DE4036448C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufschließen von
Bauxit zur Gewinnung von Tonerdehydrat, wobei der Bauxit mit
Natronlauge aufgeschlossen wird.
Die Reaktion zwischen Lösung und Feststoff hängt unter anderem
von der Größe und Beschaffenheit der Oberfläche des Feststoffes
ab. Eine mechanische Behandlung des Feststoffes führt
zunächst zu einer Vergrößerung der Oberfläche.
Mittels der BET-
Methode können dabei bei Bauxit Oberflächenwerte von mehreren
m²/g gemessen werden. Eine stärkere Beanspruchung des Rohstoffes
führt zu Gitterverzerrungen, deren Ausheilung eine
erhöhte Reaktionsfähigkeit des Feststoffes bewirkt.
Sind jedoch im Gitter nur schwach gebundene Atome oder Atomgruppen
vorhanden, so kann es zur Abspaltung dieser Gruppen
unter Phasenänderung und damit zu einer stark erhöhten Reaktionsgeschwindigkeit
beim Umsatz mit der Flüssigkeit kommen.
Kristallstrukturuntersuchungen haben ergeben, daß bei manchen
Hydroxiden die OH-Gruppen durch eine Wasserstoffbrücke mit
schwacher Bindungskraft verbunden sind; im besonderen trifft
dies für Al(OH)₃, Hydrargillit, α-AlO(OH) Diaspor, FeO(OH)
Goethit und γ-AlO(OH) Böhmit zu. Durch intensive mechanische
Beanspruchung z. B. durch Mahlen in einer Rührwerkskugelmühle
mit kleinen Kugeln und hoher Umdrehungszahl kommt es zur Aufspaltung
der Wasserstoffbrücken und zur teilweisen oder völligen
Löslösung der (OH)-Gruppen unter Bildung von H₂O. So wurde
gefunden, daß Hydrargillit schon beim Mahlen mit Wasser bei
Raumtemperatur in 15 Minuten vollständig in Böhmit umgewandelt
wurde. Ähnliches wurde bei Bauxit gefunden.
Bauxit ist ein Verwitterungsprodukt von Silikaten, das dabei
entstehende Aluminiumhydroxid tritt in drei Formen auf, Hydrargillit,
Al(OH)₃, Böhmit γ-AlO(OH) und Diaspor α-AlO(OH).
Bei der Mahlung von Bauxit in einer rasch laufenden Kugelmühle
wird der darin enthaltene Hydrargillit aufgespalten und
geht in Böhmit über. Bei weiterer Beanspruchung wird die
restliche H-Bindung aufgespalten und die freiwerdenden
Valenzen reagieren dann besonders intensiv mit der als
Laugeflüssigkeit eingesetzten Natronlauge.
Der Bauxit ist aber ein Gemisch verschiedener Verwitterungsprodukte
und enthält neben den Aluminiumhydroxiden noch SiO₂,
TiO₂ und Fe₂O₃. Das am leichtesten angreifbare Mineral wird
bevorzugt mit der Natronlauge reagieren, so daß es zu einer
selektiven Reaktionsfolge kommt und zuerst das
Aluminiumhydroxid nicht aber die Begleitminerale in den
löslichen Zustand übergeführt werden.
Im Bauxit kommen als Begleitstoffe u. a. die Eisenverbindungen
Fe₂O₃, Hämatit und FeO(OH) Goethit vor. SiO₂ Kieselsäure,
bzw. Quarz wird, entsprechend der Vergrößerung der Oberfläche
beim Mahlen, nur schwach angegriffen, während TiO₂ (Anatas
oder Rutil) und die bei der Verwitterung des Ausgangsgesteins
und der Zersetzung organischer Materialien im Bauxit
gebildeten Huminsäureanteile unzersetzt bleiben und nicht in
Lösung gehen.
Im einzelnen läßt sich das Verhalten der verschiedenen Begleitmaterialien
bei den konventionellen großtechnischen Prozessen
und bei dem z. Z. in Laboruntersuchungen entwickelten
Verfahren wie folgt skizzieren: Der in der Praxis übliche
Aufschluß besteht aus folgenden Teilschritten: Mahlen des angelieferten
Bauxits auf eine Korngröße von <1 mm; Aufschlämmen
in rückgeführter Lauge; Erhitzen auf 100°C für mehrere Stunden
zur Entkieselung, durch die unter einer vorweggenommenen
Bildung von Sodalith eine Verkrustung der Heizflächen der Autoklaven
verringert werden soll. Aufschluß des Bauxits im Autoklaven
bei 150-250°C; Abtrennung des entstandenen Rotschlamms
durch Absetzen und Filtration; Abkühlen und Auskristallisation
des gelösten Hydroxids Al(OH)₃; Abfiltrieren und
Rückführung der verbliebenen Lauge evtl. nach erfolgter Konzentrierung
durch Eindampfen in dem Laugeprozeß.
Aus Schrader, Rump, Kressner: "Über das Verhalten von Bauxit
und seinen Einzelphasen nach mechanischer Aktivierung",
Chemie-Ing.-Techn. 39. Jahrgang (1967), Heft 14, Seiten 843-848 ist ein Verfahren
zum Aufschließen von Bauxit bekannt, bei dem der
Bauxit und Natronlauge in eine mit Kugeln gefüllte Mühle
eingebracht werden und der Bauxit unter gleichzeitigem Laugen
in der Natronlauge gemahlen wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, die Reaktionsgeschwindigkeit zu
erhöhen und ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, welches
bei Normaldruck und relativ niedriger Arbeitstemperatur unabhängig
vom mineralogischen Aufbau der Bauxite unter Wegfall
einer gesonderten Entkieselung arbeitet und bei dem sich das Aluminiumhydroxid aus der Aluminatlauge nur
durch Abkühlen ohne Verdünnung und ohne Zusatz von Keimen
innerhalb weniger Stunden ausscheidet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
- a) als Mühle eine Rührwerks-Kugelmühle mit Kugeln von 1 bis 3 mm Durchmesser und Umdrehungszahlen von 400 bis 1500 U/min je nach Durchmesser des Mahlbehälters verwendet wird,
- b) neben dem Bauxit und der Natronlauge zusätzlich Kalk in einer Menge, die der stöchiometrischen Menge von 1 bis 3, vorzugsweise 1,8 bis 2,2 CaO, bezogen auf die sonst in Lösung gehende Menge SiO₂ entspricht, in die Rührwerks-Kugelmühle eingebracht wird,
- c) der Inhalt der Rührwerks-Kugelmühle auf eine Temperatur von 80 bis 98°C, vorzugsweise 88 bis 92°C, erwärmt wird und
- d) die Behandlung in der Rührwerks-Kugelmühle bis zur vollständigen Auflösung der im Bauxit vorhandenen Aluminiumhydroxide, vorzugsweise für 10 bis 30 Minuten, durchgeführt wird.
Erfindungsgemäß wird die Aluminatlauge nach dem Abkühlen ohne
Verdünnung und ohne Zugabe von keimbildendem Aluminiumhydroxid
durch Rühren zur Ausfällung von Aluminiumhydroxid
veranlaßt. Die Fällungszeit wird wesentlich verkürzt und die
Tonerdehydratausbeute stark verbessert.
Das neue Verfahrenskonzept umfaßt folgende Teilschritte:
Da Rührwerkskugelmühlen in ihrer Wirksamkeit stark von der
Eingangskorngröße abhängen, wird eine Vormahlung vorzugsweise
auf eine Kerngröße von <0,2 mm durchgeführt; Feinstmahlung, Laugung und
Entkieselung werden gleichzeitig in einem Arbeitsschritt bei
etwa 90°C in etwa 15 Minuten vorgenommen; der Rückstand, ein
eisenreicher Schwarzschlamm, wird durch Filtration
abgetrennt; aus der verbleibenden Lauge wird bei intensiver
Rührung die gelöste Tonerde als Al(OH)₃ auskristallisiert.
Ein zusammenfassender Vergleich der einzelnen Prozeß-Schritte
ergibt folgende Unterschiede gegenüber dem Stand der Technik.
Eine Vormahlung ist bei beiden Verfahren erforderlich.
Die Entkieselung führt durch die Bildung von Sodalith
Na₈Al₆Si₆O₂₄(OH)₂ zu einem Verlust von 2 g Al₂O₃ und 0,7 g
Na₂O pro 1 g SiO₂.
Sie entfällt bei dem neuen Verfahren, da dieser Schritt
gleichzeitig mit der Feinstmahlung und Laugung erfolgt.
Bei der konventionellen Laugung gehen NaAl(OH)₄ bzw.
NaFe(OH)₄ in Lösung. Während NaAl(OH)₄ in Lösung verbleibt,
hydrolysiert die Eisenverbindung zu Fe(OH)₃ und bildet den
sog. Rotschlamm. In Lösung gehen außerdem die
Huminsäuren.
Bei dem neuen Verfahren werden vorwiegend durch die starke
mechanische Einwirkung nur die Al-Hydroxide aufgespalten und
mit der Lauge in Lösung gebracht, während die anderen Begleitstoffe
bei der kurzen Einwirkungszeit unbeeinflußt verbleiben.
Dabei fällt an Stelle des durch Hydrolyse gebildeten
roten Fe(OH)₃-Schlamms das im Bauxit vorhandene und unverändert
gebliebene schwarze Fe₂O₃, Hämatit an. Aus den
erhöhten Analysewerten für organisch gebundenen Kohlenstoff
ergibt sich, daß die beim Aufschluß unzersetzten Huminsäuren
im schwarzen Schlamm verbleiben. Durch den Zusatz von CaO zum
aufgegebenen Bauxit werden die in Lösung gegangenen Kieselsäureanteile
vermutlich in Form von 2 CaO · SiO₂ · 3 H₂O gebunden,
es entstehen daher keine Verluste an Al₂O₃ bzw. Na₂O.
Die schwierige Abscheidung des Rotschlamms erfordert infolge
des amorphen Charakters des gebildeten Fe(OH)₃ mehrere Verfahrensschritte:
Eindicken und Filterpressen. Der Schwarzschlamm
besteht demgegenüber aus kristallinem, unzersetztem
Hämatit und ist sehr leicht absetzbar und auswaschbar.
Die Kristallisation des Hydrargillits Al(OH)₃ aus den Betriebslaugen
bereitet große Schwierigkeiten. So muß zur Beschleunigung
dieses Vorganges bis zu einem Drittel der vorlaufenden
Aluminiumhydroxidmenge als Keimbildner in Form von
bereits ausgeschiedenem Al(OH)₃ der Lauge zugesetzt werden.
Auch dann läßt sich durch tagelanges Rühren nur ein großer
Teil, aber nicht die gesamten gelösten Al(OH)₃-Gehalte auskristallisieren.
Als Hemmnis ist vor allem die beim Aufschluß
in Lösung gegangene Huminsäure anzusehen, die als Schutzkolloid
wirkt.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird unter Einwirkung
mechanischer Kräfte bei 90°C demgegenüber unter Aufspaltung
der (OH)-Bindung H₂O abgespalten und in Lösung geht eine hypothetische
Verbindung NaAlO₂. Nach dem Abkühlen wird unter
Rührung der Flüssigkeit H₂O wieder aufgenommen und es scheidet
sich Al(OH)₃ Hydrargillit aus. Da keine die Kristallisation hemmenden Huminsäuren
in der Lösung vorhanden sind, erfolgt die Auskristallisation
sehr rasch, und zwar bis zur Erreichung des
Gleichgewichts. Während zur Überwindung der hemmenden Huminsäure-
Schutzkolloide bei den großtechnischen Prozessen
große Mengen an Keimen und tagelanges Rühren benötigt werden,
erfolgt die Ausscheidung von Al(OH)₃ bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
bereits nach wenigen Stunden, und zwar zu 90% der vorlaufenden
Tonerde.
Bauxit enthält je nach Entstehungsart und Vorkommen
Hydrargillit Al(OH)₃, Böhmit γ-AlO(OH) oder Diaspor
α-AlO(OH). Während die tropischen Bauxite überwiegend aus Hydrargillit
bestehen und unter milden Bedingungen bei 160°C
mit einer Laugenkonzentration von 150 g/l Na₂O aufgeschlossen
werden können, erfordern Böhmit-Bauxite 220°C sowie eine Laugenkonzentration
von 250 g/l Na₂O und Diaspor-haltige Bauxite
noch härtere Bedingungen zum Aufschluß.
Da bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die chemischen Reaktionen
unter mechanischer Einwirkung und in deren Folge unter
Aufspaltung der (OH)-Gruppen erfolgen, läßt sich kein Unterschied
in dem Laugeverhalten der verschiedenen Bauxitsorten
feststellen. Zur Überprüfung wurden als Ausgangsmaterialien
tropischer Bauxit, bestehend aus Hydrargillit, ungarischer
Bauxit mit Hauptbestandteil Böhmit und ein griechischer Bauxit
aus Diaspor eingesetzt. Die Behandlung aller drei Bauxit-
Sorten in der Rührwerkskugelmühle (100 g Bauxit, Lauge mit
250 g/l Na₂O, 90°C, 15 Minuten) führte, wie aus der Zusammenstellung
in der nachstehenden Tabelle ersichtlich, zu gleichen Ausbeuteergebnissen.
Somit sind alle Bauxitsorten unter den gleichen Bedingungen
verarbeitbar. Da nur Verbindungen die (OH)-Gruppen enthalten,
auf eine mechanisch-chemische Behandlung ansprechen, ist bei
Anwesenheit anderer Al-haltiger Mineralien keine 100%ige
Ausbeute an Al₂O₃ zu erwarten.
Als Rührwerks-Kugelmühle wird beim erfindungsgemäßen Verfahren eine solche mit
hoher Umdrehungszahl und kleinen Kugeln verwendet, nämlich
eine solche mit Kugeln von 1-3 mm Durchmesser und Umdrehungszahlen
von 400-1500 U/min, je nach Durchmesser des
Mahlbehälters.
Die Behandlung in der Rührwerks-Kugelmühle wird vorzugsweise
während so kurzer Zeit durchgeführt, daß nur die Aluminiumhydroxide,
jedoch nicht die anorganischen und organischen Begleitstoffe
in wesentlicher Menge gelöst werden.
Die Behandlung in
der Rührwerks-Kugelmühle wird bis zur vollständigen Auflösung der
im Bauxit vorhandenen Aluminiumhydroxide, vorzugsweise für 10-
30 Minuten durchgeführt.
Im allgemeinen wird der zum Einsatz kommende Bauxit auf eine
Korngröße von kleiner als 0,3 mm, vorzugsweise kleiner als
0,2 mm, vorgemahlen.
Nach der Behandlung in der Rührwerks-Kugelmühle wird der entstandene
eisenreiche Schwarzschlamm abgetrennt und aus der
verbleibenden Lauge die gelöste Tonerde bei Raumtemperatur
unter Rührung auskristallisiert, wobei die Rührung mindestens
so intensiv ist, daß das ausgeschiedene Tonerde-Hydrat in der
Schwebe bleibt.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist dadurch gekennzeichnet, daß der Bauxit auf
eine Korngröße von kleiner als 0,2 mm vorgemahlen wird;
Feinstmahlung, Laugung und Entkieselung gleichzeitig durch
Behandlung in der Rührwerks-Kugelmühle während 10-30 Minuten,
vorzugsweise etwa 15 Minuten, bei 85-95°C, vorzugsweise
etwa 90°C, durchgeführt werden, der als Rückstand verbleibende
eisenreiche Schwarzschlamm durch Filtration abgetrennt
wird und aus der verbleibenden Lauge bei intensiver Rührung
die gelöste Tonerde als Al(OH)₃ auskristallisiert wird.
Es wird eine Rührwerks-Kugelmühle mit einem
Fassungsvermögen von 0,75 l verwendet, in der ein
Rührwerk und Stahlkugeln mit einem Durchmesser von 2 mm
enthalten sind. Der Rührwerks-Kugelmühle werden 100 g
Bauxit, 175 ml Natronlauge mit einer Konzentration von
240 g Na₂O/l und 10 g CaO aufgegeben. Der Bauxit stammt aus Australien
und besteht aus 54,4% Al₂O₃, 17,5% Fe₂O₃
und 5,4% SiO₂. Die Rührwerks-Kugelmühle bzw. ihr Inhalt
wird auf 90°C erwärmt. Nach einer Behandlung von 15
Minuten sind 100% der vorlaufenden Tonerde gelöst. Es
entsteht kein Verlust an Aluminium im Schlamm. Der
zurückbleibende Schlamm hat folgende Zusammensetzung:
6,9% Glühverlust
51,9% Fe₂O₃
8,6% SiO₂
5,0% TiO₂
26,6% CaO
51,9% Fe₂O₃
8,6% SiO₂
5,0% TiO₂
26,6% CaO
Der gleichen Rührwerks-Kugelmühle wie in Beispiel 1
werden 100 g Bauxit, 175 ml Natronlauge mit einer
Konzentration von 240 g Na₂O/l und 4 g CaO aufgegeben.
Der besonders reine Bauxit stammt aus Afrika und
besteht aus 60,6% Al₂O₃, 5,3% Fe₂O₃ und 1,3% SiO₂.
Nach einer Behandlungsdauer von 15 Minuten sind 100%
der vorlaufenden Tonerde gelöst. Es entsteht kein Verlust
an Aluminium im Schlamm. Der zurückbleibende Schlamm hat
folgende Zusammensetzung:
23,2% Glühverlust
28,8% Fe₂O₃
6,6% SiO₂
23,2% TiO₂
16,4% CaO
28,8% Fe₂O₃
6,6% SiO₂
23,2% TiO₂
16,4% CaO
Der gleichen Rührwerks-Kugelmühle wie im Beispiel 1
werden 100 g Bauxit, 150 ml Natronlauge mit einer
Konzentration von 240 g Na₂O/l und 14 g CaO aufgegeben.
Der aus Ungarn stammende Bauxit besteht aus 48,0% Al₂O₃,
21,9% Fe₂O₃ und 7,4% SiO₂. Nach einer Behandlungsdauer
von 15 Minuten sind 100% der vorlaufenden Tonerde
gelöst. Es entsteht kein Verlust an Aluminium im Schlamm.
Der zurückbleibende Schlamm hat folgende Zusammensetzung:
5,2% Glühverlust
45,3% Fe₂O₃
15,3% SiO₂
5,0% TiO₂
29,0% CaO
45,3% Fe₂O₃
15,3% SiO₂
5,0% TiO₂
29,0% CaO
Claims (3)
1. Verfahren zum Aufschließen von Bauxit, wobei der Bauxit
und Natronlauge in eine mit Kugeln gefüllte Mühle eingebracht
werden und der Bauxit unter gleichzeitigem Laugen in der
Natronlauge gemahlen wird, dadurch gekennzeichnet, daß
- a) als Mühle eine Rührwerks-Kugelmühle mit Kugeln von 1 bis 3 mm Durchmesser und Umdrehungszahlen von 400 bis 1500 U/min je nach Durchmesser des Mahlbehälters verwendet wird,
- b) neben dem Bauxit und der Natronlauge zusätzlich Kalk in einer Menge, die der stöchiometrischen Menge von 1 bis 3, vorzugsweise 1,8 bis 2,2 CaO, bezogen auf die sonst in Lösung gehende Menge SiO₂, entspricht, in die Rührwerks-Kugelmühle eingebracht wird,
- c) der Inhalt der Rührwerks-Kugelmühle auf eine Temperatur von 80 bis 98°C, vorzugsweise 88 bis 92°C, erwärmt wird und
- d) die Behandlung in der Rührwerks-Kugelmühle bis zur vollständigen Auflösung der im Bauxit vorhandenen Aluminiumhydroxide, vorzugsweise für 10 bis 30 Minuten, durchgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
zum Einsatz kommende Bauxit auf eine Korngröße von kleiner
als 0,3 mm, vorzugsweise kleiner als 0,2 mm, vorgemahlen
wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß nach der Behandlung in der Rührwerks-
Kugelmühle der entstandene eisenreiche Schwarzschlamm
abgetrennt und aus der verbleibenden Lauge die gelöste
Tonerde bei Raumtemperatur unter Rührung auskristallisiert
wird, wobei die Rührung mindestens so intensiv ist, daß das
ausgeschiedene Tonerde-Hydrat in der Schwebe bleibt.
Priority Applications (1)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DE4036448A DE4036448A1 (de) | 1989-11-16 | 1990-11-15 | Verfahren zum aufschliessen von bauxit |
Applications Claiming Priority (2)
Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
---|---|---|---|
DE3938037 | 1989-11-16 | ||
DE4036448A DE4036448A1 (de) | 1989-11-16 | 1990-11-15 | Verfahren zum aufschliessen von bauxit |
Publications (2)
Publication Number | Publication Date |
---|---|
DE4036448A1 DE4036448A1 (de) | 1991-05-23 |
DE4036448C2 true DE4036448C2 (de) | 1992-08-06 |
Family
ID=25887117
Family Applications (1)
Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
---|---|---|---|
DE4036448A Granted DE4036448A1 (de) | 1989-11-16 | 1990-11-15 | Verfahren zum aufschliessen von bauxit |
Country Status (1)
Country | Link |
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RU2144060C1 (ru) | 1996-12-20 | 2000-01-10 | Поханг Айрон энд Стил Ко., Лтд. | Способ повышения сжигаемости угля, используемого в процессе производства чугуна |
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DE299652C (de) * | ||||
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1990
- 1990-11-15 DE DE4036448A patent/DE4036448A1/de active Granted
Also Published As
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