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Vorrichtung zur selbsttätigen Essigbereitung. Die Erfindung betrifft
eine Vorrichtung zur Herstellung von Essig mit Hilfe von zeitweise in Umdrehung
versetzten Fässern o. dgl. Diese Vorrichtung besitzt gegenüber den bekannten drehbaren
Essigbildnern folgende Vorteile: Die Bewegung der sich drehenden Fässer wird selbsttätig
hervorgebracht,. und zwar zu jeder Zeit, sei es am Tage oder in der Nacht, sobald
die Drehung notwendig wird. Es ist mittels der neuen Vorrichtung möglich, Fässer
von großen Abmessungen zu benutzen. Die selbsttätige Benutzung - des Arbeitsgutes
ist dabei stets gesichert. Die Entstehung von die Essigbildung ungünstig beeinflussenden
Nebengärungen wird dadurch verhindert, daß die Temperatur der Fässer niemals 37°
C überschreiten kann.
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In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der die Erfindung Mldenden
Vorrichtung dargestellt. Es zeigen Fig. i und 2 eine Seiten- und Stirnansicht der
Vorrichtung mit einem absatzweise drehbaren Faß, Fig. 3 und q. eine Seitenansicht
und einen Grundriß der Vorrichtung mit zwei Fässern, Fig. 5 eine Stirnansicht der
elektrisch angetriebenen Haspel zur Bewegung der Fässer, Fig. 6 einen Grundriß zur
Veranschaulichung der Kabelführung, Fig. 7 einen Querschnitt durch einen der seitlichen
Laufringe des Fasses, Fig. 8 einen Querschnitt durch den mittleren Seilführungsring
des Fasses.
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Auf dem Umfang des Fasses A sind zu beiden Seiten in gleichem Abstand
vom Boden zwei Eisenringe i angebracht, die trapezförmigen Querschnitt besitzen
(Fig. 7). Diese Ringe dienen als Laufschienen und bewegen sich auf den Laufrollen
2, deren Flanschen 3 gegen die hohen Kanten q. der Laufschienen i anliegen, so daß
ein Abgleiten des Fasses von den Laufrollen verhindert wird. Die Laufrollen drehen
sich in Lagern 5, welche auf Blöcken D aus Holz o. dgl. angeordnet sind. Die Blöcke
ruhen auf dem Grundmauerwerk C, das die Gesamtanordnung trägt. Mitten zwischen den
beiden Ringen i ist auf dem Bauch des Fasses A ein dritter Metallring 6 (Fig. 8)
angebracht, der mit einer Schraubennut von vier Gängen versehen ist.
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In der Schraubennut 7 des Ringes -6 ist ein aus Metall o. dgl. bestehendes
Kabel 8 aufgewickelt, das mit drei Windungen das Faß umgibt, um ein Gleiten zu verhindern.
Das eine Ende des Kabels ist auf der auf der Welle to sitzenden Trommel g aufgewickelt,
und zwar in einer Länge, die der Länge des auf dem Faß aufgewickelten Kabelteiles
entspricht. Von der Trommel g aus geht das Kabel über eine Führungsrolle =i (Fig.
6) und ist hierauf dreimal um den Nutenring eines jeden Fasses geführt; sodann läuft
es über die Leitrolle i2,
die fest in dem Lagerbock B gegenüber
der Haspel g befestigt ist, und kehrt zu der Trommel zurück, auf welcher es nunmehr
entgegengesetzt zu den ersten Windungen aufgewickelt wird, nachem es eine Führungsrolle
13 tangential passiert hat, die gleichzeitig das Anliegen des Seils an den Fässern
verhindert. Die Spannung des Kabels 8 wird geregelt mit Hilfe der Halteschraube
14 der Führungsrolle 12, Die Haspel g ist in zwei gleiche Hälften geteilt. Jede
Hälfte ist genutet, und zwar die eine entgegengesetzt zu der anderen. Es liegen
also zwei entgegengesetzte Schraubennuten 15, 16 auf der Haspel, in welchen
sich die Enden des Kabels 8 bei der Bewegung der Fässer A ab- und aufrollen. .
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Die Haspel g wird getrieben durch einen Elektromotor z7 mit Hilfe
des Riemens 18, der über das Triebrad des Motors und über eine Riemenscheibe ig
auf der Welle 2o läuft. Auf dieser Welle ist ein Getrieberad 21 aufgekeilt, das
mit dem Getrieberad 22 der Welle 23 kämmt. Auf letzterer ist ferner ein zweites
Getrieberad 24 aufgekeilt, das @ mit dem Rade 25 der Welle 26 in Eingriff steht;
ein zweites Rad 27 dieser Welle treibt ein Zahnrad 28 und mit diesem die Haspelwelle
=o an (Fig, 4 und 5). Dieses Reduktionsgetriebe kann auch durch ein anderes geeignetes
Getriebe, beispielsweise ein Schraubengetriebe o. dgl., ersetzt werden.
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Die Haspel g wird abwechselnd in der einen oder anderen Richtung mit
Hilfe des Elektromotors x7 in Gang gesetzt. Das Anlassen des Motors, der hier als
Drehstrommotor gedacht ist, erfolgt im geeigneten Augenblick mit Hilfe eines selbsttätigen
Anlassers (Fig. 3). Auf einer Tafel D sind Sicherungen E angebracht, ferner ein
Unterbrecher F, ein Relais G mit Elementen P, ein Schalter H und ein Druckknopf
I für wahlweises Anlassen. Das Gestell des Reduktionsgetriebes ist mit einem Stromwender
und Unterbrecher J versehen, der von dem Getriebe 29 der Haspelwelle io mit Hilfe
der Triebkette 3o, die über das Zahnrad 31 des Stromwenders läuft (Fig. 3 und 5),
angetrieben wird.
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Um in jedem Augenblick die Innentemperatur des Fasses A berücksichtigen
zu können, ist -ein mit Quecksilber gefülltes elektrisches Kontaktthermometer 32
an der Stirnwand des Fasses angebracht, dessen Kugel in das Innere des Fasses hineinragt
und stets in Berührung mit dem Inhalt desselben ist. Dieses Thermometeristdurchzweielektrische
Kontakte 33 und 34 mit zwei Metallstäben 35, 36 verbunden, welche die Rolle von
Stromabnehmern spielen, wenn sich die Fässer in der Stellung nach Fig. 2 befinden.
Dabei steht einer der Kontakte 34 auf dem Grad 37 des Thermometers. Jeder Stab wird
getrage:i durch eine Klemme 37 bzw. 38 (Fig. x und 2), die auf der Stirnwand des
Fasses A verschraubt ist. Die Stäbe 35 und 36 stehen in * Verbindung mit den Kabeln
39, 40, die zu dem selbsttätigen Schaler J, - einer elektrischen Uhr L und einer
Glocke S führen.
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Für die Fabrikation von Essig mittels sich drehender Bottiche ist
es notwendig, daß erstens die Fässer A eine volle Umdrehung in der einen oder anderen
Richtung, und zwar einmal oder mehrmals in 24 Stunden, ausführen, damit die dauernde
Benetzung des bei der Erzeugung des Essigs benutzten Füllmateials gesichert ist,
und zweitens, daß die Fässer A auch dann gedreht werden, wenn das Essiggut auf eine
Temperatur von 37° C kommt, damit die Temperatur wieder unter diesen Betrag sinkt.
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Um diese abwechselnden Umdrehungen selbsttätig in den gewünschten
Zeitpunkten herbeizuführen, sind die Anordnungen in folgender Weise getroffen. .
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Die Drehung der Fässer wird durch die drei folgenden, voneinander
unabhängigen Mittel erzeugt, die auf den selbsttätigen Schalter wirken i. durch
das elektrische Thermometer 32, wenn die Temperatur des Essiggutes auf 37 ° C steigt.
Die Einrichtung kann natürlich auch so getroffen werden, daß je nach den klimatischen
Verhältnissen das Schließen des Stromes bei Temperaturen erfolgt, die über oder
unter 37' C liegen, 2. durch die elektrische Uhr L, die den Strom "in regelmäßigen
Zeitabständen, bei vorliegendem Ausführungsbeispiel alle drei Stunden, schließt,
3. durch den Druckknopf I zur wahlweisen Einschaltung.
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Wenn die Innentemperatur in einem der Fässer A 37° C erreicht, so
schließt die Quecksilbersäule des Thermometers den -elektrischen Strom, der sich
durch die Leitung 39, 40 zum Relais G fortpflanzt. Der Kontaktschalter überträgt-
unmittelbar den Strom durch den Stromwender .J -zum Elektromotor 17, der
hierdurch angelassen wird und die Haspel mittels des Zwischengetriebes in Gang setzt.
Die eine der Hälften des Kabels 8 rollt sich dabei auf die Haspel g auf, während
die andere Hälfte sich abrollt. Hierbei werden die Fässer A einmal um sich selbst
gedreht, wodurch die Innentemperatur um 2 oder .3' fällt. Nachdem die Fässer eine
volle Umdrehung ausgeführt haben, unterbricht der Stromwender J den Strom und kehrt
ihn für die nächste Bewegung um. Der Elektromotor hält in diesem Augenblick an und
die Fässer nehmen die Lage nach Fig. 3 ein.
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Wenn der Zeiger der elektrischen Uhr auf
eine der
auf dem Zifferblatt befestigten Klemmen q.2 stößt, so überträgt sich der elektrische
Strom unmittelbar auf das Relais G und den Kontaktschalter H, wodurch der Elektromotor
17 abermals angelassen wird und die Fässer in Umdrehung versetzt. Die Unterbrechung
des Stromes erfolgt- hierbei ebenfalls durch den Stromwender J.Durch Niederdrücken
des Druckknopfes I kann der Elektromotor 17 von Hand zu beliebiger Zeit in Gang
gesetzt werden, um eine Drehung der Fässer zu bewirken.
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Im Augenblick des Schließens des elektrischen Stromes ertönt die elektrische
Glocke F. Nach einmaliger Umdrehung der Fässer erfolgt durch den Stromwender eine
Umschaltung des Stromes, so daß sich die nächste Umdrehung in entgegengesetztem
Sinne vollzieht.
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Um die Vorrichtung mitten in einer Umdrehung anzuhalten, wird der
Unterbrecher F geöffnet. Er unterbricht dann den Strom, der Kontaktschalter H fällt
herab, und der Motor 17 hält an. Um abermals anzulassen, genügt es, den Strom zu
schließen, indem der Druckknopf I . gedrückt wird. Die Vorrichtung vollendet dann
die unterbrochene Umdrehung.