeigerlineals 97 in dem Kopf 113. Ein Einschnitt i2o an der Oberseite
gestattet die genaue Kontrolle, ob die Zeigerkante i io (Abb. 6) in Übereinstimmung
mit der Achse des Zapfens 107 liegt. Der Zeiger 97 wird an dem senkrechten Schenkel
93 des Winkelstückes 92, 93 in einer senkrechten Führung. 121 bewegt und kann an
dieser festgestellt werden. Hierzu dienen eine Führungs- und Feststellschraube 122,
welche in den Schlitz iog,des Zeigers und in die Führung 121 eingreift.
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Die Handhabung des Gerätes nach Abb. 6 ist aus Abb. 7 ersichtlich.
Auf dem Reißbrett wird die obere Kante der Reißschiene auf die Fußbodenlinie A eingestellt.
Auf die obere Kante der Reißschiene wird das Gerät aufgesetzt, so daß die untere
Kante 123 des Gleitstückes gi ebenfalls mit der Bodenlinie A zusammenfällt. Gleichzeitig
-wird die rechte Kante ioi des Winkelstückschenkels 93 auf die Raumfläche D der
Querschnittszeichnung eingestellt. Hierauf wird das Gerät durch Verschiebung des
Führungsstückes gi zu dem Winkelstück 92, 93 durch Zahnstangengg und Ritzel ioo
auf die waagerechte Beschaueraugenhöhe eingestellt. Die Augenhöhe kann an den Skalen
g8, ioi abgelesen werden. Eine entsprechende waagerechte Beschaueraugenhöhenlinie
B wird auf der Zeichnung eingetragen. Die Beschaueraugenhöhenlinie B geht genau
durch den Mittelpunkt des Zapfens 107. Hierauf wird durch Verschiebung des
Schlittens 94 auf dem Schenkel 92 des Winkelstückes der Beschauerabstand eingestellt.
Die Kennmarke 96 zeigt diesen Abstand auf der Skala io2a an. Die durch diesen Punkt
gezogene BeschauerabstandslinieC schneidet die AugenhöhenlinieB genau in der Mittelachse
des Zapfens 107 bzw. .der Drehachse des Zeigers 97 und der Mittelachse des Zifferblattes
95 und geht zwischen den Abschnitten I- und II des Zifferblattes hindurch. Ist das
Gerät in dieser Weise eingestellt, so wird das Winkelstück 92, 93 um ein bestimmtes
Maß nach links von der Raumfläche D verschoben, um die vorstehenden Teile der Querschnittszeichnung
sichtbar zu machen. Hierbei bleibt jedoch der Schlitten 94 in seiner Lage und somit
die Achse des -Zapfens 107 im Schnittpunkt E der Linien C, B. Die Maße der Zuschaueraugenhöhe
und des Zuschaueraugenabstandes werden in dem Verhältnis der Zeichnung zur Wirklichkeit
bemessen, z. B. 1 :100, 1 : 5 usw. Durch Schwenken des Zeigers 97 um die Achse des
Zapfens 1o7 wird die Lage der einzelnen Formflächen des Bildes durch die obere Kante
des Linealzeigers 97 so bestimmt und gezeichnet, daß sie in der Beschauersehlinie
liegen und an dem Zifferblatt 95 gemessen
werden können. Die: ist
in Alib. ; in dünnen Linien angedeutet. Die auf dem Gradkreis c;,5 angegebenen Winkel
werden auf das Schneieig'erät nach Abb. i bis -1 zur Einstellung des Sclineiddralit"-s
18 entsprechend den geftnideticn -Neigungen iiberti-ageri. Das Zifferblatt bzw.
der Gradkreis 95 ist in vier gleiche Abschnitte 1, 11. 111, l@- eingeteilt. Die
-Neigungen der Formflächen oberhalb der waagerechtere Augenhölienlinie 13 werden
in (lern Abschnitt 11 geniessen und müssen daher bei dein Zifferblatt des Schneidgerätes
t Abb. i ) auf den Abschnitt 1 zur Einstellung des -'#,cliiieiddralite, 18
übertragen werden. Die --Neigung der Formflächen unterhalb der _@ugenhö icnlinie-
D werden durch den liiriteren Teil der Randlinie i io des "Zeigers 97 unmittelbar
in dem Abschnitt 1 gemessen. Jedoch «-erden die Formflächen unterhalb der .Z#,ugenhöhenlinie
zunächst auf der hinteren Seite der Ouerschnittszeichnung bestimmt und werden .darin
nach vorn übertragen, wie die dünnen Linien a. in Abb. 7 zeigen.
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Wird das Gerat zum Zeichnen und Messen der Formflächen abgenornixien,
so wird der Kreuzungspunkt 7: zwischen waagerechter Augenhölienlinie D und senkrechter
Abstandslinie C' durch die -Nadel (Abb. 6f) festgelegt. Diese besteht- aus dein
Kopf 123,d; r eigentlichen -Nadel 12.1 und der Halteschraube 125.
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Die Geräte nach den Abb. 8 bis 12 dienen dein gleichen Zweck wie das
Zeichen- und Meßgerät nach Abb. 6 bis 6f, jedoch sind sie dieseln gegenüber vereinfacht.
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Bei der Ausführungsforen. welche in den Abb. 8 bis 8c in Aufril;@.
Oberansicht, Schnitt find Einzelansicht gezeigt ist, ist das Gleitstück 9i (Abb.
6) und die Führung für den Linealträger 97 an dem senkrechten Schenkel <)des
Winkelstückes weggelassen. ,Per Ziiferblattschlitten 94 wird hier nicht durch Ritzel
und Zahnstange, sondern durch eine Handhabe 131 auf der Führungsleiste
103
verschoben. Der Linealzeiger 97 ist ebenfalls mit einem Knopf 132 als
Handhabe verseben. Die untere Kante 13,3 des waagerechten Armes wird beim Gebrauch
des Gerätes ill Cbereinstimniung mit der Atigenhöhenlinie ß (Abb. 7 ) gebracht,
indem diese Kante auf die obere Kante einer entsprechend liegenden I:eilJscliiene
gesetzt wird. Die Achse des Zapfens 1o7, welche gleichzeitig Drehzapfen für . den
Zeiger97 und Mittelachse des Zifferblattes 9ist, ist so auf dem Schlitten 94. angeordnet,
daß sie dann genau in der Augenhöhenlinie D liegt. Die Kante ioi des Schenkels 93
des Winkelstückes 92. 93 wird wieder auf die Ratlllifläclie D der O_uerschnittszeichnung
eingestellt und darin durch Verschieben des Schlittens c14, die Achse des Zeigers
97 und des Zifferblattes auf die Abstandslinie C eingestellt. Eine entsprechende
Linie 134 (Abb. 8) auf dem Zifferblatt gibt dies auf der Skala 102a(Abb. 8-) an.
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Bei dem Gerät nach Abb. 9, welches hier in hraufsicht gezeigt ist,
ist statt des Winkelstückes nur eine länglich rechteckige Platte 141 verwendet,
welche etwa dem waagerechten Schenkel o2 der Geräte nach Abb. G und 8 entspricht.
Unterhalb der Skala io2a befinden sich Längsschlitze 143, über welche ein Zeiger
142 des Zifferblattes 95 für die Einstellung des Zuschauerabstandes reicht.
Im übrigen entspreche:i die Teile des Gerätes nach Abb.9 ein wesentlichen denen
der Abb. B. Die Platte 141 wird init der unteren Kante 14.1 so auf eine Reißschiene
gesetzt und der Schlitten 94 so eingestellt, daß die Augenl1öllcnlinie 13 und die
Abstandslinie G durch die Achse des Zapfens 1o7 gehen (Kreuzungspunkt Z).
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Die Geräte nach den Abb_ ro, il, 12 eUtsprechen im wesentlichen den
Geräten nach clen Abb. 6, e und 9, nur Haben hier die Z_ifferlilätter93 eckige Form.
und zwar gemäß Abb. to die Form eines Seclizelineckes; nach Abb. i r die Form eines
Achteckes und nach Abb. r 2 die Form eines Quadrates.