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Umlaufende Längsschneid-, Schlitz- und Biegemaschine mit scheibenartigen
Werkzeugen zur Herstellung von Schachtelzuschnitten, insbesondere aus starker Pappe
o. dgl. A. Die Herstellung von Kartonzuschnitten aus starkem Material vollzog sich
meistens. in der Weise, daß die zur Verarbeitung gelangenden Pappen auf einer Kreisschere
der üblichen Ausführung an allen vier Kanten beschnitten wurden. Alsdann erhielten
die Zuschnitte die erforderlichen Biegewülste durch eine Pappenbiegemaschine in
der bekamiten Ausführung mit auf und ab gehenden Biegebalken ; schließlich gelangten
die nunmehr mit Biegewülsten versehenen Zuschnitte auf eine Stanze, mittels der
die Schlitze, _ die zum Umschlagen der Befestigungslappen (Befestigung erfolgt durch
Nieten oder Heften o. d'gl.) notwendig sind, ausgestanzt wurden.
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B. Für leichtere Pappen, das sind solche bis etwa o,.i bis o,5 nun
Materialstärke, werden diese Arbeitsvorgänge für gewisse Materialarten bekanntermaßen
in einer Maschine vereinigt, derart, daß auf der Maschine die Werkstücke zuerst
an den Außenkanten durch umlaufende Kreismesser beschnitten und dann durch umlaufende
Vorrichtungen bekannter Art geritzt oder gerillt werden. Hierauf erfolgt durch eine
umlaufende Walze, die auf dem Umfang in axialer Richtung mit Bieg e- o der Ritzwerkzeugen
ausgestattet ist und das Werkstück rechtwinklig zur Durchgangsrichtung mit Biege-
bzw. Ritzlinien versehen, die Fertigstellung. Schließlich kann an eine solche Maschine
noch ein Querschneider angebaut werden, der die Formate noch rechtwinklig zur Durchgangsbewegung
beschneidet, womöglich in Verbindung mit Werkzeugen zum Erzeugen der Schlitze für
die Befestigungslappen.
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C. Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet eine umlaufende Längsschneid-,
Schlitz-und Biegemaschine mit scheibenartigen Werkzeugen für alle als Kartonzuschnitte
zu verwendenden Pappen o. d'gl. Materialien, d. i. bis zu einer Dicke von etwa 2,5
mm. Durch eine neuartige Maschinenrevolveranordnung sind in dieser Maschine zwei
verschiedene Maschinengattungen, nämlich .eine sogenaimte Kreisschere mit umlaufender
Biegeeinrichtung und .eine umlaufende Schlitzmaschine mit umlaufender Biegeeinrichtung
vereinigt. - Die Fertigstellung der Kartonzuschnitte erfolgt hierbei also in zwei
hintereinanderfolgenden Arbeitsgängen; meistens werden die Pappen zuerst geschnitten
und mit den ersten Biegewülsten versehen, alsdann wird der Revolver umgeschaltet
und die Werkstücke ein zweites Mal rechtwinklig zu der ersten Bearbeitung durch
die Maschine geschickt, wodurch die teilweise bearbeiteten Pappstreifen wiederum
zuerst auf Format beschnitten und zugleich geschlitzt werden: hierauf erfolgt wieder
die Beibringung der Biegewülste durch umlaufende Biegewerkzeuge; letzteres entspricht
der Fertigstellung der Zuschnitte.
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Ein Vergleich der Arbeitsweisen A, B und C läßt die Vorteile der Erfindung
deutlich erkennen. Gegenüber der Arbeitsweise A, bei
der die Herstellung
der Kartonzuschnitte durch drei verschiedenartige Maschinen @erfolgt, die jede,
verschiedene Arbeitsgeschwindigkeiten haben, liegt der Wert der Erfindung darin,
daß die Leistung durch die umlaufende Längsschneid-, Schlitz- und- Biegemaschine
ein Vielfaches gegenüber der Arbeitsweise A beträgt. Der hohe Leistungsunterschied-
ist vorwiegend durch die Verwendung eines Walzenrillers als Biegewerkzeug bedingt,
dessen rillendem Walzensatz ein aus einer erhaben gewölbten Walze und einer vertieft
gewölbten Gegenwalze bestehendes Walzenpaar vorgeschaltet .ist, das die Pappre in
dem :zu rillenden Strich durch Druck verdünnt und seitlich streckt, das abweichend
von den Rillvorrichtungen bekannter Art die Biegewulst selbst für stärkstes Material
mit' Werkzeugsätzen bildet, derart, daß die Biegewülste gleichwertig sind mit denen,
die durch Biegemaschinen (auch Stauchmaschinen genannt) mit auf und ab gehendem
Werkzeugbalken erzeugt werden. Auch ist die Ausnutzungsmöglichkeit der Arbeitsbreite
einte größere als bei den. Biege- bzw. Stauchmaschinen. Während bei der unter A
beschriebenen Arbeitsweise zur Bedienung mindestens drei Personen benötigt werden,
erfolgt die Bedienung im Erfindungsfalle lediglich durch eine Person. Erwähnt sei
noch der Gewinn an Raum zur Maschinenaufstellung gegenüber der Arbeitsweise A.
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Im Vergleich zur Arbeitsweise B sei vorausgeschickt, daß, wie bereits
erwähnt, mit der Maschine der vorliegenden Erfindung alle für Kartonzuschnitte zu
verwendenden Materialien (selbst stärkste Qualitäten) verarbeitet werden können,
hingegen ist dieses bei der Maschine im Beschreibungsfalle B sehr beschränkt. Von
den bekannten kombinierten, umlaufenden Maschinen des Beschreibungsfalles B unterscheidet
sich die umlaufende Längsschneid-, Schlitz- und Biegemaschine des Falles C durch
die Arbeitsweise, die Anordnung der einzelnen Bearbeitungselemente, unbegrenzte
Biegelänge in der Arbeitsrichtung sowie Art der Herstellung der Kartonschlitze und
deren Längenverstellmöglichkeit. Die verschiedenen Arbeitsweisen. der unter A und
B beschriebenen Maschinen werden durch, die Beschreibung der Erfindung klar gekennzeichnet.
Neuartig ist beim Erfindungsfall, daß ,die zu verarbeitenden Pappen eingangs der
Maschine zuerst geschnitten werden müssen, und zwar derart, daß bei der Trennung
durch die Kreismesser, die abweichend von denen bekannter Ausführung so geformt
sind, daß das Obermesser in ein nutartig ausgebildetes Untermesser eingreift, die
oberen Kreismesser mit ihren beiden Stirnflächen als Führungsanschläge für die weiter
zu bearbeitenden, d. h. also mit Biegewülsten zu versehenden Streifen dienen.. Anschließend
an diesen Arbeitsvorgang kann erst die Beibringung der Biegewülste erfolgen, da
die umlaufenden Biegewerkzeuge, deren Arbeitsweise oben festgelegt ist, das Material
zur Bildung der Biegewulst rechtwinklig zur Pappendurchgangsbewegung heranholen
müssen; Umkehrung der Arbeitsvorgänge, also erst umlaufend biegen und anschließend
schneiden, wie @es bei Rillmaschinen in Kombination mit Kreisscheren der Fall ist,
würde @die umlaufende Biegung nicht ermöglichen, da besonders bei starken Pappen
erhebliche Materialspannungen auftreten würden. Dasselbe bezieht sich nach Umstellung
durch den Maschinenrevolver auf das umlaufende Schlitzen, Schneiden und Biegen der
vorher beschnittenen und gebogenen Pappenstreifen; auch hier erfolgt zuerst das
Schneiden und Schlitzen, daran anschließend das umlaufende Biegen. Der Hauptvorteil
der Erfindung liegt darin, daß die Pappen zur vorliegenden Bearbeitung in zwei'
Arbeitsgängen auf ein und derselben Maschine verarbeitet werden, wobei die Umschaltung
von einem zum andern Arheitsgang in wenigen Minuten bewerkstelligt werden kann,
auch kann die Umstellung von einem Zuschnitt zu einer anderen Größe ohne jedes Ergänzen.
oder Auswechseln von Teilen, sondern lediglich durch Verstellung der betreffenden
Bearbeitungselemente in kürzester Zeit vorgenommen werden. Bei den unter B beschriebenen
bekannten. Maschinen ist der mit Biege- oder Ritzwerkzeugen versehene Zylinder immer
für ein bestimmtes Formatmaß bestimmt, _ der Formatwechsel bedingt also hier Auswechseln
des Biegezylinders. Naturgemäß ist diese Handhabung sehr umständlich und hauptsächlich
zeitraubend. Ferner ist auch hierbei Verstellung der Schlitztiefe ohne Auswechseln
oder Ergänzen von Teilen ausgeschlossen, was bei der vorliegeilden Erfindung wiederum
nicht der Fall ist. Der Platzbedarf der erfundenen Maschine beträgt etwa die Hälfte
gegenüber der unter B beschriebenen, bedingt dadurch, daß der Querschneider hier
in Wegfall kommt.
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Auf der Zeichnung ist eine Maschine nach der Erfindung schematisch
dargestellt, und zwar zeigen Abb. i den fertigen Kartonzuschnitt, Abb. z den Aufriß.
und Abb. 3 dien Querschnitt in Arbeitsrichtung.
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Die Arbeitsweise der Maschine nach der Erfindung besteht im wesentlichen
darin, daß die zu bearbeitenden Pappen im ersten Arbeitsgang - im Gegensatz zur
bisherigen Arbeitsweise auf kombinierten Maschinen -erst geschnitten und dann mit
den Biegewülsten b versehen werden, während im zweiten Arbeitsgange die nun an den
Kantena
beschnittenen Pappen geschlitzt und zugleich an den Kanten
a1 beschnitten werden und schließlich die Biegewülste b1 erhalten. Die Umstellung
des ersten Arbeitsganges auf den zweiten geschieht dadurch, daß :die auf einem Revolver
i o lagernde Längsschneideinrichtung, bestehend aus den Einführwalzen 2, den axial
hintereinander gelagerten Kreism:essem ¢ und 4a .sowie den Leitwalzen 6, durch Drehen
des Handrades 3 in die Ruhelage geschaltet wird; hierbei schaltet sich die ebenfalls
am Revolver io gelagerte Schlitzeinrichtung, die aus den Einführwalzen 7 den axial
hintereinander gelagerten Kreis- und Schlitzmessern 8 und 8a sowie den Leitwalzen
g besteht, selbsttätig in die Arbeitslage. Der Arbeitsvorgang.vollzieht sich in
der Weise, daß die Pappen durch :den mechanischen Vorschub i den Einführwalzen z
bzw. 7 zugeführt werden, die das Material dann durch die bearbeitenden Elemente
4 und 4a bzw. 8 und 8a hindurchführen; alsdann werden die halbfertigen Zuschnitte
von den Leitwalzen 6 oder 9 aufgenommen und mit Hilfe der Förderwalzen i i den Batterien
Walzenriller 12 und 12a, die wiederum hintereinander an den Ballten 13 befestigt
"sind, zugeführt. Durch die Ausführwalzen 14 werden dann die fertigen Zuschnitte
auf dem Ablegetisch 15 oder :eitlem Förderband abgelegt. Die Einstellung der Maschine
geschieht derart, daß für den ersten Arbeitsgang die Längsschneidmesser 4 und 4"
sowie die Walzenriller 12 der ersten umlaufenden Biegeeinrichtung auf die gewünschten
Maße festgestellt werden. Während sich die Maschine nun in Gang befindet, werden
inzwischen die Längsschneid- und Schlitzmesser 8 und 8a sowie die Walzenriller i2a
der zweiten tonlaufenden Biegeeinrichtung ebenfalls auf die jeweiligen, den Zuschnitten
vorgeschriebenen Maße eingestellt, so daß die gesamte Fertigung von Kartonzuschnitten
nur durch die kurze Zeit der Umschaltung des Revolvers io unterbrochen wird.