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Vergnügungs-Musikapparat, der von einer auf dem Apparat tanzenden
Person gespielt wird Die Erfindung betrifft Vergnügungs-Musikapparate zur Verwendung
in Vergnügungsstätten, wie Varietes usw.; die von einem auf dem Apparat tanzenden
Artisten gespielt werden können.
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Der Gedanke, beim Tanzen auf einem Apparat mit den Füßen Töne zu erzeugen,
ist nicht neu. Die bisher bekannten Apparate waren jedoch nicht geeignet, ein zusammenhängendes
Musikstück darauf spielen zu können, da nur eine beschränkte Anzahl verschiedener
Töne in unübersichtlicher Weise, z. B. in Form von Stufen einer Treppe oder als
auf einer Platte verteilte Druckknöpfe, zur Verfügung standen. Um ein zusammenhängendes
Musikstück zu spielen, müssen nämlich einerseits die die Töne erzeugenden Teile
groß genug sein, um ein sicheres Treffen mit den Füßen und auch ein zeitweiliges
Verweilen darauf zu ermöglichen, andererseits müssen die einzelnen Töne so dicht
und leicht erreichbar angeordnet sein, daß ein schneller Wechsel von einem Ton zum
anderen selbst bei großen Intervallen möglich ist. Schließlich ist eine übersichtliche
Anordnung der Töne möglichst in Anlehnung an bekannte Instrumente erwünscht.
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Gemäß der Erfindung enthält der Apparat in Gruppen angeordnete und
abgestimmte Notenstäbe, wobei die Notenstäbe jeder Gruppe zusammen oder einzeln
dieselben Töne liefern und die Stäbe verschiedener Gruppen verschiedene Töne ergeben.
Die Notenstäbe sind quer über räumlich voneinander getrennt liegende Längsbalken
angeordnet, die an ihrer Oberseite eine Polsterung besitzen. Unter dem äußersten
Ende der Notenstäbe sind außerhalb der Unterstützungsfläche Führungen angeordnet,
um ein Kippen der Notenstäbe zu vermeiden. Die Notenstäbe werden durch Kabel in
Stellung gehalten und sind durch Polster voneinander getrennt. Der ganze Vergnügungsapparat
ist, ähnlich einem Xylophon, von genügender Größe, um dem Künstler das Tanzen zu
gestatten.
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Würde nur ein einzelner Stab für jede Note verwendet werden, so wäre
es notwendig, ihn entsprechend der Breite der Füße des Künstlers sehr lang zu machen.
Die ganze Oberfläche der aus den Notenstäben bestehenden Plattform würde so groß,
daß der praktische Gebrauch des Apparats bei Theateraufführungen wegen der Transportschwierigkeiten
und des begrenzten Aufbewahrungsraumes in solchen Theatern unmöglich würde. Erfindungsgemäß
ist jedoch die Plattform so ausgebildet, daß jede Note aus drei ähnlichen Notenstäben
besteht, die Seite an Seite angeordnet sind und sowohl zusammen als einzeln denselben
Ton bei Anschlag ergeben,
wobei für die Füße des Tänzers genügend
Raum ist, ohne die Plattform unmäßig groß zu machen.
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Zwischen bestimmten Notenstäben sind Rastplatten vorgesehen, auf welche
sich der Tänzer bei Pausen oder beim Absteigen stellt.
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Der Vergnügungsapparat kann mit einem äußerst geringen Aufwand an
Zeit und Arbeit zusammengestellt und auseinandergenommen werden.
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In den Zeichnungen ist Abb. i eine Draufsicht auf den Vergnügungsapparat,
Abb. 2 eine Seitenansicht desselben, Abb. 3 eine Endansicht, Abb. 4 Teile eines
Längsschnittes nach der Linie 4-4 der Abb. i in vergrößertem Maßstab, Abb. 5 ein
Querschnitt nach der Linie 5-5 der Abb. i und Abb. 6 ein Schaubild, das den Fuß
des Tänzers mit dem Schlagwerkzeug zum Anschlagen der Notenstäbe zeigt.
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Die Plattform 'esteht aus vielen Reihen von Notenstäben i o, die vorzugsweise
aus hartem Holz hergestellt und in Gruppen oder Sätzen angeordnet sind, wobei ihre
Länge abgestuft ist, um bei Anschlag einen bestimmten Ton zu erzeugen. Jede Gruppe
oder Satz besteht, wie gezeigt, aus drei Notenstäben; es kann jedoch jede beliebige
Zahl Stäbe in einer Gruppe angeordnet werden. Die :einzelnen Notenstäbe .einer Gruppe
oder eines Satzes erzeugen, wenn sie angeschlagen werden, sowohl gemeinsam als einzeln
denselben Ton. Eine Reihe, mit A bezeichnet, stellt sämtliche ganzen Töne einer
Tonleiter dar, während die andere Reihe, mit B bezeichnet, die halben Töne oder
Noten darstellt. Die Notenstäbe i o sind von einem Paar Längsbalken i i unterstützt.
Zwischen der oberen Fläche der Längsbalken und der Unterseite der Notenstäbe befinden
sich nachgiebige Polster 12, die aus Filz o. dgl. Material bestehen. Querbalken
13 verbinden jedes Paar der Längsbalken i i. Ein aus Winkeleisen bestehender Rahmen
14 unterstützt die Längs-und Querbalken. Die Notenstäbe selbst, Seite an Seite angeordnet,
werden gegen Verschiebung durch sich über die ganze Länge der Plattform erstreckende
Kabel 15 gehalten, die durch öffnungen der Notenstäbe geführt werden. Ein Ende der
Kabel ist mit Augen 16 versehen, durch welche sich ein querliegender Ankerstab 17
erstreckt. Die so verankerten Enden werden durch die öffnungen einer Endschiene
18, die an dem Querbalken 13 mittels Schraubenbolzen o. dgl. befestigt ist, in Stellung
gehalten. Die gegenüberliegenden Enden der Kabel sind an mit Augen versehenen Bolzen
19, die durch eine Endschiene 2o geführt und durch eine Flügelmutter 2o gehalten
werden, befestigt. Durch Anziehen der Flügelmutter wird die entsprechende Spannung
der Kabel hergestellt. Die Mehrzahl der Notenstäbe ist durch Filzscheiben 22 voneinander
getrennt. Die übrigen Notenstäbe werden durch Schraubenhaken 23, die eine Gummihülse
o. ä. besitzen, voneinander in Abstand gehalten. Die Schraubenhaken halten die Kabel
gegen Seitenverschiebung fest. Die Reihe der halben Töne oder Noten B ist in bestimmte
Gruppen oder Sätze unterteilt. Zwischen diesen Sätzen befinden sich Ruheplatten
25, die durch Schrauben oder andere Befestigungsmittel 26 an äußeren, seitlich
sich erstreckenden Schienen 27, die an den Längsbalken i i befestigt sind, festgehalten
werden. Diese Ruheplatten erstrecken sich bis zu einer mittleren Schiene 28. Die
Schienen 27 und 28 besitzen an ihren oberen Flächen Polster 29, die, räumlich voneinander
getrennt, immer an der Unterseite der Notenstäbe i o liegen. Die mit den Polstern
versehenen Schienen 27 und 28 liegen an der Unterseite der gegenüberliegenden Enden
der Notenstäbe und dienen als Führungen, die nur dann mit den Notenstäben in Berührung
kommen, wenn diese zu stark gebogen oder gekippt werden.
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Jeder Notenstab ist mit einer Resonanzvorrichtung 3o von hauptsächlich
rohrförmiger Gestalt versehen. Das untere Ende 31 der Resonanzvorrichtung ist geschlossen,
während das obere Ende 32, das in der Mitte jedes Notenstabes direkt unter dem konkaven
Mittelteil 33 des Notenstabes angeordnet ist, offen ist. Die Resonanzvorrichtungen
sind abgestuft und besitzen verschiedene Länge entsprechend den Gruppen oder Sätzen
der Notenstäbe und sind auf geeignete Weise unterstützt. Wie gezeigt, bestehen diese
Unterstützungsmittel aus :einem Paar räumlich voneinander getrennt liegender Metallstreifen
34, zwischen welchen die oberen Enden der Resonanzvorrichtungen ,durch Nieten, wie
bei 35, oder auf andere Weise gehalten werden. Die äußeren Enden 36 dieser Streifen
sind hauptsächlich U-förmig gebogen und liegen über den Enden der Schiene 18. Die
Streifen 34 sind zwischen ihren Enden geteilt und liegen überlappt übereinander.
Sie werden durch Bolzen und Muttern 37 zusammengehalten. Dies ermöglicht es, die
Resonanzvorrichtungen und ihre Unterstützungsmittel vom Rahmen der Plattform abzunehmen,
wenn sie zum Transport verpackt werden.
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Der aus Winkeleisen bestehende Rahmen ist von schräggestellten Füßen
38 unterstützt, die an ihren oberen Enden mit einer gekrümmten Stange 39 verbunden
sind. Diese Stange trägt Ohren 4o, die mittels Flügelmuttern 41 o. dgl. an dem Winkeleisenrahmen
14
befestigt sind. Die Füße38 sind durch eiserne Winkelstützen 4.a und eiserne QuerstÜtzen
4.3 versteift. Die an den Enden des Apparates befindlichen Füße 38 sind durch Winkeleisen
44 gegen den Rahmen abgestützt. Ein Ende dieser Stützen kann vom Rahmen 1:l durch
die Flügelmutter 4.5 gelöst werden. In der Mitte wird der Rahmen durch Füße 4.6
unterstützt, die durch Lösen der Schrauben 47 abgenommen werden können. Diese mittleren
Füße sind durch Winkeleisen .18, die abnehmbar an einem Ende mit dem Rahmen 14 durch
Schrauben ,19 verbunden sind, lösbar.
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Bei Gebrauch des Apparats trägt der Tänzer an seinen Schuhen Klopfer
oder Hammer, um in Aufeinanderfolge die verschiedenen Notenstäbe der Plattform,
während er einen Tanz darauf ausführt, anzuschlagen. Auf diese Weise spielt er ein
Musikstück und begleitet sich selbst. Wie in Abb. 6 gezeigt, trägt der Ful3 C des
Künstlers einen Hammer oder irgendeine Schlagvorrichtung D, deren Schenkel E an
einem elastischen Band F befestigt ist, so daß der Kopf des Hammers über den Fuß
hinausragt, und zwar so, daß der Schenkel F im VVinkel zur Plattform liegt.