DE4041320A1 - Verfahren zur herstellung von ethylen-alkencarbonsaeureester-mischpolymerisaten - Google Patents
Verfahren zur herstellung von ethylen-alkencarbonsaeureester-mischpolymerisatenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Her
stellung von Mischpolymerisaten des Ethylens und eines
Alkencarbonsäureesters mit gegenüber Produkten des Stan
des der Technik verbesserten optischen Eigenschaften, die
sich insbesondere durch einen niedrigen Trübungswert
(Haze-Wert) und einen hohen Glanzwert (Gloss-Wert) aus
zeichnen. Mischpolymerisate des Ethylens und eines Al
kencarbonsäureesters lassen sich allgemein durch Umset
zung von Ethylen mit dem Alkencarbonsäureester unter
Bedingungen der Hochdruckmischpolymerisation, das heißt
bei Drücken von 10 bis 800 MPa und Temperaturen von 110
bis 350°C in Gegenwart katalytischer Mengen Radikale
bildender Initiatoren und gegebenenfalls eines Modera
tors, herstellen.
Aus der DE 36 15 562 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung
von Copolymerisaten des Ethylens mit Acrylsäureestern
oder Lösungen von freier Acrylsäure in Acrylsäureestern
in einem kontinuierlich betriebenen, rohrförmigen Poly
merisationssystem bei Drücken von 50 bis 500 MPa und
Temperaturen von 50 bis 450°C in Gegenwart von radika
lisch zerfallenden Polymerisationsinitiatoren bekannt,
indem man dem Polymerisationssystem ein auf mehrere
Ströme verteiltes Gemisch, das aus Ethylen, dem Comonome
ren, dem Initiator und gegebenenfalls dem Regler be
steht, zuführt. Mischpolymerisate, die auf diese Weise
hergestellt werden, weisen zwar die für diese Stoffklasse
typischen Eigenschaften, wie vergleichsweise hohe Tempe
raturfestigkeit und Reinfestigkeit, auf, lassen jedoch
hinsichtlich ihrer optischen Eigenschaften, insbesondere
bezüglich des Trübungswertes und des Glanzwertes Wünsche
offen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren bereitzustellen, das sich nicht nur auf die
Mischpolymerisation von Ethylen und Acrylsäureestern be
schränkt, sondern sich allgemein auch auf die Copolymeri
sation von Ethylen und Alkencarbonsäureestern anwenden
läßt und darüberhinaus noch zu Produkten mit deutlich
verbesserten optischen Eigenschaften führt.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Her
stellung von Mischpolymerisaten des Ethylens und eines
Alkencarbonsäureesters mit verbesserten optischen Eigen
schaften durch Umsetzung von Ethylen und dem Alkencarbon
säureester bei Drücken von 10 bis 800 MPa und Temperatu
ren von 110 bis 350°C in Gegenwart katalytischer Mengen
Radikale bildender Initiatoren und gegebenenfalls eines
Moderators. Es ist dadurch gekennzeichnet, daß dem Alken
carbonsäureester ein Stabilisator zugesetzt wird und der
den Stabilisator enthaltende Alkencarbonsäureester und
die Radikale bildenden Initiatoren gleichzeitig, aber
voneinander getrennt, der Umsetzung zugeleitet werden.
Unter dem Begriff Mischpolymerisate des Ethylens und
eines Alkencarbonsäureesters werden Copolymerisate mit
Gehalten an einpolymerisiertem Alkencarbonsäureester von
3 bis 36, insbesondere 5 bis 35, bevorzugt 6 bis 30
Masse-%, bezogen auf Mischpolymerisat, verstanden, die
einen Schmelzindex MFI (190/2,16) von 0,2 bis 2000, ins
besondere 2,0 bis 200 g/10 Minuten aufweisen. Der
Schmelzindex wird nach DIN 53 735 gemessen.
Als Alkencarbonsäureester kommen sämtliche mit Ethylen
bei den angegebenen Temperaturen und Drücken copolymeri
sierbaren Alkencarbonsäureester in Betracht. Hierunter
fallen Ester von Alkencarbonsäuren, die sich von einer
Alkencarbonsäure mit 3 bis 12, insbesondere 3 bis 8,
bevorzugt 3 bis 6 Kohlenstoffatomen und einem aliphati
schen Alkohol mit 1 bis 18, insbesondere 1 bis 12, bevor
zugt 1 bis 8 Kohlenstoffatomen ableiten. Besonders be
währt haben sich Ester von Alkencarbonsäuren mit primären
aliphatischen Alkoholen, die 1 bis 8 Kohlenstoffatome
aufweisen.
Besonders geeignet sind Ester der Acrylsäure oder der
Methacrylsäure, insbesondere Methylacrylat, Ethylacrylat,
n-Butylacrylat, i-Butylacrylat, 2-Ethylhexylacrylat,
Methylmethacrylat, Ethylmethacrylat, n-Butylmethacrylat,
i-Butylmethacrylat, 2-Ethylhexylmethacrylat, Glycidyl
methacrylat, Stearylacrylat, bevorzugt Methylacrylat,
Ethylacrylat und n-Butylacrylat.
Ein Kennzeichen des erfindungsgemäßen Verfahren besteht
darin, dem Alkencarbonsäureester einen Stabilisator zuzu
setzen.
Unter Stabilisator werden Stoffe, die während der Copoly
merisation unerwünschte Reaktionen und Vorgänge hemmen
oder verhindern, verstanden. Aufgrund ihrer Eigenschaft
als Antioxidans schützen sie vor der Wirkung von moleku
larem Sauerstoff, insbesondere in erweitertem Sinne vor
Sauerstoff in jeder beliebigen aktiven Form, beispiels
weise O, O2, O3, ROO und ROOH, wobei R für einen alipha
tischen, cycloaliphatischen, araliphatischen oder aroma
tischen Rest steht. Die Stabilisatoren wirken inhibie
rend, das heißt, sie unterbinden radikalisch ablaufende
Kettenreaktionen.
Sie stellen keine einheitliche Stoffklasse dar, sondern
umfassen unterschiedliche organische Verbindungen ver
schiedenartiger Strukturen, beispielsweise Derivate von
Phenolen und Aminen sowie organische Schwefel- und Phos
phorverbindungen. Eine zusamenfassende Darstellung hier
zu findet sich unter dem Stichwort Antioxidantien in
Ullmanns Encyclopädie der technischen Chemie, 4. Auflage,
1974, Band 8, Seiten 19 bis 42, Verlag Chemie GmbH, D
6940 Weinheim.
Beispiele für geeignete Phenolderivate sind 4-Methoxyphe
nol, 2,6-Di-tert.-butyl-4-methylphenol, Bis-3,3-bis-(4
hydroxy-3-tert.-butyl-phenyl)-butansäure-glycolester,
Pentaerythrityl-tetrakis-(3-(3,5-di-tert.-butyl-4
hydroxy-phenyl)-propionat) (Handelsname: Irganox 1010) ,
Octadecyl-3-(3,5-di-tert.-butyl-4-hydroxy-phenyl)-propi
onat (Handelsname: Irganox 1076), insbesondere 4-
Methoxyphenol, 2,6-Di-tert.-butyl-4-methylphenol, Penta
erythrityl-tetrakis-(3-(3,5-di-tert.-butyl-4-hydroxy
phenyl) -propionat), Octadecyl-3-(3,5-di-tert.-butyl-4
hydroxyphenyl)-propionat, bevorzugt 4-Methoxyphenol,
Pentaerythrityl-tetrakis-(3-(3,5-di-tert.-butyl-4
hydroxy-phenyl)-propionat) und Octadecyl-3-(3,5-di
tert.-butyl-4-hydroxyphenyl) -propionat.
Aufgrund ihrer Fähigkeit, als Antioxidans zu wirken,
bieten sich auch Amine als Stabilisator an. Geeignet sind
Amine der allgemeinen Formel R1-NH2, R1-NHR2 und R1-
NR2R3, wobei R1, R2 und R3 gleich oder verschieden sein
können und für einen aliphatischen oder aromatischen Rest
mit 8 bis 16 Kohlenstoffatomen stehen. Besonders geeignet
sind Derivate des Phenylendiamins, insbesondere N,H′
disubstituierte p-Phenylendiamine. Beispiele hierfür sind
N,N′-Dialkyl-p-phenylendiamine, wie N,N′-Diisopropyl-p
phenylendiamin, N,N′-Di-sek.-butyl-p-phenylendiamin,
N,N′-Bis-(1,4-dimethyl-pentyl)-p-phenylendiamin, N,N′-
Bis-(1-ethyl-3-methyl-pentyl)-p-phenylendiamin, N,N′-Bis
(1-methyl-heptyl)-p-phenylendiamin und N,N′-Dicyclohexyl
p-phenylendiamin, N,N′-Dinaphthyl-p-phenylendiamin, N
alkyl-N′-aryl-p-phenylendiamine wie N-Isopropyl-N,
phenyl-p-phenylendiamin, N-(1-Methyl-heptyl) -N′-phenyl-p
phenylendiamin und N-Cyclohexyl-N′-phenyl-p-phenylendi
amin. Auch durch Umsetzung von Aminen R-NH2 mit Ethylen
oxid erhaltene Fettamin-Oxyethylate der allgemeinen For
mel
wobei R für gesättigte oder einfach ungesättigte, gerad
kettige oder verzweigte Kohlenwasserstoffreste mit 8 bis
18 Kohlenstoffatomen steht, x + y = n die Zahl der ange
lagerten Ethylenoxidmoleküle und n eine ganze Zahl
zwischen 5 und 25 ist, und N-substituierte Aminophenole,
beispielsweise 4-n-Butylamino-phenol, 4-Nonanoylamino
phenol und 4-Octadecanoylaminophenol können verwendet
werden.
Die als Stabilisator brauchbaren organischen Schwefelver
bindungen stellen allgemein Derivate von Thioethern dar.
Beispiele hierfür sind 3,3′-Thio-bis-(propionsäurealkyl
ester), wobei der Alkylrest gesättigt oder ungesättigt,
geradkettig oder verzweigt ist und 8 bis 20, insbesondere
10 bis 18 Kohlenstoffatome aufweist, Thio-bis-phenole wie
2,2′-Thio-bis-(6-methyl-phenol), 4,4′-Thio-bis-(2-methyl
6-tert.-butyl-phenol), 4,4′-Thio-bis-(2-tert.-butyl-5
methyl-phenol) und 4,4-Thio-bis-(3-methyl-6-tert.-butyl
phenol).
Als Beispiele für organische Phosphorverbindungen seien
Triphenylphosphan und Ester der phosphorigen Säure, ins
besondere Tri-(3,4-di-tert.-butyl-phenyl)-phosphit, Tri
phenyl-, Trinonyl-, Tridecyl-, Triisodecyl- und Tridode
cylphosphit, bevorzugt Tri-(3,4-di-tert.-butyl-phenyl
phosphit) genannt.
Aus der Gesamtheit der vorstehend genannten Verbindungen
sind 4-Methoxyphenol, 2,6-Di-tert.-butyl-4-methylphenol,
Bis-(3,3-bis(4-hydroxy-3-tert.-butyl-phenyl)-butansäure
glycolester, Pentaerythrityl-tetrakis-(3-(3,5-di-tert.
butyl-4-hydroxy-phenyl)-propionat), Octadecyl-3-(3,5-di
tert.-butyl-4-hydroxy-phenyl)-propionat, 4,4′-Thio-bis
(3-methyl-6-tert.-butylphenol) oder Tris-(3,4-di-tert.
butylphenyl)-phosphit, insbesondere 4-Methoxyphenol,
Pentaerythrityl-tetrakis-(3-(3,5-di-tert.-butyl-4
hydroxy-phenyl)-propionat) oder Octadecyl-3-(3,5-di
tert.-butyl-4-hydroxy-phenyl)-propionat als besonders
geeignete Stabilisatoren hervorzuheben.
Um unerwünschte Reaktionen und Vorgänge, die während der
Copolymerisation von Ethylen und dem Alkencarbonsäure
ester zu erwarten sind, zu unterbinden, ist es erforder
lich, dem Alkencarbonsäureester eine ausreichende Menge
Stabilisator zuzufügen.
Man setzt dem Alkencarbonsäureester 1000 bis 20 000,
insbesondere 1250 bis 12 000, bevorzugt 2000 bis
10 000 Masse-ppm Stabilisator, bezogen auf Alkencarbon
säureester, zu. In vielen Fällen hat sich eine Menge von
1250 bis 5000 Masse-ppm Stabilisator, bezogen auf Al
kencarbonsäureester, als ausreichend erwiesen. Die benö
tigte Menge Stabilisator hängt einerseits von Art und
Menge der eingesetzten Alkencarbonsäureester ab, sie wird
jedoch andererseits in gewissem Umfange von der Reak
tionstemperatur und der Art des Stabilisators beein
flußt.
Das Ethylen wird mit dem den Stabilisator enthaltenden
Alkencarbonsäureester in Gegenwart Radikale bildender
Initiatoren umgesetzt. Unter Radikale bildenden Initia
toren sollen diejenigen Polymerisationskatalysatoren
verstanden werden, die auch für die Homopolymerisation
des Ethylens unter hohem Druck verwendet werden. Geeignet
sind Sauerstoff, organische Peroxide, organische Hydro
peroxide oder Azoverbindungen. Beispiele für organische
Peroxide sind Di-tert.-Butylperoxid, tert.-Butylperben
zoat, tert.-Butylperoxypivalat und Dilauroylperoxid,
Percarbonate, beispielsweise Bis-(2-ethylhexyl) -peroxydi
carbonat und für organische Hydroperoxide seien als Ver
treter tert.-Butylhydroperoxid und p-Menthanhydroperoxid
genannt. Als Azoverbindung kann Azo-bis-(isobutyroni
tril) eingesetzt werden. Falls gewünscht, lassen sich
auch Mischungen der vorstehend genannten, Radikale bil
denden Initiatoren verwenden.
Der Bedarf an Radikale bildenden Initiatoren ist relativ
hoch. Ursache hierfür ist der dem Alkencarbonsäureester
zugesetzte Stabilisator. Niedrige Mengen Stabilisator
bedingen vergleichsweise geringe Mengen Radikale bilden
den Initiatoren, steigende Mengen Stabilisator ziehen
erhöhte Mengen Radikale bildende Initiatoren nach sich.
Die Polymerisationsinitiatoren setzt man üblicherweise
in einer Menge von 25 bis 300, insbesondere 30 bis 250,
bevorzugt 40 bis 200 Masse-ppm, bezogen auf Ethylen, der
Polymerisation direkt oder als Lösung in einem organi
schen Lösungsmittel zu. Als Lösungsmittel dienen Kohlen
wasserstoffe wie Isooctan, Benzol, Toluol oder Benzin
fraktionen. Die geringen Mengen dieser Lösungsmittel
können gegenüber den anderen Einsatzstoffen vernachläs
sigt werden.
Bei Verwendung von Sauerstoff als Polymerisationsinitia
tor kann auf ein derartiges Lösungmittel verzichtet wer
den.
Falls erforderlich, kann die Umsetzung auch in Anwesen
heit eines Moderators (Molekularmassenregler) durchge
führt werden.
Moderatoren sind Verbindungen, die den Monomeren in un
terschiedlicher Konzentration zugesetzt werden, um das
Wachstum des polymeren Moleküls und damit die Molmasse
des Polymerisats zu beeinflussen. Zu den Molmassenreg
lern gehören Vertreter der unterschiedlichsten Stoffklas
sen. Als Beispiele seien erwähnt:
Wasserstoff, Alkane, unverzweigte α-Olefine, Alkohole, Aldehyde und Ketone. In diesem Zusammenhang sei verwiesen auf Fortschr. Hochpolym. Forschg. 7 (3), 386-448.
Wasserstoff, Alkane, unverzweigte α-Olefine, Alkohole, Aldehyde und Ketone. In diesem Zusammenhang sei verwiesen auf Fortschr. Hochpolym. Forschg. 7 (3), 386-448.
Ein weiteres Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens
besteht darin, daß die Zugabe der Lösung des den Stabili
sator enthaltenden Alkencarbonsäureesters einerseits und
die Zugabe der Radikale bildenden Initiatoren anderer
seits in die Reaktionszone (Umsetzung) zwar gleichzei
tig, aber voneinander getrennt erfolgen muß. Dies läßt
sich einfach dadurch bewerkstelligen, daß man die beiden
Produktströme über separate Zuführungsleitungen, die
gegebenenfalls mit Verteilereinrichtungen versehen sind,
der Umsetzung zuleitet. Nach einer bevorzugten Variante
setzt man die Radikale bildenden Initiatoren im Gemisch
mit Ethylen ein, während man den Alkencarbonsäureester
zusammen mit dem Stabilisator über eine getrennte Leitung
der Reaktion zuführt.
Der Alkencarbonsäureester wird in einer Menge von 0,3 bis
10, insbesondere 0,5 bis 8, bevorzugt 0,8 bis 6 Masse-%,
bezogen auf Ethylen, eingesetzt.
Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich diskontinuier
lich und kontinuierlich in Rührautoklaven oder in Röhren
reaktoren durchführen (vergl. hierzu Ullmanns Encyclopä
die der techn. Chemie, 3. Auflage, 1963, Band 14, Seite
139 und 4. Auflage, 1980, Band 19, Seiten 167 bis 178,
Verlag Chemie GmbH, D-6940 Weinheim). Besonders vorteil
haft ist es, einen Röhrenreaktor mit Kaltgas- und Initia
tornachdosierung zu verwenden und die einzelnen Stoff
ströme - Ethylen und Initiator einerseits, Alkencarbon
säureester und Stabilisator andererseits - aufgeteilt
jeweils in zwei oder mehrere Teilströme gleichzeitig,
aber voneinander getrennt einzuleiten. Hierbei werden
die ersten Teilströme dem Reaktoreingang zugeführt, wei
tere Teilströme werden längs des Reaktors, meist im Be
reich einer Spitzentemperatur, der Reaktionszone zuge
setzt.
Die Verweilzeit der Monomeren in der Reaktion beträgt 40
bis 160, insbesondere 60 bis 140, bevorzugt 70 bis 120
Sekunden.
Der Trübungswert (Haze-Wert) - bestimmt nach ASTM D
1003 - der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren herge
stellten Produkte liegt bei 25, insbesondere 20, bevor
zugt 15%, der Glanzwert (Gloss-Wert) - bestimmt nach
ASTM D 2457 - beträgt 25, insbesondere 30, bevorzugt
40%.
Darüberhinaus weisen die Mischpolymerisate die für ihre
Stoffklasse typischen Eigenschaften, wie Streckspannung,
Schlagzugzähigkeit, Shorehärte usw. auf. Sie eignen sich
zur Herstellung von Folien, Schmelzklebern, Verbundwerk
stoffen, Klebstoffen, Kabelummantelungen, medizinischen
Artikeln, Polymermodifikationen, Beschichtungsmateriali
en für Metalle und Verträglichkeitsmachern.
Die nachstehend aufgeführten Beispiele belegen die Erfin
dung, ohne sie zu beschränken.
Zur Herstellung der Ethylen-Alkencarbonsäureester-Misch
polymerisate verwendet man einen Rührautoklaven (Volumen
0,5 Liter), dem ein Hochdruckabscheider und ein Nieder
druckabscheider nachgeschaltet sind. Die Einsatzstoffe -
Ethylen und Initiator einerseits und n-Butylacrylat und
Stabilisator andererseits - werden dem Rührautoklaven
gleichzeitig, aber voneinander getrennt zugeleitet. Der
Ethylen und Initiator enthaltende Stoffstrom wird über
Kopf dem Rührautoklaven zugeführt, der n-Butylacrylat und
Stabilisator enthaltende Stoffstrom wird über eine Düse
seitlich direkt in den Rührautoklaven eindosiert. Als
Initiator wird eine verdünnte Lösung von Bis-(2-ethyl
hexyl)-peroxydicarbonat (EHP), gelöst in Exxsol, dem
Ethylen zugesetzt.
Die Umsetzung erfolgt bei 240 MPa und 195°C. Die Verweil
zeit im Rührautoklaven beträgt 90 Sekunden. Die im Nie
derdruckabscheider anfallende Copolymerschmelze wird
einem Extruder zugeleitet und granuliert.
In der nachfolgenden Tabelle sind weitere Verfahrens
bedingungen und die Ergebnisse der Beispiele 1 bis 7
zusammengestellt.
Man verwendet die in den Beispielen 1 bis 7 beschriebene
Apparatur, wobei man dem Rührautoklaven über Kopf ein Ge
misch, bestehend aus Ethylen, Bis-(2-ethylhexyl) -peroxy
dicarbonat gelöst in Exxsol als Initiator, n-Butylacry
lat und geringen Mengen Propionaldehyd (Moderator), zu
leitet. Die Umsetzung erfolgt bei 240 MPa und 195°. Die
Verweilzeit im Rührautoklaven beträgt 90 Sekunden. Die im
Niederdruckabscheider anfallende Copolymerschmelze wird
einem Extruder zugeleitet und granuliert.
In der nachfolgenden Tabelle sind weitere Verfahrensbe
dingungen und die Ergebnisse der Vergleichsversuche A
und B zusammengestellt. Im Vergleich zu den erfindungs
gemäß hergestellten Mischpolymerisaten der Beispiele 1
bis 7 weisen die Mischpolymerisate der Vergleichsversuche
A und B höhere Haze-Werte und niedrigere Gloss-Werte auf.
Die Tabelle enthält für Vergleichszwecke noch vier han
delsübliche Produkte I bis IV. I bis III sind Ethylen-n-
Butylacrylat-Mischpolymerisate, IV ist ein Ethylen-Vinyl
acetat-Mischpolymerisat. Wie aus der Tabelle hervorgeht,
weisen die Handelsprodukte I bis III im Vergleich zu den
erfindungsgemäß hergestellten Mischpolymerisaten höhere
Haze-Werte und niedrigere Gloss-Werte auf. IV besitzt
zwar einen mit den Produkten der Beispiele 1 bis 7 ver
gleichbaren Haze-Wert und Gloss-Wert, es weicht jedoch
aufgrund seiner Zusammensetzung als Ethylen-Vinylacetat-
Polymerisat hinsichtlich anderer Eigenschaften von den
erfindungsgemäß hergestellten Mischpolymerisaten ab.
Claims (10)
1. Verfahren zur Herstellung von Mischpolymerisaten des
Ethylens und eines Alkencarbonsäureesters mit verbes
serten optischen Eigenschaften durch Umsetzung von
Ethylen und dem Alkencarbonsäureester bei Drücken von
10 bis 800 MPa und Temperaturen von 110 bis 350°C in
Gegenwart katalytischer Mengen Radikale bildender
Initiatoren und gegebenenfalls eines Moderators, da
durch gekennzeichnet, daß dem Alkencarbonsäureester
ein Stabilisator zugesetzt wird und der den Stabili
sator enthaltende Alkencarbonsäureester und die
Radikale bildenden Initiatoren gleichzeitig, aber
voneinander getrennt der Umsetzung zugeleitet werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß als Alkencarbonsäureester ein Ester einer Alken
carbonsäure mit 3 bis 12, insbesondere 3 bis 8, be
vorzugt 3 bis 6 Kohlenstoffatomen und eines aliphati
schen Alkohols mit 1 bis 16, insbesondere 1 bis 12,
bevorzugt 1 bis 8 Kohlenstoffatomen eingesetzt wird.
3. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Stabilisator
ein als Antioxidans wirksames Derivat eines Phenols,
eines Amins, einer organischen Schwefel oder Phosphor
enthaltenden Verbindung eingesetzt wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Stabilisator
4-Methoxyphenol, 2,6-Di-tert.-butyl-4-methylphenol,
Bis-(3,3-bis(4-hydroxy-3-tert.-butyl-phenyl)-butan
säureglycolester, Pentaerythrityl-tetrakis-(3-(3,5
di-tert.-butyl-4-hydroxy-phenyl)-propionat), Octade
cyl-3-(3,5-di-tert.-butyl-4-hydroxy-phenyl) -propio
nat, 4,4′-Thio-bis-(3-methyl-6-tert.-butylphenol)
oder Tri-(3,4-di-tert.-butylphenyl)-phosphit einge
setzt wird.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Stabilisator
4-Methoxyphenol, Pentaerythrityl-tetrakis-(3-(3,5-di
tert.-butyl-4-hydroxy-phenyl)-propionat) oder Octade
cyl-3-(3,5-di-tert.-butyl-4-hydroxy-phenyl)-propionat
eingesetzt wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß dem Alkencarbon
säureester 1000 bis 20 000, insbesondere 1 250 bis
12 000, bevorzugt 2000 bis 10 000 Masse-ppm Stabili
sator, bezogen auf Alkencarbonsäureester, zugesetzt
werden.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß als Radikale bil
dende Initiatoren Sauerstoff, organische Peroxide,
organische Hydroperoxide oder Azoverbindungen in
einer Menge von 25 bis 300, insbesondere 30 bis 250,
bevorzugt 40 bis 200 Masse-ppm, bezogen auf die Summe
aller Monomeren, eingesetzt werden.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß als organische
Peroxide Di-tert.-butylperoxid, tert.-Butylperben
zoat, tert.-Butylperoxyppivalat und/oder Dilauroylper
oxid, als organische Hydroperoxide tert.-Butylhydro
peroxid und/oder p-Menthanhydroperoxid und als Azo
verbindung Azo-bis-isobutyronitril eingesetzt wer
den.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1
bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß als Alkencarbon
säureester Acrylsäureester oder Methacrylsäureester,
insbesondere Methylacrylat, Ethylacrylat, n-Butyl
acrylat, i-Butylacrylat, 2-Ethylhexylacrylat, Methyl
methacrylat, Glycidylacrylat, Stearylacrylat, Ethyl
methacrylat, n-Butylmethacrylat, i-Butylmethacrylat
und 2-Ethylhexylmethacrylat in einer Menge von 0,3
bis 10 Masse-%, bezogen auf Ethylen, eingesetzt wer
den.
10. Verwendung der nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 9 hergestellten Mischpolymerisate als Material
zur Herstellung von Folien, Kabelummantelungen, Be
schichtungen und modifizierten Polymeren.
Priority Applications (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DE19904041320 DE4041320A1 (de) | 1990-12-21 | 1990-12-21 | Verfahren zur herstellung von ethylen-alkencarbonsaeureester-mischpolymerisaten |
Applications Claiming Priority (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DE19904041320 DE4041320A1 (de) | 1990-12-21 | 1990-12-21 | Verfahren zur herstellung von ethylen-alkencarbonsaeureester-mischpolymerisaten |
Publications (1)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE4041320A1 true DE4041320A1 (de) | 1992-06-25 |
Family
ID=6421117
Family Applications (1)
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---|---|---|---|
DE19904041320 Withdrawn DE4041320A1 (de) | 1990-12-21 | 1990-12-21 | Verfahren zur herstellung von ethylen-alkencarbonsaeureester-mischpolymerisaten |
Country Status (1)
Country | Link |
---|---|
DE (1) | DE4041320A1 (de) |
Cited By (2)
Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
---|---|---|---|---|
US6596796B1 (en) | 1999-10-18 | 2003-07-22 | Ciba Specialty Chemicals Corporation | Stabilizers for emulsion crude rubbers, synthetic latex and natural rubber latex |
EP2325216A1 (de) * | 2006-03-13 | 2011-05-25 | LG Chem, Ltd. | Verfahren zur Herstellung von 1-Alken-Acrylat Mischpolymerisaten |
-
1990
- 1990-12-21 DE DE19904041320 patent/DE4041320A1/de not_active Withdrawn
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Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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US6596796B1 (en) | 1999-10-18 | 2003-07-22 | Ciba Specialty Chemicals Corporation | Stabilizers for emulsion crude rubbers, synthetic latex and natural rubber latex |
EP2325216A1 (de) * | 2006-03-13 | 2011-05-25 | LG Chem, Ltd. | Verfahren zur Herstellung von 1-Alken-Acrylat Mischpolymerisaten |
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