DE618359C - Verfahren zur Herstellung nicotinfreier Tabakprodukte - Google Patents
Verfahren zur Herstellung nicotinfreier TabakprodukteInfo
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- DE618359C DE618359C DEB158607D DEB0158607D DE618359C DE 618359 C DE618359 C DE 618359C DE B158607 D DEB158607 D DE B158607D DE B0158607 D DEB0158607 D DE B0158607D DE 618359 C DE618359 C DE 618359C
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- A24—TOBACCO; CIGARS; CIGARETTES; SIMULATED SMOKING DEVICES; SMOKERS' REQUISITES
- A24B—MANUFACTURE OR PREPARATION OF TOBACCO FOR SMOKING OR CHEWING; TOBACCO; SNUFF
- A24B15/00—Chemical features or treatment of tobacco; Tobacco substitutes, e.g. in liquid form
- A24B15/18—Treatment of tobacco products or tobacco substitutes
- A24B15/24—Treatment of tobacco products or tobacco substitutes by extraction; Tobacco extracts
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- A24B15/243—Nicotine
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Description
- Verfahren zur Herstellung nicotinfreier Tabakprodukte Es ist bereits versucht worden, Tabakblättern oder fertigen Tabakprodukten das Nicotin dadurch zu entziehen, daß die Tabakblätter einer starken. Erhitzung ausgesetzt und mit Ammoniak behandelt wurden. Durch die starke Erhitzung und besonders durch eine Ammoniakbehandlung tritt eine Zerstörung der in den Tabakblättern enthaltenen aromatischen Bestandteile ein, welche den Genußwert des Tabaks vernichtet oder zum mindesten so schmälert, daß die aus derartig behandeltem Tabak hergestellten Produkte einen strohigen Geschmack aufweisen. Auch ist die Entfernung des Nicotins bei diesem Verfahren außerordentlich schwer und auch nicht in befriedigendem Umfange durchzuführen. Trotz langdauernder Behandlung verbleibt immer noch ein sehr wesentlicher Teil des Nicotins in den Blättern.
- Es ist auch bekannt, Tabakblätter auch ohne Verwendung von Ammoniak oder anderen chemisch wirkenden Stoßgen durch eine Behandlung mit Wasserdampf und organischen Lösungsmitteln zu entnicotinisieren. Hierbei sind jedoch hohe, zwischen Ioo und i 5o' C liegende Temperaturen und ferner hoher Druck zur Anwendung gelangt, wodurch eine wesentliche Schädigung der Tabaksubstanz und eine Beeinträchtigung der aromatischen Bestandteile eintrat; auch ist die Entfernung des Lösungsmittels nach diesem vorbekannten Verfahren lediglich durch die Einwirkung von überhitztem Dampf unter hohem Druck auf die Tabakblätter versucht worden, wobei befriedigende Ergebnisse nicht zu erzielen waren.
- Es ist auch bereits versucht worden, dem Tabak nach Vorbehandlung mit Alkalien das Nicotin durch organische Lösungsmittel zu entziehen, ohne daß auf eine schonende Behandlung der Tabakblätter besonderer Wert gelegt wurde. Auch bei diesem Verfahren werden die aromatischen und für dem Genußwert ausschlaggebenden Tabakbestandteile derart in Mitleidenschaft gezogen, daß eine Herstellung nicotinfreien Tabaks auf diesem Wege gar nicht möglich ist, zumal da nicht nur die aromatischen Inhaltstoffe verlorengehen, sondern auch das Aussehen des Tabaks ganz erheblich leidet.
- Es hat sich nun gezeigt, daß ein im Geschmack und Genußwert einwandfreier Tabak, dem das Nicotin fast völlig entzogen ist,, hergestellt werden kann, indem zunächst die Tabakblätter bei einer Temperatur, die 6o° C nicht übersteigen darf, mit Wässer besprengt und durchfeuchtet werden, wonach das Nicotin durch Behandlung mit organischen Lösungsmitteln, insbesondere Chlorkohlenwasserstoffen, ohne Schwierigkeit und durch eine verhältnismäßig kurzdauernde Behandlung des Tabaks aus den Blättern entfernt werden kann. Als vorteilhaft hat sich auch weiter herausgestellt, .die Bgefeuchtung der Tabakblätter mit Wasser derart durchzuführen, daß die Blätter einen möglichst hohen F'euchtigkeitsgebalt aufweisen, der zwischen 30 % des Gewichtes und derjenigen Feuchtigkeitsmenge liegt, welche Tabakblätter bei einer Behandlung mit Wasser aufzunehmen vermögen. Das Nicotin ist nämlich im Wasser löslich, während die den Genußwert des Tabaks bedingenden aromatischen Stoffie Fett-Stoffe sind, die im Wasser nicht löslich sind. Eine weitgehende Durchfeuchtung der Tabakblätter mit Wasser führt daher dazu, daß das Nicotin in das Wasser übertritt und infolgedessen durch die nachfolgende Behandlung mit organischen Lösungsmitteln leicht entzogen werden kann, während die aromatischen Fettstoffe durch das Wasser gewissermaßen geschützt und hierdurch der Einwirkung der Lösungsmittel entzogen werden, was von ganz besonderer Bedeutung ist, da die für die Extraktion des Nicotins in Frage kommenden Lösungsmittel zugleich Fettlösungsmittel sind und daher ohne die besondere hier gefundene Behandlung die aromatischen Stoffe in genau demselben Maßewie das Nicotin durch die Lösungsmittel entzogen würden.
- Es hat sich weiter gezeigt, daß es von Vorteil ist, die Temperatur auch während der Extraktion des Nicotins mit Lösungsmitteln niedrig und jedenfalls nicht über 6o° C zu halten, weil auch hierdurch sowohl die aromatischen lnhaltstoffe der Tabakblätter geschont werden als auch lehn normales Aussehen der vorn Nicotin befreiten. Tabakhlätter gewährleistet ist. Zur Herstellung eines nicötinfreisem Tabaks, eignen sich vornehmlich niedrig siedende Lösungsmittel, wie-Dichloräthylen, Chloroform, Tetracblorkohlenstoff und Dichlormethan. Niedrig siedende Lösungsmittel eignem sich auch deswegen besonders gut, weil sie sich nach. der Extraktion des Nicotins besonders leicht aus den Tabakblättern entfernen lassen. Die Entfernung der letzten Lösungsmittelneste erfolgt dadurch, daß die Tabakblätter kurze Zeit der Einwirkung eines warmen Luft-Stromes ausgesetzt, dann durch Dampfbrüder befeuchtet und darauf nochmals der Behandlung mit warmer Luft oder einer Erwärmung im Vakuum ausgesetzt werden.
- Die so vom Nicotin völlig befreiten Tabakblätter sind im Aussehen und Genußwert nicht gemindert und können ohne weiteres zu Zigarren, Zigaretten, Pfeifentabak oder sonstigen Tabakerzeugnissen wie üblich verarbeitet werden.
- Beispiel Tabakblätter werden auf Hürden durch Besprengen mit Wasser oder durch Benebeln oder durch die Einwirkung von Dampfbrüden gleichmäßig durchfeuchtet bis zu einem Feuchtigkeitsgehalt von 5o o/o, und zwar bei einer Temperatur von 35°C. Die so vorbehandelten Tabakblätter werden 5 bis 1o Stunden bei Zimmertemperatur mit Dichloräthylen behandelt. Nach der Extraktion des Neotuns werden die letzten Reste Lösungsmittel von den Tabäkblättern abtropfen gelassen; dann wird etwa 15 Minuten lang ein warmer Luftstrom in den Apparat geschickt, worauf die entnicotinisierten Tabakblätter mit Dampfbrüden durch Benebeln oder durch Besprengen erneut befeuchtet und im Vakuum nochmals auf nicht mehr als höchstens 60°C erwärmt werden.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zur Herstellung nicotinfreier Tabahprodukte mittels Wasser- oder Wasserdampfbelhandlung und nachfolgender Extraktion mit einem organischen Lösungsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß der Tabak bei niedriger Temperatur von nicht über 6p° C angefeuchtet und das anhaftende Lösungsmittel nach Beendigung der Extraktion entweder durch eine Erwärmung im Vakumn entfernt wird oder eine Behandlung der Blätter mit warmer Luft, Durchfeuchten. und nochmalige Einwirkung von warmer Luft bei Temperaturen von nicht über 60° C vorgenommen wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Vorbehandlung des Tabaks zur nachfolgenden Extraktion des Nicotins mit organischen Lösungsmitteln der Tabak mit Wasser oder Dampfbrüden so weit durchfeuchtet wird, daß d,e Tatblätter einen reuchtigkeitsgehalt vorn: 30 % und darüber bis zu dem .Miaxm-i,algebalt aufweisen, den sie an Feuchtigkeit agfzunehinen vermögen.
Priority Applications (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DEB158607D DE618359C (de) | 1932-12-04 | 1932-12-04 | Verfahren zur Herstellung nicotinfreier Tabakprodukte |
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DEB158607D DE618359C (de) | 1932-12-04 | 1932-12-04 | Verfahren zur Herstellung nicotinfreier Tabakprodukte |
Publications (1)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE618359C true DE618359C (de) | 1935-09-06 |
Family
ID=7003987
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DEB158607D Expired DE618359C (de) | 1932-12-04 | 1932-12-04 | Verfahren zur Herstellung nicotinfreier Tabakprodukte |
Country Status (1)
Country | Link |
---|---|
DE (1) | DE618359C (de) |
Cited By (5)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
DE1079520B (de) * | 1957-03-27 | 1960-04-07 | Dr Walter Rosenthal | Verfahren zur Verminderung des Nikotingehalts von Tabak |
DE1082541B (de) * | 1957-04-12 | 1960-05-25 | Sasmoco Sa | Verfahren zur kontinuierlichen Behandlung von Tabak |
DE1128347B (de) * | 1959-11-06 | 1962-04-19 | Friedrich Schubert | Vorrichtung zum Befeuchten von Tabakballen |
US20160205992A1 (en) * | 2013-08-21 | 2016-07-21 | British American Tobacco (Investments) Limited | Treated tobacco and processes for preparing the same, devices including the same and uses thereof |
US10420364B2 (en) | 2013-02-13 | 2019-09-24 | British American Tobacco (Investments) Limited | Tobacco treatment |
-
1932
- 1932-12-04 DE DEB158607D patent/DE618359C/de not_active Expired
Cited By (6)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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DE1079520B (de) * | 1957-03-27 | 1960-04-07 | Dr Walter Rosenthal | Verfahren zur Verminderung des Nikotingehalts von Tabak |
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US10420364B2 (en) | 2013-02-13 | 2019-09-24 | British American Tobacco (Investments) Limited | Tobacco treatment |
US20160205992A1 (en) * | 2013-08-21 | 2016-07-21 | British American Tobacco (Investments) Limited | Treated tobacco and processes for preparing the same, devices including the same and uses thereof |
US10588340B2 (en) * | 2013-08-21 | 2020-03-17 | British American Tobacco (Investments) Limited | Treated tobacco and processes for preparing the same, devices including the same and uses thereof |
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