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Verfahren zur Sanierung oder Neuanpflanzung
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von Bäumen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Sanierung oder
Neuanpflanzung von Bäumen, insbesondere von Straßenbäumen, wobei um den Baumstamm
herum ein Ernährungsbereich und eine Versiegelung des Erdbodens in Form von Platten
oder dgl. vorgesehen wird. Außerdem befaßt sich die Erfindung mit einem Substrat
sowie mit einer Baumbelüftungsplatte zur Durchführung des Verfahrens.
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Verfahren der genannten Gattung gewinnen eine immer größer werdende
Bedeutung, da vor allem im städtischen Bereich Straßenbäume oder auch Bäume in Fußgängerzonen,
die zum Zwecke der Versorgung und Anlieferung von Geschäften auch durch Kraftfahrzeuge
befahrbar sind, erheblichen Umweltbelästigungen ausgesetzt sind.
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Durch den zunehmenden Bedarf an Stellflächen (Parkplätze) und Fußgängerzonen
werden die Bäume ihres natürlichen Standortes immer mehr enthoben, und die extremen
Umweltbedingungen tragen ein Weiteres dazu bei, daß die Bäume sich nicht mehr ausreichend
ernähren können und Gefahr laufen, abzu sterben.
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Bei den besonders gefährdeten Bäumen sind die schädlichen
Belastungen
vor allem auch auf die Verdichtung des Erdbodens in Folge mechanischer und physikalischer
Eingriffe zurückzuführen. Die Verdichtung des Erdbodens tritt dadurch ein, daß auch
im Bereich der Bäume ein fester Belag (Straßendecke, Fuß- oder Fahrradwege, Pflastersteine
in einer Fußgängerzone) in Form einer Versiegelung erforderlich ist. Dieser Belag
drückt auf den normalerweise lockeren Erdboden, der dadurch verdichtet wird. Die
Bodenverdichtung bewirkt aber eine unzureichende Belüftung des ohnehin nährstoffarmen
Bodens.
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Ein weiteres Problem ist die Wasserverknappung durch Grundwasserabsenkungen,
wie sie bei Tiefbaumaßnahmen vorgenommen werden. Neben der schädlichen Verdichtung
des Erdbodens ist also auch die geringe Bewässerung der Bäume ein nachteiliger Faktor.
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Häufig erstreckt sich die erwähnte Versiegelung unmittelbar bis an
den Baumstamm, und bei einem bekannten Verfahren zur Sanierung von Bäumen ist man
daher schon dazu übergegangen, den festen Bodenbelag um den Baumstamm herum zu entfernen
und in diesem Bereich ausschließlich Erdboden vorzusehen. Der genannte Bereich um
den Baumstamm herum wird als Ernährungsbereich bezeichnet, denn hier ist eine natürliche
und auch künstliche Wasserzufuhr möglich. Außerdem kann durch Auflockerung des Erdbodens
auch für eine
bessere Belüftung gesorgt werden.
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In der Praxis ist allerdings festzustellen, duB die Maßnahme, auf
einem relativ schmalen Streifen in unmittelbarer Nähe des Baumstammes einen Ernährungsbereich
vorzusehen, bei weitem nicht ausreicht, um die erforderliche "Ernährung" des Baumes
sicherzustellen. Man könne zwar daran denken, den nicht versiegelten Ernährungsbereich
zu erweitern, jedoch steht einem solchen Schritt das Bedürfnis an Stellplätzen und
damit an einem festen Bodenbelag entgegen. Somit hat man sich bisher stets veranlaßt
gesehen, den Ernährungsbereich auf den relativ kleinen Stammbereich zu beschränken.
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Es ist auch schon ein Verfahren zur Baumsanierung bekanntgeworden,
bei welchem der erwähnte relativ kleine Ernährungsbereich beibehalten wird, und
bei welchem zusätzlich in einem erweiterten Bereich, wo sich bereits der feste Bodenbelag
befindet, punktförmig sogenannte Belüftereinheiten in den Boden eingebracht werden.
Zu diesem Zweck wird der feste Bodenbelag - z.B. eine Asphaltierung - durchbohrt,
und es wird auch innerhalb des unter dem Belag befindlichen Bodens ein Bohrloch
ausgehoben, in welches dann die Belüftereinheit eingebracht wird. Zum Abschluß des
Bohrloches ist ein entfernbarer Deckel vorgesehen.
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Mit dem beschriebenen Verfahren kann zwar die Baumbelüftung etwas
verbessert werden, jedoch beschränkt sich diese Verbesserung auf die punktförmigen
Stellen, an denen die Baumbelüftereinheiten vorgesehen sind. Außerdem ist der Aufwand
zur Herstellung der Bohrungen beträchtlich.
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Hierzu kommt die Notwendigkeit, die Baumbelüftereinheiten, die als
Wasserspeicher ausgebildet sein können oder mit Mineralsubstrat und Dünger verfüllt
sind, in bestimmten Zeitabständen auszuwechseln. Im übrigen wird der feste Bodenbelag
im Bereich der Bohrungen "zerstört". Der auf die Bohrung abgesetzte Deckel kann
mutwillig entfernt werden, wodurch sich eine Unfallgefahr ergibt.
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Es gibt also bisher kein zufriedenstellendes Verfahren zur Baumsanierung,
und hier greift die Erfindung ein, der die Aufgabe zugrunde liegt, zur Vermeidung
der beschriebenen Nachteile ein Verfahren anzugeben, welches sich auch zur Neuanpflanzung
von Bäumen eignet und welches eine Baumsanierung ermöglicht, die dem Bedarf nach
Stellflächen bzw. nach einem festen Bodenbelag Rechnung trägt.
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Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt bei dem im Oberbegriff des Anspruchs
1 genannten Verfahren dadurch, daß der Ernährungsbereich auf den versiegelten Bereich
ausgedehnt wird, und daß die Versiegelung mit porigen Baumbelüftungsplatten hergestellt
wird, die auf ein Substrat gelegt werden.
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Durch die neuartigen Verfahrensschritte werden auf überraschende Weise
zwei normalerweise sich widersprechende Forderungen erfüllt. Zum einen ist nämlich
der Ernährungsbereich des Baumes erheblich vergrößert, und zum anderen steht trotzdem
ein fester Bodenbelag zur Verfügung, allerdings ohne den Nachteil der auf Grund
der bekannten Versiegelung hervorgerufenen Bodenverdichtung. Dieses vorteilhafte
Ergebnis wird dadurch ermöglicht, daß der versiegelte Bereich mit den Baumbelüftungsplatten
in den Ernährungsbereich mit einbezogen ist.
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Bei der Erfindung wird die Versiegelung durch neuartige porige Baumbelüftungsplatten
hergestellt, unter denen sich ein Substrat befindet. Die Baumbelüftungsplatten,
mit ihrem offenporigen Material ermöglichen eine ausreichende Belüftung und Wasserzufuhr
und können gleichzeitig die Funktion eines festen Bodenbelages übernehmen. Sie sind
gleichwohl auch als Stellplätze für Kraftfahrzeuge geeignet. Parallel zu dieser
Eigenschaft schaffen sie auf überraschende Weise auch einen Lebensraum für die Bäume,
dessen Ernährungsbereich somit praktisch beliebig erweitert werden kann.
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Die Erweiterung des Ernährungsbereiches kann beispielsweise bis zum
Kronentraufbereich erfolgen, denn an der gedachten Grenzlinie dieses Bereiches tropft
das Wasser von den Blättern herunter, und hier enden vor allem die wichtigen
Ernährungswurzeln
des Baumes. Es ist daher eine ausreichende Nährstoffaufnahme über die Ernährunyswurzeln
möglich.
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Bei der Sanierung eines Baumes wird in zweckmäßiger Ausgestaltung
der Erfinduny zunächst nach Art einer Grube eine Auskofferung hergestellt, und zwar
vorteilhaft durch Absaugen des Bodens mittels einer Absaugvorrichtung. Diese Art
der Herstellung der Auskofferung hat den Vorteil, daß die freigelegten Wurzeln geschont
werden. In die Auskofferung wird eine Schicht eines Substrats eingelegt, und anschließend
werden die Baumbelüftungsplatten auf das Substrat gelegt. Dabei kann im Stammbereich
des Baumes - wie bisher schon - ein Bereich verbleiben, der keine Baumbelüftungsplatten
umfaßt (dies war bisher der Ernährungsbereich). In vorteilhafter Weise kann auf
das Substrat noch eine Schicht aus Lava mit einer Körnung zwischen 1 und 32 mm aufgebracht
werden, bevor die Baumbelüftungsplatten aufgelegt werden.
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Das zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens benutzte Substrat
besteht zweckmäßiger Weise aus einem offenporigen Material in Form von Granulat,
wie etwa Lava. Weitere vorteilhafte Materialien sind in den Unteransprüchen angegeben.
Das Substrat ermöglicht eine Luftzufuhr und auch die Zufuhr von natürlichem Wasser
in Form von Niederschlägen.
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Die Baumbelüftungsplatte zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
umfaßt in zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung ein offenporiges, wasserspeicherndes
Material, welches in einem Bindemittel - z.B. Zementleim oder Beton -als Zuschlagstoff
eingebunden ist. Zur Verbesserung der angestrebten Wirkung sind in der Baumbelüftungsplatte
eine Vielzahl von Öffnungen vorgesehen, welche mit Granulat in Form von offenporiger
Lava verfüllt werden können. Die Körnung des Granulats kann zweckmäßiger Weise 1
- 4 mm betragen.
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Die erwähnten Öffnungen können in länglicher Form und relativ schmal
gewählt werden, und da sie zudem mit einem feinkörnigen Granulat verfüllt sind,
kann die Baumbelüftungsplatte ohne weiteres als ein Stellplatz für Kraftfahrzeuge
verwendet werden.
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Die erforderliche mechanische Stabilität der Baumbelüftungsplatte
läßt sich in zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung dadurch erhöhen, daß die Baumbelüftungsplatte
in ihrem unteren Bereich mit einer Bewehrung versehen ist. Ferner ist es auch möglich,
unten an der eigentlichen Baumbelüftungsplatte eine untere Trägerplatte aus Beton
vorzusehen, in welchem sich ebenfalls eine Bewehrung befindet.
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Andere zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen
angegeben und der Zeichnung zu entnehmen.
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Nachfolgend wird die Erfindung anhand des in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispieles naher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 Eine schematische Draufsicht
eines Straßenbaumes im Bereich eines festen Bodenbelages, wobei der Baumstamm im
Querschnitt dargestellt und der obere Teil des Baumes nicht gezeichnet ist, Fig.
2 eine Seitenanischt eines Baumes, in dessen Bereich eine Auskofferung ausgehoben
worden ist, Fig. 3 in einer Querschnittsansicht eine auf ein Substrat und eine Lavaschicht
gelegte Baumbelüftungsplatte, Fig. 4,5 jeweils cine Draufsicht nach eiiier erf<JgLeii
Baumsanierung, Fig. 6 eine weitere Querschnittsansicht einer Baumbelüftungsplatte,
und
Fig. 7 eine Querschnittsansicht einer anderen Baumbelüftungsplatte.
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In der Draufsicht gemäß Fig. 1 ist von einem Straßenbaum die Baumkrone
nicht dargestellt, so daß in einer Schnittansicht nur der Baumstamm 10 zu erkennen
ist. Im übrigen soll die Fig. 1 lediglich verdeutlichen, an welchen ungünstigen
Standorten sich die Straßenbäume heute befinden.
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Benachbart zu dem Baumstamm 10 befinden sich eine Straße und ein Fußweg,
und bis dicht an den Baumstamm 10 heran ist ein fester Bodenbelag z.B. in Form von
Platten 26 vorgesehen etwa um Parkmöglichkeiten für Kraftfahrzeuge zu schaffen.
Somit verbleibt lediglich ein kleiner durch die verstärkt gezeichnete Linie angedeuteter
Ernährungsbereich 20.
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Innerhalb dieses Bereiches - auch als Lebensraum bezeichnet -ist der
Erdboden nicht versiegelt, also nicht durch Platten 26 abgedeckt.
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Bezüglich des Ernährungsbereiches 20, also des nicht versiegelten
Bereiches, wird normalerweise eine Abmessung von 8 m2 gefordert. Allerdings ist
diese Größenordnung bei Straßenbäumen meist nicht einzuhalten. Hinzu kommt, daß
die Platten 26 wegen ihres Gewichtes eine Verdichtung des darunter befindlichen
Bodens bewirken, was dann zu den eingangs schon erwähnten Schaden führt. Neben der
nachteiligen Verdiciltung ist auch noch anzumerken, daß die Platten 26 eine Bewässerung
des darunter befindlichen Bodens verhindern.
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In Fig. 1 ist mit einer gestrichelten Linie noch der Kronentraufbereich
18 angedeutet, und wie man erkennen kann, erstrecken sich die Platten 26 bis in
den Kronentraufbereich 18 hinein.
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Zur Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird nachfolgend
auf Fig. 2 Bezug genommen, welche einen Straßenbaum 12 mit einer Baumkrone 16 und
Wurzeln 14 zeigt, die sich zum Teil bis zum Rand des Kronentraufbereiches 18 erstrecken.
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Bei einer Sanierung werden zunächst die Platten 26 (vgl. Fig.
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1) entfernt, und mittels eines - flexiblen - Saugrohres 19 wird dann
der Erdboden abgesaugt, um eine Auskofferung 24 nach Art einer Grube herzustellen.
Zum Absaugen des Erdbodens 22 kann eine an sich bekannte Saugvorrichtung verwendet
werden, wie sie für die Bohrlöcher bei der eingangs genannten Sanierungsmaßnahme
mit den Baumbelüftern verwendet wird.
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Durch das Absaugen wird der Vorteil erzielt, daß die freigelegten
Wurzeln möglichst wenig beschädigt werden.
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Nachdem die Auskofferung 24 mit einer Tiefe von beispielsweise 30
cm fertiggestellt worden ist, wird in die Auskofferung 24 eine Schicht eines Substrats
34 eingebracht, und auf das Substrat 34 werden anschließend Baumbelüftungsplatten
30 gelegt (vgl. Fig. 3).
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Besonders zweckmäßig ist es, auf das Substrat 34 noch eine Schicht
33 von Lava mit einer Körnung zwischen 1 - 32 mm auf zubringen und erst danach die
Baumbelüftungsplatten auf die Schicht 33 zu legen.
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Hauptbestandteil des Substrats 34 ist ein offenporiqes Material in
Form von Granulat, um eine Tragfähigkeit für die Baumbelüftungsplatten 30 zu erzielen.
Vorzugsweise wird Lava, Bims oder Blähton in Form von Granulat verwendet.
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Außerdem kann das Substrat 34 eine geringe Menge einer organischen
Substanz, z.B. kompostierte Buchenlauberde enthalten. Weitere Bestandteile des Substrats
34 können sein: grober Spaghnum, z.B. Weißtorf und ein Strukturstabilisator in Form
von z.B. Steinwolle, um den Zersetzungsprozeß der organischen Substanz zu vermindern.
Schließlich ist auch noch die Verwendung eines Sorbtionsträgers in Form eines Ionenaustauschers
vorteilhaft.
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Als ein Beispiel wird nachfolgend eine Zusammensetzung für das Substrat
34 angegeben: 40 % Lava 40 % kompostierter Rindenhumus 20 % hygroskopische Mineralwolle
als Granulat.
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Voranstehend wurde das Verfahren gemäß der Erfindung bei einer Baumsanierung
beschrieben. Bei der Neuanpflanzung eines Straßenbaumes 12 wird in der gleichen
Weise verfahren Auch hier wird also eine Auskofferung 24 hergestellt, in welche
dann das Substrat 34 eingebracht wird. Auf das Substrat wird eine Schicht 33 Lava
gelegt und anschließend werden die Baumbelüftungsplatten 30 aufgebracht. Bezüglich
des Substrats 34 ist anzumerken, daß der zuvor genannte Sorbtionsträger in Form
eines Ionenaustauschers bei einer Neuanpflanzung nicht unbedingt erforderlich ist.
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In den Fig. 4 und 5 ist jeweils in einer Draufsicht der Zustand nach
Beendigung der Sanierung bzw. nach einer erfolgten Neuanpflanzung dargestellt. Die
Baumbelüftungsplatten können sich ohne Bedenken sehr nahe bis an den Baumstamm 10
erstrecken, z.B. bis auf 50 cm. Der um den Baumstamm 10 herum verbleibende schmale
ringförmige Streifen, der in Fig. 1 als Ernährungsbereich 20 bezeichnet wurde, muß
bei der Erfindung nämlich nicht mehr die Funktion als alleiniger Ernährungsbereich
übernehmen, denn dieser ist bei der Erfindung durch die Baumbelüftungsplatten erweitert
worden, was nachfolgend noch näher erläutert wird.
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Es sind unterschiedliche Formen und Größen der Baumbelüftungsplatten
möglich, wobei in Fig. 4 die Umrandungen verschiedener Baumbelüftungsplatten 44,
46, 48 und 50 durch
eine Schraffur gekennzeichnet sind. Bei der
vollständig schraffiert gezeigten Baumbelüftungsplatte 52 sind eine Vielzahl von
Öffnungen 32 zu erkennen, welche bis zum unter der Baumbelüftungsplatte 52 befindlichen
Substrat bzw. bis zur Lava-Schicht 33 reichen.
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Die Baumbelüftungsplatte 52 besitzt in ihrer äußeren, dem Baumstamm
10 abgewandten Ecke eine Aussparung 38, die durch eine Abdeckung 42 für einen an
sich bekannten Baumbelüfter ausgefüllt ist. An Stelle der Abdeckung 42 kann auch
ein Poller die Aussparung 38 ausfüllen, beispielsweise um zu verhindern, daß Kraftfahrzeuge
zu nahe am Baumstamm 10 abgestellt werden.
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Die Darstellung in Fig. 5 zeigt besonders deutlich, daß durch die
Baumbelüftungsplatten ausreichend Stellplätze zum Parken von Kraftfahrzeugen zu
Verfügung gestellt werden.
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Die beiden Straßenbäume 12 sind an vier Ecken durch Poller 54 geschützt.
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In Fig. 6 ist die Querschnittsansicht eines Ausführungsbeispiels einer
Baumbelüftungsplatte 52 dargestellt. Wie man erkennen kann, umfaßt die Baumbelüftungsplatte
52 hier zwei Schichten. Die obere Schicht ist die eigentliche Baumbelüftungsplatte,
welche aus einem offenporigen, wasserspeichernden Material gebildet ist, welches
als Zuschlagstoff
in einem Bindemittel wie Zementleim oder Beton
ein gebunden ist. Als offenporiges und wasserspeicherndes Material kann Lava, Bims
oder auch Blähton verwendet werden.
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Die untere Schicht in Fig. 6 besteht aus Stahlbeton mit einer Bewehrung
35. Diese Stahlbetonschicht hat vor allem die Funktion einer Trägerplatte 36.
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Eine andere vorteilhafte Ausgestaltung einer Baumbelüftungsplatte
52 ist in Fig. 7 dargestellt. Hier fehlt eine gesonderte Trägerplatte 36, wie sie
in Fig. 6 vorgesehen ist, und die Bewehrung 35 ist im unteren Teil der Baumbelüftungsplatte
52 angeordnet.
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Wie weiter oben schon an Hand von Fig. 4 erwähnt wurde, besitzt die
Baumbelüftungsplatte 52 mehrere Öffnungen 32, die sich über die gesamte Dicke der
Baumbelüftungsplatte 52 erstrecken.
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Diese Öffnungen 32 werden mit Granulat 40 in Form offenporiger Lava
ausgefüllt, wobei die Körnung des Granulats etwa 1 - 4 mm beträgt.
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Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung besteht darin, daß die neuartige
Baumbelüftungsplatte 52 ebenso wie die eingangs erwähnte bekannte Platte 26 in Fig.
1 als Stellfläche
für Kraftfahrzeuge geeignet ist. Es erfolgt
also auch bei der Erfindung im Grunde genommen eine Versiegelung, allerdings ohne
die nachteiligen Wirkungen, die sich bei Verwendung der bekannten Platten 26 ergeben.
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Neben der Versiegelung gewährleistet die Baumbelüftungsplatte 52 nämlich
die Erhaltung eines Ernährungsbereiches für den Straßenbaum 12. Für die Ernährung
ist das Substrat 34 verantwortlich, und durch die Öffnungen 32 ist eine "Verbindung"
durch die Baumbelüftungsplatte 30 hindurch zu dem Substrat 34 sichergestellt. Es
ist daher eine ausreichende Wasserversorgung auf Grund natürlicher Niederschläge
möglich. Ferner gestattet die Verwendung der offenporigen Lava für die Baumbelüftungsplatte
52 auch eine ausreichende Belüftung, die bei der an Hand von Fig. 1 geschilderten
Verdichtung nicht gegeben ist.
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Die Erfindung gestattet aber nicht nur eine Erweiterung des Ernährungsbereiches,
als Vorteil ist auch noch zu nennen, daß die Pflege der Bäume sich erheblich reduziert.
Durch den Einsatz der neuartigen Baumbelüftungsplatten wird das Oberflächenwasser
(übrigens auch eventueller Tau) gezielt aufgenommen, wozu die offenporige Lava beiträgt.
Es werden also insgesamt optimale Standortbedingungen für einen Stra-Benbaum geschaffen,
so daß spätere Sanierungen überflüssig
werden. Die Erfindung besitzt
daher auch einen Kostenvorteil.
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Zu erwähnen ist noch, daß bei der Erfindung auch im unmittelbaren
Bereich des Baumstammes 10 das Substrat 34 vorgesehen werden kann, allerdings befindet
sich in diesem Bereich keine Baumbelüftungsplatte.
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Wenn gemäß Fig. 5 eine Baumreihe angepflanzt oder saniert wird, erstrecken
sich die Baumbelüftungsplatten 30 jeweils zwischen den einzelnen Bäumen, und zwar
auch außerhalb der Kronentraufbereiche 18, auf welche der Ernährungsbereich beispielsweise
erweitert worden ist. Die Baumbelüftungsplatten 30 können also einheitlich verlegt
werden, auch wenn sich dabei einige Platten außerhalb des Kronentraufbereiches 18
befinden.
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