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DE643325C - Waermepackung - Google Patents

Waermepackung

Info

Publication number
DE643325C
DE643325C DEC47329D DEC0047329D DE643325C DE 643325 C DE643325 C DE 643325C DE C47329 D DEC47329 D DE C47329D DE C0047329 D DEC0047329 D DE C0047329D DE 643325 C DE643325 C DE 643325C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
products
protein
heat pack
heat
breakdown products
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEC47329D
Other languages
English (en)
Inventor
Dr Richard Formhals
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
GRUENAU LANDSHOFF CHEM FAB
Gruenau Illertissen GmbH
Original Assignee
GRUENAU LANDSHOFF CHEM FAB
Chemische Fabrik Gruenau AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by GRUENAU LANDSHOFF CHEM FAB, Chemische Fabrik Gruenau AG filed Critical GRUENAU LANDSHOFF CHEM FAB
Priority to DEC47329D priority Critical patent/DE643325C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE643325C publication Critical patent/DE643325C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Landscapes

  • Treatment Of Sludge (AREA)
  • Processing Of Solid Wastes (AREA)

Description

Es ist üblich,, Wärmepackungen für Mistbeete u.dgl. unter Anwendung von Pferdeoder Eselmist herzustellen. Derartige Wärmepackungen werden auch für andere Zwecke verwendet, beispielsweise zum Umhüllen von Wasserleitungen, Brunnen u.dgl., um diese gegen Einfrieren zu schützen.
Die Entwicklung der Wärme in solchen
Packungen ist auf die Tätigkeit von Bakterien zurückzuführen, die in dem Mist reichliche Nahrung in der ihnen zuträglichen Form fin-
• den.
Es wurden schon Versuche gemacht, derartige Mistbeetpackungen auf künstlichem Wege herzustellen. Dabei wurden Mischungen "von Celluloseprodukten mit in Selbstzersetzung befindlichen vegetabilischen und animalischen Eiweißstoffen verwendet.
Die Herstellung löslicher, durch Selbstzersetzung von Eiweißstoffen hergestellter Produkte ist jedoch praktisch nicht leicht durchführbar; denn eiweißhaltige Abfälle, die sich zur Selbstzersetzung eignen, sind verhältnismäßig wertvoll, da sie zur Fabrikation von Leim usw. Verwendung finden, oder sie stehen nicht in nennenswerter Menge zur Verfügung. Ferner ist ihre Herstellung mit einer lästigen .Geruchsentwicklung verknüpft. Auch ist es schwer, stets gleichbleibend wirkende Produkte herzustellen.
Es wurde gefunden, daß nicht allein die durch Selbstzersetzung von Eiweißstoffen hergestellten Produkte, sondern auch die durch chemischen Aufschluß von Eiweiß hergestellten löslichen Eiweißspaltprodukte zur Herstellung von Wärmepackungen geeignet sind. Es war nicht vorauszusehen, daß derartig durch chemischen Aufschluß abgebaute Eiweißstoffe für diese Zwecke brauchbar sein und einen geeigneten Boden für die Bakterientätigkeit abgeben würden.
Für die Herstellung von chemisch abgebauten und löslich gemachten Eiweißspaltprodukten stehen Ausgangsmaterialien in reichlicher und wohlfeiler Menge, z. B. in Form von Haut- und Lederabfällen, Wollstaub ο. dgl., zur Verfugung. Der Aufschluß ist leicht und ohne Geruchsbelästigung durchzuführen. Es können stets gleichbleibend wirkende Produkte hergestellt werden. Der Abbau dieser eiweißhaltigen Ausgangsmaterialien erfolgt je nach der Art des Ausgangsmaterials durch längeres Kochen mit Wasser mit oder ohne Anwendung von Druck oder durch Kochen
*_! Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Dr. Richard Formhals in Berlin-Grünau.
mit Säuren (Schwefelsäure, Salzsäure, Salpetersäure o. dgl.) oder durch Kochen mit Alkalien (Kalilauge, Kalk, Natronlauge usw.). Der Abbau soll so weit erfolgen, daß in kaltem Wasser lösliche oder emulgierbj^e Spaltprodukte erhalten werden. '; ·?|
Zur Herstellung der Wärmepackung werden Cellulose, Stärke oder ähnliche Stoffe beliebiger Art, wie z. B. Stroh, Häcksel, Holz to mehl, Laub, Heu, StärkeabfäÜe u.dgl., mit einer Lösung von Eiweißspaltprodukten gleichmäßig getränkt. Hierdurch wird für die Bakterien, ähnlich wie im natürlichen Mist, ein guter Nährboden geschaffen, wodurch »5 eine reichliche Vermehrung und Wärmeent wicklung stattfindet.
Durch Mischen unlöslicher Eiweißstoffe mit kohlehydrathaltigen Stoffe lassen sich derartig günstige Bedingungen nicht schaffen, die Wärmeentwicklung solcher Mischungen ist daher nur gering.
Das Eintreten der Wärmeentwicklung wird erleichtert, wenn der Lösung der Eiweißspaltprodukte lösliche Kohlehydrate, wieZukker oder Sulfitablauge, zugesetzt werden.
Weiter wurde gefunden, daß die Temperatur der oben beschriebenen Wärmepackung häufig gesteigert werden kann, wenn die Mischung diastatische Enzyme, wie Malzauszüge o. dgl., zugesetzt werden. Diese bewirken einen rascheren Abbau der stärke- und auch celluloseartigen Produkte in eine für die Bakterien geeignetere Form; daher tritt eine lebhaftere Tätigkeit der Bakterien und größere Wärmeentwicklung ein. Es war nicht vorauszusehen, daß die diastatischen Enzyme in solchen Mischungen längere Zeit wirken, vielmehr war anzunehmen, daß sie selbst als Nährboden für Bakterien dienen, dabei zersetzt und ihre Wirksamkeit verlieren würden. Zweckmäßig wird der wärmeabgebenden Mischung noch kohlensaurer Kalk zugefügt, um die mit der Zeit sich bildenden Säuren, die die Tätigkeit der Bakterien herabsetzen, abzustumpfen.
Das Wasserbindungsvermögen der Mischung kann, wenn notwendig, durch Zugabe von Torfmull erhöht werden.
Beispiel ι
100 kg Haut oder Lederabfälle werden in
2001 Wasser und etwa 15 kg Kalilauge 500 Be eingetragen, kochend heiß gelöst und, falls erforderlich, filtriert. Die Menge der KaIi-
umgebende Erde
nach 6 Tagen +80C
nach 8 Tagen +60C
nach 14 Tagen +40C
nach 21 Tagen +60C
lauge richtet sich nach dem Ausgangsmaterial. Es muß so viel Kalilauge genommen werden, daß eine leichte Lösung des Eiweißes eintritt. 6S
iDas Filtrat wird mit Phosphorsäure neutralen und evtl. auf 25" Be eingedampft.
Die Wärmepackung selbst wird hergestellt durch Mischen von 30 kg Torfmull, 30 kg Stärkeabfällen, 5 kg Schlämmkreide. Diese Mischung wird mit 60 bis 901 einer Lösung von 50 bis 300 g der in der oben beschriebenen Weise hergestellten Eiweißspaltprodukte im Liter getränkt. Das Wasser zum Lösen der Eiweißspaltprodukte wird zweckmäßig auf 40 bis 500 C erwärmt, so daß die fertige Mischung eine Temperatur von etwa 2O° C hat.
Beispiel 2
Der Lösung der Eiweißspaltprodukte wird zum rascheren Eintreten der Wärmeentwicklung noch 5 bis 10 g Traubenzucker oder 50 g Sulfitablauge pro Liter zugesetzt.
Beispiel 3 g5
30 kg Torfmull, 30 kg Holzmehl, 5 kg Schlämmkreide werden gemischt und mit 60 bis 901 einer Lösung von 50 bis 300 g der in der oben beschriebenen Weise hergestellten Eiweißspaltprodukte im Liter und 0,6 kg eines konzentrierten Malzauszuges oder ähnlichen diastatisch wirkenden Enzymen getränkt. Die Wirkung solcher Mischungen zeigen folgende Versuche:
Holzkisten ohne Boden von etwa iool Inhalt wurden in den Boden eingegraben, mit den unten angeführten Mischungen gefüllt und mit Erde bedeckt.
Mischungen
b
Versuch I
3 kg Stroh imprägniert mit einer Lösung von 0,3 kg Eiweißspartprodukte nach Beispiel ι in 61 Wasser.
Versuch II
3 kg Stroh imprägniert mit einer Lösung von 41 Wasser und 2 kg einer Mischung von Eiweißspaltprodukten und Sulfitablauge.
Versuch III "°
4 kg Holzmehl, 2 kg Kartoffelmehl, 4 1 Wasser und 2 kg einer Mischung aus Eiweißspaltprodukten und Sulfitablauge.
Die Temperaturen betrugen:
Versuch I
+ 22° C
+ I7OC
+ I3°C
+ 110C
Packung
Versuch II
Versuch HI + 90C
270C
Diese Versuche zeigen deutlich die erheblichen Temperaturerhöhungen durch die erfinderischen Wärmepackungen.

Claims (2)

  1. Patentansprüche:
    i. .Wärmepackung aus Cellulose oder stärkehaltigen Stofifen im Gemisch mit Eiweißspaltprodukten, dadurch gekennzeichnet, daß als Eiweißspaltprod'ukte durch chemischen Abbau hergestellte lösliche Eiweißspaltprodukte verwendet werden.
  2. 2. Wärmepackung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Mischung gleichzeitig lösliche Kohlehydrate zugefügt werden.
    3,. Wärmepackung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischung diastatische Enzyme enthält.
DEC47329D 1932-12-22 1932-12-22 Waermepackung Expired DE643325C (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEC47329D DE643325C (de) 1932-12-22 1932-12-22 Waermepackung

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DEC47329D DE643325C (de) 1932-12-22 1932-12-22 Waermepackung

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE643325C true DE643325C (de) 1937-04-05

Family

ID=7026535

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Application Number Title Priority Date Filing Date
DEC47329D Expired DE643325C (de) 1932-12-22 1932-12-22 Waermepackung

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DE (1) DE643325C (de)

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