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Verfahren zum Eindampfen und Trocknen.
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Es ist bekannt, die in Verdampfern oder Trockeneinrichtungen entstehenden
Brüdendämpfe entweder in einer Kraftmaschine weiter Arbeit leisten zu lassen oder
zu komprimieren und dem Heizraum wieder zuzuführen. In beiden Fällen ist es nachteilig,
wenn den Dämpfen Gase beigemischt sind.
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Im ersten Falle verderben die Gase das Vakuum des Kondensators bzw.
erhöhen die Luftpumpenarbeit erheblich, im zweiten erhöhen sie die Kompress9rarbeit,
ohne daß eine entsprechende Vermehrung der Heizwirkung erzielt wird.
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Um diese Nachteile zu beheben, hat man vorgeschlagen, den Brüdendampf
zu benutzen, um anderen gasfreien Dampf zu erzeugen, indem er selbst kondensiert
wird. Hierfür wird ein Wärme- bzw. Spannungsgefälle ver-;braucht, das für die Arbeitsleistung
des Dampfes verlorengeht oder im Brüdenkompressor als zusätzliches Gefälle mit überwunden
werden muß, ganz abgesehen von der Wärme, die mit dem warmen Kondensat verlorengeht.
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Es ist bekannt, Flüssigkeiten, die verdampft werden sollen, zuvor
so hoch zu U erhitzen, daß sie die absorbierten Gase unter atmosphärischer Spannung
abgeben. Es ist dies bekannte Verfahren aber nicht benutzt, um im Verdampfer gasfreien
Brüdendampf für die weitere Verwendung in Maschinen zu erzeugen. Außerdem haften
diesem Verfahren noch folgende Nachteile an: 1. Der Wärmeaufwand ist groß, weil
die Flüssigkeit verhältnismäßig hoch erwärmt werden muß, um unter atmosphärischer
Spannung die absorbierten Gase abzugeben.
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2. Die beigemischten Gase, die oft besonders bei Trockengut in großen
Mengen vorhanden sind, werden unter atmosphärischer Spannung nur zum kleinen Teil
ausgetrieben.
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3. Die verhältnismäßig hohe Erhitzung, die für die Entgasung unter
atmosphärischem Druck nötig ist, schädigt die Beschaffenheit manchen Trockenguts
und mancher Lösungen.
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Nach der Erfindung werden diese Nachteile dadurch behoben, daß die
einzudampfende Flüssigkeit oder das zu trocknende Gut fein verteilt einer Spannung,
niedriger als die atmosphärische, ausgesetzt werden, die so gering ist, daß die
Dampfspannung der Flüssigkeit ganz oder nahezu erreicht wird. Dadurch werden die
absorbierten Gase ausgetrieben, und außerdem dehnen sich die beigemischten Gase,
dem Gasteildruck entsprechend, gewaltig aus, so daß auch sie mit großer Vollkommenheit
abgepumpt werden können. Wegen der niedrigen Spannung, unter der die Entgasung stattfindet,
wird im allgemeinen keine oder nur eine geringe Erwärmung des Trockenguts oder der
Lösung, die entgast werden sollen, nötig sein, denn die Temperaturen, die für die
Entgasung erforderlich sind, nehmen mit der Spannung ab. Daraus ergibt sich auch,
daß man bei diesem Verfahren der Erfindung, wenn man nur die Spannung, unter der
entgast wird, niedrig genug wählt, was in jedem Falle durch ausreichende Luftpumpen
möglich
ist, zu hohe Temperaturen, die das Trockengut oder die Lösung schädigen könnten,
stets vermeiden kann.
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Dämpfe, die mit der abzusaugenden Luft vermischt sind, kann man in
an sich bekannter Weise zunächst in einem Kondensator niederschlagen, ehe man die
Gase der Luftpumpe zuführt.
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Die Zeichnung stellt die Erfindung schematisch dar.
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Die zu verdampfende Flüssigkeit tritt bei a in den Raum b ein, in
welchem sie fein verteilt über den Rieselturm c niederrieselt, um hierbei entgast
zu werden. Um die erforderliche niedrige Spannung in dem Gefäß b aufrechtzuerhalten,
ist es mit einer Luftpumpe, beispilsweise mit der Wasserstrahlluftpumpe d, die unter
Umständen auch noch anderen Zwecken, z. B. der Entlüftung des Kondensators e, dienen
kann, verbunden.
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Die auf die Weise von Gasen befreite Flüssigkeit sammelt sich im
unteren Teil des Behälters und wird von hier durch die Pumpe f dem Verdampfer g
zugeführt, wobei ein Schwimmerventil h für gleichmäßigen Flüssigkeitsstand im Verdampfer
sorgen kann.
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Der Heizkörper i des Verdampfers kann beispielsweise durch Dampf beheizt
werden, der in der Turbine k schon teilweise entspannt ist.
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Der durch die Heizwirkung erzeugte Brüdendampf wird durch die Leitung
m einer niedereren Stufe der Turbine wieder zugeführt, um in ihr weiter Arbeit zu
leisten, und um dann zusammen mit dem übrigen Dampf der Turbine im Kondensator e
niedergeschlagen zu werden. In solchen Fällen, in denen sich aus der einzudampfenden
Flüssigkeit noch infolge chemischer Umsetzungen weitere Gase während des Eindampfens
bilden oder saure Dämpfe entstehen, kann noch in an sich bekannter Weise eine Umdestillation
in dem Wärmeaustauschapparat ti vor dem Eintritt des Dampfes in die Turbine erfolgen.
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Auf diese Weise ist es möglich, von der Turbine Gase, welche das
Schaufelmaterial angreifen, und vom Kondensator Gase, welche das Vakuum verschlechtern,
fernzuhalten.
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Wenn das letztere erreicht werden soll, dürfen die aus dem Gefäß b
abgesaugten Gase natürlich nicht in den Saugraum der Luftpumpe des Kondensators
geführt werden, sondern es muß eine besondere Luftpumpe oder der untere Teil des
Diffusors der Wasserstrahlluftpumpe dafür verwandt werden.