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DE3907156C2 - - Google Patents

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DE3907156C2
DE3907156C2 DE3907156A DE3907156A DE3907156C2 DE 3907156 C2 DE3907156 C2 DE 3907156C2 DE 3907156 A DE3907156 A DE 3907156A DE 3907156 A DE3907156 A DE 3907156A DE 3907156 C2 DE3907156 C2 DE 3907156C2
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coking
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coke
compound
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DE3907156A
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Hubert Dipl.-Chem. Dr. 8901 Biberbach De Jaeger
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Sigri GmbH
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    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10BDESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
    • C10B57/00Other carbonising or coking processes; Features of destructive distillation processes in general
    • C10B57/04Other carbonising or coking processes; Features of destructive distillation processes in general using charges of special composition
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10BDESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Inhibierung der im Temperaturbereich von 1400 bis 2000°C auftretenden, irreversiblen Volumenausdehnung bei aus Steinkohlenteerpechen hergestellten Koksen.
Die Erfindung betrifft insbesondere Kokse, die für die Herstellung von graphitierten Formkörpern aus Kohlen­ stoff, im folgenden Graphitkörper genannt, als Rohstoff dienen sollen. Kokse, die für die Herstellung von Graphitkörpern geeignet sind, werden durch thermische Zersetzung von Kohlenwasserstoffen oder Kohlenwasser­ stoffgemischen mit hohem Kohlenstoffgehalt, wie thermischen Teeren, Decantölen, Pyrolyseölen, Schmier­ ölextrakten oder Steinkohlenteerpechen unter weit­ gehendem Ausschluß von Luft vor allem nach dem Delayed- Coking Verfahren hergestellt. In geringerem Maße wird auch das Kammerverkokungsverfahren angewendet. Graphit­ körper haben eine gute elektrische und thermische Leitfähigkeit, eine hohe Thermoschockbeständigkeit, Korrosionsbeständigkeit, mechanische Festigkeit und eine herausragende Temperaturbeständigkeit. Sie werden deshalb in großem Maße bei elektrothermischen und elektrochemischen Prozessen, sowie in der Verfahrens­ technik verwendet. Hauptanwendungsgebiet ist das Elektrostahlverfahren, bei dem zwischen Graphitelektroden mit Durchmessern bis zu 700 mm und Längen bis zu 2700 mm zur Erzeugung der Schmelzwärme ein Lichtbogen brennt.
Die einige Wochen beanspruchende Herstellung von Graphit­ körpern verläuft über mehrere aufwendige Verfahrens­ stufen. Die benötigten Rohstoffe sind teuer. Graphit­ körper haben infolgedessen einen vergleichsweise hohen Preis. Eines der wichtigsten Ziele der Graphithersteller ist es deshalb, den Produktionsausschuß zu minimieren und Produkte mit hohem Nutzwert herzustellen. Graphit­ körper werden aus Koks, einem carbonisierbaren Binde­ mittel und gegebenenfalls Zusätzen von Hilfsmitteln hergestellt. Aus den nach dem Mahlen und Sieben erhaltenen Koksfraktionen werden gemäß den vorgegebenen Rezepturen Trockengutansätze hergestellt. Sodann wird das Trockengut mit einem Bindemittel im allgemeinen heiß gemischt und die Mischung unter Verdichtung, z.B. durch Strangpressen zu Körpern geformt. Die Formkörper werden bis zu Temperaturen von 700 bis 1000°C unter Umwandlung des Bindemittels in eine Koksmatrix zu Koks­ körpern gebrannt und die Kokskörper in Elektroöfen durch Erhitzen auf 2500 bis 3000°C in Graphitkörper umgewandelt. Wichtigster Koksrohstoff sind heute Petrol­ kokse, speziell die anisotropen Petrolpremiumkokse, die wegen ihrer häufig zu beobachtenden Struktur auch Nadel­ kokse genannt werden. Die Nadelkokse haben vergleichs­ weise ausgezeichnete Eigenschaften, wie einen niedrigen thermischen Ausdehnungskoeffizienten, niedrigen elektrischen Widerstand, gute mechanische Festigkeit und eine hohe Wärmeleitfähigkeit. Sie werden deshalb für die Herstellung hochbelastbarer Graphitkörper, wie Elektroden für Höchstlastelektrostahlöfen verwendet.
In den letzten Jahren wurden auch hochwertige, aus Steinkohlenteerpech hergestellte Kokse, sogenannte St-Nadelkokse verfügbar. Die Herstellung großer, belastbarer Graphitkörper aus derartigen Koksen ist jedoch unwirtschaftlich, weil beim Graphitieren durch Ausbildung von Rissen hoher Ausschuß entsteht.
Die Herstellung der Premiumkokse geschieht nach dem Delayed-Coking Verfahren. Dabei werden hochsiedende, möglichst aromatenreiche Kohlenwasserstoffmischungen in einem Ofen, meist einem Röhrenofen auf ca. 500°C erhitzt und dann in Kokstrommeln gefördert, in denen über einen Zeitraum von mehreren Stunden die Verkokung verzögert durchgeführt wird. Der Prozeß findet unter Luftausschluß statt. Nach Beendigung des Verkokungs­ vorganges wird der erhaltene Grünkoks aus den Koks­ trommeln entfernt und bei 1200 bis 1400°C calciniert. Dabei bildet sich das endgültige Porensystem des Kokses aus und der Gehalt an flüchtigen Substanzen sinkt auf Werte von weniger als 1%.
Die Verwendungsfähigkeit eines Kokses hängt außer von seiner Struktur, den Rohstoffen und den Herstellungs­ bedingungen ganz wesentlich von einer Erscheinung ab, die die Fachleute als "Puffing" bezeichnen. Man versteht darunter eine schnell ablaufende, irreversible Volumen­ ausdehnung im Temperaturbereich von 1400 bis 2000°C. Dieses Puffing verursacht in den aus den Koksen herge­ stellten Formkörpern mechanische Spannungen, die neben der Ausbildung von Mikro- und Makrorissen im Gefüge auch zu Ausschuß durch Sprengen des Körpers führen. Außerdem werden wichtige Eigenschaften der Graphit­ körper, wie z.B. die mechanische Festigkeit, der elektrische Widerstand und die Wärmeleitfähigkeit verschlechtert. Das Puffing kann durch langsameres Aufheizen verringert werden. Dies ist jedoch unwirt­ schaftlich und führt auch zu Qualitätseinbußen.
Ursache des Puffing ist bei Petrolkoksen der Schwefel­ gehalt, der bei handelsüblichen Sorten zwischen 0,3 und 1,5% liegt. Wenn die Kohlenstofformkörper z.B. beim Graphitieren den Temperaturbereich von 1400 bis 2000°C durchlaufen, wird der Schwefel plötzlich gasförmig frei und baut infolge der damit verbundenen Ausbildung eines erheblichen Gasdruckes in den Körpern mechanische Spannungen auf, die zu Rissen führen können. Bei Petrolkoksen ist es gelungen, das Puffing durch Zusatz geeigneter Inhibitoren stark zu verringern oder zu unterdrücken. Die Zahl der vorgeschlagenen Puffing­ inhibitoren ist groß und stets kommt es bei ihrer Anwendung auf eine feine Verteilung in dem zu graphi­ tierenden Körper an. Ein wesentlicher Nachteil bei der Verwendung von Puffinginhibitoren ist, daß dadurch der thermische Ausdehnungskoeffizient des Graphits erhöht wird. Dies verschlechtert seine Temperaturwechsel­ beständigkeit und führt zu einem höheren Graphitverbrauch bei den Stahlwerkselektroden. Es muß deshalb das Ziel sein, möglichst wenig von einer möglichst wirksamen Substanz anzuwenden. Diese Aufgabe ist nicht leicht zu lösen und es hat dazu eine Vielzahl von Vorschlägen gegeben.
In DE-AS 10 73 368 wird die Verwendung von Salzen der Alkalimetalle, wie Natrium- oder Kaliumcarbonat als Puffinginhibitoren beschrieben. Die nach dem Brennen abgekühlten Elektrodenrohlinge werden mit einer Natrium- oder Kaliumcarbonatlösung imprägniert und dann graphitiert.
Durch das französische Patent Nr. 14 91 497 wird der Zusatz von Chromoxid zu einer Koks-Pech-Mischung offenbart. Neben der Puffinginhibierung wirkt der Zusatz als Graphitierungskatalysator.
Aus dem britischen Patent Nr. 7 33 073 ist ein Verfahren zu entnehmen, bei dem Oxide von Chrom, Eisen, Kupfer oder Nickel beim Mahlen des Kokses zugesetzt werden und auf diese Weise beim folgenden Mischen mit Pech auf der Oberfläche des Kokses fein verteilt werden. Beim Graphitieren der geformten und gebrannten Körper wirken sie dann als Puffinginhibitoren.
Das US-Patent Nr. 35 63 705 lehrt den Zusatz von Mischungen aus Eisen- oder Calciumverbindungen mit geringen Mengen von Titan- und Zirkonverbindungen zu der Mischung aus Koks und Binder, um das Puffing zu unterbinden.
In US-Patent Nr. 33 38 993 wird für den gleichen Zweck der Zusatz von Calcium-, Magnesium-, Strontium- und Bariumfluoriden zur Mischung aus grünem oder calciniertem Koks und dem Binder beschrieben.
Nach US-Patent Nr. 43 08 177 haben Zusätze chlorierter Naphthaline neben ihrer Wirkung als Preßhilfs- und Kondensationsmittel für Pech auch eine puffinginhibierende Wirkung. Besonders starke, das Puffing inhibierende Effekte ergeben sich bei gleichzeitiger Zugabe von Chlornaphthalinen und inhibierenden Metallverbindungen, wie Eisen-, Chrom-, Kupfer-, Kobalt- oder Manganoxid sowie Erdalkalimetallfluoriden zur Mischung der Herstellungskomponenten vor dem Formgeben, offensichtlich durch synergetische Wirkung. Der Zusatz von 1 bis 3% Calciumcyanamid oder Calciumcarbid als schwefelbindende und das Puffing inhibierende Agenzien zu grünem Koks vor dem Calcinieren wird in der US-PS 36 46 962 offenbart.
Die US-PS Nrn. 43 12 745 und 43 34 980 lehren die Herstellung von Koksen, die kein Puffing haben. Dazu werden einem schwefelhaltigen Einsatzgut Chrom­ verbindungen, vorzugsweise Chromoxid (US-PS 43 12 745) bzw. entweder Eisenverbindungen, vorzugsweise Eisenoxid oder Calciumfluorid (US-PS 43 34 980) zugesetzt und dann nach dem Delayed-Coking Verfahren Koks erzeugt. Alle bekannten Verfahren betreffen den Zusatz von Inhibitoren bei der Herstellung oder Verarbeitung von Petrolkoksen.
Ein besonderes Problem ergibt sich bei Verwendung von Koksen, die aus Steinkohlenteerpech hergestellt worden sind.
Untersuchungen (K.W. Tucker et.al., 13th Biennial Conference on Carbon in Irvine, Calif., Extended Abstracts, S. 191, 192 und I. Letizia, M.H. Wagner, 16th Biennial Conference on Carbon in San Diego, Calif., Extended Abstracts, S. 593, 594 sowie E.G. Morris et.al., ebenda, S. 595, 596) und Erfahrungen bei der technischen Verarbeitung haben gezeigt, daß die für Petrolkokse bestehende Korrelation zwischen der Höhe des Schwefel­ gehaltes und dem Puffing nicht für Steinkohlenteerpech­ kokse gilt und daß insbesondere das Puffing der St-Kokse und der St-Nadelkokse durch Zusatz der für Petrolkokse üblichen Inhibierungsmittel, wie z.B. Eisenoxid oder Chromoxid nicht oder nicht in ausreichendem Maße ver­ ringert werden kann. St-Kokse und St-Nadelkokse mit Schwefelgehalten, die bei Petrolkoksen praktisch kein Puffing mehr verursachen, zeigen ein ausgeprägtes Puffing. Das Puffing der Petrolkokse ist deshalb mit dem Puffing der aus Steinkohlenteerpechen hergestellten Kokse nicht vergleichbar. Die Fachwelt nimmt deshalb an, daß bei aus Steinkohlenteerpechen hergestellten Koksen neben dem Schwefel vor allem andere Einfluß­ faktoren, wie z.B. der Gehalt an Stickstoff ursächlich sind und spricht von einem "anomalen Puffing" der St-Kokse.
Diese Eigenschaft des anomalen Puffing hat, trotz des Vorhandenseins einer Vielzahl von Puffinginhibitoren für Petrolkokse bisher die aus Gründen der Rohstoff­ verfügbarkeit und - Güte sowie aus Gründen der Wirt­ schaftlichkeit durchaus nützliche Verwendung von St-Koksen und der den Petrolpremiumkoksen sonst gleichwertigen St-Nadelkokse für die rationelle Herstellung groß­ formatiger Graphitformkörper, wie z.B. Elektroden für die Stahlherstellung verhindert.
Es ist deshalb die Aufgabe dieser Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Steinkohlenteerpechkoksen, besonders von Steinkohlenteerpechnadelkoksen, die kein oder ein für die Herstellung von Graphitkörpern unschädliches Puffing haben, zu schaffen. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß den Ausgangsstoffen für die Herstellung der Kokse vor oder während der Verkokung mindestens eine in diesen Stoffen nicht lösliche Verbindung der Metalle aus der Gruppe Magnesium, Calcium, Strontium und Barium zugesetzt wird. Als erfindungsgemäße Zusatzmittel werden insbesondere Erdalkalimetallverbindungen aus der Gruppe der Carbonate, Oxide, Carbide und Fluoride einzeln oder in Mischungen untereinander verwendet.
Die Zugabe dieser Substanzen muß so erfolgen, daß ihre gleichmäßige Verteilung über die Menge der zur Ver­ kokung bestimmten Stoffe sichergestellt ist, damit sie später in jedem Volumenelement des Kokses gleich­ mäßig verteilt sind und dort das Puffing inhibieren können. Dies wird zweckmäßigerweise dadurch erreicht, daß die Inhibitoren zunächst in einer mit den zur Verkokung bestimmten Kohlenwasserstoffen (Einsatzgut) mischbaren Flüssigkeit dispergiert werden und dann dem Einsatzgut mittels geeigneter Fördereinrichtungen, wie z.B. über Dosierpumpen während des Prozeßablaufes kontinuierlich und gewichtsproportional zugegeben werden. Natürlich können die Inhibitoren bei dis­ kontinuierlichem oder quasidiskontinuierlichem Betrieb in den entsprechenden Mengen in das Einsatzgut ein­ gerührt und danach durch fortgesetztes Rühren oder Fördervorgänge in der Schwebe gehalten werden. Eine andere erfindungsgemäße Verfahrensweise besteht darin, die Inhibitoren in einer Substanz, die mit den Erdalkali­ metallen Salze oder Komplexverbindungen bilden können, mindestens teilweise zu lösen und sie dann in Form dieser Lösungen oder durch derartige Löseprozesse hergestellter kolloidaler Flüssigkeiten in das Einsatz­ gut zu dosieren. Derartige Substanzen sind Xanthate des Typs [R-OCSS]-, Dithiophosphate des Typs [(RO)₂PSS]-, Dithiocarbamate des Typs [R₂NCSS]-, Mercaptane des Typs RSH, Thiocarbanilid (C₆H₅NH)₂CS, Fettsäuresalze des Typs [RCOO]-, Alkyl- oder Arylsulfonate des Typs [RSO₃]-, Alkylsulfate des Typs [ROSO₃]-, primäre Ammoniumsalze des Typs RNH₃Cl, quartäre Ammoniumsalze des Typs RN(CH₃)₃Cl, Alkylpyridiniumsalze des Typs R(C₅H₄N) · HCl und Phenolate des Typs [(C₆H₅)-O]- und alkyl- bzw. arylsubstituierte Phenolate, wobei R ein aliphatischer, ein aromatischer oder ein gemischt aliphatisch-aromatischer Rest mit mindestens 6 C-Atomen ist. Als vorteilhaft haben sich hierfür auch Succinimidderivate des Typs
deren Herstellung in der US-PS 31 72 892 beschrieben worden ist, erwiesen. Die Zugabe der Inhibitoren zum Einsatzgut kann an verschiedenen Stellen des Verfahrensganges und unter Verwendung bekannter Dosier- und Fördereinrichtungen erfolgen. Beim Delayed-Coking Verfahren geschieht dies zweckmäßigerweise vor der Fördereinrichtung bzw. Pumpe, die das Einsatzgut in den Erhitzer, bzw. Röhrenofen fördert. Alternativ ist die Zugabe beispielsweise auch auf der Strecke vom Erhitzer bis zum Eingang in die Kokstrommeln, direkt in die Koks­ trommeln während des Füllvorganges oder zusammen mit den das Schäumen in den Kokstrommeln regulierenden Substanzen möglich. Darüber hinaus gibt es noch weitere Möglich­ keiten, die der Fachmann kennt und den Gegebenheiten entsprechend nutzt.
Die erfindungsgemäßen Erdalkalimetallverbindungen werden in einer solchen Menge zugegeben, daß der Gehalt an dem jeweiligen Erdalkalimetall in den zur Verkokung bestimmten Stoffen mindestens 0,02 Gew.% beträgt. Die Obergrenze an zugesetztem Inhibitor richtet sich nach den gewünschten Eigenschaften des Kokses und muß durch Versuche ermittelt werden. Sie liegt im allgemeinen bei 1,0 Gew.% bezogen auf den Gehalt an dem jeweiligen Erdalkalimetall im Einsatzgut. Zur Erzielung einer möglichst feinen Verteilung im Einsatzgut muß die Inhibitorsubstanz eine Feinheit von mindestens 100% < 50 Mikrometer und 50% < 20 Mikrometer haben. Der Vorteil der Erfindung liegt in der Schaffung der Möglichkeit, Steinkohlenteerpechkokse, speziell Stein­ kohlenteerpechpremiumkokse herzustellen, bei denen das Puffing beherrscht wird und die dadurch für die Produktion hochbelastbarer Graphitformkörper, wie z.B. Hochlastelektroden für den Elektrostahlprozeß geeignet sind.
Die Erfindung wird anhand folgender Ausführungsbeispiele beschrieben.
Fein pulverisiertem Steinkohlenteerpech mit Eignung für die Herstellung von Nadelkoks (alpha-Harze 0,5%, beta-Harze 31,2%, gamma-Harze 29,0%, Verkokungsrückstand DIN 51905 : 54,1%, Erweichungspunkt DIN 52025 : 84,0°C) wurde in jeweils separaten Ansätzen je eine der Substanzen Fe2O3, CaF2, MgO, MgO in einer 1,5%igen Aufschlämmung eines Succinimidderivates des Typs L 2153 der Fa. Lubrizol und BaCO3 in einer solchen Menge zugesetzt, daß der Gehalt an Inhibitormetall im Steinkohlenteerpech jeweils 1 Gew.% betrug. Ein Ansatz blieb für Vergleichs­ zwecke ohne Zusatz. Jeder der Ansätze wurde in einem Schnellmischer zur gleichmäßigen Verteilung der Inhibitoren gemischt und dann in einem Kammerringofen bis auf 1050°C erhitzt. Dabei betrug der Temperatur­ gradient in der Verkokungsphase 2 K/h. Die so erhaltenen Steinkohlenteerpechkokse unterschieden sich mit Ausnahme ihres Puffingverhaltens nicht und hatten folgende Kenn­ werte:
Schwefelgehalt DIN 51724 Teil 1 : 0,34±0,02%, Wasserstoffgehalt DIN 51912 : 0,066±0,008%, Dichte DIN 51901 : 2,122±0,004 g/cm3, Koeffizient der linearen thermischen Ausdehnung (CTE) DIN 51909 : 0,35±0,05×10-6×K-1.
Zur Herstellung von Probekörpern wurden die Kokse nach Ansätzen getrennt in einer Schlagmühle auf eine maximale Korngröße von 1 mm zerkleinert und danach mit 30 Gew.- Teilen Steinkohlenteerpech (Erweichungspunkt DIN 52025 : 89°C, Verkokungsrückstand DIN 51905 : 59%, Chinolinunlösliche DIN 51921 : 12%) bezogen auf 100 Gew.-Teile Koks 20 Minuten lang in einem heizbaren Z-Arm-Kneter bei 130°C gemischt. Diese Mischung wurde bei einer Massetemperatur von 110°C zu Blockpreßlingen von 50 mm Durchmesser und 80 mm Länge verpreßt. Das Brennen der Preßlinge erfolgte in einem Kammerofen mit einem Temperaturgradienten von ca. 4 K/h bis zu einer Temperatur von 800°C.
Aus den so erhaltenen Kokskörpern wurden Proben der Abmessungen 8×8×60 mm herausgeschnitten und dynamische Puffingmessungen im Temperaturbereich von 1400 bis 2400°C mit einem Hochtemperaturschubstangendilatometer, wie es in M.H. Wagner et.al., High Temperatures High Pressures 13, 153 (1981) beschrieben ist, ausgeführt. Als Maß für das Puffing ist die über den Meßbereich summierte Volumenausdehnung angegeben. Diese Werte wurden aus den linearen Dilatationswerten der Probekörper nach Δ Volumen = 3 Δ Länge ermittelt. Die Ergebnisse sind in der Tabelle verzeichnet.
Tabelle
Die Werte der Tabelle beweisen die gute Wirkung der Metalle der Erdalkaligruppe, besonders des Bariums als Puffing­ inhibitoren bei Steinkohlenteerpechkoksen. Ebenso deutlich ist das Versagen des bei Petrolkoksen als Inhibitor wirksamen Eisens bei Steinkohlenteerpechkoksen.

Claims (13)

1. Verfahren zur Inhibierung der im Temperaturbereich von 1400 bis 2000°C auftretenden irreversiblen Volumenausdehnung bei aus Steinkohlenteerpechen hergestellten Koksen dadurch gekennzeichnet, daß den Ausgangsstoffen für die Herstellung der Kokse vor oder während der Verkokung mindestens eine in diesen Stoffen nicht lösliche Verbindung der Metalle aus der Gruppe Magnesium, Calcium, Strontium und Barium zugesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Verbindung aus der Gruppe der Erdalkalimetall­ carbonate zugesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Verbindung aus der Gruppe der Erdalkali­ metalloxide zugesetzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Verbindung aus der Gruppe der Erdalkali­ metallcarbide zugesetzt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Verbindung aus der Gruppe der Erdalkali­ metallfluoride zugesetzt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere der Verbindungen gemäß den Ansprüchen 1 bis 5 in Mischungen zugesetzt werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung in einer solchen Menge zugesetzt wird, daß der Gehalt an Erdalkalimetallen, bezogen auf die zur Verkokung bestimmten Stoffe, 0,02 bis 1,0 Gew.% entspricht.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die zugesetzten Verbindungen eine Feinheit von mindestens 100% <50 Mikrometer und 50% <20 Mikrometer haben.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungen vor ihrer Zugabe zu den zur Verkokung bestimmten Stoffen in in letzteren mindestens teilweise löslichen Substanzen gelöst werden oder in in letzteren löslichen Substanzen dispergiert werden oder ihre Oberfläche mit in letzteren löslichen Substanzen benetzt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die in den zur Verkokung bestimmten Stoffen mindestens teilweise löslichen Substanzen mit den Metallen aus der Gruppe der Alkali- und Erdalkali­ metalle Salze oder Komplexverbindungen bilden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Inhibitoren den zur Verkokung bestimmten Stoffen bei Förderprozessen kontinuierlich und gewichtsproportional zugegeben werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung des Delayed-Coking Verfahrens die Inhibitoren den zur Verkokung bestimmten Stoffen vor dem Röhrenofen zugesetzt werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung des Delayed-Coking Verfahrens die Inhibitoren den zur Verkokung bestimmten Stoffen vor dem Eindrücken oder während des Eindrückens in eine Kokstrommel zugesetzt werden.
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