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Zünder für Minen u. dgl. Die Erfindung betrifft einen neuartigen Zünder
für Minen o. dgl., der sowohl als Abreiß- wie auch als Abscherzünder verwendet werden
kann.
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Es sind bisher Zünder für Minen bekannt geworden, die dann zum Abschuß
kommen, wenn ein sogenannter Vorsteckstift entweder herausgezogen oder abgedrückt
wird. Die bekannten Zünder erfordern aber zur Sicherung während des Transportes
zwischen dem Schlagbolzen und dem Zündhütchen noch eine weitere Sicherungsvorrichtung,
die meist in Form einer Schraube hergestellt wird. Wenn man aber die letztere zum
Scharfmachen des Zünders entfernt, so ist dieser nicht mehr genügend gegen Feuchtigkeit
geschützt und kann gegebenenfalls in der eingebauten Stellung verderben. Ferner
ist bei derartigen Zündern der Schlagbolzen zugleich auch Druckbolzen. Wenn also
der Zünder durch irgendeinen Druck, beispielsweise durch das Gewicht eines Fahrzeuges
o. dgl., ausgelöst werden soll, wirkt dieses durch seinen Druck unmittelbar auf
den Schlagbolzen selbst. Der letztere steht zu diesem Zwecke oben über dem Zündergehäuse
frei hinaus. Da aber der Schlagbolzen verhältnismäßig sehr dünn ist, muß auf diesen,
um eine einigermaßen sichere Wirkung zu erzielen, noch eine besondere breite Druckplatte
aufgelegt werden. Ein weiterer Nachteil derartiger Zünder besteht darin, daß an
der Stelle, an der der Schlagbolzen aus dem Zündergehäuse herausragt, stets eine
undichte Stelle vorhanden ist. Ein Einrosten des Schlagbolzens ist daher sehr leicht
möglich. Die Erfindung bezweckt die Beseitigung dieser Nachteile. Die Erfindung
besteht darin, daß durch den unter Federwirkung stehenden Schlagbolzen drei Stifte
hindurchgesteckt sind, von denen der erste als reiner Vorsteckstift, der zweite
als Vorsteckstift sowie als Teil eines ersten Bajonettverschlusses und der dritte
nur als Teil eines zweiten Bajonettverschlusses dient. Hierbei wirken die beiden
Vorstecker und der doppelte Bajonettverschluß derart miteinander als Sicherung,
daß der Schlagbolzen erst nach Entfernung beider Vorstecker vorschnellen kann, jedoch
nur dann, wenn- auch der doppelte Bajonettverschluß auf »entsichert« gestellt ist,
während bei Einstellung des Bajonettverschlusses auf »gesichert« ein Abzug beider
Vorstecker eine Entschärfung des Zünders ohne Abschuß zur Folge hat. Zweckmäßig
wird der Schlagbolzen völlig innerhalb eines gleichzeitig als Druckplatte dienenden
Zünder- bzw. Abscherkopfes angeordnet, durch den die Vorstecker hindurchgesteckt
sind und der die Schlitze für die Bajonettverschlüsse trägt. Auf diese Weise wird
der Zünder vor Eindringen von Feuchtigkeit und dadurch- vor Verderb geschützt. Auch
wird eine besondere, auf den Zünder aufzulegende Druckplatte erspart.
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In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in Abb. z bis 7 in zwei
Ausführungsformen veranschaulicht. Es zeigt Abb. z den Zünder mit entsichertem Bajonettverschluß
in Ansicht,
Abb, 2 den Zünder mit gesichertem Bajonettverschluß
und aus dem Zünderkörper herausgeschraubtem Zünderkopf in Ansicht, Abb.3 einen Längsschnitt
durch den Zünder, Abb. q den Zünderkopf im Schnitt, Abb. 5 einen Schnitt nach Linie
A -A der Abb. 2, Abb. 6 einen Längsschnitt durch den Schlagbolzen, Abb. 7
einen Schnitt nach Linie B-B der Abb. 6.
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In dem Zünder gemäß Abb. i bis 7 ist der unter dem Druck der Feder
i stehende Schlagbolzen 2 zur Verhinderung des Eindringens der Feuchtigkeit völlig
innerhalb des gleichzeitig als Druckplatte dienenden Zünder- bzw. Abscherkopfes
3 angeordnet. Der Schlagbolzen 2 befindet sich ferner innerhalb des Zünderkörpers,
der aus den beiden miteinander verschraubten zylindrischen Teilen q. und 5 besteht.
Der äußere Teil 5 des Zünderkörpers trägt den Halter 6 für das Zündhütchen 7. Das
letztere wird bei Abschuß des Zünders durch Vorschnellen der Schlagbolzenspitze
8 zur Entzündung gebracht. Mittels des an dem unteren Ende des Halters 6 angebrachten
Gewindes 17 kann der Zünder auf eine Mine, Handgranate, Geschoß o. dgi. aufgeschraubt
werden. Durch den Schlagbolzen 2 sind die drei Stifte 9, =o, =i hindurchgesteckt,
von denen der erste Stift 9 als reiner Vorsteckstift, der zweite Stift =o, wie noch
beschrieben wird, als Vorsteckstift sowie als Teil eines ersten Bajonettverschlusses
und der dritte Stift =i nur als Teil eines zweiten Bajonettverschlusses dient. Die
Vorstecker 9 und =o sind ferner durch den Zünder- bzw. @ Abscherkopf 3 hindurchgesteckt,
der auch die Schlitze 12, 13 für die Bajonettverschlüsse trägt. Der Vorsteck- bzw.
Abscherstift =o geht außerdem noch durch den Teil q. des Zünderkörpers. Im folgenden
wird nun beschrieben, wie die Stifte 9 bis =i in Verbindung mit den Bajonettverschlüssen
die Sicherung bzw. Entsicherung des Zünders bewirken.
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Gemäß Abb. 2 und 5 befinden sich die Bajonettverschlüsse in gesicherter
Stellung. Der Abscherstift =o liegt hierbei in der rechten Ecke des Bajonettschlitzes
12 an und bildet gleichzeitig den Teil eines ersten Bajonettverschlusses. Wenn nun
der erste Vorsteckstift 9 abgezogen wird, so kann der Schlagbolzen 2 nicht vorschnellen,
da er ja noch durch den zweiten Vorsteckstift =o gehalten wird. Aber auch wenn dieser
abgezogen bzw. abgeschert wird, so kann trotzdem kein Abschuß des Zünders erfolgen,
denn ein zweiter Bajonettverschluß befindet sich in gesicherter Stellung. Parallel
zu dem Abscherstift io ist nämlich der dritte, nur als Teil des zweiten Bajonettverschlusses
dienende Stift =i durch den Schlagbolzen 2 hindurchgesteckt. Wenn nun der Abscherstift
=o entfernt wird, so kann sich der Schlagbolzen 2 durch die Wirkung .der Feder i
nur um ein geringes Stück nach unten bewegen, nämlich so weit, bis der Stift =i
mit seinen vorstehenden Enden an der unteren Fläche 14. (Abb. 3 und q.) des Bajonettschlitzes
13 aufliegt. Dies hat also zur Folge, daB der Zünder entschärft, jedoch nicht zum
Abschuß gekommen ist. Eine Niederverwendung des Zünders ist ohne vorherige Auseinandernahme
des letzteren nicht möglich.
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Anders verhält es sich aber, wenn die Bajonettverschlüsse vor Abzug
der beiden Vorstecker 9 und =o in entsicherte Stellung gebracht werden. Dies geschieht
durch einfache Relativverdrehung des Zünderkopfes 3 gegenüber dem Zünderkörper q..
Der durch den Schlagbolzen 2 durchgesteckte Abscherstift =o kommt hierbei gemäß
Abb. i in die linke Ecke des Baj onettschlitzes 12. Da bei der Relativverdrehung
des Zünderkopfes 3 auch die durch die Wirkung der Feder i entstehende Reibung zu
überwinden ist, ist eine ungewollte selbsttätige Entsicherung des Zünders, beispielsweise
während des Transportes, ausgeschlossen. Bei dieser Relativverdrehung ist der ebenfalls
durch den Schlagbolzen 2 gehende Stift =i des zweiten Bajonettverschlusses so weit
gegenüber dem Abscherkopf 3 verdreht worden, daß er über einen gemäß Abb. q. und
5 in dem Abscherkopf angebrachten senkrechten Schlitz 15 gekommen ist. Wenn nun
der Vorsteckstift 9 abgezogen worden ist, so ist der Zünder so weit entsichert,
daß bei Abzug des Stiftes =o von der Ferne oder Abscherung des letzteren durch Druck
auf den Zünderkopf 3 der Schlagbolzen 2 durch Wirkung der Feder i vorschnellen kann
und das Zündhütchen 7 zur Entzündung bringt. Das Vorwärtsschnellen des Schlagbolzens
2 wird durch den senkrechten Schlitz 715 ermöglicht, in dem sich die Enden
des Stiftes =i bewegen können. Nach obigem wird also durch den Abzug nur eines Vorsteckers
9 ein Vorschnellen des Schlagbolzens 2, selbst wenn der Bajonettverschluß auf »ent=
sichert« steht, so lange nicht ermöglicht, bis der andere Vorstecker =o ebenfalls
abgezogen oder durch Beschweren des Abscherkopfes 3 abgeschert wird.
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Wie aus Abb. 3 deutlich ersichtlich ist, ist der erste Vorstecker
9 derart angeordnet, daß er nur den Schlagbolzen 2 festhält und durch Belastung
des Abscherkopfes 3 nicht abgeschert werden kann. Der zweite Vorstecker =o ist dagegen
derart im Abscherkopf 3 und dem Zünderkörper q. angebracht, daß er nach Abzug des
ersten Vorsteckers 9 bei Belastung des Abscherkopfes 3 ohne weiteres abgeschert
wird und dadurch den Schlagbolzen :z freigibt. Bei Vorhandensein beider Vorstecker
9 und =o kann also trotz »entsicherter<: Bajonettverschluß-
Stellung
der Zünder beliebig oft ohne Wirkung belastet werden, während nach Abzug des ersten
Vorsteckers 9 durch Belastung des Zünderkopfes 3 eine sofortige Abscherung des zweiten
Vorsteckers io und damit Abschuß des Zünders eintritt.
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Um die Relativverdrehung des Zünderkopfes3 gegenüber dem Zünderkörper
4, 5 zur Entsicherung des Bajonettverschlusses ohne weiteres zu ermöglichen, ist
der erste nur als Vorstecker wirkende Stift 9 gemäß Abb. 6 und 7 in einem dem Drehwinkel
entsprechend breiten Schlitz 16 des Schlagbolzens 2 geführt.
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Ferner ist zur Erzielung einer möglichst geringen Zünderlänge der
Schlagbolzen an seinem dem Zündhütchen 7 zugewendeten Ende als Hohlzylinder ausgebildet,
an dessen Boden die Schlagspitze 8 angeordnet ist. Der Halter 6 des Zündhütchens
7 ragt hierbei in den Hohlzylinder hinein. Infolgedessen besitzt der Zünder nur
eine ganz geringe Höhe, die etwa 36 mm beträgt. Hierdurch wird erreicht, daß ein
ungewolltes Abknicken und Unbrauchbarmachen des Zünders beim Überfahren mit Fuhrwerken
u. dgl. verhindert wird, wie es sonst bei langen Zündern durch das Auftreten von
seitlichen Kräften leicht vorkommt.
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Wie schon weiter oben erwähnt, besteht der Zünderkörper aus den beiden
miteinander verschraubten Teilen 4 und 5. Man kann daher, wenn der Zünder mit seinem
an dem Zündhütchenhalter 6 angebrachten Gewinde 17 in eine Mine o. dgl eingeschraubt
ist, nachträglich den Teil 4 mitsamt dem Zünderkopf 3 aus dem Teil 5 herausschrauben.
Der Zünder kann auf diese Weise bis zu zwei Dritteln seiner normalen Höhe verlängert
werden. Infolgedessen ist es ohne weiteres möglich, daß man Minen zunächst ohne
Zünder unter Brücken, Eisenbahngleise oder sonstige Konstruktionen einbaut. Den
Zünder kann man dann im Bedarfsfalle nachträglich anbringen und durch Relativverdrehung
der Teile 4 und 5 so hoch schrauben, bis der Zünderkopf 3 an der betreffenden Konstruktion
anliegt.