DE4000025C2 - Vorrichtung zur spanabhebenden Bearbeitung der Oberflächen von von der genauen Zylinderform geringfügig abweichenden Werkstücken - Google Patents
Vorrichtung zur spanabhebenden Bearbeitung der Oberflächen von von der genauen Zylinderform geringfügig abweichenden WerkstückenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur spanabhe
benden Bearbeitung von von der genauen Zylinderform ge
ringfügig abweichenden Werkstücken, wie z. B. von Lager
bohrungen in Gehäusen oder dgl., gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
Derartige Vorrichtungen sind beispielsweise aus den Do
kumenten DE 37 26 276 A1, DD 91 179 und DD 1 04 223 be
kannt, wobei die Vorrichtung nach der DE 37 26 276 A1
im Zusammenhang mit der Feinverstellung der Werkzeug
schneide eines umlaufenden Radialstellkopfes beschrie
ben ist.
Mit der Einrichtung nach der DE 37 26 276 A1 gelingt es
bereits, Korrektur-Zustellbewegungen in der Größenord
nung von einigen µm zu halten. Es hat sich allerdings
gezeigt, daß diese Vorrichtung nicht in der Lage ist,
eine Feinbearbeitung von im wesentlichen zylindrischen
Werkstückflächen sicherzustellen, bei denen mit einer
Genauigkeit im µm-Bereich axial und polar gezielt von
der mathematisch exakten Zylinderform der Werkstückflä
che abgewichen wird.
Aus der DE-PS 16 02 962 ist ferner eine Vorrichtung be
kannt, die zusätzlich mit einer Einrichtung zum Ver
kleinern von systematischen Bearbeitungsfehlern ausge
stattet ist. Hierbei wird die Position des Werkzeugs in
Vorschubrichtung in bezug auf das Werkstück abgebildet
und dementsprechend der das Stellglied ansteuernde Aus
gangsdruck des Druckgebers verändert. Diese Vorrichtung
dient somit dazu, Bearbeitungsfehler zu verkleinern,
die durch systembedingte Fehlleistungen einer Arbeits-
oder Werkzeugmaschine entstehen. Abweichungen von Soll
werten werden in einem zur Größe des Fehlers analogen
Luftdruck abgebildet, so daß eine pneumatische Hilfs
energie benötigt wird. Bei linearem Zusammenhang zwi
schen Vorschubweg und Schneidmeißelzustellung findet
eine Feder oder ein Lineal, bei nichtlinearer Abhängig
keit ein Leitkörper Verwendung, der unter Zuhilfenahme
einer pneumatischen Meßdüse abgetastet und damit ver
messen wird.
Es hat sich gezeigt, daß mit dieser bekannten Vorrich
tung Toleranzen von 20 bis 30 µm nur mit einem erhebli
chen zusätzlichen Aufwand unterschritten werden konn
ten, was u. a. darauf zurückzuführen ist, daß die Meßdü
se mit ihrem Durchmesser von etwa 1 mm die zu messende
Größe, d. h. Durchmesserabweichungen vom Sollwert nur
als einen über das Maß des Meßdüsendurchmessers gemit
telten Wert abbilden kann. Um so weniger ist die bekannte
Vorrichtung in der Lage, Maßabweichungen schnell genug
zu erfassen und in einen geeigneten Korrekturdruck um
zusetzen.
In jüngerer Zeit werden an Schneidmeißelhalter mit hy
draulischer Ansteuerung des Stellgliedes immer höhere
Anforderungen hinsichtlich der Arbeitsgenauigkeit ge
stellt. So sind Durchmessertoleranzen von einigen µm
keine Besonderheit mehr, wobei hinzukommt, daß aufgrund
des zunehmenden Einsatzes von neuen Schneidstoffen, wie
z. B. Hartmetall oder polykristallinem Diamant auch hö
here Schnitt- und Bearbeitungsgeschwindigkeiten gefor
dert sind. In diesem Zusammenhang besteht nunmehr das
Bedürfnis, eine Vorrichtung zur Feinbearbeitung von im
wesentlichen zylindrischen Werkstückflächen bereitzu
stellen, mit der es gelingt, mit einer Genauigkeit im
µm-Bereich axial und polar gezielt von der mathematisch
exakten Zylinderform der Werkstückfläche abzuweichen.
Derartige Oberflächen sind beispielsweise bei hochbela
steten Gleitlagern erwünscht, die einer asymmetrischen
mechanischen und/oder thermischen Beanspruchung unter
liegen, was z. B. bei der Kolbenbolzenbohrung einer
Brennkraftmaschine der Fall ist.
Aus der DE 32 45 053 A1 ist zwar bereits ein Lösungsan
satz zur Herstellung derartiger, von der mathematisch
exakten Zylinderform in axialer und polarer Richtung
abweichender Werkstückoberflächen bekannt. Hierbei müs
sen allerdings erhebliche Energiemengen zur gezielten
Auslenkung der Bohrstange und damit der Werkzeugschnei
de bereitgestellt werden. In einem Fall wird über eine
elektrische Spule, die an einen Frequenzoszillator an
geschlossen ist, der aus zwei verschiedenen magneto
striktiven Werkstoffen aufgebaute Werkzeughalter gebo
gen im anderen Fall wird die von einem Spannfutter aus
kragende Bohrstange mit einer Unwuchtmasse versehen und
zwischen dieser und dem Schneidmeißel in einem Flüssig
keitslager gelagert, das mehrere über dem Umfang
gleichmäßig verteilte Zuströmöffnungen hat, die mit
Fluid unterschiedlichen Druckniveaus beaufschlagbar
sind. Bei dieser Vorrichtung wird mit einem offenen
Strömungsmittel-Kreis gearbeitet, welcher sich auf ei
nem hohen Energieniveau befindet, da diese "offene" Hy
draulikfluid-Versorgung unmittelbar auf den Werkzeug
träger einwirkt. Aufgrund der verhältnismäßig großen
Massen, die in die Steuerung einbezogen sind, ergeben
sich ohne zusätzlichen vorrichtungstechnischen Aufwand
keine ausreichenden Ansprechzeiten.
Die bekannten Ansätze zur Herstellung derartiger, von
der mathematisch exakten Zylinderform in axialer und
polarer Richtung abweichender Werkstückoberflächen wer
den durch eine weitere Variante ergänzt, bei der die
von einem Spannfutter auskragende Bohrstange mit einer
Unwuchtmasse versehen und zwischen dieser und dem
Schneidmeißel in einem Flüssigkeitslager gelagert ist,
das mehrere über den Umfang gleichmäßig verteilte Zu
strömöffnungen hat, welche mit Fluid unterschiedlichen
Druckniveaus beaufschlagbar sind. In beiden Fällen er
geben sich allerdings verhältnismäßig große Massen, die
in die Steuerung einzubeziehen sind, was zu entspre
chend großen Signalverzögerungen und damit zu Steue
rungs-Ungenauigkeiten führt.
Auch in den DD-Patentschriften 91 179 und 1 04 223 ist
bereits die Aufgabe angesprochen, Werkstücke mit balli
ger und/oder ovaler Mantelfläche ohne Verwendung von
Formlinealen und Tastern herzustellen. Im Falle der
DD 1 04 223 ist dem Werkzeugträger ein Stellzylinder mit
Servomotor zugeordnet, der in Abhängigkeit von den Aus
gangssignalen eines rechnergesteuerten Verstärkers be
trieben wird. In dieser Druckschrift finden sich aller
dings keine konkreten Hinweise, wie der Werkzeugträger
anzusteuern ist, um eine ausreichend schnelle Folgebe
wegung des Werkzeugs im Ansprechen auf die Steuersigna
le zu bewerkstelligen. Auch wird dort keine konkrete
Lehre gegeben, wie im wesentlichen zylindrische Werk
stückflächen, die in axialer und polarer Richtung ge
ringfügig von der mathematisch exakten Zylinderform ab
weichen, mit Herstellungstoleranzen von einigen µm so
wohl in axialer als auch in radialer Richtung herge
stellt werden könnten. Bei den im Falle der DD-Schrif
ten 91 179 und 1 04 223 verwendeten Stellgliedern in
Form von doppeltwirkenden Kolben-/Zylindereinheiten
sind darüber hinaus bei der Ansteuerung relativ große
Fluidvolumina zu bewegen, was sich nachteilig auf das
Folgesteuerverhalten auswirkt.
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine
Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1
derart weiterzubilden, daß jederzeit reproduzierbar im
wesentlichen zylindrische Werkstückflächen, die in
axialer und polarer Richtung geringfügig von der mathe
matisch exakten Zylinderform abweichen, mit Herstel
lungstoleranzen von einigen µm hergestellt werden kön
nen.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentan
spruchs 1 gelöst.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß nur dann,
wenn die die Druckflüssigkeitskammer der Vorrichtung
versorgende Hydraulik-Anordnung, d. h. der das Träger
teil mit Schneidenhalterstange ansteuernde hydraulische
Druckgeber ständig von einer Druckfluidquelle versorgt
bzw. gespeist wird und eine ausreichende Drucksignal-
Frequenz mit einer ausreichend hohen Bewegungs-Folgege
nauigkeit bereitgestellt werden kann, gängige Werk
stückflächendurchmesser mit üblichen Schnittgeschwin
digkeiten bearbeitbar sind. Dabei kann das den Druckge
ber ansteuernde Ausgangssignal auf einem verhältnismä
ßig niedrigen Energieniveau gehalten werden, so daß die
Ansprechcharakteristik auf einem möglichst hohen Niveau
liegt. Es wird somit mit einem Strömungsmittelüberschuß
bei der Versorgung des Druckgebers gearbeitet, der die
Voraussetzung dafür schafft, daß die Stellsignale im
µm-Bereich reproduzierbar und in kürzester Zeit, d. h.
mit relativ hohen Frequenzen in entsprechende Weg-Fol
gesignale umgewandelt werden. Dabei wird unter Zuhilfe
nahme des Weg- und Winkelmeßsystems jeder Relativstel
lung des Schneidmeißelhalters bezüglich des Werkstücks
ein Ausgangsdruck des Druckgebers zugeordnet, der über
die Strömungsmittelleitung geeigneten Querschnitts ent
weder unmittelbar oder unter Zwischenschaltung eines
Druckwandlers zur Ansteuerung der Druckflüssigkeitskam
mer im Schneidmeißelhalter genutzt wird. Indem das
Druckfluidvolumen, das der Druckvariation durch den
Druckgeber unterliegt, aufgrund der flachen Bauweise
verhältnismäßig klein gehalten wird, erfolgt die Beein
flussung des Drucks im Trägerteil, d. h. in der Druck
flüssigkeitskammer in Form eines nachgeschalteten
Druckmotors mit einem ausreichend guten An
sprechverhalten, um während einer Umdrehung des Werk
stücks oder Werkzeugs kontrollierte Zustellbewegungen
im µm-Bereich zu bewirken. Es zeigt sich, daß mit den
erfindungsgemäßen Maßnahmen jeder erwünschte funktio
nelle Zusammenhang zwischen Relativverschiebung und
-verdrehung bezüglich Werkstück und Werkzeug und Aus
gangsdruck des Druckgebers und damit Ansteuerdruck der
Druckflüssigkeitskammer mit einer Reproduzierbarkeit
von 1 bis 2 µm eingestellt werden kann, wobei die Güte
der Bearbeitung von der Arbeitsgenauigkeit des Weg- und
Winkelmeßsystems bestimmt ist. Der die Druckflüssig
keitskammer speisende Hydraulikkreis sorgt dafür, daß
das Ausgangsdrucksignal des Druckgebers mit geringster
Verzögerung auf die Ausgangssignale des Weg- und Win
kelmeßsystem anspricht, wodurch es gelingt, die Schnei
denhalterstange, d. h. den Abtrieb des Stellmotors mit
Druckfrequenzen in der Größenordnung von ca. 50 bis 80 Hz
anzusteuern und dabei ausreichend große Zustellwege
bereitzustellen. Auf diese Weise sind selbst bei klei
neren Werkstückflächendurchmessern Schnittgeschwindig
keiten erreichbar, die einen wirtschaftlichen Einsatz
moderner Schneidstoffe zulassen. Das hydraulische Aus
gangssignal des Servoventils kann erfindungsgemäß auf
niedrigem Energieniveau gehalten werden, was der An
sprechcharakteristik weiter zugute kommt. Es gelingt
mit den erfindungsgemäßen Maßnahmen somit mit Leichtig
keit, beispielsweise eine Bohrung herzustellen, deren
Querschnitt sich in Axialrichtung ständig nicht nur der
Größe, sondern auch der Form nach ändert.
Eine besonders kleines Volumen der Druckflüssigkeits
kammer bei gleichzeitiger Vereinfachung der Herstellung
des Stellmotors zwischen Trägerteil und Schneidenhal
terstange ergibt sich mit der Weiterbildung des Pa
tentanspruchs 2.
Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung eines Druck
gebers zur hydraulischen Ansteuerung der Druckflüssig
keitskammer ist Gegenstand des Anspruchs 8. Bei direk
ter elektrischer Ansteuerung des Druckgebers, vorzugs
weise in der Ausgestaltung als Überströmventil ist es
zur Erzielung ausreichender Ansprechwerte von Vorteil,
das elektrische Steuersignal unter Zwischenschaltung
von möglichst wenigen Signalwandlern aus den Ausgangs
signalen des Weg- und Winkelmeßsystems zu erzeugen.
Mit der Weiterbildung gemäß Patentanspruch 9 wird die
Arbeitsgenauigkeit zusätzlich gesteigert, da ein digi
tales Weg- und Winkelmeßsystem in der Lage ist, Messun
gen nicht nur mit hoher Präzision, sondern auch mit
großer Auflösung vorzunehmen. Es gelingt mit dieser
Weiterbildung mit einer reproduzierbaren Genauigkeit von 1
bis 2 µm Mantelkonturen von Drehteilen oder Ausnehmun
gen herzustellen, die von einer achsparallelen Geraden
bzw. von einem konzentrischen Kreis um bis zu 500 µm
abweichen.
Um Zeitverzögerungen zwischen der Erzeugung der Aus
gangssignale des Weg- und Winkelmeßsystems und des ent
sprechenden Stellsignals für das Stellglied weitestge
hend zu kompensieren, findet die Weiterbildung des Pa
tentanspruchs 10 Anwendung. Die Programmsteuerung kann
dabei vorteilhafterweise lernfähig ausgebildet sein, um
selbsttätig in Abhängigkeit von erfaßten Fehlerkorrek
tursignalen eine entsprechende Programmkorrektur vorzu
nehmen. Dieses Korrektursystem dient zur Berücksichti
gung systematischer Fehler.
Die Genauigkeit der Erzeugung eines entsprechenden Aus
gangsdrucks eines Druckgebers stromab des elektrisch
angesteuerten Servoventils wird zweckmäßig durch geeig
nete Rückführungen des Druckgeberausgangssignales si
chergestellt. Die zur Aufgabenlösung notwendige hohe
Regelgeschwindigkeit hängt vor allem von der Geschwin
digkeit des Rückführsignales ab. Die höchste Signalge
schwindigkeit liegt vor, wenn das Druckgeber-Ausgangs
signal unmittelbar auf das Stellglied einwirkt, das da
durch gleichzeitig als Meßglied fungiert. Die Rückfüh
rung ist auf diese Weise in den Druckgeber integriert.
Mit der Weiterbildung des Patentanspruchs 12 kann das
rückgeführte Signal an einer bezüglich des Signalflus
ses ausgewählten Stelle in die Signalverarbeitungsein
heit einfließen, was gegenüber der unmittelbaren Druck
rückführung gelegentlich vorteilhaft sein kann.
Mit der Weiterbildung der Vorrichtung beispielsweise in
Form eines Radialstellkopfs gemäß Patentanspruch 14
wird sichergestellt, daß der Schneidmeißel dem Steuer
druck hinreichend genau und im wesentlichen ohne Hysterese folgt,
wobei die Eigenfrequenz des Bohrkopfs deutlich über der
Steuerdruckfrequenz liegt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann zur Ansteuerung
von Schneidmeißelhaltern verwendet werden, die entweder
auf einem Support einer Werkzeugmaschine sitzen oder
von einer Spindel angetrieben sind.
Nachstehend werden anhand schematischer Zeichnungen
mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläu
tert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Prinzipschaltbild zur Verdeutlichung
des Signalflusses bei einer ersten Ausführungsform der
Vorrichtung zur spanabhebenden Bearbeitung von von der
genauen Zylinderform geringfügig abweichenden Werkstüc
ken;
Fig. 2 einen Schnitt gemäß II-II in Fig. 1;
Fig. 3 ein Blockschaltbild einer Variante der er
sten Ausführungsform;
Fig. 4 ein Blockschaltbild einer weiteren Varian
te der ersten Ausführungsform;
Fig. 5 eine Prinzipskizze einer zweiten Ausfüh
rungsform der Vorrichtung;
Fig. 6 eine vergrößerte Schnitt-Darstellung der
Einzelheit "VI" in Fig. 5;
Fig. 7 eine teilweise im Schnitt dargestellte
Seitenansicht eines als umlaufender Bohrkopf ausgebil
deten Schneidmeißelhalters;
Fig. 8 im verkleinerten Maßstab einen Schnitt ge
mäß VIII-VIII in Fig. 7; und
Fig. 9 einen entsprechenden Schnitt gemäß IX-IX
in Fig. 7.
In Fig. 1 ist mit dem Bezugszeichen 2 ein Schneidmei
ßelhalter bezeichnet, der eine Schneidenhalterstange 4
aufweist. Die Schneidenhalterstange 4 ist federnd an
ein Trägerteil 6 angelenkt, so daß ein Parallelfederge
lenk zwischen Schneidenhalterstange und Trägerteil ge
bildet wird. Schneidenhalterstange und Trägerteil bilden
somit einen Stellmotor, wobei die Schneidenhalterstange
bzw. ein damit fest verbundenes Teil den Abtrieb des
Motors bildet. Zu diesem Zweck ist das Gehäuse des
Schneidmeißelhalters mit einem Schlitz 8 versehen und
nimmt im Inneren ein nicht näher gezeigtes Stellglied
in Form einer Kolben/Zylinderanordnung auf, deren
Druckkammer über eine Strömungsmittelleitung 10 mit
Steuerdruck versorgt wird. In Abhängigkeit vom Steuer
druck wird die Schneidenhalterstange 4 und damit die
Schneide 12 in radialer Richtung um Beträge von bis zu
etwa 500 µm ausgelenkt. Auf den Aufbau des Stellgliedes
soll hier nicht näher eingegangen werden. Diesbezüglich
kann auf die Offenbarung in der DE 22 28 553 C3 verwie
sen werden.
Mit 14 ist eine Pinole bezeichnet, die in einer nicht
dargestellten Werkzeugmaschine geführt ist, um eine
Vorschubbewegung in Richtung des Pfeils X auszuführen.
Mit 16 ist das Werkstück bezeichnet, in das eine im we
sentlichen zylindrische Ausnehmung 18 durch Feinstbear
beitung eingebracht werden soll. Die Besonderheit der
Ausnehmung 18 besteht darin, daß Abweichungen von der
regulären, d. h. mathematisch exakten Zylinderform so
wohl in axialer als auch in polarer Richtung gegeben
sind. Die axialen Abweichungen sind der Fig. 1, die po
laren Abweichungen der Fig. 2 entnehmbar und liegen in
der Größenordnung bis zu 500 µm, wobei Toleranzen von
nur einigen µm einzuhalten sind. In Fig. 2 ist mit
strichpunktierter Linie eine Kreislinie dargestellt,
wohingegen mit durchgezogener Linie die tatsächliche
Innenkontur der Ausnehmung wiedergegeben ist. Um die
Ausnehmung 18 mit oben genannten Kriterien herstellen
zu können, dient die nachfolgend näher beschriebene
Einrichtung zur Ansteuerung des Stellgliedes:
Das unter dem Steuerdruck PST stehende Druckfluid wird
über eine Drehdurchführung 19 und die Druckmittellei
tung 10 dem drehenden Trägerteil zugeführt. Der Steuer
druck PST wird unter Zuhilfenahme eines Druckgebers 20
generiert, der in einen Hydraulikkreis 30 integriert,
d. h. von diesem ständig gespeist wird. Dieser weist ei
ne Druckfluidquelle in Form einer Pumpe 32 auf, die
über ein Rückschlagventil 34 eine Versorgungsleitung 36
mit Druckfluid versorgt. Mit 38 ist ein Glättspeicher
bezeichnet, der Druckschwankungen in der Versorgungs
leitung 36 nivelliert. Mit 40 ist ein Druckbegrenzungs
ventil bezeichnet, das eine Verbindung zu einer Rück
laufleitung 42 zum Tank 44 hat.
Der Druckgeber 20 ist von einem elektrisch angesteuer
ten Mehrwege-Druckventil gebildet, das den Steuerdruck
PST in Abhängigkeit von der Größe des elektrischen Si
gnals einstellt, welches an einer Stelleinrichtung 22
anliegt. Das elektrische Signal ist das Ausgangssignal
eines mit 50 bezeichneten Signalverarbeitungssystems,
das eine Recheneinheit 52, eine Signalverarbeitungsein
heit 54 und ein Weg- und Winkelmeßsystem 56 aufweist.
Das Ausgangssignal in der Signalleitung 58 wird wie
folgt erzeugt:
In jedem Augenblick wird die Relativlage in Vorschub
richtung X und in polarer, d. h. Umfangsrichtung O zwi
schen Werkstück 16 und Schneide 12 mittels des Weg- und
Winkelmeßsystems überwacht. Hierzu dient ein linearer
Glasmaßstab 62 und eine kodierte Scheibe 64, deren
Drehstellung bezüglich der Pinole 14 mittels eines
schematisiert dargestellten Fotoabtasters 66 abgelesen
wird. Die entsprechenden Ausgangssignale werden über
Umsetzer 68 und 70 auf den Rechner 52 gegeben, der meh
rere Tastenfelder und einen Bildschirm aufweisen kann.
In den Rechner wird mit Hilfe des Tastenfeldes eingege
ben, auf welche Weise der Schneidmeißelausschlag mit
dem Vorschub und der Phasenstellung bzw. der Drehstel
lung des Bohrkopfes 4 verknüpft sein soll. Dabei ist es
möglich, unter Zuhilfenahme von Festwertspeichern kor
rigierend in die Signalverarbeitung einzugreifen, um
auf diese Weise z. B. das Verhalten der Stellsignale in
Abhängigkeit von der Drehzahl des Bohrkopfes berück
sichtigen zu können.
Der digitale Ausgang des Rechners 52 wird auf die Si
gnalverarbeitungseinheit 54 gegeben, die in Serie einen
Digital/Analog-Wandler 74, einen Verstärker 76 und ein
Summier- bzw. Subtrahierglied 78 aufweist. Der Digital/
Analog-Wandler 74 wandelt die Ausgangssignale des Rech
ners 52 in einen eingeprägten Strom um, so daß die
Stelleinrichtung 22 ebenfalls mit einem Steuerstrom an
gesteuert wird, der in vorbestimmter Weise mit den Aus
gangssignalen des Weg- und Winkelmeßsystems 56 ver
knüpft ist.
Der Steuerdruck PST wird über eine Zweigleitung 80, die
über einen Analog/Digital-Wandler 82 führt, zur Signal
verarbeitungseinheit 54, d. h. zum Verstärker 76 rück
geführt, so daß ein geschlossener Regelkreis für den
Ausgangsdruck des Druckgebers 20 geschaffen ist. Eine
Signalleitung 84 kann zusätzlich zum Rechner 52 führen,
um bereits dort korrigierend auf die Erzeugung der di
gitalen Ausgangssignale einzuwirken.
Um gleichzeitig systembedingte Fehler des Druckgebers
20 so weit wie möglich zu unterdrücken, ist ein Kon
trollsensor 86 zur Erfassung der tatsächlichen Reaktion
der Stelleinrichtung 22 vorgesehen. Das Ausgangssignal
des Kontrollsensors 86 wird über die Signalleitung 88
zum Summier- bzw. Subtrahierglied 78 rückgeführt, so
daß auch die Lage eines Stellgliedes im Druckgeber, wie
z. B. einer Tauchspule oder eines Kolbenschiebers, ge
sondert geregelt wird.
Aus der vorstehenden Beschreibung ist ersichtlich, daß
mit der Prinzipschaltung gemäß Fig. 1 für jedes Aus
gangssignalpaar des Weg- und Winkelmeßsystems 56 ein
Steuerdruck PST erzeugbar ist, der über die Drehdurch
führung 19 auf den Stellmotor im Schneidmeißelhalter 2
einwirkt und einen entsprechenden, gewünschten Aus
schlag der Schneide 12 hervorruft. Aufgrund des klein
gehaltenen Druckfluidvolumens, das der Druckvariation
unterliegt in Verbindung mit der Speisung des Druckge
bers mittels des Hydraulikkreises 30 ergibt sich ein
extrem gutes Ansprechverhalten des Stellmotors bzw. des
Stellgliedes, so daß es den Signalen eines Weg- und
Winkelmeßsystems mit hoher Auflösung folgen kann. Es
können somit im wesentlichen zylindrische Werkstückflä
chen bearbeitet werden, deren Unrundheit sich in axi
aler Richtung ändern kann.
In Fig. 3 ist eine Variante des Druckgebers 20 darge
stellt und mit dem Bezugszeichen 120 bezeichnet. Anson
sten sind diejenigen Teile, die den Komponenten der
Ausführungsform gemäß Fig. 1 entsprechen, mit identi
schen Bezugszeichen gekennzeichnet. Der Druckgeber 120
ist in dieser Ausführungsform als 4/3-Servoventil aus
gebildet, das einen Anschluß für die Pumpenleitung 36,
einen ersten Ausgangsanschluß für die Steuerdrucklei
tung 121, einen zweiten Anschluß 124 und einen Tankan
schluß 126 aufweist. Mit 128 ist eine Steuerspule be
zeichnet, die an die Signalleitung 58 angeschlossen ist
und eine Verschiebung des Kolbenschiebers des Servoven
tils bewirkt. Mit diesem Ventil läßt sich die Stellge
schwindigkeit in Abhängigkeit von der Größe des Signals
in der Signalleitung 58 verändern, wenn das Stellglied
zwei entgegengesetzt wirkende Stelldruckkammern auf
weist.
In Fig. 4 ist eine weitere Variante des Druckgebers
gezeigt. In diesem Fall ist er als Druckregelventil 220
ausgebildet, das über eine elektrische Ansteuerung (Si
gnalleitung 58) den Ausgangsdruck in der Steuerdruck
leitung 221 variiert. Der Ausgangsdruck PST wirkt über
eine Steuerleitung 222 auf eine Kolbenfläche, die einer
einstellbaren Regelkraft entgegen wirkt. Die einstell
bare Regelkraft wird mit Hilfe einer Tauchspule 228 er
zeugt, die an die Signalleitung 58 angeschlossen ist.
Ansonsten entspricht die Steueranordnung derjenigen ge
mäß Fig. 1, was durch identische Bezugszeichen ver
deutlicht wird.
Wenn der Steuerdruck PST den durch das Signal in 58
vorgegebenen Wert erreicht hat, verschiebt sich der
Kolben des Ventils und verringert und sperrt schließ
lich den Durchfluß von der Pumpenleitung 36 zur Steuer
druckleitung 221. Jedem Signalpegel in der Signallei
tung 58 ist ein vorbestimmter Steuerdruck PST zugeord
net.
In den Fig. 5 und 6 ist ein zweites Ausführungsbei
spiel der Vorrichtung gezeigt, das in stark schemati
sierter Darstellung wiedergegeben ist. Die Beschreibung
beschränkt sich dabei auf die Umsetzung der Signale in
einem modifizierten Druckgeber 320, der wiederum in ei
nen Hydraulikkreis integriert ist und eine Drehdurch
führung 19 mit Hydraulik-Druckfluid beaufschlagt. Das
Weg- und Winkelmeßsystem , der Rechner und die Signal
verarbeitungseinheit sind zur Vereinfachung nicht dar
gestellt.
Bei dieser Ausführungsform bildet der Druckgeber ein
elektrisch angesteuertes Überströmventil, das elektri
sche Steuersignale über eine Signalleitung 322 emp
fängt, die an eine nicht dargestellte Signalverarbei
tungseinheit angekoppelt ist. Mit 326 ist eine Druck
fluidquelle bezeichnet, die eine gedrosselte Versor
gungsleitung 328 mit Hydraulikfluid speist. Im Über
strömventil 320 erfolgt eine Druckminderung des Versor
gungsdruckes PV auf den von der Steuerdruckleitung 321
geführten Steuerdruck PST in Abhängigkeit von der Be
aufschlagung eines Plungerkolbens 330. Dieser definiert
mit seiner einen Stirnseite 335 eine Steuerdruckkammer
352 und ragt mit seinem anderen Ende aus dem Gehäuse
338. Zwischen einem Kolbenbund 332 und dem Gehäuse 338
ist eine Druckfeder 336 vorgesehen, die den Plungerkol
ben 330 gemäß Fig. 5 nach links bewegen will. Dieser
Federkraft wirkt die Kraft einer Spule 334 entgegen,
die mittels der elektrischen Signale in der Leitung
veränderbar ist. Die Relativlage des Plungerkolbens 330
bezüglich der offenen Stirnseite eines in das Gehäuse
338 eingesetzten Leitungsröhrchens 340, das einen An
schluß zum Tank hat, ist somit stufenlos veränderbar.
Die Steuerdruckkammer 352 wird über eine Vordrossel 350
mit Druckfluid gespeist, so daß bei geeigneter Abstim
mung der geometrischen Verhältnisse eine annähernde Li
nearität zwischen der Stellung des Plungerkolbens 330
gegenüber dem Röhrchen 340 , das mit dem Plungerkolben
eine weitere, veränderliche Drossel ausbildet, und dem
Druck in der Steuerdruckkammer 352 gegeben ist. Somit
kann der Druck PST durch Variation der Signalpegel in
der Leitung 322 schnell verändert werden. Die Rückfüh
rung des gesteuerten Drucks erfolgt über die Stirnflä
che 335, so daß der Plungerkolben Stellglied und zu
gleich Meßglied ist.
Wenn sich der Plungerkolben durch Ansteigen des Steuer
stroms in der Leitung 322 nach rechts verschiebt, wird
der Drosselquerschnitt zwischen Stirnseite 335 und
Röhrchen 340 verkleinert, so daß das Drucksignal in der
zum Druckmotor führenden Leitung 321 ebenfalls an
steigt.
In den Fig. 7 bis 9 ist ein Ausführungsbeispiel ei
nes Stellmotors gezeigt, mit dem die Steuerdrucksignale
verzögerungsarm in Stellwege des Schneidmeißels umge
setzt werden können. Die Teile 110 und 111 bilden einen
hydraulischen Bohrkopf. Das Teil 110 ist ein flaches
Drehteil von kreisförmigem Querschnitt, das durch einen
exzentrischen Einstich 112 im Bereich der Schnittlinie
VIII-VIII in zwei Abschnitte unterteilt ist, nämlich in
einen eine dünne Platte 113 und einen eine dicke Platte
114 bildenden Abschnitt, die durch einen runden exzen
trisch liegenden Abschnitt 115 miteinander verbunden
geblieben sind. Diese durch den Einstich im oberen Teil
des Teiles 110 entstehende, relativ dünne Platte 113
besitzt etwa die Gestalt einer geschlossenen "Sichel"
- vgl. Fig. 9 - und ist federnd gegenüber dem die un
tere Platte 114 bildenden Abschnitt und dient gleich
zeitig als bewegliche Druckabdichtung für den hier mit
DM1 bezeichneten Druckmotor, wobei der breite Teil der
Sichel in bezug auf Fig. 8 rechts, der schmale Teil
links liegt. Dort weist die Platte 113 ferner auf der
der Platte abgewandten Seite einen zylindermantelförmi
gen Fortsatz 116 auf, der koaxial zur Symmetrieachse
117 - die gleichzeitig die Rotationsachse des Bohrkopfs
bildet - angeordnet und Teil des Druckmotors DM1 ist.
Das Teil 110 bildet den Träger, d. h. die starre Basis
des noch zu erläuternden Druckmotors, während die Plat
te 113 den Abtrieb des Druckmotors bildet.
Das Teil 111 trägt eine zentrisch angeordnete, einen
Schneidmeißel 120 aufweisende Bohrstange 121 und weist
an der der Bohrstange abgewandten Seite einen ebenfalls
zentrisch angeordneten, kolbenförmigen Fortsatz 123
auf, der in den zylindermantelförmigen Fortsatz 116
eingreift. Das Teil 111 ist mittels Schrauben 125 und
einer Abdichtung in Form einer Rundschnurdichtung 126
zwischen den einander zugewandten Zylindermantelflächen
der Fortsätze 116 und 123 fest und dicht mit dem Teil
110 verbunden. Zwischen dem kolbenförmigen Fortsatz 123
und den zylindermantelförmigen Fortsatz 116 bildet sich
eine Fluidkammer 127. Die Höhe dieses Raums - bestimmt
durch die unterschiedlichen Höhen von Fortsatz 116 und
123 - ist wegen der nachteiligen Wirkung der Flüssig
keitskompressibilität möglichst niedrig gewählt. Die
Fortsätze 116 und 123. sind Teile des Druckmotors DM1,
wobei eine dünne, elastische Platte 113 des Teils 110
mit dem Teil 111, das den Abtrieb des Druckmotors DM1
bildet, über die Schrauben 125 starr verbunden ist.
Das Teil weist ferner nahe dem Außenrand Löcher 128 und
einen Zentrierflansch 129 zum Befestigen des Bohrkopfes
an einer Bohrmaschinenspindel auf. Ferner weist das
Teil 110 eine zentrale Druckmittelzuführung auf, die in
den flachen, scheibenförmigen Flüssigkeitsraum 127 mün
det.
Der Abtrieb des Druckmotors DM1 bewegt sich bei Druck
wechsel gegenüber der Basis. Basis und Abtrieb um
schließen die Fluidkammer, welche eine mit Strömungswi
derstand behaftete Fluidzuführung besitzt. Damit die
Fluidkammer trotz Bewegung des Abtriebs dicht bleibt,
ist eine bewegliche Abdichtung vorgesehen. Der Ab
triebsweg ist der durch Druckwechsel hervorgerufenen
Weg des Abtriebsschwerpunktes gegenüber der Basis.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Anordnung ist fol
gende:
Erhöht sich der Druck des Druckmittels, so wird das in
den Raum 127 eintretende Fluid versuchen, ein größeres
Volumen einzunehmen. Dabei wird infolge des durch den
Einstich 112 geschwächten Widerstandsmoments der in be
zug auf Fig. 7 rechte Teil der federnden Platte 113
stärker verformt als der linke Teil. Das Teil 111
schwenkt daher näherungsweise im Gegenuhrzeigersinn um
eine in bezug auf die Achse 117 sich außermittig ein
stellende Schwenkachse nahe der Ebene des Druckmotors
bzw. der Druckflüssigkeitskammer, d. h. um eine zur Ach
se 117 windschiefe Achse im Bereich des Druckmotors.
Geht der Druck des Fluids auf den Ausgangsdruck zurück,
so federt die Platte 113 in ihre Ausgangslage zurück
und die Bohrstange nimmt ebenfalls ihre Ausgangslage
wieder ein. Die Steifigkeit dieser Anordnung ist durch
die Abmessungen ihrer Bauteile, insbesondere der fe
dernden Platte 113 bestimmt.
Hierbei wird ersichtlich, daß das als Druckmotorabtrieb
wirkende Teil 111 kleinere Wege macht als der längs ei
ner gekrümmten Bahn bewegte Schneidmeißel 121 und daß
das Fluidvolumen der Gesamtanordnung klein ist und da
her die Eigenfrequenz des beschriebenen Bohrkopfes hö
her als bei einer Vorrichtung mit einer Bohrstange ist,
die sich bei der Schneidmeißelzustellung infolge eines
Parallelfedergelenkes parallel zur Symmetrieachse 117
bewegt (DE-OS 20 34 601).
Selbstverständlich kann anstelle der beschriebenen
starren Verbindung der Bohrstange mit der Platte 111
die Bohrstange auch mittels eines Werkzeugwechselsy
stems bekannter Bauart mit der Platte verbunden sein.
Alle vorstehend beschriebenen Ausführungsformen erzeu
gen den im Stellglied wirksamen Druck unter Zuhilfenah
me eines beispielsweise von Hand eingebbaren Programms.
Es ist jedoch auch möglich, die Steuerdruckerzeugung
zusätzlich oder allein durch Fehlersignale zu bewirken,
die bei der Abtastung eines unmittelbar zuvor herge
stellten Werkstücks und durch Vergleich der Meßwerte
mit Sollwerten gewonnen werden.
Als Schneidmeißelhalter können abweichend von den ge
zeigten Ausführungsbeispielen auch Werkzeughalter für
Drehstähle, Feinbohrköpfe und andere Bohrstangen Anwen
dung finden. Die erfindungsgemäße Steuerung des
Schneidmeißelhalters ist insbesondere bei Werkzeugma
schinen von Vorteil, die eine Mehrachsen-CNC-Steuerung
besitzen. In diesem Fall kann die Recheneinheit zur
Verarbeitung der Ausgangssignale des Weg- und Winkel
meßsystems herangezogen werden.
Selbstverständlich können anstelle eines Glasmaßstabs
andere Weg- und Winkelmeßvorrichtungen Anwendung fin
den, die vergleichbar exakte Messungen erlauben. In
diesem Zusammenhang sind elektrisch, opoelektronisch
oder magnetisch arbeitende Meßsysteme zu nennen.
Claims (14)
1. Vorrichtung zur spanabhebenden Bearbeitung der
Oberfläche von von der genauen Zylinderform geringfügig
abweichenden Werkstücken, mit einem Schneidmeißelhal
ter, der aus einem Trägerteil und einer daran hydrau
lisch gegen eine Federkraft auslenkbar befestigten
Schneidenhalterstange besteht, und mit einer Druckflüs
sigkeitsquelle, dadurch gekennzeichnet, daß das Träger
teil (6; 106) in seinem Inneren eine quer zur Schnei
denhalterstange (4; 117) verlaufende, flache Druckflüs
sigkeitskammer (127) aufweist, die von einem achsen
senkrechten Membranabschnitt (113) des Trägerteils be
grenzt ist, welcher durch den Druck in der Druckflüs
sigkeitskammer (127) asymmetrisch unter Mitnahme der
Schneidenhalterstange (121) verformbar ist, und daß in
die Zuleitung (10, 21; 80; 328, 321) von der Druckflüs
sigkeitsquelle (32) zu der Druckflüssigkeitskammer
(127) ein elektrisch angesteuertes Servoventil (20;
120; 220; 320) geschaltet ist, dessen Ansteuerung der
art erfolgt, daß der Ausgangsdruck (PST) des Servoven
tils in Abhängigkeit von den Ausgangssignalen eines
Weg- und Winkelmeßsystems (56; 62 bis 70) variiert.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß eine der beiden Begrenzungswände der Druck
flüssigkeitskammer (127) einen exzentrisch angeordneten
Bereich mit verminderter Wanddicke aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das Trägerteil (106) aus einer Ba
sisplatte (110, 114) und einer mit ihr fest verbundenen
Abdeckplatte (111) besteht.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß die Höhe der Druckflüssig
keitskammer (127) so dimensioniert ist, daß das gesamte
Volumen der Druckflüssigkeit in der Druckflüssigkeits
kammer (127) nur wenig größer ist als das zum Auslenken
der Schneidenhalterstange (4; 121) notwendige Flüssig
keitsvolumen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Basisplatte (110, 114) kreisrund
ausgebildet und mit einem exzentrisch umlaufenden Ein
stich (112) versehen ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß das Servoventil ein stetig
verstellbares Wegeventil (20; 120) ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß das Servoventil ein Druckre
gelventil (220) ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß das Servoventil ein Über
strömventil (320) mit einem elektrisch angesteuerten
Plungerkolben (330) und einem mit dessen Stirnfläche
(335) zusammenwirkenden Ablaufröhrchen (340) ist, und
daß in der Zuleitung (328) zu dem Überströmventil (320)
eine feste Drossel (350) vorgesehen ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, da
durch gekennzeichnet, daß das Weg- und Winkelmeßsystem
(56; 62 bis 70) digital arbeitet.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß den Meßsignalen des Weg-
und Winkelmeßsystems (62 bis 66) vorbestimmte Ausgangs
signale zugeordnet werden, die durch Vermessung eines
zuvor fertiggestellten Werkstücks (16) gewonnen worden
sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß das Servoventil (20; 120;
220; 320) in einen Regelkreis eingebunden ist, bei dem
ein dem Ausgang des Servoventils entsprechendes Signal
rückgeführt wird.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekenn
zeichnet, daß das dem Ausgangsdruck des Servoventils
entsprechende Steuersignal über einen vor dem Servoven
til angeordneten Wandler (74, 76; 82) rückgeführt wird.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Ausgangsdruck des Servoventils (20;
120; 220) über einen Analog/Digital-Wandler (82) zu ei
nem Rechner (52) rückgeführt wird.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schneidmeißelhalter ein
umlaufender Radialstellkopf (6) ist.
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