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Verfahren und Vorrichtung zum Zusammenführen, Vereinigen,
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Strecken und gemeinsamen Ablegen einer Mehrzahl textiler Faserbänder
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
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Bei bekannten gattungsgemäßen Vorrichtungen (Strecken) ist die Zufuhrseite
nach Art eines Gatters gestaltet. Die Faserbänder werden in aller Regel aus Transportkannen
kommend dem Gatter vorgelegt und über angetriebene Transportrollen an eine Zusammenführungsstelle
der Strecke herangeführt. Nach dem Passieren einer Zusammenführvorrichtung sind
die Faserbänder vereinigt und durchlaufen nun ein Streckwerk, das den zusammengeführten
und vereinigten Faserbändern einen' Verzug erteilt. Danach wird das Faserband an
einer oder zwei Ablieferungsstellen wieder in Transportkannen abgelegt.
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Mit dem Anstieg der Anzahl und Größe der dem Gatter vorgelegten Kannen,
mit der Vermehrung der Faserbänder, mit dem Anstieg der Produktionsgescheindigkeiü,
allgemein mit der Vergrößerung des Durchsatzes einer Strecke wird es immer schwieriger,
als Endprodukt ein völlig gleichmäßig verzogenes Faserband zu erhalten.
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Es ist bereits bekannt, das die Strecke durchlaufende Faserband hinsichtlich
einer Nummerabweichung zu überwachen und bei einer festgestellten Abweichung von
der Soll-Nummer durch Verzugsänderung die Soll-Nummer wieder zu erreichen. Dabei
entstehen nachteilige Auswirkungen auf die nicht gleichmäßig genug zugeführten Faserbänder.
Man hat daher auch schon zugleich mit der Verzugs änderung die Faserbandzufuhrgeschwindigkeit
geändert, indem g]eich:inrlig mit der Drehzahländerung der die Verzugsänderung bewirkenden
Walze auch eine Drehzahländerung der Transportrollen des Gatters vorgenommen wurde.
Hierbei ergeben sich aber wiederum Nachteile, weil zum Beispiel wegen der großen
zu beschleunigenden oder zu verzögernden Massen Regelpendelungen und Verzögerungen
auftreten, die wiederum zu Verungleichmäßigungen vor dem Einlauf in die erste Streckpassage
führen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, beim Zusammenführen, Vereinigen,
Strecken und gemeinsamen ablegen einer mehrzahl textiler Faserbänder das Auftreten
von Unregelmäßigkeiten sowohl vor als auch hinter der Zusammenführungsstelle zu
verhindern und insgesamt ein gleichmäßiges Faserband als Endprodukt zu erzeugen.
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Diese Aufgabe wird bezüglich des Verfahrens durch die im Anspruch
1 beschriebene Erfindung gelöst. Die neue Vorrichtung zum Durchfahren des Verfahrens
ist im Anspruch 3 beschrieben. Eine vorteilhafte Ausgestaltung des neuen Verfahrens
ist im Anspruch 2, vorteilhafte Ausgestaltungen der neuen Vorrichtun, sind in den
Ansprüchen 4bis 17 beschrieberl.
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Bevor ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert wird,
soll zunächst auf die Vorteile der Erfindung eingegangen werden.
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Der vorgeschlagene Faserbandspeicher erlaubt es, das Gatter ohne Nachteile
von der Steuerung oder Regelung der übrigen Strecke zu trennen. Die Transportrollen
ds Gatters werden vorteilhaft dem Inhalt des Faserbandspeichers entsprechend gesteuert.
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Vorteilhaft kann die Antriebsvorrichtung für die Transportrollen aus
zwei Energiequellen gespeist werden, nämlich aus einer ersten Energiequelle für
die Grundlast, zum Beispiel aus dem Hauptantriebsmotor der gesamten Einrichtung,und
aus einer steuerbaren Energiequelle für die Zusatzlast, zum Beispiel aus einem Elektromotor
steuerbarer Drehzahl. Da die zu bewältigenden Drehzahldifferenzen nur sehr klein
sind, kann die steuerbare Energiequelle klein bemessen sein. So dürfte zum Beispiel
bei einer Strecke ein in der Drehzahl steuerbarer Elektromotor von 200 Watt ausreichend
sein.
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Ein vorzügliches, mechanisch wirkendes, zur geeigneten Zusammenschaltung
der Energiequellen dienendes Element ist zum Beispiel ein Differentialgetriebe.
Der Steg des Differentialgetriebes kann zum Beispiel an den steuerbaren Motor angeschlossen
sein. Ein günstiger Betriebspunkt der neuen Vorrichtung kann so gelegt werden, daß
der steuerbare Motor stillsteht, wenn die Transportrollen ihre vorausberechnete
Nenndrehzahl haben. Der Antrieb erfolgt dann ausschließlich vom Streckenantrieb
beziehungsweise vom Hauptantriebsmotor aus. Zur Regelung der Transportrollen genügt
es dann, den Steg des Differentialgetriebes mittels des steuerbaren Motors aus dem
Stillstand heraus nach Plus oder Minus ganz langsam zu drehen.
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Günstig ist eine Zweipunktregelung nach Maßgabe des Speicherinhalts.Eine
solche Zweipunktregelung wird durch die bekannten Annäherungsschalter, fotoelektronischen
Einrichtungen oder dergleichen erhalten. In Verbindung mit einem Maxima/Minima-Schalter
kann dann bei Erreichen des Minimal-Speicherinhalts auf schnellere Drehzahl und
bei Erreichen des Maximal-Inhalts auf langsamere Drehzahl der Transportrollen geschaltet
werden. Das braucht; auch nicht abrupt zu gehen, die Drehzahländerung kann vorteilhaft
weich einsetzen.
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Sind die geschilderten Voraussetzungen erst einmal geschaffen, dann
kann die Erfindungsaufgabe noch besser erfüllt werden, weil jetzt eine kleindimensionierte
und daher verzögerungsarm arbeitende Verzugsänderungsvorrichtung zum Ausgleich gemessener
Nummer-Abweichungen des Faserbandes zum Einsatz kommen kann. Eine solche Verzugsänderungsvorrichtung
ist zweckmäßig an der Zusammenführungsstelle eingerichtet und in die Zusammenführvorrichtung
integriert. Hiernach besteht die Einrichtung zum Zusamrnenführen und Vereinigen
der Faserbänder aus einem Lin".ugswalzenpaar und einem Verzugswalzenpaar mit einem
zwischen den Walzenpaaren vorhandenen Streckfeld, wobei die Unterwalze des Verzugswalzenpaaresmit
dem Hauptantriebsmotor der gesamten Einrichtung in Verbindung ist. Die Unterwalze
des Einzugswalenpaares dagegen wird gemäß einer Faserbandüberwachungsvorrichtung
ge geregelt, It, wenn die Überwachungsvorrichtung in Bandlaufrichtung voraus oder
gesteuert, wenn die Faserbandüberwachungsvorrichtung hinter der Zusammenführvorrichtung
liegt.
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Diese erwähnte ßteuervorichtung beziehungsweise Regelvorrichtung kann,
wie bereits angedeutet, fertigungstechnisch einfach gestattet sein. Die Gatterregelung
bleibt dabei
von der Bandregelung oder Bandsteuerung unbeeinflußt.
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Dies ist die Voraussetzung für eine weitere Ausgestaltung der Erfindung
mit dem Ziel, die Vorrichtung, die das Einzugswalzenpaar steuert oder regelt, noch
masseärmer zu machen und dadurch mit noch weniger Verzögerung zu steuern oder zu
regeln. Auch hier kann nämlich die tJnterwalze des Einzugswalzenpaares aus zwei
Energiequellen gespeist werden, nämlich einer Energiequelle für eine Grundlast und
einer steuerbaren Energiequelle für eine Zusatzlast, wobei eine Steuerleitung als
Wirkverbindung zwischen einer den Querschnitt, das Volumen oder das Gewicht des
Faserbandes messenden Faserband-Meßvorrichtung und der steuerbaren Energiequelle
besteht.
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Dieser Vorschlag bedingt zwar zum Beispiel einen weiteren Elektromotor
steuerbarer Drehzahl. Dieser Elektromotor kann jedoch noch kleiner bemessen sein,
als derjenige, der zur Regelung des Gatters dient. Dieser kleine Zusatzaufwand lohnt
sich, weil dann in weiterer Ausgestaltung der Erfindung die Unterwalze des Einzugswalzenpaares
in konzentrischer Anordnung eine Welle und eine Hohlwelle aufweisen kann, wobei
die Welle mit dem Hauptantriebsmotor in Verbindung ist und an ihrem anderen Ende
das Differentialgetriebe antreibt, während die Hohlwelle die Unterwalze trägt und
durch das Differentialgetriebe angetrieben wird. Auch hierbei ist dann der Steg
des Differentialgetriebes mit dem steuerbaren Elektromotor in Verbindung.
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Die geschilderten Maßnahmen dienen einzeln und in ombination der Lösung
der Erfindungsaufgabe, wobei, ie rreits erwähnt, die erste Maßnahme, nämlich die
vom ei,erltlichten Streckwerk unabhängige Regelunfr des Gatters, die
Voraussetzung
für die weiterführenden Maßnahmen des zweiten Vorschlags sind, der eine bessere
Regelung beziehungsweise Steuerung des Faserbandes selbst zum Ziel hat.
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Der vorgeschlagene Faserbandspeicher besteht im einfachsten Fall aus
einer durchhängenden Faserbandschlaufe.
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Damit der freihängende Teil der Faserbandschlaufe stets etwa die gleiche
Länge hat, ist für eine reibungsarme Faserband-Ablagevorrichtung gesorgt worden.
Hierzu würde sich zum Beispiel eine hochglanzpolierte Fläche aus Metall eignen.
Diese Fläche könnte auch in Bandzugrichtung geneigt angelegt werden. Besser ist
es jedoch, wenn die Faserband-Ablagevorrichtung aus einem angetriebenen Transportband
besteht. Das Transportband wird mit der Faserband-Normalgeschwindigkeit angetrieben.
Die Relativbewegung zwischen Faserband und Ablagevorrichtung ist dann in jedem Fall
sehr klein, gleichgültig, ob das Transportband von dem Hauptantriebsmotor angetrieben
wird oder zum Zweck des Synchronlaufes an die Unterwalze des Einzugswalzenpaares
der Zusammenführeinrichtung angeschlossen ist. Das letztere ist zwar theoretisch
günstiger, jedoch muß man dabei bedenken, daß dann die oszillierend zu beschleunigenden
und zu verzögernden Massen größer sind. Ob das eine oder das andere im Einzelfall
besser ist, kann aber leicht durch einen Betriebsversuch geklärt werden.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt.
Anhand dieses Ausführungsbeispiels wird die Erfindung in den folgenden Textabschnitten
noch näher erläutert und beschrieben.
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Fig. 1 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung schematisch in der Seitenansicht.
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In Fig. 2 ist ein Faserhand-Laufschema in der Ansicht von oben dargestellt.
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Fig. 3 zeigt schemati-ch ein Differentialgetriebe, wie es zum Antrieb
der Transportrollen Verwendung finden kann, Fig. 4 zeigt in etwas genauerer Darstellung
den vorgeschlagenen Antrieb der Unterwalze des Einzugswalzenpaares der Zusammenführvorrichtung.
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In der Zeichnung Fig. 1 ist eine insgesamt mit 11 bezeichnete Strecke
dargestellt. Man erkennt ein Maschinengestell 12, eine Faserbandablagevorrichtung
13, ein Streckwerk 14, eine Faserbandmeßvorrichtung 15, eine Zusammenführvorrichtung
16, einen insgesamt mit 17 bezeichneten Faserbandspeicher und auf der Zufuhrseite
ein Gatter 18.
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Unter dem Gatter 18 steht eine Mehrzahl großer Transportkannen. In
Fig. 1 erkennt man die Kannen 19 und 20. Auf der Abgabeseite erkennt man eine weitere,
jedoch kleinere Transportkanne 21.
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An der Faserband-Ablagevorrichtung 13 erkennt man ein Trichterrad
22 mit einem Bandtrichter 23, ein Paar Kalanderwalzen 24, 25 und einen Bandverdichtungstrichter
26= Im Streckwerk 14 erkennt man vier Walzenpaare, bestehend aus angetriebenen Unterwalzen
27 bis 30 und Oberwalze 71 bis 34.
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Bei der Zusammenfuhrvorrichtung 16 erkennt man ein Verzugswalzenpaar,
bestehend aus einer angetriebenen Unterwalze 35 und einer Oberwalze 36, und ein
Einzugswalnpaar, bestehend aus einer antreibbaren Unterwalze 37 und einer Oberwalze
38.
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Beim Faserbandspeicher 17 erkennt man eine Faserband-I\Ä-lagevorrichtung
39, bestehend aus einem Transportbatid 40 und zwei Bandrollen 41, 42, von denen
die Bandrolle 41 angetrieben ist. Außerdem erkennt man, daß in dem Faserbandspeicher
17
die Faserbänder von der Seite betrachtet eine Faserbandschleife 43 bilden, die in
der minimalen Endlage dargestellt ist. Die maximale Endlage der Faserbandschleife
43 ist mit 43' bezeichnet und strichpunktiert dargestellt. Dem Faserbandspeicher
17 ist außerdem eine überwachungsvorrichtung für den Speicherinhalt zugeordnet,
bestehend aus zwei optoelektronischen Annäherungsschaltern 44, 45, die mit einem
Maxima/Minima-Schalter 74 in Verbindung sind.
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Auf der Zufuhrseite erkennt man, daß das Gatter 18 Tansportrollen
46, 47 aufweist. Die beiden Transportrollen haben gemeinsam mit weiteren, hier aber
wegen der Kürze des Zeichnungsblattes nicht mehr dargestellten Transportrollen eine
gemeinsame Antriebsvorrichtung 48. An die Antriebsvorrichtung 48 schließt sich ein
Traggestell 49 für die Transportrollen des Gatters 18 an.
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Die einzelnen, aus den Transportkannen 19, 20 und aus weiteren Kannen
kommenden Faserbänder liegen auf den Transportrollen 46, 47 und auf den weiteren
Transportrollen des Gatters 18 einzeln auf, und zwar durch gleichartig ausgebildete
Scheiben 50 voneinander getrennt. Man erkennt in Fig. 1 einen Faserbandstrang 52,
der über die Transportrollen 47 und 46 geführt ist und dem an der Transportrolle
47 das aus der Kanne 19 kommende Faserband 53 zugeführt wird. Nach Verlassen\ der
Transportrolle 46 bildet der Faserbandstrang 52 im Faserbandspeicher 17 die Faserbandschleife
43.
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Den aufbau der Antriebsvorrichtung 48 zeigt Fig. 3. Man erkennt hier
ein insgesamt mit 54 bezeichnetes Differentialgetriebe, dessen Leistung aufnehmendes
Rad über eine
Welle 59, ein Zahnriemenrad 60, einen Zahnriemen
5G und ein nicht näher dargestelltes Vorgele-e mit dem in Fig. 2 schematisch dargestellten
Hauptantriebsmotor 57 der Strecke 11 in Verbindung steht. Das Leistung abgebende
Rad 58 ist über eine Welle 61, ein Kettenrad 62 und eine Kette 63 mit den Transportrollen
46, 47 in Verbindung.
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Hierzu besitzen die Transportrollen ebenfalls Kettenräder 64. Die
Räder 55 und 58 des Differentialgetriebes 54 sind durch ein in dem Steg 65 gelagertes
Kegelrad 66 miteinander in Verbindung. Der Steg 65 ist über ein Schnekkenrad 67
und eine Schnecke 68 mit einem hier als steuerbare Energiequelle dienenden Elektromotor
69 in Verbindung.
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Es besteht eine insgesamt mit 70 bezeichnete Wirkverbindung von der
Überwachungsvorrichtung 44, 45 zu der Antriebsvorrichtung 48, und zwar über Steuerleitungen
71, 72, 73 und einen Maxima/Minima-Schalter 74. Die Steuerleiturig 73 führt zum
Elektromotor 69, dessen Drehzahl bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel der Erfindung
durch die beiden Annäherungsschalter 44, 45 auf eine später noch zu beschreibende
Art und Weise gesteuert wird.
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Die schematische Zeichnung Fig. 2 läßt erkennen, daß die einzelnen
Faserbänder 52' des Faserbandstrnges 52 in der Zusammenführvorrichtung 16 vereinigt
werden, danach eine Fasertandmeßvorrichtung 15 durchlaufen, dann das Streckwerk
14 passieren und darf in den Bandverdichtungstrichter 26 gelangen. Die Zusammenführvorrichtung
16 besteht, wie bereits erwähnt, aus dem Einzugowalzenpaar 37, 38 und dem Verzugswalzenpaar
35, 36. Dazwischen befindet sich ein Streckfeld 75. Die Zeichnung Fig. 2 läßt erkenten,
daß eine Wirkverbindung 76 besteht zwischen dem Hauptsntriebsmotor 57 und den Unterwalzen
27, 2,R, 29, 30 und 35.
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Die Unterwalze 37 des Einzugswalzenpaares 37, 38 wird aus zwei Energiequellen
gespeist, nämlich einer Energiequelle für eine Grundlast und einer steuerbaren Energiequelle
für eine Zusatzlast. Als Energiequelle für die grundlast dient hier ebenfalls der
Hauptantriebsmotor 57.
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Die Unterwalze 37 des Einzugswalzenpaares 37, 38 ist, wie insbesondere
Fig. 4 zeigt, mit einem Differentialgetriebe 77 in Verbindung. Dabei weist die Unterwalze
37 in konzentrischer Anordnung eine Welle 78 und eine Hohlwelle 79 auf. Die Welle
78 ist über die Wirkverbindung 76, die aus bekannten mechanischen Getriebeteilen,
wie Wellen und Zahnrädern bestehen soll, mit dem Hauptantriebsmotor 57 in Verbindung
und mittels Lager 80, 81 am Maschinengestell 12, 12' der Strecke 11 gelagert. An
ihrem einen Ende trägt die Welle 78 das Leistung aufnenrnende Rad 82 des Differentialgetriebes
77. Die Hohlwelle 79 trägt die Unterwalze 37 und trägt auch an ihrem einen Ende
das Leistung abgebende Rad 83 des Differentialgetriebes 77.
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Die in dem Steg 84 auf Achsen 85, 86 gelagerten Planetenräder 87,
88 sind als Stufenräder ausgebildet. Der Steg 84 trägt eine Riemenscheibe 89, die
mittels eines Zahnriemens 90 mit einem Elektromotor 91 steuerbarer Drehzahl verbunden
ist, der als steuerbare Energiequelle für die Zusatzlast dient. Die Zeichnung Fig.
2 läßt erkennen, daß eine Steuerleitung 92 als Wirkverbindung zwischen der den Querschnitt
des Faserbandes messenden Faserbandmeßvorrichtung 15 und dem Elektromotor 91 besteht.
Die Faserbandmeßvorrichtung 15 besitzt zwei Meßrollen 93, 94. Die Meßrolle 93 ist
stationär gelagert, die Meßrolle 94 ist -3agefrcn f(3crnd gelagert und durch eine
Druckfeder 95 belastet. Je nach dem gemesserlerl Querschnitt des vereinigten t1aserbandes
ist die Meßrolle 94 mehr oder weniger an die
Meßrolle 93 angenähert.
Jede Veränderung des Abstands der beiden Meßrollen wird mittels der Wirkverbindung
92 auf den steuerbaren Elektromotor 91 in der Weise übertragen, daß bei einer Annäherung
der Meßrollen aneinander, gleichbedeutend mit einer Querschnittsverringerung des
Faserbandes, die Drehzahl des Elektromotors 91 erhöht und umgekehrt bei einer Vergrößerung
des Abstands der Meßrollen erniedrigt wird. Dabei pendelt der in dem Verzugs feld
75 dem Faserband erteilte Verzug um einen geringen Mittelwert von beispielsweise
1 : 1,5.
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Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, daß die Zeichnung Fig.
4 auch Einzelheiten der Oberwalze 38 zeigt, nämlich eine Biegekräfte aufnehmende
Achse 96, die Walze lager 97, 98 trägt, auf denen das Tragrohr 99 der Oberwalze
38 abrollt.
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Die Hohlwelle 79 beziehungsweise die Unterwalze 37 ist mittels Wälzlager
100, 101 gegen die Welle 78 abgestützt und auf der Welle drehbar gelagert. Auch
der Steg 84 des Differentialgetriebes 77 ist mittels eines Wälzlagers 102 auf der
Welle 78 rotierbar gelagert. Außerdem ist der Steg 84 mittels eines Wälzlagers 103
auf der Hohlwelle 79 gelagert.
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Das aus den Transportkannen 19, 20 und anderen mittels der Transportrollen
abgezogene Faserband 52' ist im Faserbandspeicher 17 noch nicht zu einem gemeinsamen
Faserband vereinigt. Das geschieht erst in der Zusammenführvorrichtung 16, in der
das Faserband insgesamt um einen geringen Betrag verzogen wird. Das Faserband verläßt
iie Zusalrlrnenfüllrvorrichtung 16 als ein breit gef:=chertes Band und wird dann
in der Faserbandmcßvorriciltwjg 15 auf einen kompakteren Querschnitt gebracht, um
wieder aufzuf.icilern und das Streckwerk 14 bereit gefächert zu durchlaufen.
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Der Hauptantriebsmotor 57 rotiert mit gleichbleibender Drehzahl. Erreicht
die Faserbandschleife 43 im Faserbandspeicher 17 die minimale Endlage, so schaltet
der Annäherungsschalter 44 den Maxima/Minima-Schalter 74 ein.
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Über die Steuerleitung 73 schaltet der Maxima/Minima-Schalter 74 den
Elektromotor 69 ein. Der Elektromotor 69 dreht mittels des weiter oben erwähnten
Schneckengetriebes nun ganz langsam den Steg 65 des Differentialgetriebes 54. Die
Folge ist, daß sich das Leistung abgebende Rad 58 des Differentialgetriebes 54 ein
klein wenig schneller dreht als das Leistung aufnehmende Rad 55.
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Daher rotieren auch die Transportrollen 46, 47 etwas schneller. Das
hat ein allmähliches Anwachsen der Länge der Faserbandschleife 43 zur Folge, bis
sie ihre maximale Endlage 43' erreicht. Jetzt spricht der Annäherungsschalter 45
an und schaltet den Maxima/Minima-Schalt er 74 wieder aus. Über die Steuerleitung
73 wird dadurch auch der Elektromotor 69 ausgeschaltet und der Steg 65 des Differentialgetriebs
54 steht wieder still. Das Leistung aufnehmende Rad 55 dreht jetzt genau so schnell
wie das Leistung abgebende Rad 58. Daher rotieren nun die Transportrollen 46, 47
etwas langsamer und die Länge der Faserbandschleife 43 verringert sich wieder. Das
Wechselspiel des Füllens und Entleerens des Faserbandspeichers 17 wiederholt sich
so in ständigem Wechsel. Dies ist eine besonders einfache Methode der Faserbandregelung.
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Unabhängig davon wird die Faserbandmeßvorrichtung 15 tätig. Hier wird
der Abstand der Meßrollen 93, 94 voneinander geflossen. Jede Regelabweichung von
einem Sollwert wird mittels der Steuerleitung 92 an den Elektromotor 91 übermittelt
und in eine Drehzahländerung des Elektromotors umgesetzt. Bei einer Verringerung
des
Abstands der Meßrollen 93, 94 voneinander, gleichbedeutend
mit einer Verringerung des Faserbandquerschnitts, wird die Drehzahl des Elektromotors
91 erhöht, so daß die Unterwalze 37 schneller rotiert, was einer Verringerung des
Faserbandverzuges im Verzugs feld 75 zur Folge hat. Umgekehrt wird bei einer Vergrößerung
des Abstands der Meßrollen 93, 94 voneinander die Drehzahl des Elektromotors 91
vermindert, was einen höheren Verzug des Faserbandes im Streckfeld 75 zur Folge
hat.
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Die bisherigen Ausführungen lassen erkennen, daß die Konstantregelung
des Faserbandes eine ständig schwankende Drehzahl der Unterwalze 37 bedingt. Die
Drehzahl der Unterwalze 37 ist maßgebend für die Entnahme des Faserbandes aus dem
Faserbandspeicher 17. Der Faserbandspeicher 17 selbst besitzt eine einfache Füllstandsregelung.
Beide Regelsysteme arbeiten unabhängig voneinander, wobei weder die Füllstandsregelung
noch die gesamte Faserbandzufuhr einen nachteiligen Einfluß auf die Faserbandkonstantregelung
hat.
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Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte und beschriebene Ausführungsbeispiel
beschränkt. Beim gewählten Ausführungsbeispiel durchlaufen sämtliche zugeführten
Faserbänder 52' den Faserbandspeicher 17. In vereinfachter Ausführung ist es aber
auch denkbar, lediglich zwei oder drei Faserbänder den Faserbandspeicher 17 durchlaufen
zu lassen, deren Verhalten dann repräsentativ für das Verhalten der übrigen Faserbänder
ist.
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Auch die Art und Ausbildung der dargestellten und beschriebenen Differentialgetriebe
ist nicht als Einschränkung des Erfindungsgedankens aufzufassen. Es gibt auch andere
Möglichkeiten,
jeweils zwei Energiequellen zusammenzuschalten.
Aus Gründen der Zweckmäßigkeit wurde eine solche Zusammenschaltung gewählt, bei
der die eine Energiequelle die Grundlast übernimmt, die andere nur die Zusatzlast.
Dabei ergibt sich der Vorteil, laß die Energiequelle für die Zusatzlast, gemessen
an dzr Energiequelle für die Grundlast, sehr klein sein kann. In verschlechteter
Ausführung ist der Erfindungsgelanke aber auch dadurch zu verwirklichen, daß man
zum Beispiel bei der Zweipunktregelung der Faserbandzufuhr irn Wechsel von der einen
auf die andere Energiequelle umsenaltet.
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So könnte zum Beispiel der Hauptantriebsmotor den Antrieb der Antriebsvorrichtung
48 bei bestimmter Grunddrehzahl übernehmen, während die zweite Energiequelle den
Antrieb immer dann übernimmt, wenn die Drehzahl der Antriebsvorrichtung nach Maßgabe
des Speicherinhals höher sein muß.
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Ein Elektromotor, der so groß bemessen ist, daß er in der Lage ist,
sämtliche Transportrollen der Zufuhrseite anzutreiben, könnte neben dem Hauptantriebsmotor
ler Strecke als zweite Energiequelle der erwähnten Antriebsvorrichtung dienen. Das
Ankuppeln des Antriebsmotors zwecks Über nahme der Last könnte in dem Fall durch
eine bekannte Überhol-kupplung geschehen. Dieses einfache Konzept hat aber den Nachteil,
daß der Motor wesentlich größer dimensioniert werden muß, als das bei Verwendung
eines Differentialgetriebes gemäß dem gewählten Ausfütirungsbeispiel der Erfindung
der Fall ist.
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