-
-
BESCHREIBUNG
-
Die Erfindung betrifft eine Kompressionsschraube, die insbesondere
zur endodontalen Kompressionsverschraubung bei Zahnwurzelfrakturen verwendbar ist.
-
Aus der "Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift" 27, 927 bis 928 (1972)
ist die Verwendung einer Schraube zur endodontalen Schienung von Zahnwurzelfrakturen
bekannt. Die verwendete Schraube besteht aus einem festen Kopf, einem gewindelosen
Schaftteil und einer mit selbstschneidenem Gewinde versehenen Schaftspitze. Bei
der beschriebenen Verwendung der Schraube treten Problem hinsichtlich der exakten
Aufeinanderführung und der Festigkeit der resultierenden Schienung auf.
-
Beispielsweise ist es ausgesprochen schwierig, die Auflagefläche des
festen Schraubenkopfes im koronalen Fragment so festzulegen, daß bei fester Eindrehung
des selbstschneidenden Gewindes in den apikalen Wurzelkanal koronales Fragment und
apikales Wurzelteil unter Kompression paß genau und fest miteinander verbunden werden.
-
Die Erfindung betrifft eine besonders für endodontale Kompressionsverschraubung
geeignete neue Kompressionsschraube, die einen lösbaren Schraubenkopf aufweist,
der ein Innengewinde besitzt; der zylindrische Schraubenschaft weist entlang etwa
zwei Drittel seiner Gesamtlänge ein Außengewinde auf, daß dem Innengewinde im lösbaren
Schraubenkopf entspricht. Auf diese Weise wird erreicht, daß der Schraubenkopf nicht
nur lösbar, sondern in Bezug auf den Schraubenschaft stufenlos verstellbar ist.
Der nicht mit diesem Gewinde versehene Schaftteil läuft in einer mit selbstschneidendem
Gewinde versehenen Schaftspitze aus, die in den ausgeräumten Wurzelkanal des apikalen
Wurzelteiles eingeschraubt und in ihm verankert wird. Durch die Höhenverstellbarkeit
des
lösbaren Schraubenkopfes ist gewährleistet, daß die Probleme
hinsichtlich der Festigkeit der Verbindung von koronalem Fragment wegen der Höhenverstellbarkeit
des lösbaren Schraubenkopfes nicht mehr, wie bei der vorbeschriebenen Kompressionsschraube,
kritisch ist.
-
Bei einer besonderen erfindungsgemäßen Ausführungsform ist der lösbare
Schraubenkopf in Form eines Hohlzylinders ausgebildet, wobei sich das Schraubenkopfgewinde
im Inneren des Hohlzylinders befindet und dem Gewinde auf dem Schraubenschaft entspricht,
die Höhe des Hohlzylinders entspricht in etwa der Länge des Schaftgewindes.
-
Vorzugsweise sind an dem lösbaren Schraubenkopf Angriffsflächen angeordnet,
an denen ein entsprechend ausgebildeter Schlüssel zum Anziehen des Schraubenkopfes
angreifen kann.
-
Insbesondere sind diese Angriffsflächen für einen entsprechend ausgebildeten
Schlüssel innerhalb des lösbaren Schraubenkopfes, beispielsweise in Form von Aussparungen
oder Erhebungen, ausgebildet, um das Anziehen des Schraubenkopfes mit einem Schlüssel,
der von oben auf den Schraubenkopf einwirken kann, zu ermöglichen, wobei vorzugsweise
der Durchmesser des entsprechend ausgebildeten Schlüssels in seinem Angriffsbereich
nicht größer als der des Schraubenkopfes ist.
-
Bei einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kompressionsschraube
ist der Schraubenschaft in Form eines Rundstabes mit konstantem Durchmesser ausgebildet;
er weist ein dem Schraubenkopfgewinde entsprechendes Außengewinde auf, wobei die
Länge des Gewindes vorzugsweise etwa zwei Drittel der Gesamtlänge des Schraubenschaftes,
einschließlich der Schaftspitze mit dem selbstschneidenen Gewinde,entspricht. Bei
einer anderen erfindungsgemäßen Ausführungsform
ist das Schaftende,
das der mit selbstschneidenem Gewinde versehenen Schaftspitze gegenüberliegt, mit
Angriffsflächen versehen, über die ein Schraubenschlüssel zum Anziehen des Schraubenschaftes
mit der mit selbstschneidenden Gewinde versehenen Schaftspitze angreifen kann.
-
Vorzugsweise ist dieses Schaftende, das mit dem Schraubenkopfinnengewinde
entsprechendem Gewinde versehen sein kann, oder ohne Gewinde versehen ist, in Form
eines Sechskants oder Vierkants ausgebildet, wobei vorzugsweise der größte Durchmesser
des derartig ausgebildeten Schaftendes höchstens den gleichen Durchmesser wie der
Gewindeteil des Schaftes aufweist.
-
Eine andere erfindungsgemäße Ausführungsform ist am anderen Ende
des Schraubenschaftes in Form einer Holzschraubenspitze mit selbstschneidendem Gewinde
ausgebildet.
-
Vorteilhafterweise ist der Durchmesser des selbstschneidenden Gewindes
größer als der des Schaftgewindes zurschraubenden Verbindung mit dem lösbaren Schraubenkopf;
hierdurch wird erreicht, daß der aufgebohrte Wurzelkanal mit konstantem, in etwa
dem Gewindedurchmesser entsprechenden Radius aufgebohrt werden kann, wobei dennoch
gewährleistet bleibt, daß die Schaftspitze mit dem selbstschneidendem Gewinde in
dem Wurzelkanal des apikalen Wurzelteiles verschraubbar bzw. verankerbar ist.
-
Bei einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform ist der Querschnitt
durch den Schraubenkopf in senkrechter Richtung zur Schraubenkopfachse unsymmetrisch
ausgebildet, um hierdurch eine Verdrehung des kompressionsverschraubten koronalen
Fragments gegenüber dem apikalen Wurzelteil zu verhindern.
-
Besonders vorteilhaft ist es, wenn der als Hohlzylinder ausgebildete
lösbare Schraubenkopf auf seiner Außenfläche Erhöhungen oder Vertiefungen aufweist,
die sich im wesentlichen in Achsrichtung des lösbaren Schraubenkopfes erstrecken.
-
Wenn auch die erfindungsgemäße Kompressionsschraube für einige weitere,
ohne weiteres erkennbare Verwendungszwecke geeignet ist, besitzt sie doch ihre herausragende
Bedeutung für die Kompressionsverschraubung im chirurgischen Bereich, insbesondere
bei der endodontalen Schienung bei Zahnwurzelfrakturen.
-
Die Erfindung wird anhand der folgenden Figuren näher erläutert:
Fig. 1 ist die schematische Wiedergabe eines erfindungsgemäßen Schraubenschaftes;
Fig. 2 ist die schematische Wiedergabe eines erfindungsgemäßen lösbaren Schraubenkopfes;
Fig. 3 ist die Wiedergabe des Schraubenschaftes gemäß Fig. 1 mit teilweise aufgeschraubtem
Schraubenkopf gemäß Fig. 2, Fig. 4 ist die schematische Wiedergabe einer bevorzugten
Verwendungsart der erfindungsgemäßen Kompressionsschraube.
-
In Fig. 1 ist der Schraubenschaft 1 wiedergegeben, wobei das Schaftende
2 mit quadratischem Querschnitt zum Angriff eines entsprechend ausgebildeten Steckschlüssels
zum Drehen des Schaftes zum Einschrauben der mit selbstschneidenem Gewinde versehenen
Schaftspitze 4 in den ausgeräumten Wurzelkanal des apikalen Wurzelteiles ausgebildet
ist. Der Schraubenschaft 1 ist praktisch entlang seiner gesamten Länge mit einem
Schraubengewinde 3 mit konstantem Durchmesser versehen.
-
In der bevorzugten Ausführungsform nach Fig. 1 beträgt die Gesamtlänge
des erfindungsgemäßen Schraubenschaftes einschließlich der Schaftspitze 4 etwa 24
mm, wobei die Länge der mit
selbstschneidendem Gewinde versehenen
Schaftspitze 4 etwa 5 mm beträgt. Der verbleibende Teil des Schraubenschaftes ist
praktisch mit dem Schraubengewinde 3 mit konstantem Durchmesser versehen. Der Durchmesser
dieses erfindungsgemäß bevorzugten Schraubenschaftes beträgt 1,5 bis 2 mm, vorzugsweise
1,8 mm.
-
In Fig. 2 ist ein erfindungsgemäßer lösbarer Schraubenkopf in Form
eines Hohlzylinders 5 mit innenseitig eingeprägtem Gewinde 7, das dem Außengewinde
3 auf den Schaft 1 gemäß Fig. 1 entspricht, wiedergegeben; dieses Innengewinde 7
erstreckt sich praktisch über die gesamte Länge der Innenwand des hohlzylinderförmigen
Schraubenkopfes 5.-Vorzugsweise ist der hohlzylinderförmige lösbare Schraubenkopf
am oberen Kopfende mit Aussparungen 6 zum Angriff eines Schraubenziehers zum Aufschrauben
des lösbaren Schraubenkopfes 5 auf den Schaft 1 mit dem Gewinde 3 gemäß Fig. 1 versehen;
im bevorzugten Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 weist der lösbare Schraubenkopf
am Kopfende zwei gleich tiefe, sich gegenüberliegende Einkerbungen bzw. Ausnehmungen
in der Hohlzylinderwand auf.
-
Vorteilhafterweise sind auf der Außenwand des hohlzylinderförmigen
lösbaren Schraubenkopfes 5 in Richtung der Zylinderachse ausgerichtete Nuten oder
Grate 8 angeordnet; bei Verwendung eines derartigen Schraubenkopfes muß bei Verwendung
der erfindungsgemäßen Kompressionsschraube bei Zahnwurzelfrakturen die Bohrung im
koronalen Fragment einen größeren Durchmesser besitzen, der den Erhöhungen bzw.
Graten 8 auf der Außenwand des Hohlzylinders 5 entspricht. Nach erfindungsgemäßer
Fixierung von koronalem Fragment mit apikalem Wurzelteil mittels erfindungsgemäßer
Kompressionsschraube kann der freie Raum, der durch die als Abstandshalter wirkenden
Grate 8 zwischen der Außenwand des zylinderförmigen Bauteils 5 und der Innenwand
der Bohrung im koronalen Fragment oder in sinngemäßer Weise durch die Nuten in der
Zylinderaußenwand
gebildet wird, durch Zement o.ä. aufgefüllt werden;
hierdurch wird eine zusätzliche Verdrehungssicherung von zylinderförmigem Schraubenkopf
5 gegenüber Schraubenschaft 1, und damit von koronalem gegenüber apikalem Fragment
erreicht.
-
In Fig. 3 ist eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kompressionsschraube
in zusammengesetztem Zustand wiedergegeben; über den Schraubenschaft 1 wird der
zylinderförmige Schrauben schaft 5 mit dem Schraubengewinde 3 über das nicht abgebildete
Innengewinde 7 des Schraubenkopfes gemäß Fig. 2 geschraubt; hierbei erfolgt die
Drehung des zylinderförmigen Schraubenkopfes 5 beispielsweise mittels eines Schraubenziehers,
der in den Aussparungen 6 des Schraubenkopfes angreifen kann. Unbehindert von dem
aufgesetzten Schraubenkopf 5 kann auch der Schraubenschaft 1 durch einen entsprechend
ausgebildeten Schlüssel, der an entsprechend ausgebildetem Schaftende 2 angreift,
um seine Längsachse und damit um die Schaftspitze 4 gedreht werden.
-
In Fig. 4 ist in vier Stufen eine bevorzugte Einsatzmöglichkeit und
Verwendungsart der erfindungsgemäßen Kompressionsschraube wiedergegeben. Im Figurenteil
a ist der erfindungsgemäße Schraubenschaft im ausgeräumten Wurzelkanal des apikalen
Wurzelteiles mittels des selbstschneidenden Gewindes 4 (Fig. 1) verankert. Zur Stabilisierung
des apikalen Wurzelteils kann das Schraubengewinde noch etwas weiter bis in den
darunter liegenden Knochen eingeschraubt sein. Über den mit Gewinde versehenen Schraubenschaft
wird das mit entsprechender Bohrung versehene koronale Fragment übergeschoben und
in der der Bruchfläche entsprechenden Position auf das apikale Wurzelteil aufgesetzt.
-
Mit einem Diamanthohlfräser, der als Hohlzylinder ausgebildet ist,
und dessen innerer Durchmesser gleich dem des Schaft durchmessers ist, und der über
den Schraubenschaft geführt wird, und dessen äußerer Durchmesser dem äußeren Durchmesser
des erfindunssgemäßen zylindrischen Schraubenkopfes entspricht, wird
genau
zentrisch eine Stufe von kreisförmigem Querschnitt in die Tiefe des Dentinkernes
des koronalen Fragments gefräst (Fig. 4b).
-
Dann wird gemäß Fig. 4c der zylindrische Schraubenkopf auf den mit
entsprechendem Gewinde versehenem Schaft aufgeschraubt, bis das untere Ende des
Schraubenkopfes auf die aufgefräste Stufe im koronalen Fragment trifft und die beiden
Bruchstellen unter Kompression zusammengeführt sind.
-
Gegebenenfalls kann nun der freie Raum, der durch die Nuten oder Grate
8 (Fig. 2) gebildet wird, mit Zement o.ä. ausgefüllt werden.
-
Schließlich wird gemäß Fig. 4c der überstehende Schraubenteil mit
einer Diamantscheibe abgetrennt und plangeschliffen.
-
Leerseite